Karl Ove Knausgård oder Berlinerisch ist Sächsisch mit niederdeutschem Einschlag. From Meißen with love

„Daher wird es dem Dichter so schwer, zugleich dichterisch zu seyn und vollkommen wahr und natürlich zu bleiben, da seine Einbildungskraft, um diesen Gipfel der Kunst zu erreichen, noch mitten im strengsten Gehorsam ihre Freiheit bewahren muß.“
(Wilhelm von Humboldt, Das achtzehnte Jahrhundert)

Auch im Hinblick auf die gegenwärtig und seit einger Zeit gärende Mode des autobiographischen Schreibens – sie ist allerdings, was die deutsche Literatur betrifft rund 250 Jahre alt –, scheinen mir diese Zeilen eindringlich. Benennen sie doch ein grundsätzliches Problem der Literatur. Immer wieder keimen diese Debatten um Begriffe wie Wahrhaftigkeit und in anderem Zusammenhang eben „Authentizität“ des Geschriebenen auf. Beschworen wird eine literarische Intensität, deren Maß im Aufrichtigen liegt, deren Lackmustest die Echtheit ist. Man könnte, wenn wir uns in der Literatur des 18. Jahrhunderts bewegen, in dieser Frage nach wahrhaftiger Intensität und Empfindsamkeit fürs Ich auf Goethes „Werther“ sich kaprizieren und jene Bücher, Autoren und vor allem jene Begebnisse nennen, die Goethe zu diesem Roman inspirierten. Der „Werther“ stellt innerhalb dieser Epoche des Sturm und Drang einen Fixpunkt für die radikale Subjektivität des Ichs, fürs Empfindsame dar.

Doch im Sinne der dichterischen Einbildungskraft – eben dichterisch und das heißt erfindend zu sein, zu fiktionalisieren – ist das Konzept der Authentizität in der Form des biograpischen Schreibens fragwürdig. Die Frage, wieviel Goethe im Werther steckt, führt auf ein Nebengleis; Goethe wußte dies, und er verstand es in diesem Sinne seinen Stoff zu formen und in eine Anordnung zu bringen, der das krude Authentische oder gar das Autobiographische überstieg: Jene Knausgårdisierung der Dichtung, deren euphorische Aufspreizungen wir dieser Tage im Literaturbetrieb der BRD wieder einmal  „erleben“. Denn inzwischen ist der sechste Band der Knausgårdschen Lebensbeichte aus allen Lagen übersetzt und erschienen. Und wie um die Menschen zu quälen, natürlich nicht mit 250 Seiten, die man an ein oder zwei Tagen vertilgt, sondern rund 1200 Seiten. Josef Breitenbach sagte einmal in einem Interview, er benötige nicht die autobiografischen Motivation, sondern er habe schließlich Phantasie.

Literatur, so meine ich, hat nicht authentisch zu sein, sondern sie ist ästhetisch stimmig. Das zeigt sich an Goethes „Werther“, der zudem im Sinne gesellschaftlicher Relevanz von Literatur verschiedene Motive seiner Epoche aufnimmt: Liebe und Empfindsamkeit – auch im Sinne des erstarkten Pietismus –, die Kultur des Weinens,  das empfindende, denkende Subjekt als emphatisches Sujet der Literatur sowie der Briefroman als dessen Ausdrucksmedium. Bürgerliches Leben verbindet sich darin mit Seelischem und dem Innenleben. So setzt sich das Bürgertum avant la lettre bereits als objektlose Innerlichkeit. Die Literatur erschreibt, sie antizipiert diesen Prozeß in ihrer Phantasie. Und zugleich setzt sich Goethe von den Unmittelbarkeiten ab und poetisiert eine Geschichte, hebt sie aus dem Maß des Gewöhnlichen heraus. In diesem Sinne ist gelungene Literatur die „Verklärung“ und nicht nur die „Erklärung des Gewöhnlichen“. Wobei wir uns bei diesen Fragen zur Poetik zugleich auf der Ebene der Widerspiegelung von Wirklichkeit in Sprache bewegen. Wie  darüber sprechen? Thomas Melle hat es mit seinem Buch „Die Welt im Rücken“ in seiner eigenen und wie ich finde in mißlungener Weise versucht. Im Sinne einer poetischen Digression schreiten wir dazu von der Knausgårdschen Gegenwart um einige Jahrhunderte zurück.

