Zwischen Terror und Judenhaß: documenta 15, „antiimperialistischer“ Kampf und ein frei flottierender Antisemitismus

Wir stellen uns vor: Es gäbe eine Kunstausstellung, eine der weltweit bedeutendsten, ja, sie findet in Deutschland statt, und da träte eine Gruppe auf, ein Kollektiv, wie es so schön heißt, und dieses Kollektiv brächte folgende Ankündigung für einen Filmabend:

„Für die documenta fifteen hat Subversive Film ein Filmprogramm rund um die Vorführung eines kürzlich restaurierten Films zum Angriff auf das Münchener Oktoberfest von 1980 kuratiert. Dieser Film gibt Auskunft über die weitestgehend übersehenen und nicht dokumentierten „rechtsnationalen Solidaritätsbeziehungen“ zwischen verschiedenen nationalen Kräften in Europa

Nach einem Treffen mit Karl-Heinz Hoffmann, dem gefeierten Regisseur experimenteller Agit-Prop-Filme und ehemaligem Mitglied der Wehrsportgruppe Hoffmann, wurde Subversive Film eine Sammlung von 16-mm-Filmen und U-matic-Videokassetten anvertraut – neben dutzenden Filmplakaten und einer vollständigen Bibliothek. Den Film umgibt die Aura des Unperfekten – ein Zeugnis der sich wandelten politischen Haltung der rechtsextremistischen Bewegung der 1980er-Jahre.“

Dazu eingeflochten in dieses Ankündigungsmachwerk Begriffe aus der üblichen Galerie- und Kunstszene-Prosa: Assemblage, Neu-Assemblage und Montage. Was glaubt die geneigte Leserin, was glaubt der geneigte Leser, was mit der für diese Ausstellung und ihre Ausstellungsmacher Verantwortlichen, nennen wir sie Sabine Schormann, passiert wäre und wie lange sie noch im Amt sich hielte, wenn sich herausstellte, daß eben jene Filmemacher aus dem rechtsnationalen Milieu kämen und mit genau diesen Terroristen sympathisierten? Und was, wenn sich herausstellt, daß all das, der rechtsextremistisch-terroristische Hintegrund, bereits zum Beginn der Ausstellung bekannt wäre und deren Macher, nennen wir sie Ruangrupa, solches auf einer der größten Kunstschauen der Welt zuließen und damit anscheinend auch irgendwie als Kunst goutierten? Was wäre im deutschen Blätterwald los, wenn herauskäme, daß rechtsextremistische Anschläge und rechtsterroristische Bewegungen, sagen wir der NSU oder die Wehrsportgruppe Hoffmann, ästhetisch abgefeiert würden? Wie sähe es wohl bei Mario Sixtus, bei Georg Diez, bei Margarete Stokowski, bei Hengameh Yaghoobifarah, bei Deutschlandfunk Kultur auf Twitter aus? Wie sähe es in Berlin aus? Es gäbe, so vermute ich, eine Großdemo, den Aufstand der Anständigen und was dergleichen Slogans mehr sind, die sofort für ein Verbot der gesamten Ausstellung protestierten. Nicht ganz zu unrecht – obgleich ich von solchen Kollektivverboten nichts halte.

Aber Scherz und Konstruktion beiseite. Natürlich ist all das nicht passiert und es würde Sabine Schormann und die Ausstellungsmacher ihre Tage fürderhin in einem Ort weit außerhalb des Kulturbetriebes verbringen, wäre es so passiert. Sondern vielmehr, wie der Autor und Publizist Olaf Guercke schrieb, geschah „nur“ dieses, daß ein linksextremistisches Filmkollektiv einen Film zeigte:

„Beim Massaker am Flughafen Lod [Israel, Hinw. Bersarin] im Jahr 1972 wurden vor etwas mehr als 50 Jahren 26 Menschen von Terroristen der „Japanischen Roten Armee“ erschossen und mit Handgranaten umgebracht. Die Terroristen handelten in Zusammenarbeit und im Auftrag der palästinensischen Terrorganisation PFLP (Volksfront zur Befreiung Palästinas). Ermordet wurden neben anderen Menschen zahlreiche Mitglieder einer christlichen Pilgergruppe aus Puerto Rico, wo dem Anschlag heute mit einem offiziellen Gedenktag gedacht wird. Nicht an die Opfer gedacht wird auf der dokumenta 15 in Kassel. Dort zeigt das palästinensisch-belgische Kollektiv „Subversive Films“ restaurierte Propagandafilme aus dem Umfeld der „Japanischen Roten Armee“, die als Ausdruck von „weitestgehend übersehenen und nicht dokumentieren ‚antiimperialistischen Solidaritätsbeziehungen‘ zwischen Palästina und Japan“ angekündigt werden. „Indem es die bewegten Bilder wieder in Umlauf bringt“, so das Kollektiv „reaktiviert Subversive Film heutige Konstellationen von Solidarität und die Utopie einer weltweiten Befreiungsbewegung.“ Kein Wort in der Ankündigung wie gesagt über die Opfer des Terrors. Man feiert den ehemaligen JRA-Terroristen und „gefeierten Regisseur“ Masao Adachi, der das Material zur Verfügung gestellt hat und lädt ihn nach Kassel ein. Das Gloria-Kino stellt seine Räume für die Veranstaltung zur Verfügung. Keiner hat sich offenbar im Vorfeld mal ersthaft gefragt, was das für „Konstellationen der Solidarität“ sind, die da „reaktiviert“ werden sollen. Oder man hat es halt verstanden und findet es trotzdem gut. Was soll man dazu noch sagen, ich finde es einfach erbärmlich.“

So ist es. Widerlich ist diese documenta 15, wenn derart mit antisemitischem, antijüdischem Terrorismus umgegangen wird: jener Anschlag am 30. Mai 1972, bei dem 26 Menschen starben. Solcher Terror wird zum antiimperialistischen, antiisraelischen Kunsthappening umfunktioniert. Und diese Ruangrupa-Pfeifen stehen da und grinsen und hopsen vor den Kameras. Wann tritt Sabine Schormann endlich zurück? Aus Lumbung wird immer mehr Humbug – freilich einer, der immer weniger lustig ist. Guercke schreibt weiter:

Hier habe ich auf Archive. org den Film „The Red Army/PFLP declaration of world war“ von Masao Adachi und Koj Wakamatsu entdeckt. In voller Länge und mit Untertiteln. Die Erklärung des revolutionären Weltkriegs ist ernst gemeint. Adachi und Wakamatsu drehten den Film 1971, als sie, vom Filmfestival in Cannes kommend, sich in Palästina mit führenden Mitgliedern der „Japanischen Roten Armee“ trafen, die dort als Gäste der PFLP lebten. 1974 schloss sich Adachi der JRA an und verließ Japan. 23 Jahre später wurde er 1997 im Libanon festgenommen. In der Zwischenzeit arbeitete er vermutlich in der bis 2001 bestehenden Organisation die, teils im Auftrag von Gaddafi zahlreiche weitere Terroranschläge ausführte. Da man Adachi keine direkte Beteiligung an Anschlägen nachweisen konnte, saß er insgesamt nur etwa 18 Monate im Gefängnis. Nun wird er auf der Dokumenta als der Mann gefeiert, der das Material zur Collage für die auf die Zukunft gerichtete Erinnerung an die „palästinensisch-japanische Solidarität“ zur Verfügung gestellt hat. Der Film ist gespenstisch, soweit ich ihn gesehen habe. Ob er auch Teil der Collage in Kassel ist, weiß ich nicht.“

Ja, Kunst darf viel, sie darf fast alles. Wenn aber Kunst als Schlachtfeld gebraucht und derart politisch instrumentalisiert wird, um im Namen des „antiimperialistischen Kampfes“ Gewaltverbrechen und Terror gegen Menschen zu rechtfertigen und eine hochfragwürdige politische Agenda in Umlauf zu bringen, dann rechtfertigt dies keine Kunstfreiheit mehr – zumindest keine solche, die von einem Staat finanziert wird, der noch vor 80 Jahren jenen Zivilisationsbruch begann: nämlich die industrielle Tötung von Juden. Nein, verbieten kann man solche Veranstaltung nicht und vielleicht ist das auch gut so. Zurücktreten wird Schormann auch deshalb nicht, weil aus den üblichen Kreisen der kulturalistischen Linken kein Gegenwind kommen wird. Aber man kann diese Vorführung auf der documenta besuchen und man kann diese Leute zur Rede stellen oder eben ihnen die Zeit dort schwer machen. Kunst wird mit Gegenkunst beantwortet.

Kollektive sind auch deshalb gut, weil niemand irgendwelche individuelle Verantwortung übernehmen muß. Am Ende heißt es: es waren alle und alle ist am Ende niemand – nur daß Niemand eben kein Eigenname ist. Frei nach Homers Odysseus. Adorno wußte, weshalb es ihm vor Kollektiven gruselte.

Evacuation d’un blessé, victime de trois terroristes japonais, à l’aéroport de Lod-Tel-Aviv, le 30 mai 1972 (AFP)

So sieht die Wahrheit dieser Kunst aus. Es starben 26 Menschen durch Terror in Israel.

22 Gedanken zu „Zwischen Terror und Judenhaß: documenta 15, „antiimperialistischer“ Kampf und ein frei flottierender Antisemitismus

  1. Was am meisten nervt: es wird auf Seiten der Relativierer drauflosdekonstruiert, dass die Schwarte kracht. Natürlich leiden „die Deutschen“ dann am vorauseilenden Philosemitismus und sehen auch dort Antisemitismus, wo lediglich Israelkritik ist.
    Dabei ist das krasse Gegenteil der Fall. Denn das Kitsch-Wimmelbild analysiert ja nicht die fatale Lage der Welt, sondern sieht dichotomisch die armen Opfer und die bösen Täter. Das aber ist schon ein langer Schritt in Richtung Verschwörungstheorie. Und Verschwörungstheorien gehen dem Irrsinn voran wie die Aura dem Anfall. Suharto als Folge des bösen Zionismus zu sehen, dafür brauchts schon reichlich Chuzpe. Irgendwo las ich, dass eine verfolgte Minderheit in Grönland aus Protest gegen das dänische Mutterland Palästina-Flaggen hisst. Der Verschwörungsirrsinn kann nicht schlagender dokumentiert werden. Und ich hoffe doch sehr, dass ich nicht von irgendwelchen Postkolonialen genötigt werde, das noch ernst zu nehmen.

    Apropos: Sollen wir einfach mal von der postkolonialen Keule sprechen? Das wäre doch was, oder? Aber besser nicht. Es entspricht weder meinem Stil, noch meinem Niveau.

  2. Sehr gut auf den Punkt gebracht, Herwig, insbesondere im Blick auf Suharto und Zionismus und auch, was die ästhetische Qualität dieses Wimmelbildes betrifft, das ich nicht einmal mehr ein mißlungenes Kunstwerk nennen möchte, sondern dem man überhaupt nicht den Status eine Kunstwerkes zusprechen sollte, so wie ja auch Propagandaplakate keine Kunstwerke sind, sondern allenfalls kunstgewerbliche Elemente aufweisen.

  3. Eingedenk der kunsthistorischen Ausbildung, die ich genossen habe und der Ausrichtung z.B. an Joseph Beuys, die dabei eine Rolle spielte, habe ich Probleme damit, zu sagen „Etwas ist keine Kunst.“ Ich erinnere mich an eine Installation, die aus 3 Kleiderschrankstangen bestand, deren Enden mit Klebeband in den spanischen Nationalfarben umwickelt waren. Dieses Kunstwerk hieß „Armada“. Meine Schwester machte Anfang der 80er ihre Examensarbeit in Kunst in Form eines Films über Segelfliegen. Da betrieb sie einen ziemlichen Aufwand, z.B. montierte sie eine Kamera auf eine Tragfläche. Sie bekam dafür zwar eine 1, aber die Prüfer spotteten:“Das ist ja schööööön! Das macht doch niemand mehr!“. Ein Kommilitone produzierte einen Film, der daraus bestand, dass er mit einer Nadel auf dem Zelluloid herumkratzte und dann dass Zickzackmuster projizierte, da war die Prüfungskommission begeistert, und Schwesterherz kommentierte: „Am Besten nimmt man eine Filmrolle und scheißt drauf, das ist dann Avantgarde!“.

