Und am heutigen Tag die Friedensbewegung sowie die Frage zu einem möglichen Atomkrieg

Es zeigt der heutige Tag deutlich, daß es Putin nie ums Verhandeln ging, sondern immer um eine Eskalation des Krieges und ums Einverleiben des Ostens und des Südens der Ukraine. Soviel an die Prechts und Welzers, Eidinger, Zehs und Schwarzers. Verhandeln bedeutet für Putin: Kapitulieren und daß die Ukraine einen Diktatfrieden anzunehmen habe. Um so wichtiger scheint es mir jetzt, die Offensivwaffen zu liefern, um möglichst schnell möglichst viel ukrainisches Territorium wieder zurückzuerobern. Eben das, was viele in Deutschland über Monate forderten – alledings muß dies eben im Verbund mit NATO, Frankreich und den USA geschehen.

Wo eigentlich sind heute oder am Samstag all die großen Friedensdemonstrationen der sogenannten Friedensbewegung vor der russischen Botschaft? Hätten sich genau dies, was die Russen seit Februar machen, die USA erlaubt und dazu noch mit Atomwaffen gedroht und schwere Kriegsverbrechen begangen und das nicht als Einzelfall, sondern als Bestandteil der regulären Kriegsführung, wie eben Putins Horde: Es gäbe heute, spätestens am Samstag vor der US-Botschaft eine Großkundgebung der verschiedensten linken Gruppen. So aber, ich vermute es, vielleicht weiß jemand etwas anderes: Schweigen! Und nochmal schweigen und vermutlich wieder nur eine kleine Gruppe von Ukrainern und wenige Deutsche vor der russischen Botschaft. Da hat wohl gerade derjenige einen Krieg angefangen, in dessen Arschloch ein Großteil der sogenannten Friedensbewegung hockte und immer noch hockt. Sie stinken. Und nicht nur vom Kopfe her, sondern sie haben vom Ausschaben des Putinschen Rektums noch übelriechende Hände. Wo sind die 10.000 oder 100.000 Menschen gar, die in Berlin, in Hamburg, in Fankfurt und München gegen Rußland und vor den russischen Einrichtungen demonstrieren? Hat man von ihnen schon etwas gehört? Wo sind sie? Die Friedensbewegung hatte schon 2014 fertig, als sie sich zum Werkzeug von Leuten wie Ken Jebsen, Esoterikspinnern und Rechten machte und auf der Querfront ritt bzw. der russischer Propaganda aufsaß.

Alla Leshenko hat das Gebaren Putins heute auf Facebook treffend auf den Punkt gebracht:

Da gerade erneut das Gespenst des russischen Atomschlags umhergeht und die deutsche Qualitätspresse recht wenig unternimmt, um den Bürger ausreichend aufzuklären, muss ich ein paar Dinge klarstellen.

Putin blufft. Und das aus Gründen.

Grund 1: Chinas Unterstützung bleibt aus. Im Rahmen des SOZ-Gipfels in Samarkand machten einige teilnehmende Regierungschefs (darunter Modi, Xi und Toqajew) Putin unmissverständlich klar, dass sie eine schnelle Beendigung des Konfliktes in der Ukraine (sprich Rückzug der russichen Streitkräfte) von ihm erwarten. Hinzu kommt, dass China gerade dabei ist, seinen Einfluss in Zentralasien zu erweitern. Das impliziert Versprechen, die die Sicherheit der Partner-Länder betreffen. Sprich Zentralasien vertraut nicht länger auf Russland als Garant der Stabilität in der Region.

