Bondi Beach (Australien), Dingolfing (Niederbayern) und was das mit dem Islam zu tun hat

Unter den Ermordeten von Bondi Beach war auch der aus der Ukraine stammende Holocaust-Überlebende Alex Kleytman. Er wollte seine Frau schützen und starb durch die Kugeln der muslimischen Terroristen.

Es ist immer das gleiche Muster. Henry M. Broder brachte es in einem Streitgespräch mit Eva Marie Kogel bereits 2016 auf den Punkt, und zwar im Blick auf Zuwanderung aus muslimischen Ländern:

„Es ist völlig irrelevant, wie viele der 1,6 Milliarden Muslime sich in die Luft gesprengt haben. So, wie es irrelevant ist, wie viele Deutsche ein Parteibuch der NSDAP hatten. Oder wie viele als IM der Stasi zugearbeitet haben. Das Einzige, worauf es ankommt, ist, dass so gut wie alle, die sich in die Luft gesprengt haben und dabei andere mitgenommen haben, es mit dem Ruf „Allahu akbar!“ taten. Oder fällt Ihnen einer ein, der „Gelobt sei Jesus Christus!“ oder „Baruch ha’Schem!“ gerufen hat, während er die Leine zog?

Es ist mir übrigens völlig egal, seit wann in islamischen Ländern gesteinigt wird. Es zählt nur, dass es heute gemacht wird, in Anwesenheit von Menschen, die mit einem Bein in der Barbarei und mit dem anderen in der Moderne stehen und die Steinigungen mit ihren Handys filmen.

Ich verweigere jede Art von Verständnis für diese Art von Kultur. Ich will sie auch nicht importieren. Ich will keine Debatten führen über Kopftücher im öffentlichen Dienst, über Schwimmunterricht für Mädchen, über Männer, die Frauen keine Hand geben wollen, über Schweinefleisch in Kantinen und „kultursensible Pflege“ in Krankenhäusern. Und auch nicht darüber, wie viel Islam im Islamismus steckt.

Ich will auch nicht genötigt werden, mich mit dem Koran zu beschäftigen, weder von weiß gewandeten Salafisten in der Wilmersdorfer Straße noch von Ihnen.

Bleiben Sie bei Ihrer Wertschätzung für das „klassische islamische Recht“, das offenbar von den Kolonialherren versaut wurde.

Und sobald Sie den Islam gefunden haben, der mit Demokratie kompatibel ist, sagen Sie mir bitte Bescheid.“

All of old. Bereits vor neun Jahren und auch vor 25 Jahren schon lagen diese Probleme mit dem politischen Islam offen zutage. Es gab eine Zeit, da mußten sich Juden in Deutschland vor Rechtsextremisten fürchten. Das ist lange her – was nicht bedeutet, daß es keinen rechtsextremistischen Antisemitismus gäbe. Im Augenblick geht für Juden aber – in Deutschland und weltweit – die Gefahr für Leib und Leben von Muslimen aus, die von Linken klammheimlich oder aber auch offen unterstützt werden. Und diese Linke reicht qua Kultur- sowie Universitätsbetrieb und qua Israelberichterstattung der ÖRR-Medien weit bis in die Mitte der Gesellschaft hinein.

In La La Land aber werden auch nach dem xten Attentat durch Muslime wie immer die üblichen Phrasen des Bedauerns abgesondert, ohne daß irgend etwas geschieht oder daß solches wie in Dingolfing irgendwelche Konsequenzen nach sich zöge. Und auch nach wiederholten Straftaten arabischer Antisemiten auf einer ihrer Demonstrationen hat es keinerlei Konsequenzen: nämlich den Entzug des Aufenthaltstitels in Deutschland und die sofortige Abschiebung nach rechtskräftiger Verurteilung. Das Gegenteil geschieht vielmehr: so jene aus Tunesien stammende Frau, die auf dem Steindamm – einer Hochburg des Islams in Hamburg – am 10. Oktober 2023 für eine NDR-Reportage nach ihrer Ansicht zum Massaker der Hamas an Israelis gefragt wurde und antwortete: „Das ist gut, sehr gut sogar. Ich freu mich, daß die so etwas geschafft haben. […] Wir haben gefeiert zu Hause!“ Statt den Aufenthalt dieser Frau in Deutschland zu beenden und sie wieder nach Tunesien zurückzuschicken, gab es eine Geldstrafe auf Bewährung. Ein Rechtssystem, das Antisemiten Rosen auf den Weg streut. Am entlarvensten ist freilich dieser Satz dann gewesen: „Der Frau sei nicht bewusst gewesen, dass es sich um einen Fernsehbeitrag gehandelt habe, der ausgestrahlt werden sollte.“ Na, dann ist ja alles in Ordnung!

Treffend bringt es Ulf Poschardt in seinem heutigen WELT-Artikel mit der Überschrift „Die Verantwortung der Migrationsverklärer“ auf den Punkt:

„Die Zukunft des Westens steht auf dem Spiel. Die Feinde Israels sind die Feinde jüdischen Lebens, und die Feinde jüdischen Lebens sind die Feinde eines freiheitlichen, fortschrittlichen und aufgeklärten Westens. Die ungesteuerte Migration aus muslimisch geprägten Kulturen hat Antisemitismus in einer Weise normalisiert, die ebenso skandalös wie erschreckend ist. Noch übler sind die Allianzen zwischen Linken und Islamo-Faschisten – oder auch rechten Ekelpaketen wie Tucker Carlson, der seinen antisemitischen Mist mit Linken wie der UN-Antisemitin Francesca Albanese teilt.

Warnungen davor, dass ungezügelte Einwanderung aus Ländern wie Syrien, Afghanistan und Pakistan, aber auch aus Nordafrika die Sicherheit und sogar das Überleben der jüdischen Gemeinden im Westen gefährdet, wurden immer wieder kalkuliert als „Islamophobie“ und „Rassismus“ diffamiert. Die „Refugees Welcome“-Euphorie ignorierte in ihrer stumpfen Zuversicht, was offenkundig war. Karl Lagerfeld sagte es 2017: „Wir können nicht Millionen Juden töten und Millionen ihrer schlimmsten Feinde ins Land holen.“

Viele Migrations-Akteure sparen ihre befreundeten Milieus im Kulturbetrieb bis heute von vernichtender Kritik aus. Die berühmte „Man-wird-ja-noch-sagen-dürfen“-Fraktion ist längst nicht nur ganz rechts zu finden, sondern vor allem in der Mitte und links der Mitte – wenn es um die Akzeptanz antisemitischer Israelkritik geht, als postkolonialer Aktivismus umlackiert.

Der Terroranschlag auf eine Chanukka-Feier am Bondi Beach in Sydney steht sinnbildlich für die Wehrlosigkeit des Westens, der in Gestalt der beiden Attentäter mit dem Scheitern der eigenen Integrationspolitik konfrontiert wird. Man akzeptiert, dass eine antiwestliche, unaufgeklärte, in Teilen mittelalterliche und gegen Juden, Schwule und Frauen gerichtete Moral einwandert. Sonntagsreden, in denen die Mehrheitsgesellschaft dazu aufgerufen wird, noch liebevoller mit jenen umzugehen, die ihre Werte mit Füßen treten, sind zu einem Schauerstück der Realitätsverleugnung geworden.

[…]

In den sozialen Medien lässt sich längst der O-Ton jener islamistischen Influencer studieren, die den Deutschen als „Beutegesellschaft“ den Kampf ansagen, sie als Schweinefleischesser denunzieren und als Ungläubige verachten. Dazu passt, dass Ditib nun einen Erdogan-treuen Vorsitzenden hat, der den Antisemitismus aus türkischen Moscheen nach Deutschland bringt. Und an den Universitäten hat sich das „postkoloniale“ Ressentiment breitgemacht. Wie das konkret aussieht, konnte man an der TU und der FU Berlin beobachten. Die Rückgratlosigkeit der Hochschulpräsidenten ist ebenso erbärmlich wie die Hilflosigkeit der Politik. Studenten, die antisemitische Aggressionen an deutschen Hochschulen ausleben, müssten konsequent exmatrikuliert werden.

Durch die Verklärung der Migration verliert das linksliberale, bürgerliche Milieu die politische Mitte. Diese hält seine Protagonisten längst für arrogante Realitätsverweigerer, die sich zu fein sind, ihr realitätsfremdes Gejubel über „Diversität“ zu korrigieren. Weihnachtsmärkte gleichen Hochsicherheitstrakten, und vereitelte Terroranschläge wie jener von Dingolfing sprechen eine deutliche Sprache. Der Hass der islamistischen Täter meint nicht nur Juden, sondern auch Christen. Doch die Kirchen schweigen. Sie haben sich in die Geiselhaft des linken Zeitgeists begeben.

Wer Deutscher werden will, muss sich glaubhaft zum christlich-jüdischen Abendland bekennen – nicht im Sinne einer Konversion, sondern im Sinne einer Verteidigung von dessen Werten. Jeder Antisemit ohne deutschen Pass sollte das Land verlassen. Jeder Antisemit mit doppelter Staatsangehörigkeit sollte den deutschen Pass verlieren und gehen. Wir brauchen harte, unmissverständliche Zeichen dafür, dass es ein freiheitliches Deutschland nur gibt, wenn dort jüdisches Leben existiert – und zwar nicht eingesperrt in einen von israelischen Sicherheitskräften und Dutzenden von BKA-Beamten geschützten Safe Space.

Deutschland ist ohne jüdisches Leben nicht vorstellbar. Es ist aber sehr gut vorstellbar ohne jedes Spurenelement des Islamismus. Und ebenso ohne jene zynischen, saturierten intellektuellen Verlierer, die sich in den „radikalen Verlierern“ (Enzensberger) des Islamismus ein Double ihres Hasses auf den Westen gesucht haben.

