„Keine Ferne macht dich schwierig“ – Dirk von Petersdorff „Romantik. Eine Einführung“

RR_126_PetersdorffZur Romantik gibt es zahlreiche Publikationen, wissenschaftliche wie auch populärwissenschaftliche Bücher. Das neueste Buch stammt von Stefan Matuschek und trägt den Titel  „Der gedichtete Himmel. Eine Geschichte der Romantik“. Das bekannteste Buch dürfte von Rüdiger Safranski verfaßt sein: „Romantik. Eine deutsche Affäre“, erschienen 2007. Beim ersten Lesen damals fand ich dieses Buch hilfreich und inspirierend, der Leser bekam Lust auf die dort vorgestellten Autoren und Texte, und vor allem reichte diese Romantik hin bis zu Kleist und Hölderlin und darüber hinaus noch bis zu Wagner. Safranski schreibt locker und doch nicht banal, so daß Anfänger einen guten Überblick bekommen und eine komplexe Epoche, die man vom Jahr 1795 bis hin zur Mitte des 19. Jahrhunderts und wenn man es weiter fassen will gar bis zum Gesamtkunstwerk Wagners einordnen kann. Einerseits. Erkauft freilich ist dieser Blick damit, daß der Leser zuweilen die Interpretation und die Zuschreibungen Safranskis und nicht die Sicht von Autoren wie Novalis, Wackenroder, Tieck, Schelling oder den Gebrüdern Schlegel geliefert bekommt. Solche Festschreibung und Interpretationsartefakte etablierende Lektüre freilich ist ein häufig anzutreffendes Problem von Einführungen – weshalb es geboten ist, möglichst zeitnah dann auch, nach der Lektüre einer solchen Einführung, die Originaltexte zu lesen, um selber zu urteilen und zu schauen, was geschrieben steht. Dennoch macht Safranskis Buch Lust auf jene Epoche sowie ihre Autoren, es regt zu eigenen Lektüren an und es wirft die Leser mit Emphase und Lust in jene Zeit. Safranski ist ein wunderbarer Stilist und Autor.

Das Grundproblem von solchen Einführungen bleibt freilich bestehen: erst wenn man über den Status des Anfängers hinaus ist, kann man überhaupt die Qualität eines solchen Buches beurteilen; und dann eben benötigt man im Grunde keine Einführung mehr, sondern wundert sich vielmehr über manche Einführung. Und wer auf die Einführung als Anfänger angewiesen ist, kann nicht recht beurteilen, ob das, was dort steht, auch stimmt, gegebenenfalls erfährt man Unsinn und hält solchen Unsinn gar für eine gelungene Sichtweise, die man dann auch noch nachplappert – wie das bei Leuten wie Richard David Precht der Fall ist, wenn sie Einführungen zur Philosophie verfassen. Insofern ist der Leser am Ende auf die Redlichkeit des Autors angewiesen, daß er nicht allzu viele einseitige Zuspitzungen, Interpretationskonstrukte und verengende Lektüren einbaut.

Nun ist im letzten Jahr in der Roten Reihe von Klostermann eine Einführung in die literarische und philosophische Romantik erschienen, und zwar von dem Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Dirk von Petersdorff, gegenwärtig – und passend zum Sujet – wie sein Kollege Stefan Matuschek in Jena lehrend. Und damit sind wir topographisch mitten in der literarischen Romantik, ihren Mythen und Anekdötchen von der wilden Wohngemeinschaft der Gebrüder Friedrich und August-Wilhelm Schlegels in der Leutragasse 5, mit ihren Weibern, Dorothea Friederike Schlegel (geborene Brendel Mendelsohn) und Caroline Schlegel-Schelling, einem Leben jenseits der üblichen bürgerlichen Konventionen, dem Besuch von Novalis, Tieck und Schelling dort, Debatten- und Leseabenden sowie, wie es die Legende will, einem freien Leben und Lieben. Und gar fleißig parodierte der Kreis Schillers Pathos, so etwa tat es August-Wilhelm Schlegel in „Schillers Lob der Frauen“

„Ehret die Frauen! Sie stricken die Strümpfe,
Wollig und warm, zu durchwaten die Sümpfe,
Flicken zerrißene Pantalons aus;
Kochen dem Manne die kräftigen Suppen,
Putzen den Kindern die niedlichen Puppen,
Halten mit mäßigem Wochengeld Haus.“

Später, 1828 beschrieb Ludwig Tieck jene wunderbare Jahre in einer Widmung seines „Phantasus“. An August Wilhelm Schlegel dediziert,  formulierte Tieck:

„Jene schöne Zeit in Jena ist […] eine der glänzendsten und heitersten Perioden meines Lebens. Du und Dein Bruder Friedrich – Schelling mit uns, wir alle jung aufstrebend, Novalis-Hardenberg, der oft zu uns herüber kam: diese Geister bildeten gleichsam ununterbrochen ein Fest von Witz, Laune und Philosophie.“

Doch es ging in Jena um mehr als ein Lebensprojekt, wenn denn Ortsnamen auch für Denkbewegungen stehen sollen. Jena war mit Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Schiller und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling ein Zentrum des Denkens der Philosophie und der Kunst, dezentral-zentral gleichsam und eine Pferdereise entfernt lag Weimar. (Hegel kam erst hinzu, als der Zauber vorüber und eine Gestalt des Lebens alt geworden.) Das Szenario Jena um 1800 beschreibt Peter Neumann in seinem Buch „Jena. Republik der freien Geiser“. (Freilich sehr an der Oberfläche geschrieben. Mir hat es nicht besonders gut gefallen. Aber es ist unterhaltsam zu lesen und wer einen schnellen Blick auf jene Jahre werfen möchte, ist halbwegs gut bedient.)

Pointiert und im Sinne der Philosophie und also als gescheite Einführung zu empfehlen ist das Buch die beiden französischen Philosophen und Derrida-Schüler Philppe Lacoue-Labarthe und Jean-Luc Nancy, und zwar „Das Literarisch-Absolute. Texte und Theorie der Jenaer Frühromantik“. In Frankreich damals 1978 ein Standardwerk, zumal darin Texte der Gebrüder Schlegel, Schellings und Novalisʼ sich befinden. Beide Autoren beschreiben diese Szene der Literatur-Philosophie wie folgt:

„Die Personen, die sich in Jena versammeln werden, sind auf unmittelbarste Weise an dieser dreifachen Krise [die soziale und moralische des Bürgertums, die politische Krise der Französischen Revolution und die Kantische Kritik bzw. die Antwort Johann Gottlieb Fichtes in seiner Wissenschaftslehre von 1794, Hinw. Bersarin] beteiligt. Ihr Projekt wird deshalb kein literarisches Projekt sein, es wird keine Krise in der Literatur, es wird vielmehr eine allgemeine (soziale, moralische, religiöse, politische: all diese Aspekte lassen sich in den Fragmenten auffinden) Krise und Kritik eröffnen, die ihren bevorzugten Ausdrucksort in der Literatur oder in der Literaturtheorie findet.“ (Lacoue-Labarthe/Nancy, Das Literarisch-Absolute)

