Heiliger Abend und dritter Weihnachtsbuchtip

Während meines Studiums der Literaturwissenschaft Anfang der 1990er Jahre belegte ich einige Seminare auch zum Theater. Unter Theater, zumindest im europäischen Sinne, so dachte ich mir bis zu diesem Zeitpunkt, stellte ich mir ein Geschehen vor, wo Menschen auf einer Bühne stehen und etwas aufführten und in irgendeiner Form eine Geschichte oder Szenen darboten. In diesem Seminar nun begegnete mir eine schon etwas betagtere Studentin aus Persien. In meinen Augen eine alte Frau, vielleicht 60 Jahre, und sie erzählte uns vom Puppentheater. Ich fand das zunächst – auch im Zusammenhang der Texte von Erika Fischer-Lichte, die wir bearbeiteten –, seltsam und dachte, dies sei irgendeine spinnerte Alte, die sich auf ihre alten Tage an der Universität als Student noch einmal verwirklichen wollte. Doch wie sie von diesem persischen Puppentheater erzählte, von den Figuren, dem Spiel der Puppen, den Kostümen, der Bühne, der Inszenierung: da wurde all das plötzlich ganz lebendig und anschaulich und wo ich zunächst dachte „Was für ein Quatsch und Kinderkram!“, da bemerkte ich einen hohen Ernst und eine Schönheit der Sache und wurde neugierig – nur aus der Erzählung der Alten heraus und wie sie dieses Theater und dessen Idee schilderte. Das ist Kunst, dachte ich, und eine höhere vielleicht als all unsere selbstzufriedenen Bühnenaufführungen, wo oftmals Jungregisseure unnütz Geld verprassen und dabei doch das seit Jahren bekannte Einerlei darboten. Die 10.000ste Provokation, die lange schon nicht mehr provoziert. Oder wie es Hans Magnus Enzensberger bereits 1962 schrieb: „Eine Avantgarde, die sich staatlich fördern läßt, hat ihre Rechte verwirkt.“ Man ist angekommen, man ist arriviert. Nicht so dieses herrliche Puppentheater.

Diese Geschichte fiel mir ein, nachdem ich vor einigen Wochen Thomas Hettches Roman „Herzfaden“ gelesen hatte. Er handelt von der Geschichte der Augsburger Puppenkiste, von ihrer Gründung in den Kriegsjahren und zugleich wird aus der Gegenwart eine Geschichte parallel geführt. Wer Urmel, Lukas, Jim Knopf, Kalle Wirsch und all die anderen Puppen mag und wer überhaupt diese Augsburger Puppenkiste schätzt, wird in diesen Roman verliebt sein. Er ist stellenweise berührend schön in seiner Sprache und der Art, wie diese Geschichte erzählt wird. Hettche schafft es, eine Intensität herzustellen und wie ein guter Marionettenspieler erreicht er eben genau jenes Herz des Lesers bzw. des Zuschauers, so daß die Marionette ganz und gar lebendig erscheint. Eben jener Herzfaden, der zentral ist, weil er der Marionette Leben einhaucht. Ganz und gar große Literatur – auch deshalb weil sie nicht nur von Puppen, sondern von uns Menschen und von der Welt des Theaters handelt. Solche Poesie und Intensität paßt vorzüglich auch zum Heiligen Abend. Da wird in Augsburg Hänsel und Gretel aufgeführt, Geschichten werden für die Puppenbühne adaptiert. All das in ganz und gar finsteren Jahren: Krieg nämlich und auch die Auslöschung der Juden in Augsburg. Da ist der ehemalige Theatermann und der neue Gründer der Puppenkiste Walter Oehmichen, dem das Theaterspielen verboten ist und vor allem seine ganz und gar begeisterte, von der Idee der Puppenstube angefixte Tochter Hatü (Hannelore Oehmichen), die nicht nur die Puppen spielt, sondern sich auch zur Marionettenschnitzerin ausbilden läßt. Von klein auf an ist diese Welt der Marionetten Hatüs Welt.

Ein schöner, ein stiller und doch eindringlicher Roman. Vor allem schafft Hettche es – wie schon in „Pfaueninsel“ – eine Zeit anschaulich zu machen: hier die des Nachkriegsdeutschlands und die Zeit des deutschen Faschismus. Frei nach Faulkners berühmten Satz „Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen“ ragt all das Geschehene – auch mittels unserer Fernseherinnerungen – bis in die Gegenwart und daß diese deutsche Geschichte und diese Geschichten, die zugleich unseren Vorrat an Kindheitserinnerungen ausmachen, nicht vergessen werden, dafür sorgt Hettches Puppengeschichte mit Hatü, dem Mädchen, und Hatü als alte, aber bereits tote Frau auf dem Dachboden des Puppentheaters, mit all den Marionetten, dem Hänsel und Gretel, Jim Knopf, Kalle Wirsch, Urmel, dem Storch und vor allem dem armen, traurigen und böse gewordenem Kasper. Auch die Gestaltung des Buches ist klug gemacht. Zwei Geschichten werden parallel erzählt: eine aus der Vergangenheit, die ist in blauer Schrift gedruckt, und eine aus der Gegenwart in roten Lettern. Rot steht dabei für den Vorhang des Menschentheaters; rot ist das Blut der lebensechten Schauspieler. Blau dagegen steht für die wunderbare Welt der Marionetten: der Vorhang eines Marionettentheaters darf nicht rot sein, so Hatüs Vater. Und dazu ein blauer Umschlag und darunter ein roter Leineneinband. Das tote Holz ist und soll in der Erinnerung lebendig werden.

