Parteitag der Grünen, Berlin März 2021

Der Wunsch des Kindes, einmal Indianerhäuptling zu sein.

Gerne erinnern wir uns an die Deutsche Schlagerparade im NDR-Hörfunk der 1970er Jahre. Mit Ilse Rehbein. Da hockten die Kinder aufgeregt vor dem Radioapparat mit einen Kassettenrekorder. Gerne erinnern wir uns an Gus Backus und jenen lustigen Song von den wilden Indianern und ihrem Häuptling. Gerne erinnern wir uns irgendwann auch des Parteitags der Grünen im März 2021 in Berlin. Und zu Punkzeiten in den frühen und mittleren 1980er Jahren war dieser unten eingespielte Song immer eine willkommene Abwechslung nach zu viel Throbbing Gristle, SPK, Coil oder Neubauten. „Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier“: auch das war damals nicht nicht nur ein lustiger Song von den Ärzten, sondern auch ein geflügeltes Wort. Heute dürfte beides bei der gegenwärtigen evangelikalen Linken unter den Tatbestand „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ fallen, so wie in den 1950er Jahren bei der CDU/CSU das Abbilden barbusiger Frauen.

Mit Gruß an die arme Bettina Jarasch, die ihre unbedarfte Äußerung büßte und sowas Böses nie wieder sagen wird. Beim Fasching Indianerhäuptling zu sein! Also nein.

Wunsch, Indianer zu werden

Wenn man doch ein Indianer wäre, gleich bereit, und auf dem rennenden Pferde, schief in der Luft, immer wieder kurz erzitterte über dem zitternden Boden, bis man die Sporen ließ, denn es gab keine Sporen, bis man die Zügel wegwarf, denn es gab keine Zügel, und kaum das Land vor sich als glatt gemähte Heide sah, schon ohne Pferdehals und Pferdekopf.“ (Franz Kafka)