    Ich würde also nicht sagen: „Das ist keine Kunst,“ sondern: „Das ist eine miese Propagandakunst, die üble antisemitische Klischees reproduziert.“ Während der marxistisch-leninistische Antiimperialismus, der Israel als kolonialistisches Apartheidregime kritisiert oder in der Vergangenheit die inoffizielle Allianz Pinochet-Chile, Videla-Argentinien, Apartheid-Südafrika, Schah-Iran und Israel als „Imperialistische Frontstaaten“ anging sich zwar gegen die Politik des Staats Israel oder sogar Israel an sich wandte, aber nicht, weil das Juden sind, sondern aus politökonomischen und globalpolitischen Gründen, wird diese Unterscheidung hier eben gar nicht gemacht, sondern bis zur Untrennbarkeit mit schlimmsten antisemitischen Figuren im Stürmer-Stil verbunden. Und so etwas ist leider in vielen Ländern des Trikont nicht unpopulär.

  4. Einverstanden. Das Problem ist nur: Der/die alte weiße Europäer:in (und Kolonialistenschwein:in) traut sich längst nicht mehr, Kunst aus Asien, Afrika oder Lateinamerika fachmännisch (Sternchen selber setzen) zu beurteilen. Und das ist ärgerlich, denn es gibt in Indonesien fantastisch gute Werke. Allein was in den Galerien von Denpasar (Bali) hängt, ist oft erlesen.

    Von mir aus ist das Wimmelbild „Kunst“, das ist nicht das Kriterien. Es ist nur einfach unterirdisch schlechte Kunst und wenn wir glauben, wir dürften das nicht mehr beurteilen, dann kann man tatsächlich einfach Farbe auf eine Leinwand werfen oder Affen malen lasen.

  5. @che: Kunst ist nur eben nicht, daß man irgendwas macht, um es zu machen. Beuys ist kein Freibrief für Stümpertum. Dazu kommt: die documenta ist keine Mittelstufenprojektwoche am Gymnasiuim, wo Schüler auch mal was Soziales basteln dürfen – mit dem Zusatz „Gerne auch kritisch!“. Klar, kann man sich über den Kunstbegriff streiten. Wenn Werke jedoch derartig in einen funktionalen Gebrauch eingepreist und eingebunden sind, dann ist da zumindest eine Grenze, die das Werk von der Kunst trennt. Und die verläuft dann nicht nur mehr zwischen schlechtem und mißlungenem Werk, gelungener Kunst oder irgendwas dazwischen. Man muß also schauen, wo das Kriterium liegt. Das ist in der Spätmoderne sicherlich anders gelagert als noch vor 200 Jahren. Spätestens mit Dada, den Surrealisten, den Situationisten und vielen anderen Bewegungen der Klassischen und dern Nachklassischen Avantgarden wurde der Kunstbegriff erheblich aufgebrochen und deren Grenzen erweitert. Und selbst der Rekurs auf vergangene Kunst kann, wenn man sich Werner Tübkes herrliches Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen ansieht, große Kunst sein. (Warum das so ist, zeigt dann die Kunstkritik.) Und es zeigt die Kunstkritik eben auch oder kann es zeigen, warum diese Wimmelbildästhetik erschreckend unterkomplex ist und damit ein mißlungenes Werk, das noch an seinem eigenen Anspruch scheitert. Es ist eben, wie schon Adorno an den schlechteren Stücken Brechts und Sartres es kritisierte, Parolenkunst und damit eben genau das Gegenteil von Kunst, wenn man denn Kunst emphatisch nehmen möchte und nicht einfach nur, daß irgendwer irgendwas macht, das er dann für Kunst erklärt. Aber an diesen Fragen hängen frelich ziemlich komplexe Ästhetik-Debatten, die ich hier in der Kürze kaum ausfalten kann. Unter anderem auch die nach den Kriterien für Kunst und was ein Werk zu einem Werk macht – auch solche Werke, die keine Werke mehr sein wollen und also den geschlossenen Werkbegriff überborden und destruieren wollen. Aber eben im Raum der Kunst dann doch Werke sind – zumindest dann, wenn sie binnenästhetisch gelungen sind in ihrem Gemachtsein.

    „aber nicht, weil das Juden sind, sondern aus politökonomischen und globalpolitischen Gründen“

    Und genau das nehme ich diesen Leuten zumindest zu einem Teil nicht ab. Vor allem, weil ihre ganze Existenz darin besteht, die Kritik einseitig auf Israel zu projizieren und dieses Land derart in den Focus zu nehmen. Von Tibet, das ja nun nicht erst seit gestern von China besetzt ist, höre ich wenig. Es ist wohl nicht das geeignete Volk, was es da zu befreien gilt. Und da eben, in diesem doppelten Standard liegt das Problem. (Was nicht heißt, daß es an Israel nichts zu kritisieren gibt, die Frage ist nur, wie man es macht und auf welche Weise. Und da liegen dann auch erhebliche Probleme und blinde Flecken der sog. Postcolonial Studies.) Und wo es dann darum geht, entsetzliche Selbstmordattentate irgendwie noch abzufeiern, unter dem Deckmantel der Filmkunst, da ist es dann doch Zeit, daß Kritik einsetzt.

    „Das ist eine miese Propagandakunst, die üble antisemitische Klischees reproduziert.“ Das ist sicherlich eine Variante, über die man diskutieren kann. Ich bin halt in meiner Sicht irgendwo dazwischen. Wenn dies die kulturelle Aneignung europäischer Kunst sein soll, dann ist sie im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffs hochgradig mißlungen. Und gerade das macht dieses Bild so ärgerlich, weil es in der Koppelung von indonesischer und – sagen wir mal grosso modo – europäischer Kultur, die ja nun auch sehr heterogen ist, eine interessante Spannung hätte geben können. Diese Chance wurde bei diesem Kollektiv verspielt.

    @Avantgarde

    „Und das ist ärgerlich, denn es gibt in Indonesien fantastisch gute Werke.“ Und das eben ärgert mich auch so derart, daß die documenta diese Chance zumindest bei diesem Kollektiv leider vergeben hat. Was die anderen Künstler und Kollektive dort zeigen, muß man sich dann ansehen.

