Eine Dystopie mit dem Funkenflug des Realen

Von Karl Adam (Facebook vom 25.2.2022)

Oder soll man es lassen? Eine Dystopie

Während ostdeutsche Städte längst in Schutt und Asche liegen, Tausende vergewaltigt und ermordet wurden und das Ausmaß des Schreckens tagtäglich sichtbarer wird, debattieren westeuropäische Gesellschaften, ob und wie man Deutschland gegen die russische Aggression helfen sollte.

Während die Deutschen sich dem Angriff zu erwehren versuchen, fordern deutsche Diplomat:innen und Politiker:innen immer dringlicher nach Waffen und militärischer Unterstützung.

US-Präsident Trump hat längst abgewunken: „Das ist ein europäisches Problem. Die Zeiten, in denen wir für andere die Kastanien aus dem Feuer holen, sind ein für alle Mal vorbei.“

Doch auch in den Benelux-Staaten, in Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien wachsen die Zweifel:

„Wir dürfen auf keinen Fall einen Atomkrieg riskieren.“

„Die Deutschen sollten verhandeln und für ein Ende des Blutvergießens sorgen.“

„Kulturell eint Deutsche und Russen ja vieles.“

„NSU, Hanau, Halle, Lübcke, Nazi-Netzwerke in der Bundeswehr, bei der Polizei, beim Verfassungsschutz – wen sollen wir da eigentlich verteidigen?“

„Im Bundestag und in fast jedem Landesparlament sitzen Rechtsradikale. Und für die sollen wir ein solches Risiko eingehen?“

„CumEx, Warburg, Masken-Deals, Aserbaidschan-Connections, Diesel-Skandal, Wirecard – die reinste Bananenrepublik. UNSERE Werte werden da garantiert nicht verteidigt!“

„Sogar Ausgangssperren sollen in Deutschland verhängt worden sein. Also mir ist das zu totalitär!“

„Wichtig wäre jetzt, die Logik des Krieges zu überwinden.“

„Der deutsche Botschafter soll sich mal nicht so aufspielen! Bei allem Verständnis für tausende getötete Zivilisten – aber es gibt auch gewisse diplomatische Spielregeln!“

„Sofort ausweisen den Mann!“

„Es ist jetzt die Zeit für einen Waffenstillstand entlang der Elblinie. Dann wird man sehen.“

„Frieden schaffen ohne Waffen!“

„Hat man eigentlich mal die Menschen gefragt, ob sie sich überhaupt verteidigen wollen?“

„In Wahrheit tobt da ein Stellvertreterkrieg um geopolitische Dominanzansprüche zwischen den USA und Russland und nicht um Freiheit oder Demokratie oder so was.“

„Man darf die Situation nicht moralisch bewerten und muss unbedingt auf bequeme Gut-Böse-Markierungen verzichten.“

„Kriegsverbrechen – wer auch immer sie begangen hat – müssen natürlich von unabhängigen Stellen aufgearbeitet werden.“

„Von einem deutschen Sieg zu sprechen, ist eine gefährliche Eskalation. Einige Bundesländer werden – realistisch betrachtet – dauerhaft russisch bleiben.“

„Es kommt der Moment, an dem der Blutzoll, den die deutsche Gegenwehr kostet, zu viel wird und das unmittelbare Recht zur Selbstverteidigung außer Kraft setzt.“

„Ich habe jedenfalls keine Lust zu frieren. Bis auf weiteres sind wir auf Russland angewiesen.“

SECHS MONATE SPÄTER …

„WAS? Die wollen immer noch Waffen? Jetzt reicht‘s aber langsam! Wir haben genug eigene Probleme!“