Von solchem Theater der Puppen und ihrer Welt und ebenso von der Menschenwelt, die diesem Reiz erliegt, handelt „Herzfaden“. Es gibt Bücher über die Nazizeit, den Weltkrieg und die Nachkriegszeit, die können vielleicht erst aus gehörigem Abstand heraus geschrieben werden. Thomas Hettches Roman „Herzfaden“ ist solch ein Buch.. Assonanzen zu Kleists Schrift vom Marionettentheater und der Frage der Anmut sind dabei gewollt. Ein wunderschönes Buch, auch um sich daraus an den Weihnachtsfeiertagen vorzulesen.

Thomas Hettche, Herzfaden. Roman der Augsburger Puppenkiste, Kiepenheuer und Witsch Verlag 2020, gebunden 288 Seiten, ISBN 9783462052565, EUR 24,00 EUR

Im übrigen wünsche ich den Leserinnen und Lesern von AISTHESIS ein frohes Weihnachtsfest sowie angenehme Weihnachtsfeiertage, und zwar diesmal mit einem der schönsten und mir liebsten Advents- und Weihnachtlieder. 

Drei Weihnachtsbuchtips für die stillen Tage: Sebastian Ostritsch „Hegel. Der Weltphilosoph“ (2)

Gar nicht groß soll hier zum Ausklang des Hegeljahres dessen Philosophie noch einmal gewürdigt und auch nicht gezeigt werden, weshalb dieses Denken und die mit ihm verbundene Dialektik als Beweglichkeit und Liquidwerden einer Sache wie auch des Denkens selbst und damit als Autoreflexivität wichtig sind. Sondern es stellt sich, wie so oft bei der Lektüre von scheinbar komplexen philosophischen Texten, die alte Frage: Wie anfangen? Wie mit Hegel anfangen, wie kann man als Neuling beginnen? Dem Aspekt also, dem Hegel in seiner „Wissenschaft der Logik“ ein ganzes Kapitel widmete: „Womit muß der Anfang der Wissenschaft gemacht werden?“ Die Frage nach dem Prinzip und dem Grund also, die Frage des Anfangs.

Diese Frage nach dem Prinzip und dem Anfang greift auch einen Hinweis Friedrich Wilhelm Joseph Schellings auf, den er in einem Brief vom 6. Januar 1795 an Hegel schrieb und darin die ganze philosophische Bewegung eines kommenden Zeitalters bereits angedeutet liegt: „Die Philosophie ist noch nicht am Ende. Kant hat die Resultate gegeben: die Prämissen fehlen noch. Und wer kann die Resultate verstehen ohne die Prämissen?“ Diese Prinzipien zu finden, darin bestand fortan die  Arbeit des sogenannten Deutschen Idealismus. Fichtes erste Wissenschaftslehre von 1794, die nach der kantischen einer weiteren Revolution gleichkam, kann als einer der ersten Versuche gelten. Es sollten sich viele weitere anschließen. Über Schelliings Frühschriften bis zur ersten großen Syntheseleistung Hegels in seiner sogenannten Differenzschrift: „Differenz des Fichteschen und Schellingschen Systems der Philosophie in Beziehung auf Reinhold’s Beiträge zur leichteren Übersicht des Zustands der Philosophie zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts“. Eine weitere Auftaktschrift gleichsam in einem an Denk- und Tathandlungsrevolutionen nicht gerade armen Zeitalter des ausgehenden 18. und des aufgehenden 19. Jahrhunderts, wo Hegel Zeitgenosse war. Und so konnte Friedrich Schlegel 1798 im Athenäumfragment 216 schreiben:

„Die Französische Revolution, Fichtes Wissenschaftslehre, und Goethes Meister sind die größten Tendenzen des Zeitalters.“

Um in seiner Vorlesung zur Transzendentalphilosophie im Jahre 1800 in Jena zu sagen:

Die Fichtische Philosophie geht auf das Bewußtseyn. Die Philosophie des Spinoza geht auf das Unendliche.“
 
Dies in etwa ist eine der Konstellationen der Zeit, in der Hegel wirkte.

