Putins Lügen- und Hetzrede im Kreml

Gegen Putins Lügen- und Hetzrede im Kreml steht Annalena Baerbocks Artikel in der ZEIT vom 1. September 2022:

„Wir müssen der Realität ins Auge blicken: Dieses Russland wird absehbar eine Bedrohung für Frieden und Sicherheit in Europa bleiben.

Dieser Satz mag hart klingen. Auch ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass dieser Krieg endlich aufhört. Dass Menschen nicht mehr bei Raketenschlägen auf Bahnhöfen sterben, dass ukrainische Kinder nicht mehr Tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt neu eingeschult werden müssen. Und dass sie ihren Vätern in der Ukraine endlich wieder um den Hals fallen können. Dieser Wunsch treibt mich an, jeden Tag. Aber dieser Wunsch allein wird der Ukraine keinen Frieden bringen.

Seit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim 2014 dachten viele, dass Putin irgendwann aufhören würde – letztlich vergeblich. Dieses Prinzip Hoffnung haben Tausende Ukrainerinnen und Ukrainer – und auch viele junge russische Soldaten, die gegen ihren Willen in diesem Krieg kämpfen – mit ihrem Leben bezahlt. Wir haben gegenüber diesen Opfern die Verantwortung zu handeln.

Was wir erleben, ist ein Zusammenprall zweier Weltbilder. Auf der einen Seite Länder, die an eine regelbasierte internationale Ordnung glauben. Auf der anderen Seite aggressiv-autoritäre Regime, die ihre eigene Bevölkerung unterdrücken und andere mit imperialen Mitteln unterwerfen wollen. Finnland und Schweden wollten nie in die Nato. Jetzt treten sie unserem Bündnis bei, weil sie Sorge haben vor Putins Russland. Was wäre es für ein Signal an autoritäre Staaten, wenn wir keine Sanktionen erlassen und keine Waffen geliefert hätten? Dass wir akzeptieren, wenn ein Regime seinen Nachbarn überfällt? Kein kleineres Land wäre mehr sicher!

[…]

Erstens: Wir lassen bei der Unterstützung der Ukraine nicht nach. Wir treten der russischen Aggression dauerhaft entgegen. Und wir machen weiter deutlich: Wer so massiv Regeln bricht, ist international isoliert. Sanktionen sind kein Selbstzweck, sondern Ausdruck dafür, dass Brutalität und Regelbruch Konsequenzen haben. Im Winter in die Ukraine einmarschieren und im Sommer seine Mannschaft zur Fußball-EM nach England schicken wollen, so als wäre nichts gewesen: Das funktioniert nicht. Wir beschneiden mit unseren Sanktionen langfristig nicht nur Moskaus wirtschaftliche, sondern vor allem auch seine militärischen Fähigkeiten.

Wir überlassen die russische Zivilgesellschaft nicht dem Würgegriff des Regimes. Deshalb wollen wir Kanäle nutzen, auf denen sich junge Menschen in Russland noch mit objektiven Informationen versorgen können. Plattformen wie TikTok oder Telegram sind dafür im Zweifel effektiver als Formate wie der Petersburger Dialog, bei denen wir auch auf staatliche Strukturen in Russland angewiesen sind.

Die russische Diaspora vernetzen wir weiter und fördern unabhängige NGOs. Wir erteilen gezielt Stipendien und Arbeitserlaubnisse und unterstützen russischsprachige Journalistinnen und Journalisten dabei, frei über Russland zu berichten. Auch die Visa-Erteilung sollten wir differenziert betrachten, statt sie komplett zu stoppen – gerade für Opfer staatlicher Repression. All dies wird Putins Weltbild nicht verändern. Aber im Falle des größten Bruchs mit internationalen Regeln, wie dem Angriff auf die Ukraine, muss die EU Farbe bekennen.

Wir schützen mit diesen Maßnahmen die Opfer der russischen Aggression – und wir schützen uns selbst: Wir machen die EU langfristig wehrhaft gegenüber Putins Russland, und wir investieren in unsere Partnerschaften weltweit.

