Hamas, das Squid Game und ein paar Worte zu Zizek

(Bild gefunden auf Facebook bei dem Account U.M.)

Solange solche Leute und jene Typen, die das veranlaßten: daß Babys entführt und daß Kinder gefoltert wurden, nicht beseitigt sind, wird es keinen Frieden in Nahost geben. Mit Menschen, die derartige Verbrechen gegen Menschen begehen, gibt es nichts zu verhandeln. Und auch wenn sie Menschen sind, haben sie sich damit außerhalb des Humanen gestellt. (Zumal wenn kaum Aussicht besteht, daß diese Leute den Staat Israel je anerkennen werden.) Dies ist der rationale Grund für die Härte. Noch einmal Magnus Klaue: „Mit Leuten, die einen vernichten wollen, verhandelt man nicht. Sie müssen nicht überzeugt, sondern unschädlich gemacht werden!“

Jeder, der auf eine derartige Weise wie Israel angegriffen wird, hat alles recht der Welt sich zu verteidigen. Bevor wir über den Nahostkonflikt reden können und über eine Lösung nachdenken, müssen wir uns überlegen, wie wir die Akteure ausschalten, die Terrororganisationen sind und die, wie auch der Iran, an keinerlei Frieden interessiert sind. Wenn dieser Schritt geklärt ist, kann man zur „Äquidistanz“ übergehen und sowohl Israel wie auch die palästinensischen Araber in die Pflicht nehmen. Wobei auch in diesem Kontext dieses vermeintlich Überparteiliche eine gefährliche Fiktion bzw ein Trug ist: das Existenzrecht Israels ist eben nur dann gesichert, wenn wir ohne Wenn und aber für Israel eintreten – nicht für jede Regierung und nicht für jeweils konkrete Politik, wie etwa die unsägliche Zersiedlung der Westbank, die Israel von Jordanien eroberte, als es von Jordanien angegriffen wurde, aber doch für die Existenz von Israel als Staat. Und damit sind wir auch bei Zizeks Rede auf der Frankfurter Buchmesse. Hat man dazu etwas von Zizek gehört? Hat er Möglichkeiten genannt, wie die Terrororganisation Hamas zu beseitigen ist und wie man den Iran zwingt, die Lage nicht weiter zu destabilisieren? Hat Zizek Vorschläge gemacht, wie die zweihundert Geiseln zu befreien sind? Auch aus diesem ganz immanenten Grunde ist seine Rede eineinhalb Wochen nach dem Massaker unangemessen.

Bevor diese Arbeit, dieses Ausmisten des Augiasstalles vom Hamasdreck aber nicht erledigt ist, haben wir, wenn wir keine herzlosen Kreaturen sein wollen, solidarisch mit Israel zu sein. Wie das so ist: Um nach D zu gelangen, muß von A aus erstmal B getan werden.

Aber das alles und wie es in der öffentlichen Wahrnehmung wieder einmal läuft, war mir beim Thema Israel schon klar und das steckt auch im Kalkül von Iran und der Hamas, daß genau diese Scheinwerferumkehr bereits nach einer Woche schon geschieht – allein auch über die Bilder aus Gaza, die bewußt und instrumentell von den Terroristen eingesetz werden und die von deutschen Medien bereitwillig verbreitet wurden, wie im Falle des von arabischen Terroristen beschossenen Krankenhauses in Gaza, was man den Israelis zulog. Ja, es gibt arabische Opfer. Wer aber eine Terrororganisation wie die Hamas seit 17 Jahren gewähren läßt, muß mit entsetzlichen Konsequenzen leben. Deutschland kann davon ein Lied erzählen und so schlimm es ist, daß Teile meiner Familie aus Ostpreußen und Danzig vertrieben wurden und daß Deutsche Städte in Tümmern lagen und Phosphorbomben die Menschen und die Häuser in Nazi-Deutschland in Brand setzen: so sehr aber hat das eine Ursache. Auch wenn man Gaza und das faschistische Deutschland nicht in eins setzen kann. Aber der tertium comparationis ist in diesem Falle eine verbrecherische Regierung, die weitgehend von ihrem Volk unterstützt wird.

Carlo Masala hat im Blick auf diese Propaganda der Hamas treffend getwittert: „Wenn ihr (wie ich auch) gedacht habt, die Trollfabriken in St. Petersburg sind der Endgegner, oh boy, die Hamas ist Champions League.“

Das Schweigen der Bekenner: Böhmermann, Eidinger, Tschirner, Passmann, Heufer-Umlauf, Deichkind, Marius Müller Westernhagen

Das große, das laute, der beredte Schweigen derer, die ansonsten beim Kampf gegen rechts ihre Gesichter in jede Kamera halten, die sich nur darbietet. Jene Prominenten und Menschen des Kulturbetriebs, die sich wortmächtig zu allen möglichen politischen Themen äußern. Sie sind plötzlich still. Und siehe da gab es ein großes Schweigen, als in Deutschland Juden nicht mehr auf die Straße konnten, weil sie Angst hatten, und als da in Neukölln und anderen Städten arabische Antisemiten den Straßen unsicher machten, Barrikaden ansteckten und Polizisten mit Steinen bewarfen. Und was ich und viele andere bereits am 8. Oktober und die Tage darauf ahnten: das große Schweigen: es ist genau so und auf diese Weise eingetreten. Das große Schweigen im Walde im Kultur- und Kunstbetrieb. Und das von denen, die man ansonsten zu jedem Anlaß twittern und reden sieht und die zu jedem Anlaß vor den Mikrophonen hängen..

Die WELT hat in einer großartigen Recherche all diese Prominenten, die gerne engagiert und weltoffen und gegen rechts sich geben, als das vorgeführt, was sie sind: Eine feige Bande.

Ein großer Dank an Frédéric Schwilden und die WELT, für diese so derart wichtige Aktion möglich machten. Es ist beschämend, was sich diese von Schwilden Genannten leisten. Aber daran, an dieses Schweigen werden wir uns und werden wir diese Leute immer wieder erinnern, wenn sie dann, wenn es wieder opportun ist, einmal wieder ihre Gesichter in die Kamera halten: das Schweigen von Klaas Heufer-Umlauf, der sich sonst zu jeden Furz äußert, Sophie Passmann, Lars Eidinger, Marius-Müller Westerhaben, Jan Böhmermann, Die Toten Hosen, Teresa Bücker, die sonst immer gerne ihren Mund auftut, Deichkind, die gerne große Show und Remidemi machen, wenn es nichts kostet, Jasmin Kuhnke, die vor zwei Jahren noch voll dabei war, als es darum ging rechte Verlage von der Buchmesse auszuladen, weil sie sich bedroht fühlte – ausgerechnet an dem wohl sichersten Ort der Welt: einer Buchmesse. Aber gut, man muß dazu sagen, daß Kuhnke auch ihr neues Buch verkaufen wollte. PR immer da, wo es paßt und auch der Kampf gegen Antisemitismus ist ben nur dann eine gute PR, wenn es opportun ist und niht weiter wehtut.

