Archiv der Kategorie: Buchkritik

Die unerträgliche Zufälligkeit unseres Daseins – Daniela Danz „Lange Fluchten“

1999 nahm die Luftwaffe der Bundeswehr zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg an einem Auslandseinsatz teil. Das geschah im Kosovo-Krieg. Seither mehren sich die Einsätze. Ihren Höhepunkt hatten sie im Afghanistankrieg. Für Deutschland sind diese Interventionen ein großer Schritt. … Weiterlesen

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Karl Heinz Bohrers „Granatsplitter“ – Ohne Kindheitsmuster: die Exzesse des Augenblicks

Zum Ende von Bohrers großartig geschriebenem Erinnerungsbuch „Granatsplitter“ möchte ich am liebsten nach England reisen. Eindringlich fängt Bohrer die Atmosphäre der Nachkriegszeit ein: Merry old England, in der Grafschaft Kent. The White Cliffs of Dover, London, das Zentrum des alten … Weiterlesen

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Auschwitz in Bildern. Peter Trawny „Was ist deutsch?“ (2)

Eine Gestalt der Gesellschaft scheint alt geworden zu sein. Kritische Theorie der ersten Generation, so hallte es allerorten, ist nur noch gut für die Philosophiegeschichte und historisch geworden. Aber stimmt das tatsächlich? Weil etwas behauptet wird, muß es nicht wahr … Weiterlesen

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Identitätspolitik des Nichtidentischen? – Peter Trawny, „Was ist deutsch?“ (1)

Ich bin kein Fan des Anteaserns von Büchern, aber dieses kleine Zitat zur neueren Kritischen Theorie aus Trawnys Buch ist bedenkenswert. Zumal es darin um die Frage nach der Relevanz von Philosophie fürs Gesellschaftliche geht und inwiefern Wissenschaft gegenüber dem … Weiterlesen

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Unreifeprüfung – Julia Zange „Realitätsgewitter“

Bevor ich das Buch überhaupt aufschlage, argwöhne ich bereits den Berlinranz, auch wenn der Titel „Realitätsgewitter“ eine lustige Anspielung auf Ernst Jünger zu enthalten scheint. Doch wird das Buch der Fallhöhe nicht gerecht werden, mutmaße ich. Und das ist dann … Weiterlesen

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„Der tote Gott“ – Curzio Malaparte „Die Haut“

„Heute wird in Europa alles verkauft: Ehre Vaterland, Freiheit, Gerechtigkeit. Sie müssen zugeben, daß es dann recht nebensächlich ist, seine eigenen Kinder zu verkaufen.“ (C. Malaparte, Die Haut) Sich mehr den alten Texten widmen. Die Ich-Sucht der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ist … Weiterlesen

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Es geht durch das Ich ein Geflüster – Thomas Melle: „Die Welt im Rücken“

„Säufst du, weil du krank bist, oder bist du krank, weil du säufst?“ (Th. Melle) „Die Welt der Kunst & Fantasie ist die wahre, the rest is a nightmare.“ (Arno Schmidt) Ein Buch in aller Munde, alle mögen‘s. Ich nicht. … Weiterlesen

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Die Zeit, die war – Ursula Arnold, Arno Fischer, Evelyn Richter

Der Oktober zieht ein und in Berlin beginnt damit der Monat der Photographie. Zahlreiche Ausstellungen finden an verstreuten Orten statt. Besonders empfehlenswert scheinen mir die Bilder von Gordon Parks, die das c/o Berlin noch bis Anfang Dezember zeigt. Photographien, die … Weiterlesen

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Heiner Müller auf Speed. Christian Kracht „Die Toten“

„Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst du nur das Zauberwort.“ (Joseph Freiherr von Eichendorff) Das Adjektiv ist ein Wortbegleiter, der mit Bedacht eingesetzt werden will. Zuletzt … Weiterlesen

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Schau heimwärts, Engel! – Didier Eribon „Rückkehr nach Reims“

„das Abenteuer der Wahrhaftigkeit“ (Max Frisch, in: Tagebücher 1946-1949) „Wenn ich meine Mutter heute vor mir sehe mit ihrem geschundenen, schmerzenden Körper, der fünfzehn Jahre lang unter härtesten Bedingungen gearbeitet hat […], dann überwältigt mich die konkrete, physische Bedeutung des … Weiterlesen

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