„Kommt Putin zum Arzt ..“. Wie Verschwörungsideologie funktioniert und wie sie wirkt

Kommt Putin zum Psychiater:
„Herr Doktor, Herr Doktor. Ich höre Stimmen in meine Arsch!“

Es setzt dies sozusagen der Krone den Schmalz auf. Die Reihe der Rektumskriecher (sie ließe sich noch um Tom J. Wellbrock, Gabriele Krone-Schmalz und einige andere ergänzen), von oben links nach rechts unten: Gerd Ewen Ungar (ehemals Hetzseite „Propagandaschau“, Russia Today und Nach“denk“seiten), Ken Jebsen, Robert Fleischer („Ufos. Größte Herausforderung der Menschheit“), Dirk Pohlmann, Matthias Bröckers – beide haben sich als Verschwörungsprediger einen Namen gemacht. Die Bilder sind „Psiram“ entnommen, einem Portal, das sich „gegen Pseudowissenschaft, Esoterik und Verschwörungstheorien wendet“ (wikipedia). Wer auf Psiram und im Internet die Hintergründe zu diesen dem Putinismus zugeneigten Personen recherchert, wer die Beiträge dieser Leute hört oder liest, wird schnell die Nähe zum russischen Staatsfernsehen Russia Today und zum Putinismus entdecken. Mit anderen Worten: bei diesen Leuten handelt es sich um das, was man mit dem Wort Russentroll bezeichnet. Sie verbreiten zielgenau und in vollem Bewußtsein Desinformation im Sinne Putins – und dabei ist es unerheblich, ob diese Leute selber an den Unsinn glauben, mit dem sie andere indoktrinieren, oder ob sie solche Manöver in strategischer Absicht durchziehen, weil es ihnen darum geht, hinter der Front in einem Hybridkrieg immer neues Benzin zu verkippen. [Der Einfluß russischer Geheimdienste auf die Corona-Proteste, auf rechte Parteien wie die AfD und die Desinformationskampagnen von Gestalten wie Lawrow und Russia Today, so z.B. im Falle der angeblich entführten Lisa, einem russlanddeutschen Mädchen aus Berlin, ist nicht gering zu veranschlagen. Steter Tropfen höhlt den Stein und semper aliquid haeret: nach diesem Motto wird vorgegangen. Man muß eine Lüge oder eine Falschmeldung nur häufig genug wiederholen, dann wird sie auch für wahr gehalten.]

Was aber all diesen Verschwörungsideologen gemeinsam ist: Sie betreiben Täter-Opfer-Umkehr, sie waren auf die eine oder andere Weise bereits bei den Montagsmahnwachen dabei, als es darum ging, die russische Annexion der Krim zu rechtfertigen, indem sie immer wieder Themenumlenkungen betrieben. Mit anderen Worten: diese Angelegenheit ist nicht neu. Das, was sich als Milieu „alternativer Medien“ bezeichnet, ist eine seit mindestens einem Jahrzehnt orchestrierte Angelegenheit. Teils von Spinnern, wenn man sich die Esoterikszene bei den Montagsmahnwachen 2014 anschaut, teils von Hetzern und Verschwörungsideologen, wenn man sich Leute wie Ken Jebsen, Matthias Bröckers und Dirk Pohlmann anschaut.

Wie solche Verschwörungshetze funktioniert und weshalb sie geglaubt wird, formuliert Volker Eichener in seinem Essay „Russlands Krieg gegen die Ukraine: Kann man mit habituellen Lügnern verhandeln?“:

„Verschwörungstheorien verletzen sämtliche wissenschaftlichen methodologischen Regeln. Und sie wimmeln von logischen Fehlern, obwohl sie sich durch Verwendung von Konjunktionen wie „weil“ oder „deshalb“ den Anschein logischer Argumentationsketten geben. Aber die Schlüsse, die sie ziehen, sind in der Regel Fehlschlüsse, insbesondere:


Cui-bono-Fehlschluss. Weil jemandem ein Ereignis nutzen mag, ist nicht gesagt, dass der Nutznießer das Ereignis auch verursacht hat. Beispiel: „Selenskyj kann durch die Explosion im Hafen von Odessa die Russen der Aggression bezichtigen. Also hat er sie selbst inszeniert.“

Argumentum ad ignorantiam: Eine Behauptung ist nicht deshalb wahr, weil es (noch) keine Beweise gibt, welche die Behauptung widerlegen. Beispiel: „Das war eine ukrainische Sprengladung, die im Hafen von Odessa explodiert ist. Es gibt keinen Beweis, dass es eine russische Rakete war. Die Videos, die vom Meer aus anfliegende Raketen zeigen, sind gefälscht.“

Tu-quoque-Fehlschluss. Ein Verbrechen wird gerechtfertigt, weil andere auch Unrecht getan haben (sollen). Tatsächlich bleibt Unrecht Unrecht, unabhängig davon, ob andere auch Unrecht tun. Beispiel: „Ja, eine russische Rakete mag Zivilisten getötet haben. Aber die Ukrainer haben im Donbass einen Völkermord begangen.“ [Was nebenbei nicht stimmt, sondern die Ukraine wehrte sich gegen Angriffe durch russische Rebellen und von Rußland organisierte Angriffe, zudem auf ukrainischem Territorium, Hinweis Bersarin]

Ad-hominem-Fehlschluss: Die Gültigkeit von Aussagen wird bestritten, weil die Person, die sie geäußert hat, angegriffen wird. Beispiel: „Weil Wolodymyr Selenskyj Auslandsvermögen verschleiert hat, ist nichts von dem wahr, was die Regierung der Ukraine behauptet.“

Argumentum ad verecundiam: Eine Behauptung wird damit begründet, dass sie von angeblichen Autoritäten geteilt wird. Beispiel: „Dass die Ukraine den Angriff inszeniert hat, haben selbst arabische und indische Medien bestätigt.“ Abgesehen davon, dass die zitierten Autoritäten meist zweifelhaft sind, beweist das nichts, da sich auch Autoritäten irren können.

Non-sequitur-Fehlschluss: Es wird eine Behauptung mit einer Tatsache begründet, die gar keine Ursache dafür darstellt. Beispiel: „Die Ukraine hat den Angriff selbst verübt, weil sie mit westlichen Waffen versorgt worden ist.“ Das mit der Waffenversorgung stimmt, aber es hat nichts mit dem Angriff auf den Hafen zu tun.