Man könnte es auch in dieser Variante formulieren: Im 18. Jahrhundert bildeten sich die grundlegenden Kategorien und Muster unserer Literatur aus, die bis in die Gegenwart weitgehend ihre Gültigkeit bewahrt haben. Sei es ein breiteres, an Literatur interessiertes Publikum, das es vordem nicht gab, insbesondere Frauen, die lasen, waren eine Zielgruppe. Es vollzog sich sozusagen der „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ auf dem Gebiet ästhetischer Rezeption, wie auch auf der Seite der Produktion: Literatur etablierte sich als eine autonome Veranstaltung, entwand sich dem Zwang, bloß zur Belehrung oder zur moralischen Besserung zu dienen. Zudem bildete sich als Instanz der Schriftsteller heraus, der von den Produkten seiner Arbeit zu leben trachtet und sein Auskommen finden kann – Klopstock und Jean Paul wären hier zu nennen, allerdings handelt es sich um Spezialfälle, denn den meisten Autoren war es kaum möglich, vom Verkauf ihrer Romane zu leben. Zudem waren sie nun statt von einem Mäzen – wie noch Klopstock – vom freien Markt abhängig. Das war für viele Autoren nicht immer von Vorteil. So suchte man sich als Autor also zugleich eine Erwerbsarbeit.

Was den literarischen und sprachlichen Ausdruck betrifft, so müssen wir uns das 18. Jahrhundert in den deutschen Fürstentümern und Königreichen als eine sprachlich zersplitterte Welt vorstellen. Es wurden alle möglichen Dialekte und Mundarten gesprochen und geschrieben. Um im Sinne der beginnenden Aufklärung, die den Barock ablöste, eine Art lingua franca im Verkehr der unterschiedlichen Stände und insbesondere der Gebildeten und der Wissenschaftler auszubilden, setzte man sich mit den Problemen der Sprachnorm auseinander. So kam zugleich die Frage nach dem reinsten Deutsch auf, das als Bezugsgröße für eine vereinheitlichte Sprache dienen könnte. Hier war, man staune, das Obersächsisch-Meißnerische Deutsch als reinste Sprachform ausschlaggebend, was sicherlich auch an Leipzig lag, das ein Zentrum der Buchkultur bildete. Berlinerisch übrigens, so sagen einige Sprachforscher, sei Sächsisch mit niederdeutschem Einschlag. (Weitere Details zu dieser unvermuteten Verwandtschaft finden sich in der „Berliner Zeitung„.) Noch Jean Paul übrigens beschäftigte um 1817 diese Frage nach Sprachnormen, etwa in seiner Schrift „Über die deutschen Doppelwörter“, und er plädierte fürs Abschaffen des Fugenlautes – „Hesperus oder 45 Hundposttage“ statt der Hundsposttage, heißt sein zweiter großer Roman. So poetisierte Jean Paul in einer ihm eigenen Art, oft in Opposition zur Adelungschen oder Campeschen Sprachnormierung.

Was hat das aber mit dem Authentischen zu tun? Es hängt dies insofern damit zusammen, als sich – nicht nur zu jener Epoche des 18. Jahrhunderts – fragen läßt, in welcher Weise erzählt und poetisiert wird. Und überhaupt: Wovon erzählt wird. Was ist das Sujet der Prosa? Zurück zu Knausgård:

„Die Autobiographie sollte seiner Rechtfertigung dienen; aus der Situation sozialer Demütigung des in die Außenseiterrolle Gedrängten resultiert jene schonungslose Offenheit der Enthüllung, die das Buch zum unvergleichlichen Dokument stempelte. Mit akribischer Besessenheit registrierte er seine psychischen und physischen Zustände, wobei er die Grenzen des Schicklichen sprengt – was auf die Zeitgenossen peinlich-befremdend wirkte.“

So heißt es über das Buch jener Zeit. Es könnte von Knausgård sein, es könnten diese Sätze über viele Autoren in dieser Weise geschrieben worden sein. Doch diese Zeilen handeln keineswegs von Karl OveKnausgård, sondern sie beziehen sich auf ein Buch von Adam Bernds: mit dem Titel Eigene Lebens-Beschreibung. Es erschien im Jahre 1738, Bernds lebte von 1676-1748, er entstammte kleinbürgerlichen Verhältnissen, arbeitete sich durch Bildung daraus empor und mußte sich, nachdem er in Leipzig sein Amt als Kanzleiredner wegen Aufruhr gegen die Orthodoxie verlor, als freier Schriftsteller durchschlagen. Obsessiv registrierte Bernds Inneres und Äußeres, forschte und hörte in sich hinein, betrieb das, was man später in Ablösung von der Wolffschen Psychologiae rationalis als Erfahrungsseelenkunde bezeichnete und was literarisch ausgeformt, sozusagen von der dichterischen Einbildungskraft durchdrungen, dann in Karl Philipp Moritz‘ Anton Reiser mündete. (Das obige Zitat fand ich in der „Geschichte der deutschen Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart“.)