  6. Diese Rabattierung des sog. globalen Südens – künstlerisch und intellektuell/moralisch – macht den Vorgang so ärgerlich. Rabatt in beide Richtungen – also ästhetisch und moralisch – hat sich auf Dauer noch nie ausgezahlt. Zum moralischen Rabatt, der dann zu der Wahrnehmungsstörung führte nur noch so viel: Manche scheinen den alten Bebelspruch (ist er von ihm?) „Der Antisemitismus ist der Sozialismus der dummen Kerls“ nicht zu kennen. Hier zu erweitern auf: Der Antisemitismus ist der Postkolonialismus der dummen Kerls.
    Anstatt so zu tun, als dürfe man die „Verdammten dieser Erde“ (sind hoch subventionierte Künstler Verdammte?) keinen Milimeter kritisieren, wären reguläre Maßstäbe in alle Richtungen angebracht gewesen. Und dann wären wahrscheinlich die von Avantegarde erwähnten Künstler dabei gewesen, die nun außen vor geblieben sind. Und nicht dieser Kitsch.

  7. Mann sollteKunst grundsätzlich nach ästhetischen, nicht nach politischen oder ideologischen Lriterien beurteilen. Wenn Indonesier Mist Produzieren, sollte man das auch als Mist bezeichnen. Ob sie das als rassistisch betrachten ist mir wumpe.

    Es gibt da hervorragende Künstler, die hier niemand kennt, aber die natürlich nicht auf die Documenta eingeladen werden, weil sie unpolitisch sind.

    Ein Beispiel: Ich war mal in Venezuela in einer Bank zum Geld umtauschen, da hingen ein paar Bilder an der Wand, die meine Aufmerksamkeit erregten und ich frug, wer der Maler sei. Julio Armando Reveron, sagte man mir, ein venezolanischer Impressionist. Habe mir dann seine Bilder in der Nationalgalerie angesehn und bin heut ein Fan von ihm (wenn man das so sagen kann.

    Tropische Landschaften, gemalt im Stil der französischen Impressionisten, finde ich genial.

    https://es.wikipedia.org/wiki/Armando_Rever%C3%B3n

  8. @Avantgarde: zum malenden Affen paßt vielleicht noch die Infinite-Monkey-Theorem, die besagt, daß „ein Affe, der unendlich lange zufällig auf einer Schreibmaschine herumtippt, fast sicher irgendwann alle Bücher in der Bibliothèque nationale de France, der Nationalbibliothek Frankreichs, schreiben wird. In englischsprachigen Ländern heißt es, dass so irgendwann die Werke William Shakespeares entstehen werden.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Infinite-Monkey-Theorem

    @Herwig und El Mocho: Genau das ist der Punkt: es hilft nicht, es nützt nichts, nur deshalb da Vorschuß zu gewähren, weil’s aus dem globalen Süden kommt. Vor allem tut man, wie El Mocho richtig schreibt, all den Künstlern dort keinen Gefallen, die arbeiten und schaffen. Kitsch ist das richtige Wort für solche Bilder. Das mag in unmittelbaren politischen Zusammenhängen durchaus Wirkung haben, wie etwa die Wandbilder der Hafenstraße in HH. Aber die waren eben auch in einen konkreten Kontext eingebettet – egal, was man von dem nun halten mag.

    Ansonsten mein wiederholter Rat: geht nicht nur Documenta, sondern, wenn ihr gute und teils auch internationale Kunst sehen wollte, besucht die Jahrgangsabschlußausstellungen der Hochschulen für Bildende Kunst. Nicht nur daß da im Sommer geile Weiber mit kurzen Röcken und engen Tops rumlaufen, sondern es werden auch gute Bilder gezeigt. Dazu gibt es auch Alk und Musk. Win-win also für alle. Als ich irgendwann zuletzt 2017 in Nürnberg bei der Abschlußausstellung der dortigen Kunsthochschule war, hat es mir sehr gut gefallen. Teils interessante Kunst – nicht alles, aber manches – und eben auch der Rest.

  9. Vor allem: Solche Bilder wie in der Hafenstraße wirken eben nur an ihrem Ort. Das Museum zeigt nur, daß eine politische Sache tot ist. Im Grunde ist es mit vielen Protestsongs, etwa enen von Walter Mossmann beim Kampf gegen die AKWs im Badischem und im Elsaß nicht anders. Von der Platte gehört ist ein Song wie „Liebeslied auf 101 Megahertz“ vermutlich auch Museum, obwohls doch damals geile Kampflieder waren. Eines meiner Lieblingslieder von Mossmann.

    Ein Grund übrigens, weshalb Mossmann diese andere „Wacht am Rhein“ nicht mehr live sang und spielte, war, daß das eben ein aktuelles Lied ist, das für den aktuellen Protest nur geht, so meine ich mich zu erinnern.

    „Im Elsass und in Baden
    war lange große Not
    da schossen wir für unsre Herrn
    im Krieg einander tot.
    Jetzt kämpfen wir für uns selber
    in Wyhl und Marckolsheim
    wir halten hier gemeinsam
    eine andere Wacht am Rhein.

    Auf welcher Seite stehst du?
    He! Hier wird ein Platz besetzt.
    Hier schützen wir uns vor dem Dreck
    nicht morgen, sondern JETZT!“

    Alles das ist aus einer anderen Zeit. Und so muß man es auch behandeln und bedenken. (Unabhängig davon, ob die Texte literarisch gelungen sind. Das sind sie eher nicht, das wollen sie auch nicht sein. Vor allem aber sind sie nicht antisemitisch.

  10. @ avantgarde: fachkundig.

    @ bersarin: „geile Weiber mit kurzen Röcken und engen Tops …“ – die Künstlerinnen und Besucherinnen werden in Ihrer Beschreibung zur Staffage.