Wenn es um eine Text-Kommentar-Einführung in die literarische und philosophische Frühromantik und um das Studium dieser Zeit geht, ist jenes Buch unbedingt zu empfehlen. Um aber überhaupt erstmal einen schönen und auch gut geschriebenen und klugen Einstieg zu bekommen, greife man zu von Petersdorffs Buch. Es ist im Blick auf die Facetten der Romantik weiter gefaßt und kommt insofern auch unserem Alltagsverständnis entgegen, was wir im gewöhnlichen Gebrauch unter Romantik verstehen: etwa ein romantischer Abend zu zweit. Wer eine schnelle, aber dennoch präzise Einführung lesen möchte, um ein wenig die Kontexte und Zusammenhänge zu erfassen, der greife zu diesem Buch. Von Petersdorff schrieb eine originelle Einführung, die sich in Ton und Stil von den üblichen Einführungen abhebt. Nicht so sehr in dem Sinne, daß darin eine Vielzahl philosophischer Bezüge frühromantischer Ästhetik entfaltet werden: von Kants „Kritik der Urteilskraft“, vom Spinoza-Streit, von Friedrich Jacobi, Schillers „Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen“, Fichtes Wissenschaftslehre von 1794/95, dem sogenannten ältesten Systemprogramm des deutschen Idealismus von 1797 (von Schelling, Hölderlin, Hegel, ganz genau ist die Verfasserschaft bis heute nicht geklärt) bis hin zu Hölderlins Philosophie samt seiner Dichtung und Hegels Kritik der Romantik – die ironischerweise genau aus dem Geist der Romantik erfolgte, weswegen man zu recht auch Hegel einen Philosophen der Romantik nennen kann. Denn was sie alle gemeinsam verbindet, ist die Frage nach dem Absoluten und wie es in der Sprache und als Denken in eine Darstellung zu bringen ist. All diese philosophischen Voraussetzungen fehlen zwar in dem Buch, und man hätte sie durchaus einbauen können, doch da von Petersdorffs Methode – mithin sein Weg – ein anderer ist, kann man dieses Fehlen zugleich entschuldigen. Und damit sind wir, frei nach Hegels Kapitel aus der „Wissenschaft der Logik“ bei der Frage, womit der Anfang gemacht werden muß. Am besten mit dem Anfang, und das heißt, daß wir zunächst einmal anfangen, ohne die Präliminarien zu prüfen. „Der romantischen Anfänge um 1800“, so von Petersdorff, „fanden in Wohngemeinschaften statt.“ Das würde ich als Auftakt nicht ganz so sehen, eher schon, daß an bestehende Probleme und Fragen der Philosophie und der Literatur angeknüpft wurde und daß sich, um in die Debatten und Live-Gespräche zu treten, eben auch jene Lebensform des gemeinsamen Denkens und Wohnens anbot, sei es in Jena oder die Gemeinschaft von Friedrich Schlegel und Friedrich Schleiermacher in Berlin. Nicht das Wohnen per se, sondern bestimmte Fragen und Probleme des Denkens bildeten das Zentrum, von dem alles ausging und woran jene Autoren anknüpften.

Um dabei in jene „wilden Jahre der Philosophie“ (R. Safranski) und auch der Literatur und überhaupt einer speziellen Form des ästhetischen Denkens zu gelangen, bietet von Petersdorffs Buch dennoch einen guten Zugang. Stichpunktartig greift er Ansätze dieses Denkens der Romantik heraus, so von Novalis die Überlegungen zum Unendlichen und Friedrich Schlegels Konzept von Ironie, dem Romantisieren, um dem eigenen Leben eine Bedeutung zu verleihen. Petersdorff macht Szenarien auf, die den Lesern die für die Romantik wesentlichen Begriffe, wie etwa Unendliches und Gewöhnliches, Ironie, Fragment, veranschaulichen – immer wieder mit einem Ausflug in die Texte, sei es von Novalis oder Schlegel, und durch Zitate, die von Petersdorff erläutert und qua Auslegung in einen Kontext bringt. Oft auf eine unterhaltsame Weise, ohne dabei trivial zu sein. Zuweilen liest sich das Buch wie eine Vorlesung, der man gerne zuhört und wo niemand auf dem iPhönchen sich textend-tindernd ablenkt. Das ist die Stärke dieses Buches. Der Leser steckt nach der Lektüre sofort in einem Denkszenario und bekommt – ganz romantisch gesprochen – ein Gespür für das, was Romantik bedeutet. Es geht von Petersdorff also mehr um die Erfahrung der Bedeutung eines Begriffes und weniger um philosophische Problemhorizonte, wie dies etwa bei Lacoue-Labarthe und Nancy im Titel „Das Literarisch-Absolute“ entfaltet wird. Es soll das Spezifische dieses doch weit gefaßten Begriffes „Romantik“ gegenwärtig gemacht werden.

Das passiert auch durch Petersdorffs Ausgriffe auf die Gegenwart, die er immer wieder in seine Darstellung einbaut: so zum Beispiel in die Welt des Pop: sei das ein Song von Ed Sheeran („Castle on the Hill“ von 2017) oder James Camerons Titanic-Verfilmung mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio von 1997 oder aber die Gedichte von Rolf Dieter Brinkmann, die Songs von Bob Dylan und von Tocotronic. Zentral in diesem Kontext des Ausschweifens in die Welt ist auch Wolfgang Herrndorf und das von Eichendorffs „Taugenichts“ romantisch inspirierte Reisemotiv im „Tschick“, auf das Gustav Seibt in einer Rezension hinwies und das Petersdorff im Sinne von Eichendorff und Novalis‘ „Heinrich von Ofterdingen“ aufgreift. Es werden hier also durch unterschiedliche Texte Bezüge und Verbindungen auch zu unserer Gegenwart erzeugt, die den Lesern bestimmte Motive verdeutlichen. Diese Motive sowie die Form ihrer Darstellung sind für die Frühromantik und darüber hinaus spezifisch und machen den Begriff aus. Insofern finden wir in diesem Buch nicht nur den Blick in eine Epoche der deutschen und englischsprachigen Geistesgeschichte (die französische Romantik kommt in dem Buch leider kaum vor), nämlich jener Zeit zwischen 1795 und 1850, sondern ebenso aktualisiert Petersdorff jenes romantische Gefühl nach Unendlichkeit und jenes Sehnen auch zur Gegenwart hin. Das Unendliche, die unendliche Reflexion sollen die Empfindungen und all unsere Sinne berühren und nicht bloß den Verstand – schließlich ging es nicht nur der Romantik darum, das Verstandesdenken zu überwinden – zugunsten einer umfassenden, vielfältigen Vernunft. Das Absolute wäre nicht absolut, umfaßte es nicht auch diesen Bereich des Empfindens und der Affekte. In diesem Sinne ist es konsequent, daß ins Denken der Romantik auch lebens- und existenzphilosophische Aspekte Einzug halten: „‚Romantisieren‘: dem eigenen Leben Bedeutung verleihen“ heißt eines der Kapitel. Die Frage nach dem Verhältnis von Unbedingtem und Bedingtem und wie dieses in eine Sprache und damit auch in eine Anschauung gebracht werden kann, ist für das endliche Leben und die Weise des Reflektierens sterblicher Lebewesen zentral. Oder wie es in Novalis‘ „Blüthenstaub“-Fragement – veröffentlicht 1798 in der Zeitschrift „Athenäum“ der Gebrüdern Schlegel –  schrieb: „Wir suchen überall das Unbedingte und finden immer nur Dinge.“ So bereits taktet die Fragmentsammlung im ersten Satz auf.

