In ZEIT-Online vom 25. Oktober und im Tagesspiegel vom 27. Oktober gab es einen Bericht über kürzlich gefundene Photographien, die die bisher nie in irgendwelchen Bild festgehaltene Deportation von Juden aus Hamburg zeigten. „Mitten in Hamburg, am helllichten Tag. Von den Deportationen Hamburger Juden im Zweiten Weltkrieg gab es bisher keine Bilder. Nun sind drei Fotos vom Oktober 1941 in einem Archiv neu entdeckt worden – sie zeigen, was später niemand gewusst haben wollte“, so titelte die ZEIT. Und weiter heißt es in diesem instruktiven Artikel:
„Anfangs, sagt Alina Bothe von #LastSeen, habe das Regime noch getestet, wie die Bevölkerung auf die Deportationen reagiert. In München und Würzburg fuhren die ersten Züge deshalb nachts ab. Bald aber verzichtete man auf solche Vorsichtsmaßnahmen. Mancherorts führte die SS die Deportierten triumphierend durch die Straßen, auf einigen Bildern sind Schaulustige zu sehen. Auch das, was sie bezeugten, war hidden in plain sight. In die leer gewordenen Wohnungen zogen ausgebombte „Volksgenossen“ ein. Zuvor betrieben Versteigerer ihr lukratives Geschäft. Möbel, Besteck, Pelzmäntel, sogar die Unterwäsche der Deportierten fanden Käuferinnen und Käufer.
Die Beraubten bestiegen am Morgen des 25. Oktober am Hannoverschen Bahnhof den Dritte-Klasse-Personenzug nach Litzmannstadt, Abfahrt 10.10 Uhr, so steht es im „Anschreiben zur Deportationsliste“ des Oberfinanzpräsidenten. Heinz Rosenberg, ein Überlebender des zweiten großen Transports am 8. November, schildert das Geschehen in seinen Erinnerungen Jahre des Schreckens: „Je 50 Personen kamen in einen Waggon, jeder Platz mußte besetzt werden. Die Prozedur dauerte viele Stunden. Zuletzt ernannte die SS einen jüdischen Transportleiter […], der seinerseits für jeden Waggon einen Verantwortlichen bestimmte. Einer davon war ich. Ich bekam eine gelbe Armbinde und sollte, wenn der Zug hielt, Lebensmittel und Wasser verteilen. […] Der Judenrat informierte uns noch einmal, daß es keinen Grund zur Panik gäbe. Man habe vom SS-Hauptquartier in Hamburg die ›Garantie‹, daß uns nichts passieren würde […].“
Seit 2017 erinnern neben dem letzten erhaltenen Gleisstück im Lohsepark 20 Namenstafeln an die von hier verschleppten Juden und Sinti und Roma aus Hamburg und Norddeutschland. Über das Schicksal der im Oktober 1941 ins Ghetto Litzmannstadt Deportierten erfährt man: „Ab Dezember 1941 begannen im 50 Kilometer entfernt gelegenen Vernichtungslager Kulmhof (Chełmno) Massentötungen in Gaswagen. Es wurden 1.020 Opfer ermittelt. 10 Personen nahmen sich kurz vor der Deportation das Leben.“ Auf den Deportationslisten gab es für diesen Fall Nachrückplätze.
Auch der Großteil aller übrigen bis Februar 1945 Deportierten wurde ermordet – in Lagern oder an anderen Tötungsstätten wie im polnischen Józefów: Hier schossen Hamburger Polizisten des Bataillons 101 im Juli 1942 auf Hamburger Juden. Die Gedenktafeln verzeichnen insgesamt 7.700 Opfer mit Namen. Inzwischen, sagt Kristina Vagt, kenne man noch einige mehr.“
Ein Verwaltungsakt. Es fällt einem Paul Celans Anfang von „Engführung“ ein:
VERBRACHT ins Gelände mit der untrüglichen Spur:
Gras, auseinandergeschrieben. Die Steine, weiß, mit den Schatten der Halme: Lies nicht mehr – schau! Schau nicht mehr – geh!
Das auseinandergeschriebene Gras ist zugleich ein Gas und rückwärts gelesen ein Sarg, denn es freilich nicht gibt, denn in den Lüften, da liegt man nicht eng, wie Celan in der „Todesfuge“ dichtete: „wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng“.
„Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng“
Aber auch solches Evozieren von Gedichten und Zitaten ist am Ende bloß der hilflose, wiewohl auch wieder verständliche Versuch, für das Grauen irgend einen Ausdruck überhaupt noch zu finden.
All jene Menschen – schon Tote, aber noch Lebende -, die dort auf den Photographien vom 25. Oktober 1941 zu sehen sind, wissen zu diesem Zeitpunkt nicht, was sie erwarten wird. Keiner von ihnen kehrte lebend zurück. Verbracht in Ghettos im Osten und in die Vernichtungslager der Bloodlands – von jenen ganz normalen Männern abtransportiert. Ein Verwaltungsakt: „6 Millionen Menschen planmäßig zu vernichten hingegen ist keine Frage der Moral, sondern der Arbeitsmoral, der Organisation, der Technik, der Einsatzbereitschaft.“ (Wolfgang Pohrt, Vielleicht war das alles erst der Anfang)
„84 Jahre lang war dieses Verbrechen nur durch die Aussagen überliefert: jetzt zeigen Fotos, wie Nazis zum ersten Mal 1941 Jüdinnen und Juden aus Hamburg deportierten. Vor dem Logenhaus in der Moorweidenstraße stehen Frauen, Männer und Kinder mit ihrem Gepäck, bewacht von der NS-Ordnungspolizei, und warten auf ihre Verschleppung.
Am 25. Oktober 1941 wurden sie und über tausend jüdische Hamburgerinnen und Hamburger in das etwa 750 Kilometer entfernte Ghetto Litzmannstadt im besetzten Polen deportiert. Sie mussten sich am Vortag mit ihrem maximal 50 Kilogramm schwerem Gepäck im NS-Sammelpunkt Logenhaus einfinden.
Im Logenhaus angekommen, wurden sie gewaltsam von Gestapo- und NS-Finanzbeamten durchsucht und beraubt. Am Morgen des 25. Oktober 1941 brachte die NS-Polizei Kinder, Frauen und Männer dann mit dem auf einem der Fotos sichtbaren Mannschaftswagen zum Hannoverschen Bahnhof. Von dort aus wurden sie in das Ghetto Litzmannstadt verschleppt. […] „Deportationen waren öffentliche Ereignisse, die nicht im Verborgenen stattfanden. Deshalb gehen wir auch heute noch davon aus, dass es weit mehr Fotografien gibt, die bislang nur nicht als solche erkannt wurden“, so Bothe weiter.
Das kann auch einfach an unserer Erwartung liegen: „Wie stellen wir uns ein Deportationsfoto eigentlich vor? Auf den Hamburger Aufnahmen ist keine offene Gewalt zu sehen. Im Gegenteil, sie zeigen scheinbar alltägliche Szenen, etwa Menschen, die sich am Sammelpunkt begrüßen.““
Photographische Dokumente „beweisen“ zwar in einem strenge Sinne nichts und sie machen Fakten nicht „wahrer“, aber sie können uns etwas anschaulich machen. Photographien liefern anschauliche Evidenz. Sie sind allerdings zugleich, wie die Bilder aus Hamburg zeigen, auf Kontextualisierung und Erläuterung angewiesen. Ohne Hinweise sind sie allenfalls von Experten und Historikern lesbar. Erst im Wissen um das, was da im Oktober 1941 mitten in Hamburg, unter den Augen der Öffentlichkeit geschah, bis hin zu den nun freien Wohnungen, die sehr schnell von „Volksdeutschen“ requiriert wurden, erschließt sich der volle Gehalt der Bilder und vor allem das Grauen, welches darin zugleich steckt, wenn wir sie ex post betrachten und das bereits sehen, was im Augenblick als jene Photographien aufgenommen wurden, noch vor diesen Menschen liegt. In der ZEIT heißt es:
„‚Die Leute auf den Bildern'“‚, sagt er vorsichtig, ’sehen so entspannt aus.'“‚
Wrochems Beobachtung wirft eine Frage auf, die mindestens so wichtig ist wie die, was auf den Bildern zu sehen ist – die Frage, was man auf ihnen nicht sieht. Man sieht auf ihnen nicht, was man vielleicht erwartet: verängstigte, weinende, schreiende Menschen, prügelnde SS, so kennt man es aus Filmen. Die Fotos macht dies umso beklemmender. Wäre man womöglich selbst an dieser Szene vorbeigegangen, ohne aufzumerken?
Die Bilder fangen auch die Dauer des entwürdigenden Prozederes nicht ein. Sie halten drei Sekunden eines Geschehens fest, das sich über mehr als einen Tag hinzog. Sie zeigen nicht, was in den Familien vorging, als sie per Einschreiben ihren Bescheid für die „Evakuierung nach dem Osten“ erhielten. 24 Stunden hätten sie Zeit gehabt, „einen Koffer zu packen“, erinnert sich die Überlebende Lucille Eichengreen später: „Wir wussten nicht wohin, warum oder was uns erwartet.“ Das Massenmorden hatte schon begonnen, aber noch glaubten die meisten, sie würden „umgesiedelt“ zum „Arbeitseinsatz“. Erst im Lauf der Monate sprach sich herum: Die Leute verschwinden. Sie schreiben vielleicht noch eine Postkarte aus dem Ghetto an Verwandte und Freunde. Dann Stille.
Ebenso wenig ist zu sehen, wie an diesem 24. Oktober mehr als 1.030 Hamburger Juden mit ihrem ordnungsgemäß verschnürten Gepäck aus ihren Wohnvierteln zur Moorweidenstraße zogen und ihre Schlüssel auf dem nächsten Polizeirevier abgaben, so lautete die Anweisung. Der Hamburger Jurist Erwin Garvens hat es damals von seiner Wohnung aus beobachtet: „Am Mittag war man in Hamburg, speziell in Harvestehude und Umgegend keineswegs vergnügt, sondern im Gegenteil empört, beschämt und erschüttert“, notierte er in sein Tagebuch: „Von morgens bis abends“ seien mehr als eintausend Juden „unter unsern Fenstern mit ihrem Gepäck nach der Moorweidenstraße“ geströmt.“
Wieweit Photographien und überhaupt solche Visualisierungen für eine Auseinandersetzung mit schrecklichster Geschichte geeignet sind, bleibt eine der zentralen Fragen im Blick auf den Holocaust und der Frage des Gedächtnisses wie auch des Umgangs mit solchen Bildern. (Hier wäre dann auch noch einmal die Unterscheidung zwischen Kunst und Dokumentation aufzumachen.) Claude Lanzmann hatte gute Gründe, in seinem Film „Shoah“ (1985) die Menschen selbst zu zeigen. Was wäre bewiesen, wenn es eine Photographie oder ein filmisches Dokument gäbe von jenem industriellen Schrecken, von den Gaskammern und wie dort Menschen hineingetrieben wurden? Anders wiederum Alain Resnais‘ Essay-Film „Nacht und Nebel“ (1956), der in verschiedenen Bilddokumenten jene Details zeigt, bis hin zum Ende, die Steine und zu jenen Gleisen, die von Gras und Pflanzen nun überwuchert sind, was auch in Celans Dichtung dann eine zentrale Rolle spielt, zumal er an der deutschen Fassung des Drehbuchs beteiligt war. Bei „Nacht und Nebel“ haben wir eben jene Mischform aus Kunst und Dokument.