Am 24. Februar hat der russische Krieg unsere Welt verändert. Es wird keinen Weg zurück geben. Aber es gibt einen klaren Weg nach vorn, den wir entschlossen, besonnen und solidarisch gehen müssen.“

Baebock ist eine mutige Frau und sie spricht das aus, was ist. Ansonsten bringt es Guido Rohm in einer Prosa-Miniatur gut auf den Punkt:

„Sie wohnen hier?“
„Äh, ja.“
„Ihre Wohnung ist ab sofort ein Teil unserer Wohnung.“
„Spinner.“
„Obacht, liebe Dame. Immerhin wohnen Sie nun bei mir.“
„Ich schließe jetzt die Tür.“
„Alle in unserer Familie haben dafür gestimmt, dass Ihre Wohnung künftig ein Teil unserer wird.“
„Ich rufe die Polizei.“
„Ich schließe die Tür.“
„Sie wollen mich aus meiner Wohnung aussperren?“

Aus „Wohnungserweiterung“

„Putin-Bluthund Medwedew feiert gerade auf Telegram:

„Die Wahrheit triumphiert! Das glorreiche Russland wird wiedergeboren!“

Zu sehen sind die vier Kreml-Banditen, die als Statthalter der geraubten Territorien eingesetzt werden, zusammen mit dem geliebten Führer.“ So berichtet Igor Schwarzmann.

Bleibt zu hoffen, daß diese Herren den Weg von Dugins Tochter gehen.

Neues Referendum zum Beitritt der Russischen Föderation zu den Niederlanden

Wie aus alten DDR-Zeiten bekannt, sind bei dem „Referendum“ in den von Putin okkupierten (oder besser, von den Russen orkupierten) Gebieten, dem Territorium der Ukraine, Scheinwahlergebnisse von 99,94 % zustande gekommen . Nur daß nicht einmal in der DDR plötzlich Terroristen in Uniform mit geladenen Waffen vor der Haustür der Menschen standen und durchsichtige Wahlurnen hielten, in die dann die Zettel ungefaltet geworfen werden. Dies soll sicherlich, so werden uns UFO-Freund Dirk Pohlmann, 9/11-Fabulierer Bröckers oder jener in Moskau lebende Verschwörungshetzer Thomas Röper erzählen, der besonderen Spezialoperation-Demokratie dienen, damit jeder sieht, daß es mit rechten Dingen zugehe. Und wie immer werden dann bei solchen Ergebnissen Querfrontportale wie Nach“denk“seiten und diverse inzwischen bei der AfD herausgekommene Zarenknechte von der geschichtliche Notwendigkeit solcher Aktion fabulieren – dieselben Leute, die ansonsten, wenn ähnliches die USA täten, sofort auf die Barikaden gestürmt oder zumindest in verbalen Protest verfallen wären. Man kann diesen Leuten noch so viele Fakten präsentieren, sie werden immer noch eine Hintertür finden, warum Putin gar nicht so schlimm ist.

Nun gibt es aber ein neues Referendum. Diesmal für die Russen, ob sie den Niederlanden beitreten wollen.

[Das Video wurde gefunden bei che2001]

Es geht also auch anders herum, wie Putin zeigt: Man stimmt über einen Land ab, das nicht das eigene ist und worin man nichts verloren hat. Vielleicht sollte Deutschland demnächst ein Referendum über Königsberg abhalten.

Rußland ist ein Terrorstaat

Photo: Reuters/Danish Defense Command

Es ist dieses Bild der Unterwasserexplosion in der Ostsee nahe der Insel Bornholm ein erschreckendes, und es wird sicherlich als ein ikonisches in den Jahres- wenn nicht Jahrzehntrückblick eingehen. Fast ein Bild wie aus einem Tarkowski-Film. Und es sind diese Explosionen an den Gasleitungen eine deutlich Drohung aus Mordor. Immer mehr muß man wohl, auch wegen der russischen Kriegsverbrechen auf dem Territorium der Ukraine, der Annexion des Donbas und der Terrorisierung der Bevölkerung dort mit vermeintlichen Wahlen, von einem russischen Terrorregime sprechen. Und solche Explosion ist, wie schon die Teilmobilisierung der russischen Truppen am Weltfriedenstag eines jener deutlichen Zeichen, um für den Westen und speziell einmal wieder für Deutschland le Angst zu erzeugen.