Inzwischen haben sich die Register und die Kategorien der Literaturästhetik verschoben. Zu fragen ist nicht mehr, ob ein Text authentisch sei und auch die Erfahrungseelenkunde sowie Aufrichtigkeit sind nicht mehr primär ästhetisches Maß, sondern entscheindend ist, ob ein Text gut und stimmig erzählt ist – was freilich einen Essay für sich beanspruchen würde, um die Felder des guten und stimmigen Textes auszuleuchten.

Dieser Blog-Text hätte ebenso die Überschrift tragen können, wie man Karl Ove Knausgårds neues Buch bespricht, ohne es gelesen zu haben. Im Feuilleton kann man solches Spiel (zu recht) nicht veranstalten. In Blogs ist sowas aber möglich: die gepflegte Digression, um vom Hölzchen aufs Stöckchen zu gelangen,  in diesem Sinne ein Robert Walserscher Spaziergang mit mannigfaltigen Entdeckungen und Findlingen am Wegesrand.

Aber nun ein kleiner Bilderreigen. From Meißen with love. Die Photos von der schönen Querulantin, ehm, der schönen Spaziergängerin sowie dem leicht mopsig aussehenden älteren Herren,  zumindest auf den Photographien, zeige ich hier – naturgemäß – nicht.

 

Jahresendzeitfiguren oder auch: vom Erzählen – Hamburg unter dem Vollmond

Figura bedeutet Gestalt und Erscheinung. Es steckt in dem Begriff „Figur“ zugleich aber etwas Gespensterhaftes. Ein Wiedergängertum lauert, ein lebloses, reflexhaftes und dennoch irgendwie lebendes Wesen, das spukhaft umherstreift und jederzeit wiederzukehren bereit ist. Etwas Erstarrtes. Figur erinnert mich unter anderem an jene zentimeterhohen Plastikteile, mit denen wir Kinder in den 70ern spielten: mal Indianer mit Lanzen, mal Kreuzritter mit Axt und Schild,Wehrmachtssoldaten in Feldgrau. Oder als Gestalt und Erscheinung ein Golem, geschaffen aus Erde, in Prag, doch am Ende belebt, Arbeiten verrichtend, Aufgaben ausführend. Schutz bietend und magisches Wesen, das durch die Kraft der Buchstaben wirkt. (Erinnern Sie sich noch an die winzigen Buchstaben, die jener Täter unter die Fingernägel schob, um eine Botschaft und einen Code zu erzeugen und die der Special Agent dann bei der Autopsie mit der Pinzette unter den Fingernägeln der Leiche herauszog?)

Doch ebenso weist diese figura auf die Fiktion, auf die Hoffnung, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein von den Realien geknechtetes Wesen ist, und in dieser Art erfolgt die Belebung der Phantasie bis hin zum Phantasma. So spielen wir. Der Mensch ist nur da Mensch, wo er spielt, so konzipierte Schiller idealistisch, aber nicht ganz falsch: Homo ludens.

Ich mag die in der Öffentlichkeit breitgespreizten Jahresrückblicke nicht, ich halte nichts von der ritualisierten Revue. Wohin schauen? Was sichten? Welche Bücher auswählen? Welche Ereignisse? Ich habe das alles bereits wieder vergessen, und da ich glücklicherweise kein Redakteur bei „Menschen, Bilder, Emotionen“ bin, kann ich mich guten Gewissens der Selektion enthalten. Wie schön! Ich lebe im Augenblick, und mich interessieren gelesene Bücher lediglich dann, wenn ich sie in bestimmte Konstellationen einfüge, wenn sie zu einem bestimmten Thema passen oder wenn ich eine Kritik schreibe und mit weisem Auge betrachte, was in einem Werk sich zuträgt. Mich interessiert nicht der Plot, sondern die Sprache eines Buches, sein Gemachtsein, wie es gearbeitet ist und vor allem jene Phase, in der es über seinen Schöpfer hinauswächst. Fantaisie, Phantasia, ein realistischer Phantasmus, eine Phantasmagorie.

Eines der Jahresthemen waren die Texte von Karl Ove Knausgård. Mein Groll gegen dieses Schreiben und Erzählen resultiert daraus, daß hier der Optimierungsslogan „Simplify your life“ als ästhetisches Prinzip in die Literatur einzieht. Hinter diesen Texten steckt eine hochkonservative und biedere Auffassung von Kunst; eine Literatur des Trivialen. Was Proust noch in eine komplexe Anordnung brachte, angereichert mit Philosophie, unter der Optik des Lebens ästhetisch verdichtet – ein Reflex auf jene Zeit und den Verlust, aber doch geschickt konstruiert und auskomponiert , das reduziert sich bei Knausgård in unmittelbaren Ausdruck. Im Modus eins-zu-eins dampft sich Literatur auf pure Emotionen ein: Wir waren dabei und schauten einem Leben zu. Die Leser verfallen in seinen Texten – Romane kann man sie im Grunde nicht nennen, Tagebuch aber ebenso wenig – einer regressiven Kunst, die nicht einmal mehr Kunst sein will. Es wacht wie der Schießhund und ordnungsneurotisch der Autor über seinen Text, über jedes Geschehen, hockt da mit seiner Tastaturwaffe, Herr über die Lebensregungen. Die Wiedergeburt des Autors aus dem Geist der Privatberichterstattung. Bei Knausgård geschieht dieses Lebensprotokoll ohne Trick, Raffinesse und doppelten Boden.