Was leisten Photographien, was leisten Bilder? Das ist die Frage, welche der Bildtheoretiker Georges Didier-Huberman in seiner Arbeit „Bilder trotz allem“ stellt. Es schrieb sie anläßlich eines Photofundes: Bilder nämlich von Auschwitz. Es geht um jene Photographien, die Auschwitz-Häftlinge dort unter schwersten Bedingungen machen. Der Film konnten aus dem Lager geschmuggelt werden. Zwei Photographien zeigen die „Einäscherung Vergaster in den Verbrennungsgräbern unter freiem Himmel vor der Gaskammer des Krematoriums V in Auschwitz“ vom August 1944. Andere Photos zeigen, aus der Deckung gemacht, das Drumherum der Landschaft dominiert, in einiger Ferne nackte Frauen, die in die Gaskammern gebracht werden. Die Ausstellung dieser Bilder wurde kontrovers aufgenommen.
„Ein einziger Blick auf diese Überreste an Bildern, auf dieses erratische Korpus aus Bilder trotz allem genügt, um zu verstehen, daß es nicht länger möglich ist, über Auschwitz in den absoluten Begriffen des ‚Unsagbaren‘ und ‚Unvorstellbaren‘ zu sprechen. Diese Redeweise verfolgt im allgemeinen gute Absichten, sie ist scheinbar philosophisch, in Wirklichkeit aber bequem.“ (Didi-Huberman)
Bei diesen Sätzen muß man freilich mitdenken, daß das der Stand der Debatten kurz nach der Jahrtausendwende ist. Die Fragen allerdings, die sich aus solchen Überlegungen ergeben, und die Positionen von Landsman wie von Didi-Huberman bleiben aktuell und vor allem handfest. Und sie lassen sich auch nicht in die üblichen Phrasen und Sätze auflösen.
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Am 9. November wird wieder der Pogrome von 1938 gedacht. Dies ist leider oftmals ein ritualisiertes und leeres Gedenken, wenn ich Frank Walter Steinmeier sehe, der dann wieder mit Kippa dort steht, ein betroffenes Gesicht machend. So wichtig dieses Gedenken auch ist. Und sei es nur als bloßes Zeichen im öffentlichen und d.h. politischen Raum.
Stolpersteine toter Juden lassen sich freilich leicht putzen. In Berlin müssen sie allerdings inzwischen an diesem Tag vermutlich in vielen Stadtteilen zugleich bewacht werden. Insofern hat auch diese Aktion aufgrund des sich offen zeigenden migrantisch-muslimischen Antisemitismus einen nochmal anderen und guten Sinn bekommen.
Allerdings bleibt es nach wie vor bei Henryk M. Broders Satz:
„Sich mit toten Juden zu solidarisieren ist eine wohlfeile Übung. Man kann die Ermordeten weder noch einmal umbringen noch nachträglich retten. Aber falls jemand doch so etwas wie „Verantwortung“ verspürt, was im Prinzip nicht verkehrt ist, sollte er sich mit denjenigen solidarisch erklären, die heute leben. Und am Leben bleiben wollen.“
Wir können Auschwitz nachträglich nicht ungeschehen machen. Aber wir können dafür sorgen, daß heutzutage in unserer eigenen Gegenwart Juden in Deutschland sicher und unbehelligt hier leben können. Und dazu gehört: Antisemitische Straftäter, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben, umgehend des Landes zu verweisen und ihren Aufenthalt in Deutschland zu beenden. DAS muß Staatsräson sein. Für Antisemitismus darf es in Deutschland keinen Platz geben. Was auch für rechten Antisemitismus und die üblichen Akteure gilt. Und der reicht leider auch tief noch ins deutsche Alltagsbewußtsein hinein.
Bücher: Christopher R. Browning: Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die „Endlösung“ in Polen, Rowohlt Verlag 1999/2020
Christopher R. Browning: Die Entfesselung der ‚Endlösung‘. Nationalsozialistische Judenpolitik 1939-1942, Propyläen Verlag, München 2003
Georges Didi-Huberman: Bilder trotz allem, München 2007
Jan Gerber: Das Verschwinden des Holocaust. Zum Wandel der Erinnerung, Edition Tiamat, Berlin 2025
Sabine Moller, Karoline Tschuggnall, Harald Welzer: Opa war kein Nazi. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis S. Fischer Verlag 2002
„Das Straßenbild ist der eigentliche Gradmesser der Republik. Nicht die Talkshowrunde, nicht der Leitartikel, sondern die Stimmung im Bus, an der Supermarktkasse, auf dem Bau, im Lehrerzimmer. Dort, wo die Wirklichkeit sich nicht in Hashtags auflöst, sondern im Gespräch, im Seufzer, im Unmut. Dort zeigt sich, dass viele Menschen den moralischen Ton der Medien nicht mehr teilen. Sie wollen keine ideologische Pädagogik, sondern politische Ehrlichkeit.“ (Thomas Hoffbauer)
Schon vom Titel dieses Blogs gehört das Thema Stadtbild natürlich auf AISTHESIS – sei es in Analysen, sei es in Photographien, wie ich sie früher immer einmal wieder zeigte. Zum Stadtbild ist in den letzten Tagen viel debattiert und auch demonstriert worden. Etwa in Berlin von Showgirl-Töchtern mit Millionärshintergund, so etwa Vielflieger-Luisa Neubauer. Der Vorwurf gegen sie freilich, Neubauer würde mit Migranten gar nichts zu tun haben, ist aus der Luft gegriffen: ihr Bruder Lennard Neubauer wirkt als Deutschland-Chef der Bestellplattform Lieferando, wo man dann doch mit einer Menge Migranten in Kontakt kommt: sei es auch nur als Schwester eines Arbeitgebers, der gerade einige Migranten entlassen muß, wie jüngst berichtet. „Die weißen Töchter von Marx und Coca Cola“ witzelte Ulf Poschard auf Facebook über diese Demo-Kartoffeltruppe treffend.
Seltsam auch dies: Wenn in der Stadt Juden gejagt wurden, sieht man die Töchter nicht. Wenn Frauen von Migranten sexuell mißhandelt wurden, hört man diese Töchter nicht, nach der Kölner Domplatte und den Silvesterübergriffen 2015/16 gab es keine Großdemos. Als auf diversen Araberaufmärschen in Berlin immer mal wieder „Juden ins Gas“ geschickt werden sollten oder arabische Migranten für den Terror der Intifada warben, ließen sich diese Töchter aus gutem Hause und auch ihre lieben Brüder und Mütter und Väter und Tanten und Onkel aus dem linksliberalen Labermilieu nirgends sehen. Nicht einer einzigen antisemitischen Araber-Demo habe sich Neubauer, Emcke und Konsorten je in den Weg gestellt. Die tapfere FDP-Politikerin Karoline Preisler und ein kleiner Haufen Aufrechter blieb bei ihren Protesten mutterseelenallein. Während noch die kleinste AfD-Veranstaltung Massenblockaden hervorrufen kann. Ich würde es in einem einzigen Satz sagen: Bigottes linkes Pack!
Merz brachte treffend auf den Punkt, was die meisten Bürger jeden Tag im Stadtbild sehen – und damit sind nicht nur die verhunzten, vermüllten, verschandelten Städte gemeint, sondern vor allem die negativen Auswirkungen der Massenmigration aus islamischen Ländern samt einer schrecklichen Transformation der Gesellschaft. Und dazu gehört auch die Zunahme des Kopftuches als Zeichen politischer Landnahme. Wer einen Blick in die Zukunft Europas werfen will, der schaue nach London oder nach Paris.
London by Night!
Wenn du das nicht extrem geil, divers, inklusiv, bunt, queer und empowernd findest, bist du ein Rassist™️! pic.twitter.com/OCopkHLnJC
„Wer sich weigert, das Problem beim Namen zu nennen, sorgt dafür, dass gar nicht erst nach einer Lösung des Problems gesucht wird. Kontraproduktiv und wiedereinmal kostenlose Wahlwerbung für die AfD. Der Rassismusvorwurf ist unangebracht und der Sache nicht dienlich. Jeder weiß, wen Merz meint, der Italiener um die Ecke ist genauso wenig gemeint, wie der Spanier oder der Chinese.“
Und wie immer, wenn die Linke nicht über das tatsächliche Problem der Massenmigration aus dem muslimischen Kulturraum debattieren will, das seit Jahren wie der rosa Elephant im Raume steht, wird sich auf die Begrifflichkeiten verlegt und eine Begriffsdebatte samt Themenumlenkung angezettelt, um also die Debatte weg vom tatsächlichen Problem auf eine Metaebene zu heben. Und ein Großteil der Medien spielt dieses Spiel mit. Daß wir in Deutschland ein Problem mit dem Stadtbild haben, ergibt sich nicht nur intuitiv aus der Wahrnehmung, sondern auch die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik der letzten Jahre spricht in Sachen migrantische Gewaltkriminalität und Sexualdelikte Bände. Und damit ist hier nicht die migrantische Kriminalität per se gemeint, sondern die Delinquenz ganz bestimmter Ethnien und Milieus, die zumeist aus dem islamischen Raum kommen. Wir haben in Deutschland keineswegs ein Problem mit Vietnamesen, Indern oder Brasilianern.
Woran das liegt und was solche Probleme der Migration aus muslimischen Ländern auch mit dem Thema Kulturbruch und Entwurzelung aus der eigenen Kultur und Gemeinschaft zu tun haben, wäre nochmal ein Thema für sich: Ich bin mir ziemlich sicher, daß diese jungen Männer in ihren Heimatländern niemals auf die Idee kommen würden, einer ihnen unbekannten Frau an die Brüste zu fassen und sich an ihr zu vergehen. Der Imam, der Vater, der Onkel und die Brüder würden diesen Mann schnell entsprechend sanktionieren, weil er die Familienehre derart verletzt hat. Ein junger Muslim, der das in seiner Heimat machte, wäre, so vermute ich, sofort aus der Gesellschaft verstoßen. Handlungen und Konsequenzen.
„Nicht mehr mein Land“ oder: sich dieses Land wieder zurückholen
Und auch von den Profis und also von denen, die jeden Tag mit Migranten zu tun haben, gibt es jene kritischen Stimmen, so wie jener Sozialarbeiter aus einer deutschen Großstadt im Osten, der erzählte, daß ein großer Teil der Klientel, aus Syrien etwa, überhaupt nicht integrierbar ist und auch keinerlei Integrationswillen zeigt. Leben in Parallelgesellschaften. Und auch Wolfgang Büscher, der Sprecher der Arche (einem Hilfswerk, das sozial schwache Kinder und Jugendliche, auch aus migrantischen Milieus, betreut), sagte es im Blick auf Stadtbild und Migration: „Herr Merz hat 100 Prozent recht, wenn er das sagt“ Und so schreibt es die WELT in ihrem Artikel: „Der Sprecher des Hilfswerks Arche bekräftigt die Äußerungen des Kanzlers, wonach es im Kontext der Migration ein Problem im „Stadtbild“ gebe. Er mahnt, Sorgen von Eltern ernst zu nehmen – und beklagt einen „Hass auf alles Deutsche“ in bestimmten Gegenden.“
Statt über diese Fakten zu sprechen und sie zur Kenntnis zu nehmen, werden sie in dummlinker Manier abgestritten bzw. es debattiert diese zutiefst einfältige Gesellschaft über Begriffe. Aber auch das ist Strategie und als solche sichtbar zu machen: es fängt mit dem üblichen Anbräunen an, daß Menschen sich nicht mehr trauen, bestimmte Begriffe zu benutzen oder über bestimmte Themen zu sprechen, weil das lediglich den Rechtsextremen bzw. der AfD diente. Es ist der Zustand, den es auch in der DDR gab, wenn auch auf andere Weise: Es gibt eine für die Öffentlichkeit bestimmte Sprechweise und eine für Daheim, wo man sich nicht von NDR-Journaille umzingelt weiß.
Daß die AfD bei zunehmendem „Kampf gegen rechts“ nur eben immer weiter Stimmen gewinnt, ist diesen tumb-dumpfen Freiheitskämpfern entgangen. Und die CDU hat es schon lange verpaßt, dieses Thema konservativ zu besetzen, dabei glaubwürdig zu bleiben und nicht wie ein Wackelkandidat zu wirken der A sagt, aber B macht – mithin also die übliche Ankündigungsprosa und die „Theatestücktage“, wenn im Stadtbild von Solingen, Mannheim, Würzburg oder wo auch immer ein Bürger abgestochen oder auf einem Weihnachtsmarkt einmal wieder ein Massaker angerichtet wurde.