Wer zum ersten Mal vor Hegels Werk steht und nicht das Glück hatte, in einem guten Philosophieunterricht an der Schule in die Texte geführt zu werden, hockt meist stumm und überwältigt vorm Bücherblock. Denn es türmt sich ein Gebirge vor einem, das die Wucht nicht etwa der Alpen, sondern des Himalaya besitzt. Lesen benötigt nicht nur Kraft und die Fähigkeit zum Verständnis, sondern ebensosehr Zeit, wenn man sich denn auf die Wanderung begeben will, und es ist zugleich so, daß kein Sekundärtext die Lektüre der Primärtexte ersetzen kann, so wie der beste Bergfilm eines Arnold Fanck einem nicht die Erfahrung einer Bergwanderung nahebringt. Wer die Primärtexte nicht versteht wird auch die Sekundärtexte am Ende nicht begreifen, wie mein Lehrer Gerhard Kleining es uns Studenten damals beibrachte. Dennoch gibt es Philosophen, wo es angeraten sein kann, sich nicht sogleich und alleine in den Text zu stürzen – etwas anderes sind Lesekreise und Arbeitsgruppen, wo Menschen sich gemeinsam einen Text erschließen, am besten unter Anleitung eines kompetenten Lesemeisters. Zen oder Katholizismus lernt man auch nicht, wenn man vor sich hin auf den Boden starrt oder sich in eine Kreuzigungsszene versenkt.

Philosophische Einführungen zu Hegel gibt es unzählige. Von Dietmar Dath stellenweise lesenswert und gewitzt der 100-Seiten-Band zu Hegel (bei Reclam erschienen). Kann man nehmen, das Buch macht Lust auf Hegel, bietet aber weniger eine systematische Einführung in Hegels Philosophie und in die Probleme der Zeit, auf die, siehe das Schelling-Zitat, Hegel unmittelbar reagierte, sondern eher geht das Buch von Daths eigener Leseerfahrung aus und schlägt von dieser her den Bogen zu Hegel. Und von Patrick Eiden-Offe ist jüngst bei Matthes & Seitz erschienen „Hegels Logik lesen“. Darin beschreibt Eiden-Offe ein Experiment, nämlich eine Lektüre-Erfahrung und ein Exerzitium: als Nicht-Hegel-Kenner und als Novize im trüben Berliner Winter jeden Morgen eine Stunde in Hegels Logik zu lesen, ohne Sekundärtexte und irgendwelche Kommentare und alles zu vergessen, was man so an Doxographischem über Hegel gelesen und gehört hat. Eine rein textimmanente Lektüre also. Ob solche konstruierte Immanenz eines Wissenschaftlers, der am Ende eben doch mit Vorwissen aus dem Außen kommt, wirklich funktioniert, sei dahingestellt.

Ebenfalls in diesem Jahr erschienen ist Sebastian Ostritschs Buch „Hegel. Der Weltphilosoph“. Ich empfehle es nicht nur Anfängern eindringlich, sondern auch Fortgeschrittenen. In Ostritschs Darstellung von Hegels Philosophie wie auch seines Lebens bekommen nicht nur jene, die noch nicht viel mit Hegel in Berührung kamen, sofort bei der Lektüre des Buches Lust, Hegel selbst zu lesen, sondern auch die, die lange nicht mehr sich mit Hegel beschäftigten. Barthesʼ Wendung von der „Lust am Text“ trifft auf Ostritschs Buch unbedingt zu: selbst für Hegelkenner ist das Buch noch mit Gewinn zu lesen.

In einem gewissen Sinne geht auch Ostritsch – wie Dath und Eiden-Offe – von seiner eigenen Leseerfahrung aus: Ostritsch schreibt voll Emphase und man merkt dem Buch die Freude an, die der Autor an Hegel hat. Ostritsch würde vielleicht nicht so weit gehen wie Klaus Vieweg in seiner Hegel-Biographie, der sich gleichsam als Hegels Bruder sieht, aber auch bei Ostritsch bemerkt man, wie wichtig Hegel als Denker ist – und zwar nicht bloß historisierend, sondern genauso auf die Gegenwart bezogen. Denn Philosophie ist immer auch das Erfassen der eigenen Zeit im Denken und dabei kommt man um Hegel nicht herum – was im Umkehrschluß nicht bedeutet, Hegelianer zu werden. Wer Hegelianer ist, hat Hegel nicht verstanden, könnte man ebenso als Sentenz in den Aphorismus bringen.

