Embedded Art (Teil 2)

 Dokumentierte Systeme der Überwachung.  Oder: ich sehe was, was du nicht siehst

Etwas benommen zwar, aber im ganzen doch gut beisammen, taucht der Besucher aus den Katakomben heraus und begibt sich sogleich zum zweiten Teil der Ausstellung. Am Cafetrakt vorbeigehend und nicht der Versuchung erliegend, sich auch eine der gerade vorbeigetragenen nicht-virtuellen schönen dampfenden Suppen zu bestellen.

Bevor der Besucher in die abgedunkelten Räume der nun ungeführten Ausstellung tritt, muß er an einem Fernseher vorbei. Dieser ist aufgebaut wie in einem Wohnzimmer, das wohl die Hölle eines Wohnzimmers darstellen soll, denn an den drei Seiten stehen jeweils die gleichen unansehnlichen billigen Schrankwandteile, wie man sie in Möbelhäusern erstehen kann, die schlecht verarbeitete Möbel feilbieten. Der Sinn dieser Einrahmung im Zusammenspiel mit der Vorführung im Fernseher scheint etwas beliebig. Und ein Zusammenhang mit dem Video ist nicht sofort ersichtlich. Dafür ist das gezeigte Video interessant. Teils mit Musik von Stockhausens „Gesang der Jünglinge im Feuerofen“ begleitet, teils mit Originalton wird die Vorführung eines Tasers gezeigt, bei der sich Polizisten zu Testzwecken mit dieser nicht letalen Waffe gegenseitig beschießen. Man sieht den vor Schmerzen zusammensackenden von seinen Kollegen aufgefangenen Polizisten. Dann ist der nächste an der Reihe: Schmerzverzerrtes Gesicht und Schreie, Auffangen durch Kollegen, das Auf-den-Boden-legen des „Opfers“, usw.: der nächste bitte. Bekannt ist diese Waffe durch Nachrichtenbilder aus den USA, wo bei einer normalen Fahrzeugkontrolle dieser Taser brutal zum Einsatz kam.

Die Bilder haben ihren Reiz: man könnte zwar aufstehen, weil nach dem zweiten Durchgang bereits klar ist, was auch beim nächsten geschehen wird, doch fällt es schwer, sich diesen Bildern zu entziehen. Auch entbehren die Bilder nicht einer gewissen Komik, weil die Schreie der „Opfer“ wie gekünstelte Schreie eines Schauspielers wirken und das Hinabfallen mehr einer Inszenierung gleicht. Die Schreie und das Zusammenfallen des Körpers sind aber real, und immer wieder muß man sich vor Augen führen, daß diese Waffe zur Anwendung kommt; auch in Deutschland. Aus dieser Spannung und aus dem sich wiederholenden, seriellen Moment heraus bezieht dieses Video seine Stärke; und die Grenze zwischen dem ästhetischen Gebilde als Artefakt und der Dokumentation wird offener. Gerade einmal die Schrankwände erinnern in ihrer Ungemütlichkeit daran, daß man sich nicht in einer Dokumentation befindet. Vielleicht ist dies ja die Stärke der Schrankwände. (Gut eigneten sie sich, um eine nette Einraum-Hochhauswohnung in der Leipziger Straße (Ost) einzurichten.)

Überhaupt scheint in dieser Ausstellung das Moment des Artifiziellen, des künstlerisch Gemachten zurückzutreten zugunsten des Dokumentierenden, welches in manchen Passagen Mitmachcharakter entwickelt. So im ersten Raum: hier besteht die Möglichkeit, seinen Finger in einen Scanner zu legen, um den Fingerabdruck zu erfassen. Getestet werden soll hier – laut Tafelauskunft der Aussteller – die Bereitschaft, sich dieser Prozedur zu unterziehen. Der Besucher läßt sich gerne testen. Nach Einlegen des Fingers erscheint auf der Videowand eine fortlaufend gezählte Nummer, sodann generiert sich auf der Videowand ein Zufallsbild aus Mustern. So steht dort ein Muster neben dem anderen als Serie der Bereitwilligen. Wenn es doch im richtigen Leben auch so leicht und spielerisch wäre

