Das rechte Bild erschien auf dem offiziellen Instagram-Account der Berlinale Panorama. Widerlich. Und widerlich auch die beiden Leiter der Berlinale, Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek, sofern da heute abend nicht ein klares und distanzierendes Statement kommt. Eigentlich müßte man diesen Leuten heute abend mit Spontandemos ihre Abschlußfeier crashen. Ich hoffe inzwischen, daß die angespannte wirtschaftliche Situation in Deutschland dazu führt, die Kulturförderung grundsätzlich zu überdenken und herunterzufahren. Documenta, Berlinale, die Hochschulen der Künste: All das und die antisemitischen Vorfälle sind kein Einzelfall. Und dieselbem Leute stellen sich hin und reißen bei der AfD gratismutig und wohlfeil ihren Mund auf – wobei ich andererseits von Anhängern der kritischen Rassentheorie auch nichts anderes erwarte.
Diese Berlinale als antisemitischen Dreck zu bezeichnen, ist noch eine sehr freundliche Formulierung. Was eine Parole wie „From the River to the sea …“ bedeutet, weiß jeder. Nämlich die Vernichtung des Staates Israel und die damit einhergehende Vertreibung und Ausrottung der dort lebenden Juden, wie wir es exemplarisch am 7. Oktober gesehen haben – unter dem Jubel der sogenannten „Zivilbevölkerung“ in Gaza und im Westjordanland. Nebenbei: Es gibt kein Land mit dem Namen Palästina und Israel ist, anders als sämtliche um Israel herum liegenden Staaten, eine Demokratie.
Claudia Roth als Staatsministerin für Kultur sollte überlegen, ob sie nicht freiwillig zurücktritt, da sie ihrer Aufgabe ersichtlich nicht im Ansatz gewachsen ist. Man kann es nur mit Jan Fleischhauer sagen:
„Sich super fühlen, weil man fünf AfD-Abgeordnete des Kinos verwiesen hat, aber Hardcore-Holocaust-Verharmlosern und -Israelhassern zujubeln: Deutschlands Filmschaffende sind in ihrer Mehrheit ein rührseliges, selbstzentriertes, ziemlich ungebildetes Pack.“
Sich super fühlen, weil man fünf AfD-Abgeordnete des Kinos verwiesen hat, aber Hardcore-Holocaust-Verharmlosern und -Israelhassern zujubeln: Deutschlands Filmschaffende sind in ihrer Mehrheit ein rührseliges, selbstzentriertes, ziemlich ungebildetes Pack. pic.twitter.com/QDZsR6GGpl
Jetzt sieht man noch mal klarer, warum der Kulturbetrieb nahezu geschlossen gegen die Berliner Antisemitismusklausel Sturm lief. Man will ja nicht nur gegen Israel hetzen, die Pro-Palästina-Show soll, bittschön, auch noch öffentlich subventioniert werden. https://t.co/yeqWja8osh
Wenn man Israel einen Genozid vorwirft, also die gezielte und planmäßige Verfolgung und Ermordung einer Bevölkerungsgruppe, wird einem auf der #Berlinale-Preisverleihung nicht widersprochen – man wird dort für diese bösartige und falsche Anschuldigung bejubelt.
„ ‚Hass steht nicht auf unserer Gästeliste‘ hieß es gestern zur Eröffnung der Berlinale. Iphones blinkten als Lichterketten in den Berliner Himmel. Anti-AfD- Glam- und Glitzer, freudige Erregtheit im kunstpolitischen Kollektiv. Köstliche moralische Erhabenheit, wenn der Körper zum Billboard von Parteiparolen wird. Auf Glitzersteinchen verdammt die Unerwünschten. Ein Nachklang alter revolutionärer Sehnsüchte, das Echo der Jugend … […] Da stehen sie nun, funkeln und blitzen – und keiner erinnert an den 7. Oktober! Stattdessen sitzen sie auf trojanischen Pferden!“
So hat es sehr treffend und schön Ute Cohen auf Facebook formliert. Da stehen die Akteure Spalier und rufen im Chor der kulturindustriellen Gemeinschaft der Filmschaffenden auf dem roten Teppich „Defend Democracy“. Als ob morgen Führer Höcke den neuen Reichskanzler stellte und persönlich ein Ermächtigungsgesetz oktroyierte, so wird dramatisch-dramatisierend getan und schlecht gespielt. Aber vielleicht liegt das im Blut von Schauspielern, sich zu inszenieren. Widerstand aus der sicheren Position und aus der marktwerten Pose, frei nach Dieter Hallervorden aus den 1970er Jahre im Westfernsehen: Der gespielte Witz. Und jetzt rufen wir alle mal „Demokratie“: Das würzt das Vorspiel und macht die im Anschluß gereichten Häppchen und Getränke schmackhafter. Und es nützt natürlich insofern, solange man im Blick auf Antisemitismus in Deutschland nicht auch ein paar sehr unangenehme Wahrheiten aussprechen muß.