Solche philosophischen Bezüge wie auch die unterschiedlichen Phasen der Romantik, von Jena bis hin nach Heidelberg, verfolgt von Peterdorff. Fein auch, daß Autoren wie Clemens von Brentano zu Wort kommen. So etwa dessen wilder Roman „Godwi oder Das steinerne Bild der Mutter“ von 1801, und darin der Wechsel der Erzähler und die Auflösung konventioneller Erzähl-Muster stattfinden und auch der Einschlag eines selbstreflexiven Erzählens, in dem immer einmal wieder die eigene Erzählhaltung kommentiert wird. Ebenso das Geschlechter-, Liebes- und Reflexionsspiel, das in Fr. Schlegels wunderbarem Roman „Lucinde“ durchdekliniert wird. Ebenfalls von Petersdorff erwähnt, doch weniger schön und ästhetisch anregend, ist der bei Achim von Arnim und bei Brentano wirkende Antijudaismus bzw. Antisemitismus, so etwa in Brentanos „scherzhafter Abhandlung“ „Der Philister vor, in und nach der Geschichte“. Die spätere Romantik, gerade in der Zeit der Befreiungskriege gegen Napoleon und der Besetzung deutscher Gebiete durch Frankreich ist eben auch durch einen gesteigerten Nationalismus gekennzeichnet. Und hier tritt der Begriff der politischen Romantik in eine verhängnisvollere Konstellation. Was in Novalis‘ fast unschuldig-politischen Schrift „Glauben und Liebe“ noch eine freundliche, idealische Note besaß und in „Die Christenheit oder Europa“ als gewaltlose soziale Utopie eines einigen Europas auftrat, ohne Nationalismus, nimmt im Laufe der Zeit zunehmend politisch-praktischere Züge an, so etwa bei Adam Müller. Die Frage der Französischen Revolution nach einer neuen Form von Gemeinschaft ist Ende des 18. Jahrhunderts und nur wenige Jahre nach dem Terror der Revolution und einer ungeheuren Staatsmaschine bei Novalis, bei Schiller und im Schlegelkreis weiter virulent. Allerdings geht Novalis einen anderen Weg als die Gebrüder Schlegel und auch Friedrich Schiller, dem das Blut der Revolution ebenfalls ein Grauen war, der aber in seinen „Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen“ über den Gedanken der ästhetischen Bildung, daß der Mensch durch die Schönheit hindurch zur Freiheit wandere, eine andere Komponente enthielt als den Glauben und die alle Menschen in einer Gemeinschaft vereinende Religion. Solche Szenarien, bereits in der frühen Romantik angelegt, weisen darauf, daß es sich bei der Romantik nicht nur um eine ästhetische Bewegung handelt, sondern daß darin auch ein politischer, gesellschaftlicher Aspekt steckte. Petersdorff schreibt:

„Die Romantik wählte einen dritten Weg zwischen der alten absolutistischen Ordnung und der neuen Idee der Demokratie, denn sie will den Staat und die Gesellschaft über ‚Glaube und Liebe‘ integrieren, wie es der Titel der Sammlung ankündigt. ‚Uneigennützige Liebe im Herzen und ihre Maxime im Kopf‘ sei die Basis der Staatsverbindung, behauptet Novalis, und damit der Staat das Herz der Bürger erreiche, muss er sichtbar und erlebbar sein – daher die zitierten Vorschläge zum Bild der Königin in den Wohnzimmern und zum Marmorstandbild Schadows. Novalis hält damit an der Monarchie fest. Ein wahrhaftes Königspaar erreiche ‚den ganzen Menschen‘ während die abstrakte Republik mit ihrer Verfassung ‚für den bloßen Verstand‘ gemacht sei. Wenn sich die Bürger an den Herrschern als Idealmenschen orientieren, könne man auf eine Veredelung der ‚öffentlichen Gesinnung‘ hoffen. Der romantische Staat greift also weit aus, will die Gesellschaft formieren und den Einzelnen erziehen, in dessen Privatbereich er mit seinen Zeichen und Symbolen hineinreicht.“

Doch mit Napoleon stand plötzlich ein anderes Europa auf der politischen Tagesordnung. Die europäische Einheit war nicht mehr über eine Kombination aus Gefühl, Glaube und Vernunft zu bewerkstelligen, sondern über die imperiale Politik der Eroberung und Landnahme, wenn auch im Zeichen der französischen Aufklärung und des Code Civil. Und der Staat erwies sich als eine funktionale Angelegenheit. Was eine gewisse postmetaphysische Zerrissenheit nach sich zog, für die Hegel im Kontext der heraufziehendne ästhetischen und sozialen Moderne den Begriff der Entzweiung fand. (Wer diese Zusammenhänge politischer Theorie und Philosophie im Kontext mit Hegels Denken nachlesen will, der greife unbedingt zu der großartigen Studie von Joachim Ritter „Hegel und die französische Revolution“. Das Buch hat mir damals während meines Studiums zahlreiche Bereiche des hegelschen Denkens aufgetan.) Bei von Petersdorff heißt es in bezug auf Novalis weiter:

„Mit ‚Glaube und Liebe‘ liegen die Grundideen der politischen Romantik vor. Sie waren als Antwort auf die Französische Revolution und die Krise der alteuropäischen Ordnung entwickelt worden, aber um 1800 bestand noch kein unmittelbarer Handlungsdruck, und Friedrich von Hardenberg musste auch keine direkten Kriegserfahrungen machen. Dies änderte sich mit den Napoleonischen Kriegen und der Auflösung des ‚Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation‘ (1806). Für den utopischen, auch ein wenig spielerisch-idyllischen Charakter von ‚Glaube und Liebe‘ war kein Platz mehr.“

So leuchtet von Petersdorff die unterschiedlichen Konstellationen und Felder der Romantik aus und schlägt immer wieder den Bogen in die Gegenwart. So etwa über Richard Rortys liberale Ironikern aus „Kontingenz, Ironie und Solidarität“; und auch im letzten Kapitel des Buches „Verjüngungen. Romantik im 20 Jahrhundert und in der Gegenwart“ werden aktuelle Phänomene des Pop, von Bob Dylan bis Tocotronic und auch der Literatur genannt. Ebenso gestreift wird das Thema der romantischen Liebe – bis heute uns beschäftigend. Im Gegensatz aber zur Neubestimmung der Ironie in der Frühromantik, zur Neubestimmung des Fragments, der Etablierung einer Transzendentalpoesie sowie zum Romantisieren und der Suche nach dem Unbedingten kommt es bei der romantischen Liebe nicht zu einer Eigenentwicklung, sondern es werden bereits im frühen 18. Jahrhundert etablierte Kulturformen lediglich aufgenommen. Der Vorstellungskomplex der romantischen Liebe ist in diesem Sinne nicht romantisch, sondern liegt zeitlich vor der Romantik, so von Petersdorff. Dennoch kommen, insbesondere in Friedrich Schlegels „Lucinde“, freiere Formen der Liebe ins Spiel. Unendliche Gespräche und gar ein Spiel mit den Geschlechterrollen, indem sich per Phantasie jeder der Akteure ins andere Geschlecht versetzt. Auch die Briefkultur als Ausdruck ästhetischer und lebensweltlicher Subjektivität gewinnt an Bedeutung und wird ästhetisch fruchtbar gemacht. Petersdorff nennt hier Clemens von Brentanos Korrespondenz mit Sophie Mereau. Ebenso aber kommt auch im heiligen Bezirk inniger heiliger Liebe die Ironie wieder ins Spiel, wie von Petersdorff an einem Gedicht von Heine zeigt.