Nur wer konsequent Antisemiten abschiebt, darf auch Sonntagsreden vor den Chanukka-Leuchtern halten. Wer das nicht will, sollte besser schweigen.“

Photographien als Dokumente der Shoah

In ZEIT-Online vom 25. Oktober und im Tagesspiegel vom 27. Oktober gab es einen Bericht über kürzlich gefundene Photographien, die die bisher nie in irgendwelchen Bild festgehaltene Deportation von Juden aus Hamburg zeigten. „Mitten in Hamburg, am helllichten Tag. Von den Deportationen Hamburger Juden im Zweiten Weltkrieg gab es bisher keine Bilder. Nun sind drei Fotos vom Oktober 1941 in einem Archiv neu entdeckt worden – sie zeigen, was später niemand gewusst haben wollte“, so titelte die ZEIT. Und weiter heißt es in diesem instruktiven Artikel:

„Anfangs, sagt Alina Bothe von #LastSeen, habe das Regime noch getestet, wie die Bevölkerung auf die Deportationen reagiert. In München und Würzburg fuhren die ersten Züge deshalb nachts ab. Bald aber verzichtete man auf solche Vorsichtsmaßnahmen. Mancherorts führte die SS die Deportierten triumphierend durch die Straßen, auf einigen Bildern sind Schaulustige zu sehen. Auch das, was sie bezeugten, war hidden in plain sight. In die leer gewordenen Wohnungen zogen ausgebombte „Volksgenossen“ ein. Zuvor betrieben Versteigerer ihr lukratives Geschäft. Möbel, Besteck, Pelzmäntel, sogar die Unterwäsche der Deportierten fanden Käuferinnen und Käufer.

Die Beraubten bestiegen am Morgen des 25. Oktober am Hannoverschen Bahnhof den Dritte-Klasse-Personenzug nach Litzmannstadt, Abfahrt 10.10 Uhr, so steht es im „Anschreiben zur Deportationsliste“ des Oberfinanzpräsidenten. Heinz Rosenberg, ein Über­lebender des zweiten großen Transports am 8. November, schildert das Geschehen in seinen Erinnerungen Jahre des ­Schreckens: „Je 50 Personen kamen in einen Waggon, jeder Platz mußte besetzt werden. Die Prozedur dauerte viele Stunden. Zuletzt ernannte die SS einen jüdischen Transportleiter […], der seinerseits für jeden Waggon einen Verantwortlichen bestimmte. Einer davon war ich. Ich bekam eine gelbe Armbinde und sollte, wenn der Zug hielt, Lebensmittel und Wasser verteilen. […] Der Judenrat informierte uns noch einmal, daß es keinen Grund zur Panik gäbe. Man habe vom SS-Hauptquartier in Hamburg die ›Garantie‹, daß uns nichts passieren würde […].“

Seit 2017 erinnern neben dem letzten erhaltenen Gleisstück im Lohsepark 20 Namenstafeln an die von hier verschleppten Juden und Sinti und Roma aus Hamburg und Norddeutschland. Über das Schicksal der im Oktober 1941 ins Ghetto Litzmannstadt Deportierten erfährt man: „Ab Dezember 1941 begannen im 50 Kilometer entfernt gelegenen Vernichtungslager Kulmhof (Chełmno) Massentötungen in Gaswagen. Es wurden 1.020 Opfer ermittelt. 10 Personen nahmen sich kurz vor der Deportation das Leben.“ Auf den Deportationslisten gab es für diesen Fall Nachrückplätze. 

Auch der Großteil aller übrigen bis Februar 1945 Deportierten wurde ermordet – in Lagern oder an anderen Tötungsstätten wie im polnischen Józefów: Hier schossen Hamburger Polizisten des Bataillons 101 im Juli 1942 auf Hamburger Juden. Die Gedenktafeln verzeichnen insgesamt 7.700 Opfer mit Namen. Inzwischen, sagt Kristina Vagt, kenne man noch einige mehr.“

Ein Verwaltungsakt. Es fällt einem Paul Celans Anfang von „Engführung“ ein:

VERBRACHT ins
Gelände
mit der untrüglichen Spur:

Gras, auseinandergeschrieben. Die Steine, weiß,
mit den Schatten der Halme:
Lies nicht mehr – schau!
Schau nicht mehr – geh!

Das auseinandergeschriebene Gras ist zugleich ein Gas und rückwärts gelesen ein Sarg, denn es freilich nicht gibt, denn in den Lüften, da liegt man nicht eng, wie Celan in der „Todesfuge“ dichtete: „wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng“.

„Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng“

Aber auch solches Evozieren von Gedichten und Zitaten ist am Ende bloß der hilflose, wiewohl auch wieder verständliche Versuch, für das Grauen irgend einen Ausdruck überhaupt noch zu finden.

All jene Menschen – schon Tote, aber noch Lebende -, die dort auf den Photographien vom 25. Oktober 1941 zu sehen sind, wissen zu diesem Zeitpunkt nicht, was sie erwarten wird. Keiner von ihnen kehrte lebend zurück. Verbracht in Ghettos im Osten und in die Vernichtungslager der Bloodlands – von jenen ganz normalen Männern abtransportiert. Ein Verwaltungsakt: „6 Millionen Menschen planmäßig zu vernichten hingegen ist keine Frage der Moral, sondern der Arbeitsmoral, der Organisation, der Technik, der Einsatzbereitschaft.“ (Wolfgang Pohrt, Vielleicht war das alles erst der Anfang)

[© United States Holocaust Memorial Museum, courtesy of Michael O’Hara]

Im Tagesspiegel heißt zu diesen Photographien:

„84 Jahre lang war dieses Verbrechen nur durch die Aussagen überliefert: jetzt zeigen Fotos, wie Nazis zum ersten Mal 1941 Jüdinnen und Juden aus Hamburg deportierten. Vor dem Logenhaus in der Moorweidenstraße stehen Frauen, Männer und Kinder mit ihrem Gepäck, bewacht von der NS-Ordnungspolizei, und warten auf ihre Verschleppung.

Am 25. Oktober 1941 wurden sie und über tausend jüdische Hamburgerinnen und Hamburger in das etwa 750 Kilometer entfernte Ghetto Litzmannstadt im besetzten Polen deportiert. Sie mussten sich am Vortag mit ihrem maximal 50 Kilogramm schwerem Gepäck im NS-Sammelpunkt Logenhaus einfinden.

Im Logenhaus angekommen, wurden sie gewaltsam von Gestapo- und NS-Finanzbeamten durchsucht und beraubt. Am Morgen des 25. Oktober 1941 brachte die NS-Polizei Kinder, Frauen und Männer dann mit dem auf einem der Fotos sichtbaren Mannschaftswagen zum Hannoverschen Bahnhof. Von dort aus wurden sie in das Ghetto Litzmannstadt verschleppt.
[…]
„Deportationen waren öffentliche Ereignisse, die nicht im Verborgenen stattfanden. Deshalb gehen wir auch heute noch davon aus, dass es weit mehr Fotografien gibt, die bislang nur nicht als solche erkannt wurden“, so Bothe weiter.

Das kann auch einfach an unserer Erwartung liegen: „Wie stellen wir uns ein Deportationsfoto eigentlich vor? Auf den Hamburger Aufnahmen ist keine offene Gewalt zu sehen. Im Gegenteil, sie zeigen scheinbar alltägliche Szenen, etwa Menschen, die sich am Sammelpunkt begrüßen.““

Photographische Dokumente „beweisen“ zwar in einem strenge Sinne nichts und sie machen Fakten nicht „wahrer“, aber sie können uns etwas anschaulich machen. Photographien liefern anschauliche Evidenz. Sie sind allerdings zugleich, wie die Bilder aus Hamburg zeigen, auf Kontextualisierung und Erläuterung angewiesen. Ohne Hinweise sind sie allenfalls von Experten und Historikern lesbar. Erst im Wissen um das, was da im Oktober 1941 mitten in Hamburg, unter den Augen der Öffentlichkeit geschah, bis hin zu den nun freien Wohnungen, die sehr schnell von „Volksdeutschen“ requiriert wurden, erschließt sich der volle Gehalt der Bilder und vor allem das Grauen, welches darin zugleich steckt, wenn wir sie ex post betrachten und das bereits sehen, was im Augenblick als jene Photographien aufgenommen wurden, noch vor diesen Menschen liegt. In der ZEIT heißt es:

„‚Die Leute auf den Bildern'“‚, sagt er vorsichtig, ’sehen so entspannt aus.'“‚

Wrochems Beobachtung wirft eine Frage auf, die mindestens so wichtig ist wie die, was auf den Bildern zu sehen ist – die Frage, was man auf ihnen nicht sieht. Man sieht auf ihnen nicht, was man vielleicht erwartet: verängstigte, weinende, schreiende Menschen, prügelnde SS, so kennt man es aus Filmen. Die Fotos macht dies umso beklemmender. Wäre man womöglich selbst an dieser Szene vorbeigegangen, ohne aufzumerken?

Die Bilder fangen auch die Dauer des entwür­digenden Prozederes nicht ein. Sie halten drei ­Sekunden eines Geschehens fest, das sich über mehr als einen Tag hinzog. Sie zeigen nicht, was in den Familien vorging, als sie per Einschreiben ihren Bescheid für die „Evakuierung nach dem Osten“ erhielten. 24 Stunden hätten sie Zeit gehabt, „einen Koffer zu packen“, erinnert sich die Überlebende Lucille Eichengreen später: „Wir wussten nicht wohin, warum oder was uns erwartet.“ Das Massenmorden hatte schon begonnen, aber noch glaubten die meisten, sie würden „umgesiedelt“ zum „Arbeitseinsatz“. Erst im Lauf der Monate sprach sich herum: Die Leute verschwinden. Sie schreiben vielleicht noch eine Postkarte aus dem Ghetto an Verwandte und Freunde. Dann Stille.

