Heute letzter Arbeitstag beim Führer

 

Es bleibt „Schtonk“ einer der großen und guten deutschen Filme – insbesondere die Anfangsszene fängt den Irrsinn in wenigen Bildern und mit ein wenig Ton pointiert ein und dazu dann im weiteren Zarah Leanders Supersong „Davon geht die Welt nicht unter“: als ich das damals im Kino sah, war ich von diesem Auftakt sofort begeistert, denn diese Art von Humor schätze ich. Im Grauen liegt der Aberwitz. Und endlich war es vorbei – das vor allem.

„Er brennt nicht, Obersturmbannführer!“
„Wer brennt nicht?“
„Der Führer. Herr Obersturmbannführer. Und die Frau Braun, die Frau Führer auch nicht, Obersturmbannführer.“
„Mensch, dann schütten sie Benzin drüber, dann brennen die schon!“
„Ben-zin? Über den Führer? Herr Obersturmbannführer?“
„Ach, was Mensch, es gibt kein Führer mehr und sagen sie nicht dauernd Obersturmbannführer zu mir, sie Ignorant!“
(ab Minute 2:45)

Eine Tragödie, die als Farce endete und doch keine Farce ist, sondern das Ende einer blutigen und entsetzlichen Geschichte, mit Millionen ermordeter Juden, Millionen Kriegstoten und Entwurzelten, Displaced Persons, ermordeten Sinti und Roma, ermordeten Schwulen und Kommunisten (unter Hitler wie Stalin: auch dieses vertrackte Stück Geschichte gehört dazu: ein Sieger, der ein Massenmörder war: von Hungertoten in der Ukraine, dem Großen Terror bis hin zu Katyn und der Ausrottung der polnischen Intellektuellen. Aber davon soll heute nicht die Rede sein. Man muß es nur halt mitdenken und auch das gehört zur Geschichte. Immerhin: Die Sowjetion war am 30 April in Berlin und befreite die Stadt.

Am 30. April der Selbstmord des Führers und einen Tag später der von Joseph Goebbels, seiner Frau Magda samt den sechs Kindern: Helga, Hilde, Holde, Hedda, Heide und Helmut. Von vier bis zwölf. Und diese Geschichte von Massenmord, von Vergessen und Verjähren und Verdrängen und vom Wiedererinnern spielt und spiegelte sich bis in die Bundesrepublik hinein, noch tief in die 1980er Jahre und darüber hinaus, auch in dem Trubel der um die Hitler-Tagebücher betrieben und journalistisch inszeniert wurde, und es zeigt sich dies am Erfolg von Serien wie Holocaust (1979) oder in anderer Weise auch in „Das Boot“ (1991) oder „Schindlers Liste“ (1994) und ebenso in Eberhard Fechners  wunderbarer Serie  „Tadellöser & Wolff“ von 1975 – eine Verfilmung von Walter Kempowskis gleichnamigem Erinnerungsroman. Und das geht bis heute, wenn im Fernsehen Serien wie „Unsere Mütter, unsere Väter“ (2013) oder „Charité“ (in der zweiten Staffel, 2019) gezeigt werden. Und prominent ebenso als Kammerspiel in Szene gesetzt in „Der Untergang“: Nach den letzten Tage der Menschheit die letzten Tage im Führerbunker als Spielfilm. Aus Geschichte wird irgendwann Unterhaltung oder Infotainment. Auch das ist der Gang der Geschichte.

Immerhin, es gab dieses Erinnern an die jüngsten Verbrechen: seit den späten 1950er Jahren, seit den Auschwitz-Prozessen und seit der Verjährungsdebatte (1965) – übrigens alles Ereignisse vor der Chiffre „1968“, und um dem Irrtum auszuräumen, es wären erst die „68er“ gewesen, die diese Dinge auf den Tisch brachten. Die Themen waren bereits vorher in der Öffentlichkeit. Martin Stallmann schreibt in seiner Studie Die Erfindung von „1968“. Der studentische Protest im bundesdeutschen Fernsehen 1977-1998:

„Die Triebkräfte des Wandel beim Umgang mit dem ‚Dritten Reich‘ waren nicht die Protestierenden der späten 1960er Jahre, sondern die spektakulären NS-Prozesse zwischen 1958 und 1965, die Bundestagsdebatten um Verjährung von Mord und Totschlag in den Jahren 1960/61 und 1965 sowie die breite dazugehörige Medienberichterstattung. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen thematisierte nicht nur die aktuellen Prozesse, sondern erzählte bereits Anfang der 1960er Jahre in zahlreichen Dokumentarfilmen von der nationalsozialistischen Zeit.“

Und weiter heißt es dort in bezug auf jene kursierenden Themen und im Hinblick auf die 68er:

„Eine kritische, inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen Verbrechen hatte Ende der 1960er Jahre kaum stattgefunden. Die Protestbewegung radikalisierte und emotionalisierte das Sprechen über die nationalsozialistische Geschichte, wobei sie diese Vergangenheit jedoch auch verallgemeinerte und enthistorisierte. Ihre schrille Rhetorik und Aufmerksamkeit erregende Protestaktionen verwiesen zwar auf die Kontinuitätslinie zwischen nationalsozialistischer Zeit in der Bundesrepublik, standen laut Wilfried Mausbach ‚einer angemessenen Aufarbeitung allerdings im Wege.‘ Gleichwohl haben sich Protestakteure der späten 1960er Jahre intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandergesetzt und auch zur wissenschaftlichen Diskussion beigetragen. Dies geschah jedoch verstärkt in späteren Lebensphasen – vor allem ab den frühen 1980er Jahren. Der Beitrag von Angehörigen der ‚68er Generation‘ an der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus sowie die Erforschung der nationalsozialistischen Zeit soll dafür nicht in Abrede gestellt werden, jedoch muss man aus einer geschichtswissenschaftlichen Perspektive fragen, wann sich ehemalige Protestakteure kritisch mit der nationalsozialistischen Geschichte beschäftigten.“

Im übrigen dürfen wir im Reigen der Jahrestage nicht vergessen, daß sich am 14. Mai 1970 die gewaltsame Befreiung von Andreas Baader  in West-Berlin jährt. Wir haben hier vor 50 Jahren die Geburtsstunde der RAF. Es gab zwei Schwerverletzte Wachleute, als die Journalistin Ulrike Meinhof zusammen mit zwei Komplizen Baader aus einem Institutsgebäude der FU befreite, wohin Baader zuvor aus der Haft für ein Interview gebracht wurde, das Meinhof mit ihm führte. Und im folgenden viele weitere Opfer der RAF. Auch das gehört zu jenem 30. April 1945, zum 30. Januar 1933, zum 8./9. Mai 1945, als Westalliierte und Sowjets dieses Land von einer blutigen Diktatur befreiten. Ab heute hatte der Führer Feierabend. 75 Jahre ist das her. Der Schoß, aus dem das kroch, ist nicht mehr unbedingt fruchtbar noch. Aber anders vielleicht. Und wachsam zu sein, bleibt unabdingbar.

Lee Miller und Man Ray: Objektwahl sowie „Paare, Passanten“. Texte zur documenta (3)

X

Lee Miller (1907-1977) ist eine leider etwas in Vergessenheit geratene Photographin aus dem Kreis der Surrealisten. In der ständigen Sammlung surrealistischer Photographien im Centre Pompidou waren (zumindest in den 80er Jahren) einige ihrer Photos ausgestellt. Ob diese Bilder heute noch dort gezeigt werden, weiß ich nicht. Das Kunstmuseum Wolfsburg machte 2006 eine Ausstellung, die einen Überblick zu ihrem Werk lieferte, und in Berlin gibt es bis zum 6.10. eine Präsentation ihrer Photographien in der Galerie Hiltawsky zu sehen. Diese Ausstellung werde ich mir natürlich anschauen und darüber schreiben, sofern sehenswert.