Grund 2: Laut der MAD-Doktrin (Gleichgewicht des Schreckens) sind die USA verpflichtet, auf einen atomaren Erstschlag Russlands mit einem Gegenschlag zu reagieren. Das weiß Putin. Und Joe Biden sowie General Mark Milley sprachen neulich von einer „adäquaten Antwort“ auf einen potentiellen taktischen Atomschlag. Diese Antwort könnte die Einführung der NATO-Truppen in die Ukraine sein. Dazu hat Russland bereits vor Monaten eine diplomatische Note aus den USA erhalten, in der stand, dass die NATO-Einheiten russische Streitkräfte innerhalb von 5 Tagen aus der Ukraine vertreiben würden, falls es zu einem taktischen Nuklearangriff kommen sollte. Als „adäquate Antwort“ kann aber auch die Lieferung von ATACMS verstanden werden oder der oben erwähnte atomare Gegenangriff. Letzteres dürfte jedoch bei aktuellen Möglichkeiten der NATO und offensichtlicher Schwäche Russlands nicht nötig sein.

Grund 3: Da Putin nicht in der Lage war, einen kurzen siegreichen Krieg zu liefern, schwindet der Rückhalt in den eigenen Reihen zusehends.

Daher rate ich euch, den kühlen Kopf zu bewahren. So oder so: Russland wird diesen Krieg verlieren. Слава Україні!“

Putins Tote: Explosionen auf der Krim

Sehr gut: Russen in okkupierten Gebieten sollten sich auch in ihrem Urlaub am Krimstrand nicht allzu sicher fühlen. Wenn Russen meinen, in der Ukraine als Kriegsgewinnler Urlaub zu machen, so müssen sie mit Repressionen rechnen.

So schreibt der Tagesspiegel:

„Auf einem russischen Militärflugplatz auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat es heftige Explosionen gegeben. In sozialen Netzwerken kursierten Videos von Detonationen und Rauchwolken. Ein Mensch sei getötet worden, teilte Krim-Chef Sergej Aksjonow nach Angaben russischer Agenturen mit. Sieben weitere Menschen, darunter zwei Kinder, wurden nach örtlichen Angaben verletzt. Erst hatte es geheißen, dass es keine Opfer gebe.
[…]
Touristen verließen das Gebiet nahe des Badeortes Jewpatorija fluchtartig. Aksjonow sagte, dass ein Bereich im Radius von fünf Kilometern rund um den Stützpunkt abgesperrt worden sei. Der Brand sei gegen Abend unter Kontrolle gebracht worden. Zur Ursache der Explosion äußerte er sich nicht.“

Wenn Kinder im Krieg sterben, so ist es grausam. Aber es hat die Russen ebensowenig geschert und gekümmert, ob in der Ukraine die Kinder, die Alten, die Kranken, die Schwangeren durch Raketen und Artillerie verrecken. Sowas kommt von sowas. Und ich hoffe, daß es noch mehr „Sowas“ gegen Russen gibt. Daß die Russen ihre eigene Führung stürzen, ist so unwahrscheinlich wie der Sturz Hitlers durchs deutsche Volk. Beide Despoten sitzen nicht trotz, sondern wegen ihres Volkes fest im Sattel. Beide Despoten führen blutige Angriffskriege, die über Europa das Verhängnis brachten. Auch der russische Despot muß weg, um in Europa eine neue Ordnung zu schaffen, und zwar diesmal eine bessere als den eisernen Vorhang, der eben nicht die Befreiung vom Faschismus, sondern das Installieren einer neuen Diktatur bedeutete – zumindest für die Völker in Mittel- und Osteuropa.

Putins Tote: Die Opfer aus dem Einkaufszentrum von Kremenchuk

Krankenhäuser, Wohnhäuser, Getreidefelder im Bomben- und Raketenhagel. Vor allem aber Menschen sind es, die sterben. Putin führt in der Ukraine einen gnadenlosen Krieg gegen Zivilisten. Und das geht so jeden Tag. Insofern: wenn Putin den Krieg beendet ist, Frieden. Wenn die Ukraine ihre Verteidigung aufgibt, existiert keine souveräne Ukraine mehr. Putins Soldateska tötet und mordet Zivilisten, währenddessen faselt Sahra Zarenknecht vom „wahnsinnigen Krieg gegen Rußland“. Wer angesichts dessen, was objektiv ist, derartig die Fakten leugnet, da kann man in etwa erahnen, welches Regime einen erwartet, wenn solche Leute je zu politischer Macht kommen. Zumal: Wagenknecht weiß, was sie sagt und sie sagt es bewußt.

