Berlin Kreuzberg

Ein Bericht vom 28.10., aus Berlin, gefunden auf Facebook:

„Ich wollte nur auf ein Konzert.

Gestern ist mein kleiner Sohn mit der Babbyssiterin geblieben und ich bin gegen 19h von der Warschauerstr mit der U1 richtung Hallesches Tor gefahren. Ich glaube das war Koti, wir sind stehen geblieben, als ich auf ein Mal von allen Seiten “ Free Palestine“, „Kill Israel“, „Kill Jews“ gehört habe, zuerst waren das sehr viele Stimmen von überall, dann wurde der ganzer Gleis grünn und kariert, es hat sich mit Leuten befüllt, die Paläst. Flagen und Tücher getragen haben. Es war innerhalb Sekunden voll. Der Schaffner hat gleich die Türen verrigelt und keiner konnte von außen rein. Die haben angefangen mit Händen und Feusten an die Fensterscheiben von dem Wagen zu schlagen und weiter scandiert.

Ich dachte, ich bin mutig und habe keine Angst , aber in dem Moment habe ich mich zusammengerollt, Füsse angezogen , Kapuze drüber, habe meine Ohren zugehalten und meine Augen fest zusammengedrückt, laut geweint, habe am ganzen Körper gezittert und mir ständig innerlich eingeredet, dass das ein Film über den 2 Weltkrieg ist, den ich mir gerade anschaue. Die meisten Leute im Waggon haben so getan als wäre nichts passiert, viele mit Kopfhörern, asiatische Touristen haben interessiert und lachend nachgefragt was den los sei. Vor mir standen zwei Männer, einer hat mich vorsichtig gefragt ob er mir helfen kann. Ich meinte : “ Ja, ich bin Judin und habe Angst! “ Er sagte , dass die mit mir bleiben, es wird mir nichts passieren, dass die 2 Journalisten sind und dass die es vollkommen verstehen und mich nicht alleine lassen. Ich fragte, wo die Polizei bleibt und die sagten, dass es gerade eine unangekündigte Demo mit 10.000 pro Palästina Anhänger am Alex war und die Polizei dort ist, und das sind praktisch die Demonstranten, die uns gerade die Scheibe einschlagen. Dann ging das Licht aus, in den Waggon, die Leute haben angefangen zu schreien( es war wirklich wie im Film ) die anderen von aussen haben weiter scandiert und an die Fenster geschlagen. Dann machte der Schaffner plötzlich das Licht an und wir fuhren weiter. An der nächsten Halte war es ähnlich, die Türen waren offen und die Demonstranten sind rein und haben drin weiter scandiert. Ich habe mich weiter in die Kapuze versteckt und die 2 Männer standen über mir🙏🏽🙏🏽Ganze Zeit hatte ich nur einen Gedanken im Kopf:

“ Gott sei dank ist Áyo nicht dabei!!“ Nächste Haltesteltelle waren es weniger und dann immer weniger. Wir 3 sind am Hallischen Tor ausgestigen. Ich habe am ganzen Körper gezittert. Habe irgendwie noch geschaft Post bei FB zu Posten und meine Mom anzurufen Die 2 Journalisten sagten, dass die selber Angst haben erkannt zu werden, dass die Propalästina die kennen und dass die Ihre jüdische Kollegen schon seit 3 Wochen nach Hause begleiten. Haben mir Ihre Visitenkarte gegeben und gefragt ob ich weiter Hilfe brauche, ich sagte ich komme schon zu recht. Hab meine Freundin angerufen und wir sind dann auf dieses geplantes spanisches Konzert ins Gretchen. Als ich dort angekommen bin.. Welt voller Kontraste …war es schön, lustig, Leute haben friedlich getanzt, latein amerikanische Musik, als wäre NICHTS passiert.

Ich konnte nicht abschalten und kanns immer noch nicht…

Berlin, 28.10.2023“

All das wundert mich nicht. All das ist mit Ansage. Ich habe zum Glück ein Auto und muß nicht mit der BVG fahren. Anderen geht es da leider anders. Mir fällt ansonsten zu diesem und zu vielen anderen Szenarios nur ein Satz von Andy Brehme ein und dabei muß man das Wort „Fuß“ durch „Land“ ersetzen.

Der militärisch-industrielle Komplex

Ich bin doch sehr dankbar, daß es US-Geheimdienste gibt und auch die NSA-Affäre zeigt sich in einem doch etwas anderem Licht, wenn man die Kumpanei vieler SPD- und auch CDU-Politiker mit dem russischen Gaskonzern bedenkt. Aber auch, was die Ausbildung des ukrainischen Geheimdienstes betrifft, ist es gut, was getan wurde. So heißt es im Newsletter des „Tagesspiegel“:

Wie viel geheimdienstliches Know-how aus den USA dahinter steckt, ist aber neu. In einem detaillierten Artikel, der sich unter anderem auf zahlreiche Quellen in der Ukraine und den USA beruft, beschreiben zwei Journalisten der US-Zeitung „Washington Post“, wie die CIA über Jahre Mitarbeiter des ukrainischen Geheimdienstes ausbildete (Quelle hier). In das Projekt seien zweistellige Millionenbeträge geflossen. Die Zusammenarbeit begann demnach im Jahr 2015, nachdem russische Söldner Teile der Ostukraine und die Krim besetzt hatten. 