Ebenso wenig ist zu sehen, wie an diesem 24. Oktober mehr als 1.030 Hamburger Juden mit ihrem ordnungsgemäß verschnürten Gepäck aus ihren Wohnvierteln zur Moorweidenstraße zogen und ihre Schlüssel auf dem nächsten Polizeirevier abgaben, so lautete die Anweisung. Der Hamburger Jurist Erwin Garvens hat es damals von seiner Wohnung aus beobachtet: „Am Mittag war man in Hamburg, speziell in Harvestehude und Umgegend keineswegs vergnügt, sondern im Gegenteil empört, beschämt und erschüttert“, notierte er in sein Tage­buch: „Von morgens bis abends“ seien mehr als eintausend Juden „unter unsern Fenstern mit ihrem Gepäck nach der Moorweidenstraße“ geströmt.“

Wieweit Photographien und überhaupt solche Visualisierungen für eine Auseinandersetzung mit schrecklichster Geschichte geeignet sind, bleibt eine der zentralen Fragen im Blick auf den Holocaust und der Frage des Gedächtnisses wie auch des Umgangs mit solchen Bildern. (Hier wäre dann auch noch einmal die Unterscheidung zwischen Kunst und Dokumentation aufzumachen.) Claude Lanzmann hatte gute Gründe, in seinem Film „Shoah“ (1985) die Menschen selbst zu zeigen. Was wäre bewiesen, wenn es eine Photographie oder ein filmisches Dokument gäbe von jenem industriellen Schrecken, von den Gaskammern und wie dort Menschen hineingetrieben wurden? Anders wiederum Alain Resnais‘ Essay-Film „Nacht und Nebel“ (1956), der in verschiedenen Bilddokumenten jene Details zeigt, bis hin zum Ende, die Steine und zu jenen Gleisen, die von Gras und Pflanzen nun überwuchert sind, was auch in Celans Dichtung dann eine zentrale Rolle spielt, zumal er an der deutschen Fassung des Drehbuchs beteiligt war. Bei „Nacht und Nebel“ haben wir eben jene Mischform aus Kunst und Dokument.

Was leisten Photographien, was leisten Bilder? Das ist die Frage, welche der Bildtheoretiker Georges Didier-Huberman in seiner Arbeit „Bilder trotz allem“ stellt. Es schrieb sie anläßlich eines Photofundes: Bilder nämlich von Auschwitz. Es geht um jene Photographien, die Auschwitz-Häftlinge dort unter schwersten Bedingungen machen. Der Film konnten aus dem Lager geschmuggelt werden. Zwei Photographien zeigen die „Einäscherung Vergaster in den Verbrennungsgräbern unter freiem Himmel vor der Gaskammer des Krematoriums V in Auschwitz“ vom August 1944. Andere Photos zeigen, aus der Deckung gemacht, das Drumherum der Landschaft dominiert, in einiger Ferne nackte Frauen, die in die Gaskammern gebracht werden. Die Ausstellung dieser Bilder wurde kontrovers aufgenommen.

„Ein einziger Blick auf diese Überreste an Bildern, auf dieses erratische Korpus aus Bilder trotz allem genügt, um zu verstehen, daß es nicht länger möglich ist, über Auschwitz in den absoluten Begriffen des ‚Unsagbaren‘ und ‚Unvorstellbaren‘ zu sprechen. Diese Redeweise verfolgt im allgemeinen gute Absichten, sie ist scheinbar philosophisch, in Wirklichkeit aber bequem.“ (Didi-Huberman)

Bei diesen Sätzen muß man freilich mitdenken, daß das der Stand der Debatten kurz nach der Jahrtausendwende ist. Die Fragen allerdings, die sich aus solchen Überlegungen ergeben, und die Positionen von Landsman wie von Didi-Huberman bleiben aktuell und vor allem handfest. Und sie lassen sich auch nicht in die üblichen Phrasen und Sätze auflösen.

***

Am 9. November wird wieder der Pogrome von 1938 gedacht. Dies ist leider oftmals ein ritualisiertes und leeres Gedenken, wenn ich Frank Walter Steinmeier sehe, der dann wieder mit Kippa dort steht, ein betroffenes Gesicht machend. So wichtig dieses Gedenken auch ist. Und sei es nur als bloßes Zeichen im öffentlichen und d.h. politischen Raum.

Stolpersteine toter Juden lassen sich freilich leicht putzen. In Berlin müssen sie allerdings inzwischen an diesem Tag vermutlich in vielen Stadtteilen zugleich bewacht werden. Insofern hat auch diese Aktion aufgrund des sich offen zeigenden migrantisch-muslimischen Antisemitismus einen nochmal anderen und guten Sinn bekommen.

Allerdings bleibt es nach wie vor bei Henryk M. Broders Satz:

„Sich mit toten Juden zu solidarisieren ist eine wohlfeile Übung. Man kann die Ermordeten weder noch einmal umbringen noch nachträglich retten. Aber falls jemand doch so etwas wie „Verantwortung“ verspürt, was im Prinzip nicht verkehrt ist, sollte er sich mit denjenigen solidarisch erklären, die heute leben. Und am Leben bleiben wollen.“

Wir können Auschwitz nachträglich nicht ungeschehen machen. Aber wir können dafür sorgen, daß heutzutage in unserer eigenen Gegenwart Juden in Deutschland sicher und unbehelligt hier leben können. Und dazu gehört: Antisemitische Straftäter, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben, umgehend des Landes zu verweisen und ihren Aufenthalt in Deutschland zu beenden. DAS muß Staatsräson sein. Für Antisemitismus darf es in Deutschland keinen Platz geben. Was auch für rechten Antisemitismus und die üblichen Akteure gilt. Und der reicht leider auch tief noch ins deutsche Alltagsbewußtsein hinein.

Bücher:
Christopher R. Browning: Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die „Endlösung“ in Polen, Rowohlt Verlag 1999/2020

Christopher R. Browning: Die Entfesselung der ‚Endlösung‘. Nationalsozialistische Judenpolitik 1939-1942, Propyläen Verlag, München 2003

Georges Didi-Huberman: Bilder trotz allem, München 2007

Jan Gerber: Das Verschwinden des Holocaust. Zum Wandel der Erinnerung, Edition Tiamat, Berlin 2025

Sabine Moller, Karoline Tschuggnall, Harald Welzer: Opa war kein Nazi. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis
S. Fischer Verlag 2002

Zum 7. Oktober 2023: Ferdinand von Schirach

Soziale Medien: Wahrheit und Wirklichkeit
Von Ferdinand von Schirach

Die Massaker der Hamas-Terroristen am 7. Oktober 2023 in Israel sind in über 60.000 Videos dokumentiert. Trotzdem schenken viele Menschen Falschinformationen aus den sozialen Medien Glauben. Wie kann das sein?

Am 7. Oktober 2023 zerstören Hamas-Terroristen den Grenzzaun zu Israel. Rund 3000 Kämpfer dringen über den Land-, See- und Luftweg in das Land ein. Die Terroristen schießen wahllos auf Passanten, sie plündern, morden und vergewaltigen in 22 Ortschaften an der Grenze.

Bei Re’im findet gerade ein Musikfestival statt. Die Terroristen stürmen das Gelände und feuern in die Menge. Sie ermorden 364 Festivalbesucher, viele wurden zuvor noch gefoltert und vergewaltigt.

Die »New York Times« recherchierte sehr umfangreich über die sexuelle Gewalt gegen Frauen. Danach berichten Zeugen von Frauen- und Mädchenleichen mit gespreizten Beinen, abgerissener Kleidung und deutlichen Anzeichen von Missbrauch im Genitalbereich.

Verstümmelt und gefesselt

Videos zeigen zwei tote israelische Soldatinnen, denen offenbar direkt in die Vagina geschossen wurde. Auf einem Foto ist eine Frauenleiche zu sehen, der Nägel in die Oberschenkel und die Leistengegend gehämmert wurden. Eine Festivalbesucherin sagt aus, sie habe sich während des Massakers unter einem Baum versteckt und mit Gras bedeckt, weil ihr in den Rücken geschossen wurde.

Sie habe gesehen, wie einer Frau die Hose bis zum Knie heruntergezogen worden sei. Ein Mann habe hinter ihr gestanden und sie vergewaltigt. Jedes Mal, wenn sie zurückgewichen sei, habe er ihr mit einem Messer in den Rücken gestochen. Eine andere Frau, so die Zeugin, sei von einem Terroristen vergewaltigt worden, während ein weiterer Mann mit einem Cuttermesser ihre Brüste abgeschnitten habe.

In Be’eri und Kfar Aza wurden in sechs Häusern Leichen von Frauen und Mädchen gefunden. Sie waren nackt, verstümmelt und gefesselt.

Abgetrennte Kinderschädel

An diesem Tag werden 1139 Menschen ermordet. Darunter sind 695 Zivilisten, einschließlich 36 Jugendliche und Kinder. Ein Ersthelfer sagt vor der Knesset aus, er habe abgetrennte Schädel von drei Kindern gesehen.

Vor 75 Jahren erschien George Orwells Roman »1984«. Heute denken die meisten Menschen bei dem Titel an den Überwachungsstaat, an »Big Brother is watching you«, »Der Große Bruder sieht dich«. Aber eine andere Idee des Romans reicht weiter.