„Die Ukraine wird mit Blut übergossen, ukrainische Städte werden vernichtet. Da ein Pazifist zu sein, ist verantwortungslos.“ (Swetlana Alexijewitsch)

Und um noch vieles verantwortungsloser ist es, wie Sahra Zarenknecht jene Täter-Opfer-Umkehr zu betreiben. Widerliches Weib.

Putins Tote – Folter in Rußland

„Putins Soldaten schneiden einem Kriegsgefangenen vor laufender Kamera (!) die Hoden und den Penis ab. Soweit ist dieser Angriffskrieg. Aber in unseren putin-nahen Medien regt man sich über ein Glas Sekt auf, das Klitschko reicht oder ein Vogue-Fotoshooting des Präsidentenpaares.“ So schreibt es der östereichische Journalist Florian Klenk auf Twitter und so wird es auf der Seite MailOnline berichtet – verifiziert auch in russischen Telegrammgruppen.

Als während des Irakkriegs im Jahr 2004 die Greultaten von Abu Ghraib ans Licht kamen, die Angehörige der US-Streitkräfte dort verübten, ging es in der Öffentlichkeit und in den Medien hoch her. Über Folter in russischen Gefängnissen, die Ende 2021 bekannt wurden, berichteten die Medien zwar, aber es gab keinen Aufschrei und nichts dergleichen. Und hoch her ging es schon gar nicht bei den üblichen Verschwörungsportale sowie den üblichen Verdächtigen dort: von Pohlmann bis Gellermann. Sie und leider auch Teile der Linken, von Zarenknecht bis Ehemann, starteten nicht etwa einen ihrer Aufschreie, was ganz sicher geschähe, wenn nur die USA involviert wäre, sondern sie schwiegen. Und gleiches geschieht nun bei jenen Kriegsverbrechen russischer Soldaten, die ans Licht kommen. Twittert und facebooked Zarenknecht sich die Finger wund?

Was Rußland im Augenblick tut, müßte hunderttausende Menschen auf die Straße bringen. Aber es geschieht nichts.

Im Blick auf Kriegsgefangene aus dem Stahlwerk in Mariupol schreibt Bernhard Torsch auf Facebook:

„Russland behauptet, die Ukraine habe ein Gefängnis im russisch besetzten Gebiet mit HIMARS-Raketen beschossen und dabei seien bedauerlicherweise 40 ukrainische Kriegsgefangene ums Leben gekommen. HIMARS sind hoch präzise und die verwendeten Geschosse extrem teuer. Dass die Ukraine damit ihre eigenen Leute umbringt, ist so gut wie auszuschließen. Auch nicht durch Zufall, denn das Gefängnis und dessen genaue Lage ist den ukrainischen Streitkräften wohl bekannt.

Viel wahrscheinlicher ist, dass Russland die Gefangenen, bei denen es sich vor allem um Verteidiger der Stadt Mariupol handelte, nach wochenlanger Folter einfach ermordete, dann ein paar Granaten auf die Leichen gefeuert hat und jetzt dummdreist der Ukraine die Schuld zuschieben will. Dazu passt, dass derzeit unerträgliche Videos auftauchen, in denen russische und tschetschenische Soldaten ukrainische Gefangene auf grausamste Art foltern. Es war kein Geheimnis, dass Russland sich an den Verteidigern von Mariupol, zu denen auch das rechtsextreme Asow-Regiment gehörte, für deren heftige und lange Gegenwehr exemplarisch „rächen“ wollte.“