#FCKPTN #forever #standwithukraine

Am schönsten aus solchem Scheiße-bis-Bullshit-Bingo finde ich jene Satz „Hat man eigentlich mal die Menschen gefragt?“ Vielleicht wird die Absurdität all dieser Phrasen, wie sie aus dem Munde vermeintlicher Pazifisten, Abwiegeler und Äquidistanzler kommen, mit dieser Zuspitzung zum Bewußtsein gebracht. Ja, die meisten Ukrainer hassen die Russen für diesen Angriff und es gibt genügend freiwillige Ukrainer, die in der Zivilverteidigung sich engagieren und es gibt genügend Frauen, die freiwillig in der Armee dienen und für ihre Heimat kämpfen. Nein, wir sind in diesem Krieg nicht nur Zuschauer und es reicht nicht, mit dem kalten Blick der Wissenschaft die Möglichkeiten zu betrachten: die Optionen und die Art der Waffen. Solche Betrachtungen dürfen nicht neutral bleiben, auch wenn der kalte Blick für die Anlyse und die Kritik der Waffen als Waffe der Kritik gegen Putin wichtig ist, sondern solche Betrachtungen sind für jene Analyse wichtig, was die Ukraine braucht und wie sie gegen den russischen Aggressor bestehen kann, wie sie ihr Land zurückerobern kann. Und ggf. muß man eben auch überlegen, ob die Schiffe mit dem Weizne, die Putin als Erpressung und als Waffe gegen den Westen einsetzt, mit militärischem Konvoi und mit dem Schutz der Internationalen Gemeinschaft aus den Häfen gebracht werden. Was Putin nämlich versteht: Klare Ansagen. Wo er Schwäche wittert, wie bei Scholz und Macron: da droht er, weil er genau um Le German Angst weiß. Und er weiß um eine Friedensbewegung, die auf der Seite Moskaus ist.

Die immer wieder von Putin und seinen Gefolgsleuten hier in Deutschland inszenierte Bedrohung Rußlands durch die Nato: auch sie ist eines dieser Narrative, die gerne in Umlauf gebracht werden, um vom eigenen russischen Versagen abzulenken. Die größte Bedrohung für Rußland ist Rußland selbst oder wie es der israelische Historike Yuval Noah Harari formulierte:

„Russland ist im Grunde nichts anderes als eine Tankstelle mit Atomwaffen. […] Wenn Russland eine Weltmacht werden will, sollte es Schulen statt Panzer bauen.“

28 Gedanken zu „Eine Dystopie mit dem Funkenflug des Realen

  1. Dürfte besonders arboretum, avantgarde, che, El Mocho und den Ziwo interessieren: passend zu Putins Staatsterrorismus und seinem (neo)imperialistischen Gedanken vom Dritten Imperium, nämlich dieses Interview mit Dina Khapaeva: „Iwan der Schreckliche und Stalin. „Putin propagiert Staatsterror als nationale Tradition““:

    „Für die russische Identität ist die Idee des Westens von zentraler Bedeutung. Ohne die Ablehnung des Westens existiert die russische Identität nicht. Das unterscheidet sie stark von anderen europäischen Kulturen. Die Faszination für den Westen ist der Kern der russischen Identität. Es ist nicht nur eine Hassliebe: Russland kann sich selbst nicht vorstellen, ohne sich mit dem Westen zu vergleichen und ohne den Westen abzulehnen. Es ist in dieser Hinsicht eine sehr eigenartige Kultur.
    […]
    Jurjew war einer der Ideologen der russischen extremen Rechten, die Putin mit ihren neofaschistischen Ideen versorgten. Bevor er 2019 starb, gehörte Jurjew zu dem, was man – in Anführungszeichen – „politische Elite“ nennt. Während seiner gesamten Laufbahn versuchte er, Putin zu beeinflussen. 2004 veröffentlichte er ein Pamphlet mit dem Titel „Festung Russland. Ein Konzept für den Präsidenten“ – ein Jahr nachdem der Oligarch Michail Chodorkowski verhaftet und wegen falscher Anschuldigungen von Steuerhinterziehung und Veruntreuung ins Gefängnis gesteckt worden war. Chodorkowski hatte versucht, die Opposition gegen Putin zu unterstützen, seine Inhaftierung war Teil der Vorbereitungen zur Wiederwahl Putins für seine zweite Amtszeit als Präsident. Das war der Zeitpunkt, an dem viele russische Nationalisten, darunter Jurjew, anfingen, Putin ihre ideologischen Konzepte anzubieten.
    Jurjew war einer der anonymen Autoren der Buchreihe „Projekt Russland“, die für die Ideologie der neo-eurasischen Bewegung warb. Dieselbe Ideologie steckt in seinem Buch „Das dritte Imperium“: Russland sollte ins Mittelalter zurückkehren, Russland sollte eine patriarchalische Gesellschaft sein, geführt von einem heiligen Zaren, Russland sollte den Rest der Welt erobern, der Westen ist Russlands Ur-Feind und muss vernichtet werden. „Projekt Russland“ wurde 2005 an alle hohen Stellen der russischen Regierung geschickt. Ein paar Jahre später wurde es von einem der größten russischen Verlage als Buch veröffentlicht.“

    https://www.n-tv.de/politik/Das-Ziel-von-Putins-Erinnerungspolitik-ist-die-Propagierung-von-Staatsterror-als-grosser-nationaler-Tradition-article23361387.html?