Es ist peinlich und es gut, daß die WELT diese Bigotterie einmal öffentlich gemacht hat. Danke.

„Unser Autor wollte Statements prominenter Deutscher gegen Judenhass sammeln. Aber bis auf eine Influencerin und eine Klimaaktivistin ist keiner dazu bereit – es hagelt Absagen. Die, die sich sonst am lautesten „gegen rechts“ äußern, schweigen lieber zum Antisemitismus.“

Und weiter heißt es dort:

„In Deutschlands Hauptstadt fliegen Molotow-Cocktails in Richtung einer Synagoge, und das Denkmal für die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden muss von mehr als hundert Polizisten geschützt werden. Deutsche Kartoffeln in Pumphosen und queere Expats rufen mit Habibis Parolen wie von Björn Höcke (AfD), nur eben auf Englisch: „Free Palestine from German guilt“ – „Befreit Palästina von deutscher Schuld“.

In Frankfurt am Main, aber auch in London, Sydney und Montreal rufen Menschen dazu auf, Juden zu töten; sie solidarisieren sich zu Zehntausenden mit der Terrororganisation Hamas, die vergangene Woche in Israel den größten Mord an Juden seit dem Holocaust begangen hat. Die Terroristen der Hamas ermordeten und entführten Holocaust-Überlebende, junge Raver auf einem Musikfestival, Kinder, Babys. Mehr als 1400 Menschen wurden ermordet.

Für WELT AM SONNTAG wollte ich Stimmen prominenter Menschen in Deutschland gegen den Judenhass sammeln. Solidarität mit Menschen sichtbar machen, deren normales Leben in Deutschland und im Rest der Welt seit Jahrzehnten unter Polizeischutz stattfindet. Es sollte nicht um Politik gehen. Nicht um den Nahost-Konflikt. Einfach nur um die Solidarität mit Juden.
[…]
In Initiativen wie „Gesicht Zeigen“ engagieren sich doch Menschen wie Klaas Heufer-Umlauf gegen Rassismus. Und bei Festivals wie „#Wirsindmehr“ und wie sie alle heißen traten doch Künstler wie die Punkband Feine Sahne Fischfilet, der Rapper Marteria, die Toten Hosen oder Deichkind auf.

Die Schauspielerin Nora Tschirner unterschrieb doch eine Petition für ein Verbot der in relevanten Teilen rechtsextremen Partei AfD oder sammelte mit der afrodeutschen Autorin Jasmina Kuhnke Geld für mutmaßliche Opfer von mutmaßlichen Sexualstraftaten. Joko und Klaas spendeten ihre Instagram-Kanäle doch den Frauen im Iran; und gerade beim Deutschen Fernsehpreis überließ dieser Joko, der für seine Klima-Rettungsshow auf Amazon genau da ausgezeichnet wurde, doch einer iranischen Frau seine Dankesrede, damit sie noch mal auf die Gräuel im Iran aufmerksam machen konnte. Und natürlich trat auch Sophie Passmann in einer Sondersendung von Joko und Klaas gegen Frauenhass auf.
[…]
„Deutschland ist doch so bunt, so tolerant, so gegen Rassismus, dass sogar unglaublich erfolgreiche Schauspieler wie Lars Eidinger auf der Berlinale weinen, wenn unsere antirassistische Gesellschaft angegriffen wird. „Ich finde, unsere Gesellschaft ist so dermaßen vergiftet, was Hass und Missgunst angeht. Ich habe manchmal das Gefühl, dass das so ein bisschen auch der Anlass für mich ist, dagegen zu kämpfen“, sagte Eidinger mit Tränen in Augen und auf seinem linken Zeigefinger kauend auf dem Podium der 70. Berlinale. Anlass war der schreckliche Anschlag in Hanau, bei dem ein Nazi zehn Menschen – neun mit Migrationshintergrund und seine Mutter – ermordete.
[…]
Die Agentur von Nora Tschirner und Klaas Heufer-Umlauf antwortete geschlechtergerecht: „Leider muss ich hier aus zeitlichen Gründen für beide Künstler:innen absagen.“ Auf eine nicht ganz ernst gemeinte Nachfrage, ob beide es denn bis zum 9. November schaffen würden, kam wieder eine Absage: „Leider sehen wir in naher Zukunft generell keine Kapazitäten.
[…]
Das Management von Joko Winterscheidt: „Wir müssen für Joko Winterscheidt absagen.“

Das Management von Sophie Passmann schrieb auf Anfrage: „Sophie Passmann ist momentan auf Tour unterwegs, daher muss ich diese leider aus zeitlichen Gründen direkt absagen.“

Lars Eidingers Agentur antwortete: „Vielen Dank für Ihre Anfrage an Lars Eidinger, für den wir leider absagen müssen.“

Das Management von Marteria schickte: „Leider müssen wir hier aus zeitlichen Gründen absagen, da Marten momentan mit einem Projekt eingespannt ist.“

Deichkinds Management schrieb: „Für Deichkind müssen wir leider absagen.“
Das Management von Anti-Rassismus-Autorin Alice Hasters antwortete kurz und knackig: „Leider nein.“

Das Management der Musiker von K.I.Z., Casper und Kraftklub: „Hier müssen wir leider für alle drei absagen.“

Das Management von Marius Müller-Westernhagen: „Leider können wir aus zeitlichen Gründen Ihrer Anfrage nicht nachkommen.

Die Agentur von Felix Lobrecht und Jasmina Kuhnke: „Leider werden die beiden nicht dabei sein können.“

Immer wieder Worte wie „müssen“, „leider“, „können nicht“, „aus zeitlichen Gründen“. In Instagram-Storys sah man derweil Nora Tschirner Eis essen und auf Filmpremieren gehen. Sophie Passmann spielte mit dem Podcaster Tommi Schmitt Fußball.
Das Schweigen der sonst so Lauten nennt Staroselski „eine Schande“, denn: „Am 9. November und am 27. Januar eine Nie-wieder-Kachel mit einem betroffenen Foto zu posten, ist einfach. Aber jetzt werden jüdische Wohnhäuser mit Davidsternen markiert, es wird zur Gewalt aufgerufen. Zu schweigen, aus Angst Follower zu verlieren, zeigt die Doppelmoral dieser Akteure.“

Das Schweigen der sonst so Lauten nennt Staroselski „eine Schande“, denn: „Am 9. November und am 27. Januar eine Nie-wieder-Kachel mit einem betroffenen Foto zu posten, ist einfach. Aber jetzt werden jüdische Wohnhäuser mit Davidsternen markiert, es wird zur Gewalt aufgerufen. Zu schweigen, aus Angst Follower zu verlieren, zeigt die Doppelmoral dieser Akteure.“

1994 sang Marius Müller-Westernhagen: „Schweigen ist feige.“ Im Jahr 2023 ist dieser Titel Programm. Bei Westernhagen, bei Joko und Klaas und bei all den anderen sonst so lauten.

https://www.welt.de/politik/deutschland/plus248095260/Deutsche-Prominente-Sonst-laut-gegen-rechts-beim-Judenhass-ganz-leise.html?

