Böhmischer Prater – Wien

Wien, Ende September 2018, Blasmusik tönt, wie selbstverständlich laufen die Burschen in Lederhose und die Madeln tragen Dirndl. Sie strömen zum Prater, dem Vergnügungspark im 2. Wiener Bezirk. Auch dort feiern die Wiener „ihr“ Oktoberfest. Exportiertes Bajuwarentum. In heutigen Zeiten hingegen will feiern gut überlegt sein – ob Gangbang, Bungabunga, Kit-Kat, Diskofox oder des Onkels 50er Geburtstag: nur mit negativem Coronatest oder gar nicht. Irgendwann aber geht es wieder nach Wien und auch in den herrlichen Prater und eben jenen „anderen“ Prater.

Den Prater, auch Wurstelprater genannt, kennen die meisten Wienreisenden zumindest dem Namen nach, wenngleich der tatsächliche Prater sehr viel größer ist, nämlich eine gedehnte Parklandschaft mit Auenwald, zwischen Donaukanal und Donau, im Südosten Wiens, nahe des Zentrums. Eine herrliche Landschaft, um sich zu erholen: obwohl Wien für den Besucher Erholung genug ist. Wer bisher nicht im Prater war, erinnert sich aber an jene spektakuläre Szene aus dem Film Der Dritte Mann: das Riesenrad, hoch über dem düsteren Nachkriegs-Wien und jene Gondel, wo Harry Lime (Orson Welles) seinem alten Freund Holly Martins (Joseph Cotton) mit Zynismus die neue Zeit erklärt. Der Prater in Wien-Leopoldstadt ist bis heute ein Riesenrummel.

Wer jedoch eine ausgefallenere Art des Jahrmarktes mag, wer Dinge schätzt, die aus der Zeit gefallen scheinen und wer Sinn fürs Abseitige hegt, der reise aus der Stadt hinaus in Richtung des Naherholungsgebiets Laaer Berg, an der Stadtgrenze, im Süden Wiens, 10. Bezirk Favoriten. Das ist Arbeitergegend, immer schon. Früher lebten dort Tschechen, heute die Kroaten, die Türken, die Kosovaren, und ebenso die Ureinheimischen. Eine Vielvölkerstadt. Mit der U-Bahn-Linie 1 fahre ich bis zum Reumannplatz, eine unwirtliche Gegend, nichts Spektakuläres dort, außer dem üblichen Grau oder ein Schißgrün des Wiener Gemeindebaus. Hier ist man im tatsächlichen Wien, weit ab von Heurigengemütlichkeit, von Stephansdom und Straußscher Walzerseligkeit. Hier fragt keiner in Barockkostüm verkleidet, ob man Karten für das große Wienerwalzerkonzert erstehen möchte. Hier ist Kanacksprack. Ich eile weiter und suche den 68er Bus, der mich zumindest in die Nähe dieses anderen Praters bringt, des Böhmischen Praters. Von der Haltestelle Urselbrunnengasse aus laufe ich dann nochmal eine Viertelstunde, um an diesen sagenumwobenen Ort zu gelangen. Leicht zu erreichen ist dieser Vergnügungspark nicht. Zumindest nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln, und wer es mit dem Fahrrad versucht, sollte keine Herzbeschwerden haben.

Endlich angekommen und dann geht’s hinein in die Welt des Vergnügungsparks, genauer gesagt eines Rummels, den es eigentlich so gar nicht mehr geben dürfte, weil man denkt, daß seine Zeit lange schon abgelaufen ist. Gleich links beim Eingang fällt mein Blick auf ein altes Ringelspiel. Dies ist die Bezeichnung für ein Karussell, dessen Figuren sich artig im Kreis drehen. Das Ringelspiel hat eine lange Tradition, es stammt vom Training der Ritter, die mit einer Lanze die seitlich aufgehängten Ringe durchstachen. Im Barock diente dieser Wettkampf dann zur Belustigung und wurde als Ringelreiten zum Vergnügungsspiel auf ein „Carrousel“ montiert.