Was in diesem Buch im Blick auf die Ästhetik, die Kunst, die Philosophie und auch das Spazieren und Reisen freilich fehlt, und das halte ich für eine erhebliche Lücke dieser Einführung, sind die Bezüge zu Wilhelm Heinrich Wackenroder, nämlich die „Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders“, jenes Buch, das man als eines der „Gründungsdokumente“ der Romantik ansehen kann – zusammen zwar mit Ludwig Tieck verfaßt, aber wesentlichen Passagen stammen aus der Feder Wackenroders. Jener Kontrast und doch zugleich das Zusammenspiel zwischen der Kunst Albrecht Dürers und der von Raffael. Nürnberg und Italien. Mit Hölderlin gesagt und wie er im Dezember 1801 in jenem berühmten Brief an den Schriftstellerfreund Casimir Ulrich Boehlendorf schrieb: „Wir lernen nichts schwerer als das Nationelle frei gebrauchen.“ Wesentlich scheint mir dieser Wackenrodertext auch deshalb, weil darin im Feld der Kunst wie auch der Betrachtungen von Welt der Gegensatz zwischen Eigenem und Anderem, zwischen Nationalem und Fremden aufgelöst wurde und hier ein Modell des Miteinanders von Verschiedenem aufschien, das im Laufe der Zeiten und der Zuspitzungen verlorenging. Diese Kurve der Romantik und der Bezug auch zu Hölderlins Denken fehlen leider. Und das Adjektiv „romanisch“ als Beschreibung eines angenehmen Szenarios und einer Stimmung kommt meines Wissens ebenfalls zum ersten Mal bei Wackenroder vor. So im Brief an die Eltern vom 24. Juni 1793: „Nürnberg ist eine Stadt, wie ich noch keine gesehen habe, u hat ein ganz besonderes Interesse für mich. Man kann sie ihres Äußeren wegen in der Art romantisch nennen.“

Nun ist es in einer Rezension zwar immer bequem zu schreiben, was der Rezensent vermißt und was er haben will, zumal ein Autor kaum gehalten ist, den Wünschen des Rezensenten entgegenzukommen. Da es sich in diesem Falle jedoch, aus den oben gerade genannten Gründen, nicht bloß um eine subjektive Präferenz handelt, Wackenroder einen Abschnitt zu widmen, scheint mir dieser Einwand doch gewichtig. Allerdings schmälert er nicht das Buch selbst und die Leistungen von Petersdorffs, eine ansprechende Einführung geschrieben zu haben, die einen Blick auf den Gefühls- und Denkhorizont der Romantik liefert, und zwar in der Weise, daß darin nicht bloß eine Epoche mit ihren unterschiedlichen Ausprägungen beschrieben wird, sondern ein Gefühls- und Denklage, die bis in die Gegenwart des Pop und der Kunst hinein in unterschiedlichen Formen immer wieder zum Tragen kommt und wirkmächtig ist.

Der Schluß des Buches freilich, daß von Petersdorff ausgerechnet mit Dirk von Loetzow den romantischen Sänger wieder auftreten und auferstehen läßt, scheint mir bei aller Liebe zu Tocotronic, die der Rezensent hegt (und dies hat er an vielen Stellen dieses Blogs bewiesen), doch ein wenig weit hergeholt – auch philosophisch genommen. Wenn man es böse wollte, könnte man die Texte von Tocotronic als Slogan- oder Protokollsatz-Dichtung benennen. Aber gut: es geht dem Buch um Gefühlslagen, die einen Teil der Romantik ausmachen und dazu gehört dann eben auch der romantisch inspirierte Pop-Sänger (und die vorletzte Platte hieß ja auch „Die Unendlichkeit“): Keine Ferne macht dich schwierig, kommst geflogen und gebannt und zuletzt des Lichts begierig bist du Schmetterling verbrannt. Das eben ist die selige Sehnsucht, der nur die wenigsten entkommen und das ist es, was wir begehren. Das Absolute steckt zugleich im Augenblick und im Detail. Im Küssen, im unendlichen Gespräch, am Strand der Elbe, gemeinsam auf einer Englandjacke sitzend, während seine Hand zum ersten Mal durch ihr blondes Haar strich. Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren … Und dieses Gedicht eben, von Novalis, aus dem „Heinrich von Ofterdingen, ist neben einiger Dichtung Eichendorffs, eines der schönsten Stücke der romantischen Lyrik:

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt ins freye Leben
Und in die Welt wird zurück begeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu ächter Klarheit werden gatten,
Und man in Mährchen und Gedichten
Erkennt die wahren Weltgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort

Jenes geheime Reich müssen wir uns erlesen. Und ganz im Sinne der Phänomenologen bleibt dann im Blick auf die Romantik nur zu sagen: Zu den Texten, citoyens!

Dirk von Petersdorff: Romantik. Eine Einführung, Klostermann Verlag 2020 (Klostermann Rote Reihe 126), 162 Seiten, mit farbigen Abbildungen. Kt 16,80 €, ISBN 978-3-465-04394-2

33 Gedanken zu „„Keine Ferne macht dich schwierig“ – Dirk von Petersdorff „Romantik. Eine Einführung“

  1. Brillant kritikt! 🙂 Es ist gut, dass du darüber schreibst, denn unser Zeitalter ist alles andere als romantisch, sodass die Zeitgenossen unter Romantik Kerzenschein und Gebäck in Herzchenform verstehen. Darüber rümpfe ich häufig die Nase🙂

  2. Nein, romantisch ist es in der Tat nicht. Wobei es das vermutlich auch vor 220 Jahren nicht war, sondern eher eine Weise des Denkens, Lebens und des Bezugs zur Philosophie und Literatur.

  3. Mich wundert, dass das schon 1995 losging. Ich hatte die Romantik bisher ausschließlich in der Restaurationszeit verortet und die ganze Literatur und Kunst bis 1815 der Klassik zugeschlagen.