Die Aktionen der ukrainischen Geheimdienste (des SBU und des HUR) beinhalteten auch zahlreiche Anschläge in Russland, wie die „Washington Post“ berichtet. Darunter das tödliche Attentat auf die Tochter eines bekannten Ideologen und Freundes des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Darja Dugina (mehr hier) und das Attentat auf einen Militärblogger in Sankt Petersburg (mehr hier).

Die US-Beamten, die für den Artikel zitiert wurden, legen Wert darauf, dass der Geheimdienst der USA in keinen der Anschlagspläne verwickelt war. Allerdings könnte Technik benutzt worden sein, die die USA zur Verfügung stellten. Weitere bemerkenswerte Details aus dem Artikel:

  • Die CIA wusste wohl von dem Plan, die Krimbrücke zu sprengen. Und die US-Geheimdienstler bildeten wohl auch in der Ukraine Teile der Spezialkommandos aus, die jetzt hinter den russischen Linien im Einsatz sind.
  • Einer der zitierten US-Geheimdienstler nennt den ukrainischen Militärgeheimdienst (HUR) mit seinem berüchtigten Chef Kyrylo Budanow deshalb auch „unser Baby“.
  • Die USA bezahlten auch für ein neues Hauptquartier des ukrainischen Militärgeheimdienstes, weil das alte mit sowjetischer beziehungsweise russischer Technik durchsetzt war. Das Abhör-Risiko war zu hoch. 
  • Mit der von den USA gelieferten Technik konnten die Ukrainer pro Tag bis zu 300.000 Kommunikationen in Russland überwachen. Viele der Daten wurden in den USA ausgewertet. 
  • Die USA bekamen direkten Zugriff auf Agenten, die der ukrainische Militärgeheimdienst in die russischen Geheimdienste eingeschleust hatte. 
  • Die russischen Pläne zum Überfall auf die Ukrainer erhielten die US-Geheimdienste über eigene Quellen, zu denen die Ukrainer keinen Zugang hatten. Wohl auch deshalb glaubte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bis zuletzt nicht an einen russischen Überfall. 
  • Alle Geheimdienstaktionen müssen von Präsident Selenskyj abgesegnet werden.

Hamas, das Squid Game und ein paar Worte zu Zizek

(Bild gefunden auf Facebook bei dem Account U.M.)

Solange solche Leute und jene Typen, die das veranlaßten: daß Babys entführt und daß Kinder gefoltert wurden, nicht beseitigt sind, wird es keinen Frieden in Nahost geben. Mit Menschen, die derartige Verbrechen gegen Menschen begehen, gibt es nichts zu verhandeln. Und auch wenn sie Menschen sind, haben sie sich damit außerhalb des Humanen gestellt. (Zumal wenn kaum Aussicht besteht, daß diese Leute den Staat Israel je anerkennen werden.) Dies ist der rationale Grund für die Härte. Noch einmal Magnus Klaue: „Mit Leuten, die einen vernichten wollen, verhandelt man nicht. Sie müssen nicht überzeugt, sondern unschädlich gemacht werden!“

Jeder, der auf eine derartige Weise wie Israel angegriffen wird, hat alles recht der Welt sich zu verteidigen. Bevor wir über den Nahostkonflikt reden können und über eine Lösung nachdenken, müssen wir uns überlegen, wie wir die Akteure ausschalten, die Terrororganisationen sind und die, wie auch der Iran, an keinerlei Frieden interessiert sind. Wenn dieser Schritt geklärt ist, kann man zur „Äquidistanz“ übergehen und sowohl Israel wie auch die palästinensischen Araber in die Pflicht nehmen. Wobei auch in diesem Kontext dieses vermeintlich Überparteiliche eine gefährliche Fiktion bzw ein Trug ist: das Existenzrecht Israels ist eben nur dann gesichert, wenn wir ohne Wenn und aber für Israel eintreten – nicht für jede Regierung und nicht für jeweils konkrete Politik, wie etwa die unsägliche Zersiedlung der Westbank, die Israel von Jordanien eroberte, als es von Jordanien angegriffen wurde, aber doch für die Existenz von Israel als Staat. Und damit sind wir auch bei Zizeks Rede auf der Frankfurter Buchmesse. Hat man dazu etwas von Zizek gehört? Hat er Möglichkeiten genannt, wie die Terrororganisation Hamas zu beseitigen ist und wie man den Iran zwingt, die Lage nicht weiter zu destabilisieren? Hat Zizek Vorschläge gemacht, wie die zweihundert Geiseln zu befreien sind? Auch aus diesem ganz immanenten Grunde ist seine Rede eineinhalb Wochen nach dem Massaker unangemessen.