  2. Das ist mir auch aufgefallen, dass Russland gegenüber Deutschland und Frankreich ständig droht, aber gegenüber den USA und GB, die eigentlich alles tun was sie können, außer direkt Soldaten in die Ukraine zu schicken, eher nicht.

    Hast du eine Quelle für das Hariri-Zitat?

    Dieses Interview ist auch sehr interessant, besten Dank.

  3. Ja, Yuval Noah Harari hat ein Interview in der ZEIT gegeben und darin diesen Satz gesagt.

    https://www.zeit.de/2022/17/yuval-noah-harari-russland-ukraine-krieg

    Ob sich freilich, wie die Überschrift suggeriert, imperiale Krieg nicht mehr lohnen, ist schwierig zu sagen. Aber über politische Ereignisse urteilen wir erst angemessen, wenn eine Gestalt des Lebens alt geworden und das Ereignis eben zur Geschichte geworden ist.

    In der ZEIT auch ein gutes Gespräch mit Tomothy Snyder:

    https://www.zeit.de/2022/21/timothy-snyder-ukraine-krieg-deutschland

  4. Ich kann Dir den Text schicken. Schreib mir mal an die Mailadresse in meinem Impressum eine Mail, dann sehe ich Deine Adresse und kann Dir was schicken.

  5. wenn putin wüsste was Z wirklich heisst

    „Imperialismus ist nicht die Eigenschaft einer Seite, sondern ein Verhältnis der Seiten, wird nicht durch einen Staat in die Welt hineingetragen, sondern entsteht unvermeidlich im Kampf von Staaten um Käufer, Arbeitskräfte, Einflussgebiete und Rohstoffe.“ so heisst es

    da trifft fast nix auf russland nicht zu denn russland exportiert 68% rohstoffe mit zukünftig stark sinkender tendenz
    5%-7% rüstungsgüter mit sinkender tendenz
    generäle wollen armeen besiegen keine krankenhäuser schulen und mietskasernen
    gut ausgebildete verlassen in scharen das land
    käufer werden bedroht und springen in scharen davon
    und so bleibt nur noch das imaginäre „Einflussgebiet“ was das auch immer aussagen soll

    wir haben es hier nicht mit imperialismus sondern mit einem verquasten ruhmbegriff eines alternden kranken narren zu tun der kaufverträge mit gezückter waffe abschliessen will und schwer beleidigt ist wenn er dann in eine solche guckt

    putin ruiniert sein industriell tief rückständiges land vollständig und gibt ihm den rest
    mit trophäen entvölkerter verwüsteter städte und dörfer für die jedes kapital fehlt sie wieder aufzubauen bis auf paar potemkinsche strässchen für die propaganda

    die ostukraine wird ein schrotthaufen bleiben
    das ist realpolitik dies konstatieren zu müssen
    realpolitik ist aber auch der ausweitung einhalt zu gebieten
    insofern ist eine hochrüstung der ukraine mit schwersten waffen unabdingbar
    odessa mit antischiffsraketen auszurüsten
    die ukrainischen truppen beweglicher zu machen durch schützenpanzer
    die flugabwehr zu verbessern durch geparden
    und wirkungsvolle bewegliche schwere artillerie zu entsenden

    guckte ich die 24 std vom nürburgring
    mag es auch etwas aus der zeit gefallen sein so war es nach 2 jahren corona ohne zuschauer doch ein geiles event

    ein vernichtungskrieg in europa ist geiles event niedrigster beweggründe
    abgrundtiefe verachtung europas
    verachtung von leben jeglichen alters
    verachtung jeglicher moral
    aus beweggründen die nur ein kleinkinderschänder nachvollziehen kann

    ziwo

  6. mein gott wenn du zwo schon ansprichst dann kannste dir auch vorstellen das ich das Z missbrauche

    was soll die blöde löscherei?