Der Böhmische Prater entstand 1882, als sich eine Reihe von Ausflugslokalen für die Arbeiter auf dem Laaer Berg ansiedelte. Jene waren nötig geworden, damit die Habsburger Herrlichkeit sich erweiterte und die Stadt Wien neue Dimensionen annehmen und sich industrialisieren konnte. Wien wird zur Großstadt demoliert, so spottete später Karl Kraus. Zu den Ausflugslokalen für die Arbeiter gesellten sich 1883 die ersten Fahrgastgeschäfte: Kettenkarussell und Russische Schaukel. Damals hieß er noch Favoriten-Prater doch schnell bürgerte sich wegen der vielen Tschechen der Name Böhmischer Prater ein. Im Illustrierten Wiener Extrablatt von 1884 heißt es: „An Sonntagen geht es im Prater am Laaerberg, von welchem man eine herrliche Aussicht auf die Residenz genießt, so lustig zu, wie in der Donauau in der Leopoldstadt, welche Kaiser Joseph den Wienern geöffnet hat.“ Der eine und der andere Prater eben.

Weniger schön beschreibt es 1886 die Vorstadt-Zeitung:

„Ekelerregende Schnapsverkäuferinnen, welche in czechischem Idiom ihre Waare anbieten; schmutzstarrende alte Weiber, die um Almosen stehen. Krüppel, welche ihre Gebrechen zur Schau stellen, verstimmte Leierkasten, die ihre ohrenbetäubenden Klänge zum besten geben, markieren die Wege zu dieser merkwürdigen Kolonie.“

Im 20. Jahrhundert mußte die Politik den Schaustellern oftmals unter die Arme greifen, weil die Eigentümer des Geländes andere Projekte im Sinn hatten: 1984 wollte eine Firma für Spielautomaten dort Hotels und Spielhallen erreichten: „Klein Las Vegas“ sollte hier erblühen. Dem machte jedoch der Bezirk einen Strich durch die Rechnung. Das Praterareal wurde durch die Stadt Wien gekauft und so war ab 1986 sichergestellt, daß die Schausteller weitermachen konnten.

Das alte Ringelspiel von 1890 kreist also zum Glück noch immer. 1984 wurde das Karussell wegen seiner Einzigartigkeit unter Denkmalschutz gestellt. Mit seinen 12 Holzpferden ist es das älteste Ringelspiel Europas. Die Pferdchen heißen Peter, Susi, Otto, Gitti. Sie drehen sich und drehen sich an diesem Sonntagnachmittag im Kreis, zusammen mit der alten schönen Straßenbahn, dem BMW-Motorrad, der Dampflok und dem Oldtimer. Aber es sitzen nur wenige Kinder auf Pferd, Wagen, Motorrad. Karussellmusik ertönt aus der alten Orgel. Es ist wie in vergangenen Tagen und wenn man ein wenig phantasiert, reist man zurück in diese Zeit. Auch das macht den Reiz dieses Ortes aus. Aus der Zeit gefallen.

Aber der Böhmische Prater ist keineswegs nur Museumsdorf, sondern es gibt genauso moderneres Gerät. Der Karibik-Twister, die üblichen Automaten zum Armdrücken, Biergärten und der klassische Autoscooter, der hier schön alt Autodrom heißt.

Als Stadtspazierer ist es nicht meine Spezialität mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Aber gut ist es doch, auch mit Leuten zu sprechen, mit den Schaustellern, und sie zu befragen. So erfährt der Spaziergänger Dinge. Ich gucke ich mir jemanden aus, und am Riesenrad treffe ich Franz Reinhardt, Inhaber des alteingesessenen Schaustellerbetriebs gleichen Namens. Reinhardt ist zugleich Obmann im Verein der Schausteller im Böhmischen Prater. Ich frage ihn, wie lange er dieses Geschäft betreibe. Das, so Reinhardt, sei ein Lebenswerk, immer schon habe er das gemacht. Doch im Lauf der Zeiten hat sich vieles gewandelt. Das Geschäft ist härter geworden, die Konkurrenz durch andere Unterhaltung erheblich und die Leute kommen seltener. Zusammen mit dem Riesenrad betreibt er das Kaffeetassenkarussell und die alte Kartbahn für die Kleinen. Karussells mit Nostalgie, mit viel Charme und Schönheit.