Bevor diese Arbeit, dieses Ausmisten des Augiasstalles vom Hamasdreck aber nicht erledigt ist, haben wir, wenn wir keine herzlosen Kreaturen sein wollen, solidarisch mit Israel zu sein. Wie das so ist: Um nach D zu gelangen, muß von A aus erstmal B getan werden.

Aber das alles und wie es in der öffentlichen Wahrnehmung wieder einmal läuft, war mir beim Thema Israel schon klar und das steckt auch im Kalkül von Iran und der Hamas, daß genau diese Scheinwerferumkehr bereits nach einer Woche schon geschieht – allein auch über die Bilder aus Gaza, die bewußt und instrumentell von den Terroristen eingesetz werden und die von deutschen Medien bereitwillig verbreitet wurden, wie im Falle des von arabischen Terroristen beschossenen Krankenhauses in Gaza, was man den Israelis zulog. Ja, es gibt arabische Opfer. Wer aber eine Terrororganisation wie die Hamas seit 17 Jahren gewähren läßt, muß mit entsetzlichen Konsequenzen leben. Deutschland kann davon ein Lied erzählen und so schlimm es ist, daß Teile meiner Familie aus Ostpreußen und Danzig vertrieben wurden und daß Deutsche Städte in Tümmern lagen und Phosphorbomben die Menschen und die Häuser in Nazi-Deutschland in Brand setzen: so sehr aber hat das eine Ursache. Auch wenn man Gaza und das faschistische Deutschland nicht in eins setzen kann. Aber der tertium comparationis ist in diesem Falle eine verbrecherische Regierung, die weitgehend von ihrem Volk unterstützt wird.

Carlo Masala hat im Blick auf diese Propaganda der Hamas treffend getwittert: „Wenn ihr (wie ich auch) gedacht habt, die Trollfabriken in St. Petersburg sind der Endgegner, oh boy, die Hamas ist Champions League.“

Das Schweigen der Bekenner: Böhmermann, Eidinger, Tschirner, Passmann, Heufer-Umlauf, Deichkind, Marius Müller Westernhagen

Das große, das laute, der beredte Schweigen derer, die ansonsten beim Kampf gegen rechts ihre Gesichter in jede Kamera halten, die sich nur darbietet. Jene Prominenten und Menschen des Kulturbetriebs, die sich wortmächtig zu allen möglichen politischen Themen äußern. Sie sind plötzlich still. Und siehe da gab es ein großes Schweigen, als in Deutschland Juden nicht mehr auf die Straße konnten, weil sie Angst hatten, und als da in Neukölln und anderen Städten arabische Antisemiten den Straßen unsicher machten, Barrikaden ansteckten und Polizisten mit Steinen bewarfen. Und was ich und viele andere bereits am 8. Oktober und die Tage darauf ahnten: das große Schweigen: es ist genau so und auf diese Weise eingetreten. Das große Schweigen im Walde im Kultur- und Kunstbetrieb. Und das von denen, die man ansonsten zu jedem Anlaß twittern und reden sieht und die zu jedem Anlaß vor den Mikrophonen hängen..

Die WELT hat in einer großartigen Recherche all diese Prominenten, die gerne engagiert und weltoffen und gegen rechts sich geben, als das vorgeführt, was sie sind: Eine feige Bande.

Ein großer Dank an Frédéric Schwilden und die WELT, für diese so derart wichtige Aktion möglich machten. Es ist beschämend, was sich diese von Schwilden Genannten leisten. Aber daran, an dieses Schweigen werden wir uns und werden wir diese Leute immer wieder erinnern, wenn sie dann, wenn es wieder opportun ist, einmal wieder ihre Gesichter in die Kamera halten: das Schweigen von Klaas Heufer-Umlauf, der sich sonst zu jeden Furz äußert, Sophie Passmann, Lars Eidinger, Marius-Müller Westerhaben, Jan Böhmermann, Die Toten Hosen, Teresa Bücker, die sonst immer gerne ihren Mund auftut, Deichkind, die gerne große Show und Remidemi machen, wenn es nichts kostet, Jasmin Kuhnke, die vor zwei Jahren noch voll dabei war, als es darum ging rechte Verlage von der Buchmesse auszuladen, weil sie sich bedroht fühlte – ausgerechnet an dem wohl sichersten Ort der Welt: einer Buchmesse. Aber gut, man muß dazu sagen, daß Kuhnke auch ihr neues Buch verkaufen wollte. PR immer da, wo es paßt und auch der Kampf gegen Antisemitismus ist ben nur dann eine gute PR, wenn es opportun ist und niht weiter wehtut.

Es ist peinlich und es gut, daß die WELT diese Bigotterie einmal öffentlich gemacht hat. Danke.

„Unser Autor wollte Statements prominenter Deutscher gegen Judenhass sammeln. Aber bis auf eine Influencerin und eine Klimaaktivistin ist keiner dazu bereit – es hagelt Absagen. Die, die sich sonst am lautesten „gegen rechts“ äußern, schweigen lieber zum Antisemitismus.“

Und weiter heißt es dort:

„In Deutschlands Hauptstadt fliegen Molotow-Cocktails in Richtung einer Synagoge, und das Denkmal für die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden muss von mehr als hundert Polizisten geschützt werden. Deutsche Kartoffeln in Pumphosen und queere Expats rufen mit Habibis Parolen wie von Björn Höcke (AfD), nur eben auf Englisch: „Free Palestine from German guilt“ – „Befreit Palästina von deutscher Schuld“.