  7. Ziwo, ich lösche Dich hier nicht. Es ist hier bei WordPress ein wenig anders als bei blogger.de: Wer unter einer neuen Adresse kommentiert, wird erstmal in die Warteschleife gestellt und der Blogbetreiber muß dann manuel freischaltet – kann man übrigens auch sehen, wenn da steht „Kommentar wartet auf Freischaltung“. Diese Einstellung habe ich gewählt, damit hier nur Leute kommentieren, die bereits schon einmal einen Kommentar gepostet haben.

    Und ich lösche auch nicht, wenn jemand sinnvolle Kommentare schreibt. Das gilt selbst für Leute wie den sozi oder den Alubommel.

  8. Wenn Du also unter einem festen Namen und vor allem mit gleichbleibender Mail-Adresse und nicht unter ständig wechselnden IPs von verschiedenen Orten kommentierst, wirste auch gleich freigeschaltet. Und was das Löschen betrifft: Das mache ich lediglich bei Kommentaren, die sich hier nicht an die Spielregeln halten, die versuchen auf meinem Blog eine Agenda und Fake News zu verbreiten. Ich lasse hier weder Holocaustleugnung, noch Antisemitismus noch die Leugnung von Kriegsverbrechen wie die in Butscha zu, da diese bewiesen sind.

  9. also darf ich unter Z schreiben?

    was glaubt dieser putin eigentlich einen buchstaben zu kapern der dem ziwo gehört?

  10. Jo, aber bleib bitte bei einer konstanten Mail-Adresse, dann geht der Kommentar sofort frei. Ansonsten mußt Du eben warten, bis ich mal wieder in meinen Blog hineinschaue, was ich ja regelmäßig mache. Du bist bei mir nicht gesperrt.

  11. xxxxx@gmx.de

    soll ich beibehalten
    mach ich

    aber auf das Z leg ich wert
    das ist der nationalstolz des ziwo wie bei putin
    das Z gehört mir und nicht diesem drecksack!

  12. „wir haben es hier nicht mit imperialismus sondern mit einem verquasten ruhmbegriff eines alternden kranken narren zu tun der kaufverträge mit gezückter waffe abschliessen will und schwer beleidigt ist wenn er dann in eine solche guckt“

    Ich denke, dieser Neue Imperialismus Rußlands hat einiges mit dem Verlust der UdSSR zu tun, den Putin als die größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet hat. Und es ist ein Imperialismus, dem es mehr auf Ruhm und neues Prestige ankommt, denn auf Rohstoffe. Jener alte Machtbereich der alten UdSSR bzw. des alten Zarenreiches. Ich verweise da auch nochmal auf das Buch von Eltchaninoff, der diese Absicht Putins relativ klar darlegt, auch anhand verschiedener russischer Denker und Autoren bis hin zu Alexander Dugin.

    „Diese Mischung aus politischem Willen zur Versöhnung, historischer Tiefenperspektive und Sentimentalismus erlaubte es ihm, nach und nach seinen Blick auf die UdSSR zu präzisieren. An den Anfang stellte er noch zurückhaltend die Auswirkungen ihres Untergangs. Im Winter 2000, im Rahmen seiner ersten großen im Fernsehen ausgestrahlten Live-Sendung, in der er Fragen aus dem Volk beantwortet, testet er dann die folgende Formel: »Wer den Zusammenbruch der Sowjetunion nicht bedauert, hat kein Herz. Wer will, dass sie identisch wiederhergestellt wird, hat keinen Verstand.« Fünf Jahre später, während der hochoffiziellen Ansprache an die beiden Kammern des Parlaments, wird er schon sehr viel deutlicher und prägt dabei die berühmt gewordene Wendung: »Vor allem gilt es anzuerkennen, dass der Zusammenbruch der UdSSR die größte geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts war« – also nicht etwa der Zweite Weltkrieg oder die russische Revolution und auch nicht die Tatsache, dass Stalin Mittel- und Osteuropa an sich riss.“ (Eltchaninoff, In Putins Kopf, S. 25 f.)

  13. Ja, das wäre gut. Und jetzt siehste ja auch, daß es automatisch geht. Hier bei WordPress ist auch keiner, der Deine Kommentare wieder löscht. Haste halt hier Asyl. Und da Du ja inzwischen weißt, wie ich ticke, werden wir sicherlich auch gut miteinander auskommen.