Ostritsch setzt dabei in seinem Buch Wegmarken und Orientierungen, ohne eine doxographische Lesart zu etablieren, Hegel sei nun dies oder er sei nun das. Er bemüht sich nicht um eine künstliche Aktualisierung Hegels, indem er auf Aspekte gepreßt wird, aber er unterschlägt auch nicht, wie bedeutsam bis heute eine Philosophie ist, die auf das Ganze und damit auch auf das eigene Denken abzielt, das es zu denken gilt – freilich ohne, daß Hegels Philosophie dabei, wie ihr unterstellt wird, abschlußhaft sei. Gerade weil sie die Geschichte und damit das Geschichtliche am Menschen mitdenkt, entstehen immer wieder neue Weisen des Wissens, die Gegenstand der Philosophie werden können, und zwar nicht einfach nur als Bindestrichsoziologie oder als Genitivphilosophie.

Ostritsch erklärt in den jeweiligen Kontexten die hegelschen Begriffe wie Verstand, Vernunft, Wissen, Dialektik, Kunst, Glauben, Geist, Absolutes, Spekulatives. Es werden die einzelnen Hauptwerke wie „Phänomenologie des Geistes“, „Wissenschaft der Logik“, die Enzyklopädie und die Rechtsphilosophie wie auch Hegels Vorlesungen erläutert und ebenso die zeitgeschichtlichen Umstände, in denen Hegel wirkte.  Auch wenn der Umfang eines Buches kein Kriterium für selbiges abgeben sollte: aber diese niemals sich in den Jargon ergehende Einführung geschieht auf einem übersichtlichen Format, so daß, wer Lust hat, sich mit Hegel zu befassen, rasch eine Orientierung bekommt. [Für alle, die dann ins Detail, also in Hegel selbst, einsteigen wollen und parallel zur Hegellektüre sich weiter in Hegels Denken vertiefen wollen, sei von Thomas Sören Hoffmann empfohlen „Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Eine Propädeutik“ (matrix Verlag). Eine ebenfalls vorzügliche Einführung, die sehr detailreich Hegels Philosophie nahebringt, ohne in einen kruden Hegelianismus zu gleiten oder hagiographischen Bestrebungen zu huldigen. Und wer es spannend erzählt haben möchte über Hegels Leben, der greife zu Klaus Viewegs und Jürgen Kaubes Hegelbiographien.]

Es gibt eine Vielzahl an Einführungen zu Hegel. Doch Ostritschs in diesem Frühjahr erschienenes Buch ist die bisher beste Einführung, die ich in Hegels Denken gelesen habe. Sie ist geistreich und doch an der Sache orientiert geschrieben; und es ist der ideale Einstieg in Hegel, um dann freilich sofort mit Hegel selbst zu beginnen. Oder vielleicht umgekehrt: Einfach als Hegel-Test mit der Vorrede und der Einleitung der „Phänomenologie des Geistes“ (1807 erschienen) beginnen – ich halte diese beiden Texte immer noch für den besten Einstieg – und vielleicht dazu den Aufsatz „Wer denkt abstrakt?“ lesen: ein teils literarischer und teils hoch komischer Text, der unter anderem auf dem Marktplatz von Bamberg spielt, wenn da die Hökers- und Eierfrau auftaucht:

„Alte, ihre Eier sind faul, sagt die Einkäuferin zur Hökersfrau. Was, entgegnet diese, meine Eier faul? Sie mag mir faul sein! Sie soll mir das von meinen Eiern sagen? Sie? Haben ihren Vater nicht die Läuse an der Landstraße aufgefressen, ist nicht ihre Mutter mit den Franzosen fortgelaufen und ihre Großmutter im Spital gestorben, – schaff sie sich für ihr Flitterhalstuch ein ganzes Hemd an; man weiß wohl, wo sie dies Halstuch und ihre Mützen her hat; wenn die Offiziere nicht wären, wär jetzt manche nicht so geputzt, und wenn die gnädigen Frauen mehr auf ihre Haushaltung sähen, säße manche im Stockhause, – flick sie sich nur die Löcher in den Strümpfen! – Kurz, sie läßt keinen guten Faden an ihr. Sie denkt abstrakt und subsumiert sie nach Halstuch, Mütze, Hemd usf. wie nach den Fingern und anderen Partien, auch nach [dem] Vater und der ganzen Sippschaft, ganz allein unter das Verbrechen, daß sie die Eier faul gefunden hat; alles an ihr ist durch und durch mit diesen faulen Eiern gefärbt, dahingegen jene Offiziere, von denen die Hökersfrau sprach – wenn anders, wie sehr zu zweifeln, etwas daran ist -, ganz andere Dinge an ihr zu sehen bekommen mögen.“ (Hegel, Wer denkt abstrakt)

Hegel lebte zu der Zeit, als er diesen Text 1807 schrieb, in Bamberg und arbeitete als Redakteur bei der „Bamberger Zeitung“, aus Jena kommend, der Stadt der Philosophie damals. Der Aufsatz Hegels aus Bamberg beginnt übrigens wie folgt und er beginnt mit der Sache selbst, mit dem nämlich, was wir alle unterschiedslos tun und beständig machen:

„Denken? Abstrakt? – Sauve qui peut! Rette sich, wer kann! So höre ich schon einen vom Feinde erkauften Verräter ausrufen, der diesen Aufsatz dafür ausschreit, daß hier von Metaphysik die Rede sein werde. Denn Metaphysik ist das Wort, wie abstrakt und beinahe auch Denken, ist das Wort, vor dem jeder mehr oder minder wie vor einem mit der Pest Behafteten davonläuft.“

Diese vermeintliche Abstraktheit nicht nur philosophischer Begrifflichkeit aufzubrechen, sondern auch die Hegelsche Philosophie einsichtig zu machen, dazu trägt Ostritschs wunderbare Einführung einiges bei. Abstrakt ist eben auch das, was allzu konkret an die Sachen sich klammert und nicht über den eigenen unmittelbaren Horizont hinauszublicken und die eigene Bestimmtheit noch mitzudenken vermag, wie das Beispiel der Hökersfrau zeigt. 

Sebastian Ostritsch: Hegel. Der Weltphilosoph, Propyläen Verlag 2020, 320 Seiten, ISBN 9783549100158, EUR 26,00

Drei Weihnachtsbuchtips für die stillen Tage: Ute Cohens „Poor Dogs“ (1)

Wer einen Blick in die Welt des modernen Shareholder Value-Kapitalismus der 1990er Jahre werfen will und wer dazu noch über die besinnlichen Tage sich etwas Aufregung gönnen über die Verwerfungen von Macht, Sex, Liebe und Einfluß, nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch erotischer Natur lesen will, der greife zu Ute Cohens zweitem Roman „Poor Dogs“. Der Roman taktet gleich zum Anfang mit Konkurrenz auf: zwei Weiber, ein Typ, André nämlich, Protagonist des Romans, und Eva, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, sowie die blonde Tschechin Dana. Man begegnet sich pikanterweise in einem Hotelzimmer, darin Eva nackt in einem Bett liegt und darin jene Dana hereinstürmt. Nun sind alle drei gleichermaßen pikiert und peinlich berührt, jeder auf seine Art.

Aber wie das so ist, wenn man rational die Dinge strukturiert oder sich zumindest den Schein des Rationalen inmitten der Verzweiflung geben will: Eva reagiert mit einer sogenannten paradoxen Intervention und ruft alle Beteiligten, wie das in der Wirtschaft üblich ist, zu einem gemeinsamen Meeting, um die Angelegenheit zu klären. Und genau in diesem Milieu solcher Unternehmenskultur, die alles Menschliche und auch das Nichtmenschliche der Warenwelt als eine Sache der Verhandlung und Verwertung sieht, spielt der Roman „Poor Dogs“. Es ist die Welt der Wirtschaft und der großen Unternehmensberatung, es ist der Finanzkapitalismus jener Jahre vor dem großen Crash 2008: gleichsam wie wir wurden, was wir sind. Oder wie es in dem Roman heißt: „Ficken oder gefickt werden, das ist hier die Frage!“ Und das ist durchaus im doppelten Sinne zu verstehen. Die „Poor Dogs“ sind dabei in der Sprache dieser Art von Wirtschaft die Verlierer. Und wer will in diesem Leben schon ein poor Dog sein? „Hammer oder Amboß?“ so pflegten früher die Revolutionäre zu sagen. Und das gilt erst recht für die andere Seite. Keine Schwäche zeigen.

Vor allem André will ganz und gar kein Verlierer sein, André ist rational – auf seine Weise, so wie es Narzißten sein können, die die Dinge zu ihrem persönlichen Vorteil abmessen und deren Lebensprojekt einem einzigen großen Plan folgt: dem großen Ich. Seine Rationalität ist instrumentell. André taxiert Menschen und Dinge nach ihrem Wert, dem Wert für ihn nämlich. Der Begriff der Wertschätzung erhält hier gleichsam eine weitere Wendung:

„Eva, Ariane und Swetlana fügten sich in ein Portfolio, das sich perfekt zur Gewinnmaximierung eignete. Evas Labilität verhinderte zwar, dass er sie längerfristig als stabilen Faktor einkalkulieren konnte. Zumindest aber gelang es ihr, sich vom Poor Dog zum Question Mark aufzuschwingen. Sie musst sich jedoch noch bewähren als Ehefrau und Mtter. Ariane wiederum war die Cash Cow par exellence.“

Menschen werden zunächst eingeteilt und dann erst geliebt. Wenn überhaupt. Und passen sie nicht mehr ins Portfolio, werden sie entsorgt, wie Dana. Oder benutzt wie Ariane und Eva. Frauen als Aktienpakete und Anlagemöglichkeit, um gegebenenfalls die eigenen Skills zu steigern. Ob Frau oder Unternehmen: es müssen die Zahlen stimmen. Verdinglichtes Denken par excellence.