In Frankfurt am Main, aber auch in London, Sydney und Montreal rufen Menschen dazu auf, Juden zu töten; sie solidarisieren sich zu Zehntausenden mit der Terrororganisation Hamas, die vergangene Woche in Israel den größten Mord an Juden seit dem Holocaust begangen hat. Die Terroristen der Hamas ermordeten und entführten Holocaust-Überlebende, junge Raver auf einem Musikfestival, Kinder, Babys. Mehr als 1400 Menschen wurden ermordet.

Für WELT AM SONNTAG wollte ich Stimmen prominenter Menschen in Deutschland gegen den Judenhass sammeln. Solidarität mit Menschen sichtbar machen, deren normales Leben in Deutschland und im Rest der Welt seit Jahrzehnten unter Polizeischutz stattfindet. Es sollte nicht um Politik gehen. Nicht um den Nahost-Konflikt. Einfach nur um die Solidarität mit Juden.
[…]
In Initiativen wie „Gesicht Zeigen“ engagieren sich doch Menschen wie Klaas Heufer-Umlauf gegen Rassismus. Und bei Festivals wie „#Wirsindmehr“ und wie sie alle heißen traten doch Künstler wie die Punkband Feine Sahne Fischfilet, der Rapper Marteria, die Toten Hosen oder Deichkind auf.

Die Schauspielerin Nora Tschirner unterschrieb doch eine Petition für ein Verbot der in relevanten Teilen rechtsextremen Partei AfD oder sammelte mit der afrodeutschen Autorin Jasmina Kuhnke Geld für mutmaßliche Opfer von mutmaßlichen Sexualstraftaten. Joko und Klaas spendeten ihre Instagram-Kanäle doch den Frauen im Iran; und gerade beim Deutschen Fernsehpreis überließ dieser Joko, der für seine Klima-Rettungsshow auf Amazon genau da ausgezeichnet wurde, doch einer iranischen Frau seine Dankesrede, damit sie noch mal auf die Gräuel im Iran aufmerksam machen konnte. Und natürlich trat auch Sophie Passmann in einer Sondersendung von Joko und Klaas gegen Frauenhass auf.
[…]
„Deutschland ist doch so bunt, so tolerant, so gegen Rassismus, dass sogar unglaublich erfolgreiche Schauspieler wie Lars Eidinger auf der Berlinale weinen, wenn unsere antirassistische Gesellschaft angegriffen wird. „Ich finde, unsere Gesellschaft ist so dermaßen vergiftet, was Hass und Missgunst angeht. Ich habe manchmal das Gefühl, dass das so ein bisschen auch der Anlass für mich ist, dagegen zu kämpfen“, sagte Eidinger mit Tränen in Augen und auf seinem linken Zeigefinger kauend auf dem Podium der 70. Berlinale. Anlass war der schreckliche Anschlag in Hanau, bei dem ein Nazi zehn Menschen – neun mit Migrationshintergrund und seine Mutter – ermordete.
[…]
Die Agentur von Nora Tschirner und Klaas Heufer-Umlauf antwortete geschlechtergerecht: „Leider muss ich hier aus zeitlichen Gründen für beide Künstler:innen absagen.“ Auf eine nicht ganz ernst gemeinte Nachfrage, ob beide es denn bis zum 9. November schaffen würden, kam wieder eine Absage: „Leider sehen wir in naher Zukunft generell keine Kapazitäten.
[…]
Das Management von Joko Winterscheidt: „Wir müssen für Joko Winterscheidt absagen.“

Das Management von Sophie Passmann schrieb auf Anfrage: „Sophie Passmann ist momentan auf Tour unterwegs, daher muss ich diese leider aus zeitlichen Gründen direkt absagen.“

Lars Eidingers Agentur antwortete: „Vielen Dank für Ihre Anfrage an Lars Eidinger, für den wir leider absagen müssen.“

Das Management von Marteria schickte: „Leider müssen wir hier aus zeitlichen Gründen absagen, da Marten momentan mit einem Projekt eingespannt ist.“

Deichkinds Management schrieb: „Für Deichkind müssen wir leider absagen.“
Das Management von Anti-Rassismus-Autorin Alice Hasters antwortete kurz und knackig: „Leider nein.“

Das Management der Musiker von K.I.Z., Casper und Kraftklub: „Hier müssen wir leider für alle drei absagen.“

Das Management von Marius Müller-Westernhagen: „Leider können wir aus zeitlichen Gründen Ihrer Anfrage nicht nachkommen.