„Nicht mehr mein Land“ hat Reinhard Mohr seinerzeit hinsichtlich einer im Stadtbild sich verfestigenden Monokultur islamischer Prägung einen Artikel auf der „Achse des Guten“ betitelt. Ich zitiere hier gerne noch einmal den Anfang:
„Egal ob Frankfurt, Köln, München oder Berlin – ein türkisch-arabisch-islamisches Milieu mit ausgeprägter Macho-Kultur hat in Deutschland Fuß gefasst. Ganze Straßenzüge haben eigentlich nichts mehr mit der Bundesrepublik zu tun.
Manchmal sind es die kleinen, eher zufälligen Beobachtungen, die auf ein größeres Bild verweisen. Als ich jüngst nach längerer Zeit wieder einmal durch die Münchener Straße im Frankfurter Bahnhofsviertel ging, in der ich zehn Jahre gewohnt hatte, fühlte ich mich wie im falschen Film. Auch in den Neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war die Straße, die den Hauptbahnhof mit dem Bankenviertel verbindet, ein wahrhaft multikultureller Ort gewesen. Es gab viele türkische Geschäfte, aber auch den deutschen „Feinkost Schenck“ mit exquisitem Rehrücken, einen spanischen Spezialitätenladen, ein bayerisches Bierlokal und den obligatorischen italienischen Eissalon. Ansonsten herrschte der übliche Trubel einer Großstadt mit Straßenbahngebimmel, eiligen Passanten und der ortsansässigen Drogenszene.
Inzwischen aber ist aus Multikulti, auch wenn hier immer noch dreißig verschiedene Nationen ansässig sind, Monokulti geworden, ein türkisch-arabisch-islamisches Milieu mit ausgeprägter Macho-Kultur, massivem Männerüberschuss und drei Hinterhof-Moscheen, eine davon Teil der türkischen, Erdogan-treuen Religionsbehörde DITIB. Ein Barbershop reiht sich an den anderen, Kebap-Buden und Fladenbrot-Bäckereien wechseln sich mit Sportwetten-Etablissements, Mobilfunk-Butzen und türkisch-arabischen Lokalen ab, an deren glatten Resopaltischen im fahlen Neonlicht überwiegend bärtige Herren sitzen.
Keine Spur mehr von Spaghetti-Eis, Hirschgulasch aus der Rhön und spanischem Serrano-Schinken. Vielfalt war gestern. Frauen sind eine fast unsichtbare Minderheit, dafür stehen auf dem Bürgersteig immer wieder kleine Männergruppen beisammen. Mittendurch rattert die Straßenbahnlinie 11, in der, so berichten glaubwürdige Zeugen, Beschimpfungen wie „Du Jude“ und „Judensau“ zum alltäglichen Vokabular zehn- und zwölfjähriger Schüler gehören. Apropos: Ein koscheres israelisches Restaurant wäre hier undenkbar.
Und plötzlich schießt mir der Gedanke durch den Kopf: Diese Straße ist eigentlich schon gar nicht mehr Teil der Bundesrepublik. Sie gehört auch nicht zum bürgerlich-liberalen, inzwischen ziemlich grün, Lastenfahrrad-freundlich und woke gewordenen Frankfurt am Main, der altehrwürdigen Stadt deutscher Kaiserkrönungen, Geburtsort von Goethe, Ludwig Börne und Theodor W. Adorno.“
Ich würde es statt des Ttels „Nicht mehr mein Land“ anders schreiben: „Die demokratischen Kräfte Deutschlands müssen sich dieses Land zurückholen!“ Und eben das müssen wir Konservativen oder wir politischen Liberalen und wir, die wir uns nicht in einem Rechts-Links-Schema verorten lassen, in einem schwierigen Spagat machen: Einereits nicht der AfD auf den Leim gehen. Andererseits nicht sich in die woke-links-rot-grünen Erpressungsmodelle fügen, damit nur immer weiter jene linke Politik gemacht wird, die alle möglichen Gründe erfindet und findet, weshalb auf keinen Fall abgeschoben werden darf. Und zugleich die Brandmauer nichts als letztes Wort nehmen, sondern vielmehr rote Linien zu ziehen. Die Brandmauer muß als das markiert werden, was sie ist: eine Methode der Erpressung, um sich weiterhin im Raum des Politischen eine rot-grün-woke Hegemonie zu sichern. In diesem Sinne ist es gut, wenn es im politschen Vorfeld rumst und rumort.
„Dann fragen Sie mal ihre Töchter …!“
Spätestens seit den massenhaften sexuellen Angriffen auf Frauen durch muslimische Migranten zu Silvester 2015/2016.
Auf Minute 29,25 gibt Friedrich Merz genau die richtige Antwort auf die Frage von der Presse, ob er seinen Satz zurücknehme. Nein, tut er nicht. Und das ist gut so. Linke, Grüne, Woke werden Merz ganz sicherlich nicht deshalb wählen und ihn plötzlich goutieren, weil er einmal wieder zurückruderte. Respekt verdient einer sich nur, indem er nicht umfällt. Und auch das FB-Posting von Ralf Möhring bringt es gut auf den Punkt:
„Linke 2025: Sie schweigen, wenn Juden auf Deutschlands Straßen auf Arabisch der Tod gewünscht wird. Sie schweigen wenn Homosexuelle verprügelt und ermordet werden. Sie schweigen zu „Merkel-Pollern“ und Messerverbotszonen. (Vermutlich weil sehr vielen Linken der Islamische Faschismus nicht unsympathisch ist) Und gehen demonstrieren, wenn der Kanzler „Stadtbild“ sagt. Der Bundeskanzler hat Recht!“
Genau das, was ich bei der Arschlochdemo der Gratismutigen am Dienstag in Berlin ebenfalls dachte. Ihr habt bei jeglichem Antisemitismus zwei Jahre lang eure Fressen gehalten und nun kommt ihr aus euren Löchern wieder hervor! Sophie-Charlotte, Philipp-Paul, Soja-Sören und Hafermilch-Hannah.
Unfreiwillig witzig aber doch, daß hier die brumpfdeutsche, weiße, hellhäutige Gemeinschaft schreib: „Wir sind das Stadtbild“. Besser könnten es auch Rechstsextremisten nicht machen, nicht anders würde von der Hautfarbe her auch eine Zusammenkunft des „Dritten Weges“ oder des Ku Klux Klan aussehen. Nur eben mit Kapuzen.
Nebenbei und zum Straßenbild: es ist gerade einmal ein Jahr her, daß ein grüner Politiker wie Cem Özdemir genau dieses Problem ansprach, und zwar im Blick auf seine Tochter und ihre Freundinnen, die – plötzlich und siehe da, wer konnte es ahnen?! – nun selber durch sexuelle Belästigungen betroffen waren. Der Vater des in Brokstedt durch einen lange schon ausreisepflichtigen Araber ermordeten Mädchens hat Cem Özdemir einen trefflichen Bescheid erteilt.
Wer im Blick aufs Stadtbild in Berlin einmal einen Anschauungsunterricht erhalten will, der spaziere gerne abends über den Alexanderplatz. Aber Berlin hat auch genügend andere Orte.
Das Stadtbild zu Silvester 2015/2016, etwa auf der Kölner Domplatte dürfte ebenfalls vielen in Erinnerung geblieben sein. Mir auch, allerdings in Hamburg: Ich fuhr zu diesem Jahreswechsel mit einer Freundin ins Deutsche Schauspielhaus, um uns ein heiteres Theaterstück anzusehen und ins Neue Jahr hineinzufeiern. Am Steintorplatz wollte ich parken, es waren dort tatsächlich zahlreiche Parkplätze frei. Und schnell sah ich auch, warum das so war. Denn es lungert dort eine Menschentraube von gut 100 Arabern herum, daß ich mich in Bagdad, Kairo, den Slums von London oder den Banlieus von Paris wähnte, aber nicht mehr in einer deutschen Stadt. (Das Wort Remigration nahm ich im übrigen schon damals, als der Begriff noch nicht derart politisch aufgeladen war, in den Mund.) Die Freundin meinte, daß wir dort gut parken könnten. Ich sah sie halb ungläubig halb belustigt an und fragte, ob sie in dieser Araber-Gruppe junger Männer wirklich mit ihrem Abendkleid und den Stöckelschuhen aussteigen wolle und selbst wenn sie dies wollte, so würde ich diesem Wunsch keineswegs nachkommen. Auch war es mir ein wichtiges Anliegen, mein schönes, kleines Auto in jenem Zustand wiederzufinden, in dem ich es verlassen hatte. Ich setzte die Frau vorm Schauspielhaus ab und suchte mir einen Parkplatz in der Langen Reihe. Das, was sich dann in dieser Silvesternacht als Angriff primär auf Frauen zutrug – übrigens auch in Hamburg – dürfte hinreichend bekannt sein.
Mich hat das woke Abwiegeln und dieser ganze Migrantenstadl schon 2015 abgestoßen. Angebliche Feministinnen, die beim kleinsten Misgendern oder bei harmlosen Bemerkungen Frauenfeindlichkeit und Rassismus wittern, wurden plötzlich sehr schweigsam, weil da mit einem Male keine weißen Männer die Täter waren. Die Flachzange des deutschen Kolumnenwesens, Margarete Stokowski, postete Anfang Januar 2016 zunächst mal auf Twitter Katzenbilder und statt das Problem einmal nur beim Namen zu nennen, wurde abgewiegelt.
Zahlreiche Vorfälle, von Messernangriffen, migrantisch-muslimischem Antisemitismus, der qua Einwanderung nach Deutschland importiert wurde, bis hin zu den Merkelpollern bei Stadtfesten und jetzt wieder bei den Weihnachtsmärkten zeigen uns als Gesellschaft: Aus solcher Massenmigration aus dem muslimischen Kulturraum, ohne zu schauen, wer da nach Deutschland kommt, kann nichts Gutes erwachsen. Immer wieder zitiert von mir der Ulrich Greiner:
„Ich zweifle daran, dass die Eingliederung so vieler Menschen, denen unsere Kultur und Geschichte fremd sind, in absehbarer Zeit gelingen kann. […] Angenommen, Island müsste wegen eines Vulkanausbruchs evakuiert werden, und alle Isländer müssten hier unterkommen – es wäre ein Problem, aber ein lösbares.“ (Ulrich Greiner, Heimatlos)
Deutschland werden keine Menschen geschenkt, sondern diese Land steht vielmehr vor einer Herausforderung, an der es zerbrechen wird: die AfD etwa liegt in einigen Bundesländern inzwischen bei 40 Prozent und auch in den westlichen Bundesländern legt diese Partei von Wahl zu Wahl weiter zu.
Die an solcher Kritik der Migrationspolitik geäußerten Sätze wie „Er stellt sich nach rechts“ empfinde ich inzwischen als Kompliment und als konsequentes Umdenken. Davon einmal abgesehen, daß das Schema rechts-links mich seit 30 Jahren nicht mehr interessiert, wenn ich mich im Feld des Politischen äußere.
„Berlin ist eine vielfältige, internationale und weltoffene Stadt. Das wird sich immer auch im Stadtbild abbilden.“ (Kai Wegener, politische Stadtnulpe und Berlin-Nullnummer vom Dienst)
[Nach den migrantischen Silvesterkrawallen 2023/2024 in Neukölln]
[Standardbild, wie man es an vielen Ecken Berlins sieht. Photographien nicht von mir, sondern auf X gezeigt. Ich könnte aber von meinen Photostreifzügen durch das Reichshauptstadtslum eine Vielzahl an Bildern beisteuern, die ähnliche Szenen zeigen.]