Erzählen jedoch heißt, ein mehrdimensionales Gefüge namens Roman zu erzeugen, wo sich die Horizontale der Zeit mit der Vertikale unterschiedlicher Bewußtseinströme durchdringt. Zeit und Erzählung bedeuten, Subjektpositionen zu destruieren und zu unterminieren, erzählerisch anzutäuschen, eine schöne Lüge aufzutischen, die im selben Atemzug beansprucht wahr zu sein. Erzählen heißt immer auch: Lügen. (In einem guten Sinne. Lob der Lüge.) Doch diese Aspekte kann man naturgemäß nicht proklamieren, sondern man muß sie konkret in den Texten nachweisen. Anhand von Knausgårds Texten läßt sich jedoch bis ins Detail demonstrieren, worin die Schwäche des Realismus liegt, und – sozusagen ex negativo – und aus seinem Text wieder herausfindend, was es eigentlich bedeutet, wenn wir erzählen. Die Urfunktion des Menschen, um Welt zu bannen und zu organisieren. Und im Laufe der Geschichte in Raffinement ausdifferenziert. Torpediert immer wieder von den regressiven Tendenzen und dem Mangel an Mut. Mehr zu diesem Komplex des Narrativen im nächsten Jahr.

Flanieren. Zwischen den Jahren. Ich schlendere durch die Straßen des Schanzenviertels, an meinem „Café unter den Linden“ vorbei, kehre um, öffne die Tür und auf eine Tasse doppelten Espresso mit einem Küchlein kurz ins schöne Café hinein, und da sitzt sie mit ihren blonden Haaren. Sie gestikuliert elegant, die Betonung der Wörter passend zum Rhythmus der Hand gesetzt, und ich denke mir, ich werde einer Erscheinung teilhaft. Als hätte ich diese Frau in einem ganz anderen Leben bereits einmal schon getroffen und gespürt. Später dann habe ich Gott im Stein gesehen, als Schrift, als Menetekel auf dem Gemäuer. Ich habe ihn zwar nicht gesucht. Aber bemerkt. So verharrt ich vor dem Gebäude, betrachtete die Markierung. Gemalt – als Name oder einfach als Begriff mit Bedeutung – über dem Portal. In Jean Pauls „Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, daß kein Gott sei“, heißt es:

„Niemand ist im All so sehr allein als ein Gottesleugner – er trauert mit einem verwaiseten Herzen, das den größten Vater verloren, neben dem unermeßlichen Leichnam der Natur, den kein Weltgeist regt und zusammenhält, und der im Grabe wächset; und er trauert so lange, bis er sich selber abbröckelt von der Leiche. Die ganze Welt ruht vor ihm wie die große, halb im Sande liegende ägyptische Sphinx aus Stein; und das All ist die kalte eiserne Maske der gestaltlosen Ewigkeit.“

In diesen Kältezonen, nah dem Nordlicht, nah dem grünen Leuchten, nah dem Polarlicht, das wild zuckt, flackert und lustvoll züngelt, wollen wir unsere Textkörper betten. Nicht beten. (Haha, der alte Kalauer vom Buß- und Betttag.) Es hilft nichts. Wir sind in der Regel sehr alleine in dieser Welt. Am Ende. Selbst wenn in dieser letzten Stunde eine unsere Hand hielte. Wir hatten nur das Denken, den Geist, den Körper. Ich erinnere mich in dieser Phase, wenn ein Jahr abspannt, ans Flanieren auf der Pfaueninsel, einmal herum um das Eiland, das so sanft und königlich abgeschieden in der Havel treibt (sofern nicht die Besuchergruppen strömen), ich erinnere mich an ihre feine Hand, ihren wilden Mund, an eine Nacht im Steigenberger, in der Badewanne und vorher in der Hotel-Bar süffelten wir mehrere Drinks auf Gin-Basis. „Du schmeckst nach Gin!“, behauptete sie. „Das müssen Schriftsteller auch“, so sprach ich mit meiner vor Klugheit trunkenen Stimme.