Die Agentur von Felix Lobrecht und Jasmina Kuhnke: „Leider werden die beiden nicht dabei sein können.“

Immer wieder Worte wie „müssen“, „leider“, „können nicht“, „aus zeitlichen Gründen“. In Instagram-Storys sah man derweil Nora Tschirner Eis essen und auf Filmpremieren gehen. Sophie Passmann spielte mit dem Podcaster Tommi Schmitt Fußball.
Das Schweigen der sonst so Lauten nennt Staroselski „eine Schande“, denn: „Am 9. November und am 27. Januar eine Nie-wieder-Kachel mit einem betroffenen Foto zu posten, ist einfach. Aber jetzt werden jüdische Wohnhäuser mit Davidsternen markiert, es wird zur Gewalt aufgerufen. Zu schweigen, aus Angst Follower zu verlieren, zeigt die Doppelmoral dieser Akteure.“

Das Schweigen der sonst so Lauten nennt Staroselski „eine Schande“, denn: „Am 9. November und am 27. Januar eine Nie-wieder-Kachel mit einem betroffenen Foto zu posten, ist einfach. Aber jetzt werden jüdische Wohnhäuser mit Davidsternen markiert, es wird zur Gewalt aufgerufen. Zu schweigen, aus Angst Follower zu verlieren, zeigt die Doppelmoral dieser Akteure.“

1994 sang Marius Müller-Westernhagen: „Schweigen ist feige.“ Im Jahr 2023 ist dieser Titel Programm. Bei Westernhagen, bei Joko und Klaas und bei all den anderen sonst so lauten.

https://www.welt.de/politik/deutschland/plus248095260/Deutsche-Prominente-Sonst-laut-gegen-rechts-beim-Judenhass-ganz-leise.html?

Der Thunfisch stinkt vom Kopf her

Passenderweise auch gleich mit dem Kraken als Symbol und damit ein antisemitisches Stereotyp aufgreifend. Ein Krake allein macht noch keinen Antisemitismus, über das Symbol wurde viel geforscht, der Krake bezeichnete in Karikaturen um 1900 herum auch das britische Weltreich, aber in diesem Kontext ist es eben eindeutig eines der antisemitischen Klischees.

Arabische Straße in Neukölln

Die Araberkrawalle in Neukölln, brennende Barrikaden, zahlreiche verletzte Polizisten, ein widerlicher Mob, der einen Stadtteil ins Chaos stürzt, wie man es nur vom 1. Mai kennt, und auch die Ausschreitungen in Mitte vorgestern wundern mich nicht eine Sekunde: samt Angriffen aufs Holocaustmahnmal, das geschützt werden mußte. Und das wird auch die nächsten Tage derart weitergehen, so vermute ich. Denn der arabische Mob ist in Neukölln gut vernetzt und kennt seinen Kiez und es sind hunderte von Geschäften dort, die den Marodierenden einen Unterschupf bieten.

„Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt“, so erinnere ich diesen Satz noch gut, in völliger Naivität, vielleicht auch in gutem Glauben bei gleichzeitiger Torheit dahingesprochen von Karin Göring-Eckhardt.

Wer sich vom Personal her den Nahostkonflikt importiert, bekommt irgendwann die arabische Straße geliefert. Der Buchtitel „Desintegriert euch!“ hat eine interessante Wendung bekommen. Früher, als ich noch nach Neukölln fuhr, um eine Freundin zu besuchen, sagte ich zu ihr scherzhaft, wenn wir uns dann trafen: „Mein Ausflug nach Chan Yunis!“ Schön fand ich es dort nicht, aber ich besaß das Privileg, nicht in diesem Stadtteil wohnen zu müssen – mir reichten die Berichte der Freundin. Manchmal spielten wir im Auto zum Spaß Araberaufstand in Ramallah und wir waren die israelische Armee. Daß aus solchem Spaß einmal Ernst werden würde, habe ich damals nicht wirklich realisiert. Als ich dann, als Photograph und Beobachter, mehrere Araberdemos „besuchte“ und regelmäßig auch beim Al Kuds-Tag mitging – nicht weil ich diesen entsetzlichen Blödsinn gut finde, sondern weil ich hören wollte, was dort so gesprochen und gerufen wird –, wußte ich in etwa, was die Stunde geschlagen hat und was uns mit Pech einmal erwarten wird, wenn die Dinge im Nahen Osten anders liegen und es Krieg gibt. Man gebe sich auf solchen Demos einfach als einer der ihren aus – es geht insofern gut, weil da auch einige deutschen Nazis mitlaufen, etwa die Fascho-Rapperni Dee Ex – und es gibt dort die entsprechenden Stimmen, die nicht bloß einfach von Ungerechtigkeiten sprechen, sondern die ganz klar auf die Vernichtung der Juden aus sind.