Der Thunfisch stinkt vom Kopf her

Passenderweise auch gleich mit dem Kraken als Symbol und damit ein antisemitisches Stereotyp aufgreifend. Ein Krake allein macht noch keinen Antisemitismus, über das Symbol wurde viel geforscht, der Krake bezeichnete in Karikaturen um 1900 herum auch das britische Weltreich, aber in diesem Kontext ist es eben eindeutig eines der antisemitischen Klischees.

Arabische Straße in Neukölln

Die Araberkrawalle in Neukölln, brennende Barrikaden, zahlreiche verletzte Polizisten, ein widerlicher Mob, der einen Stadtteil ins Chaos stürzt, wie man es nur vom 1. Mai kennt, und auch die Ausschreitungen in Mitte vorgestern wundern mich nicht eine Sekunde: samt Angriffen aufs Holocaustmahnmal, das geschützt werden mußte. Und das wird auch die nächsten Tage derart weitergehen, so vermute ich. Denn der arabische Mob ist in Neukölln gut vernetzt und kennt seinen Kiez und es sind hunderte von Geschäften dort, die den Marodierenden einen Unterschupf bieten.

„Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt“, so erinnere ich diesen Satz noch gut, in völliger Naivität, vielleicht auch in gutem Glauben bei gleichzeitiger Torheit dahingesprochen von Karin Göring-Eckhardt.

Wer sich vom Personal her den Nahostkonflikt importiert, bekommt irgendwann die arabische Straße geliefert. Der Buchtitel „Desintegriert euch!“ hat eine interessante Wendung bekommen. Früher, als ich noch nach Neukölln fuhr, um eine Freundin zu besuchen, sagte ich zu ihr scherzhaft, wenn wir uns dann trafen: „Mein Ausflug nach Chan Yunis!“ Schön fand ich es dort nicht, aber ich besaß das Privileg, nicht in diesem Stadtteil wohnen zu müssen – mir reichten die Berichte der Freundin. Manchmal spielten wir im Auto zum Spaß Araberaufstand in Ramallah und wir waren die israelische Armee. Daß aus solchem Spaß einmal Ernst werden würde, habe ich damals nicht wirklich realisiert. Als ich dann, als Photograph und Beobachter, mehrere Araberdemos „besuchte“ und regelmäßig auch beim Al Kuds-Tag mitging – nicht weil ich diesen entsetzlichen Blödsinn gut finde, sondern weil ich hören wollte, was dort so gesprochen und gerufen wird –, wußte ich in etwa, was die Stunde geschlagen hat und was uns mit Pech einmal erwarten wird, wenn die Dinge im Nahen Osten anders liegen und es Krieg gibt. Man gebe sich auf solchen Demos einfach als einer der ihren aus – es geht insofern gut, weil da auch einige deutschen Nazis mitlaufen, etwa die Fascho-Rapperni Dee Ex – und es gibt dort die entsprechenden Stimmen, die nicht bloß einfach von Ungerechtigkeiten sprechen, sondern die ganz klar auf die Vernichtung der Juden aus sind.

Nun wird es viele geben, die sagen: das sei pauschal und nicht alle wären so. Das stimmt. Viele bleiben auch zu Hause und werfen keine Steine, zünden keine Barrikaden an. Aber ob das Denken, was da in den Familien herrscht so grundverschieden und anders ist als das von dem Mob jetzt auf der Straße, das wage ich zu bezweifeln. Meine schlimmsten Befürchtungen von 2015 – da wurde man gerne noch als Rassist gelabelt, wenn man seine Bedenken äußert – sind leider wahr geworden. Und ich war auch damals schon nicht der Ansicht, daß wir das schaffen, sondern daß da ein Berg an Arbeit und ein noch größerer Berg an Problemen auf Deutschland zukommt. Und ich befürchte auch, daß man Einstellungen in den Köpfen nicht mit noch so viel Integrationspolitik und Fördergeld raus bekommt (oder daß es zumindest Jahrzehnte wenn nicht ein Jahrhundert dauert) und auch das Prinzip Asabijah mag da eine Rolle spielen , zumal wenn mit Bildern und Geschichten aus Gaza und dem Westjordanland Propaganda gemacht wird, so wie jetzt bei dem Krankenhausbeschuß in Gaza. Oder wie es Carlo Masala schrieb: „Wenn ihr (wie ich auch) gedacht habt, die Trollfabriken in St. Petersburg sind der Endgegner, oh boy, die Hamas ist Champions League.“

Ein Teil dieses Migrationsproblems ist zudem eine intersektionale, postkoloniale, queerfeministische Linke und ein kulturalistisch-linkes Medienmilieu, die immer wieder abwiegelten, beschönigen und anbräunen, wenn man diese Probleme eines neuen arabischen Antisemitismus ansprach. Wer mit Ferda Ataman ins Bett geht, wacht morgens mit Kübra Gümüsay wieder auf. Nein, Probleme verschwinden nicht, indem man so tut, als gäbe es sie nicht. Auf jeder Araberdemo hier in Berlin konnte, wer sehen wollte, sehen.

Auf die Solidaritätskonzerte der üblichen Verdächtigen des Unterhaltungsbetriebes werden wir nach den Angriffen auf Juden und jüdisches Leben in Deutschland wohl noch lange warten müssen: Udo Lindenberg, Campino, Danger Dan, Herbert Grönemeye, K.I.Z., die Ärzte und und und. Ich hoffe, ich täusche mich, und es ist ein Konzert am Brandenburger Tor oder wie auch immer, in Vorbereitung: Solidarität mit allen hier in Deutschland lebenden Juden und nicht nur gegen Antisemitismus im allgemeinen, sondern insbesondere gegen sich hier auf den Straßen austobenden arabischem Antisemitismus. Gerade hier und jetzt wird eine deutliche gesellschaftliche Ächtung fällig, damit auch jene, die heute und morgen in Deutschland die Straßen terrorisieren, bemerken: So nicht, hier ist die Grenze! Vor allem auch ihre Unterstützer mit ihrer klammheimlichen Freude im Gepäck. Ich fürchte aber, daß es dazu nicht kommen wird. Einmal wieder wird sich eine ansonten beim „Nie wieder!“ so wortreich meldende Linke wegducken. Zum Glück aber gibt es wenige Ausnahmen, die sich klar positionieren und die Probleme benennen. Nur eben: Es sind zu wenige, viel zu wenige.