Ich denke beim Anblick des Riesenrades und dessen Design an die 70er Jahre, obwohl es erst 1988 aufgebaut wurde. Aber genau so sahen auch damals die Gondeln aus. „Warten Sie mal!“, sagt Franz Reinhardt. Dann verschwindet er in seiner Schaustellerkabine und als er wiederkommt, hält er einen Katalog in der Hand: Favoriten und der Böhmische Prater. Laaerberg – Der andere Wiener Wald. „Darin finden Sie alles, was Sie wissen wollen“, sagt Reinhardt. Dann folgt eine Szene, die ich mir lieber nicht gewünscht hätte, und von diesem Punkt an hätte das Gespräch gerne beendet sein können. Aber das war es nicht. Es nahm eine unangenehme Wendung: „Und jetzt fahren wir Riesenrad!“, rief der Herr Reinhardt vergnügt. Die Sache hatte nur einen Haken: ich bin nicht schwindelfrei. Daran hat auch – als Konfrontationstherapie – das Fallschirmspringen nichts geändert, obgleich es doch seinen Reiz hat, mit einer alten Antonow in den Brandenburger Himmel aufzusteigen. Nicht einmal eine Leiter geht, geschweige ein Sessellift. Und schon gar nicht das Riesenrad. Ich lehne dankend ab, aber Herr Reinhardt hat eine Art zu überzeugen, der ich nicht wiederstehen konnte. Außerdem muß man für eine Reportage Opfer bringen, denke ich mir. Andere wühlen unendlich in Akten und recherchieren, ich hingegen fahre Riesenrad. Ich bin ein weißer alter privilegierter Mann, der seine Privilegien schwer genießt. Wir steigen ein. Herr Reinhardt gibt ein Zeichen und auf geht die Reise in der Gondel mit der schmalen Brüstung. Aber für Sicherheit ist gesorgt, er sei ja mit an Bord, so murmelt Herr Reinhardt.

Nein, das Riesenrad ist nicht riesig, es mißt gerade mal 21 Meter, das Wurstelprater-Riesenrand hat eine Höhe von knapp 65 Metern. Doch wenn man oben ist, schwebt man über Wien, sieht von der Höhe des Laaer Bergs auf die Stadt hinab. Donaucity und die alten Gasometer, in der Ferne der Stephansdom und noch weiter im Horizont ragt der herrliche Kahlenberg. Es ist ein wunderbarer Blick über das geliebte Wien. In der Höhe, auf der Spitze verharren wir ein wenig, ich schaue auf diese so schöne Stadt, die Augen fest auf den Horizont gerichtet, wie man es bei Schwindel macht. Froh bin ich jedoch, als es wieder zur Erde geht. „Sehen Sie, ist doch gar nicht schlimm!“. Nein, das war es nicht, ich bedanke mich artig und schlendere weiter. In Richtung des Ausgangs zum Laaer Waldes.

Doch vorher erwartet mich noch das alte Raupen-Karussell der Familie Geissler. Am Kassenhaus ist ein Schild angebracht: „Diese Raupe wurde im Jahre 1929 von meinem Onkel Rudolf Rusniak gebaut“. Neben der Raupe findet sich die uralte Karussellorgel. „Die Orgel entspricht einer Orchesterkapazität von ca. 25 Mann“ steht da in alter geschwungener Schrift. Ich stehe und staune angesichts dieser Pracht der liebevoll bemalten Figuren und der Orgelpfeifen. Ich werfe einige Euro-Münzen in die Büchse des Leierkastenmanns. Er ist aus Holz und hat einen buschigen Oberlippenbart.