  11. wieviel leute hat denn der mossad im ausland umgebracht?
    warum sollen ihn die leute die mit palästina sympathisieren den nicht unter seiner maske als schwein zeichnen
    der kgb sieht übrigens nicht besser aus

    das ist nicht antisemitisch sondern es entspricht der erfahrungswelt
    da kann man für oder gegen sein bez. der erfahrungswelt
    aber rechtsstaatlich ist alles nur der mossad nicht
    so mal ganz nebenbei
    weil man die argumente des gegners auch verstehen sollte
    insbesondere wenn sie suharto im mittelpunkt haben
    deutschland ist nicht der mittelpunkt der welt
    und die deutschen befindlichkeiten interessieren keinen auf der welt

    rein rechtlich ist das übrigens auch in deutschland einwandfrei
    mögest du dich anstrengen das es anders ist
    es bleibt ja deinen mitstreitern unbenommen sich darum zu kümmern

    eure faschistoide betrachtungsweise im wahren glauben gesättigt unterscheidet euch null punkte von einem chronisten oder einem putin-sympathisanten
    einzig und allein dient es der selbstdarstellung
    völlig abgehoben von jeder realität

    hinterfragen ist eure sache sowieso nicht mehr
    dafür seid ihr zu alt eingefahren und verstaubt
    ruhmreiche wahrheiten müssen verkündet werden
    wie in jeder autokratie
    selbst wenn man nur ein kleines blog hat

    so entfernt man sich weit von der wirklichkeit
    und ist noch stolz darauf

    ich finds erbärmlich!

  12. „wieviel leute hat denn der mossad im ausland umgebracht?“

    Schon beim ersten Satz zeigt sich, daß Du die Problemlage nicht erfaßt hast. Kritikpunkt ist nicht, daß der Mossad kritsiert wird, sondern wie Art und Weise, WIE das geschieht. Du verstehst: WIE. Und auf den dieses WIE hast Du Dich hier gefälligst zu beziehen. Tust Du das nicht, fliegt Dein nächtser Kommentar hier raus. Ansage verstanden?

    Daß da Jude, Israel, Schwein kombiniert wird, kann man für einen Zufall erachten, wenn es das – weltweit verstanden – Bild der Judensau nicht gäbe. Dieses aber gibt es. Was diese miese Gruppe, deren Name nicht verbreitet werden sollte, mancht, ähnelt in der Ausredenstruktur zudem tendenziell dem grasierenden Antisemitismus à la Höcke: Herausreden auf Mehrdeutigkeit, am Ende hat man es gar nicht so gemeint. Und der Kontext ist ja auch ein ganz andere. Seltsam nur, daß dieses Kollektiv ansonsten bei dieser Kitsch- und Wimmelbildästhetik sehr genau sich in der europäischen Tradition der Malerei und des Wand- und Tafelbildes gut auszukennen scheint.

    „eure faschistoide betrachtungsweise“

    Es ist lustig, daß das jemand schreibt, der hier antisemitische Bilder verteidigt. Was erzählt der ziwo uns als nächstes: Putin ist ein lupenreiner Demokrat, den man eben zu sehr provoziert hat?

    „das ist nicht antisemitisch sondern es entspricht der erfahrungswelt“

    Die antisemitiischen Bilder im Stürmer und das, was Julius Streicher so tat, enspricht ebenfalls der Erfahrungswelt dieser Leute. Nur ist die Erfahrungswelt kein Argument für irgendwas.

    Interessant ist aber, daß auch in Deutschland die antisemitischen Stereotype hier nicht gesehen werden. Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch. Das eben zeigt sich an solchen Bildern und insofern hat diese documenta dann wenigstens eine gute Seite, daß diese Dinge zum Thema gemacht werden, auch im Blick auf das, was in den Entwicklungsländern teils geschieht und wie dort gedacht wird.

    In einer Sache ist dieses unsägliche Kunstwerk insofern gut geeignet, denn es hat uns gezeigt, daß Antisemtismus nicht nur im rechten Milieu und bei den Arabern weit verbreitet ist.

    Ich lasse Deinen Blödsinn hier aus dokumentarischen Gründen stehen. Schließlich hat man einen Erziehungsauftrag, und an Leuten wie Dir sehen wir, daß da noch viel Arbeit zu leisten ist, wenn eindeutig antisemitische Bilder als solche nicht gesehen werden.

    Also ziwo: Entweder ist das, was Du hier schreibst, elende Dummheit, dann sollte man Dir die Ohren langziehen oder aber Du weißt, was Du tust und dann wirst Du nicht verwundert sein, daß man dieses Tun auch als das benennt, was es ist: offen zur Schau gestellter Antisemitismus.

    Von der Minderleisterqualität dieses Machwerkes haben wir dabei noch gar nicht geredet.

  13. du verstehst vieles nicht bersarin

    https://www.nachrichtenspiegel.de/2021/01/28/jetzt-ist-es-also-raus-ken-jebsen-ist-jude-die-hetzjagd-4-0-in-dunkeldeutschland-kann-beginnen/

    mannhartsberg die intelligenteste sau von blogger.de:
    „Der erste kritische (nach vielen unfreiwillig komischen) Forist wird gleich zusammengestampert, er hat Jeho – nein KenFM gesagt.“

    der spindoktor vom chronisten hat mal wieder sein bestes gegeben
    so das eine wie andere das ausnutzen

    das andere ist: der ziwo ist antisemit
    ich kann das gerne beantworten
    ich hätte damit keine probleme
    nur muss man dann aufpassen was man sagt.

    denn wenn ein ziwo antisemit ist dann lebe ich in einem land der antisemiten
    ich bin jeder interpretation von antisemitismus offen
    wenn bestimmte gruppen meinen dem wäre so sollen sie es offen äussern und anklagen
    vermutlich war ein ziwo noch am holocaust beteiligt
    mich kann nix erschüttern

    geht hin in alle welt und überzeugt sie was kunst zu sein hat!
    leider muss ich nach euren massstäben 90% aller kunstwerke die jemals auf der welt entstanden und aus ihrem eigenen kontext erstanden konfizieren

    das lehne ich ab
    andere nicht

    geh hin und betreue dene eigene seele!