Und auch solche antisemitischen Aufmärsche von muslimischen Migranten gehören inzwischen zum Stadtbild mit dazu. Und da sind wir dann auch beim Thema Kriminalität, etwa was solche Delikte wie Landfriedensbruch anbelangt. Und ebenfalls beim Thema Kopftuch als Zeichen der politischen Landnahme durch den Islam.
„Post“, das ist die Vorsilbe der Epoche der letzten siebzig Jahre, und sie diente dazu, für die verschiedensten Phänomen einen Zustand des „Noch nicht zu Ende, aber noch nichts Neues in Sicht“ zu beschreiben. Wenn wir es großzügig auslegen, dann ist „Post“ sogar die Silbe zum Einschnitt von 1945, nach dem die Welt nicht mehr wie vorher ausschaute: der Zivilisationsbruch Auschwitz, die systematische Ausrottung von Millionen Juden und jener Krieg, den Deutschland, Italien und Japan über Europa, Afrika, Asien und Amerika brachten. Dazu die zerstörerische Kraft der Atomwaffen. Die Moderne war eine andere geworden, brutaler, und mit solchen Katastrophen manifestierte sich eine Dialektik der Aufklärung, der Umschlag in eine Krise, die zugleich aber, wenn wir Aufklärung konsequent denken, nur mit den Mitteln der Aufklärung selber geheilt werden kann: „Qui curat, idem vulnerat.“ In Wagners Oper „Parsifal“ heißt es: „Die Wunde schließt der Speer nur, der sie schlug“.
Zugleich aber transformierte sich – zumindest im Westen – diese katastrophische Moderne auf eine merkliche Weise zum Angenehmen, gerade durch die Ausbreitung des American Way of Life mit einem neuen Lebensgefühl, das sich in einem gewissen materiellen Wohlstand, in sozialem Aufstieg, im Pop und in neuen Jugendbewegungen manifestierte, mit neuen Medien wie Fernsehen und Radio, die zur Verbreitung dieser Phänomene beitrugen, sowie einer Technik, die das Leben radikal veränderte und erleichterte, von Automobil bis Geschirrspüler. So entstand im Westen eine neue Freizeitgesellschaft, zwar immer noch getragen durch teils harte Arbeit, die es aber zugleich ermöglichte, eine andere Art von Leben zu führen und zu konsumieren: von der Fernreise über das Reihenhaus bis hin zu Gegenständen, die früher ein Luxusprodukt des gehobenen Bürgertums waren. Ein neues Bauen entstand: Hochhäuser auch in Westeuropa, eine funktionale Bauweise stülpt sich über die zerstörten, nun vielfach automobilgerecht konzipierten Städte. „Gehn se mit der Konjunktur“ und „Jetzt kommt das Wirtschaftswunder“ wie halb ironisch, witzig und zugleich auch bissig-böse die Slogans in Schlagern lauteten. Hochhaussiedlungen waren noch keine beschmierten Ghettos, sondern die Ausflucht aus dem modernden Altbau und der zu kleinen Wohnung mit Klo auf halber Treppe. Zumindest galt all das für den Westen. (Ein Buch der Ostmoderne wäre noch zu schreiben.)
Wer solche Moderne der 1950er Jahre sich betrachten möchte, der reise ins französische Brest, einer im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörten Stadt, die dann am Reißbrett mit hochmoderner, funktionaler Architektur wieder aufgebaut wurde: jene für Frankreich typische Moderne der Nachkriegszeit: kühl, sachlich, funktional ausgerichtet und auf ihre Art zugleich auch wieder schön – zumindest aber interessant, was mit der Romantik ebenfalls eine ästhetische Kategorie ist. Und ebenso betrachte man sich die durch den Bombenkrieg wieder aufgebauten deutschen Städte, darin die zertrümmerten Altbauten verschwanden und in die Lücken setzte sich eine teils funktionale, teils kalte Moderne. War solches Bauen, der Geist dieser Epoche und samt der sich etablierenden nivellierenden Mittelstandsgesellschaft mit dem Versprechen des sozialen Aufstiegs noch modern? Oder gar megamodern, wenn ein aus dem Bauhaus und dem Funktionalismus heraus entwickeltes Wohnkonzept fürs geräumige Einzelhaus plötzlich ins Gigantomanische riesiger Le-Corbusierhafter Wohnsilos erwuchs, darin man Menschen kasernierte? Begann die Postmoderne in der Architektur mit dem sozialen Wohnungsbau der neuen Siedlungen?
Im Rahmen von Begriffsanalysen war lange nicht ausgemacht, ob wir noch in der Moderne oder aber schon in einer anderen Epoche uns aufhielten. Ob die Geschichte stillstand oder immer noch in rasanter Bewegung war. Und gab es überhaupt noch dieses „Wir“, angesichts heterogener Kulturen und Kulturräume, die um ihre Sphären kämpften oder diffundierte diese Gesellschaft nicht vielmehr in Schichten und Milieus, die sich dann allesamt in der Nivellierten Mittelstandsgesellschaft Westdeutschlands wiederfanden? Und auch in der Kunst kann man treffsicher von einer anderen Moderne, einer Nachkriegsmoderne sprechen. Es war diese Kunst zwar noch irgendwie modern und verstand sich in diesen Traditionslinien, aber sie richtete sich in ihren Öffnungen und Erweiterungen doch deutlich anders nun aus, von Informel und Tachismus, erweitertem Kunstbegriff, Fluxus und Konzeptkunst, Action Painting, der Vermischung von Kunst und Unterhaltung, E- und U-Kunst, close the gap, neuer Realismus bis hin zu neuer atonaler Musik, elektronischer Musik, Nouvelle Roman, Performancekunst und Environment.
Doch waren in diese Nachkriegsmoderne eine Vielzahl an Krisen bereits eingewoben, sei es politischer, gesellschaftlicher wie auch ästhetischer Art. Europa war durch den Eisernen Vorhang getrennt. Ehemals von Europa kolonialisierte Länder begannen sich zu befreien. Indien stemmte sich gegen die britische Herrschaft und wurde 1947 unabhängig. Die Juden schüttelten Ende der 1940er Jahre das Joch der Briten auf den von ihnen verwalteten Gebieten in Galiläa, Samaria, Judäa und Eretz Israel ab und gründeten 1948 ihren Staat. Das britische Empire zerfiel und ehemals kolonialisierte Länder in Afrika und Asien befreiten sich. (Was freilich keineswegs zur Folge hatte, daß in Afrika Demokratien bzw. sinnvolle Staats- oder Stammesgebilde entstanden.) Das Zeitalter des Kolonialismus ging seinem Ende entgegen und zugleich lastete doch sein Erbe auf den neuen Ländern.
Diese neue Moderne, die bereits eine andere Moderne war als die des beginnenden 20. Jahrhunderts, geriet brüchig: ökonomische Krisen, Kalter Krieg, jugendliche Protestbewegungen im Westen, ein repressives kommunistisches Regime, Dritte-Welt-Diktaturen, die es keineswegs besser machten als die sogenannten Kolonialisten, die einzige Demokratie im Nahen Osten, Israel, das einer ständigen Bedrohung durch die arabischen Nachbarn ausgesetzt war, ökonomische Krisen, die Ölkrise von 1973, die dem Westen schwer zusetzte, der Aufstieg des Islamismus 1979 im Iran und die dauerhafte Implementierung eines islamofaschistischen Regimes in dieser Region, was Auswirkungen auf die gesamte Welt haben sollte. Der sich vor allem auch in Europa und Afrika ausbreitende Islam als politische Religion und als Ersatz für die sozialistische Ideologie, was im Blick auf eine zunehmende Islamisierung qua Massenmigration und erheblicher Fertilitätsraten auch den Westen schwer traf.
Die Moderne in einer tiefen Krise – bis heute. „Legitimitätsprobleme im Spätkapitalismus“, seit Jahrzehnten, diverse ökologische Krisen, bemerkbar spätestens und in den Raum der öffentlichen Kommunikation gelangt in den 1970er Jahren, unwirtliche Städte, nicht nur in Deutschland. „Einstürzende Neubauten“, so hieß sinnfällig und treffend eine Berliner Punk- und Industrialsound-Band der frühen 1980er Jahre aus Berlin in Zeiten von Atomwaffen und einer sichtbaren ökologischen Zerstörung von Lebensräumen.
Und spätestens mit dem Jahr 1989 erfolgte ein weiterer Einschnitt, der die Geschichte der Welt erheblich in einen Umschwung brachte und damit auch im Bereich der Geschichte eine neue Post-Erzählung generierte. Der Kapitalismus schien über den Kommunismus gesiegt zu haben. „Kapitalismus Forever“, wie Wolfgang Pohrt in gewohnter Bissigkeit eines seiner Bücher betitelte. Geschichte an ihrem Ende? Mitnichten. Spätestens seit der Machtübernahme in Rußland durch Wladimir Putin, dem militärischen Erstarken von Terrorstaaten wie dem Iran und Nordkorea und nach den islamischen Terroranschlägen vom 11. September 2001, dem Überfall Rusßlands auf die Ukraine und dem genozidalen Terrorüberfall der Hamas und der Gaza-Bevölkerung vom 7. Oktober auf Israel wurde manchem klar, daß die Geschichte keineswegs in ihrem höchsten und freiesten Zustand kulminierte. Kein Ende, sondern das Buch der Geschichte schlug, wie zu erwarten, neue Seiten auf.
Als Titel für diese veränderte Konstellation in der Moderne diente in verschiedensten Feldern die Vorsilbe „Post“: Posthistoire, Postmoderne, Postkolonialismus und später mit dem Aufkommen neuer digitaler Techniken Posthumanismus. In der Philosophie wurde das postmetaphysische und in der Kunst das postavantgardistische Zeitalter ausgerufen, Theater wurde postdramatisch, das Wirtschaftssystem postkapitalistisch. Konjunktur einer Vorsilbe also.
Ich habe hier im Blick auf die Zeitzeichen lange um den heißen Brei herumgeschrieben, Eckdaten solcher „Post“-Szenarien formulierend, die dann auch auf Theorie und Philosophie erhebliche Auswirkungen zeitigten. Eigentlich schätze ich es nicht, wenn statt einer Rezension ein Koreferat folgt. Was aber daran liegen mag, daß ich mich um dieses im März 2025 erschienene Buch von Dieter Thomä ein wenig herumdrücke. Ich habe das Buch nicht ungerne gelesen, aber es schwang zugleich ein Unbehagen mit, zumal 400 Seiten lesend und nicht bloß überfliegend bewältigt sein wollen.
Anfangs war ich wegen Titel und Sujet gespannt, zugleich sinnierend, daß eine solche begriffsgeschichtlich ausgerichtete Kritik, exemplifiziert an den Begriffen Posthistoire, Postmoderne und Postkolonialismus, doch relativ spät erschienen ist, wenn ich daran denke, daß all diese Begriffe seit Jahrzehnten im Umlauf sind und daß ihre Hochzeiten vorbei sind – der Postkolonialismus mag eine Ausnahme bilden. Aber für solchen Verzug kann man mit Hegel gute Gründe anbringen, nämlich mit jenem wohlbekannten Zitat aus seiner Rechtsphilosophie, daß die (erkennende) Eule der Minverva ihren Flug erst mit der hereinbrechenden Dämmerung beginnt. Erkennen läßt sich nur, wenn eine Gestalt des Lebens alt geworden ist.