Im Tagesspiegel von heute morgen heißt es:

„Da – nach vorläufigen Erkenntnissen – viele der gewaltaffinen Verdächtigen keinen regulären Jobs nachgingen, also über viel Freizeit verfügten, könnte die Lage noch Wochen so bleiben. „Ein Mix aus justizerfahrenen Islamisten, gewaltgeneigten Jugendlichen und immer noch zahlreichen, zumeist verständnisvollen Vertretern aus der Zivilgesellschaft macht es uns so schwer“, sagte der Beamte aus einer großen Sicherheitsbehörde. „Diese Mischszene ist zudem räumlich und methodisch flexibel.“

Auch sei es schwer, den Überblick über die Szene in Neukölln zu behalten. Eine typische Beobachtung machten Beamte am Wochenende, als sie verhinderten, dass 70 Männer und Jugendliche mit Palästina-Fahnen zu einer verbotenen Anti-Israel-Versammlung auf dem Hermannplatz gehen wollten. Als die Polizisten eingriffen, gingen die Männer in die Sonnenallee und verteilten sich in den dortigen Cafés. Ein mit der Lage befasster Beamter sagt nun, es gebe zu viele Lokale, wo die arabische Jugend abhänge und gewissermaßen auf einen Einsatzbefehl warte.

[…]

Behelmte Polizisten einer Hundertschaft, manche mit Hund, bewachten das Holocaust-Mahnmal auf der gesamten westlichen Seite in unmittelbarer Nähe zum Brandenburger Tor, als 300 Personen vom dort zum Potsdamer Platz zogen. Auf der Straße des 17. Juni unterband die Polizei dann den Versuch Dutzender, eine Sitzblockade abzuhalten.

Die Bilanz der Polizei: 39 Festnahmen, 65 Strafverfahren, 20 verletzte Polizisten, zwei von ihnen mussten den Dienst beenden. Vor den Ausschreitungen in Mitte war eine angemeldete pro-palästinensische Mahnwache mit 350 Menschen am Pariser Platz friedlich verlaufen.

Zudem gab es in Neukölln Aktionen, vom frühen Abend bis 22 Uhr hatten sich im Reuterkiez immer wieder große Gruppe von bis zu 100 Personen gesammelt. Einige waren vermummt, immer wieder gab es Böller, Barrikaden, Steinwürfe und laut Polizei „volksverhetzende und israelfeindliche Parolen“. Die Polizei brauchte Stunden, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Gegen 23 Uhr errichtete in Gruppe von 60 Personen mit mehreren Müllcontainern an der Sonnenallee/Ecke Reuterstraße Barrikaden und setzte diese in Brand, Polizisten und Einsatzwagen, selbst Feuerwehrleute, die die Brände löschen wollten, wurden mit Steinen und Böllern beworfen. Ein Wasserwerfer der Polizei musste anrücken, um die Brände zu löschen. Bis kurz nach Mitternacht zogen sich die Auseinandersetzungen, auch in Nebenstraßen, hin. In der Neuköllnischen Allee brannte dann gegen 1 Uhr auf einem Sportplatz eine Mülltonne, eine halbe Stunde später in der Treptower Straße an der High-Deck-Siedlung ein Müllcontainer.

Am Mittwochmorgen gegen 3.45 Uhr dann konnten Objektschützer der Polizei nach Darstellung der Behörde verhindern, dass zwei Männer mit ihren Molotowcocktails eine Synagoge in der Brunnenstraße treffen. Die Brandsätze landeten auf dem Gehweg davor. Laut Innensenatorin Iris Spranger (SPD) haben die Angreifer die Molotowcocktails von der gegenüberliegenden Straßenseite geworfen. Die Aufnahmen einer Überwachungskamera seien aber kaum brauchbar, die Täter seien nur schlecht zu erkennen, hieß es aus der Gemeinde.

Eine interne Gefahrenprognose der Polizei nennt als Ziele für Attacken jüdische und israelische Einrichtungen, aber auch US-Liegenschaften. Zudem warnt die Polizei vor Angriffen „auf erkennbar israelische und jüdische Personen im Stadtgebiet (…) durch pro-palästinensisch gesinnte Personen“. „

Ja, was man sich ins Haus bestellt, bekommt man am Ende auch geliefert. Ich fürchte aber, daß es auch dieses Mal nur bei den üblichen Lippenbekenntnissen bleibt. „Nie wieder“ sagt sich leicht dahin.

Bildquelle: https://www.welt.de/vermischtes/article248076314/Neukoelln-zu-Gaza-machen-Mehr-als-170-Festnahmen-bei-Ausschreitungen-in-Berlin.html?

Ingeborg Bachmann zum 50. Todestag

Schade, daß inmitten all der anderen Ereignisse der 50. Todestag von Ingeborg Bachmann weitgehend ins Hintertreffen gerät. Ich habe damals in Hamburg, vor genau 30 Jahren im Sommersemester, bei Ulrich Wergin ein Seminar zum Thema „Dichtung nach Auschwitz“ belegt – natürlich nicht nur, weil die schöne und so blonde Susanne dabei war und ich mit ihr ein Referat über Adornos „Versuch das Endspiel zu verstehen“ und zur „Dialektik der Aufklärung“ halten durfte -, sondern vor allem wollte ich Bachmanns Todesarten-Zyklus kennenlernen, „Malina“ hatte ich bereits gelesen und ich mochte diesen Sound ganz gerne, fand diese verschiedenen Perspektiven, zwischen dem Entsetzen, der Liebe, dem Ungargassenland, den Märchen, gut montiert und auch bereits viele ihrer Gedichte und Erzählungen waren mir aus den 1980er Jahren bekannt, als ich mich durch die deutschsprachige Gegenwartsliteratur las. Daß Bachmann als Lyrikerin wohl recht begabt, aber als Prosaautorin wenig tauge, wie es, so ich es richtig in Erinnerung habe, Marcel Reich-Ranicki einmal sagte, halte ich allerdings für Mumpitz.

Realistische Traumzeit und die Bedeutung der Photographien:

„Ich habe den sibirischen Judenmantel an, wie alle anderen. Es ist tiefer Winter, es kommt immer mehr Schnee auf uns nieder, und unter dem Schnee stürzen meine Bücherregale ein, der Schnee begräbt sie langsam, während wir alle auf den Abtransport warten, auch die Fotografien, die auf dem Regel stehen, werden feucht, es sind die Bilder aller Menschen, die ich geliebt habe, und ich wische den Schnee ab, schüttle die Fotografien, aber es fällt weiter Schnee, meine Finger sind schon klamm, ich muß die Fotos vom Schnee begraben lassen.“ (Bachmann, Malina)

Am Ende verschwand das weibliche Ich in der Wand. Es war Mord – in mehrfacher Hinsicht.