Auch kann man sich in diesem Raum an einem anderen Objekt mittels Tastaturbefehlen in virtuellen Gängen eines Gebäudes, das den Charakter eines Sicherheitstraktes oder des „Flures“ von einem Raumschiff hat, bewegen: Der Blick des Besuchers „geht“ mittels Tastatur auf einer Videowand in Gängen umher, der Blick richtet sich, wenn die Kamera einigermaßen korrekt zentriert ist, auf eine Tür. Dort ist eine Frage mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten; sodann öffnet sich die Tür wie im Raumschiff Enterprise und es geht weiter zu einer nächsten Tür. Auch dort eine Frage, Antwort mit „ja“, Antwort mit „nein“: es ist eigentlich gleich, wie man antwortet, die Enterprise-Tür öffnet sich. Die Tastatur ist bewußt ungemütlich angeordnet und erschließt sich nicht intuitiv: nicht einfache Pfeiltasten symbolisieren Bewegungsrichtungen, sondern man muß sich diese Richtungen erschließen und probieren. Dies soll Konzentration in Anspruch nehmen. Ziel dieser (spielerischen) Veranstaltung ist es – laut Tafel des Ausstellers , daß der Teilnehmer sich in einem virtuellen Raum bewegen soll, dabei aber in diesem seinem Tun, in den Bewegungsrichtungen und seinen Blicken wiederum den Blicken und Beobachtungen der anderen ausgesetzt ist.

In einem weiteren Raum löst sich das Rätsel der Kameras aus dem Kellerbereich Sie dienen dazu, die Bilder ins Parterre zu übertragen, wo man die Räume, die Kunstwerke, die Besucher auf Großmonitoren in Ruhe überwachen und betrachten kann. Bilder sind da zu sehen und Menschen, die dort stehen, wenn eine eingebettete Führung stattfindet. Bis hin zu jenem „War Room“, in dem nun eine Beobachtung dritter Ordnung stattfindet.

Sinnfällig wird bei „Embedded Art“ eine Ordnung der Blicke, wie ich es im ersten Teil bereits genannt hatte, die zum Ende der Ausstellung hin in einen computer-spielerischen Umgang mit dem Benthamschen Panopticon mündet, welches Foucault in „Surveiller et punir. La naissance de la prison“ darstellte.

Es ist aber nicht nur eine Ordnung des Blickes und eine Ordnung des auf den Punkt zentrierten und festgestellten Subjekts, das – dann im transzendentalen Sinne wiederum als Grund der Ermöglichung von Beobachtung überhaupt fungiert, wie man es zunächst aufgrund all der Weisen von Beobachtung meinen könnte, mit denen der Besucher konfrontiert wird, sondern das Ziel und Feld ist gleichzeitig die rein praktische Anwendung: nämlich die (folternde, marternde) Zurichtung des gefangenen Körpers. Denn mit all den Blicken und Beobachtungen sind immer Handlungen verbunden, die Beobachtungen sind nicht (ästhetischer) Selbstzweck, sondern münden, als entsprechende Strafe für Devianz, in die Praktiken der Züchtigung. Dies zeigt die Ausstellung drastisch in den Kellerräumen, aber auch zu ebener Erde, wenn etwa hörspielartig der polizeiliche Umgang und die Verwendung von (Kampf)-Hunden gezeigt wird.