[…]

Man kann die Leserschaft grob in drei Gruppen einteilen: (1) Die Putinfreunde, die ohnehin eine vorgefasste Meinung haben und die sich durch jede neue Verschwörungstheorie bestätigt fühlten. (2) Die Putingegner, die die Verschwörungstheorie sofort entlarvt haben und sich durch sie nicht beirren ließen, die sie widerlegten und sich über sie lustig machten. (3) Unentschlossene, bei denen die Verschwörungstheorie vielleicht einen Keim des Zweifels säen konnte und die diese Theorie dann möglicherweise in ihrem Bekanntenkreis weiterverbreiteten: „Ihr glaubt aber auch alles! Das waren nicht die Russen, das waren die Ukrainer selber! Ich weiß das aus sicherer Quelle.“ Jede kleine Verschwörungstheorie bildet ein Mosaiksteinchen, das zu einer großen Verschwörungstheorie beiträgt. Und selbst wenn solche kleinen Verschwörungstheorien enttarnt werden (was nicht immer wahrgenommen wird), verbleibt im Unterbewusstsein ein Rest des Zweifels („da war doch etwas“).“

Dieses Phänomen bschreibt Eichener sehr genau. Und es existiert bei solchen Lügen und Desinformationen noch ein weiteres Problem: daß nämlich in den Medien solche Lügen nicht als das bezeichnen werden, was sie sind, nämlich Lügen, sondern im Sinne einer Nachricht so getan wird, als wäre da eine Position neben der anderen – leider auch in der Tagesschau zu beobachten. Eichener schreibt weiterhin:

„Es ist ein altes Gebrechen der liberalen Demokraten, dass sie fair gegenüber Gegnern bleiben, die selbst unfair sind. Die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zitierte Michelle Obamas Worte „When they go low, we go high” – und verlor mit dieser Taktik die Wahl gegen Donald Trump, der fortlaufend Beleidigungen und Lügen von sich gab. Deshalb fällt es uns so schwer, mit habituellen Lügnern umzugehen. Heidi Skjeseth notiert, dass sich viele westliche Qualitätsmedien sogar scheuen, eine Lüge als Lüge zu bezeichnen, weil das Wort so hart ist. Wir verstehen das Wesen der Lüge nicht, wenn wir stets von einer Wahrheitsvermutung ausgehen, d.h. davon, dass eine Aussage wahr ist, solange nicht ihre Unwahrheit bewiesen ist. Das ist allerdings der vollkommen falsche Umgang mit notorischen Lügnern.

In der russischen Sprache gibt es zwei unterschiedliche Wörter für das Wort „Lüge“: lozh (ложь) und vranyo (враньё). Lozh bedeutet schlicht Unwahrheit, während vranyo für ein Lügenmärchen steht, das gar nicht ernst zu nehmen ist. Ein Russe hat vranyo einmal mit folgenden Worten definiert: „Du weißt, dass ich lüge, und ich weiß, dass du es weißt, und du weißt, dass ich weiß, dass du es weißt, aber ich mache ohne mit der Wimper zu zucken weiter und du nickst ernsthaft und machst dir Notizen.“

Dieses Phänomen können wir jeden Tag bei den Aussagen Putins beobachten: erst hat Putin niemals die Absicht, die Ukraine zu überfallen [und jene Putinfreunde in Deutschland heben empört die Arme hoch und  rufen „Nein, NATO-Hetze!“ als im Dezember 2021 die Sache klar war, und als dann das Offensichtliche offensichtlich wurde, war es plötzlich ein Abwehrkrieg gegen böse NATO-Truppen oder gegen Nazis], dann wieder droht Putin mit Atomwaffen, dann wieder will er das alles gar nicht so gemeint haben. Und wenn man diese Taktik Putins bis auf das Jahr 2001 und seine Bundestagsrede herunterrechnet, dann erscheint auch diese dem Anschein nach gutwillige Rede als ein Ausdruck solcher vranjo: hier freilich nochmal anders motiviert, nämlich als Täuschung und daß wir im Westen diese Rede kaum hinterfragten und wir alle glaubten, mit Putin leben zu können. Nur wenige, wie Marielouise Beck, haben immer schon vor diesem Mann und seinem System gewarnt. Wir alle aber wollten es nicht hören und  hielten es entweder für transatlantische Hetze oder aber für völlig absurd und überzogen. 

Und um ebenfalls diesen Irrtum im Blick auf angeblich plural auszudeutende Fakten auszuräumen – auch hinsichtlich der Putin-Propaganda-Rede von Gabriele Krone-Schmalz an der VHS Reutlingen vor einigen Tagen: Es geht in solchen Fragen wie dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht um ein plurares und breites Meinungsspektrum. Es handelt sich bei solchen Analysen zum russischen Angriff auf die Ukraine nicht um eine Cafeteria, wo man sich das eine oder das andere Stück Kuchen aussuchen kann. Niemand käme auf die Idee, bei der Bombardierung von Dschungelflächen und Menschenin Vietnam durch US-Flugzeuge, die Agent Orange und Napalm abwarfen, von einem breiten Meinungsspektrum zu sprechen und daß man ja die USA angesichts des Kalten Krieges  verstehen könnte, solche  Massaker anzurichten: sondern hier wie auch bei Rußlands Terror gegen die Ukraine handelt es sich um Kriegsverbrechen und um einen Angriffskrieg. Und ebensowenig gibt es bei der Annexion fremder Länder, wie Rußland dies mit der Krim betrieb und ebenso mit der russischen Intervention im Donbas 2014 ein breites und plurales Meinungsspektrum. Und es hilft an dieser Stelle auch der Mythos von der NATO-Osterweiterung, die angeblich  Rußland bedroht hätte, nicht weiter. Wären die Staaten des Baltikums nicht in der NATO, gäbe es diese Staaten heute nicht mehr oder sie wären derart destabilisiert, daß dort kein intaktes Leben mehr möglich wäre. Der Sicherheitslage des freien Europa wird nicht mit Rußland entschieden,sondern in Europa geht es um die Sicherheit vor Rußland. Und warum Schweden und Finnland ausgerechnet zur NATO streben und nicht in den Einflußbereich Putins: sich das einmal zu fragen, darauf kommt keiner der oben  genannten Verschwörungsschwätzer.

40 Gedanken zu „„Kommt Putin zum Arzt ..“. Wie Verschwörungsideologie funktioniert und wie sie wirkt

  1. „Russland droht laut London mit Schüssen auf eigene Soldaten
    Russland hat nach Einschätzung der britischen Regierung im Krieg gegen die Ukraine Einheiten im Einsatz, die die eigenen Soldaten an Rückzug und Fahnenflucht hindern sollen. „Wegen niedriger Moral und Scheu vor dem Kampf haben die russischen Streitkräfte wohl begonnen, ‚Barrieretruppen‘ oder ‚blockierende Einheiten‘ einzusetzen“, heißt es in einem Bericht des Verteidigungsministeriums in London. Diese Einheiten drohten damit, Soldaten auf dem Rückzug zu erschießen, um Offensiven zu erzwingen.“

    Gut, daß das die Russen so machen. Täten all dies die USA wären unsere oben genannten Kreischerles wieder gut am Start. Mal sehen, wie Leute wie Pohlmann, Jebsen, Bröckers, Krone-Schmalz, Wagenknecht und Dagdelen auf diese Nachricht reagieren.

  2. Das Problem ist halt, dass man auch unseren etablierten Medien nicht mehr voll glauben kann. Sie verbreiten keine offenen Unwahrheiten, aber ihre Berichterstattung ist erkennbar tendenziös. Beispiel:

    Am 19.10. wurde eine Flüchtlingsunterkunft angezündet, es kam niemand zu Schaden.

    https://www.bild.de/regional/mecklenburg-vorpommern/mecklenburg-vorpommern-news/brandanschlag-wer-hat-die-fluechtlings-unterkunft-angezuendet-81706512.bild.html

    Darüber wurde in der ARD groß und breit berichtet, mehrfach, diverse Politiker erschienen vor Ort und brachten ihre Solidarität zum Ausdruck. Ist ja alles völlig OK.

    Am gleichen Tag wurden zwei Deutsche von einem somalischen Flüchtling erstochen, ohne jeden Grund.

    https://www.bild.de/regional/frankfurt/frankfurt-aktuell/ludwigshafen-macheten-killer-metzelt-drei-maenner-nieder-81663070.bild.html

    Das wurde in der Tagesschau zwar kurz erwähnt, aber man kam nicht darauf zurück, nichts ist bekannt über den Täter oder seine Opfer. Kein Politiker hat sich dazu geäußert.