Daß nun härtere Tage kämen, ist eine gerade in diesen Wochen vielzitierte Sequenz gewesen, aus dem Gedichtband „Die gestundete Zeit“, und so heißt es in dem gleichnamigen Gedicht:

Es kommen härtere Tage.
Die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.
Bald mußt du den Schuh schnüren
und die Hunde zurückjagen in die Marschhöfe.
Denn die Eingeweide der Fische
sind kalt geworden im Wind.
Ärmlich brennt das Licht der Lupinen.
Dein Blick spurt im Nebel:
die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.

Drüben versinkt dir die Geliebte im Sand,
er steigt um ihr wehendes Haar,
er fällt ihr ins Wort,
er befiehlt ihr zu schweigen,
er findet sie sterblich
und willig dem Abschied
nach jeder Umarmung.

Sieh dich nicht um.
Schnür deinen Schuh.
Jag die Hunde zurück.
Wirf die Fische ins Meer.
Lösch die Lupinen!

Es kommen härtere Tage.

Nein, das Kind spielt nicht mehr!

Eitan, Spiderman. Von einer Bande Arabern ermordet. Immerhin müssen seine Eltern nicht trauern. Denn sie wurden von Arabern gleich mitumgebracht.

Wer jetzt über die Bilder aus Gaza wimmert: „Aber ich denke an Coventry und habe nichts einzuwenden gegen die Lehre, dass alles bezahlt werden muss.“ (Thomas Mann: Deutsche Hörer, Rundfunkansprache aus dem kalifornischen Exil)

Die Sonnenallee

Was ich heute und die nächsten Tage auf der Sonnenallee gerne sehen möchte.

[Für alle Nichteingeweihten: „Inglourious Basterds“ sehen, Sgt. Donny Donowitz, genannt auch der Bärenjude.]

Ansonsten ist es mit Jan Fleischhauer zu sagen:

Und was wäre wohl in Deutschland los, wenn nach diversen Bedrohungen von Muslimen oder einem öffentlichen Aufruf von Rechtsextremisten dazu angehalten würde, Muslime zu jagen, zu töten und zu eliminieren, wo man sie trifft: und dann rieten Regierungsvertreter: „Bleiben sie zu Hause, liebe Muslime!“ Es gäbe einen Aufschrei, es gäbe von den üblichen Gestalten einen Aufstand der Anständigen.

Ach, und wie ich gestern gehört habe: in London sollten auf Anraten der Regierung die jüdischen Briten zu Hause bleiben: bzw. sie mußten, weil ihre Schulen geschlossen waren. Habe ich leider auch nirgends in den Nachrichten vernommen.

PEN Berlin und der deutsche Kulturbetrieb

Wo sind nach einer Woche eure Reaktionen zu dem Hamas-Terror in Israel, zu migrantischem Antisemitismus hier in Berlin, der jeden Tag auf der Staße zu erleben ist – in ganz Deutschland übrigens. Daß an einem Freitag wie heute Juden in Deutschland mit Angst sich auf den Weg in Synagogen oder Schulen machen? Wo sind eure Aufrufe? Wo PEN Berlin?

Ein so dröhnendes Schweigen. Und ich meine doch: Eine Woche ist eine Zeit, in der eine Organisation wie der PEN mindestens einen Aufruf oder einen offenen Brief starten kann – mindestens das, wenn es schon nicht zu Aktionen hinreicht. Aber wahrscheinlich wäre es peinlich, wenn da nur fünf PEN-Mitglieder diesen Offenen Brief unterschreiben würden. Ja, man kann bei diesen Dingen nur noch sarkastisch sein. Aber es möge bitte niemand mehr von diesen Leuten mit „Nie wieder“ und „Kein Fuß breit den Nazis“ kommen. Nein, Schweigen heißt nicht zustimmen. Aber manchmal kann ein Schweigen sehr beredt sein und sagt mehr als tausend Worte. Gerade bei Leuten, die ansonsten zu allen möglichen Themen den Mund auftun: angefangen beim Klima. Ach und da sind wir ja auch bei Greta Thunberg und bei FFF. (Es ist dieses Haltungsposting zwar von 2022, aber auch das spricht Bände.)

Und auch ansonsten aus einem bestimmten Miliue heraus: die ganze woke Scheißhausbande schweigt. Der Kulturbetrieb schweigt. Was macht eigentlich Daniel Bax? Wahrscheinlich schreibt er Artikel zur AfD – dahinter kann man sich prima verstecken. Hat Böhmermann schon eine Recherche zu den in Deutschland aktiven migrantischen, clankriminellen Netzwerken, die die Terrororganisationen Hamas und die Hisbollah mitfianzieren, angefangen? Wie sieht es bei den üblichen Verdächtigen aus, die bei jeder heruntergerissenen Regenbogenfahne sich zu Wort melden und noch bei der Frage „Woher kommst Du“ sich echauffieren?

Sobald diese Leute wieder aus ihren Verstecken gekrochen kommen, wenn es wieder opportun ist – spätestens bei den ersten Bildern aus Gaza werden sie es und sie werden Ursache und Wirkung mal wieder vertauschen -, sollten wir diese Leute an ihr allzu lautes Schweigen erinnern und es ihnen Tag für Tag vorhalten.

Man kann es nur mit dem klugen Hasnain Kazim schreiben:

„Wer unter denen, die zu Recht laut und deutlich Rechtsextremisten kritisieren, es nicht schafft, ebenso laut und deutlich Islamisten und muslimische Antisemiten zu kritisieren, möge bitte gern gänzlich die Klappe halten.“

Es gibt im Augenblick einen sehr guten Hashtag: #niewiederistjetzt. Und genau das trifft es.

Israel und Juden in Deutschland: Zwei Sätze heute morgen aus der Zeitung

„So habe in dieser Woche nur unter Polizeischutz die Flagge Israels als Zeichen der Solidarität vor dem Rathaus Neukölln gehisst werden können.“

„Nur in der Schule, wo er als Vertretungslehrer jobbt, lügt er nun manchmal über seine Herkunft. In der Willkommensklasse seien Menschen mit verschiedenen migrantischen Hintergründen. Wenn Schüler ihn fragen, ober er wirklich deutsch sei, verschweigt er seine israelische Staatsbürgerschaft. Nicht aus Angst, sagt Joel. Sondern, um vermeidbaren Konflikten aus dem Weg zu gehen.“
(Beides: Tagesspiegel vom 12. Oktober 2023, Berlinteil)

Diese beiden Sätze sagen alles über den Zustand, den wir in diesem Land haben. Daß israelische Staatsbürger und jüdische Deutsche Angst haben müssen, zu zeigen, wer sie sind. Ein jüdischer Fußballverein in Berlin, nämlich Oberligist TuS Makkabi stellt seine Spiele aus Sicherheitsgründen ein. Die interventionistische Linke, die gerne die Opfer sprechen läßt, ist bei jüdischen bzw. israelischen Opfern mehr als schmalllippig – aber in der simplen Logik dieser Gesellen sind Siedler ja gar keine Opfer, sondern können nur Täter sein. Aber vielleicht ist es bei dieser Linken genau so wie es der Buchtitel von David Baddiel sagt: „Jews don’t count!“ (Danke an Herwig für den Hinweis auf dieses Buch.) Und genau das vergiftet diesen ganzen linken Diskurs – die documente 2023 ist bestes Beispiel für eine entsetzliche Einseitigkeit und ein Blick, bei dem Juden nicht vorkommen.