Es handelt sich bei den in der Ausstellung gezeigten Exponaten gerade vermittels dieses Moments des Dokumentarischen um engagierte Kunst, die – und dies ist ein generelles Problem der engagierten Kunst – jedoch in ihrer Darstellung einseitig wirkt. Der Doppelcharakter der Überwachungssysteme und der Kriegstechnologien als Gefährliches und (teilweise) Notwendiges wird in dieser Ausstellung viel zu wenig herausgestellt. Und in all den „Erschütterungen“, denen der Betrachter ausgesetzt wird und die am Ende doch als berechenbar sich erweisen, hätte man sich durchaus wenigsten zwei bis drei Werke gewünscht, die einen anderen Blick zulassen als den des linkspolitisch eingeübten common sense hinsichtlich der Themen. Am Ende sieht man das, was man sowieso schon ahnte und wußte. Und dabei dachte der Besucher, daß Kunst neue Sichtweisen auf und neue Zugänge zur Welt eröffnen sollte.  Dem ist hier leider nicht immer so. Doch trotzdem ist diese Ausstellung sehenswert und jedem zu empfehlen. „Embedded Art“ bietet Anregungen, um sich mit den Themenblöcken Terrorismus, Kriegstechnologien und Überwachung tiefergehend zu befassen. Hingehen ist zu empfehlen.

Möglicherweise wird es demnächst noch einen dritten, abschließenden Teil geben, in dem ich einige grundsätzliche Erörterungen zu diesem Themenblock vornehmen werde.

Embedded Art ­- Kriegstechnologien, Terrorismus und Überwachung (Teil 1)

 Zur Ausstellung „Embedded Art“ in der Berliner Akademie der Künste, bis zum 22. März

Nicht unfreundlich, aber doch bestimmt erteilt der Mann vom Sicherheitspersonal in seiner Schutzweste und der Uniform die Anweisungen, was zu tun und was zu unterlassen sei, warnt, daß die Angelegenheit für Personen, die unter Klaustrophobie leiden, nicht so geeignet sei; dann geht es, geleitet vom Wachmann, mit der Gruppe aus Besuchern im engen Fahrstuhl unter die Erde in die Kellerräume der Akademie der Künste. Dort nämlich befindet sich der erste Teil der Ausstellung Embedded Art, die den Untertitel „Kunst im Namen der Sicherheit“ trägt. Viel Zeit bleibt dem Besucher nicht, um den Räumen und dem dort Gezeigten gerecht zu werden, gerade einmal 10 Minuten pro Raum werden dem Betrachter zugestanden. Die Anweisungen des Sicherheitsmannes im Ohr, daß bei Nichtbefolgen der Befehle und Ansagen die Führung abgebrochen wird, was auch schon vorgekommen sei, hält man sich an die Anweisung sklavisch, so wie jener Mann vor dem Gesetz in Kafkas kleiner, in den „Prozeß“ eingebetteten Geschichte. Vielleicht hätte man den Widerspruch ruhig wagen sollen, und es wäre gar nichts geschehen. Zumindest wäre einem dann für den ersten Teil der Ausstellung ein wenig mehr Zeit zum Sehen geblieben. So aber verharrt der Betrachter wie Kafkas Wartender vor der Anweisung. Es wird dies wahrscheinlich das Konzept dieser Ansage gewesen sein, die Bereitschaft zum Mitmachen und zur Hörigkeit auszutesten. Es wird diese Bereitschaft – in anderer Weise – auch an weiteren Stationen der Ausstellung getestet. Doch davon später mehr.

Im ersten Raum gibt es unter anderem eine Photoserie von der Festnahme Ramzi Binalshibhs in Pakistan zu sehen. Der ästhetische Effekt dieses Seriellen lenkt erst einmal ab von den umgebenden Dingen, ja er beruhigt denjenigen geradezu, dessen Metier die Photographie ist, weil er sich in diese Serien hineinsenken kann. Gleichfalls werden Photographien von Überwachungen des Verfassungsschutzes gezeigt. Teils groteske, teils schön verschwommene Bilder, die unwillkürlich an Gerhard Richter denken lassen. Obwohl es eigentlich obszön ist, aber doch ist man geneigt, an manchen Stellen bei manchem Bild zu ästhetisieren. Eingeholt wird dieses nur durch das starre Zeitkorsett, welches der Besucher im Kopfe hat. In einigen Bereichen der Kellerräume hängen kleine Kameras, deren Sinn sich einem erst etwas später erschließt. Ein dröhnendes Brummen durchfährt die Besucher. Meiner Meinung nach nicht laut genug, denn wer industrial-sound- und Einstürzende Neubauten-erprobt ist, dem werden diese Geräusche eher ein müdes, mildes, wohlwollendes Lächeln entlocken, als das sich darin die Schockwirkung der non-letalen Waffen zeigen ließe; jener neuen Kriegstechnologie also, welche die Ausstellung kritisch vorführen möchte; Waffensysteme, die es zwar darauf anlegen zu zerstören und einen Schmerz zu hinterlassen, der sich aus dem Schmerzgedächtnis nicht mehr tilgen läßt, die aber die Tötung des Gegners zu vermeiden trachten. (Der von den Polizeien eingesetzte „Taser“ (eine Distanz-Elektroimpulswaffe) gehört auch dazu, doch hiervon mehr im zweiten Teil der Kritik.)