André stammt aus gutem jüdischem Hause, der Vater ein glühender Mitterand-Sozialist und ein Laizist, und der Sohn wechselte ins andere Lager: das des Shareholder Value- Kapitalismus, der Unternehmensberatungen, der Rating-Agenturen und er versteckt seine jüdischen Herkunft nicht – anders als sein Vater, der von seinen Eltern den Namen Jean erhielt. „Der Name des Täufers, Jean, sollte hinwegtäuschen über den jüdischen Ursprung, Anpassung, die perfekte Assimilation vorspiegeln.“ Aber was die Eltern wollen, gelingt selten. Kein Laizismus, kein Mitterand-Sozialdemokratismus.

Die Figur des André: Pure Ökonomie, ökonomisches Denken als Kalkül von Zweck und Nutzen, von Einsatz und dem erzielten Profit. Und mit der Wertsteigerung soll auch die  Lustmaximierung einhergehen. Sex belebt das Leben, Sex ist für André wie das Geld ein Lebenselixier, und in dieser Art von Verdinglichung und Verquickung, die André vornimmt, denke ich beim Lesen auch an jene Houellebecq-Figuren, die ebenso die Frauen nach der Art eines Portfolios auswählen und bemesse: was gerade in der Anlagestrategie gut zu einem paßt und was an der Frau den Nutzen für den Mann optimiert. Nur daß dies bei Cohen alles viel weniger schrill und grell ausfällt, sondern in einer subtilen und darum um so gefährlicheren Tonlage daherkommt.

Diese Kombination freilich – Ökonomie, Lust, Judentum – ist, wenn man an die gegenwärtigen Falschwortschnüffler aus der Twitter-Literaturbubble denkt, nicht ganz ohne und kann schnell heikel geraten. (Im Augenblick sind die Flimsen aus der Blase aber am Wimmern und Betteln für ihren Buchblog, um Geld einzutreiben. Ich sage da nur: gebt solchen Leuten keinen einzigen Cent!) Zu häufig wird mittlerweile Literatur daran gemessen, ob sie Vorurteile produziert oder gar „rassistische“ Strukturen den Unterton bilden – dabei übersehend, daß es in der Literatur einen Modus des uneigentlichen Sprechens gibt und daß Figurenrede oder Figurendarstellung nicht eins sind mit der Meinung des Autors.Und nun ausgerechnet das: ein Jude, der das Geld liebt und auch noch Sex und der Frauen benutzt, und das gerne. Als hätte da eine Autorin einen jener ziemlich guten und eben gerade kritischen Witze der Lisa Eckhart über Vorurteilsstruktur und Charakter in ein literarisches und komplexes Bild umgesetzt und eine verdichtete Pointe zu einer Erzählung gedehnt und dann verarbeitet. Nur eben, daß Cohens Roman vor der Skandalisierung des Kabaretts von Eckhart durch die deutsche Gesinnungwacht am Rhein erschien. Aber dennoch eine interessante Gleichzeitigkeit, die den meisten entgangen zu sein scheint. Ein wenig wunderte es mich, daß da der Skandal oder zumindest das Thematisieren dieser Frage ausblieb. Daß André Jude ist, daraus macht Cohen keinen Hehl, und sie zeigt uns einen solchen von seiner hoch unangenehmen Seite und zugleich als einen ungeheuer einnehmenden, interessanten Menschen, der eben sein Ding macht, ohne daß diese Geschichte auch nur eine Quäntchen Antisemitismus enthält oder daß da Klischees reproduziert würden. Ambiguitätstoleranz. Und dieser Umstand macht die Geschichte spannend und auch gut lesbar. Cohen agiert als Autorin mit Witz und mittels Darstellung und nicht mit dem Zeigefinger. Es gibt keinen Schonraum. Ethnien und Herkunft gelten gleichermaßen als Spielmasse:

„Eine tschechische Herkunft hatte kein Renommee. Eine deutsche wäre definitiv besser. […] Es war mehr als ein Spiel. Er musste sie haben! Sie war perfekt für ihn. Und was gab es Prestigeträchtigeres als die französisch-deutsche Freundschaft samt jüdisch-christlicher Versöhnung? Eine Bayerin! War die bayerische Flagge nicht auch hellblau und weiß? Die Bayern ein semitischer Stamm! Er nahm den Montblanc-Füller, parfümierte das handgeschöpfte Papier mit ‚Land‘ von Lacoste und begann zu schreiben.“