In dem Roman verändert das »Wahrheitsministerium« die Sprache der Menschen und damit die Wahrheit. Dieses Ministerium »war ein riesiger pyramidenartiger, weiß schimmernder Betonbau, der sich terrassenförmig dreihundert Meter hoch in die Luft reckte. Von der Stelle, wo Winston stand, konnte man gerade noch die in schönen Lettern in seine weiße Front gemeißelten drei Wahlsprüche der Partei entziffern: ›Krieg bedeutet Frieden / Freiheit ist Sklaverei / Unwissenheit ist Stärke‹«

Gegenteil der Wahrheit

Das Gegenteil der Wahrheit wird geglaubt, wenn sie nur oft genug behauptet wird. Vergangenheit lässt sich verändern, Tatsachen gelten nichts. George Orwell hatte recht. Am Anfang waren es nur alberne Verschwörungstheorien: Die Mondlandung sei von Stanley Kubrick im Auftrag der US-Regierung inszeniert worden.

Die Welt würde von Reptiloiden regiert, die sich als Menschen tarnen, wie zum Beispiel Barack Obama, die Queen oder Angela Merkel. Die Erde sei eine Scheibe. Paul McCartney sei schon lange tot, Walt Disney nur eingefroren, und Elvis lebe noch.

Dann wurde es ernster. Die Terroranschläge am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York seien von der US-Regierung selbst durchgeführt worden. Der Bevölkerung wären über den Corona-Impfstoff heimlich Mikrochips implantiert worden. Globale Eliten würden Zuwanderungsströme steuern. Putin erklärt, die Ukraine sei ein von Nazis unterwanderter Staat, der Genozid an der eigenen Bevölkerung verüben wolle. Und Donald Trump verkündet noch immer, er habe die Wahl gewonnen.

Opfer werden zu Tätern

Die sozialen Medien sind weitaus mächtiger, als es ein »Wahrheitsministerium« je sein könnte. Mit einem Tastenklick werden dort Opfer zu Tätern und Täter zu Opfern gemacht. Wahrheit ist heute nur noch eine Meinung – und man darf ja wohl auch anderer Meinung sein. Die Wirklichkeit scheint nicht mehr zu existieren, selbst bei den schrecklichsten Verbrechen.

Zu den Massakern am 7. Oktober 2023 in Israel gibt es über 1500 Zeugenaussagen, über 60.000 Videos – unter anderem aus den beschlagnahmten Körperkameras der Terroristen – und zahllose Fotos der Morde, Folterungen und Vergewaltigungen. Trotzdem glauben über 90 Prozent der Palästinenser im Gazastreifen und Westjordanland, die Hamas habe in Israel keine Gräueltaten verübt.

Twitter, TikTok und Telegram werden mit Terrorpropaganda, Falschinformationen und Antisemitismus überschwemmt. Und das funktioniert: Auf der Sonnenallee in Berlin feiert am Abend des 7. Oktober das palästinensische Netzwerk Samidoun den Angriff der Hamas. Süßgebäck wird dabei an Passanten verschenkt.

Jubel über Terror

In London, Stockholm, Barcelona, Washington, New York, Chicago, Sydney und anderen Städten jubeln Menschen über den Terroranschlag auf Israel. Schon zwei Wochen nach den Morden gehen in London 100.000 Demonstranten für die Palästinenser auf die Straße.

Die Terroristen nahmen am 7. Oktober 2023 in Israel 251 Geiseln. An dem Tag, an dem ich diesen Text schreibe, sind nach Zählung der Zeitung »Haaretz« noch immer 66 Menschen in der Gewalt der Hamas, 35 Entführte wurden bereits für tot erklärt. Die jüngste Geisel ist ein Baby. Der Junge war achteinhalb Monate alt, als er entführt wurde.

In Orwells »1984« heißt es: »Wenn Sie sich ein Bild von der Zukunft machen wollen, dann stellen sie sich einen Stiefel vor, der ein menschliches Gesicht zertrampelt – unaufhörlich.«

Diese Stiefel sind heute die sozialen Medien.

Ferdinand von Schirach ist Schriftsteller und Jurist.

Dieser Kommentar erschien zuerst in der »Welt« und darf auf ausdrücklichen Wunsch des Autors unentgeltlich veröffentlicht werden.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article254065122/Ferdinand-von-Schirach-ueber-Soziale-Medien-Wahrheit-und-Wirklichkeit.html

Zum Tag der deutschen Einheit: Deutschlands täglicher und alltäglicher Antisemitismus

Wenn das Strafmaß für solche Taten und wenn das Strafmaß für diesen antisemitischen Auswurf derart gering ist, daß es kein Risko bedeutet, beim Schmieren erwischt zu werden und wenn man von (rotgrünen) Richtern noch für seinen Mut gelobt wird, wie das kürzlich in Berlin geschah, dann werden sich in einem solchen „Rechtsstaat“ eben solche Taten wiederholen. Und dann kann man wohl auch sagen: Wir sind wieder so weit. Das „Nie wieder!“ war, was wir hätten ahnen können, eine Leerformel und erweist sich als Makulatur. Es waren Phrasen, die bei schönem Wetter gut funktionierten. Weil sie nichts kosteten. Es sagt sich leicht daher. Die Stolpersteine für ermordete Juden putzt mancher gerne. Tote Juden sind bequeme Juden. Die hier in Deutschland und anderswo und also auch in Israel lebenden Juden interessieren die meisten einen feuchten Dreck. Im Gegenteil. Sie werden allein gelassen. Kein Aufschrei, keine Künstler, die am Brandenburger Tor auftreten, wenn in Deutschland wieder Juden angegangen, geschlagen und bedroht werden. Nichts. Während 2018 nach ein paar Bildern aus Chemnitz, wo bis heute nicht klar ist, was dort wirklich geschah, eine Riesengeschichte gemacht wurde, samt „Wir sind mehr“. Plötzlich funktionierte es. Geht es aber gegen Juden geschieht nichts. Oder deutlich zu wenig.

Wer, wie das Merkel seit 2015 tat, massenhaft Menschen aus dem muslimischen Kulturraum nach Deutschland ungehindert einreisen läßt, mithin Menschen hier ins Land bringt aus Staaten, darin der Judenhaß und Antisemitismus die Staatsraison bilden, braucht sich dann nicht über das zu wundern, was nun in Deutschland auf den Straßen geschieht: wenn Menschen, die sichtbar als Juden unterwegs sind, sich nicht mehr sicher durch die Straßen bewegen können. Wer vom Islam in Europa und der Massenmigration aus muslimischen Ländern nicht reden will, sollte vom Antisemitismus dann besser schweigen – soviel an die immer wieder salbadernden Politiker und die Journalisten gerichtet.

Und die Schreibtischtäter, die für diese Stimmung gegen Juden weltweit mitverantwortlich sind, sitzen vielfach auch in den Medien – etwa bei der Tagesschau und ebenso gehörtt die sich als ARD-Korrespondentin ausgebende Hamas-Pressesprecherin Sophie von der Tann dazu, die wahrscheinlich noch in der NDR-Kantine in Hamburg-Lokstedt mit Helm und Splitterschutzweste herumläuft, um bedeutungsvoll zu wirken.

Daß Juden in Deutschland nicht mehr sicher leben können, hätten manche sich vor drei Jahren noch nicht träumen lassen. Wobei kluge Juden immer schon wußten, daß das alles hier auf Zeit ist. Und der Polizeischutz vor Synagogen sowie jüdischen Kindergärten und Schulen existiert seit Jahrzehnten schon. Keine Moschee in Berlin oder anderswo hingegen muß von der Polizei geschützt werden. Soviel zur „Religion des Friedens“.

Phrasen und Sonntagsreden jedoch auch heute – oftmals von genau den Politikern, die diese entsetzliche Grenzöffnung samt Massenmigration zu gelassen haben. Statt in solchen Feiertagsreden einmal nur eine klare Botschaft zu senden: Wer nach Deutschland migriert und an antisemitischen Aufmärschen sich beteiligt sowie Judenhaß verbreitet, der hat in Deutschland nichts verloren! Aber bloße Reden reichen nicht. Das macht das Leben für Juden in Deutschland nicht sicherer.

Und nicht nur für Juden, sondern für jeden Bürger. So auch jetzt wieder im Blick auf die Hamas-Terroristen, die in Deutschland Anschläge planten. Zwei dieser Terroristen, Abdel Al G. und Ahmad I., besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. Wenn es nach der taz, der Jungen Welt, manchem Politiker sowie dem Deutschen Presserat ginge, der „die nächste empörte Zurechtweisung an die deutsche Polizei abgelassen hat, wenn sie Nationalität und Herkunft von Gewalttätern nicht länger verschweigen will“ (Jens Peter Paul), dann müßte in der Zeitung wohl stehen „zwei Deutsche“. So wie beim Anschlag gestern auf die Synagoge in Manchester dann Britischer Staatsbürger. Tatsächlich aber war es ein britischer Staatsbürger mit syrischer Abstammung namens Jihad al Shani. Immmer dasselbe Muster, immer dieselben Phrasen. Auch in diesen beiden Fällen zeigt sich einmal wieder, wie bei allen Gewalt- und Sexualdelikten, daß es für den politischen und gesellschaftlichen Kontext wichtig ist, nicht nur die Staatsangehörigkeit zu nennen, sondern auch die Herkunft oder aber die Vornamen. (Bis die Mohammeds Matthias und die Fatimas Franziska heißen wird wohl noch einige Zeit vergehen.) Und es zeigt sich vor allem, wie fahrlässig Deutschland mit der Vergabe der deutschen Staatsangehörigkeit umgeht – als sei es Freibier. Wenn man sich in Deutschland allerdings für seine Einbürgerung Sprachtests kaufen kann, ohne daß dies von den verantwortlichen Behörden irgendwie und auch nur im Ansatz bemerkt wird, verwundert solches aber nicht.