Und um genau solche Verabschiedung jener „Post“-Konstrukte geht es Thomä. Er stellt in seinem Buch die Frage, womit die Erfolgsgeschichte dieses Begriffes zu erklären sei, denn solche „Post“-Konstellationen – derart über Jahrzehnte zudem anhaltend – sind für die Betrachtungen von Gesellschaft keineswegs selbstverständlich. Thomä beschreibt es witzig wie treffend:
„In früheren Jahren sind Post-Wörter auf keinen grünen Zweig gekommen. Kopernikus ist nicht für die Entdeckung des ‚postptolemäischen‘ Weltbilds gerühmt worden, die citoyens haben 1789 nicht ‚Es lebe der Postfeudalismus!‘ gerufen, Karl Marx und Friedrich Engels waren klug genug, sich 1848 nicht für den Titel ‚Manifest der Postkapitalistischen Partei‘ zu entscheiden.“
Keiner wäre auf die Idee gekommen, das „Post“-Wort in den Mund zu nehmen, so Thomä. Es muß also für unsere Gegenwart und für jene Epoche nach 1945 eine spezifische Situation geben, darin nicht mehr fröhlich neue Zeitalter und Begriffe ausgerufen werden können. Eine gewisse Stagnation kommt in solcher Begriffsverwendung zum Ausdruck. Ein gebremstes Fortschrittsversprechen, gar der Abbruch teleologischer Weltbilder und Denkweisen. Zu solcher Klärung will das Buch ansetzen: wie es nämlich zur Konjunktur dieser Vorsilbe kam. Daß Thomä erhebliche Vorbehalte gegen sie hat, zeigt sich bereits in der umfangreichen Einleitung, in der er uns eine erste Sichtung liefert: „Grundsätzlich ist an dem Befund, dass die Vorsilbe Post– ein Symptom für Einfallslosigkeit ist, nicht zu rütteln.“ Aber sie besitzt in verschiedenen Ausprägungen zugleich einen Reiz, dem Thomä nachgeht. Dabei bleibt, so Thomä, mit dem marxistischen Literaturtheoretiker Terry Eagleton festzuhalten, daß die Vorsilbe Post immer auch ein performativer Begriff ist, der nicht nur ein Ende verkündet, sondern es auch herbeiführen will – nicht nur semantisch.
Die Post-Theoretiker behaupten mit ihrer Vorsilbe nicht nur, daß etwas nicht mehr ist, sondern sie deuten die Vergangenheit um und geben ihr ein neues Gesicht. Die Kritik von Macht ist immer auch selber ein Machtspiel, indem neue Narrative installiert werden. Die Theoretiker der Postmoderne, so Thomä, machen die Moderne in ihren Deutungen erst retrospektiv und retroaktiv zu dem, was sie angeblich war, um sich dann erfolgreich von ihr absetzen zu können: gewissermaßen wird das im Osternest versteckt, was man dann – oh Wunder! – auch genau darin findet. „Dass die Vergangenheit im Sinne der hier skizzierten Beispiele nicht schlicht beschrieben, sondern umgeschrieben wird, ist spielentscheidend für den Erfolg der Postismen.“ (S. 31)
Thomä will sich in seiner Analyse nicht mit Etiketten begnügen, „sondern dorthin gelangen, wo Wörter sich verkörpern und Menschen zur Sprache kommen.“ (S. 48) An der Vorsilbe Post interessiert Thomä nicht, wie gut sie sich (philosophisch) verkaufen läßt, sondern „wie gut oder schlecht sich mit ihr leben oder denken lässt.“ Es geht ihm also um praktische Aspekte und nicht darum, eine weitere Seminarübung zu liefern. Das erklärt auch den teils heiteren und locker-essayhaften Ton dieses Buches. Es ist gut lesbar auch für jene, die nicht vom Fach sind.
Thomä befaßt sich vor allem mit den drei großen, oben genannten Post-Bewegungen, auch wenn es in diesem Feld noch andere Kandidaten gibt, wie etwa Postdemokratie oder Postkapitalismus. Aber da es sich bei jenen dreien um Selbstzuschreibungen handelt, die nicht von außen aufgetragen wurden, ist dies ein guter Grund, explizit diese Begriffe zu analysieren. Zumal sie zentrale Debattenbegriffe der letzten Jahre und Jahrzehnte waren und bis heute immer einmal wieder sind.
Der Zweite Weltkrieg fungierte, wie oben gezeigt, als Scharnier. „Der Aufstieg von Post- verdankt sich einer Krise der unverbindlichen Verbindungen …“. Nach diesem Zweiten Weltkrieg und den Verbrechen der Deutschen geriet die Kontinuität in eine Krise: „Erst habe ich ein paar Partisanen erschossen, danach bin ich heimgefahren und habe wieder als Metzger gearbeitet.“ (S. 51) In solcher Reihung funktioniert das „Nach“ nicht mehr und zeigt eine Perversion des Kontinuums – wobei man freilich anmerken kann, daß dieses Nach in den 1950er Jahre – und auch darüber hinaus – dann doch wieder ganz gut funktionierte.
Solche Anekdote mag eine Zuspitzung darstellen, doch pointiert sie eine veränderte Situation nach 1945. Allerdings bleibt beim Festhalten des Diskontinuierlichen jene Frage, die Anfang der 1930er Jahre schon Walter Benjamin im Blick auf die Unmöglichkeiten eines kontinuierlichen, erfahrungsgesättigten Erzählens aufwarf: ob nämlich dieser Bruch nicht bereits mit den entsetzlichen Materialschlachten des Ersten Weltkriegs angelegt war.
Im Posthistoire-Kapitel wird ausführlich die Positionen von Alexandre Kojève beleuchtet, der den französischen Meisterphilosophen in den 1930er Jahren die Philosophie Hegels nahebrachte und damit auch jene These vom Ende der Geschichte implizit in den Diskurs schmuggelte, die er der Hegelschen Philosophie unterjubelte. Gesäumt ist solches Denken von Träumen einer Utopie. „Kojève favorisiert die Steuerung der Gesellschaft von oben“, so konstatiert Thomä. Weiterer Denker des Posthistoire sind Arnold Gehlen und Francis Fukuyama vor allem. Dabei bezeichnet er Fukuyamas sich auf Kojève beziehende und ihn radikalisierende These als eine Art Etikettenschwindel. „Fukuyamas These vom Ende der Geschichte gehört zu den nicht seltenen Fällen, in denen schlechte Ideen große Wirkungen zeitigen.“ (S. 136) Die Redeweise vom Posthistoire erweist sich als Fehldiagnose, so Thomä. Und genau das ist Anlaß nicht zur Trauer, sondern vielmehr zur Freude.
Ein weiterer Postismus ist jene Postmoderne, die in der alten BRD insbesondere die Debatten der 1980er Jahre beflügelte und in den USA und in Frankreich ihren Ausgang nahm. „Die Stillstellung der Zeit, die vom Posthistoire bekannt ist, kehrt in der postmodernen Antwort auf die Moderne wieder.“ (S. 191) Postmoderne ist der Eintritt ins Zeitalter der Anführungszeichen, so Thomä: Faktizität wird mit einem „Es-könnte-auch-anders-sein“ überschrieben, jedes Eigentliche ist zugleich in anderer Konstellation ein Uneigentliches. Ironie war der Modus der Jahre. Thomä macht hier den zu seinem Bedauern in Vergessenheit geratene US-Dichter Charles Olson ideengeschichtlich als einen der ersten Denker der Postmoderne fest. Olsen unterrichtete seit 1948 immer einmal wieder als Dozent an dem auf Kunst ausgerichteten Black Mountain College, wo sich auch die Nachkriegsavantgarde der USA traf. Olson geht es dabei nicht mehr um feste Epochengrenzen, sondern um Sprecher- und Subjektpositionen. Der westliche Mensch habe während seines modernen Irrwegs von Homer zu Melville und darüber hinaus sich selbst aus den Augen verloren. Wer die Moderne hinter sich läßt, so charakterisiert Thomä die Position Olsons, der muß nicht nur „zu Logos und Allgemeinheit auf Distanz gehen, sondern auch zu Klassifikationen, Form, Abstraktion und Wissenschaft.“ (S. 155) Für Thomä gibt es insofern gute Gründe, „an Olson zu erinnern und auch Grund genug, über ihn hinauszugehen.“ Diese Perspektivierung ist auf alle Fälle eine erfrischend andere Blickrichtung bei einem ansonsten vielfach ausdiskutierten Thema. Auch die Texte von Leslie Fiedler erfahren Lob: „sie gleichen einer Erfrischung mit leicht scharfer Geschmacksnote: Schokoladeneis mit Chili.“
Angesichts der Vielzahl an Positionen, was Postmoderne überhaupt ist und wer dazugehört – Foucault etwa rechnet Thomä sehr richtig nicht dazu –, liefert Thomä nicht das nächste Erklärbuch, sondern er beschreibt bestimmte Diskurse, die diese Debatten strukturell prägten. Dazu gehört unter anderem das Konzept der Vielfalt und der Vielheit – der „Affekt gegen das Allgemeine“ so zitiert Thomä Axel Honneth. Im Blick auf jene Vielfalt wurde Nietzsche gerne als Gewährsmann genommen. Nur eben gibt es bei ihm zugleich jene Stellen, wo er im Biographischen geradezu das Einswerden proklamiert, so stellte es Thomä fest.
Viele Bewegungen der Postmoderne haben in ihrer Vulgärform etwas Banales: dort nämlich, wo komplexe Probleme zu Protokollsätzen geraten und zudem das Ästhetische ins Politische kippt. Doch wenn Theorie praktisch werden will, wenn das Ästhetische in das Politische sich transformiert, ist dieser Akt zumeist mit Simplifizierungen erkauft: komplexe Denkgebäude geraten zu Protokollsätzen und Parolen. Thomä geht in diesem Kontext solcher Theoriereduktionen weniger auf die komplexen Philosophien von Lyotard, Derrida oder Deleuze ein, sondern nimmt sich die Schwundformen und ihre Adepten vor. Zu konstatieren bleibt dabei der Umschlag des Lobs der Vielheiten in die Identitätspolitik.
Zu kritisieren ist ebenso die Vereinheitlichungstendenz der Postmoderne, auch bei ihren avancierten Theoretikern wie Lyotard. Sie bastelt sich mit der Moderne einen Strohmann. Keineswegs handelt es sich bei der kritisierten Moderne um eine derart geschlossene und in binären Mustern operierende Veranstaltung, wie es die Denker der Postmoderne attestieren. Und damit macht die Postmoderne genau das, was sie an der Moderne kritisiert. Thomä liefert hier eine nicht wirklich originelle neue Kritik. Diese Argumente waren bereits Topos der 1980er Jahre, aber man liest die Kritik doch gerne, weil Thomä sie mit einer guten Portion Witz und Ironie vorträgt.
Dabei ist Thomäs Kritik an der Postmoderne im Blick auf deren Vulgär- und Geschwätzigkeitsformen und wenn in Seminarübungen wie auch im politischen Feuilleton mittels Sprachphrasen samt Bullshitsprech Locken auf der Glatze gedreht werden, nicht von der Hand zu weisen – auch im Blick auf Lyotard nicht, wenn von der ästhetischen Sphäre aufs Politische ausgedehnt wird.
„Lyotard erweckt den Anschein, als täte er dem Undarstellbaren einen Gefallen, indem er es mittels vielfältiger Darstellungen umspielt. Tatsächlich wird es auf diese Weise überspielt und unter den Teppich der Sprache gekehrt. Man ist so erfüllt davon, sich auszusprechen und auszuleben, dass man mit sich selbst alle Hände voll zu tun hat. Da postmoderne Darstellungen sowieso keine feste Referenz beanspruchen, kann ihnen auch egal sein, wenn die Referenz am Undarstellbaren scheitert. Dessen Spur verliert sich im Getümmel der Sprachspiele.“ (S. 176)
In diesem Sinne ist die Postmoderne eine sich im Pluralen verschleiernde Form von Identitätspolitik, und es ist dabei zugleich folgerichtig, daß sie das Einfallstor postkolonialer Theorien ist, wie Thomä festhält. Solche Übertragungen mögen Stoff für Debatten geben und es werden die Kritiker nicht ausbleiben, die Thomä der Simplifizierung bezichtigen. Das kann man so sehen. Man kann es aber auch derart lesen, daß Thomä eine in Teilen gefährliche Tendenz treffend pointiert, die bis heute im Woke-Milieu und bei der identitären Linken die Debatten terrorisiert und politischen Konformitätsdruck erzeugen will.