Vielleicht ist die Rede, daß wir, also alle demokratisch gesonnenen Menschen, uns unserer Land zurückholen müssen, nun doch einmal angebracht. Den Aufschrei möchte ich erleben, wenn ähnliches wie jetzt passierte, weil Rechtsextreme hier in Deutschland lebende Juden oder eben ganz einfach jüdische Deutsche bedrohen. Danger Dan und K.I.Z. wären gar nicht mehr von der Bühne zu bekommen und auch die ansonsten immer so haltunsstarken Schauspieler, angefangen bei Iris Berben, würden laut ihre Stimme erheben und wir hätten am Samstag in Chemnitz, wo gestern erst hunderte arabisch-migrantische Antisemiten ihr Gesicht zeigten, oder in Berlin, wo jeden Tag auf der Sonnenallee der Aufstand der Unänständigen seinen Ort hat, erheblichen Protest und Kundgebungen. Hier aber: Schweigen, schweigen schweigen.

Vor allem haben wir ein Problem mit dem massiven Schweigen der sogenannten Kulturszene über jenen migrantischen Antisemitismus. Wo sind die Veranstaltungen gegen Antisemitismus – in diesem Falle migrantischer? Wo sind die Lichterketten? Wo ist der Aufschrei? Wir haben gegenüber Israel eine Verantwortung im eigenen Land: daß wir nie wieder es dulden, daß hier jüdisches Leben erstickt wird, daß in Deutschland auf Demos Araber, die hier wohnen und leben, „Juden ins Gas“ rufen oder aber schrecklichste Massaker von Barbaren feiern.

Über das, was hier in unserem Land geschieht und was ein (Groß)Teil der arabischen und türkischen Migranten denkt und was sie so machen: Darüber müssen wir reden. Und auch über eine seit Jahrzehnten falschen Integrationspolitik und über Moscheen, in denen Sachen gepredigt werden, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Susanne Schröter und auch Constantin Schreiber und ebenso Ahmad Mansour, Hamed Abdel-Samad und Seyran Ateş haben lange lange schon und immer wieder vor diesem migrantischen Milieu gewarnt. Und da waren dann immer gerne die Anbräuner unterwegs, die versuchten, das Hinweisen auf Probleme als antimuslimischen Rassismus abzutun. Und da haben wir all die Daniel Bax, die Max Czolleks, das Islamistenfangirl Kübra Gümüsay und viele mehr. Was mögen die im Augenblick wohl twittern oder blueskyen?

Das „Nie wieder“ ist eine Schönwetter- und Sonntagsparole, wenn es nichts kostet und wenn rechte Ausländerhasser und rechte Antisemiten auf die Straßen gehen. Gegen rechten Antisemitismus und Ausländerhaß zu sein, war einfach und bequem. Jetzt aber , bei jenem arabischen Antisemitismus Roß und Reiter zu nennen: Da knirscht es heftigst im Gebälk. Insofern muß dieser Slogan besser nun lauten: „Nie wieder ist jetzt!“ Und dem müssen Taten folgen. Wer hier in Deutschland erheblich den Rechstsfrieden stört und lediglich eine Duldung oder einen begrenzten Aufenthaltstitel hat, wer nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder eine doppelte: Da müssen auch juristisch Maßnahmen geschaffen werden, daß die Leute merken: Sie bekommen ein Problem.

„Mit Leuten, die einen vernichten wollen, verhandelt man nicht. Sie müssen nicht überzeugt, sondern unschädlich gemacht werden!“

Ich teile vieles von dem, was Magnus Klaue schreibt, nicht, gerade im Blick auf Corona, und ich halte auch diese Art von Kritischer Theorie für antiquiert, bestenfalls Philosophiegeschichte. Aber im Blick auf den arabisch-palästinensischen Terror gegen Israel hat er einen entscheidenden Punkt getroffen:

„Was derzeit in Israel geschieht, ist nicht nur ein Akt des Terrorismus der Hamas, sondern ein Versuch der Invasion mit dem Ziel der Auslöschung des jüdischen Staates und aller, denen er Schutz bietet. Nicht umsonst erinnert einiges an die islamischen Attentate in Paris 2015: Kaperung von Vergnügungsstätten, öffentlich ausgestellte Folter und Exekution des Publikums, Geiselnahmen, Abschlachtung von Leuten, die einfach nur den öffentlichen Raum bevölkern. Damals schon gab es Verlautbarungen des IS, in denen glaubhaft damit gedroht wurde, in die Wohnungen der Bürger einzudringen, sie im Schlaf zu überraschen und hinzurichten.

Wer noch immer nicht begreift, daß, was in Israel geschieht, alle Freunde des freien Lebens und also des Westens betrifft, daß es sich hier also um einen „Sonderfall“ höchstens insofern handelt, als sich in Israel wie in einem Brennglas zeigt, womit die Menschheit zu rechnen hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Das israelische Musikfestival, bei dem am Samstag mindestens 260 Menschen ermordet worden sind, wurde von Leuten besucht, die ziemlich sicher für Frieden und gegen Eskalation, für Versöhnung und gegen Vergeltung gewesen wären, was keineswegs heißt, daß sie doof und naiv waren, sondern im Gegenteil: daß die Überzeugung, Konflikte müßten sich durch Verhandlung und Gespräche lösen lassen, selbst ein Ergebnis von Freundlichkeit, Höflichkeit: von Zivilisation ist, zu der notwendig eine spezifische Form von Naivität gehört, die durch sie erst möglich wird. Deshalb aber können auch nur Menschen in diesem Sinne handeln, die von Zivilisation berührt und ansprechbar durch die Außenwelt sind. Diejenigen, die Israel dem Boden gleich machen wollen, gehören nicht dazu, weshalb pazifistische Allerweltsmaximen auf sie nicht zutreffen. Mit Leuten, die einen vernichten wollen, verhandelt man nicht. Sie müssen nicht überzeugt, sondern unschädlich gemacht werden.“

Die Ansicht, daß man mit Terroristen verhandeln könne oder gar in einen Austauschprozeß treten könnte, halte ich für eine Illusion. Hamas, Hisbollah und die gegenwärtige iranische Regierung, die diese Terrororganisationen unterstützt, leben von genau diesem Haß gegen Israel. Ihre Existenzgrundlage entfiele, wie schon bei der PLO, wenn es eine Einigung mit Israel gebe. (Zur Lösung können allenfalls staatliche Akteure auf der arabischen Seite wie Ägypten, Saudi Arabien oder Jordanien beitragen.) Mit Mördern jedoch, die, wie in einem Kibbuz geschehen, Babys den Kopf zerschmettern, gibt es nicht zu verhandeln. Sie sind zu jagen, bis sie in ihren Löchern erstickt sind. Und mit Leuten, die dies auf den Straßen bejubeln oder die das goutieren, gibt es nichts zu bereden.