Emrah Erken auf X: „Der Terrorist, der gestern in #Manchester unter „Allahu Akbar“-Rufen Juden mordete, hieß Jihad al Shani. Die pro-dschihadistische BBC hat gestern „vermutet“, dass der Anschlag aus der rechten Szene stamme. Die öffentlich-rechtlichen Medien im Westen tragen eine erhebliche Mitverantwortung für die in diversen westlichen Staaten wahrnehmbare Pogromstimmung gegen Juden. Sie haben nicht nur verharmlost und sich auf die Seite der Islamofaschisten, der Woke-Linken und der Linksradikalen gestellt, die in sog. „pro-palästinensischen Protesten“ zur Gewalt gegen Juden aufrufen. Durch ihre Lügen- und Lückenpresse haben sie sich selbst delegitimiert.“ (Gefunden bei Jürgen Fritz auf Fb)

Welche Formen dieser Antisemtismus in Deutschland inzwischen annehmen kann, zeigt sich an der Kneipe Bajszel in Berlin-Neukölln. Das Bajszel ist eine linke Programm-Schänke, die sich klar zu Israel bekennt und die sich gegen jeglichen Antisemitismus stellt, egal ob von rechts oder von links oder aus dem migrantisch-muslimischen Milieu. Regelmäßig finden im Bajszel Veranstaltungen und Lesungen statt.

Seit dem 7. Oktober 2023 ist das Bajszel allerdings erheblichen Bedrohungen ausgesetzt. Immer wieder werden von migrantischen Arabern und von antisemitischen Linken Gäste und die drei Betreiber der Kneipe bedroht. Die Fassaden der Kneipe wurden nachts mit roter Farbe beschmiert, und am frühen Morgen wurde ein Papierkorb direkt vor der Kneipe in Brand gesetzt und zugleich wurde das Türschloss verklebt. In der Kneipe befanden sich noch Menschen. Immerhin konnte das Feuer gelöscht werden und es wurde lediglich die Fassade beschädigt. Die Betreiberin des Lokals wertet diesen Brandanschlag zurecht als Mordversuch.

Nun hat diese antisemitische Gewalt eine neue Eskalationsstufe erreicht: Es kursieren in Berlin-Neukölln und im Internet Morddrohungen gegen die drei Betreiber:

Sollte man jene Leute, die diesen Mordaufruf verfaßt haben, erwischen, so wird dies vermutlich ebenfalls kaum Folgen haben. Es bleibt also nur, zur Solidarität mit dem Bajszel aufzurufen. Und es bleibt an diesem Tag der deutschen Einheit der Aufruf, sehr genau hinzusehen und zu handeln, wenn in Deutschland wieder das Leben von Juden, von jüdischen Einrichtungen bedroht ist, wenn jüdische Kinder sich nicht mehr in Schulen trauen, wenn jüdische Studenten aus Furcht vor teils migrantischen, teils linken Antisemiten, die sich als Aktivisten tarnen, nicht mehr oder nur noch ungerne die Universitäten betreten. Und noch ein weiteres: Wenn der Rechtsstaat Juden nicht schützen kann, dann werden es irgendwann die Juden und jene, die mit ihnen solidarisch sind, selber in die Hand nehmen.

Ein bißchen Antisemitismus ist aber schon ok. Und ein bißchen mehr schadet auch nicht.

Die immergleiche Scheiße. Der in Deutschland grassierende Antisemitismus.

„Wir sind wieder soweit:
– Kauft nicht bei Juden.
– Esst nicht mit Juden.
– Musiziert nicht mit Juden.
– Singt nicht mit Juden.
– Spielt nicht mit Juden Fußball.
– Forscht nicht mit Juden
UND:
– Belohnt Judenmörder mit einem eigenen Staat!“
(Quelle: Ute Martens/Sharon Frankfurt )
(Gefunden bei Malca Goldstein-Wolf auf Facebook)

In Deutschland muß man inzwischen fürchten, daß der, der eine solche sarkastische, rené-polleschartige Überschrift bringt, juristisch eher noch zur Rechenschaft gezogen wird, als ein Gastwirt in Fürth und ein Einzelhändler in Flensburg, die kundtun, daß sie Juden nicht als Kunden haben wollen. Natürlich haben sie es hinterher dann gar nicht so gemeint, wenn da „Juden unerwünscht“ oder „Israelis kommen hier nicht rein“-Schilder aufhängen.

Und auch gehen die antisemtischen Aktionen, wo sich muslimisch-migrantische Antisemiten und postkoloniale Linke zusammenfinden, an vielen Hochschulen weiter, so an der Universität Frankfurt, wie BILD gestern berichtete:

„Israel-Hasser verfolgen jüdische Wissenschaftler, schüchtern Professoren ein, bedrängen eine Delegation aus Tel Aviv. Schließlich muss die Polizei einschreiten. Es sind unfassbare Szenen, die sich vor wenigen Tagen an einer der renommiertesten deutschen Hochschulen abgespielt haben. Die Goethe-Universität in Frankfurt hatte am 15. September gerade eine Delegation der Partner-Uni Tel Aviv (Israel) zu Gast, als Linksradikale der Gruppe „Students4Palestine“ mit Palästinensertüchern und Fahnen in das Gebäude für Sprach- und Kulturwissenschaften eindrangen. Sie riefen Hass-Parolen, die die Auslöschung Israels bedeuten, bedrängten Uni-Mitarbeiter und drangen schließlich in den ersten Stock zu den Besuchern aus Israel vor.

Nicht das erste Mal, dass es an der Goethe-Universiät zu antisemitischen Vorfällen kam. Im Juli klebten Israel-Hasser Flugblätter gegen Verträge mit der Tel Aviv University – und griffen Uni-Präsident Prof. Enrico Schleiff und Vizepräsidentin Prof. Sabine Andresen persönlich an.

Auf einem Flugblatt ist im Hintergrund auch eine Dozentin zu sehen, die sich zunächst nicht mehr zur Uni traute. Die Wissenschaftlerin schrieb per Mail an ihre Studenten: „Die Situation belastet mich sehr, und gerade lässt sich auch die Bedrohungslage nicht abschätzen. Ich werde daher den Rest der Woche nicht zur Uni kommen.“
[…]

Eine Augenzeugin berichtet, wie sie von den selben Hetzern bereits mit dem Handy verfolgt, beschimpft und bedroht wurde. Sie sagt: Das Schlimmste sei, dass die Israel-Hasser immer noch als harmlos gelten, aber „immer radikaler und aggressiver werden“.

Wortführer der radikalen Vereinigung „Students4Palestine“ ist u. a. Moaad Ben Mansour. Anhänger der Gruppe folgen auch der verurteilten Frankfurter Hetzerin Aitak Barani, die den mörderischen Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 als „gelungene Widerstandsaktion“ gefeiert hatte. Bei dem Terror-Angriff wurden 1200 Juden ermordet, 250 in den Gaza-Streifen verschleppt.“

Ich kann mich da nur wiederholen: räumen und exmatrikulieren und sollten bei diesen Protesten Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit sein, muß solches Verhalten dazu führen, daß der Aufenthaltstitel erlischt. Moaad Ben Mansour und Aitak Barani nehmen lange schon nicht mehr ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahr, sondern sie tragen erheblich zur Störung der öffentlichen Ordnung bei. Und in diesem Sinne sind also auch die Paragraphen 53 und 54 des Aufenthaltsgesetzes anwendbar, die in solchem Fall eine Abschiebung vorsehen.

So hieß es gestern in der Jüdischen Allgemeinen, die ich jedem zum Lesen sehr empfehle.

Allerdings werden im Blick auf den Judenhaß die Appelle nicht viel nützen, wenn insbesonder Medien immer wieder einseitig über die israelische Militäroperation berichtet: kein Wort zur Hamas, die sich in Gaza mit Lebensmitteln den Bauch vollschlägt. An dieser Stimmungslage im übrigen tragen auch Formate wie Tagesschau und heute, mithin ÖRR-Medien, für die wir alle Gebühren bezahlen müssen, erhebliche Schuld, insbesondere solche Gestalten wie Sophie von der Tann, die vermutlich noch in der NDR-Kantine in Lokstedt mit Helm und Splitterschutzweste herumhampelt, damit sie möglichst bedeutungsvoll wirkt.

Und ich bin inzwischen der Ansicht, daß die andauernen Proklamationen und Bekenntnisse im Zweifelsfall nicht helfen. Der in Deutschland grassierende muslimische Antisemitismus – von den zunehmenden Gewalt- und Sexualdelikten, an denen überwiegend Migranten aus dem islamischen Raum beteiligt sind – hat etwas mit der Migration aus islamischen Ländern zu tun. Und er hat ebenfalls etwas mit Fertilitätsraten zu tun und daß die Zahll der migrantisch-muslimischen Gemeinschaften immer weiter zunimmt und sich in Parallelgesellschaften ausdrückt. Ich kann hier nur immer wieder auf Frankreich und England verweisen, um dort die schrecklichsten Auswüchse solcher Gesellschaften in den Blick zu bekommen. In Paris fahren junge Frauen in den RER-Vorortzügen inzwischen mit einer Art Ganzkörperhijab, damit sie nicht sexuell belästigt werden. Nichtmuslimische Frauen wohlgemerkt.

Es gibt von Anabel Schunke einen recht sinnvollen Vorschlag, über den man nachdenken sollte:

„Man bräuchte nicht mal Grenzen schließen:
– Bürgergeld für Migranten streichen
– Kopftuchverbot
– Verbot für Halalschlachtung
– Verbot der Auslandsfinanzierung von Moscheen bzw. islamischen Gemeinden
– Verbot von konsanguinen Ehen
– Shishabars, Barbershops etc. dazu verpflichten, Kartenzahlung anzubieten
– keine Ramadan-Beleuchtung und anderer anbiedernder Blödsinn
– wer in den Heimaturlaub fliegt, verwirkt seinen Schutzstatus
– wer hier an israelfeindlichen Demos teilnimmt, verwirkt seinen Schutzstatus
– Straftaten, die das Sicherheitsgefühl der Menschen tangieren, schwerer Diebstahl, Körpverletzung, sexuelle Übergriffe enden mit Entzug des deutschen Passes oder eben Entzug des Schutzstatus
– Einbürgerung nach frühestens 12 Jahren etc.