Um so wichtiger ist es, in Debatten im Freundes- und Familienkreis und auch in den sozialen Medien, wo es irgend geht, dagegenzuhalten und solchen, die berechtigte Ängste hegen, das System Putin zu erklären und daß Putin, alter KGB-Mann und KGB geschult, genau mit dieser Angst arbeitet, um um Westen zu desinformieren und Verunsicherung und eben vor allem jene Angst zu erzeugen. Man nehme, um sich vorzubereiten auf solche Debatten, unter anderem das Buch von Catherine Belton „Putins Netz – Wie sich der KGB Russland zurückholte und dann den Westen ins Auge fasste“ und ebenso (bei der bpb günstig für 4,50 Euro zu beziehen) von Manfred Quiring „Russland – Ukrainekrieg und Weltmachtträume“. Und im Blick auf Putins Desinformations- und Destablisierungskampagnen, gerade im September erschienen: Jessikka Aro „Putins Armee der Trolle: Der Informationskrieg des Kreml gegen die demokratische Welt“. [Bei Bedarf und auf Anfrage gerne eine längere Literaturliste zum Ukrainekrieg, zu Rußland und zum System Putin.) Angst ist ein schlechter Ratgeber und Wissen kann helfen, gegenzusteuern. Journalisten wie Alice Bota, Golinah Atai, Michael Thumann, Andrea Böhm haben jahrlang vor dem System Putin gewarnt und wir und so auch ich, wollten darauf nicht hönren und taten es sogar als einseitige Berichterstattung ab. Um Rückblick bleibt für mich nur zu sagen: diese Journalisten haben recht behalten. Und ebenso Marielouise Beck, die immer schon in scharfen, deutlichen und klaren Worten vor dem Verbrecher Putin gewarnt hatte. Liest man genaueres über den Aufstieg und den Weg Putins, so kann einem das Blut in den Adern gefrieren. Ich gehe inzwischen davon aus, daß jene Russki Mir, jener Neue Imperium, jener russische Imperialismus ein Projekt ist, das bereits mit Putins Regierungsübernahme 1999 ausgereift war. Seine Rede vorm Deutschen Bundestag halte ich für bloße Trickserei. Aber wie es sich hier verhält, das müssen am Ende die Historiker entscheiden.

Deshalb aber und aus diesem Grunde, um nicht zu erstarren vor Angst, tut Aufklärung derart not. Was Putin am meisten fürchtet: daß wir vor seiner Methode des Angstverbreitens keine Angst und auch keine Furcht haben. Und wieder einmal zeigt sich: wir leben eben doch nicht in einem postheroischen Zeitalter, wie es manche gerne behaupteten. Tapfere Frauen und Männer sind gefragter denn je. Und Freiheit wird leider nicht nur mit Worten verteidigt, sondern durch tapfere Menschen, die ihr Leben opfern müssen, weil ein Ungeheuer über ein anderes Land ergefallen ist und dort nun wütet. Dem dürfen wir nicht eine Sekunde klein beigeben.

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Freie und geheime Wahlen in Cherson

Und russischer Bürgerservice samt Putins Menschenfreundlichkeit: „Ist das nicht ein lobenswerter Bürgerservice, wenn das Wahllokal zu Dir kommt?“ (Waldemar Alexander Pabst). Und dazu mit durchsichtigen Wahlurnen, darin die Wahlzettel ungefaltet liegen, auch noch Soldaten, die dir freundlich zureden, was zu tun ist. Da kann dann nichts mehr falsch laufen.

Putin unternimmt nicht einmal mehr irgendwelche Anstrengungen den Charakter seines totalitär-faschistischen Regimes zu verbergen. Aber wahrscheinlich werden jene Leute hier in Deutschland, die schon auf der Krim von den freien und geheimen Wahlen schwärmten, auch hier wieder in Jubel ob solcher Demokratie ausbrechen. Verachtenswerte Gestalten. Wenn solche Leute „Freiheit“ rufen, weiß in etwa jeder, was ihn erwartet, nämlich Straflager, Knast und Nowitschok in der Unterhose. Und zu dieser Riege der Widerlinge gehören Leute wie Albrecht Müller sowie die Verschwörungshetzer Dirk Pohlmann, Ken Jebsen, Mathias Bröckers, Tom J. Wellbrock und eben all jene, die da mitlaufen. Verachtenswerte Gestalten. „Ob Mathias Broeckers als Beobachter bei den russischen Scheinreferenden in der Ukraine mitläuft (die gehen ja von Wohnung zu Wohnung), um nachher zu bestätigen, dass alles seine Richtigkeit hatte?“ So kommentierte ein Facebooknutzer treffend.

Die Lösung kann nur eine sein: jeden Kanditaten, der als Gouverneur oder Satrap für die Invasoren antritt, dahin zu befördern, wo der Teufel die Kessel heizt. Und einmal wieder zeigt sich hier, wie wichtig es ist nun endlich Offensivwaffen an die Ukraine zu liefern, um die von Russen besetzten Gebiete und den gesamten Donbas wie auch die Krim wieder zur Ukraine zurückzuholen. Putins Lebenselexier ist die Angst, die wir vor ihm haben. Ein Scheinriese. Tritt man nahe an ihn heran, ist es ein Taschenzwerg und der Mann wird wieder zu jenem Leiningrader Hinterhofschläger, der er immer schon gewesen ist.

