Putins Tote: Mantas Kvedaravicius. Oder von den russischen Massakern in Butscha, Maripol, Charkiv, Irpin, Borodjanka

Der litauische Regisseur Mantas Kvedaravicius ist in Mariupol von Russen hingereichtet worden. Die FAZ schreibt: „Sein Film „Mariupolis“ war 2016 auf der Berlinale zu sehen. Nun drehte der litauische Filmregisseur Mantas Kvedaravičius wieder in der belagerten Stadt. Er wurde von russischen Soldaten gefangen genommen und dann getötet.

Der Film ist auf Youtube zu sehen. Dort heißt es: „Mantas Kvedaravicius‘ Dokumentarfilm ist eine bildgewaltige Hommage an eine Stadt in der Krise, die Widerstand leistet, mit Waffen und ungebrochenem Lebenswillen. Obwohl sich der Krieg längst in den Alltag eingeschlichen hat, gehen die Arbeiter der Stahlfabriken und Kohlebergwerke weiter ihrer Arbeit nach. Die meisten der rund 500.000 Einwohner arbeiten in der Stahlindustrie. Nach Feierabend angeln viele, um ihre Teller zu füllen oder zum bloßen Zeitvertreib. Laut den Behörden der in der Ostukraine neu ausgerufenen, prorussischen Republik herrscht hier Waffenstillstand – Peremirja, wörtlich: „der Frieden dazwischen”.

Mariupolis – ARTE Doku – Ukraine Krieg

Ein gewichtiger Unterschied übrigens zwischen dem faschistischen Rußland und westlichen Demokratien ist dieser: In den USA und in Deutschland berichtet die Presse über Massaker wie in My Lai, berichtet über den Folterskandal in Abu-Ghuraib, berichtet über Guantanamo. Ob es wohl möglich ist, daß die russische Presse frei und offen über das berichtet, was in Butscha, was in Mariupol geschah, was in Charkiw geschah, was in den Vororten von Kiew geschah? Natürlich wird sie nicht über die russischen Kriegsverbrechen berichten. Das ist der gewichtige Unterschied zwischen freien Ländern und solcher Diktatur wie Rußland – die hier vom Team Zarenknecht in allen Spielarten hoffiert wird, wenn es nur gegen den Westen geht und man dort den Schuldigen ausmachen kann. Pflichtschuldig werden ein paar Worte gesagt, daß das, was Putin tut, nicht gut ist, um dann sofort in die Äquidistanz zu gleiten. Hätten sich die USA das geleistet, was Rußland in diesem Ausmaß tut, was noch die Verbrechen der USA im Irak bei weitem übersteigt: Menschen massakrieren, ermorden, foltern, Frauen vergewaltigen, Zivilisten auf offener Straße erschießen: Es gäbe jeden Tag wütende Demos vor der Botschaft der USA. So aber: Schweigen, schweigen, schweigen. Denn es ist ja Rußland. Nach dem Motto: der Feind meines Feindes ist mein Freund, so denkt das Team Zarenknecht und die Verschwörungsideologen von Nachdenkseiten bis Rubikon. Man lese nur die Propaganda eines Tobias Riegel. Diese Leute, wie auch Tom Wellbrock, Dirk Pohlmann und andere sind Teil von Putins Desinformationskampagne und damit auch von Putins und der russischen Mordmaschinerie und sie müssen sich auch die russischen Massaker an Zivilisten, diese Morde an Zivilisten in Butscha durch die russischen Soldaten zurechnen lassen, wenn noch am 7.4. nach dem eindeutigen Vorliegen von Beweisen gelogen und geleugnet wird. Wellbrock, Riegel, Albrecht Müller, Pohlmann, Uli Gellermann und viele andere sind Mittäter beim Morden, weil sie vom Schreibtisch aus diese Massaker beschönigen oder gar leugnen. Nicht anders als große Teile der übriggebliebenen deutschen Eliten nach 1945 die deutschen Vernichtungslager leugneten oder beschönigten. Die Namen der deutschen Schreibtischtäter heute. Sie sind laut und vernehmlich und immer wieder zu nennen.

Der Ausdruck Spezialoperation hat einen seltsam-wahren Klang bekommen. Er erinnert an die Sonderkommandos der SS und der Wehrmacht, die seit 1941 hinter der Frontlinie in Rußland ihre Kriegsverbrechen verübten: Massenerschießungen von Zivilisten, Massaker. Genau das, was Putins und was Rußland gegenwärtig in der Ukraine tun. Dinge, die vor 80 Jahren in Europa passierten, geschehen nun wieder: systematisch verübte und vermutlich auch angeordnete Kriegsverbrechen von ungeahntem Ausmaß an der Ukrainischen Bevölkerung: an Frauen, Kinder und Männer.