Was glaubt ihr, wie schnell die Leute, die wir nicht hier haben wollen, weg sind, wenn man nur die Hälfte davon umsetzt?“

Und dem muß ich inzwischen leider zustimmen.

Kürzlich auf Twitter/X zu lesen bei einem Basti Gassl – ich habe es über Fb gefunden, weil ich nicht bei X bin:

„Es ist eine Frage der Zeit, bis jüdische Menschen in Deutschland offen erschossen oder sonst getötet werden und ich weiß schon jetzt, dass Linke und weite Teile der muslimischen Community anfangen werden mit „Ja aber…“.

Kann man sich nicht ausdenken, dass ich in 2025 Schiss um jüdische Freunde haben muss. Weil wir devot einfach alles hinnehmen und aus reiner Bequemlichkeit die Rechte von Antisemiten nicht einschränken wollen.“

Giorgia Meloni vor der UN

Ich gebe ja zu, daß ich ein ziemlicher Meloni-Fan bin und daß Europa genau diese Art von neuem Konservatismus braucht. (Strikt auch gegen Putin.) Eine großartige Politikerin und eine Hoffnung für ein Europa der Nationen. Polen. Italien. Dänemark. Der Widerstand wächst an den Rändern! Islamische Shitholes wie Frankreich, Großbritannien und Belgien und in Teilen inzwischen auch Deutschlands: die braucht keiner.

Helene Bauernfeind treffend auf Facebook:

„Giorgia Meloni vor den Vereinten Nationen: „Druck muss auf die Hamas ausgeübt werden“

Bei ihrem Auftritt vor der UN-Vollversammlung in New York bezog Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eine klare Position im Nahostkonflikt. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Regierungschefs, die den Schwerpunkt auf Kritik an Israel legen, rief Meloni die internationale Gemeinschaft dazu auf, den Druck vor allem auf die Hamas zu erhöhen.

Hamas als zentrales Hindernis

„In dieser Zeit muss mehr Druck auf die Hamas ausgeübt werden, nicht auf Israel“, sagte Meloni. Sie machte deutlich, dass die Terrororganisation durch ihre Gewalt und die fortgesetzte Geiselnahme israelischer Bürger jede Friedensperspektive blockiere.

Bedingungen für die Anerkennung Palästinas

Die italienische Regierungschefin sprach sich dafür aus, die mögliche Anerkennung eines palästinensischen Staates an klare Bedingungen zu knüpfen: die Freilassung sämtlicher Geiseln und die vollständige Entfernung der Hamas aus Regierungsverantwortung. „Ein Staat, der von einer Terrororganisation kontrolliert wird, kann kein Partner für Frieden sein“, so Meloni.

Keine palästinensische Staatlichkeit auf israelischem Territorium

Darüber hinaus betonte sie, dass die Gründung eines palästinensischen Staates nicht auf dem Gebiet des Staates Israel erfolgen dürfe. Sie verwies darauf, dass es zahlreiche islamische Staaten und große Territorien gebe, in denen die Palästinenser eine eigenständige politische Ordnung aufbauen könnten.

Abgrenzung von anderen europäischen Positionen

Mit diesen Worten grenzt sich Meloni klar von jenen europäischen Ländern ab, die einseitig auf Israel Druck ausüben oder die Anerkennung Palästinas ohne Vorbedingungen fordern. Italien setzt damit auf einen Kurs, der die Sicherheitsinteressen Israels in den Mittelpunkt rückt und die Ursachen der Gewalt – namentlich die Rolle der Hamas – als entscheidendes Hindernis für Frieden benennt.

Fokus auf das Wesentliche

Melonis Ansatz unterstreicht, dass eine Lösung im Nahen Osten nicht durch symbolische Gesten, sondern durch konkrete Schritte erreichbar ist: die Befreiung der Geiseln, die Entmachtung extremistischer Kräfte und die Schaffung realistischer Rahmenbedingungen für eine zukünftige palästinensische Selbstbestimmung.“

Genau das sind die Punkte. Meloni ist eine der großen Hoffnungen für Europa. Wahlen in Frankreich sind zudem noch lange hin und keiner weiß wirklich, wie das Rassemblement National im Blick auf Europa und vor allem auch hinsichtlich der deutsch-französischen Partnerschaft sich verhalten wird. Viele französische Juden setzen inzwischen allerdings zu recht ihre letzten Hoffnungen in diese Partei. Die Bedrohung von Juden erfolgt inzwischen regelmäßig von (zu remigierenden) Arabern.

Eine solche rechtskonservative Präsidentschaft kann gut gehen und für die konservativen Kräfte in der EU insgesamt eine Stärkung bringen, um eben jenes Europa der Nationen zu etablieren, aber es kann mit Marine Le Pen genauso dazu führen, daß Frankreich eine Annäherung an Putin anstrebt. Was allerdings sämtliche skandinavischen und baltischen Staaten wie auch Polen vor allem gegen Frankreich aufbringen würde. Vieles hängt an Deutschland als Mittelmacht im freien Europa. Ob ein Kanzler wie Friedrich Merz diese wohl schwerste Aufgabe und Krise, die dieses Land seit seiner Gründung zu bestehen hat, bewältigen wird, lasse ich dahingestellt. Zeit für Merkelsche Bräsigkeit zumindest bleibt nicht. Das zeigt bereits der russische Hybidkrieg gegen Deutschland. Und das zeigen auch die erheblichen Probleme, die die Massenmigration aus dem islamischen Kulturraum mit sich brachte.

CSD in Berlin: „Internationalist Queer Pride for Liberation“. Oder: vom muslimisch-migrantischen Antisemitismus einmal wieder

Die b.z. berichtete gestern treffend über diesen Aufmarsch bzw. die Koalition aus migrantisch-muslimischen Araberantisemiten und jungen wie auch älteren Queers, die als Gegenveranstaltung zum offiziellen CSD stattfand:

„Mindestens 50 Festnahmen
Erneut Israel-Hass und antisemitische Hetze bei Demo in Kreuzberg
Während der überwiegende Teil der linken Szene zugeordnet wurde, befanden sich auch mindestens 800 propalästinensische Demonstranten darunter. Nach ersten Erkenntnissen suchten etwa 150 von ihnen die Konfrontation mit der Polizei, beschimpften und bepöbelten die Beamten.

Nach B.Z.-Informationen wurden im Verlauf des Aufzuges antisemitische Parolen gegrölt. Die Teilnehmer feierten ihre Märtyrer, bejubelten den Tod israelischer Soldaten. Als die Polizei einschritt, wurden sie mit Farbbeuteln und Wasserflaschen beworfen. Es kam auch zu Flaschenwürfen, zum Teil wurde auch mit Fahnenstangen auf die Beamten eingeprügelt. Verstärkung wurde angefordert.

Am Kottbusser Tor kam der Zug zum Stehen. Weil immer wieder antisemitische Parolen skandiert wurden, entschied der Einsatzleiter der Polizei vor Ort die Veranstaltung vorzeitig zu beenden.“

Jedes Wort aus diesem Artikel kann ich bestätigen, denn ich stand teils direkt daneben, als diese Dinge geschahen und habe den Zug photographierend und beobachtend begleitet. Die SA ist diesmal bunt gekleidet: Judenhasser, Araber, denen ich zukünftig die Remigration wünsche, Menschen, die den Staat Israel vernichtet sehen wollen, naive Gestalten, die in Gaza oder im Westjordanland in solchem Aufzug einen Freiflug vom Häuserdach spendiert bekämen und immer wieder Gekreische und Aufrufe zur Vernichtung von Israel. Frauen, die ihre Unterwäsche, Arschbacken und ihre Brüste zeigen, wofür sie in jedem muslimischen Land schwer bestraft werden würden. Ja sie gingen nicht einmal zu einer Demo, außer vielleicht, wenn es der Staat organisiert hat, im verschleierten Frauenblock, wie im Iran. Ich habe für diese Leute nichts als Verachtung übrig. Nur sehr wenige Menschen waren auf dieser Demo, denen es womöglich tatsächlich um das Wohl der Gaza-Araber ging. Dann aber sollte man sich überlegen, ob man bei einem solchen Aufmarsch wirklich gut aufgehoben ist. Erst recht als Frau oder als Schwuler, Lesbe oder transsexueller Mensch. (Und mal unter uns und unter vier Augen, falls sich das bis in diese Szene noch nicht herumgesprochen hat: Israel ist im Nahen Osten die einzige Demokratie und das einzige Land, wo es überhaupt möglich ist, als, wie es heute heißt, queerer Mensch, nach seiner eigenen Façon zu leben.)

Wie es der Artikel beschrieb, ging es auf der Demo teils schon am Anfang aggressiv zu. Nicht so schlimm, wie ich es von den reinen Araberaufmärschen mit ein paar verstreuten Linksantisemiten kenne, aber eben auch nur bedingt fröhlich und bunt. Und von Anfang an sinnlose und dumme Parolen, bei denen ich nicht weiß, ob man lachen oder einfach nur weinen soll über derartige politische Naivität. Dann am Hermannplatz ging es hoch her, es wurden einmal wieder verbotene Parolen gerufen und es flogen Farbbeutel. Meine guten Meindl-Wanderschuhe, die ich für Langstrecken trage, bekamen ebenfalls Farbe ab. Schnell kam dann, nachdem aus dem Aufzug heraus die Polizei beworfen wurde und auch neben mir Farbbeutel aufschlugen, der Befehl „Helm auf“, und so setzte auch ich den meinen auf, den ich zur Sicherheit bei solchen Aufmärschen immer mit dabei habe. Die Polizei ist dabei allerdings für meine Begriffe viel zu moderat vorgegangen.