    Man könnte noch viel mehr Fälle anführen, immer ist die gleiche Tendenz zu bemerken.

    Also was mich betrifft, ich sehe die Tagesschau mit einer gewissen Skepsis.

    Irgendwie kann man niemandem mehr trauen, und da glaubt man evtl. dann auch mal den „alternativen“ Medien.

  3. Na ja, in der Berichterstattung gibt es allerdings einen Unterschied zwischen einem Angriff auf eine Flüchtlingsunterkunft, was auch überregional von Bedeutung ist, und dem Angriff eines vermutlich psychisch kranken Messerattentäter aus Somalia. Letzteres ist eine Sache für die Regionalnachrichten und da wurde es meines Wissens auch gebracht. Ob solche Meldungen in die Tagesschau gehören, bleibt eine grenzwertige Frage. Das hängt dann auch von den Hintergründen der Tat ab. Der Unterschied liegt darin, daß es sich hier um zwei unterschiedliche Dimensionen handelt und der Messerangriff am Ende eben nicht politisch motiviert war. In Berlin geschehen solche Dinge leider mit unschöner Regelmäßigkeit, daß hier einer mit einem Messer auf Leute losgeht. Worüber man allerdings in Reportagen im Fernsehen mehr berichten könnte, ist eine sehr verfehlte Integrationspolitik. Erst vor einigen Tagen hatte ich ein Beispiel dafür gehört: Ein Araber aus dem Gaza-Streifen hat hier in Deutschland Straftaten verübt, typische Armutsdelikte, Drogenverkauf. Hintergrund: der Mann darf hier in Deutschland nicht arbeiten, er darf aber, da er wegen Gaza ein Staatenloser ist, auch nicht einfach abgeschoben werden. Themenspezifisch müßte über solche Dinge und genauso über hier grassierende Clan-Kriminalität und andere Formen von OK deutlich besser berichtet werden statt daß fast jeden Abend irgendwelche sinnlosen Talkshows durch den Äther gejagd werden.

    All das sind Aspekte, die zu kritisieren sind. Und auch die Tagesschau kann man sicherlich in mancher Hinsicht kritisieren. Auch was die Berichterstattung zu Israel betrifft: da wird vielfach das Narrativ der Araber aufgegriffen und israelische Aktionen gegen Gaza werden als Angriffe genannt, ohne dazu zu sagen, daß sie eine Reaktion auf Terrorangriffe von Gaza auf Israel waren. Und auch die Berichte zu Putin und Rußland dort würde ich mir schärfer und deutlicher wünschen als in dieser doch oft vorhandenen Äquidistanz, wenn da Moskaus Märchenstunde einfach wiedergegeben wird.

    Mag man auch bei der Tagesschau manche Auswahl der Nachrichten kritisieren – was übrigens alle Seiten des politischen Spektrums tun –, so gibt es in der Art der Darbietung von Informationen doch Unterschiede ums ganze, selbst dort, wo man die etablierten Medien kritisieren kann, sind sie immer noch um Ellenlängen besser als all jene Schwurbler- und Verschwörungsmedien.

    Schaut man sich bei Arte, ZDF, 3sat, Phoenix, ARD und bei vielen anderen Sendern Reportagen an, dann bekommt man vielfach gut recherchierte Informationen. Die Sendung zu Trumps USA vor zwei Jahren und auch die Doku über Uwe Tellkamp waren ganz hervorragende Sendungen. Ebenfalls die Reportage über die Putins Söldnergruppe Wagner und deren Einfluß in Afrika.

    Kein Medium ist Maß aller Dinge. Die Tagesschau liefert einen Überblick, dieser ist notwendigerweise selektiv. Nachrichten sind keine Kommentare und sollen es auch nicht sein, trotzdem kann niemand alles berichten oder wie Karl Valentin scherzte: Gut daß in die Zeitungen immer genau so viel hineinpaßt wie gerade in der Welt geschieht. Insofern gilt diese Selektivität selbst bei Zeitungen und auch dort kann man sich über manchen Artikel streiten.

    Im Unterschied aber zu jenen sogenannte Alternativmedien, und das macht die zentrale Differenz aus, findet in all diesen Medien keine monothematische Ausrichtung und Berichterstattung statt. Man vergleiche nur mal die Nach“denk“seiten – von Formaten wie Apolut und NuoViso ganz zu schweigen – mit Berichten in unterschiedlichen seriösen Medien. Bei letzteren kann man immer im Detail das eine oder das andere kritisieren, manchmal auch die Ausrichtung. Bei jenen Schwurbelportalen ist meist schon der erste Satz eines Berichts Blödsinn und das zieht sich durch den ganzen Bericht dann.

    Was den meisten Leuten leider fehlt, und da muß man in Sachen Aufklärung und Wissenserwerb auch den seriösen Medien einen Vorwurf machen, ist ein hinreichendes Wissen und eine hinreichende Rezeptionskompetenz, rhetorische Tricks und Eristik zu erkennen. Die meisten Menschen hören leider nur auf die Inhalte von Nachrichten, sehen aber nicht die Argumentform, in der sie dargeboten werden. Sehr gut kann man das an dem Vortrag von Krone-Schmalz an der VHS Reutlingen zeigen: da kann man Satz für Satz auseinandernehmen, warum nicht nur die Fakten falsch sind, sondern auch die impliziten und unausgesprochenen Voraussetzungen von Krone-Schmalz. Diese kauft sich er Hörer meist mit ein und hinterfragt sie nicht mehr. Da liegt ein erhebliches Problem, weniger in den Medien selbst, die man durchaus auch kritisieren kann. Einen Sender wie Deutschlandfunk Kultur höre ich inzwischen nicht mehr. Medien sollen keine Belehrbäranstalten sein und da liegt in der Tat Korrekturbedarf. Das aber muß man sich dann im Detail immer wieder genau ansehen. Pauschalisierungen sind da wenig hilfreich. Zumal man eben zeigen kann, daß diese gerade in den sog. Alternativmedien vorgenommen werden, ohne daß da größere Differenzierungen noch vorkommen. Und da eben sind wir dann auch nur noch bei Belehrbär von der anderen Seite und einem Meinungsspiegel., der einem das zurückwirft, was diese Leute sowieso schon denken.

  4. Leider musste ich feststellen, dass von mir einstmals hochgeachtete Leute und auch frühere Genossen in der Schwurblerecke gelandet sind.

  5. @che: Ja, da hat sich in Deutschland einiges verändert. Und das passiert, wenn nicht mehr die Logik und Grundlagen der Argumentation die Basis bilden, sondern vorgeschaltete Ideologien.

  6. In den Achtzigern in Göttingen gab es in der linken Szene mal eine „Vereinigung zur Wahrung des rationalen politischen Diskurses angesichts der herrschenden Verwirrung“. So etwas täte heute Not.