Dort wo jetzt die Schrift vom G.o.t.t. prangt, stand damals, in einer Zeit als es kein Internet gab und Nachrichten lediglich mit Hilfe eines altmodischen, in der Wohnung fest installierten Telefons übermittelt wurden, das „Subito“ – es war Bar, Lokal, Club und Aufenthaltsraum. Alles in einem. Ausgerechnet dort nun ragt dieser Schriftzug. Das Tanzlokal jedoch ist lange schon geschlossen, und wer an der Tür vorbeigeht und die Geschichten nicht kennt, der geht einfach nur an irgendeiner Tür vorbei. Verschollen im Bermuda-Dreieck. Wo in den 80ern die Punk-Musik dröhnte, der Kicker ständig in Beschlag war, die Kugel ins Tor krachte und irgendwann einmal in jenen goldenen Zeiten die Decke einstürzte, und alle lachten und lachten. Bierschwemme. Die wunderbaren Jahre. Punk, Protest und Theoriegebäude, jeder ein Pop-Dozent oder gar ein kleiner französischer Meister, ein Foucault oder Derrida, „im Kopf, die Wirrkopfmelodien, zum hundersten Mal, von Walter Benjamin“ (F.S.K.). Wenn nicht sogar ein Künstler. Aber vielleicht heißt der Schriftzug einfach nur: G.O. und dann folgen zwei Kreuze. Der Gott, der seinen eigenen Tod schreibt. Die Botschaften zu dechiffrierten, die im Dickicht der Städte als Zeichen oder Begriffe an die Häuserwände als Graffiti oder Markierung geschrieben wurden, ist die Aufgabe des Dichters. Tagging and reading. Closed.

Meine persönliche Antiklimax, diese Woche gelesen: Ulf Poschardt in Springers „Welt“ – jene Zeitung, in der Matthias Matussek im Grunde genau richtig plaziert war. Schade daß er gehen mußte. Wenn der Poschi die Backen dick macht und uns einen bläst, dann trötet der unverkrampfte Nationalstolz: „was für ein jahr, was für ein irrsinn, was für ein tolles land wir sind (abgesehen von den naziidioten)“ Schreibt der Poschi auf Facebook, um seinen mit Kulturversatzstücken von Hölderlin bis Heidegger angeranztes Artikelchen in der „Welt“ anzuposaunen und den Neoliberalismus zu predigen: „Damit die Integration derjenigen, die bleiben dürfen, gelingt, muss auch das Arbeitsrecht amerikanischer werden und das Steuersystem.“ Das Palaver des Liberalala und die immer gleichen Allgemeinplätze. Nein Poschardt, da irrst Du Dich: dialektisch zu denken, heißt nicht „Alles hat zwei Seiten, und sie haben auch noch viel miteinander zu tun.“ Das ist so Dialektik wie nicht einmal die Bengels in der Untersekunda im ersten Jahr Philosophiekurs sich Dialektik ausmalen. Halbbildung ist nicht die Hälfte, sondern das Gegenteil von Bildung. Da nützt auch die ins Affirmative gebogene Patmos-Hymne von Hölderlin nichts.

Halten wir uns in diesem Falle an Jean Pauls Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab. In diesem Sinne wünsche ich meinen Leserinnen und Lesern ein gutes und halbwegs brauchbares neues Jahr.


[Harmonie freilich ist, das wissen wir seit dem Stück von Tocotronic, auch bloß eine Strategie.]

Kommt nun der Kältebus der Literaturkritik?

„Die Einsamkeit wäre ein idealer Zustand, wenn man sich die Menschen aussuchen könnte, die man meidet.“ (Karl Kraus)

Im Blätterwald des Feuilletons ist das zum Glück anders. Ich kann mir auswählen, was ich lese. Dennoch ist manches unausweichlich, sticht ins Auge, läßt sich nicht übergehen, zumal dann, wenn ich eine Zeitung im Abonnement beziehe und sie am Donnerstag aus dem Briefkasten quillt. Ist nicht im Feld der Literatur und in den tückischen Weiten des Internets sowieso alles schlimm und schief genug gewachsen? Müssen es manche Zeitungen mit ihrer Titelseite noch furchtbarer machen? So dichtete, nein berichtete „Die Zeit“ Nr. 48 auf ihrer Seite 1: „Bücher gegen die Kälte. Je komplizierter die Welt, desto wichtiger die Literatur“ Eine der schlimmsten Überschriften und unsäglich bekloppt dazu. Je trivialer die Überschrift, desto tumber die Redaktion? Zeit des Winters – Zeit der Abokündigung? Der „Zeit“-Kältebus holt die Leser dort ab, wo sie frierend stehen und harren. Vielleicht meinte die „Zeit“ aber bloß, daß es Bücher gibt, die eher dazu taugen, Winters mit ihnen ein Feuerchen machen, um in die kalte Hütte Wärme zu zaubern. Denn allem Anfangsfeuer wohnt bekanntlich ein Anfangszauber inne. Ist in der Liebe, ist beim Lesen so. Während wir Abgeklärten müde lächeln. Aber nun: Love is in the air!