Lee Miller arbeitete in den 20er Jahren als Modell, ließ sich von Edward Steichen für die „Vogue“ ablichten und 1929, mit 21 Jahren, tat sie das, was eine Frau tun mußte und auch sollte: sie begab sich in die Hände eines Mannes, und zwar, wie passend vom Namen, wenn man den Vornamen französisch spricht: in die Hände von Man Ray, um das Photographieren zu lernen. Es ist immer gut, wenn Frauen lernbegierig sind und von klugen Männer partizipieren. Da hat die allgegenwärtige und böse als Schlachtruf in den Raum geworfene  Heteronormativität des WHM Ray doch mal teleologisch gedacht auch für die Frau ihre guten Seiten. Lee Miller wurde Man Rays Geliebte und seine Muse, aber sie war, wie es sich für eine gute Frau gehört, widerborstig. Denn Lee Miller war eine Frau, die wußte, was sie wollte und die es sich nicht gefallen ließ, nur als Muse der Surrealisten bella figura zu machen. Es wurde eine Liebesbeziehung mit Tücken, Man Ray hatte mit einem Male keine seiner üblichen Musen vor sich, die verspielt und willfährig sich hingaben, sondern eine kreative, hochbegabte und sexuelle völlig autonome Frau stand ihm da gegenüber, daß es ihm unheimlich wurde und zugleich ausgesprochen reizte. Das erträgt nicht jeder Mann, und nur wenige Männer können solche Frauen halten. Wobei ich zugleich hinzufügen muß: es gibt auch nur wenige solcher Ausnahmefrauen, das meiste verbuche ich, wie auch bei den Männern, als unterer Durchschnitt mit Hang zur gehobenen Inszenierung.

Obsession paarte sich bei Lee Miller und Man Ray mit Zerstörung, was wir dann – im Rahmen des Spannungsbogens europäischer Erzählweise – weiter im nächsten Text lesen werden, wenn es um Man Rays Metronom, das „Object of Destruction“, geht. Liebe und Gewalt sind in der Erotik etwas Inspirierendes und Interessantes, wenn beide Parteien gleichberechtigt spielen und sich zudem im Feld der Ästhetik oder der Kunst bewegen. Zu meiner Studienzeit drückte ich 1993 nachts in einer Bar meiner Muse eine Zigarette auf dem Unterarm aus. Wir schauten uns kurz und wild, ich hätte fast geschrieben: mit Glut in die Augen. Dann schlug sie zu. Hinterher flogen wir beide aus der Bar heraus. Die Geschichte eine solchen Verstrickung und einer solchen gegenseitigen kreativen Aufsteigerung der Gewalt und der Zuneigung, die keine des Kuschelns ist, möchte ich gerne nachzeichnen.

Nein, Le Miller war keine passive Muse, die in jenes Muster einer Kreativität der Ausbeutung von Frauen durch Männer fällt, das Klaus Theweleit in seinem „Buch der Könige. Orpheus und Eurydike“ freilegt, sondern eine Photographin und Kriegskorrespondentin mit eigenem Blick, eigenem Willen: Sie landetet mit den Alliierten in der Normandie, zog 1944/45 mit ihrer Kamera durch Europa, schoß Photos für die „Vogue“. Ihre Bilder sah kaum einer. Die von Robert Capa kennt jeder. Das spricht nicht gegen Capas großartige Photographien, zeigt aber, wie unterschiedlich wahrgenommen wird.

Miller war im Zuge der 7. U.S. Army vor Ort, als am 29. Mai 1945 das Konzentrationslager Dachau befreit wurde, und sie reiste einen Tag später nach München, begab sich in Hitlers Wohnung am Prinzregentenplatz, ließ sich dort von ihrem Mann, dem Photographen David E. Scherman, nackt in der Badewanne Hitlers photographieren. Schamlos, schamlos! Aber so sind sie, die surrealistischen Gespielinnen bzw. die Photoreporterinnen mit dem wilden Willen und der zügellosen Phantasie. Um diese Wanne drapierte Miller einige Gegenstände: eine Statue, die dem klassischen Ideal von Schönheit nachgeformt ist, eine Photographie des Führers, Armeestiefel, die vor der Wanne stehen, sowie Kleidungsstücke von einer Uniform der U.S. Army. Ein Szenerie, die inszeniert und zugleich absurd wirkt, die nichts mehr mit einer reinen journalistischen oder historischen Dokumentation zu tun hat; eine Photographie,  die das männliche, aber auch das weibliche Auge trotz des unbekleideten Körpers nur begrenzt erotisch aufstachelt und anregt, sondern es erzeugt sich über diese Positionierung von unterschiedlichen Elementen um einen badenden Körper herum vielmehr ein Assoziationsraum und es verstört sich der Blick.