In den deutschen Medien wird über die russischen Kriegsverbrechen nur spärlich berichtet, so letztens bei frontal“ über die „Straße des Todes“ – ein schwer zu ertragendes Grauen, wie eine russische Soldateska dort wütete – und vielleicht stimmt es: solche Bilder kann man nicht jeden Tag sehen und ertragen. Aber wir alles sollten zur Kenntnis nehmen, daß es sie gibt und wir sollten uns bei allen Maßnahmen der Bundesregierung, die uns womöglich hart treffen, vor Augen halten, was in der Ukraine geschieht: Russen, die dort morden, foltern, vergewaltigen und Menschen willkürlich erschießen oder deportieren. Die Bild-„Zeitung“ immerhin schreibt heute auf ihrer Online-Titelseite: „Unfassbares Kriegsverbrechen im russisch besetzten Gebiet. Putin-Soldat kastriert gefesselten Ukrainer“:

„Bestialische Fotos und Videos aus Sjewjerodonezk im russisch besetzten Gebiet der Ukraine zeigen eine völlige Perversion des Krieges: Ein russischer Söldner schneidet aus Sadismus und Hass einem gefangenen ukrainischen Soldaten bei vollem Bewusstsein mit einem Teppichmesser die Hoden ab.

Bei dem auf Video dokumentierten Kriegsverbrechen trägt der Söldner – er wurde als Vitaly A. (39) identifiziert – blau-grüne OP-Handschuhe.“

Und immerhin gab es vor einigen Tagen auch auf tagesschau.de einen Bericht. Darin heißt es unter anderem:

„Auf dem Boden waren große Blutlachen, überall lagen blutgetränkte Verbände herum“, berichtet er. Die Russen hätten nicht versucht, ihre Taten zu verbergen: „Sie unterhalten sich darüber, lachen, als sei das eine Show.“

Burjaks Angaben können unabhängig nicht überprüft werden. Aber sie stimmen überein mit den Schilderungen anderer Häftlinge oder Menschenrechtsorganisationen. Der Teenager berichtet von stundenlangen Folterungen mit Gummiknüppeln, Eisenstangen und Elektroschocks. „Sie haben ein spezielles Gerät, mit dem sie dir Stromschläge verpassen. Dann verbinden sie das mit Drähten und schieben so etwas wie Nähnadeln unter die Fingernägel und schalten den Strom an.“ Manchmal würden die Elektroschocker auch an Genitalen angewendet, erzählt Burjak.

Von ähnlichen Foltermethoden berichtet unter anderem der Journalist Stanislaw Aseyew, der 2017 in der Ostukraine verhaftet und zwei Jahre in einem berüchtigten Foltergefängnis in Donezk festgehalten wurde.

Und auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat derartige Fälle öffentlich gemacht. Für ihren aktuellen Bericht hat sie 42 Fälle von Verschleppung und Folter von Zivilisten in den besetzen Gebiete im Süden der Ukraine dokumentiert. Zwei Personen starben demnach nach Folterung durch die Besatzungstruppen. „Ich bin schockiert von der Brutalität, der Grausamkeit und der völligen Gesetzlosigkeit, die in diesen Regionen herrschen“, sagt Yulia Gorbunova von Human Rights Watch.

Ein Mithäftling von Burjak habe die Brutalität nicht ausgehalten und sich mit dem Deckel einer Konservendose die Pulsadern auf geschnitten, erzählt der 16-Jährige. Er habe anschließend neben dem Mann gesessen und seine Hand gehalten, bis ein russischer Soldat die Zelle betreten und einen Arzt gerufen habe. „Was dann aus ihm wurde, weiß ich nicht“, sagt Burjak. „