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Auf der ersten Seite dieser Literaturbeilage sehen wir eine mittelalte, große Frau stehen, die konzentriert auf ihr Smartphone starrt. Das Bild ist in warmen Farben gehalten – wie auch die Photos auf der Doppelseite 4/5. Als Cover-Titel lesen wir: „Die Einfühlerin“. Bei der Dame handelt es sich um Leslie Jamison, und eine Seite weiter finden wir dann den Hinweis „Die Autorin des ‚Empathie-Tests‘ verfügt über die Gabe des Mitgefühls“. Ich bin froh, daß mir selber diese Gottesgabe in Sachen der Kritik und der Literaturbesprechungen abgeht. Ich bin froh, solche Interviews wie das mit Leslie Jamison nicht führen zu müssen. Wer nicht denken will, muß fühlen. Oder wie lautete der Spruch, der als Auswuchs schwarzer Pädagogik galt? Man fühlt nur mit dem Herzen gut, spricht eine sanfte Fuchsstimme einschmeichelnd. Gefühlsprosa, die inflationär bereits durchs Netz wabberte, kriecht nun also von der Blogwelt herüber ins Feuilleton herein. Bücher gegen die Kälte.

Zu Zeiten, wo Menschen von Literatur gewärmt, berührt, gestreichelt oder sonstwie betatscht werden wollen, passen solche Sätze allerdings ins Konzept, um die Kundenbindung zu erzeugen. Wobei ich selber den Kabelbinder vom Bauhaus im Sinne von „Shades of Grey“ bevorzuge. Wenn schon Kitsch, dann soll es körperlich wehtun, damit die Axt, die das gefrorene Meer aufbricht – auch eines jener beliebten Zitate, die als Pathosformel hoch gehandelt werden –, wenigstens real die Haut und vielleicht auch ein wenig die Seele ritzt. (Die Bücher des lieben Marquis de Sade oder Batailles Texte lasse ich mal außen vor, denn da befänden wir uns qualitativ bereits auf einer anderen Stufe.)

Zu solchem Zeit-Lese-und-Wellness-Zirkus paßt ebenso jener Wirbel, der seit einiger Zeit um die Bücher von Karl Ove Knausgård getrieben wird. Der Wunsch nach Authentizität, wenn Subjekt und Erfahrung in den immergleichen Standardsätzen repetitiv beschworen werden wieʼs asiatische Mantra für den gesättigten Westler, deutet darauf, daß von alledem im Grunde nichts übrig und das Subjekt lange schon ramponiert ist.

Knausgårds Prosa korrespondiert mit dem digitalen Zeitalter und der Subjektferne: die Verdinglichung von Leben im Schreibakt zu entdinglichen und ein Ich zu inszenieren als wäre wir mit dabei. Das, was die Schlegelsche Romantik Annihilation nannte. Aber dort eben besaß dieser Prozeß als ästhetische Tat noch Saft und Kraft, konzipierte sich als – freilich affirmatives – Aufhebungsgeschehen, während inzwischen die Literatur fast schon im Ratgebermodus auftrumpft, der uns das Leben des anderen vorführt. Ohne ein Mehr. Das kommt lesermäßig gut an. Knausgårds Text komplementiert Facebook wie Twitter -gleichsam als die andere Seite derselben Medaille. Das Schöne der Kunst erweist sich als das bloß Gefällige, das die Gefühlsregungen perfekt zu spiegeln hat. Im Westen nichts Neues.

Nein, ich habe ganz und gar nichts gegen das Fühlen, gegen Gefühl und Zuneigung. Wo es mir jedoch zu oft beschworen und wie ein Marschbefehl getrommelt wird, gerate ich skeptisch, weil es genau das Gegenteil vom eigentlich Gemeinten bedeutet. Ehemals gute Regungen werden instrumentalisiert. Es ist wie mit den Werten: je mehr sie als kollektives Moment herbeigeredet werden, desto ausgelutschter, hohler und leerer sind jene beschworenen Werte de facto. Wenn ihr authentisch und bei euch selbst sein wollt, dann gründet eine Familie, macht Liebe, heiratet, zeugt zwei oder drei Kinder, liebt die Menschen, die euch nahe sind, und versucht so zu leben, daß es euch gut geht und ihr anderen möglichst wenig schadet. Aber laßt um Gottes willen die Literatur mit diesen Dingen in Ruhe. Daß Authentizität im Bereich der Kunst nichts als ein großer Schwindel ist, können wir gut in den Stücken von René Pollesch lernen. Daß Authentizität zu den Kreativitätsimperativen gehört, damit die Menschen im Sinne der Selbstdisziplinierung ihre Arbeit als verlängertes Hobby sehen, das sie freiwillig und gerne betreiben, und mehrwertschaffend mittun, lesen wir bei Deleuze und Guattari.