Nun wird es viele geben, die sagen: das sei pauschal und nicht alle wären so. Das stimmt. Viele bleiben auch zu Hause und werfen keine Steine, zünden keine Barrikaden an. Aber ob das Denken, was da in den Familien herrscht so grundverschieden und anders ist als das von dem Mob jetzt auf der Straße, das wage ich zu bezweifeln. Meine schlimmsten Befürchtungen von 2015 – da wurde man gerne noch als Rassist gelabelt, wenn man seine Bedenken äußert – sind leider wahr geworden. Und ich war auch damals schon nicht der Ansicht, daß wir das schaffen, sondern daß da ein Berg an Arbeit und ein noch größerer Berg an Problemen auf Deutschland zukommt. Und ich befürchte auch, daß man Einstellungen in den Köpfen nicht mit noch so viel Integrationspolitik und Fördergeld raus bekommt (oder daß es zumindest Jahrzehnte wenn nicht ein Jahrhundert dauert) und auch das Prinzip Asabijah mag da eine Rolle spielen , zumal wenn mit Bildern und Geschichten aus Gaza und dem Westjordanland Propaganda gemacht wird, so wie jetzt bei dem Krankenhausbeschuß in Gaza. Oder wie es Carlo Masala schrieb: „Wenn ihr (wie ich auch) gedacht habt, die Trollfabriken in St. Petersburg sind der Endgegner, oh boy, die Hamas ist Champions League.“

Ein Teil dieses Migrationsproblems ist zudem eine intersektionale, postkoloniale, queerfeministische Linke und ein kulturalistisch-linkes Medienmilieu, die immer wieder abwiegelten, beschönigen und anbräunen, wenn man diese Probleme eines neuen arabischen Antisemitismus ansprach. Wer mit Ferda Ataman ins Bett geht, wacht morgens mit Kübra Gümüsay wieder auf. Nein, Probleme verschwinden nicht, indem man so tut, als gäbe es sie nicht. Auf jeder Araberdemo hier in Berlin konnte, wer sehen wollte, sehen.

Auf die Solidaritätskonzerte der üblichen Verdächtigen des Unterhaltungsbetriebes werden wir nach den Angriffen auf Juden und jüdisches Leben in Deutschland wohl noch lange warten müssen: Udo Lindenberg, Campino, Danger Dan, Herbert Grönemeye, K.I.Z., die Ärzte und und und. Ich hoffe, ich täusche mich, und es ist ein Konzert am Brandenburger Tor oder wie auch immer, in Vorbereitung: Solidarität mit allen hier in Deutschland lebenden Juden und nicht nur gegen Antisemitismus im allgemeinen, sondern insbesondere gegen sich hier auf den Straßen austobenden arabischem Antisemitismus. Gerade hier und jetzt wird eine deutliche gesellschaftliche Ächtung fällig, damit auch jene, die heute und morgen in Deutschland die Straßen terrorisieren, bemerken: So nicht, hier ist die Grenze! Vor allem auch ihre Unterstützer mit ihrer klammheimlichen Freude im Gepäck. Ich fürchte aber, daß es dazu nicht kommen wird. Einmal wieder wird sich eine ansonten beim „Nie wieder!“ so wortreich meldende Linke wegducken. Zum Glück aber gibt es wenige Ausnahmen, die sich klar positionieren und die Probleme benennen. Nur eben: Es sind zu wenige, viel zu wenige.

Im Tagesspiegel von heute morgen heißt es:

„Da – nach vorläufigen Erkenntnissen – viele der gewaltaffinen Verdächtigen keinen regulären Jobs nachgingen, also über viel Freizeit verfügten, könnte die Lage noch Wochen so bleiben. „Ein Mix aus justizerfahrenen Islamisten, gewaltgeneigten Jugendlichen und immer noch zahlreichen, zumeist verständnisvollen Vertretern aus der Zivilgesellschaft macht es uns so schwer“, sagte der Beamte aus einer großen Sicherheitsbehörde. „Diese Mischszene ist zudem räumlich und methodisch flexibel.“

Auch sei es schwer, den Überblick über die Szene in Neukölln zu behalten. Eine typische Beobachtung machten Beamte am Wochenende, als sie verhinderten, dass 70 Männer und Jugendliche mit Palästina-Fahnen zu einer verbotenen Anti-Israel-Versammlung auf dem Hermannplatz gehen wollten. Als die Polizisten eingriffen, gingen die Männer in die Sonnenallee und verteilten sich in den dortigen Cafés. Ein mit der Lage befasster Beamter sagt nun, es gebe zu viele Lokale, wo die arabische Jugend abhänge und gewissermaßen auf einen Einsatzbefehl warte.

[…]

Behelmte Polizisten einer Hundertschaft, manche mit Hund, bewachten das Holocaust-Mahnmal auf der gesamten westlichen Seite in unmittelbarer Nähe zum Brandenburger Tor, als 300 Personen vom dort zum Potsdamer Platz zogen. Auf der Straße des 17. Juni unterband die Polizei dann den Versuch Dutzender, eine Sitzblockade abzuhalten.

Die Bilanz der Polizei: 39 Festnahmen, 65 Strafverfahren, 20 verletzte Polizisten, zwei von ihnen mussten den Dienst beenden. Vor den Ausschreitungen in Mitte war eine angemeldete pro-palästinensische Mahnwache mit 350 Menschen am Pariser Platz friedlich verlaufen.