Putin kann diesen Krieg nicht gewinnen, selbst wenn Teile der Ukraine in seinem Besitz bleiben. Jeder seiner Statthalter wird niemals seines Lebens sicher sein. Und auch nicht seine Angehörigen. Man denke an Darja Alexandrowna Dugina. Putins Rußland sitzt da als besudeltes unter den Völkern. Und wird es bleiben, solange Putin dort Despot ist.

Im übrigen bleibt es bei der Frage „Wo ist die Friedensbewegung?“

Haben wir für morgen schon den Aufruf der Friedensbewegung oder einiger ihrer Akteure zur Großdemonstration vor der russischen Botschaft in Berlin oder vor russischen Einrichtungen in Hamburg, in München und Frankfurt am Main? Diejenigen, die immer sehr laut nach dem Frieden riefen, sind mit einem Mal und klandestin leise, sehr leise geworden. Es bleibt dabei: da hat diesmal wohl der Falsche den Krieg angefangen. Hätte sich dies alles die USA geleistet: Die Straßen in den Hauptstädten Europas wären mit Menschen geflutet. In diesem Fall aber, da hüllt man sich dann lieber in den Mantel eines allgemeinen und irgendwie unverbindlichen Pazifismus, so wie Margot Käßmann in einem Gespräch mit Jakob Augstein im FREITAG.

Pazifismus ist eine feine Sache, wenn sie so ins allgemeine gesprochen wird. Wer will schon Krieg? Pazifismus muß man sich leisten können, und auf dem warmen Sofa, wenn eine Russenarmee fern ist, die vergewaltigend, plündernd, brandschatzend und mordend durch ein anders Land zieht und Verwüstungen anrichtet, dann läßt es sich gut und angenehm Pazifist sein. Am besten noch mit einer Flasche Rotwein dazu und für Leute, die unter dieser Horde leiden, Ratschläge parat zu haben. Nur eben: Wenn der Ernst des Lebens in der Gestalt von Russenorks vor der Tür steht, sieht die Sache schon anders aus. Was Käßmann für sich selbst macht, ist ihre Sache. Ich persönlich finde ihre Haltung erbärmlich und zynisch, sobald sie anfängt, jenen, die überfallen werden, Ratschläge zu geben oder zu sagen, was man politisch am besten unterlassen solle, nämlich Waffenlieferungen. Eine Armee jedoch, die das Land gegen solche Horden verteidigt, verteidigt am Ende auch Frau Käßmann mit, die eben genau davon profitiert, was ihr Pazifismus ablehnt. Würde Käßmann übrigens solche Sätze in Rußland äußern, klingelte es ein paar Stunden später an ihrer Haustür. Und hielte sie auf dem Roten Platz in Moskau nur ein Plakat hoch, auf dem nichts geschrieben steht, verschwände sie mit Pech für 15 Jahre im Lager: dies ist die Höchststrafe für solche „Verunglimpfungen“. Aber ich will jemandem wie Käßmann nichts Böses unterstellen. Im besten Fall ist es naiv. Aber das gut Gemeinte ist selten das politisch gut Gemachte. Deutlich schlimmer sind Verschwörungshetzer in Deutschland wie Dirk Pohlmann, Uli Gellermann, Tom J. Wellbrock, Albrecht Müller, Ken Jebsen sowie die Zarenknechte und diverse AfD-Abgeordnete, die ihre Redefreiheit und Demokratie mißbrauchen, um derbe Russenpropaganda zu fahren. Dieser Krieg ist auch ein Informationskrieg. Und diese von mir genannten Leute werden auch in der Krise, auf die wir im Winter vermutlich zusteueren, ihren Profit schlagen, um zu hetzen. Und damit eben desavouieren sie auch sinnvolle Kritik an manchen innenpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung. Aber das Stichwort „Preisdeckel bei Gas“ für einen Grundverbrauch ist hochmal eine andere Sache.

Hitler ist übrigens nicht durch Ghandi, sondern durch Winston Churchill und General Montgomery bzw. die britische Armee und vor allem mittels der tapferen Soldaten der US-Army wie durch die Rote Armee besiegt worden. Allerdings muß man zur Sowjetarmee immer mit dazu sagen: ohne das Lend and Lease-Abkommen der USA, darin die Sowjetunion mit Waffen, Munition, Panzern, Jeeps, LKWs, Flugzeugen, Treibstoff und sogar noch Militärstiefeln ausgerüstet wurde, wäre die Sowjetunion 1942 kollabiert. Soviel zum Pazifismus.