Auch zu den unterschiedlichen Positionen des Postkolonialismus liefert Thomä ein umfangreiches letztes Kapitel. Dabei erweist sich gerade dieser Begriff als politisch besonders aufgeladen:
„Das Wort ‚postkolonial‘ kann erst dann im Konzert der großen Postismen mitspielen, wenn es nicht nur zur Beschreibung einer historischen Phase dient, sondern mit einer Botschaft aufgerüstet wird.“ (S. 235)
Festzuhalten ist dabei, daß im Unterschied zu Posthistoire und Postmoderne beim Postkolonialismus vielfach ganz explizit eine moralische Bewertung hinzutritt, wenn es um die „Verdammten dieser Erde“ geht. Und bei Fragen der brutalen und grausamen Genitalbeschneidung bei Frauen stellt sich zugleich die Frage nach Universalitätsprinzipien. Konfrontationen zwischen verschiedenen Diskursformen sind gerade beim Blick auf uns fremde Kulturen nachgerade vorprogrammiert. An dieser Stelle hätte dem Buch vielleicht sogar, im Sinne eines close readings und um nicht nur im Überblickshaften zu bleiben, eine Auseinandersetzung mit Lyotards „Der Widerstreit“ gutgetan, darin es um genau solche Unüberbrückbarkeiten in den Argumenten und Urteilen geht. Andererseits hätte dies den Umfang eines solchen Buches gesprengt, das lediglich einen Problemaufriß und eine Kritik hinsichtlich bestimmter in Diskursen fest verankerter Begriffe liefern will, ohne im Detail dann die Maulwurfsarbeit zu verrichten.
Im Weiteren werden die Positionen von W.E.B. Du Bois, Frantz Fanon, Edward Said und auch Judith Butler behandelt. Ein Reigen an Namen: Gayatri Spivak, Stuart Hall, Kwame Anthony Appiah und der umstrittene und sich im Blick auf seine Israelkritik mißverstanden fühlende Achille Mbembe, der sich selber allerdings nicht als postkolonialen Theoretiker verortet sehen möchte. Vielfach geht es um Sprecherpositionen und auch um die Kritik daran. Wir finden hier einen Großteil der gegenwärtigen Debatten zusammengefaßt – was freilich mit Verkürzungen und Zuspitzungen erkauft ist, wie die Kritiker von Thomä einwerfen werden. Doch auch im Blick auf Postcolonials und ihre Kritik am Westen greift einmal wieder jene Dialektik der Aufklärung, die auch Thomä in Anschlag bringt: die Kritik an den Verfehlungen des Westens konnte nur erfolgen, weil es eine westlich-okzidentale Aufklärung gab, die jene Form Selbstreflexivität erfolgreich hervorbrachte. Die Kritik am Westen beruft sich zu einem großen Teil auf westliche Argumente, so Thomä (S. 294).
Thomä streift in diesem Kontext auch so hochaktuelle Themen wie den Konflikt zwischen Israel und den im Westjordanland und den in Gaza lebenden Arabern; und damit kommt auch die Debatte um Achille Mbembes fragwürdige Äußerungen hinsichtlich des Existenzrechts von Israel in den Blick. Es ist insofern ein Reigen an Bezügen, den Thomä uns liefert.
Hinsichtlich der postkolonialen Theorien zieht Thomä als Fazit, daß sich dieser Ansatz im Gegensatz zu den vorherigen Themenkomplexen lebendig gehalten hat. Dies zeigt sich etwa über den mit der postkolonialen Thematik verbundenen Opferbegriff und die Frage nach Selbstermächtigungen sowie der nach den Sprecher- und Betrachterperspektiven. Die Chance für eine sinnvolle postkoloniale Theorie – egal welcher Ausprägung – kann, so Thomä, darin liegen, sich nicht mehr zwischen Vergangenheit und Gegenwart festzubohren, mithin eine Arbeit zu leisten, die „nicht vergangenheitslastig, sondern zukunftsfähig ist“. Die Dauerselbstviktimisierung sich als Opfer westlicher Unterdrückung zu begreifen, führt nicht aus dem Bannkreis heraus, sondern verstärkt ihn. Das sehen auch große Teile der postkolonialen Theoretiker so und darin eben sieht Thomä eine Chance, diesen Ansatz in einer multipolaren, multiperspektivischen Welt weiterzudenken.
Alle drei Begriffe verweisen bei Thomä auf einen Zeithorizont und auf eine Gegenwart, die nicht vergehen will und die mittels solcher Postbegriffe doch dargestellt und analysiert werden soll. Ein Kontinuum, das zu Metatheorien einlädt – leider nicht immer zum Guten. Vielleicht sollte man, so bemerkt Thomä süffisant wie treffend, auf diesem Feld ein neues Forschungsgebiet an den Universitäten installieren: die Prefix Studies.
Thomäs Buch will einen Beitrag leisten, um Auswege aus solchen verfahrenen Begriffen zu schaffen. Begriffe, die semantisch und im Blick auf die soziale Wirklichkeit vielfach in die Irre führen und gerade im Blick auf die Postmoderne und den Postkolonialismus zur Verwechslung von Wissenschaft und Aktivismus Anlaß gaben. Er verwirft dabei aber nicht rundheraus alle Ausprägungen in diesen drei Feldern, sondern versucht vielmehr die darin sinnvollen Gehalte zu transformieren, und zwar in eine selbstbewußte wie auch selbstkritische Moderne. Denn genau das bedeutet Moderne im sozialwissenschaftlichen wie auch im philosophischen Sinne: gesteigerte Selbstreflexivität. Doch Thomäs Fazit bleibt:
„Das Post- hat seine Schuldigkeit getan, das Post- kann gehen.“
An die Stelle jener mal mehr mal weniger retrospektiv agierender Postismen will er eine Art Schwellenlust und Offenheit setzen: Ins Neue sich zu wagen, ohne Begriffsverengungen. Im Blick auf die Schwellenangst schreibt Thomä:
„Genau genommen hat nämlich niemand Angst vor der Schwelle, sondern die Leute haben Angst a u f der Schwelle – vor dem, was ihnen bevorsteht.“
Diese Angst will Thomä nehmen:
„Anders als bei der Angst richtet sich die Lust hier nicht auf das, was danach kommt, sondern die Schwelle selbst wird zum Objekt der Begierde. Die Schwellenlust ist, so meine ich, ein Heilmittel gegen den P o s t-Frust.“
Im Sinne einer reflexiven Moderne, die sich ihren Herausforderungen stellt: nicht in blindem Fortschrittsoptimismus mehr, aber auch nicht im nörgelnden Daseinsnihilismus, der Geschichte als Verfall der Völker sieht, sondern als Sinn für neue Möglichkeiten, die sich auch aus den Schwierigkeiten heraus immer realisieren können. Diese Schwelle ist für Thomä ein Ort des Übergangs.
„Der Aufenthalt auf der Schwelle ähnelt dem Moment der Krise im höchsten, besten Sinne – nämlich im Sinn des griechischen krinein, das Unterscheiden und Entscheiden gleichermaßen meint. Kritikfähigkeit und Krisenfestigkeit gehen Hand in Hand. Nur weil ich der Schwellenlust fröne, öffnet sich mir die Zukunft als Gestaltungsraum und wächst in mir die Bereitschaft zum Handeln: die Bereitschaft, über die Schwelle hinauszutreten.“ (S. 330)
So lautet das Fazit dieses Buches, und in diesem Sinne ist es, so läßt sich als Fazit festhalten, ein Plädoyer für den skeptischen Optimismus, keine „Apologie des Zufälligen“, wie es die Postmoderne als Spiel gerne betriebe, sondern vielmehr ein „Abschied vom Prinzipiellen“ und den Dogmen jeglicher Art – wie Odo Marquard es in treffenden Buchtiteln festhält.
Das Buch bietet, trotz mancher Polemik, einen guten, wenngleich doch auch parteiischen Blick auf jene drei Postismen. Dennoch hätte ich mir eine gewisse Straffung gewünscht. (Rezensenten, die lange Buchkritiken schreiben, wünschen sich kurze Bücher – auch auf eine gewisse Weise seltsam.) Fast würde ich sagen, daß sich diese Themenbereiche eher für einen knackigen, polemischen Essay – als Abrechnung mit Lösungsansatz – anböten. Zumal Thomä jenen teils spöttischen und an Odo Marquart angelegten Ton einer freundlichen, aber doch bestimmt dabei auftretenden Ironie an den Tag legt, der gut für solche Formate sich eignet.
Dieter Thomä, Post-. Nachruf auf eine Vorsilbe, Suhrkamp Verlag 2025, ISBN 9783518588307, Gebunden, 396 Seiten, 28,00 EUR
„Ich möchte nicht in einem Land mit Hamas-Anhängern leben. Ich möchte, dass sie abgeschoben werden. Ich möchte, dass sie rausgeschmissen werden. Ganz einfach. Und ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass das geschieht. Ich habe übrigens genug von dieser traurigen Ära des Händeringens, in der die Leute sagen: ‚Oh, aber könnte das nicht gegen unsere liberalen Werte verstoßen …‘ Das interessiert mich nicht so sehr wie die Frage, ob Großbritannien Großbritannien bleibt. Das interessiert mich viel mehr. In jeder nationalen Notlage in der Geschichte unseres Landes haben wir etwas aufgegeben, um zu überleben. Das haben wir in den Napoleonischen Kriegen getan, das haben wir in den Kriegen des 20. Jahrhunderts getan, und das werden wir auch jetzt tun. Das ist es, was wir aufgeben: Toleranz gegenüber Menschen, die uns diese Toleranz nicht entgegenbringen. Diese Ära sollte vorbei sein.“ (Douglas Murray, gefunden bei Joachim Nikolaus Steinhöfel)
Die Massenmigration aus den muslimischen Ländern ist eine nationale Notlage. Politik reagiert nur, wenn es irgendwann hinreichend viele Stimmen gibt, die sich erheben. Daß diese nicht aus den etablierten Medien kommen und schon gar nicht von den ÖRR-Zwangsgebührenmedien dürfte klar sein. Also muß es über andere Kanäle funktionieren. Wenn in Deutschland seit 2015 über 500 Millarden Euro für eine völlig irrsinnige Migrationspolitik ausgegeben wurden und werden, in Berlin und anderswo aber die Schulen verroten und nicht einmal mehr basale Einrichtungen wie Toiletten funktionsfähig sind, wenn die öffentliche Daseinsvorsorge immer problematischer wird, vom ÖPNV bis hin zur medizinischen Versorgung und wenn es inzwischen bei einer akuten Erkrankung nicht mehr möglich ist, einen zeitnahen Termin bei einem Facharzt zu bekommen, dann funktioniert in dieser Gesellschaft etwas nicht. Wenn immer mehr Freizeiteinrichtungen, Schwimmbäder und Bibliotheken geschlossen werden müssen, weil angeblich kein Geld vorhanden ist, aber 500 Millarden Euro für Migration ausgegeben wurde, dann läuft in dieser Gesellschaft etwas falsch. Auch im Blick auf das Asylrecht, das für politisch Verfolgte gilt, aber keineswegs für Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlinge.
Die Professorin Susanne Schröter (Anthropologie, Ethnologie, Kulturwissenschaften) schrieb am 2. April 2025 auf X sehr treffend:
„Die noch amtierende Bundesinnenministerin stellt die Bilanz ihrer Politik vor. Fazit? Alles richtig gemacht. Tatsächlich ist der Befund katastrophal.