 Man durchwandert die Kellerpassagen mit einem etwas unguten Gefühl; eher wirkt die Atmosphäre der Räume zusammen mit dem darin Präsentierten, als das einem die Zeit bleibt, sich mit dem Dargebotenen auseinander zu setzten und die Dinge zu reflektieren. Man ist auf seine unmittelbaren Reaktionen angewiesen, zumal man aufgrund der Ankündigungen des Personals in der Tat nicht weiß, was einen hier unten für Merkwürdiges erwartet. Dies betont auch der Wachmann noch einmal und rechtfertigt daraus seine Begleitfunktion. So bewegt man sich innerhalb der Gruppe, sieht Instrumente der Folter, erschreckende Videobilder, obskure Diagramme, die, wohl als Deleuzesches Rhizom gedacht, verknüpfen und verweisen: Namen, Begriffe, Jahreszahlen, Dinge: ein „Requiem für das Netzwerk“ von Ken Hollings und Rathna Ramanathan.

 Während der Fahrt hinauf, in einer Art Lastenaufzug, sieht man drei in surrealer Manier gemalte Bilder von Moritz R®, die uns drei mehr oder weniger durchgedrehte „Masters of War“ zeigen: Waffenentwickler und einen esoterisch angehauchten parapsychologische Phänomene Untersuchenden, der sich etwa mit dem Durch-die-Wand gehen beschäftigte. Das Surreale paßt hier gut zum Thema; die Bilder lassen sich in der kurzen Zeit schnell erfassen, ansonsten sind sie aber ästhetisch unterkomplex. Doch für ein kritisches Gemälde Tübkes wäre kaum die Zeit vorhanden; der Besucher hat etwa 30 Sekunden, um die Bilder zu betrachten. Der Wärter in Schutzweste trägt zu den Bildern und Personen etwas vor. Es beschleicht einen bei solchen Gestalten die (schöne) Erinnerung an das mehr als großartige, kaum in Worten zu lobende Serienfilmprojekt „Twin Peaks“ von David Lynch: Verrückte wie Windom Earle fallen einem ein. (Zu „Twin Peaks“ demnächst hier mehr.)

 Dann fährt der Fahrstuhl weiter, bis die Besuchergruppe am Schluß des ersten Teils in den „Warroom“ kommt, der beherrscht wird von jenem Bild einer Kommandozentrale („Control room, von Peter Kennard und Cat Picton Phillipps), Menschen an Monitoren mit Kopfhörern und technischen Apparaten zur Überwachung oder zur Auswertung. Es sieht aus wie einer jener Kontrollräume, die es überall auf der Welt geben kann, wo Anlagen, Menschen, Firmen, Plätze, Sicherheitstrakte und ähnliches überwacht werden. Darstellen soll das Hauptmotiv des Bildes den NORAD War Room der US Airforce, welcher die Flüge vom 11. September aufzeichnete.

