Re:publica 2017

Der Neoliberalismus des Berliner Medien-Prekariats braucht keine Feinde von rechts, sondern erledigt sich in seinem evangelikalen Biedersinn von selbst. Texte von Margarete Stokowski, seit Jahren im Tone des Predigers Sermon unterwegs, wie sonst nur Xavier Naidoo selig christliches Erbauungsgut singt, führen dies dem Leser regelmäßig vor: Wie überflüssig jene kulturalistische Linke inzwischen ist, in ihren Echokammern.

„Mit Liebe gegen rechts Mal ein guter Trend aus Berlin. Liebe und Solidarität: Das sind genuin linke Formen der Gemeinschaftsbildung. Alle Rechten sind herzlich eingeladen, dabei mitzumachen – nur müssen sie dann eben mit Rechtssein aufhören.“

So titelt’s im Internet-Spiegel. Evangelische Kirchentage sind eine intellektuelle Herausforderung dagegen. Statt einer Verheißung lauert hinter jedem Satz ein Verhängnis. Aber darf man das – so für die Berliner SPD zur Seite gesprochen – noch sagen: „Es lauert“? Oder ist das nicht bereits Hate Speech  und damit abmahnungswürdig?

Den Ort, wo  und bei welcher Tätigkeit Stokowski die Ideen kommen – Ausweis intellektueller Redlichkeit immerhin –, nennt sie. Stokowskis Ideen kommen ihr beim Scheißen: „Denn während wir auf unseren Unisex-Klos saßen, haben wir uns Gedanken gemacht …“