3,5 Millionen Flüchtlinge leben in Deutschland, deren Kosten für 2024 mit 48 Milliarden Euro angegeben wurden. 250.000 Personen stellten einen Asylantrag. Die Kommunen sind am Limit ihrer Leistungsfähigkeit angelangt, in den Schulen sinkt das Bildungsniveau, während Mobbing durch islamistische Schüler und Gewalt gegen Lehrkräfte zunimmt. 3,5 Millionen Menschen brauchen Wohnungen, Ärzte, Kindergartenplätze. An allem fehlt es und die Mietpreise gehen allein wegen der Verknappung des Angebotes in die Höhe. Dazu kommt die kontinuierlich steigende Gewaltkriminalität, inklusive sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Der Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hält die bisherigen Versuche die illegale Migration einzudämmen für gescheitert. Er empfiehlt angesichts der Missstände das individuelle Recht auf Asyl abzuschaffen und nach kanadischem Vorbild Quoten einzuführen. Die empörten Reaktionen inklusive Rücktrittsforderungen aus den Reihen der Linken, Grünen, SPD sowie der mit ihnen verbandelten staatlich finanzierten NGOs war erwartbar. Ideologie first, Realitätssinn niemals. Die Union wollte diese Verhältnisse ändern und versprach im Wahlkampf einen fundamentalen Wandel der Migrationspolitik. Man kann nur hoffen, dass sie sich in den laufenden Koalitionsverhandlungen daran erinnert.“
„Und obwohl der Ansturm angeblich schutzbedürftiger Neuankömmlinge im vergangenen Jahr weit geringer ausfiel als in den Jahren davor: Auch 2024 haben noch 250.000 Menschen einen Erst- oder Folge-Asylantrag in Deutschland gestellt. So viele Einwohner haben Städte wie Kiel, Aachen oder Chemnitz. Und das sind ja nur die Neuankömmlinge.
Die Gesamtzahl der in Deutschland lebenden Flüchtlinge erreichte vergangenes Jahr mit rund 3,5 Millionen einen historischen Höchststand. Ihnen allen werden Unterkunft, Bürgergeld, Pflege, medizinische Versorgung, Integrationskurse und vieles mehr bezahlt. 2024 gab die Bundesrepublik über 48 Milliarden Euro für „flucht- und asylbezogene Maßnahmen“ aus.
Wie lange wollen und können wir uns angesichts solcher Summen den darunter manifestierten individuellen Anspruch auf Asyl überhaupt noch leisten? Macht nicht gerade dieser Anspruch eine sinnvolle Steuerung von Fluchtmigration längst unmöglich? Mit solchen Fragen und Thesen erregte Hans-Eckhard Sommer jüngst Aufmerksamkeit. Er ist nicht irgendein böser, alter Mann, sondern der Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), dessen Belegschaft übrigens seit 2015 auch fast verdreifacht werden musste auf nunmehr rund 9000 Mitarbeiter.“
All das sind Kosten, die einen Sozialstaat erheblich belasten. Und bei der Höhe solcher Summen ist durchaus eine Kosten-Nutzen-Rechnung angebracht. Zumal wenn dafür an anderen Bereichen keinen Ressourcen mehr vorhanden sind – und das reicht von Wohnraum bis hin zur Überlastung der Gerichte und der Schulen. Reiche Menschen können sich für ihre Kinder Privatschulen leisten. Ärmere und normalverdienende nicht.
Über all diese Aspekte müssen wir in Sachen Migration diskutieren.
Ansonsten auch noch einmal im Blick auf den 7. Oktober und die Folgen der Massenmigration aus muslimischen Ländern, nämlich diese Bilder hier aus Berlin vom (zum Glück verbotenen) Aufmarsch der Antisemiten vorgestern:
„7. Oktober – Sieg, neues Sieg“ – Nur wenige Meter vom Roten Rathaus Trotz Verbot! Pro-Palästina-Aktivisten versammeln sich unweit des Roten Rathauses – rufen laut „Intifada, Intifada und feiern den 07.Oktober #b0710pic.twitter.com/7RI6pgxRsY
Das ist alles, was von ihrer Tochter übrig war. Keine Leiche. Kein Gesicht. Niemand, den man begraben konnte. Nur drei Zähne. Das hinterließ die Hamas Inbal, der Mutter von Karin Journo.
Ein 23-jähriges Mädchen mit einem gebrochenen Bein, das nur zu einer Party ging, um sich aufzumuntern.
Sie feuerten eine Panzerfaust auf den Krankenwagen ab, in dem sie sich zusammen mit anderen jungen Menschen versteckte, die versuchten, dem Massaker zu entkommen.
Und das muss eine Mutter begraben. Drei Zähne.
Um Kaddisch über Fragmente zu sprechen.
Sie schlachteten sie wie ein Tier ab, verbrannten sie, bis keine Spur mehr übrig war. Nur DNA. Und all das geschah hier. In Nova. In Israel. Am 7. Oktober 2023.
In einem souveränen Staat. Unter dem blauen Himmel eines Feiertagsmorgens, am Schabbat.
Karin ist nicht nur ein Name auf einer Liste. Sie war ein Mädchen, das gerne lachte, reiste und tanzte. Sie kam nicht zurück – und wird es auch nie tun.
Aber an diesen Horror müssen wir uns erinnern. Denkt daran, was passiert ist, wem es passiert ist und wer es getan hat.
Drei Zähne.
Das ist die Geschichte.
Möge Karins Erinnerung ein Segen sein
#NiemalsVergessen #NiemalsVergeben #Massaker vom 7. Oktober
Jede Bombe, jeder Schuß, jedes zerstörte Haus auf die Hamas-Gefolgschaft in Gaza – und das ist rund 80 Prozent der Menschen, die dort leben – ist ein korrekter Treffer. Bis die Hamas kapituliert oder aber die Gaza-Araber die Hamas zum Teufel jagen werden.
Wäre das, was am 7. Oktober 2023 mit jüdischen Frauen in Israel geschehen ist, nur einer einzigen Schwarzen in den USA passiert, ginge von diesen intersektionalen Feminstinnen ein Aufschrei durch die Welt:
„Videos zeigen zwei tote israelische Soldatinnen, denen offenbar direkt in die Vagina geschossen wurde. Auf einem Foto ist eine Frauenleiche zu sehen, der Nägel in die Oberschenkel und die Leistengegend gehämmert wurden. Eine Festivalbesucherin sagt aus, sie habe sich während des Massakers unter einem Baum versteckt und mit Gras bedeckt, weil ihr in den Rücken geschossen wurde.
Sie habe gesehen, wie einer Frau die Hose bis zum Knie heruntergezogen worden sei. Ein Mann habe hinter ihr gestanden und sie vergewaltigt. Jedes Mal, wenn sie zurückgewichen sei, habe er ihr mit einem Messer in den Rücken gestochen. Eine andere Frau, so die Zeugin, sei von einem Terroristen vergewaltigt worden, während ein weiterer Mann mit einem Cuttermesser ihre Brüste abgeschnitten habe.“ (Ferdinand von Schirach)
All jene Feminstinnen, die schon beim kleinsten Misgendern ins Kreischen verfallen: sie schwiegen plötzlich, als Frauen vergewaltigt und mißbraucht wurden. Eine Jasmin Kuhnke blieb schweigsam und steht, wie auch eine Emilia Roig, implizit auf der Seite der Täter, der Vergewaltiger und Mordbrenner. Ebenso eine Melika Foroutan, die am Sonntag, zwei Tage vor dem 7. Oktober, als Tatort-Kommissarin zu sehen war, sie unterstützt Antisemiten, so etwa die Hamas-Selfie-Flotte. Auf Instagram kann sie nicht genug aktivistisches Zeugs posten. Zum 7. Oktober aber schweigt sie. Und es wären hier noch viel mehr Namen zu nennen, die ansonsten nicht schnell genug ihre Klappe in der Öffentlichkeit aufkriegen, die aber noch dem Pogrom vom 7. Oktober plötzlich schwiegen. Und ebenso viele Künstler, die ansonsten gar nicht schnell genug ihre Fressen in die Kamera halten können, sobald sich auch nur eine einzige zeigt. Gratismut beim „Kampf gegen rechts“. „Haltung“, die wohlfeil ist, weil sie nichts kostet.
Der 7. Oktober ist ein Prüfstein auch für die Linke. Wer integer geblieben ist und wer jegliche Legitimation verloren hat.
„Wer am 7. Oktober, dem Jahrestag des Massakers, mit Pali-Flagge und Intifada-Gebrüll durch die Straßen zieht, der ist von Grund auf böse. Da gibt es nichts zu relativieren.“ So schrieb es eine Fb-Freundin treffend.
Soziale Medien: Wahrheit und Wirklichkeit Von Ferdinand von Schirach
Die Massaker der Hamas-Terroristen am 7. Oktober 2023 in Israel sind in über 60.000 Videos dokumentiert. Trotzdem schenken viele Menschen Falschinformationen aus den sozialen Medien Glauben. Wie kann das sein?
Am 7. Oktober 2023 zerstören Hamas-Terroristen den Grenzzaun zu Israel. Rund 3000 Kämpfer dringen über den Land-, See- und Luftweg in das Land ein. Die Terroristen schießen wahllos auf Passanten, sie plündern, morden und vergewaltigen in 22 Ortschaften an der Grenze.
Bei Re’im findet gerade ein Musikfestival statt. Die Terroristen stürmen das Gelände und feuern in die Menge. Sie ermorden 364 Festivalbesucher, viele wurden zuvor noch gefoltert und vergewaltigt.
Die »New York Times« recherchierte sehr umfangreich über die sexuelle Gewalt gegen Frauen. Danach berichten Zeugen von Frauen- und Mädchenleichen mit gespreizten Beinen, abgerissener Kleidung und deutlichen Anzeichen von Missbrauch im Genitalbereich.
Verstümmelt und gefesselt
Videos zeigen zwei tote israelische Soldatinnen, denen offenbar direkt in die Vagina geschossen wurde. Auf einem Foto ist eine Frauenleiche zu sehen, der Nägel in die Oberschenkel und die Leistengegend gehämmert wurden. Eine Festivalbesucherin sagt aus, sie habe sich während des Massakers unter einem Baum versteckt und mit Gras bedeckt, weil ihr in den Rücken geschossen wurde.
Sie habe gesehen, wie einer Frau die Hose bis zum Knie heruntergezogen worden sei. Ein Mann habe hinter ihr gestanden und sie vergewaltigt. Jedes Mal, wenn sie zurückgewichen sei, habe er ihr mit einem Messer in den Rücken gestochen. Eine andere Frau, so die Zeugin, sei von einem Terroristen vergewaltigt worden, während ein weiterer Mann mit einem Cuttermesser ihre Brüste abgeschnitten habe.
In Be’eri und Kfar Aza wurden in sechs Häusern Leichen von Frauen und Mädchen gefunden. Sie waren nackt, verstümmelt und gefesselt.
Abgetrennte Kinderschädel
An diesem Tag werden 1139 Menschen ermordet. Darunter sind 695 Zivilisten, einschließlich 36 Jugendliche und Kinder. Ein Ersthelfer sagt vor der Knesset aus, er habe abgetrennte Schädel von drei Kindern gesehen.
Vor 75 Jahren erschien George Orwells Roman »1984«. Heute denken die meisten Menschen bei dem Titel an den Überwachungsstaat, an »Big Brother is watching you«, »Der Große Bruder sieht dich«. Aber eine andere Idee des Romans reicht weiter.
In dem Roman verändert das »Wahrheitsministerium« die Sprache der Menschen und damit die Wahrheit. Dieses Ministerium »war ein riesiger pyramidenartiger, weiß schimmernder Betonbau, der sich terrassenförmig dreihundert Meter hoch in die Luft reckte. Von der Stelle, wo Winston stand, konnte man gerade noch die in schönen Lettern in seine weiße Front gemeißelten drei Wahlsprüche der Partei entziffern: ›Krieg bedeutet Frieden / Freiheit ist Sklaverei / Unwissenheit ist Stärke‹«
Gegenteil der Wahrheit
Das Gegenteil der Wahrheit wird geglaubt, wenn sie nur oft genug behauptet wird. Vergangenheit lässt sich verändern, Tatsachen gelten nichts. George Orwell hatte recht. Am Anfang waren es nur alberne Verschwörungstheorien: Die Mondlandung sei von Stanley Kubrick im Auftrag der US-Regierung inszeniert worden.