Eine Deutsche zu heiraten, Karriere und Aufstieg im Unternehmen. Wir geraten in Cohens Roman in die Welt von Kapital, Intrige und eine bestimmte Form von Unternehmenskultur – sofern man in diesem Sinne von einer Kultur denn sprechen mag. Eine gelungene Parodie auch auf Erinnerungskitsch oder der Instrumentalisierung des Judentums. Das ist auf eine schöne Weise böse und dieses Maliziöse kommt ganz sanft daher, daß man es fast überliest. Was auch daran liegt, daß der Leser (die Leserin auch? Eva auf alle Fälle) von der Figur des André bei allem Abscheu doch auch in den Bann gezogen wird. Lauter gute und liebe Menschen, die einander nur gute und liebe Dinge tun: das ist für die Kunst in der Regel ein langweiliger Fall. Nicht umsonst zeigt etwa David Lynch in „Blue Velvet“ jene freundliche Vorstadtidylle, um sodann, nachdem der Rasen wässernde Vater einen Herzinfarkt erlitt, mit der Kamera ins Erdreich zu gleiten, wo das Gewimmel von Insekten herrscht. In Cohens Roman sind die Abgründe subtil.

Eva und André arbeiten in einer Unternehmensberatung namens McCrowly, was sicherlich nicht zufällig an den Okkultisten Aleister Crowley denken läßt, der sich ebenfalls mit Sexualmagie befaßte und zudem ein Buch mit dem Titel „The Book of Lies“ schrieb. Okkultismus sei die Metaphysik der dummen Kerls, so schrieb Adorno in den „Minima Moralia“, und das gilt in gewissem Sinne auch für den Begriff des freien Marktes als Mantra und Illusion, den all diese Gestalten aus dieser Agentur vor sich her tragen. Nur sind dies jene dummen Kerls und Kerlinnen, die sich schlau und smart vorkommen. Alles ist käuflich, alles handelbar. Und ein Narzißt wie André zieht aus alledem seine Bedeutung und bezieht alles das, was da ist, auf sich. Der Roman schildert und beschreibt. Er bewertet nichts, es werden all die Phrasen und Hohlsätze, die in dieser Welt ihre Anwendung finden, dem Leser präsentiert. Eine Art fröhlicher Positivismus. Teils düster, aber oft auch komisch. Von dieser Welt erzählt Ute Cohen in einer unangestrengten und ziemlich anschaulichen Weise. Menschen in Funktionen, noch im Privaten.

Sie denken, sie führen mit dem Aufzug gesellschaftlich nach oben, wenn sie im Team eines solchen Unternehmens wirken: Eva dünkt sich autonom, sie hat sich von unten nach oben hochgearbeitet, anders als André stammt sie nicht aus dem sogenannten guten Haus, doch sie glaubt an sich, und es lädt die Arbeit im Unternehmen zur Projektion ein: „McCrowly war nur ein Bühnenhintergrund, auf den sie die rauschhaften Bilder ihrer Zukunft projizierte.“ Man reist um die Welt, wird in fremde Länder versetzt, wie eben bei Eva, und denkt, der Glanz des Unternehmens färbe auch auf die eigene Person hab. Bedeutung wird aus dem Habitus gezogen: man liest, man ist gebildet, man kann parlieren. Lauter man. Aber all das hat zugleich seinen Preis, und wie die Protagonistin über sich selbst weiß: „Den diskreten Charme der Bourgeoisie hatte sie sich schließlich in geduldiger Nachahmung und natürlicher Mimesis erworben. Die Doppelbödigkeit einer Chabrol-Figur verkörperte sie mühelos, mit Vergnügen sogar …“ Am Ende ahnt Eva ziemlich genau, daß dieses Leben nicht stimmt und nicht lebt. Der Schluß des Romans, das Ende dieser Geschichte ist seltsam-mysteriös-offen. Da ist André, da ist Eva, beide sind bereit zu einem neuen Projekt in Transnistrien. Man verkauft dem Osten dummes Zeug. Geht die Reise in eine herrliche Utopie oder in eine Art Gemetzel und es wird die Rache Evas an ihrem Adam furchtbar sein? Die Protagonisten sind auf ihre Weise grausam. Jeder auf seine Art. Auch die am Schluß ums Leben kommende Eva-Konkurrenz Ariane. Sinnlos wäre es, von Eva bloß von einem Opfer zu sprechen. Sie macht mit und sie weiß das.

In diesem Sinne könnte dieser zweite Roman ebenfalls „Satans Spielfeld“ heißen, wie schon Cohens Debütroman über den sexuellen Mißbrauch eines Kindes in einem bayerischen Dorf. Ebenfalls agieren hier wie auch dort Menschen, die nur für eines einen Blick haben: das eigene Ich als Kraftfeld von Begehren und Aneignung.

