Hark Bohm ist tot und das stimmt traurig. Jeder Hamburger kennt seinen Film „Nordsee ist Mordsee“. Genau so sah es in den Hochhaussiedlungen des Ostens aus, ob Wilhelmsburg, Mümmelmannsberg, Steilshop oder im Westen der Osdorfer Born. Und genau so ging es da auch zu, so wie es der Film zeigte. Hart oftmals.
Ein absolut großartiger Film bis heute und ein wunderbares Zeitdokument meiner geliebten Heimatstadt. (Und natürlich mit dem Udel in ihren Peterwagen und den weißen Vistrammützen. Liebte ich als Kind, wollte ich auch haben.)
Und weil ich es nicht besser sagen kann, hier eine kleine, wunderbare und anrührend-schöne Würdigung eines Facebookfreundes. Und dazu noch dieses sehr großartige Lied von Udo Lindenberg, nämlich der Abspann von „Nordsee ist Mordsee“.
„Ich habe mich mit Hark länger sehr angenehm nach einem Spaziergang zu den Drehorten von “Nordsee ist Mordsee” in Wilhelmsburg vor etwa zehn Jahren unterhalten, wir haben über Amrum und Nordsee(inseln) geredet, und viel über seine Pflege-/Adoptivkinder Dschingis und Uwe, und ihren Werdegang, die beiden Rabauken, die hier wunderbar besetzt die Hauptrollen spielen. Sein Bruder Marquard (“der deutsche Belmondo”) natürlich auch großartig. Der Uwe, den ich auch sehr gern hatte als erwachsenen Schauspieler in seiner trockenen Art (z.B. in Arslans Noir “Im Schatten” aus den 10ern) ist tragischerweise vor ihm gestorben vor drei Jahren, viel zu früh, und natürlich mit das bitterste, das ein Vater/ eine Mutter erleben kann – ich finde man sah dieses Schicksal in seinem Gesicht im Film Amrum, bei dem er im Abspann gezeigt wird – ins Meer blickend. Ich mochte Akins Verfilmung sehr, Bohms sicherlich interessanten Roman möchte ich mit etwas Abstand auch noch lesen nächstes Jahr. Das Gespräch über seine Kinder hat mich auch in einer persönlichen Entscheidung beeinflusst. Übrigens “Moritz, lieber Moritz”* ist auch ein sehr schöner, skuriller Film, den kennen gar nicht so viele trotz des schönen Titels. Fare well, Hark Bohm!“