    PS: Ich habe deine Mailadresse anonymisiert, denn sonst kann sie hier nämlich jeder gebrauchen, was wohl nicht im Sinne des Erfinders ist.

  14. Ansonsten stimme ich Dir bei der Einschätzung der Lage in Rußland weitgehend zu. Auch im Blick auf die Ukraine. Was Putin erreicht hat: Er sitzt da unter den Völkern als Blutbesudelter, er hat es geschafft, daß Finnland und Schweden in die Nato drängen, er vermochte es, auch NATO-Skeptiker zu überzeugen oder solche wie mich, die der NATO eher neutral bis ablehnend gegenüberstanden, überzeugt zu haben, daß nur eine gemeinsame Verteidigung uns stark macht und unsere liberalen Demokratien bestehen läßt. Und vor allem sieht jeder, der halbwegs bei Verstand ist: vieles hier im Westen mag im argen liegen, aber anders als in Rußland können wir all diese Dinge weitgehend repressionsfrei sagen und schreiben. Wer auf einer Demo „Krieg“ sagt, wandert nicht, nur wegen dieses einen Wortes bereits in ein Straflager.

  15. bleiben wir mal bei der sache
    meine mail adressen sind ja sowieso gelogen

    in einem halben jahr ist russland platt
    und die haben atomwaffen
    nicht aufgrund von waffen die wir liefern

    die armee nehm ich schon lange nicht mehr ernst konventionell
    ein völliger schrotthaufen
    übertüncht wird das wenn ich alles auf einige punkte zusammenziehe
    was andererseits für verhandlungen spielraum lässt

    sagen wir mal so:
    putin hat ja alles getan die nato an den ostgrenzen zu verdoppeln und verdreifachen
    wenn die truppen eingreifen wollten wäre seine armee ein scheissdreck
    was wir nicht wollen

    sie sollen wirtschaftlich sterben
    unter putin
    und den lurch lynchen

    wir werden es nicht tun

    wir sind nicht im krieg mit russland im konventionellen sinne
    aber tödlich im krieg des wirtschaftlichen tuns
    wir machen auch schwerste verluste
    die ja am schluss einer bezahlen muss wenn er den krieg befeuert

    russland in dem zustand von gestern wird es morgen nie mehr geben
    dafür haben viel zu viele firmen verluste gemacht
    so ist der kapitalismus

  16. „sie sollen wirtschaftlich sterben
    unter putin
    und den lurch lynchen“

    Dafür ist Rußland leider to big to fail. Man wird dieses Land nur ausbluten und isolieren können: keine Teilnahme an dem WMs, keine Teilnahme bei Olympia, keinerlei kulturellen Austausch mehr mit irgendwelchen Institutionen, wo der Staat darinsteckt, keinen Handel mehr, keinen Export von Technik, die Infrakstruktur, medizinisches oder militärisches Gerät oder sonst irgendwas Systemrelevantes funktionsfähig macht.

    Und Putins Propaganda sowie sein Repressionsapparat funktionieren derart gut, daß es da kaum eine Chance gibt, daß das Volk aufsteht. Dieses Netzwerk reicht bis nach Deutschland, wenn man sich die Nachdenkseiten und Leute die Tom Wellbrock ansieht.

  17. wir haben den ölimport aus russland von 35% auf 12% gesenkt in dieser kurzen zeit
    allein die raffinerie in schwedt ist noch ein problemfall für den wir bis ende des jahres zeit haben

    ads ölembargo light funzt total
    so auch der RWI und der BDI
    das sind doch sonst die üblichen schreihälse das die katastrophe bevorstehe
    nix davon

    der ölpreis ist heute lediglich aktuell 21.28 um 5,7% gefallen (brent – das ist Nordseeöl ) und notiert auf dem spotmarkt bei 116 Dollar
    (öl und gas rechnet sich immer in Dollar)

    auf dem spotmarkt für erdgas notiert die gehandelte einheit bei 8,22 usd 5,6% niedriger
    (aber achtung: der spotmarkt bildet keine langfristigen verträge ab sondern nur restkäufe
    BASF hat z.b. einen spottpreis bis 2030 und denen gehört direkt und indirekt fast die hälfte der pipeline (nicht alles ist gazprom)