Diese Verbrechen sind keine einzelnen  Exzesse,  wie sie in vielen Armeen dieser Welt leider vorkommen, sondern diese Kriegsverbrechen gehören zum System Putin und sie sind systematisch, um das Volk der Ukraine zu zerstören und zu demoralisieren. Nicht anders als die Deutsche Wehrmacht in den eroberten Gebieten der Ukraine und auch in den westlichen Teile der Sowjetunion entsetzliche Kriegsverbrechen beging, geht Putins Armee systematisch vor: Folterungen von Mißliebigen, Verschleppungen von Ukrainern, Mißhandlungen und Vergewaltigungen von Frauen, willkürliche Erschießungen von Zivilisten. Was wäre an den Wochenenden vor der US-Botschaft los, wenn all das die USA getan hätten? Was gäbe es für einen Aufschrei hier im Land? So aber: gar nichts. Was wird heute vor der russischen Botschaft los sein? Es gehen dort die Querdenker vorbei mit ihrem „Auftakt zur Woche der Demokratie“.

Wir müßten eigentlich jeden Tag vor der russischen Botschaft stehen und diese Leute darin bedrängen. Wir müßten vorm Wohnhaus des russischen Botschafters steht und dort campieren und Botschafter und Familie blockieren. Kein rein, kein raus. Medienwirksame Bilder eines Protestes, die durch Europa und um die Welt gehen.Und schnell ist es auf den Straßen ruhig geworden nach dem 24.2.2022, dem Tag des russischen Überfall auf die Ukraine. Immerhin aber gibt es viele Helfer, die etwas tun, die still helfen, die Flüchtlinge aufnehmen und versorgen, Menschen, die spenden, die Transporte mit Waren und Kriegsgerät in die Ukraine organisieren. All die Unsichtbaren. Und dennoch ist es irgendwie seltsam, daß das Leben hier in Deutschland wie normal weitergeht, während keine 1500 km von Berlin entfernt ein brutaler Krieg gegen ein gebeuteltes Volk tobt, das sich nach Freiheit sehnte, das sich nicht die Diktatur, sondern die Demokratie wählte und dafür zum Lohn von Putins Rußland überfallen wurde. Denn nichts haßt der bleiche Lurch aus Moskau mehr als Demokratien in seiner näheren Umgebung. Darum geht es und nicht um angebliche NATO-Erweiterungen – Erweiterungen zudem, die niemand den Letten, den Esten, den Litauern, den Polen, den Ungarn, Tschechen und Rumänen aufgezwungen hat, sondern einen Beitritt, den diese Länder freiwillig und aus sehr nachvollziehbaren Gründen wählten. Länder, die seit 1945 wissen, wie es sich anfühlt, unter dem Sowjetjoch zu leben. Hätten diese Länder diesen Beitritt zu einem Verteidigungsbündnis nicht gewählt, gäbe er vermutlich unter Putins Rußland seit 2014 kein Baltikum mehr und vermutlich auch kein Polen und auch in Rumänien setzten vermutlich, wie im Donbass russische Destabilisierung ein. 

Straflager Olenivka im Donbas. Foto Google-maps.

Greultaten wie diese kennen wir ansonsten nur vom IS in Syrien und aus den Folterlagern Assads. Wobei: Da wissen wir zumindest, woher Putin seine Anregungen  bezog. Oder eben umgekehrt.

Russische Kriegsverbrechen in der Ukraine

Die hier in der Bundesrepublik lebenden Schreibtisch-Gefährten der Kriegsverbrecher – über Albrecht Müller von Putins Hausorgan, den Nach“Denk“Seiten, bis hin zu Schreibtischtätern wie Dirk Pohlmann, Ken Jebsen und Tom J. Wellbrock – wird man mit dieser frontal-Dokumentation zu russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine vermutlich nicht erreichen. Es sind Schreibtischtäter, die an Putins Morden indirekt mitwirken, indem sie ihr Geschmiere, das sie für Journalismus halten, hier als Propaganda Putins verbreiten. Aber vielleicht wird eine solche Dokumentation doch jene erreichen, die bisher am Sinn von Sanktionen und von Gassparen zweifeln: auch um zu zeigen, daß die freie Welt Rußland dieses Morden nicht durchgehenlassen darf.