Und dann geschieht das unvorstellbar Schöne: Plötzlich heben die Orgelpfeifen zu spielen an, Kirmes-Musik setzt ein. Langsam, schunkelnd, dann scheppert, hämmert, orgelt und tönt es, nicht zu laut, nicht zu leise, sondern so wie es auf einem Jahrmarkt sein muß. Und da erklingt sie plötzlich: die Wiener Walzerseligkeit, Straußens An der schönen blauen Donau. Aber nicht im Konzertsaal mit erlesenem Publikums und feinen Instrumenten gespielt, sondern fürs Volk, schief, krachend und wie in einem Stück Ödön von Horváths. Das ist melancholisch und zugleich anrührend schön.

Konservative wollen etwas bewahren, was eigentlich nur noch in unserer Erinnerung seinen Ort hat. Traurig und doch auf eine Art beglückt schlendere ich fort in Richtung der Wälder.

12 Gedanken zu „Böhmischer Prater – Wien

  1. Das ist so schön beschrieben, dass man Lust bekommt, schon allein dafür eine Reise nach Wien zu machen. Ich wage allerdings zu behaupten, dass der Vergnügungspark Plänterwald in Berlin einen ähnlichen Charm besaß – jedenfalls als ich ihn kurz nach dem Mauerfall mit meiner damals gerade sechsjährigen Tochter besuchte. Nur kann man dort heute nicht mehr „aus der Zeit fallen“. Alles wurde und wird abgerissen, um an gleicher Stelle einen neuen Vergnügungspark zu errichten. – Ich mag das „aus der Zeit Gefallene“, bin mir aber durchaus darüber im Klaren, dass es, um aus der Zeit fallen zu können, auch der Zeit bedarf, in die etwas nicht mehr gehört.

  2. Ja, das ist leider wahr, was den Vergnügungspark Plänterwald betrifft. (Den Film „Achterbahn“ über den damaligen Betreiber, seine Emphase und seinen Leichtsinn, kennst Du vermutlich: guter Film, der die Leidenschaft dieses Mannes und zugleich auch das daraus erwachsene Scheitern zeigt.) Ich habe ihn, als ich nach Berlin kam, 1999 beim Spaziergehen an der Spree von außen gesehen. Sah das herrliche Riesenrad und hörte das vergnügten Rufen der Leute. Leider ging ich nie hinein und dachte: „Das kann ich immer noch mal machen!“ Leider gibt es diesen Ort nicht mehr und so wurde aus dem Gedanken ein versäumter Augenblick.

  3. @“Das Praterareal wurde durch die Stadt Wien gekauft und so war ab 1986 sichergestellt, daß die Schausteller weitermachen konnten.“ —— Das möchte ich mal sehen, dass eine deutsche Kommune so etwas macht! Da heißt es immer nur „Inwertsetzung um jeden Preis“, es sei denn, engagierte Bürgerinitiativen, streibare linke Szene – oder auch traditionsbewusstes Bildungsbürgertum – und geschichts- und kulturbewusste Stadträte bilden eine günstige Konstellation, wie dies nur sehr selten vorkommt (vgl. Bremer Ostertorviertel, Göttinger Lokhalle).

    Der Begriff „Schlawiner“ bezeichnet übrigens in solcher Gegend ansässige Neuwiener slowenischer Herkunft.

  4. Ja und an dieser Stelle berühren sich eben auch Bürgertum, Konservative und Linke. Ähnliches beim Naturschutz. Der zugleich bedeutet, die eigene Heimat, den eigenen Wohn- und Lebensraum zu schützen. Wie solcher Heimatschutz funktionieren kann, der kein Nationalismus ist, zeigten in den 1970er Jahren die Umweltschützer im Badischen und im Elsaß, die grenz- und länderübergreifend gegen AKW und Chemiewerk kämpften. (Und da ist in diesem Kontext der linke Liedermacher Walter Moßmann vor allem zu nennen.) An solches sollten linke Bewegungen unbedingt anknüpfen, um den Heimatbegriff nicht nur den Leuten von Rechtsaußen zu überlassen. Heimat ist ein linkes Projekt: man schaue sich die baskische Linke an, die ihre Bräuche und ihre Lebensart pflegt. Und damit hat eben auch zu tun, den Ausverkauf von Städten und besonderen Lebensräumen zu stoppen.