  7. Ich habe Putins Rede vor dem Waldai-Club gelesen. Einführende Passagen lesen sich, als wären sie von Greenpeace (Bezugnahme auf Klimakatastrophe und Notwendigkeit globaler Zusammenarbeit), um dann über eine Kritik am Imperialismus westlicher Mächte (die ich für berechtigt halte) zu einem Bedrohungszenario zu kommen, das ziemlich paranoid anmutet. So soll der Westen hinter den Tschetschenienkriegen stehen, indem er Terroristen ausgerüstet hätte, die Russland hätten destabilisieren sollen. Interessant ist in diesem Narrativ, dass man selber „erwachsen“ sei, während die westeuropäischen Staaten, hinter denen als Marionettenspieler die USA steckten, mit trotzigen Kindern verglichen werden, die es zu züchtigen gelte. Dieses Narrativ taucht in veränderter Form auch bei deutschen Querdenkern auf, wo dann diejenigen, die an die Wirkung der Covid19-Impfstoffe glauben die Infantilen sind.

  8. @El Mocho: Das ist richtig und hier in Deutschland zumindest können wir solche Probleme zumindest ansprechen und uns auch gegen bestimmte Gruppen, die andere mit ihrer Haßrede verfolgen, so wie das gegen Kathleen Stock und gegen J.K. Rowling geschieht, wenden und sie kritisieren. Und wir haben immer noch Medien, die dagegen auch ihre Stimme erheben, sei es die WELT, die FAZ, aber auch in der ZEIT und im Spiegel zuweilen. Und es gibt Autoren wie Harald Martenstein und Jan Fleischhauer, die solche Fälle regelmäßig aufgreifen und zum Thema machen.

    @che: Was Kolonialismus und Aggressionspolitik betrifft: Sehr richtig. Nur eben vergaß Putin dabei, auch sein eigenes Land zu nennen, sei es vor der Revolution, sei es als Sowjetunion. Und genau aus diesem Grunde ist der 8. Mai 1945 für viele mittel- und südosteuropäische Länder auch nicht der Tag der Befreiung, sondern der Tag des Sowjetjochs und neuer Unfreiheit. Und aus diesem Grunde ist der 23. August auch der Europäischer Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus. Bei Putin zeigt sich eben sehr gut, wie es, wie bei den Verschwörungshetzern, zu dem Ausdruck „Mit der Wahrheit lügen“ kommen kann. An jedem Verschwörungsmythos muß immer auch ein Funken Wahrheit dran sein.

  9. Der Begriff „Prawda“ heißt wörtlich Wahrheit, bedeutet aber eine Wahrheit, die instrumentell eingesetzt wird: Ausgesprochen, wenn sie einem nutzt, vorenthalten, wenn sie schaden könnte, und nach Nützlichkeit auch mit Propaganda verbunden werden kann. Das Radio Eriwan „Im Prinzip….“

  10. Gerade noch mal gesehen über The Charismatic Voice (https://www.facebook.com/TheCharismaticVoice/posts/pfbid02v9VqFnUVmPpozYtoafzZvtFsbErypWWXViaFGWETTC1jLdvpU2NqBFrc5N56gp5Zl?comment_id=1306381653467144&notif_id=1667586976129357&notif_t=feedback_reaction_generic&ref=notif)

    Metallica in Moskau 1991: https://www.youtube.com/watch?v=_W7wqQwa-TU

    Geniales Konzert, mehr als eine Million Zuschauer. Russische Uniformen im Publikum klar erkennbar.

    Ob diese Zeiten irgendwann mal wiederkommen?

  11. Ziemlich cool, und ich hoffe, daß diese Zeiten irgendwann einmal wiederkommen: Ein freies Rußland, in dem jeder nach seiner Facon leben kann.

    Und auch hier: Till Lindemann in Moskau, auch das wird es hoffentlich irgendwann wieder geben.

  12. Die Große Zeit, welcher durch des Bersarinens Mühen die Ehrung zuteil ward, noch größer zu werden, da allein Bersarin Bersarin ist, berührt im Rhythmus der Jahreszeiten eher randständig. Der Nörgler schaut mal rein, und da stelle ich fest, dass ich der Letzte bin, der etwas gegen lange Texte hat. Insoweit gibt es zunächst keine Einwände gegen Bersarins mit Invasionsbeginn anhebenden permanenzgesättigtem Tippeifer, der unterdessen zum Abrauchen wenigstens dreier seiner Tastaturen geführt haben dürfte. Ein diminuitves Quantum von Irritation ergibt sich freilich mitnichten, wenn die quantitativ überzeugenden Texte des Bersarin in ihrer Qualität doch durchweg ihrer Menge standhalten. Nehmen wir einmal, frei gegriffen aus der tsunamischen Bekenntniswelle der bersarinischen Gesinnungsethik, welche nur Reichskriegsflaggenschwenker als schmierig zu bezeichnen vermöchten, dies: „Und es hilft an dieser Stelle auch der Mythos von der NATO-Osterweiterung, die angeblich  Rußland bedroht hätte, nicht weiter.“ Wir sehen, wie schlüssig und argumentativ unterfüttert Bersarin hier die Putin-Arschkriecher Kissinger, Helmut Schmidt, Gorbatschow, George Kennan (langjähriger US-Botschafter in Moskau), Klaus v. Dohnanyi und noch manch andere widerlegt, die bereits vor der Osterweiterung prognostizierten: Wenn Osterweiterung, dann Krieg. Nur Bewohner des Putin-Mastdarms könnten hier behaupten, was wir jetzt erleben, ist der Beweis der Prognose.

  13. „Sehr gut kann man das an dem Vortrag von Krone-Schmalz an der VHS Reutlingen zeigen: da kann man Satz für Satz auseinandernehmen“
    Bin gespannt darauf.

  14. „Und auch die Berichte zu Putin und Rußland dort würde ich mir schärfer und deutlicher wünschen“
    Noch schärfere Verströße gegen die Grundregeln des journalistischen Handwerks? Noch mehr Mißachtung des Rundfunkstaatsvertrags und der Urteile des Bundesverfassungsgerichts zum Presseprivileg?

  15. Es mag ja sein, dass Krone-Schmalz der letzte Dreck ist und sie von nichts eine Ahnung hat. Gleichwohl hätte man gerne mal eine Widerlegung in der Sache, statt schlecht abstraker Bepöbelung der Person.

  16. „tsunamischen Bekenntniswelle der bersarinischen Gesinnungsethik, …“

    Diese Kritik aus dem Munde des Nörglers ist nun aber auch wieder lustig, wenn ich an die Dauerkritik des Nörglers an jenen Ungerechtigkeiten des Systems Kapitalismus denke. Ja, ja, dieses tsunamihafte Gemingel über Ausbeutung: sollen sich die Leute doch freuen, daß sie in Bangladesch nähen dürfen, sollen die Menschen in der Ukraine sich doch freuen, daß sie von Putin vor dem Faschismus befreit werden. Was gibt es da bekenntnishaft zu moralisieren? Daß dabei der Anführer der Kriegsverbrechergruppe Wagner SS-Runen sich tätowieren ließ, muß dabei natürlich nicht ins Gewicht fallen. Und solche Sätze schriebe der Nörger bei Kritik an Hitler und anderem Diktatoren-Kroppzeug, das die Welt mit Krieg, mit Atomkriegsdrohungen überzieht, dann sicherlich auch, nicht wahr? Schweine nennen wir für gewöhnlich Schweine, ob das nun Hitlers Überfall auf Polen ist oder Putins Überfall auf die Ukraine. Und ich meine mich zu erinnern, daß auch Du einmal gegen Dreck tsunamihafte Bekenntniswellen von Gesinnungsethik absondertest: ob das nun der Vietnamkrieg oder der Irakkrieg war – wobei hier die Parameter eben noch etwas anders liegen, da diese Kriege von einer Demokratie, nämlich der USA, geführt wurden und auch INNERHALB von Demokratien aufs heftigste kritisiert wurden und auf diese Weise zum Teil auch verloren gingen (zumindest in Vietnam, der Irakkrieg ist nochmal eine andere Sache), während jeder, der in der Rußland diesen Krieg kritisiert entweder ermordet wird oder im Lager auf Jahre verschwinden. Zu all diesen Dingen fällt aber dem Nörgler, den wir fürderhin den großen Schweiger nennen wollen, rein gar nichts ein. Feind hat der Westen zu sein und niemand sonst, und da arrangiert man sich im Zweifel auch lieber mit Despoten wie Putin. Es ist die Forderung, daß Gestalten wie Putin oder Hitler zerstört werden müssen, übrigens keine moralische, sondern eine politische. Und zwar eine der politischen Hygiene. Und dafür ist ein konsequentes Vorgehen erforderlich. Oder wie Lars Klingbeil von der SPD es formulierte:

    „Die Aussage, dass es Sicherheit und Stabilität in Europa nicht gegen, sondern nur mit Russland geben kann; dieser Satz hat keinen Bestand mehr. Heute geht es darum, Sicherheit vor Russland zu organisieren.“

    Und dafür sind nicht nette Worte mehr ausreichend, sondern eine bis an die Zähne bewaffnete Armee, die dem blutigen Lurch im Zweifelsfall de Garaus machen kann. Putins Platz in Europa ist aber an einem einzigen Ort dann doch gut gesichert: in Den Haag.

    Interessant aber am Phänomen Putin ist nach wie vor, wie sehr er die dogmatische Altlinke aus dem Stinkstall der DKP und ähnlich tickender Genossen bis hin zu den heimlichen Genossen im Geiste, den Rechtsaußen der AfD sowie die damit zusammenhängende Querfront zu vereinigen scheint. Für jeden der Rechts- wie Linksextremisten ist etwas dabei und mag diese Verquickung noch so irrational sein, wie man an der Korrelation von Coronaleugern und Putinfreunden sehen kann – jenem Putin, der nachgerade panisch vor Corona sich isolierte. Aber auch hier korrespondieren paranoide Strukturen und Angstneurosen mit einem alten, neuen Irrationalismus, wo sich Ufo-Spinner und vermeintlich Kritische wiederfinden können, wenn es nur gegen das Große System, die jüdische Weltverschwörung oder das geheime Kartell einer verborgenen Elite geht.

    „Wir sehen, wie schlüssig und argumentativ unterfüttert Bersarin hier die Putin-Arschkriecher Kissinger, Helmut Schmidt, Gorbatschow, George Kennan (langjähriger US-Botschafter in Moskau), Klaus v. Dohnanyi und noch manch andere widerlegt, …“

    So ist es: Es gibt nämlich keine NATO-Osterweiterung, wie Du sie hier insinuiert und herbeifabulieren möchtest. All diese Länder haben sich im Sinne des Selbstbestimmungsrechts der Völker freiwillig der NATO angeschlossen, diesem furchtbaren imperialistischen Bündnis, statt daß sie dem Hort des Guten, Wahren und Sozialen beitraten und dem lieben alten Mütterchen Rußland aus dem Schoße den Labetrank der Freiheit dort herausleckten. Seltsam, nicht wahr? Wenn Du in die Geschichte Mittel- und Osteuropas schaust, dann wirst auch Du begreifen, warum Polen, Litauen, Lettland, Estland, Ungarn, Tschechien, Slowenien nicht so gerne aus dem Eimer russische Pferdepisse schlürfen wollen. Und wer all das vertiefen will, der schaue auf den 23. August 1939, als Hitler und implizit auch Stalin den Zweiten Weltkrieg lostraten und erst Hitler und dann von Osten auch Stalin Polen überfielen, um auch gleich das Baltikum sich mit einzuverleiben. Der 23. August ist der Europäische Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus – nur leider ist er im Westen nahezu unbekannt. Auch das Vergessen dieses Datums und was das für das Baltikum und Polen bedeutete, bestimmte leider für viele von uns das Bild von der Sowjetunion und auch von Rußland: dieser Mythos vom antifaschistischen Kampf, der eine glatte und freche Lüge war. Und durch dieses Vergessen geriet auch der Blick auf Mittel- und Osteuropa schief. Und ebenso die Legende vom Tag der Befreiung. Der 8. Mai 1945 war für den großen Teil Europas ein Tag neuen Jochs, der bis ins Jahr 1991 anhielt.

  17. Den Blödsinn, den die Putin-Propagandistin Krone-Schmalz verbreitet – Journalismus nenne ich solche Scheiße nicht -, der wurde bereits auseinandergenommen, und zwar im Detail hier von der Osteuropahistorikerin Franziska Davies:

    https://threadreaderapp.com/thread/1585526886037262336.html

    https://threadreaderapp.com/thread/1581925111132659713.html

    Lesenswert, weil sich bei Davies detailliert die Argumente finden, weshalb Krone-Schmalz entweder bewußt lügt und also manipuliert oder es aber nicht besser weiß. Letzteres nennt sich dann Dummheit und das wirft insgesamt auch einen Blick auf die Arbeit einer Person, die sich Journalistin nennt, die wir aber für die Zukunft nur noch als Propagandistin Putins in Erinnerung behalten. [Wie sich im übrigen Friedensverhandlungen mit einem Despoten gestalten sollen, der nicht im Ansatz an Frieden denket, auch das läßt Krone-Schmalz außen vor.]

    Diese Ausführungen von Davies sind pars pro toto und sie lassen sich nicht nur Krone-Schmalz, sondern auch all den anderen Putin-Propagansisten entgegenhalten. Denn deren Umdeutungen von Fakten gleichen sich am Ende alle mehr oder weniger. Angefangen bei der NATO-Lüge, die immer zwar lange schon widerlegt ist, aber doch ad nausem immer wieder in Anschlag gebracht wird. Frei nach dem Motto: semper aliquid haeret.

    Und auch ich habe bereits bei che diesen Unsinn kommentiert, wie Du sicherlich gelesen haben wirst, insofern mußt da auf keine Kritik gespannt sein, denn ich habe sie schon lange geschrieben.

    https://che2001.blogger.de/STORIES/2856798/#comments

    Und aus diesen dort dargelegten Gründen, also aus Argumenten heraus, ist das, was diese Dame da produziert und wie sie geschichtlichen Fakten umlügt, von der Bewertung her Dreck. So wie ich auch das, was rechtsextreme Historiker wie Stefan Scheil machen, nämlich Hitlers Angriffskrieg zu rechtfertigen, nicht Wissenschaft ist, sondern derbe Propaganda, um einen Diktator zu rechtfertigen. Hitler hat ja gar nicht anders gekonnt. Die Polen haben Hitler provoziert, die Polen haben aufgerüstet, die Polen haben sich mit GB und Frankreich verbündet: Was anderes blieb Hitler denn übrig als Polen anzugreifen? Und da diesen Krieg nunmal das Weltjudentum angezettelt hat: was bleibt Hitler weiter übrig, als auch seine Ankündigung wahrzumachen?

    „Ich will heute wieder ein Prophet sein: Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa. Denn die Zeit der propagandistischen Wehrlosigkeit der nicht-jüdischen Völker ist zu Ende.“

    Auch so ein „Historiker“ und „Geschichtsphilosoph“, der es liebt großspurige Abhandlungen zu verfassen. Putin immerhin favorisiert keine Endlösung. Aber er begeht, wie auch Hitlers Armee, auf dem Territorium der Ukraine schwere Kriegsverbrechen und Verschleppungen. Ob man diese als genozidal bezeichnen kann, darüber werden Historiker zu urteilen haben.