Die Dokumentation „Die Straße des Todes. Kriegsverbrechen in der Ukraine“ von Arndt Ginzel ist noch bis zum 20. August in der ZDF-Mediathek zu sehen. Bitte unbedingt anschauen!

„Wenige Tage nach Kriegsausbruch liefern Drohnenvideos erste Belege für ein Kriegsverbrechen auf einer Schnellstraße vor Kiew. Reporter haben Überlebende und Angehörige der Opfer ausfindig gemacht und mutmaßliche Täter identifiziert.

Die ermittelnde Staatsanwaltschaft geht von mehr als 30 getöteten Zivilisten aus. Wer sind die Täter? Nicht alle Beweise konnten die Soldaten vor ihrem Abzug aus den nördlichen Vororten von Kiew beseitigen. In ihren einstigen Unterständen entlang der Straße entdecken Reporter verräterische Dokumente. Es sind Formulare, in denen die russischen Soldaten den Empfang von Waffen und Munition gegengezeichnet haben. Die Spuren führen zur 5. Motorisierten Garde, Einheit: 46108.

„frontal“ dokumentiert erstmals ein Kriegsverbrechen an ukrainischen Zivilisten mithilfe von Zeugen, Opfern und Dokumenten. Die Spuren führen zu einer berüchtigten russischen Armee-Einheit.“

Hier der Link zur Sendung:

https://www.zdf.de/politik/frontal/dokumentation-die-strasse-des-todes-kriegsverbrechen-in-der-ukraine-vom-7-juli-2022-100.html

Buscha_Irina Abramova musste erleben, wie russische Soldaten ihren Mann erschossen_GIORGOS MOUTAFIS

Putins Tote: Yaroslav und Dimitro

Jan Jessen aus: Peremoga, Kyyivs’Ka Oblast‘, Ukraine:

„Das Zimmer von Yaroslav Dzybenko im Haus seiner Eltern in Peremoha östlich von Kiew. Er hat 2014 mit auf dem Maidan demonstriert. Als der russische Überfall im Februar begann, wollte er mit seinem Cousin Dimitro sein Dorf verteidigen. Sie bauten Molotowcocktails. Eingesetzt haben sie sie nicht. Als die Russen am 28. abends in Peremoha einrückten, erschossen sie Yaroslav und Dimitro. Die beiden sind zwei von 17 Toten in dem kleinen Dorf. Mindestens drei Frauen wurden vergewaltigt. Als Nachbarn Yaroslavs Leiche fanden, hatte er kein Gesicht mehr. Seine Mutter erfuhr erst nach dem russischen Abzug einen Monat später von seinem Tod. Sie weint noch heute jeden Abend um ihn, sie hat auch bitterlich geweint, als sie uns seine Geschichte erzählte. Yaroslav Dzybenko wurde 37 Jahre alt.“

Auch auf solches konkrete Grauen müssen wir immer wieder aufmerksam machen. Denn die Opfer von Putins Verbrechen haben alle einen Namen und sie haben auch ein Gesicht, selbst wenn die russische Soldateska es ihnen nehmen will. Szenen, die erzählt werden müssen, immer wieder, damit in Deutschland endlich begriffen wird, worum es geht und was auf dem Spiel steht: nämlich unser aller Freiheit. Jene Verfasser von „Offenen Briefen“ sollen ihre Ideen besser in Moskau vortragen. Da sind sie am richtigen Ort. Nicht aber in der deutschen Öffentlicheit.

Wie oft hat bisher eigentlich die sogenannte Friedensbewegung vor der russischen Botschaft demonstriert? Wetten werden angenommen. Ich fürchte aber, daß diese Wette einfach ausfällt.