Brenzlig wurde die Situation dann auf dem Kottbusser Damm, da dort nicht nur jene rotweißen hüfthohen Plastik-Baustellenabsperrungen standen und auf diese Weise der Gehsteig stark verengt war, sondern zudem befand sich dort eine relativ schlecht gesicherte Baugrube. Da ich bei solchen Demonstrationen mein gesamtes Umfeld immer wieder scanne und auf Gefahrensituationen absuche, bemerkte ich schnell, daß es bei der aufgeheizten Lage gut sein kann, hier besondere Vorsicht walten zu lassen. Und so war es auch. Nach einer Festnahme aus dem Demozug heraus, preschten die Beamten mit dem festgenommenen Mann im Griff durch jene enge und von den Bauzäunen samt einem Baugerüst gesäumte Gasse, die an dieser Stelle kein Gehweg mehr war, sondern ein schmaler Pfad, auf dem man sich auch an keine Seite oder eine Hauswand hätte drücken können. Die Polizisten stießen und drängelten. Sie schoben die Menschen vor sich her, die noch gar nicht recht realisierten, was da eigentlich geschah und denen man zurufen mußte, daß sie sich nach vorne bewegen sollten. Ich zumindest für meinen Teil sorgte dafür, daß ich schnell wieder ins Freie kam. Da blieb dann auch keine Zeit für Photographien.

Im ganzen war diese Veranstaltung eine antiisraelische und in weiten Teilen wie immer auch antisemitische Demonstration. Was das Kopftuch, das jene Frau trägt – sie wird sich ganz sicher nicht als weiblich gelesene Person bezeichnen wollen – dann am Ende für Israel bedeutet, kann sich jeder ausrechnen, der noch den letzten Rest Versand bei sich hat. Bei Linken dürfte das aber teils schwierig werden oder frei nach Alfred Tetzlaff: Sie sind nicht dumm, sie haben nur Pech beim Denken. Wobei ich mit der Dummheit mir inzwischen nicht mehr so sicher bin.

„Die Homosexualisierung der Hamas ist in vollem Gange!“ schrieb mit leichter Süffisanz ein Facebookfreund. Und ebenfalls treffend formulierte es die Ethnologin Susanne Schröter:

“ Antisemitische Hassparolen und Gewalt gegen die Polizei auf CSD-Demo in Berlin. Offen ausgelebter Judenhass ist das neue Normal, nicht nur in der Hauptstadt. „Nie wieder“ entpuppt sich leider als inhaltleere Beschwichtigungsformel, die auch nicht besser wird, wenn man sie mit salbungsvoller Miene bei jedem Gedenktag von sich gibt. Wenn Juden in Deutschland sicher sein sollen, muss wirklich anders gehandelt werden. Und zwar jetzt!“

Deutschland hat den Feind im eigenen Haus! Deutschland hat sich ohne jegliche Not migrantisch-muslimischen Antisemiten importiert und es ist das Land nicht gewillt, diese Menschen wieder geordnet in ihre Heimatländer zurückzuführen.

Und damit verbunden hat auch links fertig. Mit diesen Queers bin ich nicht einmal mehr solidarisch, wenn sie irgendwo in Deutschland verfolgt oder verprügelt werden. Es ist mir, ehrlich gesprochen, egal. So wie ich auch wenig Mitleid mit rechtsextremistischen Antisemiten habe, wenn die ihre eigene Sprache zurückbekommen. Wer sich derart dumm verhält, braucht mit Solidarität nicht zu rechnen. Wendet euch an den Rechtsstaat! Den ihr allerdings, wie auf der Demo zu hören war, ablehnt. Was ich auf dieser Demo gesehen habe, hat mich schwer entsetzt. Ich frage mich, wie Menschen so derart naiv und blauäugig sein können – was ich nicht einmal mehr mit dem Alter entschuldigen mag. Auch wir waren in unserer Jugend Träumer. Aber wir waren nicht derart naiv und in vielen Fällen muß man es leider auch sagen: nicht derart verblödet. Leid tut es mir für jene queeren Menschen, die diesen ganzen Scheiß nicht mitmachen und denen solches Gebaren und solches Instrumentalisieren einer eigentlich wichtigen Bewegung peinlich ist.

Wieviel Haß doch so eine Israelfahne erregte! Und da habe ich mich dann auch mit einigen dieser ekelhaften Araberhonks und einem Biodeutschen angelegt, die es witzig fanden, mich zu photographieren und zu filmen. Weil ich Polizeikräfte informiert hatte, daß die Menschen mit den Israelfahnen dort ungeschützt stehen. Ich habe nur noch Wut, Haß und Verachtung für diesen Palästina-Szene in Berlin. Und mir tut die Berliner Polizei leid, die sich fast jeden Tag mit diesem Abschaum abgeben muß. Die Frau vorne mit dem roten Riemen allerdings war angenehm. Mit der habe ich mich zweimal richtig gut unterhalten. Sie war, als sie mich fragte, für wen ich photographiere, erst ganz entsetzt, als ich ihr sagte, ich mache das nicht aus Solidarität, sondern daß ich im Gegenteil rein gar nichts für diese Leute übrig habe. Trotzdem hat sich da ein schönes Gespräch entspannt. Auch beim zweiten Mal, als ich sie dann am Landwehrkanl bei der Fahnenszene wiedertraf. Solche Szenen versüßen einem dann doch den Umstand, sich über vier Stunden schwachsinnige Parolen anhören und entsetzliche Menschen ansehen zu müssen.

Zu fast all diesen Photographien ließen sich kleine Geschichten erzählen. Aber das würde diesen Beitrag sprengen und so ist es den Betrachtern überlassen.

Greta Thunberg beim Rückflug und was das mit der Tagesschau zu tun hat

Kröta, Kinderbuch, zweiter Band. „Es war nie Flugscham. Scheißerinchens Angst vorm Fliegen“.

Da sitzt die Heilige Kröta.
Diesmal ohne ihr Gezeter.
Die Augen laff, das Denken schlaff.
Und das nicht erst, Leute, seit heute.

Man konnte es den Öko-Naivlingen von damals mit ihrer Greta-Idolatrie nur immer wieder sagen, und zwar mit Nietzsche: „Hütet euch, dass euch nicht eine Bildsäule erschlage!“ Aber sie realisierten es nicht. Ich will nicht darauf herumreiten, daß ich und einige andere all das schon damals an dieser Elendsgestalt Greta Thunberg kritisierten, die von ihren Eltern als PR-Marke in die Welt geschickt und instrumentalisiert wurde.

Nun also das Instagram-Partyboot zu den Gaza-Arabern. Diese ganze von der Hamas bzw. von dem in England lebenden Hamas-Funktionär Zaher Birawi gesteuerte PR-Selfie-Schiffsaktion ist medial nun allerdings so ziemlich in die Hose und damit auch nach hinten losgegangen. Eine Greta, die wie ein halb derangierter, halb depressiver Paddington Bär aussieht, dem von den Kräften der IDF eine Butterstulle überreicht wird, sie dabei debil grinsend. Das mit dem Instagram-Party-Schiff und den zwei Säcken Mehl, die im Aldi von der Palette gekauft vielleicht 250 Euro kosten – da haben sich die Antisemiten für ihre Freunde in Gaza heftig in Unkosten gestürzt -, samt drei Onkel-Ben’s-Reispackungen, wovon selbst das Großmütterchen mehr im kleinen Vorratsschrank ihrer Sozialwohnung lagert, war medial insofern keine so dolle Sache. Außer man hat eben die Aktuelle Kamer… äh, die gebührenfinanzierte Tagesschau auf seiner Seite, bei der es journalistisch leider und aufgrund von Qualitätsschwund (Stichwort Kinderjournalismus à la Sophie von der Tann) nicht angekommen ist, daß hinter der Greta-Partyinstagrambootaktion leider die Hamas steckt. Recherche ist nicht die Stärke der Tagesschau. Lieber liest Susanne Daubner aktivistische Texte. Und ich zitiere da im Blick auf Daubner als williger Helferin solcher antiisraelischen Propaganda im Blick auf einen sich verbreitenden Antisemitismus gerne Henryk M. Broder: „Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte: weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.“

Was ist der Unterschied zwischen der „Aktuellen Kamera“ und der „Tagesschau“? Keiner? Doch, doch, es gibt einen: Bei der ak wußte jeder – sogar die Funktionäre der SED-Diktatur -, daß dieses Medium Lügen und Propaganda verbreitet. Bei der Tagesschau glauben viele Zuschauer immer noch, daß es sich um ein weitgehend objektives Nachrichtenmedium handelt. Würde die Tagesschau eigentlich, nachdem hier in Deutschland von einigen Rußlandfreunden ein Konvoi für den Donbas auf den Weg gebracht wurde, ebenso schreiben: „Ukraine stoppt Hilfs-LKWs für den russischen Donbas? Die Wagen waren mit Hilfsgütern auf den Weg in den Donbas“? Sicherlich nicht.

Diese Art von medialer Manipulation wäre nicht schlimm, wenn die Tagesschau irgend ein Käsesender wäre, und man kann diesen Scheiß ja schließlich auch ausschalten. Nur möchte eben niemand für das, was er ausschaltet, 18 Euro 56 bezahlen. So wie ich im Supermarkt an der Kasse auch keine 3 Euro 99 für die nichtgekaufen Frühkartoffeln bezahlen möchte. Klar, der Vergleich paßt nicht ganz und die eingeforderten Gebühren dienen ja nicht nur einer einzigen Sendung. Dennoch weisen sie im Bereich der Nachrichten auf eine erhebliche Schieflage in der Berichterstattung, gerade wenn man aus Israel Sophie von der Tann sich anschaut, die ich inzwischen für die Pressesprecherin der Hamas halte und nicht für eine ordentlich arbeitende Journalistin. Und da sind wir dann auch bei dem Punkt, daß Nachricht und Kommentar auseinanderzuhalten sind. Diese Pseudointerviews von Jens Riewa und Susanne Daubner und wie sie alle heißen, sind leider eine Farce.