  18. Weiterhin: All die Staaten, die 2004 der NATO betraten, hatten eine guten Instinkt dies zu tun – vermutlich wären die Länder des Baltikums heute bereits durch Rußland destablisiert und damit gefundenes Fressen und Einmarschgebiet. Die NATO ist zudem ein Verteidigungsbündnis. Der Beitritt des Baltikums, Polens etc. wurde zudem mit zahlreichen Garantien für Rußland abgesichert. Und dazu auch Carlo Masala, Politikwissenschaftler und Professor für Internationale Politik, dessen Texte sowieso lesenswert sind, weil er sich immer wieder auch mit all den Schwurblern auseinandersetzt, und zwar mit Argumenten und Fakten:

    1. Es hat nie eine Zusage der NATO oder der USA im Rahmen der 2+4 Gespräche gegeben, dass die NATO sich nicht nach Osten erweitern würde.
    2. Jede Osterweiterung, die die NATO seit 1999 vollzogen hat, wurde von einem /1
    Angebot an die Russische Föderation begleitet, die Kooperation mit der NATO zu vertiefen.
    3. Russland selbst trat 1994 dem Partnership for Peace Programm der NATO bei
    4. 1997 wurde die NATO-Russland Grundakte unterzeichnet. Darin erklären die Vertragsparteien den /2
    „Verzicht auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegeneinander oder gegen irgendeinen anderen Staat, seine Souveränität, territoriale Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit“ ..sowie..„Achtung der Souveränität, Unabhängigkeit und territorialen /3
    Unversehrtheit aller Staaten sowie ihres naturgegebenen Rechtes, die Mittel zur Gewährleistung ihrer eigenen Sicherheit sowie der Unverletzlichkeit von Grenzen und des Selbstbestimmungsrechts der Völker selbst zu wählen“ /4
    5. Russland hat bereits hier das Recht eines jeden Staates bekräftig, seine Bündnisse selbst zu wählen.
    6 Vereinbart wurde, dass die NATO keinerlei NATO Installationen und schwere Kampfverbände in den neuen Mitgliedsstaaten stationieren würde. Daran hat sich die NATO bis /5
    Heute gehalten. Es gibt weder Nuklearwaffen, noch NATO HQs, noch Kampfbrigarden in den neuen Mitgliedsstaaten.
    7. Russlands Widerstand gegen die NATO Osterweiterung fing so um die 2008 an (Nordmazedonien und Georgien). Vorher war es kaum ein Thema./6
    8. Was Russland will ist nichts anderes als ein strategisches Vakuum zur NATO, das aus Vasallenstaaten besteht. also ein neues Jalta. Damit würde Russland alle Dokumente, die es seit 1990 mitgezeichnet hat, sowie die KSZE Schlußakte selbst verletzen./7
    8. Beide obig genannten Herren betreiben somit – ob bewusst oder unbewusst – russische Propaganda und sprechen anderen Staaten ihr Recht auf Selbstbestimmung ab. Aus deutscher Sicht, sportlich/8
    Zu der Frage, ob jemand Russland jemals versprochen hat, die NATO nicht nach Osten zu erweitern, siehe: M. E. Sarotte: Not One Inch. America, Russia, and the Making of Post-Cold War Stalemate. Yale University Press, New Haven 2021
    Last point. Es gibt durchaus gute Gründe, die NATO Osterweiterung für problematisch zu halten ( auch weil sie die interne Kohäsion geschwächt hat), aber keine Kritik an ihr sollte damit einhergehen, Staaten unter den neoimperialen russischen Bus zu schmeissen.

  19. „Noch schärfere Verströße gegen die Grundregeln des journalistischen Handwerks?“

    Zum journalistischen Handwerk gehört es, Dinge zu benennen, das gilt insbesondere für öffentlich-rechtliche Medien. Und es ist kein journalistisches Handwerk Hitler so zu behandeln wie Churchill oder Roosevelt, auch wenn es bei letzteren manches zu kritisieren gibt. Ungleiches wird ungleich behandelt. Blutige Diktatoren und Angriffskrieger werden als solche bezeichnet. Und nachweisliche Kriegesverbrechen werden ebenfalls als solche bezeichnet. Samt den russischen Tätern. Und nächstens wird sich auch in Cherson zeigen, wie dort Russen gewütet haben, bzw.: Es hat sich schon gezeigt. Aber es werden auch da wieder die Horst Mahlers oder vom anderen Lager die Dieter Dehms aus Putins Arsch herausgekrochen kommen und ihren Dunst verbreiten.

    Die Tagesschau immerhin spricht regelmäßig vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und nicht vom Ukrainekrieg. So wie der deutsche Angriff auf Polen ja auch kein Polenkrieg oder gar ein Deutsch-Polnischer Konflikt war. Solches nebelt nämlich ein.

  20. Die Zeiten, als man die luziden und analytisch scharfsinnigen Kommentare des Nörglers bewundern und genießen konnte scheinen für immer vorbei zu sein.

  21. Ach du lieber Gott! Im Januar 2022 berichtet der „Spiegel“ über freigegebene britische Dokumente, welche das Versprechen der Nicht-Osterweiterung der Nato bestätigen. Seither gibt es dazu keine zwei Meinungen mehr. „Der Westen“ hat ab Ende UdSSR und Warschauer Pakt die Russen belogen, betrogen und verarscht. Ab Jahr 5 der Putin-Herrschaft fragte ich mich hinsichtlich des Mannes am langen Kremltisch: Appeast er noch oder vertrottelt er schon? Hätte Jelzin statt Putin den Navalny zum Chef gemacht, hätten wir die Endlösung der Ukrainefrage längst hinter uns. Denn der russische Ultranationalist und Nazi Navalny hätte sich den Westscheiß nicht solange bieten lassen.

    Phantasmen des Bersi.: „Dauerkritik des Nörglers an jenen Ungerechtigkeiten des Systems Kapitalismus“. Bitte nicht einem Salonmarxologen den Käse unterstellen, den er seit Mitte der 70er des vorigen Jahrhunderts analytisch bekämpft! Karl Heinrich und ich waren immer Kritiker der moralverblödeten Ungerechtigkeitsthese. Wie dem „Kapital“ zu entnehmen ist, das Dödel-Bersi indes nicht kennt, erfolgt der Austauscht zwischen Kapital und Arbeit immer nach dem Gesetz der Gleichheit. Von „Ungerechtigkeit“ keine Rede. Die Kritik des Kapitalbegriffs beruht auf jener Gleichheit und gerade nicht auf einer Ungleichheit, wie der theorieinsuffiziente Dumpfschnuffel es vermeint. Das ist sozialdemokratischer Quatsch, weswegen Marx die 1. Internationale lieber zur Hölle fahren ließ, als deren Käse mitzumachen.
    Es ist traditionell blöd, dem Salonmarxologen blöd zu kommen, wenn der nämlich am Bersi schon längst erkannte, dass der im ersten Band mal eben bis zum Warenfetisch gekommen war, und dann Schluß. Das merkt man an Argumentation und Diktion, und dann fehlen eben der Arbeitsprozeß und die Große Maschinerie und die restlichen 3000 Seiten sowieso. Ömmel mir also da nicht so rum, du großmannsüchtiger Laienspieler. Die gute Nachricht: Läse er Max Weber, stürzte er sich aus dem 12. Stock.