  4. Was Du meinst, sind vermutlich eher schon die zur Heidelberger Romantik und dann zur sogenannten Berliner Romantik gehörenden Zirkel und auch Eichendorff und wohl auch die politische Romantik. Zentral und Einfalltor für die Frühromantik sind Kants „Kritik der Urteilskraft“ und Fichtes Wissenschaftslehre von 1794/95, und daran anknüpfend das Älteste Systemprogramm sowie die Schriften Schellings und Schleiermachers aus diesen Jahren. (Auch Hölderlins „Urteil und Seyn“ sowie das Fragment „Vom Werden im Vergehen“ sind nicht zu vergessen. Auch wenn man diese Schriften wohl nicht direkt zur Romantik rechnen kann, so zeigen sie doch eine Korrespondenz von Literatur, Ästhetik und Philosophie. Und auch den „Hyperion“ würde ich in diese Konstellation stellen wollen.

    Wesentlich für die Romantik als Philosophie und damit als Verbindung von Literatur und Philosophie sind sicherlich die Jahre zwischen 1795 und 1801 (mit dem Tod von Novalis) und darin vor allem als poetologischer Auftakt auch Schillers „Über naive und sentimentalische Dichtung“, aber vor allem Schlegels Schrift „Über das Studium der griechischen Poesie“ (beide 1795 geschrieben und von einer ähnlichen Frage handelnd im Blick auf das Verhältnis von Antike und Moderne in der Kunst, auch im Sinne der „Querelle des Anciens et des Modernes“ im Übergang vom 17. zum 18. Jhd in Frankreich und damit auch der Frage nach den nationalen Eigenarten der Dichtung.) Virulent wurde hier und bei Schiller und Schlegel eine neue, moderne Poetik. Und dann vor allem sind zu lesen die Athenäum-Fragmente von Friedrich Schlegel aus der gleichnamigen von den Gebrüdern Schlegel herausgegebenen Zeitschrift, die zwischen 1798 und 1800 erschien. Das Fragment 116 liefert in nuce eine Poetik der Romantik und bietet einen guten Einstieg. Dann noch von Novalis ebenfalls dort erschienen die Blüthenstaub-Sammlung – bereits vom Titel schon voraussetzungsvoll. All das, was in dieser Zeit von Friedrich und August-Wilhelm Schlegel, Novalis, Ludwig Tieck, Wackenroder geschrieben wurde, kann man zur Frühromantik zählen. Klassik und Frühromantik sind nicht nur als Gegensätze zu begreifen. (Und auch das, was man Sturm und Drang nennt, insbesondere Goethes Werther ist hier für die Literatur nicht zu unterschätzen.)

    Der Oberbegriff Klassik ist aber doch problematisch, wenn man darunter allzuviel faßt, denn so verliert sich das Spezifische der jeweiligen Dichtung: Hölderlin und Kleist etwa sind gewiß keine klassischen Autoren. Ebensowenig Novalis, Wackenroder, Schlegel und Brentano. Eichendorff und E.T.A Hoffmann, die bereits einer etwas späteren Periode angehören, ebensowenig. Und der (auch klassische) Schiller wiederum starb bereits 1805. Sinnvoller als solche Epochenbegriffe scheint mir am Ende immer wieder die Lektüre der Texte selbst zu sein, um Differenzen wie auch Gemeinsamkeiten und auch das Neue, das etwa die Schlegels von Goethe trennte, der in Weimar eine Autorität war, die auch von den Gebrüdern Schlegel anerkannt wurde, herauszuarbeiten. Schon aufgrund seines bahnbrechenden „Wilhelm Meisters Lehrjare“, der als sogenannter Bildungsroman das Vorbild auch für Novalisʼ „Heinrich von Ofterdingen“ abgab. Womit wir bei der romantischen Literaturkritik sind und der These Fr. Schlegels, daß ein Roman nur durch einen anderen Roman angemessen kritisiert werden kann: „Poesie kann nur durch Poesie kritisiert werden. Ein Kunsturteil, welches nicht selbst ein Kunstwerk ist, entweder im Stoff, als Darstellung des notwendigen Eindrucks in seinem Werden, oder durch eine schöne Form, und einen im Geist der alten römischen Satire liberalen Ton, hat gar kein Bürgerrecht im Reiche der Kunst.“ (Fr. Schlegel, Lyceum) Hier finden wir vielleicht für die Moderne zum ersten Mal explizit ausgesprochen das Motiv eines Ästhetischwerdens von Kritik. (Daß Walter Benjamin über den „Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik“ promovierte, sei noch am Rande erwähnt.)

    Wesentlich ist, wie gesagt, in diesem philosophisch-ästhetischen Kontext vor allem die (Jenaer) Frühromantik. In meinen Augen ist dies eine der bedeutendsten Epochen von Literatur und Ästhetik und Philosophie im Zusammenspiel. Man nehme nur Hölderlin und Novalis. Spannender fast noch als die Hochtouren der ästhetischen Moderne des frühen 20. Jahrhunderts mit Kafka, Joyce, Benn, Dos Passos, Brecht, Döblin, Proust, den Brüdern Mann.

    Ein besonderer Leckerbissen der Schwarzen Romantik und der Kritik der heraufziehenden Moderne und dem, was bei Hegel als Entzweiung gedacht und zugleich auch wieder fruchtbar gemacht wird, sind die „Nachtwachen“ von Bonaventura von 1805. (Einem Pseudonym des Autors August Klingmann.)

  5. Ich weiß das ja alles nur von einer Germanistin mit der ich mal liiert war, und die hatte das im Studium so gelernt dass das eine Richtung in Literatur, Malerei und Musik war, ohne systematisch-philosophischen Überbau, und politisch eine Reaktion auf die ´Restauration, und nicht nur in Deutschland. Auch Shelley und Bram Stokers Dracula gehörten in dieser Lesart in die Romantik.

  6. Zwischen Benn und Dos Passos gehört ein Komma, oder wir schaffen jetzt ein Gerücht um den Dichter Benjamin Dos Passos;-)

  7. Also entweder hat jene Germanistin sehr schlecht aufgepaßt oder aber sie hat einen Menschen als Professor, den die Gemeinde mit Schimpf und Schande aus dem Amt jagen sollte. Romantik ist eine komplexe und vielschichtige Bewegung. Es gab in Deutschland die Frühromantik, die Heidelberger und die Berliner Romantik. Selbst Heinrich Heine kann man in gewissem Sinne noch der Spätromantik zurechnen, weil er den Ton des Sehnens trifft, aber in gebrochener Weise mit Witz und mit Ironie. So wie das schöne Gedicht vom Sonnenuntergang:

    Das Fräulein stand am Meere
    Und seufzte lang und bang,
    Es rührte sie so sehre
    Der Sonnenuntergang.

    Mein Fräulein! sein Sie munter,
    Das ist ein altes Stück;
    Hier vorne geht sie unter
    Und kehrt von hinten zurück.

    In der Frühromantik fanden, vor allem bei den Schlegels und bei Novalis, explizit ästhetisch-philosophische Überlegungen statt, man nehme nur Novalis‘ „Fichte-Studien“, die sich eben mit Fichtes Philosophie des Ich und seiner Wissenschaftslehre und der Verbindung von Theorie und Praxis auseinandersetzen. Oder Schlegels Vorlesungen in Jena um 1800 zur Transzendentalphilosophie oder Schellings „System des transzendentalen Idealismus“, das zumindest im Kontext und in Korrespondenz zur Romantik steht, auch wenn darin die Philosophie eben noch nicht ästhetisch wird.