Und am heutigen Tag die Friedensbewegung sowie die Frage zu einem möglichen Atomkrieg

Es zeigt der heutige Tag deutlich, daß es Putin nie ums Verhandeln ging, sondern immer um eine Eskalation des Krieges und ums Einverleiben des Ostens und des Südens der Ukraine. Soviel an die Prechts und Welzers, Eidinger, Zehs und Schwarzers. Verhandeln bedeutet für Putin: Kapitulieren und daß die Ukraine einen Diktatfrieden anzunehmen habe. Um so wichtiger scheint es mir jetzt, die Offensivwaffen zu liefern, um möglichst schnell möglichst viel ukrainisches Territorium wieder zurückzuerobern. Eben das, was viele in Deutschland über Monate forderten – alledings muß dies eben im Verbund mit NATO, Frankreich und den USA geschehen.

Wo eigentlich sind heute oder am Samstag all die großen Friedensdemonstrationen der sogenannten Friedensbewegung vor der russischen Botschaft? Hätten sich genau dies, was die Russen seit Februar machen, die USA erlaubt und dazu noch mit Atomwaffen gedroht und schwere Kriegsverbrechen begangen und das nicht als Einzelfall, sondern als Bestandteil der regulären Kriegsführung, wie eben Putins Horde: Es gäbe heute, spätestens am Samstag vor der US-Botschaft eine Großkundgebung der verschiedensten linken Gruppen. So aber, ich vermute es, vielleicht weiß jemand etwas anderes: Schweigen! Und nochmal schweigen und vermutlich wieder nur eine kleine Gruppe von Ukrainern und wenige Deutsche vor der russischen Botschaft. Da hat wohl gerade derjenige einen Krieg angefangen, in dessen Arschloch ein Großteil der sogenannten Friedensbewegung hockte und immer noch hockt. Sie stinken. Und nicht nur vom Kopfe her, sondern sie haben vom Ausschaben des Putinschen Rektums noch übelriechende Hände. Wo sind die 10.000 oder 100.000 Menschen gar, die in Berlin, in Hamburg, in Fankfurt und München gegen Rußland und vor den russischen Einrichtungen demonstrieren? Hat man von ihnen schon etwas gehört? Wo sind sie? Die Friedensbewegung hatte schon 2014 fertig, als sie sich zum Werkzeug von Leuten wie Ken Jebsen, Esoterikspinnern und Rechten machte und auf der Querfront ritt bzw. der russischer Propaganda aufsaß.

Alla Leshenko hat das Gebaren Putins heute auf Facebook treffend auf den Punkt gebracht:

Da gerade erneut das Gespenst des russischen Atomschlags umhergeht und die deutsche Qualitätspresse recht wenig unternimmt, um den Bürger ausreichend aufzuklären, muss ich ein paar Dinge klarstellen.

Putin blufft. Und das aus Gründen.

Grund 1: Chinas Unterstützung bleibt aus. Im Rahmen des SOZ-Gipfels in Samarkand machten einige teilnehmende Regierungschefs (darunter Modi, Xi und Toqajew) Putin unmissverständlich klar, dass sie eine schnelle Beendigung des Konfliktes in der Ukraine (sprich Rückzug der russichen Streitkräfte) von ihm erwarten. Hinzu kommt, dass China gerade dabei ist, seinen Einfluss in Zentralasien zu erweitern. Das impliziert Versprechen, die die Sicherheit der Partner-Länder betreffen. Sprich Zentralasien vertraut nicht länger auf Russland als Garant der Stabilität in der Region.

Grund 2: Laut der MAD-Doktrin (Gleichgewicht des Schreckens) sind die USA verpflichtet, auf einen atomaren Erstschlag Russlands mit einem Gegenschlag zu reagieren. Das weiß Putin. Und Joe Biden sowie General Mark Milley sprachen neulich von einer „adäquaten Antwort“ auf einen potentiellen taktischen Atomschlag. Diese Antwort könnte die Einführung der NATO-Truppen in die Ukraine sein. Dazu hat Russland bereits vor Monaten eine diplomatische Note aus den USA erhalten, in der stand, dass die NATO-Einheiten russische Streitkräfte innerhalb von 5 Tagen aus der Ukraine vertreiben würden, falls es zu einem taktischen Nuklearangriff kommen sollte. Als „adäquate Antwort“ kann aber auch die Lieferung von ATACMS verstanden werden oder der oben erwähnte atomare Gegenangriff. Letzteres dürfte jedoch bei aktuellen Möglichkeiten der NATO und offensichtlicher Schwäche Russlands nicht nötig sein.