  14. Antisemitische Darstellungen bleiben antisemitische Darstellungen. Ob das nun von den Machern intendiert war oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Ähnlich verhält es sich mit den Interpreten dieser Werke, die das nicht sehen können oder wollen. Insofern: Netter Move, aber er zieht nicht und ist durchschaubar. Also: Mach Dich besser nicht lächerlich, zumal dieses Machwerk dieses indonesischen Kollektivs keinerlei doppelten Boden hat und irgendwelche Ambivalenzen aufweist. Eine SS-Rune auf einem Judenhut ist relativ eindeutig zu lesen. Selbst für Dich. Also erzähl hier keine Scheiße. Du weißt das so gut wie ich.

    Immerhin in einem sind wir einig: Anhand von Scheiße kann man eben zeigen, was Scheiße ist. Und da nützt auch kein Verstecken hinter Kollektiven.

    Und ein weites zeigt sich anhand dieser documenta: daß man sie in dieser Form besser nicht noch einmal durchführt.

  15. Aus der Rubrik „Da lacht Horst Mahler“, frei nach „Titanic“: Wer bei Juden mit Raffzähnen, Schläfenlocken und SS-Runen meint, daß es sich hier nicht um antisemitische Hetzbilder handelt: das lassen wir dann einfach mal so im Raum stehen und das steht dann für sich. Leider ist all das nicht besonders witzig und zeigt wie viel Aufklärung noch über Antisemitismus nötig ist.

  16. das is ja alles gut und schön
    das die deutschen israelischen befindlichkeiten auf dem tablett herumgetragen
    in jedem winkel der welt antisemitismus verortet
    und sich jeder der ein blatt papier zur hand
    seinen anti-anti-semitismus täglich übertrifft

    diese deutsche kult-veranstaltung geht aber an der sache vorbei
    wenn man sich global kontroversen will
    und ersthaft meint bevor der blöde ausländer hier hin kommt hat er am deutschen wesen zu genesen

    indonesien hatte mit dem deutschen holocaust nix zu tun
    die künstler setzen sich mit suharto auseinander
    mit nix anderem sonst
    millionen tote hatte der typ auf dem gewissen
    und das ist hauptbestandteil dieses werkes
    nicht das irgendeiner mit tele einzelne komponenten herausfiltert
    die antisemitisch sind

    nur ist zu bedenken das in diesen kulturkreisen antiisraelisch und antisemitisch bei einigen unbedenken auslösen was historisch nachvollziehbar ist

    statt hinzugehen und mit den kunstschaffenden ersthaft zu diskutieren die ja ein offenes ohr haben und nicht verstockt durch die gegend rennen
    scheint es den deutschen weit wichtiger zu sein dies zum anlass zu nehmen ihre geleuterte gesinnung zu demonstrieren
    sich jeden tag darin zu übertreffen
    und einen scheiterhaufen für indonesische künstler zu entzünden

    https://www.woz.ch/-c8e4

    (glaub es mir zutiefst ob ich bei dir als horst mahler 2 veroutet werde interessiert mich peripher)

  17. Ich sah mal einen Film, in dem Klansmen (Ku-Klux-Klan-Mitglieder) in einem mit Indianern vollbesetzten Footballstadion von einem jüdischen Barbier öffentlich beschnitten wurden.

  18. Des ziwos Kommentar wird aus dem Grunde hier freigeschaltet, weil er gut zeigt, wie Unwissenheit und die Beschönigung von Antisemitismus funktionieren. Er enthält geradezu typische Muster, die vorführen, wie es Antisemitismus schafft so zu tun, als wären zerrbildhafte Darstellungen von Juden, wie sie in Nazi-Deutschland und schon in der Weimarer Republik üblich waren, eigentlich gar nicht antisemitisch sind.

    Kleiner Tip, ziwo: Indonesien ist das Land mit der weltweit größten muslimischen Community.

    „das die deutschen israelischen befindlichkeiten auf dem tablett herumgetragen“

    Genau das ist Horst Mahler-Sprech. Im übrigen, weiterer Tip: Kassel liegt nicht in Israel, sondern in Deutschland. Und wie hieß nochmal das Land, wo Millionen von Juden ermordet wurden? Na, kommste sicherlich von allein drauf. Insofern: netter Ablenkungsversuch von Dir, aber eben auch durchschaubar.

    „in jedem winkel der welt antisemitismus verortet“

    Da wo Antisemitismus drinnen ist, ist auch Antisemitismus vorhanden. Und wenn Du es intellektuelle und mit Deinem Denken nicht zu fassen vermagst, dann schaust Du Dir mal typische antisemitische Karikaturen an, wie sie etwa in Julius Streichers „Stürmer“ vorkamen und dann schaust Du Dir dieses Machwerk der indonesischen Gruppe an. Und wer das nicht zu erkennen vermag, der hat entweder eine erhebliche Wahrnehmungsstörung und sollte sich, bevor er irgendwo dumm herumkommentiert – Stichwort Dunnig Kruger – sich mit solchen Weisen der Darstellung einmal befassen. Es muß ja nicht gleich ein Studium der Ikonographie und der Kunstgeschichte sein, um dort mal auf korrekte Weise Bildanalyse zu lernen.

    „indonesien hatte mit dem deutschen holocaust nix zu tun“

    Um so schlimmer, daß da dann solche Schmierereien und ein typischer Jude mit Raffzähnen und SS.-Rune auftauchen. Und daß einzig bei dem Mossad-Menschen eine Schweinenase gekritzelt wurde, ist sicherlich auch nur ein Zufall. Die Judensau ist den Machern Werkes, die ansonsten mit SS-Runen, Schläfenlocken, „Judenglocke“ (dem Hut nämlich) und europäischer Malerei bestens vertrauten sind, eben nicht zufällig rausgerutscht. Nächstens wird uns der Ziwo erzählen, daß die SS-Runen vielleicht Bestandteil der indonesischen Kultur sind. Oder kommt der ziwo am Ende hier doch ein wenig nach Heinrich Harrer und wir suchen den Edelarier nicht in Tibet, sondern in Indonesien? Wer weiß es schon. Faktum bleibt: Dieses Machwerk, was diese Politclown-Gruppe auf der documenta zeigt, enthält eine für den Antisemitismus typische Darstellung von Juden, wie sie tausendfach als Klischee in antisemitischen Zeichnungen verbreitet wurde – und all das ohne jeglichen doppelten Boden oder den Anflug von Ironie und Selbstdestruktion, wie man es etwa von Elfriede Jelinek kennt, wenn sie die NS-Sprache durch Dauerdarstellung in Dauerschleife gerade mittels solcher Textflächenverfahren anschaulich macht. SO. GEHT. KRITIK. Und um genau diese antisemitische Darstellung geht es und genau diese unidirektionale Weise, wie Juden hier in einem Bild dargesstellt werden, um die vermeintlich die Politik Israels zu kritieren, ist hier Thema. Sie haben auf einer Ausstellung nichts verloren. Ob man sie nun abhängt, zerstört oder verbrennt, ist mir relativ egal.