Zwar fand ich „Satans Spielfeld“ vom Erzählen und von der Geschichte her eindringlicher und bewegender, was sicherlich auch am Thema lag. Aber auch mit „Poor Dogs“ liefert Cohen einen genauen Blick auf Menschen, die in einer Welt leben, in der ebenfalls ein großes Stück Besessenheit nötig ist. „Poor Dogs“ ist ein psychologischer Roman über einen Narzißten, der sein Ich gespiegelt sehen will, und es ist ebenso ein Roman über eine von diesem Narzißten in den Bann gezogene Frau. Und wenn diese Ichsucht als Selbsterfüllung und Selbstoptimierung zum Wohl eines Unternehmens geschieht, so nimmt diesen Effekt gerne auch das Unternehmen mit. Zwischen Manager und Verbrecher bestehen, so eine gängige These, zuweilen nur graduelle Unterschiede – zumindest gilt dies für jenen Shareholder- und Brutalo-Kapitalismus, dem es um die Dividende für seine Kunden geht. Von diesem, aber auch von Menschen, die kläglich scheitern, gerade weil sie gar nicht mehr bemerken, daß sie scheitern, erzählt dieser Roman. Er macht vergnügliche Festtage, denn er ist über weite Strecken auch komisch.

Ute Cohen: Poor Dogs. Roman. Septime Verlag 2020, 240 Seiten. EUR 22,90, ISBN 978-3902711878

Und als Ergänzung ließe sich vielleicht noch bei Matthes & Seitz erschienen von Georg Bataille lesen „Der Fluch der Ökonomie“,ebenfalls dieses Jahr erschienen.

Turn on, tune in, drop out, stay home: die metaphysischen Lesetips im Grandhotel Abseits

In meiner Nebenstraße hier irgendwo im Südwesten von Berlin, in einem der ruhigen und friedlichen Viertel, auf die Monika Herrmann Gott sei Dank keinen Zugriff hat, ist es die Tage deutlich ruhiger, kaum Verkehr, wenige Menschen. Das ist gut so, genau wie ich es schätze, die Menschen tun das, was sie am schwersten können: Zu Hause bleiben. Was macht man da? Netflix, Serien, Kinder – schauen wir auf die Geburtenraten in neun Monaten. Kann aber auch sein, daß die Leute sich einfach mit Messern die Kehle durchschneiden. Besser ist es da, das Für-sich-sein zu pflegen und um zum An-und-für-sich-Sein zu gelangen, kann man  ein Buch in die Hand nehmen oder die Texte dieses Blogs hier lesen. Ich gebe also für diese sonnigen Tage ein paar Lesetips zum Besten: Bücher zur Sache, Bücher, die man immer mal wieder zur Hand nehmen sollte. (Nein, Camus „Die Pest“ und Boccaccios wunderbares „Decamerone“ oder bei Reclam erschienen und leider vergriffen „Novellino /Das Buch der hundert alten Novellen“ in italienischer und deutscher Sprache empfehle ich nicht, wenngleich allesamt lesenswert. Die ersten beiden Bücher wurden in diesen Tagen immer einmal wieder genannt. Das letztere sei dazu gegeben.)

Mein metaphysischer Lesetip des Hausherrn vom Grandhotel Abseits für diese Tage ist Martin Heideggers Buch „Die Grundbegriffe der Metaphysik“, und daraus insbesondere die Kapitel zur Langeweile, und zwar aus dem ersten Teil, das zweite, dritte und vierte und fünfte Kapitel, sowie das erste Kapitel des dritten Teils, die da tragen folgende Titel: „Die erste Form der Langeweile: das Gelangweiltwerden von etwas“,

„Die zweite Form der Langeweile: das Sichlangweilen bei etwas und der ihr zugehörige Zeitvertreib“,

„Die dritte Form der Langeweile: die tiefe Langeweile als das ‚es ist einem langweilig‘“, „Die Frage nach einer bestimmten tiefen Langeweile als der Grundstimmung unseres heutigen Daseins“

und schließlich der Höhepunkt des dritten Teils: „Das wirkliche Fragen der aus der Grundstimmung der tiefen Langeweile zu entwickelnden metaphysischen Fragen. Die Frage: Was ist Welt?“

Zeit und Dasein dazu dürfte bei vielen vorhanden sein, vielleicht ja auch die Gestimmtheit. Diese Gedanken zur Langeweile sind insofern interessant, weil Heidegger hier von einer (alltäglichen, lebensweltlich gut präsenten) Erfahrung ausgeht, die jeder Mensch in seiner Weise kennt und bereits einmal gemacht hat: Wenn einem die Zeit lang wird. Und diese Langeweile empfinden viele als eine Sache, die zu betäuben ist – Netflix, Serien, Kinder machen – statt sich ihr einmal ästhetisch auszusetzen und zu schauen: Was passiert? Was geschieht?

Heidegger, Martin: Die Grundbegriffe der Metaphysik. Welt – Endlichkeit – Einsamkeit hrsg. von Friedrich-Wilhelm von Herrmann,
Heidegger Gesamtausgabe Band 29/30
Klostermann Verlag, 3. Auflage 2004; XX, 544 Seiten.
Ln 59,00 €, ISBN 978-3-465-03311-0