Die GAZPROM-Lobby in Deutschland

Zeit wird es schon lange für einen Bericht, wie es dazu kam, daß sich Deutschland derart in die Abhängigkeit von russischem Erdgas begeben hat. Eine wichtige Recherche zur Netzwerkerei zwischen Rußland und deutschen Politiker von SPD und CDU liefert nun die Plattform correctiv, und zwar im Blick darauf, wie zentrale Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge, nämlich der Energiebedarf durch Gas, von Putin gekauft wurden und wie es dazu kam, daß Deutschland nun in einer derartigen Krisensituation sich befindet – trotz Warnung der Grünen, trotz Warnung der EU und der USA, vor allem der baltischen Staaten und Polen, Deutschland möge sich nicht in eine solche Energie-Abhängigkeit begeben.

Nachzulesen auf correctiv: „Die Gazprom-Lobby. Wie Russland deutsche Politiker, Manager und Anwälte einspannte, um Deutschland von russischem Gas abhängig zu machen.“ :

„Seitdem kaum noch russisches Gas durch die Pipelines fließt, haben alle begriffen: Ohne diesen Import wird es sehr viel teurer, Wohnungen zu beheizen und Geschäfte zu betreiben. In jedem Haushalt beginnt das große Rechnen: Wie viel Wärme können wir uns noch leisten? Betriebe fürchten um ihre Existenz. Doch warum wir so abhängig von Russland geworden sind, blieb bisher weitgehend im Dunkeln. 

Eine Antwort: Russisches Gas vom Energieriesen Gazprom galt als günstig. Aber vor allem gab es Netzwerke aus deutschen Politikern und Politikerinnen, aus Energiemanagern und Anwälten, die Deutschland über Jahre in eine gefährliche Abhängigkeit führten. Einiges ist schon bekannt  – wir können nun erstmals ein umfassendes Bild dieser russischen Gazprom-Lobby zeigen, das wir fortlaufend aktualisieren.

Russland wollte sich mit den Gasröhren Einfluss auf Deutschland sichern. Dafür wurden systematisch unscheinbare Organisationen aufgebaut, die bei deutschen Politikerinnen und Politikern – von SPD und CDU/CSU – gezielt Werbung für die Gasversorgung aus dem Osten machten. Und diese Werbung wirkte.“

Nachzulesen sind diese erschreckenden Fakten hier bei correctiv.

Hinzuweisen ist auch noch auf einen Satz von Filipp Piatov auf Twitter: „Angela Merkel legte die deutsche Energieversorgung in die Hände des KGB-Manns Wladimir Putin und des Stasi-Agenten Matthias Warnig (Chef von Nord Stream 1 und 2).“

Einen Untersuchungsausschuß des Deutschen Bundestages dazu wird es vermutlich kaum geben, weil hierbei sowohl CDU wie auch SPD involviert sind, die im Bundestag kaum ihre Zustimmung erteilen dürfen. Diese Details werden also den Historikern vorbehalten sein..

Witzig auch: Eigentlich wäre genau dieses Aufdecken von Abhängigkeiten deutscher Politiker von Rußland, der massiven Destablisierung Deutschlands durch Rußland – gerade auch jetzt durch eine derartige Gaskrise -, ein Fall für die Recherche Nach“denk“Seiten. Aber da dort die Order eher aus Moskau kommt und der Feind immer und allüberall nur im Westen zu stehen hat, wird das natürlich nicht geschehen.

2 Gedanken zu „Die GAZPROM-Lobby in Deutschland

  1. Habe jetzt das Buch von Catherine Belton, dass du hier auch schon erwähnt hattest, gelesen: https://www.amazon.de/Putins-Netz-Russland-zur%C3%BCckholte-Westen/dp/374990328X/ref=sr_1_1?crid=16Y9YW4VWHB3W&keywords=catherine+belton+putins+netz&qid=1663772881&sprefix=%2Caps%2C149&sr=8-1

    Wirklich sehr lesenswert und aufschlussreich. Darin heißt es über diesen Matthias Warnig (auf englisch, ist meistens sehr viel leichter zu bekommen als die deutschen Übersetzungen):

    „One of the Stasi operatives Putin worked closely with was a short, roundfaced
    German, Matthias Warnig, who was later to become an integral part
    of the Putin regime. Warnig was part of a KGB cell organised by Putin in
    Dresden ‘under the guise of a business consultancy’, one former Stasi
    officer recruited by Putin later said. In those days, Warnig was a
    hotshot, said to have recruited at least twenty agents in the 1980s to steal
    Western military rocket and aircraft technology. He’d risen fast
    through the ranks since his recruitment in 1974, becoming deputy head of
    the Stasi’s information and technology unit by 1989.“

    Schon nette Leute, die da für den deutschen Staat gearbeitet haben.

  2. Ja, das finde ich am Ende, wenn man diese Hintergründe dann sich betrachtet, erschreckend. Wo waren da eigentlich solche „Aufklärungsmedien“ wie die Nach“Denk“Seiten? Stimmt: tief in Putins Arschloch steckten sie. Und auch die öffentlich-rechtlichen Medien müssen hier erheblich gerügt werden. Einige wenige, wie die Grüne Marielouise Beck haben unaufhörlich vor diesem Projekt Nord Stream 2 gewarnt. Auch ich habe das leider alles nicht wirklich wahrhaben wollen. Wandel durch Handel, so dachten wir. In Wahrheit aber: „Arschlecken!“, dachte sich Putin und lachte sich ins Fäustchen. Was hier jetzt geschieht und was wir als Resultat sehen, ist alles von langer Hand und gründlich vorbereitet. Und eines hat der bleiche, blutige Lurch aus Moskau in seinem weiten Reich nicht bedacht: Den entsetzlichen Zustand seiner Armee. Und sowas kann man nicht mit Geld sich erkaufen, sondern Führung und Moral kommen durch jahrelange gute Ausbildung. Immer wieder möchte ich da auf die herrliche Rede von Generaloberst Trull verweisen – auch die Bundeswehr hat da inzwischen ein erhebliches Problem, nebenbei, worauf auch Trull hinwies.

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