Literatur ist, wie alles andere auch, eine Ware. Diese Lektion können wir ebenso mit nach Hause nehmen. Bei manchen Titeln für Literaturbeilagen wünschte ich, daß sie nie entstanden wären, wie man bei machen Schreibern wünscht, daß sie endlich aufhören zu dichten und Sprache hinzurichten. Ja, ja, das ist böse. Aber die Polemik ist nun einmal von alters her ein Mittel der Erkenntniskritik – da hilft kein Mimimi, sondern nur eines: Besser machen, anders machen. Und für die Literatur gilt: Gegenanschreiben und Wut, Wut, Wut. Kunst wird aus Zorn und Trauer gemacht, aus Widersprüchen gefertigt, nicht aus Lebensrealismus, der mir das erzählt, was ich sowieso schon weiß – von des Gedankens Blässe angekränkelt.

„Bücher gegen die Kälte. Je komplizierter die Welt, desto wichtiger die Literatur“: Wer offen für Literatur und Sprache ist, käme nie auf die Idee, solche Überschrift zu texten. Zumal: Wenn man diesen Slogan tatsächlich beim Wort nähme, so müßten in dieser Beilage ebenfalls Bücher rezensiert werden, die nicht nur tagesaktuell sind. Angemessen zu Rußland vielleicht Tolstois „Krieg und Frieden“, Isaak Babels „Die Reiterarmee“ oder zum politischen Islam von Winston Churchill „Kreuzzug gegen das Reich des Mahdi“, bei „Die Andere Bibliothek“ erschienen. Vielleicht einmal wieder einen Blick in Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“ geworfen oder Karl Krausʼ „Die letzten Tage der Menschheit“? Solche Bücher, die das Komplexe unserer Welt zum Inhalt haben und gerade dadurch realistisch sind, indem sie es sich sparen, Leben im Modus eins-zu-eins abzupinseln, kommen aber in der Beilage gar nicht vor. Nähme sich diese „Zeit“ -Ankündigung wenigstens ernst und zeigte uns Bücher, die nicht nur tagesaktuell auf den Markt geworfen werden! Keine Sicht auf Literatur, die Licht ins Komplizierte brächte, die auf Themen fokussierte, sondern bloß eine feuilletonistische Lesebeilage.

Postscriptum zum langsamen Kältetod: Immerhin regte mich die Besprechung des geschätzten Ulrich Greiner dazu an, mir Dorothy Bakers „Zwei Schwestern“ zu kaufen. Um so ärger dafür Marie Schmidts dumme Homestory zu Shumona Sinha. Solche Art von „Buchkritik“ – eigentlich darf man diese Art von Schreibe gar nicht mehr so nennen – könnte genausogut in der „Brigitte“ oder der „Gala“ stehen. Daß zudem die Lesungen Shumona Sinhas, auf die sich Marie Schmidt bezog, allesamt ausgefallen waren, auf diesen Umstand weist Holio in seinem Blog „ad acta“ hin. Schmidt schreibt über etwas, das in der Realität leider niemals stattfand. Vielleicht gibt es irgendwann auch Rezensionen zu Büchern, die niemals ein Schriftsteller schrieb. Eine sozusagen auf Feuilleton gemünzte Variante des Gonzo-Journalismus oder der Fake-Schreibe.

Die Photographie entstammt dem Twitteraccount von Wabbeldickwurst.

Über die Lust der Dinge und den abzuschaffenden Realismus in der Literatur: Kein Lachen klingt vom Mond her

Res extensa. Diesen Nicht-Satz, der die bestimmte Form oder auch die Existenzweise einer Sache nennt, sollten wir mit einem Fragezeichen versehen. Zu schreiben also besser: „Res extensa?“, weil die ausgedehnte Sache bereits so etwas wie eine erkenntnistheoretisch motivierte Spaltung voraussetzt. Es wären ebenso andere Positionen, andere Blicke und damit auch andere Begriffe denkbar. In dieser Weise zu denken, bedeutet, eine Vorentscheidung zu treffen. Kürzlich schrieb ich vom Verschwinden der Dinge in der Photographie, wie sie zu tilgen wären in einem Schwarzraum. Bilderauslöschung ist schwieriger zu bewerkstelligen als eine solche des bzw. innerhalb eines Textes, denn die Fiktion des Textes und die Phantasie von Leser und Autor können alles evozieren oder aber zum Verschwinden bringen: grandiose Auslöschungsszenen wie bei Thomas Bernhard: im Frosthof, im Kalkwerk, in Rom, in Wolfsegg. Aber ebenso bei Jean Paul, wenn in der Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab die Illusionen ausradiert werden: das im Anschluß an  jenen letzten unserer Tage etwas noch sei. Oder in den Schimpfsentenzen Rolf Dieter Brinkmanns, die Welt destruieren und im Gedicht, westwärts und in den Wörtersüden hinein, ein Gebiet eigenen Maßes hervorbringen, indem der szenische Augenblick filmisch fast fiktionalisiert wird. Standbilder, Filmstils auf einem Wäschedraht im Januar. Eine Dingwelt im Glück des Daseins, einfach so, für den Moment, darin getaucht, als Ereignis, wie ich in wenigen Stunden in Leipzig, wie ein Spaziergang an einem der Kanäle oder im Dämmer der Stadt.