    Wien ist, was die Mietensituation betrifft, durch den Gemeindebau deutlich besser aufgestellt, als die meisten deutschen Städte. Was auch daran liegt, daß dieses Modell einer gesunden Mischung in der Stadt und daß Gewerbemieten nicht einfach nach Belieben erhöht werden dürfen, schon seit Jahrzehnten besteht. So wuchs selbst im Zentrum Wiens noch ein gemischtes Gewerbe. Neben den üblichen Ketten gibt es immer noch zahlreiche kleine Geschäfte. Wenn man durch die Josefstadt streift, kann man beglückt einkaufen: vom kleinen Schuhmacher, bis zum Spielwaren- oder Schreibwarengeschäft. In deutschen Innenstädten undenkbar.

  5. Es heißt: „Bleiben möcht ich, wo ich nie gewesen bin“. Dazu ein Problem zur „konservativen“ Sicht auf dem Böhmischen Prater: Das Ende von einem Biotop hat begonnen, wenn sein Verschwinden vom Weltbürger (oder Bobo) bedauert und archiviert wird. „Wert“ bekommt ein Ort erst, wenn bereits alle anderen Orte rundherum umgestaltet wurde und er dadurch Unterscheidbar wird. Ansonsten könnte sich der Prater gar nicht „bemerkenswert“ abheben.

    Wenn es allenthalben so wäre „wie damals“ (was irgendwie angedeutet wird), wer hätte zur damaligen Zeit um den Böhmischen Prater leben wollen? Sein angestammter Besucher war (und ist) aus dem 11. und dem 10. Bezirk, an dem Ort wo einst die Ziegelböhmen wohnten. Vor allem aber waren die Bezirke von U-Bahnen und somit von aller „Weltbürgerei“ verschont worden. Der Prater war (wie Wien auch) lange Zeit das Ende der Welt ohne richtigen Anschluss (Abgesehen davon, dass niemand aus Wien hin wollte und bis Ende der Achtziger eigentlich auch niemand nach Wien wollte).

    Wenn ich heute auf Wien blicke und sich der Radius dabei nicht nur auf die paar inneren „Weltbürgerbezirke“ beschränkt, trifft die Beschreibung von 1886 vom Böhmischen Prater irgendwie eher auf den Rest von Wien zu. Ich habe einfach den Eindruck, dass alles rundherum ein bisschen schlechter geworden ist und der Böhmische Prater wie bemerkt als Anachronismus aus dem 20. Jhdt. heraussticht.

    Larmoyant vor (oder gar im) Böhmischen Prater zu stehen wirft, ob gewollt oder nicht, ehre einen erhellenden Blick auf den Rest der Stadt.

  6. Ich verstehe leider Ihren Kommentar nicht ganz. Aber ich versuche mal, ihn der Reihe nach zu analysieren.

    „Das Ende von einem Biotop hat begonnen, wenn sein Verschwinden vom Weltbürger (oder Bobo) bedauert und archiviert wird.“

    Das, was Sie als Biotop bezeichnen, ist ja noch da und wird auch lebhaft besucht, und zwar von Leuten, die nun gerade nicht sich dadurch auszeichnen, Biotope zu besuchen: nämlich wir finden dort ganz normale Familien, die zum Laarer Wald einen Ausflug machen und davor oder danach in den Prater gehen: auf eine Karussellfahrt oder auf ein Bier oder einen Langosch. Insofern sehe ich weder, wo Sie das Ende noch das Biotop hernehmen. Worauf bezieht sich also Ihre Aussage? Und auf welche Weltbürger oder Bobos beziehen Sie sich hier? In meinem Text kommen solche nicht vor – außer vielleicht Harry Lime. Und im Böhmischen Prater sah es auch nicht aus, wie in der Wiener Hofburg – obwohl auch davor immer noch viele ganz normale Wiener gehen.