 Wenn der Betrachter das Bild ansieht, so beobachtet er die Beobachter beim Beobachten, insofern ergibt sich immerhin eine Beobachtung zweiter Ordnung (im Luhmannschen Sinne und also systemtheoretischer Weise), die darauf zielen kann, zu bestimmten Reflexionen und gleichzeitig zu Erkenntnissen über die Art der Beobachtung zu gelangen. Doch das Konzept ist das einer schlechten Unendlichkeit: daß nämlich der die Beobachter beobachtende Beobachter selbst wiederum nicht weiß, wieweit er bei seinen Beobachtungen betrachtet wird und so immer weiter fort; ein möglicher unendlicher Regreß, der in der Frage mündet, wer eigentlich den Kontrolleur kontrolliert und den Beobachter beobachtet, um zu einer alles umfassenden Kontrolle und Beobachtung zu kommen.

 Ein kontemplatives Versenken in das ästhetisch gelungene Bild „Control room“ – welches insbesondere durch seine Einbettung in dieses von den Ausstellern dargebotene Konzept besticht – ist nicht möglich, weil die Zeit nicht reicht, so daß irgendwelche auratischen Einstellungen gegenüber den Kunstwerken gar nicht erst aufkommen können. Denn der letzte übergroße Raum zeigt noch anderes: eine Auftragsarbeit von Vassiolios Georgiadis nämlich: in einer dunklen Tunnelecke dargeboten wird eine in Ganzkörpergewand eingehüllte Frau mit einer Waffe in den Händen, aus ihrem Haarschleier heraus ragt ein grünes Stirnband, welches mit augenscheinlich arabisch wirkenden Schriftzeichen versehen ist. Rechts von ihr steht ein Fernseher. Darin läuft ein Video, das verschiedene Szenen zeigt: jene Frau, die wohl eine „Märtyrerin“ darstellen will, sie spricht einige Sätze erst in deutsch, versehen mit Untertiteln, dann in einer anderen Sprache, das Klischee würde nun sofort sagen, es müsse arabisch sein. Doch ich weiß es nicht, da ich diese Sprache nicht kenne. Tricky wäre es wohl gewesen, sie einen Inkadialekt oder besser noch einen Dialekt der Dakota-Sioux sprechen zu lassen. Vielleicht hat sie ihn auch gesprochen.

 Die Video-Szenen brechen jeweils ab, und es beginnen die zwischen den Szenen immer wieder gleichen Kamerafahrten durch einen Tunnel, man assoziiert jene Tunnel, die von Ägypten nach Gaza gebaut werden, um die Hamas weiter mit jenen Waffen für ihre Terroranschläge auf Israel zu versorgen. Gleichzeitig ist es der Tunnel, in dem man selber als Besucher und Beobachter der Ausstellung steht und aus dem heraus der Blick auf die Dinge fällt. Dann folgen im Video Kriegsbilder, Erschütterungen innerhalb eines Gebäudes durch die Explosion von Granaten, Menschen in einem Gebäude, die darin liegende Menschen, die angeschossen oder tot sind, bergen wollen inmitten eines Gefechts. Sie werden bei der Bergung beschossen, es explodieren Granaten. Inmitten dieser Kriegsbilder bricht die Möglichkeit, dieses Video weiter zu betrachten, ab, weil der Wachmann die Führung für beendet erklärt und wir aufbrechen müssen, zurück nach oben ins Parterre. Fast könnte man meinen, es sei hier das Konzept gewesen, etwas, einen Rest im Verborgenen zu lassen und mehr davon oder das ganze Video gar nicht sehen zu dürfen, weil es für westliche Augen nicht bestimmt ist: Embedded art eben; so wie der Embedded Journalist genau das zugewiesen bekommt, was er sehen darf und sehen soll. Mit Foucault wäre hier womöglich eine Geschichte des Blickes zu erzählen, auf die Art und Weise so wie er ihn im 1. Kapitel von die „Ordnung der Dinge“ entfaltet hat am Beispiel von Velázques „Las Meninas“, um dabei die Frage nach dem Zentrum (und damit eben auch die nach dem Subjekt) zu stellen.

 Der zweite Teil des Essays, welcher am Sonntag folgt, beschreibt und analysiert das im Parterre Gezeigte, also den zweiten Part der Ausstellung. Zudem wird eine Positionsbestimmung der im Titel angekündigten Begriffe versucht.