Die Grünen

„Stuttgart 21“ wird doch gebaut

Der von der grünen Landesregierung vehement kritisierte Umbau des Stuttgarter Bahnhofs kann nach einem Volksentscheid nun doch stattfinden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann möchte den Bauprozeß allerdings „kritisch-konstruktiv“ begleiten. Politologen sehen darin einen Hinweis auf eine mögliche grüne Regierungsbeteiligung im Bund: So würden die Grünen mit einem schwarzen Bündnispartner den Atomausstieg 2014 zwar rückgängig machen, allerdings „mit Bauchschmerzen“. Die Vollüberwachung des Internets könnten sie dagegen nur „mit zwei zugedrückten Augen“ dulden. Die totale finanzpolitische Unterwerfung Europas durch Merkel würden die Grünen „mit kritischer Sympathie“ begegnen; die Annexion Griechenlands als 17. Bundesland behielte für viele aber „ein G’schmäckle“. Einem Atomschlag auf den Iran schließlich würden die Grünen nach langer Debatte „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ zustimmen.

Aus: Titanic Newsticker

Die Tonspur zum Sonntag

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Das Polizeiorchester zu Hamburg

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Die zweitgrößte Stadt Deutschlands – die größte ist ja bekanntlich Berlin mit seinem herrlichen Flair und der Berliner Luft, Luft, Luft – besteht darauf, sich weiterhin ein Polizeiorchester zu halten, jedoch ein bedeutendes Museum für regionale Kunst und Kultur wie das Altonaer Museum zu schließen. Dem Heidelberger Fettklößchen, jener von den Bürgern der Freien und Hansestadt Hamburg nicht gewählte Bürgermeister, ist ein Polizeiorchester wichtiger. Allerdings verwundert dies nicht weiter, erscheint doch Menschen wie Fettklößchen und dem amusischen Senator für Sport und Medien Stuth der Begriff von Kultur bzw. das, was davon heute noch übrig blieb, synonym mit dem Begriff des Investors und des Events. Auch dies sicherlich nicht neu. Und wer ist immer mittenmang? Richtig geraten: Die Grünen, die sich in Hamburg GAL nennen. Herr Ober, bitte drei Joghurttorten!

Freilich gibt es zum Zorn viele und weitaus größere Anlässe, der Bereich von Kunst und Kultur ist womöglich marginal, wenn jeden Tag an den Grenzen Europas Migranten abgewiesen werden, wenn täglich Menschen durch das Wesen des Kapitalismus zu Tode kommen und ihrer Existenz, die sowieso schon unter den minimalen Bedingungen stattfindet, beraubt werden. Doch dieser Blog ist einer für Ästhetik samt Aisthetik und damit in seinem bescheidenen Rahmen eben für Kunst sowie Kultur zuständig. Ich habe das schon öfter geschrieben: es gibt für das Wesen des Politischen und für die Kritik am Kapitalismus andere Blogs, die das besser sagen und schreiben können, als ich es vermag.

Deshalb erlaube ich es mir, hier an Ort und Stelle, mich angesichts dieses einmaligen Vorganges in einer Großstadt zu ärgern. Im übrigen: so einmalig, wie es sich darstellt, sind solche Aktionen gar nicht mal: die Zerstörung von Städten samt den darin gewachsenen Strukturen geht scheibchenweise, nämlich in der Salamitaktik vonstatten. Was in Hamburg durchgezogen wird, kann demnächst genauso Berlin drohen, wenn sich hier nach den Wahlen 2011 wie in Hamburg eine schwarz-grüne Koalition bildet. Und es geschieht ja gerade, wenn man nach Kreuzberg, Kreuz- und Neukölln schaut. Und passierte bereits in Prenzlauer Berg: Ho-, Ho- Holzspielzeug. Es ist diese Koalition in Berlin zwar unwahrscheinlich, weil die CDU hier schwach ist. Aber die Grünen würden mit jedem, wirklich jedem paktieren, kein Preis ist ihnen zu niedrig. Schafft ein, zwei, viele Joghurttorten.

Die Hamburger Grünen hätten die einmalige Chance gehabt, den Senat zu kippen und Neuwahlen anzuberaumen. Aber die Pensionen von Hejduk, Steffen, Goetsch und einiger Staatsräte, die es nach vier Jahren gibt, wiegen schwerer. Zu den Futtertrögen zieht es sie. Doch um die schmierigen Details und um die korrupten Verstrickungen mögen sich kompetentere Blogger kümmern. Ich sage ja nichts Neues: Es ist das widerlichstes Pack, was da herumläuft; wer Mitglied dieser Partei ist, kann im Grunde nur noch austreten. Es ist mir sogar Philipp Rösler und seine Mövenpick-Partei lieber, weil die zumindest (halb-)offen sagen, was sie vorhaben.

Daß die Prozentwerte der Grünen allerdings bundesweit in den Umfragen steigen, ist symptomatisch. Mit Dank an den Blog Exportabel, der mich auf dieses Stück brachte, gibt es noch dies hier: Prenzlauer Berg (Schöner Bezirk – schöner Bezirk):
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„Schau mal da oben, Biofeuerwerk!“