Man muß also die Dinge zugleich unter der Optik des Glückes sehen: Das Glück der Dinge, überhaupt da zu sein, beschrieben zu werden und gleichzeitig etwas von diesen Dingen zu empfangen: nicht über der Sache zu schweben, sondern in ihr aufzugehen oder zum Erliegen zu kommen: jenes Moment zu finden, in dem die Intention des Subjekts aussetzt und nichts mehr in der Verfügung steht. Das Unwillkürliche, der andere Blick, der einen Begriff wie Subjekt durchstreicht oder ihn als Resultat lediglich einer ganz bestimmten, geschichtlich festzumachenden Denkform ausweist.

In Marcel Prousts letztem Teil der „Recherche“, der „wiedergefundenen Zeit“, heißt es:

„Die Größe der wahren Kunst im Gegenteil, derjenigen, die Monsieur de Norpois als Dilettantenspielerei bezeichnet hätte, lag darin beschlossen, jene Wirklichkeit, von der wir so weit entfernt leben, wiederzufinden, wieder zu erfassen und uns bekanntzugeben, die Wirklichkeit, von der wir uns immer mehr entfernen, je mehr die konventionelle Kenntnis, die wir an ihre Stelle setzten, an Dichte und Undurchdringlichkeit gewinnt, jene Wirklichkeit, deren wahre Kenntnis wir vielleicht bis zu unserem Tode versäumen und die doch ganz einfach unser Leben ist. Das wahre Leben, das endlich entdeckte und aufgehellte, das einzige infolgedessen von uns wahrhaft gelebte Leben, ist die Literatur: jenes Leben das in gewissem Sinne bei allen Menschen so gut wie bei dem Künstler in jedem Augenblick wohnt. Sie sehen es nicht, weil sie es nicht dem Licht auszusetzen versuchen, infolgedessen aber ist ihre Vergangenheit von unzähligen Photonegativen angefüllt, die ganz ungenutzt bleiben, da ihr Verstand sie nicht ‚entwickelt‘ hat. (…) Durch die Kunst nur vermögen wir aus uns herauszutreten und ebenso uns bewußt zu werden, wie ein anderer das Universum sieht, das für ihn nicht das gleiche ist wie für uns, und dessen Landschaften uns sonst ebenso unbekannt geblieben wären wie die, die es möglicherweise auf dem Monde gibt.“

Letzter Satz deckt sich – zumindest von der Konnotation her – fast mit jener Briefnotiz Franz Kafkas, die er am 9. November 1903 an seinen Freund Oskar Pollak schrieb. Aber hier geht es nicht einfach um Lebensformen und Lebensweise, wie man in einer zunächst unmittelbaren und naiven Lektüre mutmaßen könnte, sondern um Akte des Poetisierens. Solche Sicht, solche Sätze Prousts zur Kunst dürften ebenso in einer Kritik an der Prosa des hochgehypten Karl Ove Knausgårds eine Rolle spielen. Es ist nicht der Realismus, der eine Geschichte und das Leben macht, sondern es sind die Fiktionen und die Phantasien, die vielgeschmähte Ordnung des Imaginären – sofern dieses denn eine Ordnung darstellt.

Schlimmer noch als der Kitsch und die Kargheit des Jargons im Schreiben ist der Wunsch nach Wahrhaftigkeit oder Ehrlichkeit. Literatur ist per se nicht ehrlich, sondern sie personifiziert die Lüge und die Lust an der Lüge, Lust an der unendlichen Fiktion und der Hyperphantasie, indem ein Text überbordet. Wenn schon Realismus, dann, wie es Alban Nikolai Herbst nennt, einen kybernetischen Realismus, der die Frage nach der Grenze stellt, sie nicht nur abstrakt formuliert, sondern sie insbesondere als Erzählen im Text selber manifest werden läßt, Latenzen auflöst und scheinbar Manifestes latent werden läßt: Wo fängt Fiktion an, wo hört Realität auf? Ein Spiel, ein Trick. Es mischen sich Bezüge und Ebenen, wie es  in Herbsts Anderswelt-Trilogie und für die kürzere Form in seinen großartigen Roman „Eine sizilianische Reise“ geschieht: eine Welt des Mythos, des weiblichen Venus- und Diana-Kultes, die als Untergrund unserer Denk- und Wahrnehmungszivilisation weben.
 
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