Diese ganze Selbstgefälligkeit und Propaganda-Shit-Show wird den öffentlich-rechtlichen Bezahlmedien irgendwann gehörig auf die Füße fallen. Und da wird es dann einige sehr lange Gesichter geben. Allerdings kenne ich diese Selbstgefälligkeit eben auch schon von den ausgehenden 1980er Jahren her. Nur war sie dort noch eine etwas andere, weil der Nachrichten- und auch der Kommentarteil deutlich anders aufgebaut waren.

Und auch heute im Blick auf die gewälttätigen Riots in Los Angeles: Für die Tagesschau sind schwere Ausschreitungen, Plünderungen und Brandstiftungen, Stand 18 Uhr gestern und auch in der Hauptnachrichtensendung um 20 Uhr, immer noch Proteste. Während für die Tagesschau damals in Chemnitz 2018 einige wenige, wenngleich durch nichts zu rechtfertigende Ausschreitungen von Rechtsextremisten bereits Krawalle waren. Und nun wundern sich die Bezahlmedien demnächst wieder einmal wie die liebe Sonne, daß sie zunehmend an Glaubwürdigkeit verlieren und die AfD und andere Extremisten von der Querfront der Querdenker sie genüßlich vorführen. Vielleicht sollte man sich in der vermutlich ziemlich linksrotgrünen Redaktion der Tagesschau im Blick auf die USA mal überlegen, wie man welche Begriffe verwendet. Auch wenn man keine großen Sympathien für einen solchen Präsidenten wie Trump hegt, sollten auch in diesem Fall die Dinge beim Namen genannt werden. Bei aller berechtigten Kritik an Trumps Politik bleiben Krawalle nun einmal Krawalle bzw. Ausschreitungen. Wo Autos brennen und Polizisten angegriffen werden, handelt es sich nicht mehr um Proteste. Und da ist es auch egal, ob das ursprüngliche Anliegen nun bereichtig, gänzlich unberechtigt oder so halbe-halbe ist.

Aber man kann ja schon froh sein, daß die Blasenwelt in der Tagesschauredaktion gestern abend den entsetzlichen Amoklauf von Graz nicht als eskalierten Schülerprotest bezeichnet hat.

Doch Witz beiseite: Das ÖRR-Bezahlfernsehen im Bereich der Nachrichtenformate ist nicht reformierbar. Es muß grundsätzlich zerschlagen und dann völlig neu wieder aufgebaut werden. Deshalb bleibt es dabei: #defundÖRR.

Am Ende sei noch ein Beitrag der Königlich Bayerischen Antifa hinsichtlich der Teilnehmer der Selfie-Jacht gepostet:

„Gaza-Flottille“: Hippies und Terror-Verherrlichung

Dieser „Palästina“-Schmuse-Barde ist der „Aktivist“ Thiago Avila. Er fährt gerade zusammen mit Greta Thunberg und anderen ideologisch Verwirrten auf einem kleinen Segelkutter „nach Gaza“ um die „Zionistische Belagerung“ zu „brechen“.

Wenn er nicht gerade mit unerträglicher „Palästina“-Klampfen-Musik das Mittelmeer in Angst und Schrecken versetzt, treibt sich Avila völlig schamlos im Windschatten des Internationalen Terrorismus herum und nennt das dann „Antiimperialismus“.

So war der Polit-Hippie bei der Trauerfeier des Obersten Hisbollah-Terroristen Hassan Nasrallah in Beirut zu Gast. Er bezeichnete den verstorbenen Massenmörder als „humanistischen Vorkämpfer“ und „Zweimaligen Sieger über den Zionismus“ und orakelte, der tote Chef-Islamist werde auf ewig als „Inspiration“ in den „Geschichtsbüchern“ stehen. Nasrallah sei jetzt bei den anderen „Märtyrern“ und man werde seinen „Islam“ und die „Werte des friedlichen Zusammenlebens“ weitertragen. Auf einer Konferenz reckt er zusammen mit anderen die erhobene Faust zu Vernichtungs-Parolen gegen die USA und Israel und für den „Sieg des Islam“.

Zwischen den grinsenden „Palästina“-Nationalismus von Avila und dem schieren Islamistischen Terror von Nasrallah passt kein Blatt Papier mehr. Es gibt noch nicht einmal mehr den Versuch der hippiesken „Palästina“-Polit-Clowns, sich zumindest formal abzugrenzen. Es ist einfach ungefilterte, dummdreiste Terror-Verherrlichung.
[…]
Keinen Frieden mit dem Terror.“

Aus dem Kinderbuch „Kröta auf Reisen“

„Mitte: Entführte, unterdrückte Aktivistin in Lebensgefahr. (Kontakt verloren)
Rechts: Zionistischer Entführer.“
(Süffisantes Zitat des Militärbloggers U.M.)

Tja, wenn Antisemitinnen reisen, dann haben sie auch was zu erzählen. So auch Kröta Thunberg

„Defense Minister Israel Katz instructed the IDF to show passengers of the ‚Madeline‘ Gaza flotilla the ‚horror footage‘ from Hamas’s massacre on October 7. ‚The antisemitic Greta and her Hamas-supporting friends should see exactly who the Hamas terror organization is that they came to support and work for, what atrocities they committed against women, elderly and children, and who Israel is fighting against in self-defense,‘ the minister’s office stated. ‚I commend the IDF for the swift and safe takeover of the Madeline flotilla to prevent them from breaching the blockade and reaching Gaza’s shores.'“

Womöglich lächelt Kröta aufgrund der Bilder vom 7. Oktober 2023 derart versonnen, wie ein Facebookuser schrieb.

Und sehr treffend schreibt die WELT:

„Die winzige Menge an Hilfsgütern auf der Yacht, die nicht von den ‚Promis‘ aufgebraucht wurde, wird nun über echte Hilfskanäle in den Gazastreifen gebracht.“

Ulf Poschardt in Wien

Ich und viele andere Menschen danken Ulf Poschardt für diese so wichtigen und starken Worte und für diese unbedingte Solidarität mit Israel. Solche klaren Sätze sind im heutigen (zumeist) linken Kulturbetrieb auf einem Kongreß selten. Die wenigsten können sich diesen Mut leisten. Eine großartige Ereiferung von Ulf Poschardt:

Und um die linken Lebenslügen im Blick auf Israel und den Krieg gegen Gaza auf den Punkt zu bringen: Kaum einer in England wäre im Jahr 1943 oder 1944 oder im Winter 1945 auf die Idee gekommen, darüber zu debattieren, ob das harte Vorgehen gegen Deutschland angemessen, ob die Bombardierung deutscher Städte ein doch zu starkes Mittel wäre: allein bei der Operation Gomorrha kamen in eineinhalb Wochen in meiner Heimat Hamburg über 30.000 Menschen ums Leben. Und um es auf den Punkt zu bringen: diese Bombenangriffe haben zwar nicht den Durchhaltewillen der Deutschen gebrochen, aber sehr wohl erhebliche Teile der deutschen Luftwaffe und der Flak gebunden, die auf diese Weise nicht an der Ostfront und auch nicht am D-Day in der Normandie zur Verfügung standen. Genau deshalb waren diese Bombenangriffe gut und richtig oder um es mit einer von Thomas Manns Radio-Ansprachen an die Deutschen zu sagen: „Aber ich denke an Coventry und habe nichts einzuwenden gegen die Lehre, dass alles bezahlt werden muss.“ Dies läßt sich bestens auf die Gegenwart und auf den 7. Oktober übertragen, als Gaza-Araber in Israel jüdische Frauen, Männer und Kinder zerstümmelten, israelische Frauen blutig fickten und Kinder vor den Augen ihrer Eltern in einen Backofen schoben und diesen Ofen anschalteten. (Die Bilder und Filme davon haben diese Mörder, die nicht nur brutal, sondern auch noch dumm waren, delikat ins Internet gestellt. Viele dieser Terror- und Mordbrenner hat die IDF gezielt eliminiert. Gut so!)

Und bestens erinnere ich mich noch, wie im Februar 2014 in Dresden die heute bei der Linken in Berlin tätige Politikerin Anne Helm mit freigelegten Brüsten für den Bomber Harris demonstrierte. Sie hatte keinerlei Bedenken, einen brutalen, wenn auch nötigen Bombenkrieg zu bejubeln. Während dieselben Leute wie Helm heute im Blick auf Gaza plötzlich hochkrititisch sich gerieren, wenn es darum geht, daß Israel sich gegen einen islamofaschistischen Angriff wehrt, der zudem von großen Teilen der Gaza-Araber mitgetragen wurde.

Und zu all dem ein Kulturbetrieb, der schweigt, der relativert und der Opfer und Täter vertauscht oder aber derart herumeiert, daß am Ende irgendwie alle schuldig sind.

Ein Dank muß hier auch an die Moderatorin gehen, die zu Beginn von Poschardts Ausführungen immerhin darauf gedrängt hat, Ulf Poschardt ausreden zu lassen. Genau so muß es sein. Gerade auf einem Kongreß, darin es um Cancel Culture geht. Allerdings hier auch Poschardts berechtigte Kritik auf Facebook:

„Bemerkenswert ist ja auch, dass die Leitung der Veranstaltung nicht mal den Namen von mir richtig aussprechen kann, geschweige denn weiß, wie der Nachname geschrieben wird. Dass ich trotz der unzähligen Unterbrechungen nach 12 Minuten abgewürgt wurde ist auch so ein Ding. Am Ende ist diese ganze Jury Nummer ein einziger Witz, das sind alles Linke bis auf Jan Fleischhauer.“