    „die künstler setzen sich mit suharto auseinander“

    Dann sollen sie es tun und dann frage ich mich, was dort ein Jude mit SS-Rune und Schläfenlocken zu suchen hat. War Indonesien von Israelis besetzt? Der Anteil von Waffenlieferungen durch Israel an Indonesien ist zudem auffallend gering. Insofern zeigt sich auch hier der politisch verengte und monokausale Blick dieses Kollektivs. Davon ab, daß diese politisch-künstlerische „Auseinandersetzung“ das Niveau einer Klippschule hat, wo 14-Jährige nun auchmal was malen dürfen.

    „und einen scheiterhaufen für indonesische künstler zu entzünden“

    Es reicht, diese Drecksbande rauszuschmeißen, ihnen ihr Bild einzurollen und nach Hause zu schicken. Im übrigen sollte solches Abhängen und Wegtun auch ein Präzedenzfall sein, damit in Deutschland nicht auch andere Leute auf die Idee kommen, unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit hier weiterhin Antisemitisches zu verbreiten und auf diese Weise ausstellen zu dürfen.

    „nur ist zu bedenken das in diesen kulturkreisen antiisraelisch und antisemitisch bei einigen unbedenken auslösen was historisch nachvollziehbar ist“

    Diesen Satz lassen wir mal so stehen. Es sagt einiges über Dich aus. Das ist im übrigen genau das Ausredentool, dessen sich auch Holocaustleugner wie Horst Mahler und David Irving bedienen. Wir haben eben auch als volksdeutsche Kultur unsere Erfahrungen hier mit den Juden gemacht. Du bist insofern in guter Gesellschaft. In diesem Sinne verstehe ich nun auch Deinen Hinweis besser, daß es Dir gleichgültig ist, ob Du Antisemit genannt werden willst oder nicht. Immerhin sprichst Du offen aus, was Du bist.

    Wer im übrigen derart einen kleinen Staat wie Israel in die Kritik nimmt, aber bei Rußland und China und bei östlichen Dikaturen schweigt, deren Verbrechen in keiner Weise mit dem Kampf Israels um seine Existenz vergleichbar sind, hat auch hier bereits eine Unwucht in die Debatte gebracht und versucht eben, wie der BDS, eine Agenda zu installieren, die nichts mehr mit einer vernünftigen Kritik an Israel zu tun hat. Wer Israel mit antisemitischen Klischees reagiert, hat sich als ernstzunehmender Diskussionspartner und als vernünftiger Kritiker auch der israelischen Politik, was etwa die Siedlungen betrifft, selbst disqualifiziert.

    „statt hinzugehen und mit den kunstschaffenden ersthaft zu diskutieren die ja ein“

    Mit ihnen zu diskutieren und das Bild abzunehmen schließen einander nicht aus. Natürlich muß man mit Anitsemiten diskutieren. Ich lasse ja hier auch Dich zu Wort kommen.

    Für die Feststellung, daß dieses Werk antisemitische Bildelemente enthält, ist es im übrigen unerheblich, ob darin auch andere Elemente enthalten sind. Es geht hier um genau diese beiden inkriminierenden und dummen Darstellungen. Und dabei ist die Absicht dieser Macher, die wir zudem nicht kennen, unerheblich. Ihre fadenscheinige Entschuldigung zumindest zeigt, daß sie rein gar nichts begriffen haben und daß es um so richtiger war, das Machwerk abzuhängen. Es hat auf einer derartigen Ausstellung wie der documenta, die mit der

  19. Die Waffenlieferungen Israels in Suharto sind im übrigen vernachlässigendswert.

    Zu den Streitkäften Indonesiens:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Streitkr%C3%A4fte_Indonesiens?

    Und zu dieser Causa insgesamt wie auch zu dem antisemitischen Machwerk auf der documenta, schreibt ein Kommentator auf Facebook, der zu dieser Sache ein wenig recherchierte:

    „Indonesien hatte 1979 Interesse daran, eine Anzahl „Skyhawks“ zu kaufen, die damals nach nordamerikanisch/europäischen Standards bereits veraltet waren. Die Häfte davon kam über den in Ihrem Link erwähnten Deal aus Israel, der Rest aus anderen Teilen der Welt.

    Es mag darüber hinaus noch den einen oder anderen Waffendeal gegeben haben, aber daraus abzuleiten, dass Israel zu den Hauptverantwortlichen für die Verbrechen von Suhartos Militärdiktatur zählt, das ist schon mehr als gewagt. Ich würde sogar sagen: Das ist ein Unterstellung, die aus einem ideologisch motivierten Bias heraus entsteht, dass die Welt in Gut und Böse einteilt und den Staat Israel per Definition auf der Seite des Bösen sieht.

    In Indonesien scheinen breite Teil der Bevölkerung dieses Sicht zu teilen, weshalb, so mache journalistischen Beobachter, die indonesischen Regierungen sich bis heute nicht getrauen, diplomatische Beziehungen zu Israel aufzunehmen.

    Das erklärt dann auch, weshalb der Mossad in Jakarte in eine getarnten Firma residiert. Die Geheimdienste aller anderen Länder residieren nämlich, wie weltweit üblich, in den Botschaften ihrer jeweiligen Länder.

    Weit wichtiger aber ist die Tatsache, dass die Bestandslisten der indonesischen Armee außer den erwähnten „Skyhawks“ (die seit 2004 außer Dienst sind) in keiner Weise irgendwelches israelisches Equipment besitzen. Dafür aber jede Menge Handfeuerwaffen aus sowjetischer/russischer und tschechisch(slowakischer) Produktion, Schützenpanzer aus Polen und etliche Kriegsschiffe aus den Beständen der DDR, die von der Bundesrepublik Anfang der 90er abverkauft wurden.