    „„Wert“ bekommt ein Ort erst, wenn bereits alle anderen Orte rundherum umgestaltet wurde und er dadurch Unterscheidbar wird. Ansonsten könnte sich der Prater gar nicht „bemerkenswert“ abheben.“

    Welche Orte drumherum wurden dort in Favoriten umgestaltet? Können Sie einige nennen und dazu einen Beleg geben? Mir schien die ganze Gegend dort, vom Reumannplatz bis zur Haltestelle nahe des Böhmischen Praters relativ normal. Wert, wie Sie es nennen, kann ein Ort durch alle möglichen Umstände bekommen. Z.B auch dadurch, daß sich ansonsten das Wesen der Jahrmärkte geändert hat und der Böhmische Prater demgegenüber noch etwas von einer anderen Zeit behalten hat – eben das, was ich in meinem Text beschrieb. Das muß also nichts mit der Umgebung zu tun haben, sondern vielmehr damit, daß vieles am Böhmischen Prater noch so geblieben ist wie es früher einmal auf Jahrmärkten war und wie es nun auf Jahrmärkten nicht mehr ist – etwa dem anderen Prater, den ich genau deshalb als Kontrast einfügte. (Um Sie ein wenig in Lektürehinsichten zu schulen.)

    Die Umgebung dort ist eine Normalo-Siedlung, auf dem Weg von der Bushaltestelle bis zum Prater liegen, sofern ich mich recht erinnere Einzelhäuser. Und insofern habe ich leider nach dieser Aussage den Verdacht, daß Sie nie am Böhmischen Prater gewesen sind.

    „Wenn es allenthalben so wäre „wie damals“ (was irgendwie angedeutet wird),wer hätte zur damaligen Zeit um den Böhmischen Prater leben wollen?“

    Den Sinn und den Bezug dieses Satzes verstehe ich nicht. Es ist ja nicht wie damals dort, sondern wir finden dort einige Karussells, die aus der Vergangenheit sind, und wir finden dort relativ moderne. Und was wird „irgendwie angedeutet“? Und was meinen Sie mir „irgendwie“? Irgendwie ist leider ein Containerbegriff, wo man alles und nichts „irgendwie“ hineinpacken kann.

    „Vor allem aber waren die Bezirke von U-Bahnen und somit von aller „Weltbürgerei“ verschont worden.“

    Mir ist nicht bekannt, daß die U1 nun bis zum Böhmischen Prater ausgebaut wurde. Die Fahrt zum Prater dauert nach wie vor lange. Wer Vergnügen sucht, ist schneller beim „normalen“ Prater. Allerdings ist es so, daß Städte sich wandeln. Das schöne am Böhmischen Prater ist, daß dort sehr unterschiedliche Leute sind, in der Regel relativ normale Leute, die dorthin ihren Sonntagsausflug machen und die ich als Wiener oder als Leute aus der Umgebung einschätzen würde. Die Touristendichte ist, allein ob der schlechten Lage des Ortes, relativ gering.

    „Der Prater war (wie Wien auch) lange Zeit das Ende der Welt ohne richtigen Anschluss (Abgesehen davon, dass niemand aus Wien hin wollte und bis Ende der Achtziger eigentlich auch niemand nach Wien wollte).“

    Es gilt für viele Städte der 1980er Jahre, daß sie das Ende der Welt ohne richtigen Anschluß waren. Aber dies gilt ganz sicher nicht für Wien, das die Hauptstadt Österreichs ist. Daß allerdings die 1980er Jahren andere Touristenzahlen aufwiesen als die 2010er Jahre ist wohl eine Binsenweisheit. Ansonsten ist der Prater bis heute ohne richtigen Anschluß. Von der Bushaltestelle über die Urselbrunnengasse gehen Sie nochmal eine Viertelstunde zu Fuß, wer zügig geht, vielleicht zehn Minuten.