Grund 3: Da Putin nicht in der Lage war, einen kurzen siegreichen Krieg zu liefern, schwindet der Rückhalt in den eigenen Reihen zusehends.

Daher rate ich euch, den kühlen Kopf zu bewahren. So oder so: Russland wird diesen Krieg verlieren. Слава Україні!“

Waffen für die Ukraine!

Die beste Friedensbewegung sind Panzer und Raketenartillerie, die den Russenrotz aus der Ukraine vertreiben. Es ist eine Sprache, die gut verstanden wird. Sie ist blutig, ja, sie ist schlimm. Aber da sich nun einmal gezeigt hat, daß die Russen durchs Absingen von „Ein bißchen Frieden“, von „Sag mir wo die Blumen sind“, von „Give Peace a Chance“ nicht zu vertreiben waren, blieben nur die Waffen als einzige Option übrig. Nun sehen wir also in den letzten Tagen, wie ich es hier lange schon schrieb, wie wichtig Waffenlieferungen für die Ukraine sind und wie wichtig die Unterstützung der USA ist – denn es dürfte ein offenes Geheimnis sein, daß diese Erfolge nur mit der Unterstützung der USA und vermutlich auch der Briten möglich gewesen ist. Offensivkämpfe lassen sich nur mit Offensivwaffen führen und dazu braucht es, neben der Unterstützung durch Flugabwehr und Artillerie auch der Panzerverbände. Die russische Luftwaffe zumindest scheint ausgeschaltet.

Und zu solchem Offensivkampf gehören im Hinterland auch jene Partisanen, die die russische Logistik bekämpfen und die jene von den Russen eingesetzten Satrapen mit Bomben und Kugeln beseitigen. Und ebenso solche Leute, die aktiv und offensiv mit den Russen kooperieren. Und für alle, die nun mit moralischem Empörungsfuror rufen: „Aber das ist ja Terror!“: Etwas anderes hat die Résistance in Frankreich, hat der tschechische Widerstand (Stichwort SS-Obergruppenführer Heydrich), hat der jugoslawische, der griechische und der polnische Widerstand auch nicht gemacht, als sie sich gegen die Besatzung durch den deutschen Angriffskrieg zur Wehr setzten. Wer Länder mit einem Angriffskrieg überfällt und Länder besetzt, der muß damit rechnen, daß ein Volk zum letzten Mittel greift: dem Partisanenkrieg.

Nebenbei: es zeigen die mutigen und riskanten Aktionen dieser tapferen Frauen und Männer, die mehr als nur ihr Leben dafür opfern, weil sie nämlich, wenn sie in russische Gefangenschaft geraten, der Folter durch Russen ausgesetzt werden. Und auch für die friedlich vor sich hinschlummernde westliche Gesellschaft zeigt sich nun, wie wichtig tapfere Menschen sind. Für solche Menschen gibt es ein Wort: Helden. Und insofern: nein, wir leben nicht in einem postheroischen Zeitalter, wie wir gerade sehen und wie manche gerne suggerieren möchten. Schon gar nicht, wenn ein Land sich auf Leben und Tod gegen einen übermächtigen Feind, gegen eine Horde Russenorks verteidigen muß. Man kann von niemandem solche Tapferkeit einfordern, es ist dies eine Tugend, die man sich auf unterschiedlichste Weisen erworben hat und wozu es vielleicht auch eine gewisse Veranlagung gibt, aber man sollte diese Tugend des Mutes und des Heldenhaften nicht kleinreden oder sich gar lustig über sie machen, wie es in bestimmten Kreisen der identitären Linken geschieht, wenn da dann von weißer, heternormativer toxischen Männlichkeit geredet wird und diese Begriffskombination auf alles und nichts verallgemeinert wird.

