Das ist Peter Schöttler.

Peter postet, seit er wegen Rentnerdasein seine Bedeutung als FU-Professor eingebüßt hat, anscheinend viel im Internet herum. Oft postete er dummes Zeug, aber das ist Peters Sache. Solcher Tweet bzw. solches Retweeten jedoch ist nicht mehr nur als eine private Meinungsbekundung zu werten, sondern sie sagt etwas über die grundsätzliche Denkweise eines solchen Menschen aus. Hier geht es nicht einfach bloß darum, die Regierung Netanjahu zu kritisieren oder das Vorgehen Israels. Peter Schöttler war Historiker an der FU. Ich hoffe, er wirkt dort nicht mehr und wenn, daß dies seine jüngster Tag dort gewesen ist.
Jeder hat zuweilen einen schlechten Tag und postet im Netz Unsinn. Wer aber solchen antisemitischen Dreck ins Internet einstellt und verbreitet: solches Verhalten und sich solche Bezüge dann auch noch witzig zu finden, sagt viel über das dahinter stehende Denken aus. Vielleicht glaubt Peter Schöttler aber auch nur, er sei ein neuer Heinrich von Treitschke, was markige Sprüche und Blahfasel anbelangt. Die WELT titelte es gestern abend noch ausgesprochen höflich: „Professor der FU Berlin teilt fragwürdige Beiträge“. Ich würde es schärfer formulieren: Peter Schöttler reproduziert antisemitisches Denken. Und wer solches reproduziert, auf den fällt genau dieser Antisemitismus dann auch zurück.
Daß solche Leute mit der Postcolonial Studies-Szene gut verbandelt sind, sagt zugleich leider einiges auch über diesen Studienzweig aus, der seine Studenten und auch manche Professoren nicht zu klardenkenen Menschen auszubilden vermag. Daß Postcolonial Studies auch wegen solcher Figuren wie Peter Schöttler einen schlechten Ruf haben, verwundert in solchen Kontexten dann nicht mehr.
Während ich Geraldine Rauch für eine einfältige und talentfreie Person halte, die ihrer Arbeit nicht gewachsen ist und die anscheinend Hakenkreuze nicht identifizieren kann, würde ich Typen wie Peter Schöttler als Antisemiten bezeichnen. Während ich bei Geraldine Rauch eine unangenehme und dumme politische Agenda vermute, die dabei zugleich an Unis antisemitisch agierdende Studenten entschuldigt, was ich aber mit einer entsetzlichen Ahnungslosigkeit über diese Szene mir noch erklären kann, halte ich Gestalten wie Peter Schöttler für einen Antisemiten. Emprisch haben wir in Schöttler einmal wieder einen Beleg für jene Querfront aus Rechts- und Linksextremisten und daß sich die Extreme an den Rändern berühren.
In diesem Kontext greift auch der Marx-Satz „Sie wissen es nicht, aber sie tun es“ nicht mehr. Wer derartige Propaganda- und Desinformationsseiten die „Pamphlets“ (ob die Bezeichnung „Chinese State-Affilated Media“) verlinkt (und das als ehemaliger HISTORIKER), der muß sich noch viel mehr fragen lassen, was er da tut, als ein ganz normaler Bürger oder irgend ein Politiker, der in seinen Jugendjahren Unsinn fabrizierte, mit dem ihn dann dieselben Leute, die gerne Hakenkreuz und Israel analogisieren, nach über 30 Jahren versuchen, ans Bein zu pissen. Wer das Hakenkreuzberlin und die Solidaritäts mit Israel nach dem 7. Oktober gleichsetzt, muß es sich gefallen lassen, daß man hinter solchem Verhalten anitsemitische Motive vermutet. Und das ist jetzt sehr höflich geschrieben.