    Die englische Romantik und die französische ist nochmal eine andere Geschichte. Und auch Caspar David Friedrich – darin sich wiederum die Frage nach dem Erhabenen und der Kantdiskurs niederschlägt, hier eben nur nicht mehr im Blick auf das Erhabene der Natur, wie noch bei Kant, sondern im Rahmen der Kunst. Dazu dann auch von Heinrich von Kleist den zu C.D. Friedrich unbedingt lesenswerten Zeitungsaufsatz zu lesenden „Empfindungen vor Friedrichs Seelandschaft“.

    Insofern ist es bei solchen Begriffen unabdingbar, ganz genau zu fragen, was darunter genau befaßt sein soll und welcher Part gemeint ist.

    Benjamin Dos Passos: Stimmt, ein Komma würde da guttun oder wir hätten eben aus dem Geist fehlerhafter Interpunktion einen neuen Dichter erzeugt. (Das werde ich gleich mal korrigieren.)

  8. Matuscheks Buch heißt „Der gedichtete Himmel“. Der geteilte ist von Christa Wolf.

  9. Das ist völlig richtig und das habe ich sogleich korrigiert. Danke für den Hinweis des aufmerksamen Lesers. Vom Gang zum Schrank mit den zu lesenden Büchern hin zum Schreibpult gingen da wohl die Gedanken durcheinander. Als Fehlleistung gefällt es mir dennoch, bringt es doch den für dies Epoche wesentlichen Begriff der Entzweiung zum Ausdruck.

  10. Was diese Germanistin vertrat und wohl direkt von ihren Profs übernommen hatte war eine sehr sozialhistorische Auffassung von Kulturgeschichte, die wohl auf Lukascz zurückgeht. Schematisiert etwa so: Die Romantik ist die Literatur, Malerei und Musik des Restaurationszeitalters, eine eskapistische Reaktion auf das vorläufige Scheitern der bürgerlichen Emanzipation nach Waterloo. Äquivalent gehören das Biedermeier als Kleidungs- und Einrichtungsstil und der Historismus als Architektur dazu. Die Schauerromantik u.a. E.T.A. Hoffmanns oder Shelleys mündet dann in England in die Horror-Fantasy- und Science-fiction-Literatur, da gehöre dann Tolkien noch als Spätausläufer hinein. So etwa. Aber das ist etwas, das sie mir in Kreta beim Ouzo erzählt hat.

    Meine Deutsch-L-Lehrerin vertrat das aber auch so ähnlich.

  11. Der erste Teil bis „Die Schauerromantik“ ist falsch, was die Frühromantik betrifft. Auch sozialhistorisch ist das falsch und eine Vergröberung. Es gibt Teile der Romantik, die man als konservativ bezeichnen kann. Friedrich Schlegel wurde später katholisch, Joseph Görres kann man da auch mit hineinnehmen. Ein Bruch setzte auf alle Fälle mit den napoleonischen Kriegen ein und einem erwachenden Nationalbewußtsein und auch mit dem Auseinanderfallen des Jenaer Kreises um 1801 gab es einen Schnitt. Insofern muß man bei „Romantik“ sehr genau sehen, was gemeint ist: welche Autoren, welche Phase, welche Texte vor allem. Aber selbst in der Heidelberger Romantik griffe es zu kurz, diese als politisch konservativ zu bezeichnen. Sowas sind unkritische Schematisierungen und Lukács‘ Buch „Die Zerstörung der Vernunft“, wo es ihm eben um den Irrationalisismusnachweis ging, ist nicht gerade sein bestes Buch. Oder wie Adorno es formulierte: Da war wohl Lukacs‘ Vernunft selber ein wenig zerstört.

    Was die Schauerromantik oder die schwarze Romantik betrifft, so ist das eine etwas schematische Darstellung. In der Tat aber loten Teile der Romantik, so E.T.A. Hoffmann etwa und Bonaventura mit seinen „Nachtwachen“, Tieck in seinem „Phantasus“ und in Teilen auch Eichendorff im „Marmorbild“ die Abgründe aus. (Allerdings gibt es auch bei Novalis schon jene „Hymnen an die Nacht“) Und es gibt bei Eichendorff eine gegen die Französische Revolution kritische Tendenz, man nehme sein „Das Schloß Dürande“ – aber dieser Text ist bereits in den 1830er Jahren erschienen. Die Einteilung progressiv – reaktionär läuft jedoch bei all diesen Bewegungen fehl. Es gibt in der späteren Romantik teils restaurative Tendenzen. Das aber, was die Schlegels, Tieck, Novalis, Wackenroder in Jena machten, ist alles andere als restaurativ, sondern ästhetisch, politisch und gesellschaftlich geradezu revolutionär und eine Umwälzung der Denkverhältnisse.

    Und weil es eben auf die Details ankommt, ist es wichtig, solche Dinge nicht mit Oberbegriffen zu verstellen: da kommt dann eben raus, daß Dialektik bei Hegel These, Antithese, Synthese ist – was schlicht quatsch ist, Hegel sagt das nirgends. Ähnliches beim Begriff des Idealismus und eben auch bei dem der Romantik.

  12. Das ist wahrscheinlich eine sehr klassisch marxistische Sicht auf die Literaturgeschichte. Da fällt mir ein alter Witz ein:

    Impressionismus – man malt, was man fühlt
    Expressionismus – man malt, was man denkt
    Surrealismus – man malt, was man träumt
    Sozialistischer Realismus – man malt, was man darf

  13. @Und weil es eben auf die Details ankommt, ist es wichtig, solche Dinge nicht mit Oberbegriffen zu verstellen: da kommt dann eben raus, daß Dialektik bei Hegel These, Antithese, Synthese ist – was schlicht quatsch ist, Hegel sagt das nirgends. —–> Sondern was?

  14. Die Trias „These, Antithese, Synthese“ findet sich bei Fichte, und es ist dies auch deshalb eine unzutreffende Beschreibung, weil mit diesem stark Schematischen der Gehalt und das Wesen von Dialektik eskamotiert wird. Und das eben ist ganz und gar undialektik. Dialektik sollte, als Selbstexplikation, dialektisch ausfallen. Wollte man für Hegels Dialektik ein Strukturprinzip finden, dann ist das dialektische Verhältnis das der Identität von Nichtidentiät und Identität. So zumindest faßt Hegel es in der sogenannten Differenzschrift für das Absolute: „Das Absolute selbst aber ist darum die Identität der Identität und der Nichtidentität.“ Es sind relationale reflexionslogische Beziehungen. Und es geht dabei um eine bestimmte Form der Darstellung. Und aus solche darstellungslogischen Gründen ist eben diese Fichtische Trias eine Verkürzung. Morgen dazu vielleicht mehr, anhand einiger Hegel-Zitate, um diese Bewegung des Begriffs – das eben ist das Medium der Dialektik und darin wird sie reflexiv ausgetragen – darzulegen. Vielleicht im Augenblick nur soviel als Zitat, nämlich der zentrale § 31 aus den „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ zur Darstellung von Dialektik:

    „Das bewegende Prinzip des Begriffs, als die Besonderungen des Allgemeinen nicht nur auflösend, sondern auch hervorbringend, heiße ich die Dialektik – Dialektik also nicht in dem Sinne, daß sie einen dem Gefühl, dem unmittelbaren Bewußtsein überhaupt gegebenen Gegenstand, Satz usf. auflöst, verwirrt, herüber- und hinüberführt und es nur mit Herleiten seines Gegenteils zu tun hat – eine negative Weise, wie sie häufig auch bei Platon erscheint. Sie kann so das Gegenteil einer Vorstellung, oder entschieden wie der alte Skeptizismus den Widerspruch derselben, oder auch matter Weise eine Annäherung zur Wahrheit, eine moderne Halbheit, als ihr letztes Resultat ansehen. Die höhere Dialektik des Begriffes ist, die Bestimmung nicht bloß als Schranke und Gegenteil, sondern aus ihr den positiven Inhalt und Resultat hervorzubringen und aufzufassen, als wodurch sie allein Entwicklung und immanentes Fortschreiten ist. Diese Dialektik ist dann nicht äußeres Tun eines subjektiven Denkens, sondern die eigene Seele des Inhalts, die organisch ihre Zweige und Früchte hervortreibt. Dieser Entwicklung der Idee als eigener Tätigkeit ihrer Vernunft sieht das Denken als subjektives, ohne seinerseits eine Zutat hinzuzufügen, nur zu. Etwas vernünftig betrachten heißt, nicht an den Gegenstand von außen her eine Vernunft hinzubringen und ihn dadurch bearbeiten, sondern der Gegenstand ist für sich selbst vernünftig; hier ist es der Geist in seiner Freiheit, die höchste Spitze der selbstbewußten Vernunft, die sich Wirklichkeit gibt und als existierende Welt erzeugt; die Wissenschaft hat nur das Geschäft, diese eigene Arbeit der Vernunft der Sache zum Bewußtsein zu bringen.“

  15. Der Bruch zwischen Horkheimer und Otto Neurath im amerikanischen Exil 1937 erfolgte angeblich, nachdem Neurath Dialektik als „Hokuspokus“ bezeichnete. Recht hatte er.

  16. In der Tat ist es richtig, solchen, die es nicht vermögen, über ihren eigenen Horizont zu blicken, einen Tritt zu verpassen.

  17. Bei Neurath denke ich dann auch an den Dunning-Kruger-Effekt. Leute, die über etwas sprechen, als wüßten sie wovon sie sprechen, ohne je eine Zeile gelesen zu haben.

  18. Und Ergänzung noch Einsteins „Physik und Realität“, was dann zuallererst die Frage: „Was für eine Wirklichkeit?“ zurück und offenlässt.

  19. Ich beschäftige mich gerade mit Quantenphysik, zum Beispiel dem EPR (Einsten-Podolsdki-Rosen-Theorem) und dem Bell-Theorem, und da stellt sich dann allen Ernstes die Frage „Gibt es eine Realität?“

  20. Na ja, dazu muß man zunächst fragen, was unter „Realität“ zu verstehen ist. Was ein „gibt es?“ bedeutet. Insofern sind solche Fragen bereits sehr voraussetzungvoll und beinhalten zahlreiche andere Fragen.

  21. Hinzu kommt bei Hegel noch, daß Wirklichkeit bei ihm nicht Realität meint und daß Hegel solche Wirklichkeit anders faßt als wir sie im Alltagsverständnis nehmen und verwenden.

    „Wir machen Begriffe. Diese sind etwas von uns Gesetztes, aber der Begriff enthält auch die Sache an und für sich selbst. In Verhältnis zu ihm ist das Wesen wieder das Gesetzte, aber das Gesetzte verhält sich doch als wahr. Der Begriff ist teils der subjektive, teils der objektive. Die Idee ist die Vereinigung von Subjektivem und Objektivem. Wenn wir sagen, es ist ein bloßer Begriff, so vermissen wir darin die Realität. Die bloße Objektivität hingegen ist ein Begriffloses. Die Idee aber gibt an, wie die Realität durch den Begriff bestimmt ist. Alles Wirkliche ist eine Idee.“ (Hegel, Logik für die Mittelklasse, 1810/1811)

    „Indem wir in der Philosophie die Idee erkennen, so erkennen wir das Wirkliche selbst, das, was ist, nicht das, was nicht ist.“ (Hegel, Vorlesungen über Philosophie des Rechts, Berlin 1819/20)

  22. Das bringt ziemlich präzise auf den Punkt, was Idealismus eigentlich meint.
    Und in dem Zusammenhang auch, dass Materialismus dazu keinen Gegensatz, sondern eine Anwendungsweise darstellt, im Unterschied zu Naturalismus und Objektivismus.

  23. Insofern halte ich auch die Unterscheidung Idealismus – Materialismus in bezug auf Hegel für wenig zielführend, sondern vielmehr würde ich hier von einer Form der dialektischen Logik sprechen, die in ihrer Reflexivität Subjekt wie Objekt umfaßt und auch die Weise des Bezuges mitdenkt. Idee meint hier eben nicht das, was von der Realität des Lebens bzw. von der Objektivität geschieden wäre und dem wir irgendwie gegenüberstehen, so daß sich da ein Subjekt-Objekt-Dualismus zuträgt, sondern sie ist der wirkende Logos. Mal abgesehen von der problematischen Annahme einer Platonschen Ideenlehre, bringt es diese Passage aus Hegels Ästhetik-Vorlesungen gut auf den Punkt.

    „Die Platonische Idee jedoch ist selber noch nicht das wahrhaft Konkrete, denn in ihrem Begriffe und ihrer Allgemeinheit aufgefaßt, gilt sie schon für das Wahrhaftige. In dieser Allgemeinheit genommen, ist sie jedoch noch nicht verwirklicht und das in ihrer Wirklichkeit für sich selbst Wahre. Sie bleibt beim bloßen Ansich stehen. Wie aber der Begriff nicht ohne seine Objektivität wahrhaft Begriff ist, so ist auch die Idee nicht ohne ihre Wirklichkeit und außerhalb derselben wahrhaft Idee. Die Idee muß deshalb zur Wirklichkeit fortgehen und erhält dieselbe nur erst durch die an sich selbst begriffsgemäße wirkliche Subjektivität und deren ideelles Fürsichsein.“ (Hegel, Vorlesungen über Ästhetik)

    (Wobei man dazu sagen muß, daß es sich hier um Vorlesungen handelt und einem Text, der nicht von Hegel selbst stammt, sondern um Aufzeichnungen seines Schülers Hotho.)