Zudem gab es in Neukölln Aktionen, vom frühen Abend bis 22 Uhr hatten sich im Reuterkiez immer wieder große Gruppe von bis zu 100 Personen gesammelt. Einige waren vermummt, immer wieder gab es Böller, Barrikaden, Steinwürfe und laut Polizei „volksverhetzende und israelfeindliche Parolen“. Die Polizei brauchte Stunden, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Gegen 23 Uhr errichtete in Gruppe von 60 Personen mit mehreren Müllcontainern an der Sonnenallee/Ecke Reuterstraße Barrikaden und setzte diese in Brand, Polizisten und Einsatzwagen, selbst Feuerwehrleute, die die Brände löschen wollten, wurden mit Steinen und Böllern beworfen. Ein Wasserwerfer der Polizei musste anrücken, um die Brände zu löschen. Bis kurz nach Mitternacht zogen sich die Auseinandersetzungen, auch in Nebenstraßen, hin. In der Neuköllnischen Allee brannte dann gegen 1 Uhr auf einem Sportplatz eine Mülltonne, eine halbe Stunde später in der Treptower Straße an der High-Deck-Siedlung ein Müllcontainer.

Am Mittwochmorgen gegen 3.45 Uhr dann konnten Objektschützer der Polizei nach Darstellung der Behörde verhindern, dass zwei Männer mit ihren Molotowcocktails eine Synagoge in der Brunnenstraße treffen. Die Brandsätze landeten auf dem Gehweg davor. Laut Innensenatorin Iris Spranger (SPD) haben die Angreifer die Molotowcocktails von der gegenüberliegenden Straßenseite geworfen. Die Aufnahmen einer Überwachungskamera seien aber kaum brauchbar, die Täter seien nur schlecht zu erkennen, hieß es aus der Gemeinde.

Eine interne Gefahrenprognose der Polizei nennt als Ziele für Attacken jüdische und israelische Einrichtungen, aber auch US-Liegenschaften. Zudem warnt die Polizei vor Angriffen „auf erkennbar israelische und jüdische Personen im Stadtgebiet (…) durch pro-palästinensisch gesinnte Personen“. „

Ja, was man sich ins Haus bestellt, bekommt man am Ende auch geliefert. Ich fürchte aber, daß es auch dieses Mal nur bei den üblichen Lippenbekenntnissen bleibt. „Nie wieder“ sagt sich leicht dahin.

Bildquelle: https://www.welt.de/vermischtes/article248076314/Neukoelln-zu-Gaza-machen-Mehr-als-170-Festnahmen-bei-Ausschreitungen-in-Berlin.html?

Ingeborg Bachmann zum 50. Todestag

Schade, daß inmitten all der anderen Ereignisse der 50. Todestag von Ingeborg Bachmann weitgehend ins Hintertreffen gerät. Ich habe damals in Hamburg, vor genau 30 Jahren im Sommersemester, bei Ulrich Wergin ein Seminar zum Thema „Dichtung nach Auschwitz“ belegt – natürlich nicht nur, weil die schöne und so blonde Susanne dabei war und ich mit ihr ein Referat über Adornos „Versuch das Endspiel zu verstehen“ und zur „Dialektik der Aufklärung“ halten durfte -, sondern vor allem wollte ich Bachmanns Todesarten-Zyklus kennenlernen, „Malina“ hatte ich bereits gelesen und ich mochte diesen Sound ganz gerne, fand diese verschiedenen Perspektiven, zwischen dem Entsetzen, der Liebe, dem Ungargassenland, den Märchen, gut montiert und auch bereits viele ihrer Gedichte und Erzählungen waren mir aus den 1980er Jahren bekannt, als ich mich durch die deutschsprachige Gegenwartsliteratur las. Daß Bachmann als Lyrikerin wohl recht begabt, aber als Prosaautorin wenig tauge, wie es, so ich es richtig in Erinnerung habe, Marcel Reich-Ranicki einmal sagte, halte ich allerdings für Mumpitz.

Realistische Traumzeit und die Bedeutung der Photographien:

„Ich habe den sibirischen Judenmantel an, wie alle anderen. Es ist tiefer Winter, es kommt immer mehr Schnee auf uns nieder, und unter dem Schnee stürzen meine Bücherregale ein, der Schnee begräbt sie langsam, während wir alle auf den Abtransport warten, auch die Fotografien, die auf dem Regel stehen, werden feucht, es sind die Bilder aller Menschen, die ich geliebt habe, und ich wische den Schnee ab, schüttle die Fotografien, aber es fällt weiter Schnee, meine Finger sind schon klamm, ich muß die Fotos vom Schnee begraben lassen.“ (Bachmann, Malina)

Am Ende verschwand das weibliche Ich in der Wand. Es war Mord – in mehrfacher Hinsicht.

Daß nun härtere Tage kämen, ist eine gerade in diesen Wochen vielzitierte Sequenz gewesen, aus dem Gedichtband „Die gestundete Zeit“, und so heißt es in dem gleichnamigen Gedicht:

Es kommen härtere Tage.
Die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.
Bald mußt du den Schuh schnüren
und die Hunde zurückjagen in die Marschhöfe.
Denn die Eingeweide der Fische
sind kalt geworden im Wind.
Ärmlich brennt das Licht der Lupinen.
Dein Blick spurt im Nebel:
die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.