Vor allem aber ist solches Gepose ein entsetzlicher Gratismut im sicheren Berlin, auf dem roten Tepich, abgeschirmt, und im Kokon von Saturiertheit – wohlfeil und nichts kostend. Kulturindustrie im erbärmlichsten Sinne und der erbärmlichsten Sorte. Beim Betrachten der Ruf-Szenen auf dem roten Teppich überkommt mich Ekel und ich schalte die Kulturzeit-Sendung aus, darin dieser Quatsch präsentiert wird. Mich widern solche Aktionen an und ich finde sie fast genauso schlimm, wie das Dünnschißgelaber dieser AfD-Backen. All diesen „Kultur“-Leuten würde ich raten: Fahrt ein oder zwei Jahre nach Wurzen, nach Sonneberg oder nach Colditz und macht dort ein oder zwei Jahre lang Kultur- und Jugendarbeit: nicht Dresden, nicht Leipzig, sondern die sächsische oder thüringische Provinz. Spielt dort an Theatern, zeigt Filme, redet mit den Jugendlichen, redet mit den Menschen dort. Oder steckt euch eure Leucht-Handys zwischen eure Arschbacken. Frei nach Schnipo Schranke in ihrem lustigen Song „Pisse“:
„Auf dem „Platz der Republik“ Zu klassischer Musik. Dein Handy mit den Arschbacken gehalten, Nur um Dich zu unterhalten. Dacht Du findest so was komisch, Seitdem liebst Du mich platonisch.“
Ich liebe euch für diesen Müll nicht einmal platonisch.
Und zum 7. Oktober und dem gräßlichen Schweigen all der Prominenten, die nun wieder aus ihren Verstecken gekrochen kommen: Ich habe bei diesen Anti-AfD-Protesten leider immer häufiger den Verdacht, daß dieser ganze Antifa-Lärm dazu dient, von genau diesem 7. Oktober, dem islamischen Terror und einem eklatanten, hier seit Jahren schon nicht nur manifest, sondern latent auftretenden importierten migrantisch-muslimischen Antisemitismus in Deutschland abzulenken. Auch damit nur ja nicht über eine dringend notwendige Verschärfung der Migrations- und Integrationspolitik gesprochen wird. Und das genannte trojanische Pferd ist genau dieser politische Islam, der das Thema AfD sich zunutze macht. Was aber diese in der Tat unsägliche Partei betrifft: Ich sehe hier in Berlin keine einzige AfD-Demo, die dazu auffordert, Juden aus Israel zu vertreiben, was, damit verbunden, die Eliminierung von Juden zur Folge hat, wenn es keinen Staat Israel mehr gibt: Das nämlich meint jene Parole „From the river to the sea“ (davon einmal abgesehen, daß viele derer, die das rufen, nicht einmal mehr wissen, welcher „river“ gemeint ist.) Ich sehe in Deutschland keine AfDler oder Rechtsextremisten, die Juden bespucken und ihnen die Kippa vom Kopf schlagen – was nicht heißt, daß es dort keine Antisemiten gibt. Und ich erlebe in Berlin auch keine Rechten, die an Universitäten oder in Museen Veranstaltungen derart stören, daß sie abgebrochen werden müssen. Vom Zusammenschlagen und Bedrohen von Juden ganz zu schweigen: all das geschieht momtentan auf der Seite der Allianz von Linken, Islamisten und migrantischen Antisemiten.
Und dazu jene Lappen aus dem Kultur- und Universtitätsbetrieb wie Günter M. Ziegler (FU-Berlin), Martin Köttering (Hochschule für bildende Künste, Hamburg), Till Fellrath und Sam Bardaouil (Hamburger Bahnhof), Julia von Blumenthal (HU) und vor allem die erbärmliche SPD-Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (Berlin), die so wunderbar abwiegeln kann, wenn es gegen Juden geht: man dürfe ja die Meinungsfreiheit an Universitäten nicht beschränken, sagte sie, nachdem in Berlin ein jüdischer Student ins Krankenhaus geprügelt wurde. (Zu den Geschehnissen am Hamburger Bahnhof letztes Wochenende vielleicht ein andermal mehr. Nur soviel sei dazu gesagt: Schuld an diesem antisemitischen, dumm-totalitären Mob einer Gruppe wie Thawra, die dort randalierte, ist eben auch die Museumsleitung und also Till Fellrath und Sam Bardaouil, die nicht sofort die Polizei riefen und das Haus mit dem Sicherheitsdienst und mit Hilfe der Polizei räumen ließen, um die Veranstaltung fortzusetzen und die Gäste zu schützen. Und auch die Künstlerin Tania Bruguera trägt an diesem Übergriff erhebliche Mitschuld. Sie hat nämlich diesen Pöbel eingeladen.
Der lasche Umgang mit solchem Krawallmachern und daß solches Stören und Boykottieren von Kultur keinerlei Konsequenzen hat, angefangen bei einer Anzeige und beim Hausverbot, lädt eben leider dazu ein, daß solche Totalitären es immer wieder machen werden. Der Fisch stinkt vom Kopf her, wie das alte Sprichwort heißt. Es sind jene, die solche Übergriffe dulden und sie herunterspielen.
Und gleiches muß für Universitäten gelten: Wer Veranstaltungen stört und boykottiert, so daß diese abgebrochen werden müssen, muß exmatrikuliert werden. Two strike an you are out. Ich denke, diese Sprache wird gut verstanden.
Nach dem 7. Oktober zumindest war all diese Schauspieler- und Künstler-Prominenz auffallend still. Niemand, der irgendwie sich solidarisch zeigte, allenfalls eine spärliche Veranstaltung am Brandenburger Tor, wo all jene Gratismutigen leider fehlten, die jetzt viel uns über die AfD erzählen. Nur ganz wenige, wie die löblich zu nennende Iris Berben und Igor Levit, der sich über genau diesen Schweigen nach dem Terror und den in Deutschland stattfindenden Übergriffen gegen Juden tief enttäuscht und entsetzt zeigte. Und daran eben ist unbedingt zu erinnern. An genau dieses entsetzliche Schweigen.
Und natürlich ist auch wieder jemand mit dem entsetzlichen Arafat-Feudel vor Ort. Soviel zur Verteidigung der Demokratie.