Tag der Befreiung bleibt Tag der Befreiung

auch mit popkultureller Industrie – wobei all der Schrecken, das Grauen eben nicht weggesungen oder mit Parolen weggesprochen werden können. (Zugleich aber ist mitzudenken, daß sich Rituale und symbolische Tage im Zeitlauf eben auch verändern. Und daß dieser 8. Mai für Deutschland ein Tag der Freude ist.) Morgen folgen ein paar Photographien. Am 9. Mai.

Tag der Befreiung, Nr. 2

Wenn die alliierten Armeen der Westmächte im Jahre 45 einzig die Niederlande nicht vom Faschismus befreit hätten: Wäre uns diese  Kapelle dann erspart geblieben?

 

[Die Anfangsklänge von Sieben Tage verursachen mir noch heute gruseln: Bei jeder Demo der frühen 80er gespielt. Selbst im Schwarzen Block hörte man den Lautsprecherwagen der Jusos oder der SDAJ mit diesem sinnfreien Lied: ok, das hier ist auch nicht sinnvoller, aber irgendwie wilder und das war meines: Pop-Sound des Lebens. Das sangen wir auch im Mathe-Unterricht, und die Lehrerin lachte, weil sie ebenso wie wir mit dem schwarzen Tuch vorm Gesicht in jenem Block mitlief. Und das hier ebenso.]

9. Mai 2013 – Tag der Befreiung

Auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion wird der 9. Mai in Moskau als Tag des Sieges über das faschistische Deutschland traditionell mit einer Militärparade gefeiert. In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai kapitulierte die faschistische Wehrmacht in Berlin-Karlshorst bedingungslos. Für Deutschland war der Sieg der alliierten Streitkräfte eine Befreiung. Auch in Berlin wird dieser Tag der Befreiung begangen, und zwar am Sowjetischen Ehrenmal in Treptow. Eine Vielzahl an Menschen, Junge und Alte, legten dort Blumen nieder, es kamen sehr viele Russen, sie sangen ihre Lieder, spazierten, aßen, tranken auf der Anlage dieses imposanten Denkmals. Und sie gedachten ihrer Toten.

Im Treptower Park wurde zudem ein kleines Fest begangen, es gab eine Bühne mit Musik, von dort kam irgendwann die Durchsage „Der kleine Johannes hat seine Eltern verloren. Er möchte gerne abgeholt werden.“ Dieser Satz besaß eine gewisse (unfreiwillige) Komik, die die dort versammelten Freunde der Sowjetunion eher nicht mitbekommen haben, denn das Abgeholtwerden konnte in der Sowjetunion allerdings schneller geschehen, als einem lieb sein konnte.

X

13_05_09_LX_7_8378

X

13_05_09_LX_7_8382

X

13_05_09_LX_7_8385

X

13_05_09_LX_7_8426

X

13_05_09_LX_7_8444

X

13_05_09_LX_7_8449

X

13_05_09_LX_7_8457

X

13_05_09_LX_7_8461

X

13_05_09_LX_7_8466

X

13_05_09_LX_7_8467

X

13_05_09_LX_7_8470

X

13_05_09_LX_7_8478

X

13_05_09_LX_7_8509

X

13_05_09_LX_7_8526

X

13_05_09_LX_7_8562

X

13_05_09_LX_7_8564

X

13_05_09_LX_7_8589

X

13_05_09_LX_7_8599

X

13_05_09_LX_7_8605

X

13_05_09_LX_7_8609

Alle Photographien: © Bersarin 2013