Und all jene, die in Zeitungsartikeln und in den sozialen Medien nun schreiben, daß es nicht darum gehen dürfe, Gaza dem Erdboden gleichzumachen, daß Rache keine Antwort sei, weil sie keine Lösungen liefere und daß es schändlich sei, wenn solche Forderungen aus einem Land kommen, das sechs Millionen Juden umgebracht hat: Deutschland hat – in einer noch viel entsetzlicheren Weise, die ihresgleichen sucht, insofern taugen Vergleiche mit Deutschland nur sehr bedingt – seine Nachbarländer überfallen und wir wurden dafür von den Alliierten bombardiert und zum Glück besiegt und überwältigt. Das traf auch die Bevölkerung, so wie das entsetzlicherweise in jedem Krieg der Fall ist, daß Zivilisten betroffen sind – wie weit sie nun schuldig oder unschuldig sind, wird nur ein Blick aufs Individuum klären können. Aber Fernlenkwaffen, Flugzeuge und Bomben gehen nun einmal – leider – aufs Allgemeine oder wie Hegel es in seiner „Philosophie der Geschichte“ sagt: “ […] denn beim Gebrauch der Schießgewehre wird ins Allgemeine hineingeschossen, gegen den abstrakten Feind und nicht gegen besondere Personen.“ Damit wird dann auch die in Gaza jubelnde Bevölkerung leben müssen. Die Bilder von deutschen Städten kennen wir alle. Sowas kommt von sowas. Oder wie Thomas Mann es sagte: „Aber ich denke an Coventry und habe nichts einzuwenden gegen die Lehre, dass alles bezahlt werden muss.“

Aber Gaza ist nicht Deutschland. Und ein Terrorangriff ist zudem kein Weltkrieg. Aber auch er erfordert eine Reaktion. Allein schon aus Gründen der Abschreckung und daß jeder potentielle Angreifer Israels und daß jeder Terrorist weiß: Er kommt damit nicht durch. Und wie man mit Leuten verhandeln soll, die die Auslöschung Israels sich auf die Fahne geschrieben haben, ist mir ebenfalls unklar und darauf dürfte es schwierig sein, eine Antwort zu finden.

Und wer sich bei solche Vergleich auf Deutschland beruft und in Anschlag bringt, wie milde es nach solchen Verbrechen weggekommen ist und daß eben nicht die Bevölkerung ausgelöscht wurde: Es geht im Falle dieses arabischen Terrorismus der Hamas nicht darum, die Bevölkerung von Gaza auszulöschen, sondern die Terroristen und vor allem ihre Führung zu eliminieren. Ähnliches wurde auch in Deutschland betrieben. Die Führungsriege des NS-Regimes wurde beseitigt oder beseitigte sich selbst, Deutschland wurde – Gott sei Dank! – von den westlichen Alliierten besetzt und die US-amerikanisch Regierung betrieb über Jahre die sogenannten Reeducation. (Für den Ostteil Deutschlands und die Völker Osteuropas lief es unterm Sowjetjoch weniger gut)

Für die Frage der palästinensischen Araber nun Optionen durchzuspielen, fund ebenso für Gaza, Westjordanland und einen eigenen Araberstaat, ist freilich im Augenblick müßig. Ich halte mich da an ein gutes altes Sprichwort: „Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.“ Die Analysen, die ich seit Jahren in den Tageszeitungen oder in der ZEIT gelesen habe, waren am Ende Mutmaßungen, wenn Journalisten Orakel spielten und leider war es oft auch Journalistenpoesie wenn ich an Joffe oder Gisela Dachs damals denke. Und es kam meist anders als gedacht. Auf Orakel reimt sich Debakel. Niemand hätte vor einer Woche gedacht, daß die Hamas so töricht ist, in einer derartigen Weise Israel anzugreifen.

Zudem: Bei all den Fragen, wie dann im weiteren eine Lösung aussehen könnte, muß man zunächst einmal in den Blick bekommen, daß ein Großteil der Bewohner von Gaza hinter der Hamas steht. Die Arbeit der Reeducation dürfte also ungleich schwerer werden als bei uns damals in Deutschland. Und eine Besatzung ebenfalls. Deutschland im Jahr 1945 lag am Boden und war zerstört, das Land war voll von Heimatvertriebenen (die übrigens heute nicht mehr in Flüchtlingslagern leben, so wie die dritte oder vierte Generation der Araber im Libanon oder in Jordanien: sozusagen der ewige Faustpfand). Und, das ist zentral, es gibt einen Unterschied in der Fläche. Gaza ist eine zwar kleine, aber unübersichtliche Region, dicht besiedelt, mit Häusern und Hütten und unterirdischen Bunkern und auch die Moscheen werden als Terrorräume benutzt und dienen dazu, Bilder für die muslimische Welt zu produzieren, wenn israelische Soldaten dort eindringen. Zudem und wie wir alle wissen: Häuserkampf ist für das Militär eine der schwersten und verlustreichsten Operationen.

Vielleicht läßt sich die verfahrene Lage, wie auch in Deutschland, durch ein gewisses Maß an Wohlstand lösen – irgendwann einmal. Wer Coca Cola am Strand von Haifa trinkt, hat womöglich nicht unbedingt mehr Lust Menschen umzubringen. Allerdings bin ich bei all dem anerzogenen und internalisierten Haß wenig optimistisch, daß Kapitalismus die Lösung ist – und Sozialismus noch viel weniger. Wenn Opferprämien für Mütter und Familie eine Option ist, die nicht nur wegen des Geldes angenommen wird, sondern weil Märtyrertum ein gewisses Sozialprestige in der Hierarchie sichert, dann bin ich ebenfalls wenig optimistisch, was Lösungen angeht.

Und das trifft auch auf die hier lebenden Araber und Türken zu, die meinen, Terrorismus, ermordete Juden und Antisemitismus öffentlich auf den Straßen in Deutschland zu bejubeln. Es ist dieser Angriff arabischer Terroristen ein Angriff auf unser aller Freiheit und auf eine liberale Lebensform, wie Klaue richtig schrieb. und es ist auch das, was sich in Deutschland in vielen Städten auf den Straßen abspielt und was sich hier weiter abspielen wird, daß hier in unserem Land nämlich mehr oder weniger ungehindert und ohne daß es irgendwelche Konsequenzen hat, Araber eine Terrororganisation sowie den Mord an tausenden von Juden feiern, ein Angriff auf die Freiheit der Bundesrepublik. Und da reichen Lippenbekenntnisse nicht mehr aus. Wer in diesem Land Asyl oder Gastrecht genießt und es auf diese Weise mißbraucht, hat in diesem Land nichts verloren. Und wenn die Bundesregierung dieses Problem nicht angeht, dann müssen wir als Bevölkerung Druck machen. (Und nein: die AfD ist dafür ein ganz und gar ungeeigneter Partner. Man google nur Neue Rechte und Antisemitismus. Die sitzen nämlich gerade da und reiben sich die Hände, die müssen nur, die Reihen fest geschlossen, abwarten.)