Kann man in der Wohnung des Führers Bade-Späße machen, wenn man vorher in Dachau war, zudem in einem solch gekonnt inszenierten Arrangement, wo es von der Frauenrundung einer Statue, über den versonnenen Blick samt dieser Handbewegung der Badenden auf die eigene Schulter bis hin zu der Kurve, die der Dusch-Schlauch bildet sowie dem Bild Hitlers, in bezug auf die Blick- und Sichtachsen innerhalb dieser Photographie haargenau paßt? Ja, unbedingt sogar. Und das eben scheint mir das Faszinierendste an diesen vier Photographien, die Miller in verschiedenen Posen in der Badewanne zeigt: nicht das Bild des Führers, das da steht und völlig absurd (eben: surreal) (de-)plaziert wirkt, denn kaum stellten Adolf Hitler oder seine Geliebte Eva Braun sich dieses Bild ausgerechnet an die eigene Badewanne, sondern die klobigen Armeestiefel ziehen vielmehr den Blick auf sich, und zwar insbesondere in der Kombination mit jenem nackten Körper, der doch an den entscheidenden Stellen eben nicht entblößt zu sehen ist, sondern nur in den Andeutungen. Das Ende des Faschismus als eine Farce in die Kunst gebracht und zugleich angesichts des Grauens sich gegen jede Kunst sträubend: jener historische Punkt, jenes Datum, an dem die Klassische Moderne ihr Ende fand.

Was weiterhin dieser Photographie jene besondere Bedeutung verleiht und was den Augenblick eines Datums bannt, ja gefrieren läßt – fast ließe sich vom Kairos sprechen –, ist der Umstand, daß fast zur selben Zeit, als Lee Miller sich nachmittags in dieser Badewanne photographieren ließ, in Berlin um etwa 15 Uhr 45 der Führer Adolf Hitler sich in den Kopf schoß und vorher seine Geliebte Eva Braun Gift einnahm. Von der Wolokolamsker Chaussee bis hin nach Berlin, da wo heute die Jägerstraße verläuft, ist es eine Linie. Geschichtsteleologie, eine Tathandlung des Kommandeurs  Momysch-Uly kurz vor Moskau gegen einen überlegenen Gegner.

Jede Lektüre, auch die eines Bildes, muß mit den Anspielungen, den Verweisen und den Verwicklungen rechnen, und jeder Lektüre ist die unendliche Umschrift des Textes eingeschrieben. In jedes Bild siedeln und schleichen sich die unsichtbaren Verweise und die Daten ein. Selbst die absolut unlesbaren Daten, die nur als Singularität und als reines Anzeichen eine Photographie strukturieren. Es ist innerhalb des (Bild-)Textes die Zone der Unbestimmtheit, die lediglich in einer dialektisch-kritischen oder in einer dekonstruktiven Lektüre als Kippfigur oder Konstellation angezeigt werden kann. Vor dem Überborden des Sinns und dem Zusammenhang der Zeichen versagt jede Hermeneutik. Das Kunstwerk, welches seinem emphatischen Begriff gerecht wird, bordet in der Lektüre über, schießt aus dem Rahmen, jene Rahmungen, die Derrida in „Die Wahrheit in der Malerei“ als Rand des Bildes dekonstruiert. Randgänge der Philosophie, Randgänge der Ästhetik. Und aus diesem Grunde ist die gekonnte und gelungene Kunstkritik, die paßt und funktioniert, weil sie sich an ihr Objekt anschmiegt und es zugleich zerlegt, selber ein Kunstwerk, ein ästhetisches Objekt.