    „während jeder, der in der Rußland diesen Krieg kritisiert entweder ermordet wird oder im Lager auf Jahre verschwinden“, wohingegen jeder, der mit Megafon öffentlich die sog. Sonderoperation als Krieg bezeichnet, 180 Rubel Ordnungsgeld zahlt. Das finde ich schlecht, da es die Meinungsfreiheit beschränkt, aber der Gulag ist es nicht, und auch nicht der Tod.

    Die USA führen, wie Bersarin sagt, ihre Kriege „innerhalb einer Demokratie“. Wie wir alle wissen, sterben Demokratieermordete mit seligem Lächeln auf den Gesicht, während Diktaturermordete echt leiden. Ich nun wieder meine, dass Bersarins Unterscheidung von guten und schlechten Morden ihn dann doch zu jener Hyäne mit den blutigen Krallen macht, die zu sein ihn mit Stolz erfüllt.

  22. Eine Riesterrentenverfallsform meint: „Die Zeiten, als man die luziden und analytisch scharfsinnigen Kommentare des Nörglers bewundern und genießen konnte scheinen für immer vorbei zu sein.“
    Gut möglich das so zu sehen, sofern man zu einer transatlantischen Nutte mutierte, während der Nörgler sich null veränderte und weiterhin das erzählt, was er schon seit 1970 sagte.

  23. Bersarin möchte erheitern. Des Bersarinens Kompetenz übersteigt, in seiner Eigenbewertung, die Expertise von Henry Kissinger, Harald Kujat (oberster BW-General und führender Nato-General), Helmut Schmidt, Klaus v. Dohnahnyi, Gorbatschow, Helmut Kohl, John Kennan (langjähriger US-Botschafter in Moskau), John Mearsheimer,
    William Binney, ehemaliger Technischer Direktor, World Geopolitical & Military Analysis, NSA; Mitbegründer des SIGINT Automation Research Center (i. R.)
    Mike Gravel, ehemaliger Adjutant, Aufsichtsbeamter für höchste Geheimhaltungsstufe, Communications Intelligence Service; Beamter [special agent] des Counter Intelligence Corps und ehemaliger US-Senator
    Larry Johnson, ehemaliger Nachrichtendienstmitarbeiter [Intelligence Officer] bei der CIA und ehemaliger Beamter des US-Außenministeriums im Bereich Terrorismus­bekämpfung [Counter Terrorism Official]
    Ray McGovern, ehemaliger Infanterie- und Nachrichtendienstoffizier der US-Armee und Auswerter bei der CIA (i.R.)
    Elizabeth Murray, Deputy National Intelligence Officer für den Mittleren Osten, CIA

    Und jetzt, schnuffi. Sage jetzt, dass du klüger und kompetenter bist als die alle. Sage es. Ich will es hören!

  24. Es gibt sie noch, die guten Nachrichten.
    Die Regierung Italiens erklärt, sie plädiert für den Verhandlungsfrieden und stellt daher die Waffenleiferungen an die Ukraine ein.
    Ersparnis für Italen: Milliarden.
    Das dumme Gesicht von Bersarin: unbezahlbar.

  25. Ich meine, mal so unter uns und im Ernst: Wollt ihr sprachlichen Minderleister mit mir euch wirklich noch weiter einlassen?

  26. Oben wurden Dir die Fakten genannt. Und nochmals, Du scheinst Schwierigkeiten in der Einordung der Fakten zu haben: Lettland, Litauen, Estland, Polen etc. traten der NATO FREIWILLIG bei, sie baten um die Aufnahme und sie wurden nicht etwa gezwungen, der NATO beizutreten. Das ganze nennt sich Selbstbestimmungsrecht der Völker und freie Bündniswahl. Und hast Du wohl auch eine Ahnung warum diese Länder es taten? Selbst den ideologisch Verblendetesten dürfte diese Antwort nicht schwerfallen.

    Du zeigst hier nur, daß Du diese Fakten nicht zu widerlegen vermagst. Noch einmal: Es gibt keinerlei Versprechen, die NATO nicht nach Osten zu erweitern. 1990 bei den Verhandlungen zur Deutschen Einheit wäre es auch völlig unsinnig gewesen, denn da bestand sogar noch der Warschauer Pakt.

    Morgen wird uns der Nörgler dann erzählen, Hitler habe Polen überfallen und angegriffen, weil er sich umzingelt gefühlt habe. Dir fehlen jegliche Kriterien, um zwischen Diktaturen und Demokratien zu unterschieden.

  27. Und auch die Tagesschau-Faktenfinder bringen die üblichen Verschwörungsmythen nochmal gut auf den Punkt, um sie zu widerlegen:

    „Den russische Aggression gegen die Ukraine begleiten Behauptungen, Verschwörungsmythen und Desinformation, die als Rechtfertigung dienen. Die bekanntesten Aussagen – und Fakten dazu.
    […]
    Die NATO hat Russland versprochen, sich niemals nach Osten zu erweitern.“
    Russlands Präsident Wladimir Putin behauptet seit Jahren, westliche Partner hätten Moskau entsprechende Zusicherungen gemacht. Gegenstand dieser Behauptung sind häufig Gespräche im Februar 1990 zwischen Michail Gorbatschow und dem damaligen US-Außenminister James Baker. Der Inhalt dieser Gespräche ist in einem Memorandum festgehalten, das aber nicht den Rechtsstatus eines Vertrags oder einer verbindlichen Vereinbarung besitzt. Eine enthaltene mündliche Aussage zur US-Militärpräsenz in Westdeutschland, dass „sich die gegenwärtige Militärhoheit der NATO nicht ein Zoll in östlicher Richtung ausdehnen wird“, bezog sich auf das Gebiet der damaligen DDR – wie Gorbatschow selbst in einem ZDF-Interview bestätigte. Auch mit entsprechenden Aussagen des damaligen NATO-Generalsekretärs Manfred Wörner war das Gebiet der DDR gemeint.
    An eine NATO-Mitgliedschaft von Staaten des damals noch bestehenden Warschauer Pakts, zu dem die DDR gehörte, war 1990 nicht zu denken. Nach dem Ende der Sowjetunion und des Warschauer Pakts wurde sogar über eine Mitgliedschaft Russlands in der NATO diskutiert. Auch Putin sprach nach seiner Wahl zum Präsidenten 2001 noch von Verhandlungen zur Aufnahme in die NATO. Es blieb jedoch bei der 1997 beschlossenen NATO-Russland-Grundakte als Basis der gemeinsamen Beziehungen. Nach dem Prinzip der freien Bündniswahl, auf das die NATO sich beruft, können souveräne Staaten sich selbst um die Aufnahme in ein Militärbündnis bemühen. Die ersten Beitrittsgespräche mit Staaten Ost- und Nordeuropas begannen in den 1990er-Jahren.“
    https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-russland-mythen-101.html?

    Und was Deine üblichen Pöbeleien betrifft: Geh erst einmal und lerne, was Philosophie ist! Philosophie ist nicht das Nachbeten eines Dogmas oder einer Lehre. Das hast Du bis heute nicht verstanden. Bei Dir habe ich den Eindruck, daß Du über die Vorworte des „Kapitals“ nicht einmal hinausgekommen bist. Was vermutlich daran liegt, daß es bereits beim Begriff Dialektik hapert. Wo keine Hegellektüre, da keine Dialektik.