    „Wenn ich heute auf Wien blicke und sich der Radius dabei nicht nur auf die paar inneren „Weltbürgerbezirke“ beschränkt, trifft die Beschreibung von 1886 vom Böhmischen Prater irgendwie eher auf den Rest von Wien zu.“

    Ich verstehe auch hier nicht ganz, was Sie meinen. Können Sie das mit ein paar Beispielen veranschaulichen? Und auch hier wieder steht das „irgendwie“ leider für eine unpräzise Aussage. Wien mag in Teilen eine arme Stadt sein, am Westbahnhof gibt es viele Bettler, aber das gilt für fast alle Städte Europas. Ich kenne kaum eine Großstadt, die nicht irgendwo auch Viertel hat, wo es Arme gibt. Insofern weiß ich leider „irgendwie“ nicht, was Sie mit diesem Satz sagen wollen. Davon abgesehen, daß diese von Ihnen aufgestellten Behauptungen leider nichts mit meinem Text zu tun haben, da ich ja keine vergleichende Beobachtung schrieb und auch sonst zur Struktur der Stadt Wien keine Aussagen machte, sondern vielmehr einen Jahrmarkt und dessen Schönheit beschrieb. Solche verträumten oder verborgenen Orte gibt es übrigens in Wien und anderen Städten zahlreiche – man muß nur ein wenig hinsehen. Und das gleiche gilt auch für die eigene Stadt, in der man lebt. (Was Sie im übrigen mit „Weltbürger“ meinen, ist leider auch nicht ganz klar. Wenn Sie von Ihrer Haustür nur bis zu Ihrer Mülltonne und zum Billa kommen, dann ist das eher Ihr Problem.)

    „Larmoyant vor (oder gar im) Böhmischen Prater zu stehen wirft, ob gewollt oder nicht, ehre einen erhellenden Blick auf den Rest der Stadt.“

    Einem Text Larmoyanz vorzuwerfen, um dann im larmoyanten Ton zu antworten („Wenn ich heute auf Wien blicke, …) ist reflexiv ungünstig und nicht wirklich klug gedacht. Vielleicht lesen Sie meinen Text einfach noch einmal und vor allem genauer. Und inwiefern der Blick auf den Böhmischen Prater einen erhellenden Blick auf den Rest der Stadt wirft, wird an dieser Stelle leider auch nicht ganz klar. Ob gewollt oder ungewollt von Ihnen.

    Kleiner Tip für Sie noch fürs Lesen: Nehmen Sie doch einfach das, was da tatsächlich in meinem Text steht und nicht das, was Sie da an meinem Text mit Ihren privaten Assoziationen aufladen. Dann müssen Sie sich auch nicht an Dingen abarbeiten, die nichts mit meinem Text, aber vermutlich einiges mit Ihnen zu tun haben.

  7. Ich möchte (oder kann) zuerst auf den letzten Teil Antworten: Ohne die entsprechende Sentimentalität durch den Böhmischen Prater zu gehen ist, glaube ich kam möglich. Offensichtlich ist das bei mir auch so. Somit ist das kein Vorwurf, sondern ich stimme in dieser Wahrnehmung mit der Ihren überein. (Wie Sie ja richtiger weise herausgestellt haben).

    Dass ein Leser private Assoziationen zu einem Text mit (veröffentlichten) privaten Assoziationen über einen Ort wie den Prater hat, scheint mir nicht per se ungewöhnlich zu sein. Das würde auch die vorangegangen Kommentare erklären.

    Dass Wien zum Prater hin gewachsen ist und dieser Teil Wiens, vor allem Simmering als abgelegen galten, war ziemlich sicher so, auch wenn es immer möglich war, den Prater mit dem Fahrrad zu erreichen, aber wie sie schreiben: „Leicht zu erreichen ist dieser Vergnügungspark nicht. Zumindest nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln, und wer es mit dem Fahrrad versucht, sollte keine Herzbeschwerden haben.“ und im Satz davor heißt es, dass die U1 dafür schon irgendwie hilfreich war. Soll heißen, er wurde und wird charakterisiert/geprägt vor allem von den umliegenden ansässigen Gästen. So bilden sich leicht regionale Biotope.