An dieser Wand in der Rotunde der Documenta gibt es weitere Photographien zu sehen, die Lee Miller selber gemacht hat – unter anderem ist das befreite Konzentrationslager Dachau zu sehen. Gegenüber dieser Photowand steht nun bedeutungsreich eine Vitrine, in der einige der Objekte ausgestellt werden, die auf den Photos in der Badewanne zu sehen sind bzw. die Lee Miller aus der Wohnung Hitlers mitnahm: so zum Beispiel ein Handtuch mit den eingestickten Initialen A.H., einen Parfumflakon und Eva Brauns Puderdose – also nicht Koks, sondern Schminke. Was um alles in der Welt ist an dieser doch eher banalen Inszenierung von Objekten so interessant? Zum einen korrespondieren in dieser Anordnung ein Kunst- und ein Objektbegriff miteinander. Es gibt Abbilder und es gibt präsentierte „Originale“, die, wie das Bild des geliebten Führers oder der Parfumflakon aus dem Bad, mit einer (freilich eigenwilligen) Aura behaftet sind. Diese Zwischenstellung eines Dings, das in einer bestimmten Form eben doch auch Kunstwerk ist, weil es auf der Documenta ausgestellt wird und nicht bloß als Alltagsobjekt oder als biographie-historisch interessanter Gegenstand fungiert, weist auf das Prekäre, das Fragile von Wahrnehmung. Sie fügt sich den Interpretationsmustern und den Referenzrahmen und setzt zugleich ein Mehr frei: Interpretationswelten. Kunst ist konzeptuell, dies führt Christov-Barkargiev auf dieser Documenta vielfältig vor, und zugleich mehr als bloßes Spiel der Gedanken oder Konzeptkunst: sie ist sinnlich in einer Weise von Aisthesis. (Wenngleich einige der auf der Documenta dargebotenen Kunstwerke es mit der Sinnlichkeit doch arg übertrieben.)

[Hinzuweisen bleibt, daß es verboten war, diesen Komplex Lee Miller/Man Ray zu photographieren, was ich zuerst als ärgerlich empfand, aber dann doch als passend reflektierte: die Kette der Bilder bricht mit einem Male ab. Wobei ich andererseits gegenüber solchen Akten der Zensur allergisch reagiere.]

Ebenso verweisen auch andere Objekte in dieser Rotunde auf die Brüchigkeiten, die in vielfältiger Hinsicht Welt und Subjekte durchziehen: seien es die Muster unserer Wahrnehmungen, die fragil sind, unserer Weisen der Orientierung (L. Weiners Text von der Mitte, der auf jener die Rotunde abtrennenden Glasscheibe steht) und unseres Zeitsinns (Das Metronom von Man Ray); die Ordnung einer bestimmten Gesellschaftsformation kann vielfältig zerstört werden: vom Krieg (jene in der Rotunde präsentierten „Objekte die im libanesischen Bürgerkrieg beschädigt wurden“, eine Ansammlung von geschmolzenem Schrott, für die das Wort „beschädigt“ einen feingewählter Euphemismus abgibt) bis hin zur Revolution, die eine neue alte Ordnung installiert. (Hierzu schaue man sich etwa die Videosequenzen von den Aufständen in Kairo an.)

Ich schreibe zu jenem legendären Ready Made „Object of Destruction“ (dem Metronom) von Man Ray mehr in einem nächsten Teil, der jedoch mit zeitlicher Verzögerung folgen wird, weil ich zunächst über zwei weitere Ausstellungen schreiben muß: einmal in Hamburg die Photographieausstellung „Lost Places“ und dann in Berlin im Martin Gropius-Bau präsentierten Photographien von der großartigen Diane Arbus, wo ich jetzt schon allen Leserinnen und Lesern zurufen will: hingehen und ansehen! Es wird Sie nicht reuen!