    und was persönliches sollte in diesem zusammenhang auch dabei:
    ich habe nachhaltig den erdgasverbrauch um 20% gesenkt
    nur alles geht nicht auf einmal und sofort wie manche moralischen schreihälse tönen sondern konsequent aber kostengünstig nur mittelfristig
    bis ende des jahres schaff ich auch 20% minus beim stromverbrauch
    im lotto hab ich nicht gewonnen
    wie die überwiegende mehrheit auch

    das hört sich nicht viel an
    knallt aber massiv auf die Spottpreise
    ich bin da sehr optimistisch
    die restnachfrage macht den preis

    langfristig kann ja putin eine zweite pipeline aus Sibirien nach china bauen ohne westliches fachwissen
    nur ich gebe zu bedenken:
    die cash-kuh sind die pipelines nach Europa
    die china-trasse hat ihm nur verlust gebracht
    warum hab ich keine ahnung
    hab ich vom Handelsblatt
    vermutlich die wetterverhältnisse und technisches Unvermögen das alleine zu stemmen

  18. ach ich hab was vergessen

    russland verkauft zwar rudimentär von der menge her gesehen rohstoffe an willige staaten aber vom spotpreis gerechnet mit einem abschlag von 40% und das schon heute
    aussagekräftig ist da das übereinkommen mit serbien

    putin ist diesbezüglich völlig im arsch!

  19. Ich denke auch, daß wir wieder lernen müssen, mit Energie und auch mit Lebensmitteln (sprich Fleisch) bewußter und das heißt sparsamer umzugehen. Was übrigens in Sachen Energie schon in den 1980er Jahren mein Reden in der AKW-Debatte war und als Strom noch günstig war und die Familien ihre Festtagsbeleuchtung an jedem Tag laufen ließen.

  20. bewusst und sparsam da seh ich schwarz
    das motiviert nicht genug
    auch wenns sich blöd anhört

    aber das sportlich zu betrachten und sich daraus nen spazz zu machen könnte mehr reizen
    bei mir isses jedenfalls so sonne art energiewettkampf klitschko – putin
    der vorteil ist das man besser wird als jeder energieberater weil ja das eigene verhalten des haushalts teilweise völlig unterschiedlich ist zu anderen haushalten

    so z.b. was luschtiges:
    ich kann ziemlich easy die daten abrufen: warmwasser pumpenstrom raumheizung gasverbrauch insgesammt und so prüfte ich den verbrauch der kochflammen
    der energieberater würde sagen: wechsele von gas auf strom
    anschlüsse sind ja alle vorhanden ist easy
    ich war auch kurz davor
    gleichwertige 5 flammen strom sind doppelt so teuer und nicht so praktisch wie erdgas
    das ist das eine – hätt ich auch gemacht
    aber das andere ist die kochstelle erdgas hält mindestens doppelt so lange und so muss ich doch die energie für die erstellung einbeziehen

    also nothing
    denke nach was am meisten verbraucht
    das sind schmorgerichte (die sind bei mir am häufigsten) wenn sie nicht im dampfgarer geschmort werden
    da lohnt es sich aber nur wenn alles gedämpft wird – beilagen – gemüse inclusive
    nur für fleisch benutz ich ihn natürlich nicht
    und so kam ich auf den 3 liter topf tefal schnellkochtopf für lächerliche 40 euro plus 5 euro versand

    und so blöd wie sich das anhört
    das spart am meisten energie

  21. @ Z: Wir werden uns auf alle Fälle mit dem Thema Energie intensiv beschäftigen müssen und wir werden auch neue Lösungen finden müssen. Und das wird, gerade in Berlin (und vermutlich auch in vielen anderen Städten), wo in den Altbauten mit Gas gezeizt wird, zu einem Umdenken führen müssen. Diese Gasheizungen umzustellen, dürfte nicht ganz einfach sein. Und vor allem ist es mit hohen Investitionen verbunden, was wiederum bei Mietwohnungen bedeutet, daß die Kosten ggf. auf die Mieter umgelegt werden. Am Ende werden die Verbraucher deshalb sparen, weil sie es über die Preise merken. Und inzwischen scheint mir der dickere Pullover oder eine Fleecejacke eben auch eine weitere Möglichkeit. In diesem Sinne stellt uns der Krieg, in dem wir uns indirekt befinden, vor die größten Herausforderungen, wie unsere Generation und die danach sowieso sie nie erlebt haben.

    Der Dampfgarer ist eine gute Sache – übrigens vor allem für Fisch ideal und ungemein lecker.

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