Waffen also für die Ukraine. Das ist der Weg, und er ist richtig, wie sich zeigt. Und nun möchte man doch gerne hören, was all die Prechts, Zehs, Flaßpöhlers, Schwarzers, Welzers und die untertänigsten Zarenknechte sagen, die vor Waffenlieferungen warnten und der Ukraine rieten, sich doch besser dem Russenjoch zu beugen und stillzuhalten. All die Abwiegler. Ja, seltsam, mit genau diesen abgelehnten Waffen werden nun die blutigen Russen, die auf ukrainischem Gebiet Zivilisten ermorden, die dort foltern und die Welt mit einer Atomverseuchung bedrohen, zurückgedrängt. Daß man einen Krieg nur mit Waffen gewinnen kann und nicht mit Worten, zumal bei einem Despoten, wie dem blutigen Lurch aus Moskau, der kaum gewillt ist zu verhandeln: Dieses Wissen hätte man bereits mit einfachem logischen Nachdenken erlangen können.

Man sollte aber diese Waffenlieferungen nicht nur als Wohltätigkeit für die Ukraine nehmen. Diese Lieferungen würden, wenn sie von Deutschland her massiver noch erfolgten, indem etwa die in Lagerhallen herumstehenden alten Leopard-Panzer wieder instandgesetzt werden, auch Deutschland in einem ganz egoistischen Sinne nützen. Es ist im strategischen, wirtschaftlichen Interesse der Bundesrepublik, die Ukraine mit Waffen zu beliefern und allein aus wirtschaftspolitischen Gründen sollten alle Rüstungsfirmen ihre Fließbänder anschmeißen. Gas zu normalen Weltmarktpreisen wird es nämlich erst wieder geben, wenn Putin gestürzt ist. Und das heißt also: auch die Krim und auch der Donbas müssen wieder unter der Verwaltung der Ukraine stehen. Und mit Bananarama nochmals zu singen: „It’s for the russians a cruel, (cruel) cruel summer„.

Und mein Ceterum censeo: wann fand die letzte Großdemonstration der sogenannte „Friedens“bewegung vor der russischen Botschaft oder vor anderen russischen Einrichtungen statt? Kann mir jemand da ein Datum nennen?

Explosion auf der Krim II: schöner Reisen

Und Carlo Masala schreibt weiter:

„Und mal so. Wer während eines Angriffskrieges Urlaub auf der Krim macht, da hält sich mein Mitgefühl über deren Ängsten in extrem engen Grenzen. Und aller Wahrscheinlichkeit nach. Wären diese Menschen flüchtende Ukrainerinnen, hätten die Russen diesen Konvoi wohl noch angegriffen“

Russische Kriegsverbrechen in der Ukraine

Die hier in der Bundesrepublik lebenden Schreibtisch-Gefährten der Kriegsverbrecher – über Albrecht Müller von Putins Hausorgan, den Nach“Denk“Seiten, bis hin zu Schreibtischtätern wie Dirk Pohlmann, Ken Jebsen und Tom J. Wellbrock – wird man mit dieser frontal-Dokumentation zu russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine vermutlich nicht erreichen. Es sind Schreibtischtäter, die an Putins Morden indirekt mitwirken, indem sie ihr Geschmiere, das sie für Journalismus halten, hier als Propaganda Putins verbreiten. Aber vielleicht wird eine solche Dokumentation doch jene erreichen, die bisher am Sinn von Sanktionen und von Gassparen zweifeln: auch um zu zeigen, daß die freie Welt Rußland dieses Morden nicht durchgehenlassen darf.

Die Dokumentation „Die Straße des Todes. Kriegsverbrechen in der Ukraine“ von Arndt Ginzel ist noch bis zum 20. August in der ZDF-Mediathek zu sehen. Bitte unbedingt anschauen!

„Wenige Tage nach Kriegsausbruch liefern Drohnenvideos erste Belege für ein Kriegsverbrechen auf einer Schnellstraße vor Kiew. Reporter haben Überlebende und Angehörige der Opfer ausfindig gemacht und mutmaßliche Täter identifiziert.

Die ermittelnde Staatsanwaltschaft geht von mehr als 30 getöteten Zivilisten aus. Wer sind die Täter? Nicht alle Beweise konnten die Soldaten vor ihrem Abzug aus den nördlichen Vororten von Kiew beseitigen. In ihren einstigen Unterständen entlang der Straße entdecken Reporter verräterische Dokumente. Es sind Formulare, in denen die russischen Soldaten den Empfang von Waffen und Munition gegengezeichnet haben. Die Spuren führen zur 5. Motorisierten Garde, Einheit: 46108.