Solche, die auf den Straßen jubeln und hier für die Hamas öffentlich nicht nur Werbung machen, sondern den Frieden des Landes erheblich stören, haben in Deutschland nichts verloren, dies muß man ihnen klar zu verstehen geben, etwa durch Gefährderansprachen. Und sofern solche Personen sich an solchen Protesten beteiligen, sie dort gewaltätig werden, Landfriedensbruch gar begehen und sofern sie nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, sind sie als persona non grata auszuweisen, abzuschieben oder aber in ein Abschiebegewahrsam zu verbringen. Näheres sollte das Aufenthaltsgesetz und die Paragraphen 53 und 54 regeln. Und bei doppelter Staatsangehörigkeit sollten Gesetze geschaffen werden, die diesen Leuten die deutsche Staatsangehörigkeit entzieht. Das vielfach als Mantra eingeworfene „All das geht juristisch nicht!“ überzeugt mich nach den einschneidenden Corona-Maßnahmen nicht besonders – Maßnahmen zwar, die teils zu recht getroffen, teils aber auch hart und überzogen waren, was Schulen, teils auch die Ausgangssperren und den Besuch von sterbenden Angehörigen und alten, einsamen alten Menschen in Heimen betrifft: bis heute eine entsetzliche Barbarei. In Krisenlagen jedoch geht anscheinend vieles. Und meine Vermutung geht dahin, daß diese deutliche Sprache von hier in Neukölln und anderswo lebenden Arabermigranten, Clanmitgliedern sowie den Hamas- und Hisbolllah-Fans sehr gut verstanden wird.

All das, was sich nun in Deutschland auf Straßen und auch in Schulen mit hohem arabischem und türkischem Migrantenanteil abspielt, ist vorhersehbar gewesen. Vor all dem, was sich jetzt auf den Straßen von Berlin und in anderen Städten abspielt, wurde immer wieder von verschiedenen Menschen gewarnt – auch von migrantischer und muslimischer Seite, wenn wir an Ahmad Mansour, an Seyran Ates oder an Hamed Abdel-Samad denken, aber auch Susanne Schröter und viele andere warnten und mahnten immer wieder. Sie wurden, wie so viele, als Rassisten abgetan, sie wurden angebräunt und ihre Warnungen wurden als antiislamischer Rassismus geschmäht, es wurde abgewiegelt und beschönigt.

Und noch vor wenige Wochen erinnern wir uns an den Angriff auf Constantin Schreiber in Jena. Die Solidarität bei denen, gerade aus dem Kulturbereich und im Journalismus, die ansonsten immer sehr schnell mit Haltung zur Stelle sind, viel verhalten bis gar nicht aus. Im Tagesspiegel heißt es in einem Bericht über die antisemitischen Ausschreitungen in Berlin:

„In Sicherheitskreisen wurde am Wochenende darauf hingewiesen, dass sich die Hamas bundesweit auf Tausende Anhänger verlassen könne. In namhaften Moscheen – gerade in den Berliner Stadtteilen Neukölln und Wedding – träfen sich zudem noch größere Kreise an Unterstützern der Muslimbruderschaft.

Die militanten Muslimbrüder sind eine der ältesten existierenden Islamistenvereinigungen, deren palästinensischer Ableger die Hamas ist. Wie der Tagesspiegel berichtete, stehen Berliner Clans im Verdacht, für die Hamas illegale Geldgeschäfte abzuwickeln.“

Constantin Schreiber schrieb das Buch „Inside Islam. Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird.“ Und genau das, was gepredigt wird, sehen wir nun zu einem großen Teil in den Straßen Neuköllns. Willkommen in der Wirklichkeit.

Ansonsten bringt es Ulf Poschardt in seinem Arikel „Von Migration bis Klima: Wie ein linkes Deutschland den Bezug zur Wirklichkeit verlor“ die gegenwärtigen Probleme mit einer derangierten Linken und vor allem mit einer entsetzlichen Migrationspolitik bestens auf den Begriff:

„Dass jetzt in Bayern und Hessen mehr junge Bürger AfD als die Grünen gewählt haben, ist auch schnell erklärt: Wer Kinder in der Schule hat, weiß, dass die in der S-Bahn, im Bus, auf dem Pausenhof und über einschlägige TikTok-Videos längst wahrnehmen, wie gefährlich Teile der Migrationsnaivität geworden sind. Die „Schweinefleischfresser“ werden in jeder Tonlage deutschfeindlich beleidigt.
[…]
Der Krieg gegen Israel und dessen Feier in migrantischen Milieus verdeutlichen auch, wie lächerlich es ist, „Nie wieder!“ zu schreien und gleichzeitig Flüchtlinge aufzunehmen, die, wie in Videos zu sehen, die Hamas-Barbarei bejubeln.
[…]
Die Bilder der globalen Jubelfeiern im freien Westen zeigen, dass es einen Teil der muslimischen Zivilgesellschaft gibt, der mit dem Westen nichts anfangen kann und ihn offen verachtet. Dialektisch muss es zur Willkommenskultur eben auch eine Unwillkommenskultur geben für jene Migration, die am Ende das Zusammenleben aufgeklärter, liberaler, freier Bürgerinnen und Bürger gefährdet.
[…]
Wer das Ermorden von Israelis feiert und beklatscht, sollte hier weder Asylrecht besitzen noch geduldet, sondern abgeschoben werden. Wer es in Flüchtlingslagern tut, sollte gehen müssen. Und zwar so unverzüglich wie möglich. Das ist nicht nur Teil unserer historischen Verantwortung, sondern auch ein Akt des Selbstschutzes gegen das Gift eines vulgär-mittelalterlichen, komplexiven Todeskultes, der wissen sollte, dass es für ihn kein Verständnis und keine Toleranz geben wird.“

Dem ist nichts hinzuzufügen, dieser Sicht schließe ich mich an und es wäre eine gute Aufgabe für die Politik, solches derart umzusetzen, daß es auch juristisch funktioniert. Klare Kante wird in diesem Milieu von Clans und arabischen Antisemiten gut verstanden.

Auch heute werden wieder arabische und deutsche Antisemiten von rechts wie von links in Neuköllns sich zusammenrotten, trotzdem diese Kundgebungen verboten sein werden. Ich hoffe sehr, daß die Berliner Polizei dieses Verbot mit aller Härte durchsetzen wird.