Drüben versinkt dir die Geliebte im Sand,
er steigt um ihr wehendes Haar,
er fällt ihr ins Wort,
er befiehlt ihr zu schweigen,
er findet sie sterblich
und willig dem Abschied
nach jeder Umarmung.

Sieh dich nicht um.
Schnür deinen Schuh.
Jag die Hunde zurück.
Wirf die Fische ins Meer.
Lösch die Lupinen!

Es kommen härtere Tage.

Nein, das Kind spielt nicht mehr!

Eitan, Spiderman. Von einer Bande Arabern ermordet. Immerhin müssen seine Eltern nicht trauern. Denn sie wurden von Arabern gleich mitumgebracht.

Wer jetzt über die Bilder aus Gaza wimmert: „Aber ich denke an Coventry und habe nichts einzuwenden gegen die Lehre, dass alles bezahlt werden muss.“ (Thomas Mann: Deutsche Hörer, Rundfunkansprache aus dem kalifornischen Exil)

Die Sonnenallee

Was ich heute und die nächsten Tage auf der Sonnenallee gerne sehen möchte.

[Für alle Nichteingeweihten: „Inglourious Basterds“ sehen, Sgt. Donny Donowitz, genannt auch der Bärenjude.]

Ansonsten ist es mit Jan Fleischhauer zu sagen:

Und was wäre wohl in Deutschland los, wenn nach diversen Bedrohungen von Muslimen oder einem öffentlichen Aufruf von Rechtsextremisten dazu angehalten würde, Muslime zu jagen, zu töten und zu eliminieren, wo man sie trifft: und dann rieten Regierungsvertreter: „Bleiben sie zu Hause, liebe Muslime!“ Es gäbe einen Aufschrei, es gäbe von den üblichen Gestalten einen Aufstand der Anständigen.

Ach, und wie ich gestern gehört habe: in London sollten auf Anraten der Regierung die jüdischen Briten zu Hause bleiben: bzw. sie mußten, weil ihre Schulen geschlossen waren. Habe ich leider auch nirgends in den Nachrichten vernommen.

PEN Berlin und der deutsche Kulturbetrieb

Wo sind nach einer Woche eure Reaktionen zu dem Hamas-Terror in Israel, zu migrantischem Antisemitismus hier in Berlin, der jeden Tag auf der Staße zu erleben ist – in ganz Deutschland übrigens. Daß an einem Freitag wie heute Juden in Deutschland mit Angst sich auf den Weg in Synagogen oder Schulen machen? Wo sind eure Aufrufe? Wo PEN Berlin?

Ein so dröhnendes Schweigen. Und ich meine doch: Eine Woche ist eine Zeit, in der eine Organisation wie der PEN mindestens einen Aufruf oder einen offenen Brief starten kann – mindestens das, wenn es schon nicht zu Aktionen hinreicht. Aber wahrscheinlich wäre es peinlich, wenn da nur fünf PEN-Mitglieder diesen Offenen Brief unterschreiben würden. Ja, man kann bei diesen Dingen nur noch sarkastisch sein. Aber es möge bitte niemand mehr von diesen Leuten mit „Nie wieder“ und „Kein Fuß breit den Nazis“ kommen. Nein, Schweigen heißt nicht zustimmen. Aber manchmal kann ein Schweigen sehr beredt sein und sagt mehr als tausend Worte. Gerade bei Leuten, die ansonsten zu allen möglichen Themen den Mund auftun: angefangen beim Klima. Ach und da sind wir ja auch bei Greta Thunberg und bei FFF. (Es ist dieses Haltungsposting zwar von 2022, aber auch das spricht Bände.)

Und auch ansonsten aus einem bestimmten Miliue heraus: die ganze woke Scheißhausbande schweigt. Der Kulturbetrieb schweigt. Was macht eigentlich Daniel Bax? Wahrscheinlich schreibt er Artikel zur AfD – dahinter kann man sich prima verstecken. Hat Böhmermann schon eine Recherche zu den in Deutschland aktiven migrantischen, clankriminellen Netzwerken, die die Terrororganisationen Hamas und die Hisbollah mitfianzieren, angefangen? Wie sieht es bei den üblichen Verdächtigen aus, die bei jeder heruntergerissenen Regenbogenfahne sich zu Wort melden und noch bei der Frage „Woher kommst Du“ sich echauffieren?

Sobald diese Leute wieder aus ihren Verstecken gekrochen kommen, wenn es wieder opportun ist – spätestens bei den ersten Bildern aus Gaza werden sie es und sie werden Ursache und Wirkung mal wieder vertauschen -, sollten wir diese Leute an ihr allzu lautes Schweigen erinnern und es ihnen Tag für Tag vorhalten.

Man kann es nur mit dem klugen Hasnain Kazim schreiben:

„Wer unter denen, die zu Recht laut und deutlich Rechtsextremisten kritisieren, es nicht schafft, ebenso laut und deutlich Islamisten und muslimische Antisemiten zu kritisieren, möge bitte gern gänzlich die Klappe halten.“

Es gibt im Augenblick einen sehr guten Hashtag: #niewiederistjetzt. Und genau das trifft es.