Zeit geben – Die Tonspur zum Sonntag: Ostsee, Usedom

Ich muß, ich möchte, ich will alle meine Kommentatoren auf Montag vertrösten, denn dieses Wochenende muß der Blog geschlossen bleiben, ohne großes Bedauern, weil ich mit einer ganz wunderbaren, intelligenten, schönen Frau an die Ostsee reise, und zwar nach Usedom, und dort werden wir uns in unserem schwarzen Humor, in wundervoller Melancholie und in allem, was schön ist, ergehen und uns diesen Dingen ergeben.

Wieder mal als Tonspur die „Neonbabies“, eigentlich in diesem Zusammenhang unpassend … Aber die Metapher vom „unendlichen Spaß“, die lassen wir hier doch mal stehen, so um uns gegenseitig ein wenig zu irritieren, zu antizipieren; und wenn zwei Menschen eine gute Zeit miteinander verbringen, dann gönnen die Leserinnen und Leser dieses Blogs diese Zeit dem Blogbetreiber sicherlich. Zeit geben.

Hamburg – Kapitalistischer Realismus (Part 2) samt der Tonspur zum Sonntag

Um mit den Photographien nicht zu sehr aus dem Takt zu geraten, sei hier auf „Proteus Image“ sogleich der zweite Teil meiner Hamburg-Serie gegeben. Ich will dazu gar nicht große Worte verlieren, das Prinzip der Bild-Anordnung nannte ich bereits. Die Photographien stehen wie immer für sich. Hinzuweisen ist auf die Etymologie des Begriffes „Photographie“. Und diese eine Photographie: ich möchte sie am liebsten im Andreas-Gursky-Format in einer Ausstellung hängen sehen.

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Weiterhin: Zwei der (seinerzeit) interessantesten Musikerinnen, denen ein bescheidener Blogger immer wieder seinen Tribut zollt, biete ich als Tonspur zum Wochenende dar. Ja, das ist Berlin, und das zumindest ist das halbe Leben gewesen, wenn wir um sieben Uhr morgens heimkehrend, verschneit, verfroren und eiskalt, in den Sonntag fallen: taumelnd, verliebt, trunken und wild – sweet old time.

„Bilder bedeuten alles im Anfang. Sind haltbar. Geräumig.
Aber die Träume gerinnen, werden Gestalt und
Enttäuschung.
Schon den Himmel hält kein Bild mehr. Die Wolke, vom
Flugzeug
Aus: ein Dampf der die Sicht nimmt. Der Kranich nur
noch ein Vogel

(…)

Heiner Müller, Bilder (1955)

Heute hingegen wartet nur ein sehr großer Abwasch in der Küche. Hühnchen in Essig. Und meine Finger riechen nach Kräutertee, wenn ich die Hand ans Kinn stütze, um zu sinnieren, was zu schreiben sei, ich weiß nicht, woher dieser schreckliche Geruch kommt. Merkwürdigerweise schmeckt der Kräutertee aber doch nach Rotwein – weshalb habe ich das Getränk in einen Becher gefüllt und heiß gemacht? Ich weiß das alles nicht mehr. Bin ich unter dem Vulkan unbezähmbarer Wirrnisse? Spielen mir die Sinne Streiche und erliege ich meinen Projektionen? Sicherlich nicht. Und das wird dann hoffentlich der Text zu Gerhard Richter zeigen, den es am Wochenende, vielleicht am Sonntag, aber spätestens am Montag gibt.

Jetzt aber zur Musik:

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