„Oasis“, eine Dichterlesung von Ute Cohen und die Buchhandlung Bookinista samt einer Tonspur zum Sonntag

„Oasis“ und „Wonderwall“: Es ist und bleibt für mich eine der schönsten Zeiten im Leben: jene 1990er Jahre, als ich an den Lippen von Susanne hing, aber es waren nur die im oberen Bereich, jene Tage, als diese herrliche Musik von „Oasis“ erklang und alles nach Susanne, nach Hegel und nach Derrida schmeckte und wie wir tanzten und lebten und uns diese herrliche Welt ganz allein gehörte. „Oasis“ ist und bleibt für mich eine der größten Bands. Ich wollte immer so werden wie ihr Sänger. Ich wurde dann aber schlimmer. Gestern durfte ich dieses Lied einmal wieder in der schönen Buchhandlung Bookinista in Berlin-Wilmersdorf (Meierottostraße 1 am, Fasanenplatz) hören, und zwar gab es dort eine wunderbare Lesung mit Ute Cohen aus ihrem Roman“ Falscher Garten“ – einem Krimi und zugleich einer Satire über den Berliner Stadtteil Grunewald, herrlich und lebendig vorgetragen – und dazu die Moderation von Matthias Hufnagl, der anschließend auch den hervorragenden DJ abgab. Musik, zu der sehr junge Menschen und ebenso Menschen im Erwachsenenalter der Mittvierziger und Fünfziger tanzen. Und sogar dann von den Passanten, die die letzten Tage eines milden Spätsommerabends genossen, ein älterer Herr mit seiner Begleitung, der ein Tänzchen einlegte.

Und da eben erklang, als es schon dunkelte und der Vollmond am Himmel stand, auch dieser Song „Wonderwall“ und obwohl ich kein Tanzbodenkönig bin, zog es mich auf jene schöne Tanzfläche draußen vor der Buchhandlung in BerlinWilmersdorf, wo schon andere sich bewegten. Leider ohne Susanne.

Aber das ist ja nun schon dreißig Jahre her. Oder wie Wolfgang Welt es als Widmung vor seinen Roman „Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe“ schrieb: „Für Barbara Römer, wie immer sie jetzt heißen mag.“ Oder eben: As time goes by. Wir sind endliche Wesen und deshalb sollten wir an solchen wunderbaren Abenden von Zeit zu Zeit tanzen.