Die Welt würde von Reptiloiden regiert, die sich als Menschen tarnen, wie zum Beispiel Barack Obama, die Queen oder Angela Merkel. Die Erde sei eine Scheibe. Paul McCartney sei schon lange tot, Walt Disney nur eingefroren, und Elvis lebe noch.
Dann wurde es ernster. Die Terroranschläge am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York seien von der US-Regierung selbst durchgeführt worden. Der Bevölkerung wären über den Corona-Impfstoff heimlich Mikrochips implantiert worden. Globale Eliten würden Zuwanderungsströme steuern. Putin erklärt, die Ukraine sei ein von Nazis unterwanderter Staat, der Genozid an der eigenen Bevölkerung verüben wolle. Und Donald Trump verkündet noch immer, er habe die Wahl gewonnen.
Opfer werden zu Tätern
Die sozialen Medien sind weitaus mächtiger, als es ein »Wahrheitsministerium« je sein könnte. Mit einem Tastenklick werden dort Opfer zu Tätern und Täter zu Opfern gemacht. Wahrheit ist heute nur noch eine Meinung – und man darf ja wohl auch anderer Meinung sein. Die Wirklichkeit scheint nicht mehr zu existieren, selbst bei den schrecklichsten Verbrechen.
Zu den Massakern am 7. Oktober 2023 in Israel gibt es über 1500 Zeugenaussagen, über 60.000 Videos – unter anderem aus den beschlagnahmten Körperkameras der Terroristen – und zahllose Fotos der Morde, Folterungen und Vergewaltigungen. Trotzdem glauben über 90 Prozent der Palästinenser im Gazastreifen und Westjordanland, die Hamas habe in Israel keine Gräueltaten verübt.
Twitter, TikTok und Telegram werden mit Terrorpropaganda, Falschinformationen und Antisemitismus überschwemmt. Und das funktioniert: Auf der Sonnenallee in Berlin feiert am Abend des 7. Oktober das palästinensische Netzwerk Samidoun den Angriff der Hamas. Süßgebäck wird dabei an Passanten verschenkt.
Jubel über Terror
In London, Stockholm, Barcelona, Washington, New York, Chicago, Sydney und anderen Städten jubeln Menschen über den Terroranschlag auf Israel. Schon zwei Wochen nach den Morden gehen in London 100.000 Demonstranten für die Palästinenser auf die Straße.
Die Terroristen nahmen am 7. Oktober 2023 in Israel 251 Geiseln. An dem Tag, an dem ich diesen Text schreibe, sind nach Zählung der Zeitung »Haaretz« noch immer 66 Menschen in der Gewalt der Hamas, 35 Entführte wurden bereits für tot erklärt. Die jüngste Geisel ist ein Baby. Der Junge war achteinhalb Monate alt, als er entführt wurde.
In Orwells »1984« heißt es: »Wenn Sie sich ein Bild von der Zukunft machen wollen, dann stellen sie sich einen Stiefel vor, der ein menschliches Gesicht zertrampelt – unaufhörlich.«
Diese Stiefel sind heute die sozialen Medien.
Ferdinand von Schirach ist Schriftsteller und Jurist.
Dieser Kommentar erschien zuerst in der »Welt« und darf auf ausdrücklichen Wunsch des Autors unentgeltlich veröffentlicht werden.
Wenn das Strafmaß für solche Taten und wenn das Strafmaß für diesen antisemitischen Auswurf derart gering ist, daß es kein Risko bedeutet, beim Schmieren erwischt zu werden und wenn man von (rotgrünen) Richtern noch für seinen Mut gelobt wird, wie das kürzlich in Berlin geschah, dann werden sich in einem solchen „Rechtsstaat“ eben solche Taten wiederholen. Und dann kann man wohl auch sagen: Wir sind wieder so weit. Das „Nie wieder!“ war, was wir hätten ahnen können, eine Leerformel und erweist sich als Makulatur. Es waren Phrasen, die bei schönem Wetter gut funktionierten. Weil sie nichts kosteten. Es sagt sich leicht daher. Die Stolpersteine für ermordete Juden putzt mancher gerne. Tote Juden sind bequeme Juden. Die hier in Deutschland und anderswo und also auch in Israel lebenden Juden interessieren die meisten einen feuchten Dreck. Im Gegenteil. Sie werden allein gelassen. Kein Aufschrei, keine Künstler, die am Brandenburger Tor auftreten, wenn in Deutschland wieder Juden angegangen, geschlagen und bedroht werden. Nichts. Während 2018 nach ein paar Bildern aus Chemnitz, wo bis heute nicht klar ist, was dort wirklich geschah, eine Riesengeschichte gemacht wurde, samt „Wir sind mehr“. Plötzlich funktionierte es. Geht es aber gegen Juden geschieht nichts. Oder deutlich zu wenig.
Wer, wie das Merkel seit 2015 tat, massenhaft Menschen aus dem muslimischen Kulturraum nach Deutschland ungehindert einreisen läßt, mithin Menschen hier ins Land bringt aus Staaten, darin der Judenhaß und Antisemitismus die Staatsraison bilden, braucht sich dann nicht über das zu wundern, was nun in Deutschland auf den Straßen geschieht: wenn Menschen, die sichtbar als Juden unterwegs sind, sich nicht mehr sicher durch die Straßen bewegen können. Wer vom Islam in Europa und der Massenmigration aus muslimischen Ländern nicht reden will, sollte vom Antisemitismus dann besser schweigen – soviel an die immer wieder salbadernden Politiker und die Journalisten gerichtet.
Und die Schreibtischtäter, die für diese Stimmung gegen Juden weltweit mitverantwortlich sind, sitzen vielfach auch in den Medien – etwa bei der Tagesschau und ebenso gehörtt die sich als ARD-Korrespondentin ausgebende Hamas-Pressesprecherin Sophie von der Tann dazu, die wahrscheinlich noch in der NDR-Kantine in Hamburg-Lokstedt mit Helm und Splitterschutzweste herumläuft, um bedeutungsvoll zu wirken.
Daß Juden in Deutschland nicht mehr sicher leben können, hätten manche sich vor drei Jahren noch nicht träumen lassen. Wobei kluge Juden immer schon wußten, daß das alles hier auf Zeit ist. Und der Polizeischutz vor Synagogen sowie jüdischen Kindergärten und Schulen existiert seit Jahrzehnten schon. Keine Moschee in Berlin oder anderswo hingegen muß von der Polizei geschützt werden. Soviel zur „Religion des Friedens“.
Phrasen und Sonntagsreden jedoch auch heute – oftmals von genau den Politikern, die diese entsetzliche Grenzöffnung samt Massenmigration zu gelassen haben. Statt in solchen Feiertagsreden einmal nur eine klare Botschaft zu senden: Wer nach Deutschland migriert und an antisemitischen Aufmärschen sich beteiligt sowie Judenhaß verbreitet, der hat in Deutschland nichts verloren! Aber bloße Reden reichen nicht. Das macht das Leben für Juden in Deutschland nicht sicherer.
Und nicht nur für Juden, sondern für jeden Bürger. So auch jetzt wieder im Blick auf die Hamas-Terroristen, die in Deutschland Anschläge planten. Zwei dieser Terroristen, Abdel Al G. und Ahmad I., besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. Wenn es nach der taz, der Jungen Welt, manchem Politiker sowie dem Deutschen Presserat ginge, der „die nächste empörte Zurechtweisung an die deutsche Polizei abgelassen hat, wenn sie Nationalität und Herkunft von Gewalttätern nicht länger verschweigen will“ (Jens Peter Paul), dann müßte in der Zeitung wohl stehen „zwei Deutsche“. So wie beim Anschlag gestern auf die Synagoge in Manchester dann Britischer Staatsbürger. Tatsächlich aber war es ein britischer Staatsbürger mit syrischer Abstammung namens Jihad al Shani. Immmer dasselbe Muster, immer dieselben Phrasen. Auch in diesen beiden Fällen zeigt sich einmal wieder, wie bei allen Gewalt- und Sexualdelikten, daß es für den politischen und gesellschaftlichen Kontext wichtig ist, nicht nur die Staatsangehörigkeit zu nennen, sondern auch die Herkunft oder aber die Vornamen. (Bis die Mohammeds Matthias und die Fatimas Franziska heißen wird wohl noch einige Zeit vergehen.) Und es zeigt sich vor allem, wie fahrlässig Deutschland mit der Vergabe der deutschen Staatsangehörigkeit umgeht – als sei es Freibier. Wenn man sich in Deutschland allerdings für seine Einbürgerung Sprachtests kaufen kann, ohne daß dies von den verantwortlichen Behörden irgendwie und auch nur im Ansatz bemerkt wird, verwundert solches aber nicht.
Emrah Erken auf X: „Der Terrorist, der gestern in #Manchester unter „Allahu Akbar“-Rufen Juden mordete, hieß Jihad al Shani. Die pro-dschihadistische BBC hat gestern „vermutet“, dass der Anschlag aus der rechten Szene stamme. Die öffentlich-rechtlichen Medien im Westen tragen eine erhebliche Mitverantwortung für die in diversen westlichen Staaten wahrnehmbare Pogromstimmung gegen Juden. Sie haben nicht nur verharmlost und sich auf die Seite der Islamofaschisten, der Woke-Linken und der Linksradikalen gestellt, die in sog. „pro-palästinensischen Protesten“ zur Gewalt gegen Juden aufrufen. Durch ihre Lügen- und Lückenpresse haben sie sich selbst delegitimiert.“ (Gefunden bei Jürgen Fritz auf Fb)
Welche Formen dieser Antisemtismus in Deutschland inzwischen annehmen kann, zeigt sich an der Kneipe Bajszel in Berlin-Neukölln. Das Bajszel ist eine linke Programm-Schänke, die sich klar zu Israel bekennt und die sich gegen jeglichen Antisemitismus stellt, egal ob von rechts oder von links oder aus dem migrantisch-muslimischen Milieu. Regelmäßig finden im Bajszel Veranstaltungen und Lesungen statt.
Seit dem 7. Oktober 2023 ist das Bajszel allerdings erheblichen Bedrohungen ausgesetzt. Immer wieder werden von migrantischen Arabern und von antisemitischen Linken Gäste und die drei Betreiber der Kneipe bedroht. Die Fassaden der Kneipe wurden nachts mit roter Farbe beschmiert, und am frühen Morgen wurde ein Papierkorb direkt vor der Kneipe in Brand gesetzt und zugleich wurde das Türschloss verklebt. In der Kneipe befanden sich noch Menschen. Immerhin konnte das Feuer gelöscht werden und es wurde lediglich die Fassade beschädigt. Die Betreiberin des Lokals wertet diesen Brandanschlag zurecht als Mordversuch.
Nun hat diese antisemitische Gewalt eine neue Eskalationsstufe erreicht: Es kursieren in Berlin-Neukölln und im Internet Morddrohungen gegen die drei Betreiber:
Sollte man jene Leute, die diesen Mordaufruf verfaßt haben, erwischen, so wird dies vermutlich ebenfalls kaum Folgen haben. Es bleibt also nur, zur Solidarität mit dem Bajszel aufzurufen. Und es bleibt an diesem Tag der deutschen Einheit der Aufruf, sehr genau hinzusehen und zu handeln, wenn in Deutschland wieder das Leben von Juden, von jüdischen Einrichtungen bedroht ist, wenn jüdische Kinder sich nicht mehr in Schulen trauen, wenn jüdische Studenten aus Furcht vor teils migrantischen, teils linken Antisemiten, die sich als Aktivisten tarnen, nicht mehr oder nur noch ungerne die Universitäten betreten. Und noch ein weiteres: Wenn der Rechtsstaat Juden nicht schützen kann, dann werden es irgendwann die Juden und jene, die mit ihnen solidarisch sind, selber in die Hand nehmen.