    Flugzeuge und Hubschrauber kommen meist aus den USA, GB, Deutschland und Frankreich, aber – abgesehen von den „Skyhawks“ – nie aus Israel.

    Das eigentliche Problem, dass Sie persönlich wie auch viele Indonesier und wahrscheinlich auch das besagte Künstlerkollektiv haben, ist der Fokus auf die Palästinenser als alleinige Opfer in einem Prozess der Vertreibung.

    Dazu wäre anzumerken, dass nach dem 2. Weltkrieg mehr 31 Millionen Menschen zwangsumgesiedelt wurden, weil man der Meinung war, dass wenn Nationen nur innerhalb ihres Nationalstaates siedeln, weitere Kriege vergleichbarer Größenordnung vermeidbar wären.
    Zu diesen Umsiedlern zählten 8 Millionen Deutsche, aber der überwiegende Teil waren eben andere Nationalitäten, die meisten davon übrigens Polen.

    Im Nahen Osten ist genau das Gleiche passiert, und zwar in beiderlei Richtung. Und wenn sie sich einmal mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Aleppo befassen (lesen Sie mal das Buch „Der Aleppo Codex“ von Matti Friedman), dann bekommen Sie einen Begriff davon, was der arabische Nationalismus in den alten jüdischen Gemeinden angerichtet hat.

    Im Fall von Aleppo hat sich die 5000 Jahre alte Gemeinde in einem Brief schriftlich von den Zionisten und dem Staat Israel distanziert, mit dem sie auch nichts anfangen konnte (sie fühlten sich als Syrer jüdischen Glaubens). Und die Syrer (korrekter: Teile der syrischen Bevölkerung Aleppos) haben mit Duldung ihrer Behörden dort einen Pogrom veranstaltet, der keinen Vergleich mit der Reichskritallnach zu scheuen braucht.

    Und im Anschluß gab es Flucht, Vertreibung, Berufsverbote (Syrer jüdischen Glaubens durften z.B. nicht Medizin studieren) und eine Stempel im syrischen Pass, der den/die Inhaber/in als „mosaisch“ klassifizierte.

    Wer Geld hatte, emigrierte in die USA oder nach Argentinien. Die ärmeren Schichten der Juden von Aleppo gingen dahin, wo es am nächsten war: nach Israel.
    Überhaupt kamen sehr viel mehr Juden aus arabischen Ländern nach Israel als Juden aus Europa. Und es natürlich haben die auch ihre Erfahrungen mitgebracht und entsprechend gehandelt – wie man es auch den Palästinensern (die sich aber erst seit Mitte der 1960er Jahre als solche identifizieren) zugute halten muss.

    […]

    In Rahmen einer Kunstschau wie der documenta hat so eine Arbeit nichts zu suchen. Punkt.

    Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen – auch was die monokausale Schuldzuweisungen betrifft, wo Araber (Palästinenser) als reine Opfer dargestellt werden. Und genau dieser von sogeannten Aktivisten in Umlauf gebrachte Mythos, führt auch zu dieser teils antisraelischen, teils antisemitischen Dämonierung von Israel. Und ja: Antisemitismus muß man weiterhin Antisemitismus nennen. Und wie man an einigen Kommentaren in dieser Debatte sieht: Der Schoß ist fruchbar noch, aus dem das kroch.

  20. das ist ja schon lustig
    beim fall melnik
    der von mir völlig anders beurteilt würde
    als junge gerade der diktatur entkommenden künstlern
    in indonesien vor 20 jahren

    „Wenn wir hier also Gerichtshof halten über die Ukraine gilt es zunächst einmal auch die Strukturen sich anzusehen und vor allem zu beachten, wie lange es in Deutschland brauchte, bis wir einen angemessenen Umgang mit diesen Dingen fanden.“
    (bei che heute 15,54 uhr)

    kommt dir das selbst nicht komisch vor?

  21. Andrij Melnyk hat in Deutschland einerseits viel für die Ukraine getan, weil er hartnäckig war. Er hat aber mit seiner Sicht zu Bandera zugleich all das wieder mit dem Arsch eingerissen.

    „als junge gerade der diktatur entkommenden künstlern
    in indonesien vor 20 jahren“

    „Gehe zurück nach der Badstraße! Gehe nicht über Los“ und lies einfach nochmal genau nach, was ich oben schrieb. Dummheit ist es übrigens, dogmatisch auf etwas zu beharren, was längst als widerlegt nachgewiesen wurde. Und Du willst doch sicherlich nicht als Törichter in die Bloggosphäre eingehen. Ob diese Indonesier nun Antisemiten sind oder nicht, auch das schrieb ich irgendwo oben, ist dabei völlig unerheblich. Sie bedienen sich antisemitischer Klischees und antisemitischer Stereotype. (Und SS-Runen sind sicherlich nicht originärer Bestandteil indonesischer Kultur. Oder siehst Du das anders ziwo?)

    Und das ist bei Andrij Melnyk genauso der Fall: vielleicht merkt er es nicht, was er da von sich gibt, aber er tut es eben. Da liegt dann sein Problem. Leute wie Bandera sind keine Petitesse – selbst vor dem Hintergrund der traurigen ukrainischen Geschichte nicht – und ein Botschafter sollte in einem Interview schon noch wissen, was er sagt und was die Fakten sind. Und das kann man auch von indonesischen Künstlern erwarten. Selbst dann, wenn sie einer Kindergartenästhetik frönen und gerne in binärem Schema, da gut, dort böse, sich bewegen. Zu den Waffenlieferungen hatte ich oben bereits den Text verlinkt. Nicht mal auf der Faktenebene arbeitet dieses Kollektiv genau.

    „kommt dir das selbst nicht komisch vor?“

    Was sollte mir da komisch vorkommen? Das eine sind antisemitische Darstellungen in einem Kunstwerk oder in öffentlichen Äußerungen, das andere sind komplexe Kontexte. Das schafft sicherlich auch ein ziwo zu unterscheiden.

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