  24. Nochmal zurück zum Realitätsbegriff der Quantenphysik: Da wird davon ausgegangen, dass das Universum von nichtörtlichen Quantenverschränkungen bestimmt wird, die über Milliarden Lichtjahre in Nullzeit wirken, obwohl die Lichtgeschwindigkeit die höchste Geschwindigkeit ist. Es wird sozusagen an ihr vorbeigebeamt. Gleichzeitig erzeugt jeder Quantensprung ein Paralleluniversum, also muss es ein Universum, in dem Hitler den Zweiten Weltkrieg gewonnen hat naturnotwendig ebenso geben wie Eines in dem der Erste Weltkrieg niemals stattgefunden hat, Eines, in dem Kaiser Germanicus Jesus in Rom empfangen hat und Eines, in dem die Dinosaurier fortleben etc, Wirklich real sind nur die Schrödinger-Gleichungen und die universelle Wellenfunktion in einem unendlich dimensionalen mathematischen Raum.

  25. „Quantenzustände mit positiver Energie sind nur die Hälfte der Geschichte. Die andere Hälfte ist die Absorption der ausgesandten Zustände, was mit einer Wirkung aus der Zukunft mit negativer Energie einhergeht (Retro-Kausalität durch Rückwärtswirkungen in der Zeit). Diese Welr der Möglichkeiten ist nicht in Raum und Zeit, sondern eine höherdimensionale Welt, deren Struktur von der Mathematik der Quantentheorie beschrieben wird.“ Ruth Kastner, Lehrstuhlinhaberin für Quantenphysik, University of Maryland

  26. Rüdiger Vaas von Bild der Wissenschaft bezeichnete alle quantenphysikalischen Modelle als für die Wissenschaft und erst recht den Alltagsverstand schwer vermittelbare Zumutungen. Douglas Adams wusste es schon. Wenn wir meinen, das Universum begriffen zu haben wird es augenblicklich durch etwas noch komplexeres und bizarreres ersetzt. Einige meinen, dass dies schon geschehen sei.

  27. Das mag so sein – und es unser Geist, der all dies zu erkennen und dies in Berechnungen und Formeln und Sätzen aufzuschreiben vermag. Wir sind es, die der Natur die Gesetze ablauschen. Und in diesem Sinne schildert ja auch Hegel in seiner Enzyklopädie den Übergang der Natur in den Geist. In der Enzyklopädie geht es um das System unseres Wissens und den Zusammenhang der verschiedenen Bereiche. Und erst im Geist kommt diese Natur als an-sich zu sich selbst. Für die Literatur ist das auf alle Fälle interessant und auch im Blick auf eine dialektische Logik. Seine „Wissenschaft der Logik“ bezeichnete Hegel im übrigen als das Denken Gottes vor der Erschaffung der Welt. Wir haben hier also im Anfang nicht Ontologie, sondern logische Notwendigkeit und Bezüglichkeit.

    Am Ende aber ist der Probierstein doch immer wieder unsere Lebenswelt und das was er Sittlichkeit nennt (Ein Denken, daß diese Möglichkeiten integrieren kann, wird auch einen Wandel für die Gesellschaftsformation bedeuten, in der es sich zuträgt.) Auch das ist es, was wir von Hegel lernen können. Und aus diesem Grunde ist für ihn das Denken von Natur, von Geschichte, von Religion und von Kunst derart wichtig.

  28. Wobei ich denke, daß in solchen Fragen schon mehr eine Rolle spielt und Erkenntnistheorie hier nicht ausreicht. Und deshalb eben spricht Hegel nicht mehr von Erkenntnistheorie, sondern kritisiert sie, etwa in der Form wie Kant sie betreibt, und verbindet Metaphysik und Logik. Vor allem stellt er die Frage nach dem Absoluten in einer neuen Form – freilich dabei auf die Tradition rekurrierend. Und auch die Erkenntnistheorie muß schließlich ihre Stellung in der Philosophie haben und ist nicht ihr letztes, sondern eine Färbung bzw. ein Aspekt derselben.

  29. Hier geht es ja um etwas Umfassendes, das auch die Welt- und Denkverhältnisse betrifft. Und in diesem Sinne gibt es bei Hegel keine Erkenntnistheorie und auch nicht die kantische (duale) Aufteilung in praktische und theoretische Philosophie, darin ist Hegel dann wiederum der Philosophie Platons nahe. Zum Erkennen sagt Hegel in der „Enzyklopädie“ treffend:

    „Ein Hauptgesichtspunkt der kritischen Philosophie ist, daß, ehe daran gegangen werde, Gott, das Wesen der Dinge usf. zu erkennen, das Erkenntnisvermögen selbst vorher zu untersuchen sei, ob es solches zu leisten fähig sei; man müsse das Instrument vorher kennenlernen, ehe man die Arbeit unternehme, die vermittels desselben zustande kommen soll; wenn es unzureichend sei, würde sonst alle Mühe vergebens verschwendet sein. – Dieser Gedanke hat so plausibel geschienen, daß er die größte Bewunderung und Zustimmung erweckt und das Erkennen aus seinem Interesse für die Gegenstände und dem Geschäfte mit denselben auf sich selbst, auf das Formelle, zurückgeführt hat. Will man sich jedoch nicht mit Worten täuschen, so ist leicht zu sehen, daß wohl andere Instrumente sich auf sonstige Weise etwa untersuchen und beurteilen lassen als durch das Vornehmen der eigentümlichen Arbeit, der sie bestimmt sind. Aber die Untersuchung des Erkennens kann nicht anders als erkennend geschehen; bei diesem sogenannten Werkzeuge heißt dasselbe untersuchen nichts anderes, als es erkennen. Erkennen wollen aber, ehe man erkenne, ist ebenso ungereimt als der weise Vorsatz jenes Scholastikus, schwimmen zu lernen, ehe er sich ins Wasser wage.“

    Was Hegel hier kritisiert ist ein Subjekt-Objekt-Dualismus. Wir sind nämlich immer schon im Element des Erkennens. Und wie das aussieht und das Verhältnis von Subjekt und Objekt fluid wird und zu einem solchen der gegenseitigen Bestimmung zeigt er paradigmatisch und und pointiert in seiner Einleitung zur „Phänomenologie des Geistes“, wo es um das sich entwickelnde und ausfaltende Verhältnis von Wissen und Wahrheit geht. Und um dabei noch einmal auf Netbitchs Frage der Dialektik zu kommen: genau an solchen Texten sieht man eine Dialektik im Selbstvollzug. Und solches zu lesen und dann Satz für Satz durchzugehen und zu verstehen versuchen, ist besser als jede abstrakte Definition von Dialektik. Und hier eben, in solchen Stellen finden wir Erkenntnis im Prozeß des Erkennens selbst wieder und auch das Moment, was in diesem Prozeß mit uns selbst geschieht und wie also das Bewußtsein sich bildet. In diesem Sinne geht dann auch die Rede davon, daß die „Phänomenologie des Geistes“ ein dialektischer Bildungsroman ist: nämlich der Gang des Geistes zum Wissen. (Wobei festzuhalten bleibt, daß Hegel die „Phänomenologie“ als Propädeutik zu seinem System konzipierte. Dieses voll ausgefaltet wird in der „Wissenschaft der Logik“ und dann vor allem in der „Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften“.)

  30. Das ist sehr überzeugend, aber in meinem Verständnis würde ich all dies – und übrigens auch die oben von mur angerissenen Aspekte der Quantenphysik – unter den Begriff Erkenntnistheorie fassen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.