Die Tonspur zum Abschied: Meat Loaf

Der Tod von Meat Loaf ist eine sehr traurige Nachricht. Denn das waren die Songs unserer Kindheit, so kurz vor der Pubertät. Au weia. Da werde sogar ich ein wenig traurig. Ich habe ihn nicht dauernd gehört, aber es war, was das Emotionale betrifft, eine beeindruckende Musik. Vor allem erinnert sie mich an unsere Rabaukenzeit als Jungs. In der Schule in der Pause mit dem Riesengeodreck für die Tafel und dem riesigen Matheholzzirkel Demogewalt nachspielen: Schlagstock und Schild. Stühle wurden zu Wurfgeschossen. Auch an solche Seltsamkeiten erinnert mich diese Musik. Wir waren wohl früher doch nicht so brav. RIP Meat Loaf.
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Nachtrag: Das Geodreieck zerbrach mir bei einem besonders hart geführten Polizeieinsatz. Der Kumpel und ich mußten also, das war die Strafe des Klassen- und Mathelehrers, in einem Schulbedarfsfachgeschäft ein solches Dreieck nachkaufen. Der Kauf war ziemlich teuer und peinlich irgendwie auch. Und auch die Mutter war nicht wirklich angetan beim Bericht des Lehrers über die Einsatzbereitschaft ihres Sohnes, die sich nur eben leider nicht, wie Mutter es sich erhoffte, in guten Mathenoten zeigt. Die Zeile aus Funny van Dannens „Gwendolyn Kucharsky“ „Du warst gut in Mathe ich in Philosophie“ traf in gewisser Weise auch auf mich und eines der Mädchen zu. Nur war ich aufs Schlechtsein in Mathe nicht wirklich stolz. Ich hatte nur keinen Sinne dafür und hätte lieber einen anderen Lehrer bzw. eine andere Schulform, die mir Mathe begreiflicher gemacht hätte. Aber das führt jetzt ein wenig ab von Meat Loaf und den Erinnerungen an ihn und an diese schönen Jahre.

Ruhe in Frieden.

Adventskalender 2021

Jetzte fällts mir ein: Adventskalender. 24. Songs, die mir im Leben bisher gut gefielen. Ich hole zu Mitternacht noch den 2. Dezember nach. Und da ist das erste Stück: DIE STERNE, von 1997, aus einer anderen Zeit, als wir noch jung, glücklich und dürr waren und der Wein in Bars noch günstig und als es im Deutschen Schauspielhaus nach der Abendarbeit nach 24 Uhr jene begehrten Taxischeine gab, die uns irgendwo hin in die Nacht brachten. Mit der süßen Esther oder mit sonstwem. Oder trunken nach Hause. „Warst du nicht glücklich?“

[PS: Damit der Blog nicht mit Musikvideos verstopft, werden die übrigen Türchen hier in den Kommentar gepostet.

France Gall zum 74. Geburtstag – Die Tonspur zum Sonntag

France Gall haben in den 1960er Jahren meine Eltern bereits auf den Partys gehört und auch ich höre das bis heute gerne, und wer die kürzlich verstorbene wunderbare Françoise Cactus kennt und ihre Art, diese Form von Chanson in deutsch wieder aufzugreifen, der dürfte spätestens ab diesem Punkt davon ausgehen können, daß solche Musik nicht einfach nur ein Kleinmädchengesang ist, sondern ganz im Gegenteil eine subitle Form von Spiel mit Rollen. Und auch vom Sound, von der Melodie her ist diese Musik ganz und gar wunderbar und sehr französisch, so daß ich am liebsten im geilen Peugot 404 Cabriolet abends durch die Stadt mit ihren Lichtern fahren möchte. (Mit Dank an Sara Rukaj, wo ich den Hinweis zu France Galls Geburtstag heute auf Facebook fand.)

Anbei unten im Link jenes schöne Video „Haifischbaby“ von 1967. Von France Gall.

Die Tonspur zum Sonntag – Rammstein (1)

Als Tonspurprojekt, einen oder zwei Monate lang: Jede Woche ein Rammstein-Video. Weil Rammstein von der Performance und in der Bild-Musik-Tonspur eine der besten Bands ist. Für Deutschland erstaunlich. Choreographie und Gewalt, Musik, Melodramatik und Persiflage. Hier und heute: Interventionseinsatz mit Kosmopolit-Reisebüro.

Die Tonspur zum Sonntag – Freundschaft heißt Druschba

„Während des Augustputsches in Moskau vom 19. bis 21. August 1991 versuchte eine Gruppe von Funktionären der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), die sich als Staatskomitee für den Ausnahmezustand bezeichnete, den Präsidenten der Sowjetunion Michail Gorbatschow abzusetzen und das Land unter ihre Kontrolle zu bringen.“ (Wikipedia)

Dies freilich glückte nicht und so kam der Trunkenbold Jelzin an die Regierung und verscherbelte das Land.

Wer je einmal im Flugzeug in den Urlaub reiste und ein paar Reihen vor oder hinter sich ein plärendes Blag samt unerzogener Eltern sitzen hatte, die nicht begreifen, daß man mit Kleinkindern nicht fliegt, sondern Urlaub in der Heimat macht, wird viel Freude an diesem schönen Lied von Till Lindemann haben.

Auftaktmusik – Sommersound

Musik von vor über 20 Jahren hören, um ein kleines Blog-Feuilleton über DEN Sommerhit von 2001 zu schreiben und mich am Duettgesang dieser Stimmen der Band „Viktoriapark“ im schönen Ton, am klugen Text und tanzbar zu inspirieren, um gar nicht so recht zu bemerken, daß dies eigentlich auch einer DER Sommerhits ist, der bis heute gilt – so etwa, wenn die Frau Wunder-Bersarin-Rat-Pack durch Berlin oder Leipzig wütet, küßt und zetert. Meine erste Berlinzeit: 1999, „Wir sind so genial“ (Viktoriapark):

„Das ist jetzt schon drei Jahre her,
wir war’n lang‘ nicht mehr hier, uns kennt keiner mehr
und ist es nicht schön, wie wir untergehen,
an den Ufern der alten Tagträumer-Seen“

Wir Melancholiker von Vergängnis, Verhängnis und der Ästhetik des Untergangs delektieren uns an Klang, Melodie und Text. Auch im sanften Pop. So genial verlogen. Wunderbar.