    Du bist kein Salonmarxologe, sondern Du hast Dich hier vielmehr als Schwatzhannes erwiesen, der Phrasen aus Versatzstücken von Marx und Karl Kraus nachplappert. Widerkäuen ist aber das Gegenteil von Wissen. Vor allem aber solltest Du zunächst mal das genau Lesen von Texten lernen. Ich habe Dir es hier und beim che drüben, wiederholt gezeigt, wo es bei Dir mangelt und es zeigt sich dieser Mangel auch oben wieder, da Du nicht fähig bist, Fakten zu widerlegen. Wenn einer mit einem Tigersprung ansetzt und am Ende als Bettvorleger zurückbleibt, dann ist auch das eher peinlich zu nennen.

  28. „Ich meine, mal so unter uns und im Ernst: Wollt ihr sprachlichen Minderleister mit mir euch wirklich noch weiter einlassen?“

    Es gibt Würstchen, die sind für uns nicht einmal Zwischenmahlzeiten. Ansonsten sieht auch solches Nörgel-Geschreibe eher aus wie der Ton des Schulhofschlägers, der da mit Donnern viel Lärm macht und kommt man mit der Nadel, zischt die Luft raus. Kommt uns aus Moskau bekannt vor, nur daß der Schulhofschläger dort den Petersburger Hinterhöfen entstammt.

    Fordert man das Nörglerle dann auf zu liefern, folgt die übliche Schaumschlägerei mit halbstarkem Auftrumpfen. Erinnert eher an solche Gernegroße wie Thrasymachos in Platons „Politeia“. Als man ihn auffordert seine Sätze zu begründen, muß er den Schwanz einziehen und sich vom Acker machen.

    Was kommt als nächstes von Dir? Verständnis für Hitler, weil Polen die Frechheit besaß, sich mit Großbritanien und Frankreich zu verbünden? Man muß ja auch Hitlers Krieg irgendwie verstehen. Und wenn dann die Juden diesen Weltkrieg anzetteln: was blieb den Führer da auch anderes übrig? Willst Du hier wirklich auf diesem Niveau agieren?

  29. Es ist übrigens interessant, wie sich die nicht wenigen Russen, die in den baltischen Ländern leben, nach dem EU- und Nato-Beitritt verhalten haben. In Estland etwa lebten 1989 30,3% Russen, 2021 sind es 23,2, bei insgesamt abnehmender Bevölkerung.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Estland#Ethnien

    Von den dort lebenden Russen haben es also nur ca. 25% vorgezogen, nach Russland zurückzugehen. Der Rest bevorzugte ein EU-Land, trotz vielfacher Diskriminierung. Ich denke ähnlich würden sich auch die russischsprachigen Ukrainer im Osten des Landes verhalten, die Putin dort angeblich befreien will.

  30. So ist es: interessant vor allem an dieser neuen Querfront aus Dieter Dehm, Nörgler sowie Sellner und den Rechtsextremen, wie sehr Putin es vermag, beide Lager zu vereinen. Die Klammer hier ist der autoritäre Charakter sowie der Haß auf den Westen.

  31. Ich weiß nicht, was mein Brotjob, auf den Nörgler anspielt, mit meinen Äußerungen oder meiner Gesinnung zu tun haben sollte, aber gut, um den Jargon dieses Jobs aufzugreifen, so bezeichne ich des Nörglers Emanationen dann halt als geistige Stornobuchungen. Transatlantisch bin ich insofern, als dass Subcommandante Marcos tatsächlich jenseits des Atlantiks seine Wirkungsstätte hat/hatte.

  32. Ich dachte bisher immer, daß Lesen helfen könnte, Irrtümer zu vermeiden – gerade in Fragen von Politik und Geschichte. So zum Beispiel hülfe das vor zwei Monaten erschienene Buch von Gwendolyn Sasse „Der Krieg gegen die Ukraine. Hintergründe, Ereignisse, Folgen“. Bereits in diesem schmalen Band lassen sich, gleichsam als Vademcum, alle Fakten und Hintergründe zum neuen Imperialismus putinscher Provenienz finden. Aber wem Glaubenssätze und Ideologie über Fakten gehen, dem ist in dieser Angelegenheit des russischen Überfalls auf die Ukraine kaum zu helfen. Leuten wie dem Nörgler geht es um seine überkommenen Feinbilder und seine Lebenswirklichkeit ist leider immer noch die der 1960er Jahre.

  33. Ja, wenn es wenigstens feine Bilder wären. Aber es ist eben nur Putins Arschgeruch, der da weht und der diesen Putin-Lurchgesellen anklebt wie’s Pech. Diese Leute erinnern von der Strukturierung her an jene rechtsextremistischen Historiker, die die Motive Hitlers aufzählen, wenn es darum geht, den deutschen Überfall auf Polen zu rechtfertigen, um zu zeigen, daß im Grunde Putin, nein Hitler den Krieg gar nicht angefangen haben könne, sondern, daß das auf Provokationen der Polen und der westlichen Alliierten beruhe. Und sowieso: Man müsse ja auch die Motive der deutschen Seite verstehen. Zu dieser Riege zählt auch Krone-Schmalz. Eine knallharte Widerlegun dieses Schmalzes, und zwar auf Faktenbasis, findet sich bei Franziska Davies:

    https://threadreaderapp.com/thread/1585526886037262336.html

  34. Aber auch die FAZ, in einem Artikel von Patrick Bahners, titelte gelungen zu Krone-Schmalz: „Putins Ramsch“. Und genau das ist diese Frau wie auch solche Pappnasen wie der Nörgler: Putins Ramschladen, Putins Resterampe. Und sie versuchen, Putins Propaganda hier in Deutschland zu verticken. Nur eben: die Fakten sprechen gegen sie.

    https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/beck-verlag-druckt-bestseller-von-krone-schmalz-nicht-mehr-nach-17859050.html

  35. Siehe auch den Artikel von Franziska Davis in der Zeitschrift Osteuropa:
    Desinformationsexpertin
    Russland, Ukraine und Frau Krone-Schmalz

    Im Übrigen sei an die NATO-Russland-Grundakte vom 27. Mai 1997 erinnert. Derzufolge verpflichtete sich auch Russland zum:

    „Verzicht auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegeneinander oder gegen irgendeinen anderen Staat, seine Souveränität, territoriale Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit in einer Weise, die mit der Charta der Vereinten Nationen oder der in der Schlussakte von Helsinki enthaltenen Erklärung über die Prinzipien, die die Beziehungen der Teilnehmerstaaten leiten, unvereinbar ist;

    Achtung der Souveränität, Unabhängigkeit und territorialen Unversehrtheit aller Staaten sowie ihres naturgegebenen Rechtes, die Mittel zur Gewährleistung ihrer eigenen Sicherheit sowie der Unverletzlichkeit von Grenzen und des Selbstbestimmungsrechts der Völker, wie es in der Schlussakte von Helsinki und anderen OSZE-Dokumenten verankert ist, selbst zu wählen;“

  36. Danke für die Verlinkung. Es wird zwar Moskaus Propagandisten wie Krone-Schmalz et al. nicht interessieren, weil Fakten bei Putins Köchen nicht ankommen, aber es sind solche Informationen insofern relevant, weil man mit solchen Fakten immer wieder zeigen kann, wie dreist diese Leute lügen und manipulieren. Man darf es ihnen niemals durchgehen lassen. Den Artikel kannte ich noch nicht.

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