„frontal“ dokumentiert erstmals ein Kriegsverbrechen an ukrainischen Zivilisten mithilfe von Zeugen, Opfern und Dokumenten. Die Spuren führen zu einer berüchtigten russischen Armee-Einheit.“

Hier der Link zur Sendung:

https://www.zdf.de/politik/frontal/dokumentation-die-strasse-des-todes-kriegsverbrechen-in-der-ukraine-vom-7-juli-2022-100.html

Buscha_Irina Abramova musste erleben, wie russische Soldaten ihren Mann erschossen_GIORGOS MOUTAFIS

„Postkarten aus der Ukraine“: Putins Tote, Putins Krieg

„The project “Postcards from Ukraine” aims to record and demonstrate the damage caused to the Ukrainian culture by the Russian troops as a result of the bombings and shelling during the full-scale war that Russia launched against Ukraine on February 24th, 2022.

Since Russia’s full-scale invasion of Ukraine began, the Russian troops have been destroying our country’s historical, architectural, and archaeological monuments every day. The Russian military are cynically and ruthlessly shelling museums, memorials, university buildings, cinemas, dropping rockets on churches, temples, cathedrals, TV towers, and monuments. Russia is not just destroying Ukrainian cities and villages, but is systematically destroying Ukraine’s cultural heritage, which dates back thousands of years.

Today, more than ever, we need solidarity and support from the international community.

Tell the world about the destruction of Ukrainian culture. Everyone can make a huge difference and deprive Russia of this lever of influence, regardless of location. Distribute postcards on social networks, send them to those persons who have influence and their voice.

The project was developed by the Ukrainian Institute with the support of the USAID project and in cooperation with the creative agency Green Penguin Media. We also thank Oleksandr Vynohradov and Yulia Hrubrina for expert consultations on the project.

Use the hashtag #PostcardsFromUkraine

„The building, which until recently housed the Literary Memorial Museum of Hryhorii Skovoroda, was built in the 18th century. The museum was founded here in 1972. Its first two rooms were dedicated to the biography and works of the thinker, and the third one — to the memory of the philosopher. The memorial room (‘quiet cell’), where Hryhorii Skovoroda lived and died, was also open to visitors.

The exhibition presented a variety of materials: publications of the philosopher’s works, scientific literature and fiction about him, his favourite books of ancient, medieval, modern philosophers and poets, ethnographic objects, paintings dedicated to him, graphics, and sculptures. Some personal belongings of the folk sage were also preserved here. The grave of the philosopher is not far from his house.

On May 7, 2022, Russian army shelled the roof of the building, and the fire engulfed the entire museum. The 18th century building, which was initially a home for guests at the manor of the Kovalivski landowners, home for Hryhorii Skovoroda and preserved the memory of his last years of life, has now become a memory itself.“

All das ist unendlich traurig, nicht nur all die toten Menschen und die zerstörten Familien, Mütter, die um ihre Töchter und Söhne weinen: Töchter und Söhne, die nun tot und von Russen ermordet sind, weil sie in den Streitkräften der Ukraine dienen und weil sie ihr Land gegen einen barbarischen Überfall verteidigten, sondern auch die Zerstörung von solch schönen Gebäuden wie dem Memorial Museum of Hryhorii Skovoroda und vielen anderen für die Kultur der Ukraine wichtigen Gebäuden.

Rußland geht es darum, gezielt die ukrainische Kultur auszulöschen – nicht nur durch das Zerbomben von solchen für die Ukraine bedeutsamen Gebäuden, sondern auch durch Umerziehung, Drangsalierung und Mißhandlung der Ukrainer in den okkupierten Gebieten. Während hier in Deutschland irgendwelche „Intellektuellen“ offene Briefe unterschreiben und Lars Eidingers Schwafelpazifismus absondert. Es ist zum Kotzen und man müßte diese Leute in ihre eigene Scheiße tunken, die sie seiern. Abstellen aber kann diesen Krieg allein Putin. Indem er sich aus der Ukraine zurückzieht – und zwar komplett. Und es steht jenen Deutschen, die ansonsten nicht ein Stück von ihrem eigenen Kuchen, von ihrem Wohlstand irgendwie nur abgeben wollen, ganz und gar nicht an, den Ukrainern zu raten, daß sie doch bitte auf Teile ihres Landes verzichten sollen. Hinzu kommt: Wenn Putin irgend etwas verspricht, so ist es nicht das Papier wert, auf dem es niedergeschrieben wurde.

Hier findet sich im übrigen die Homepage dieses Projekts und man kann sich verschiedene Postkarten ansehen, auf denen die Zerstörungen durch die russische Armee beim Krieg gegen die Ukraine dokumentiert sind.

https://ui.org.ua/en/postcards-from-ukraine/