    Den Ort hat es in der KUK Zeit gegeben, wie Sie aufzeigen, war er wenig positiv gesehen (von der „Innenstadt“ aus könnte man heute auch als Weltbürgerbezirke nennen, oder Bobostan). Dann, in der Zeit nach W2 , da hat der Prater zumeist nur eine Rolle für die Menschen vor Ort gespielt, da sich sonst wenige hin verirrt haben.

    Fraglos hat sich der Böhmische Prater verändert, das sieht man heute noch an den unterschiedlichen Attraktionen wie Sie zeigen. Dass der Ort jetzt einen anachronistischen (positiven) Reiz hat, schreiben Sie übrigens selbst: „Es ist wie in vergangenen Tagen und wenn man ein wenig fantasiert, reist man zurück in diese Zeit. Auch das macht den Reiz dieses Ortes aus. Aus der Zeit gefallen.“

    Bei solchen Orten ist Konservieren (für mich zumindest) natürlich ein reflexartiger Gedanke, genau das ist aber ein Text, ein Film etc. darüber. In dem Sinne ist ihr Text konservativ. Und das enthält bereits das Verschwinden des Authentischen (Disneylandeffekt). Ein konservatives Paradoxon.

    Darauf bezogen passt Ihr Zitat auch sehr gut:
    Konservative wollen etwas bewahren, was eigentlich nur noch in unserer Erinnerung seinen Ort hat.“
    Zusammen mit dem zweiten Teil finde ich passt larmoyant schon irgendwie:
    „Traurig und doch auf eine Art beglückt schlendere ich fort in Richtung der Wälder.“
    Aber wie gesagt, ich nehme mich im Bezug auf den Böhmischen Prater davon nicht aus, erscheint mir sehr menschlich.

  8. „Dass ein Leser private Assoziationen zu einem Text mit (veröffentlichten) privaten Assoziationen über einen Ort wie den Prater hat, scheint mir nicht per se ungewöhnlich zu sein.“

    Es geht hier nicht darum, ob das Assoziieren „nicht per se ungewöhnlich“ ist oder nicht, sondern ob die Assoziationen etwas mit meinem Text zu tun haben. Und das haben sie leider nicht. Haben solche auf einen Beitrag reagierenden Assoziationen nicht viel mit diesem Beitrag zu tun, wie ich Ihnen zeigte, dann sind diese Assoziationen leider überflüssig. Wenn ich nun assoziiere, daß Ihr häufiger Gebrauch des Wortes Weltbürger etwas mit Antisemitismus zu tun hat, den Sie hier larmoyant und unterschwellig einfließen lassen, (Stichwort Kosmopolitismus, eben das, was im Vorurteil den Juden immer wieder nachgesagt wurde: Wurzellosigkeit), dann würden Sie vermutlich mit dieser Assoziation ebenfalls nicht ganz zufrieden sein und sie ggf. und zu gutem Recht als falsch sogar benennen. Zudem: Weil etwas per se nicht ungewöhnlich ist, bedeutet das nicht, daß es deshalb schon richtig ist. Es ist per se auch nicht ungewöhnlich gewesen, daß einige Wiener nach dem Anschluß ans Reich die Juden die Straßen mit Zahnbürsten schrubben ließen und es war die darauf folgende Verfolgung ebenfalls nicht ganz ungewöhnlich. Sie sehen also anhand dieses Extrembeispiels, daß „nicht ganz ungewöhnlich“ kein sinnvolles Kritierium ist, um den Einsatz einer bestimmten Methode zu rechtfertigen. Davon abgesehen, daß diese Ihre Assoziationen zudem mit inhaltlichen Fehlern behaftet sind: der Prater ist für Fußgänger gerade nicht gut angeschlossen. Immer noch nicht. Die darum liegende Gegend ist eine normale und teils sogar arme Gegend. Favoriten ist mir nicht als Reichenviertel bekannt. Insofern sticht der Prater hier nicht als „Biotop“ heraus.

    Davon ab, daß mein Text keine Assoziation ist, sondern ein Reisebericht. Dies ist ein Genre, das in Zeitungen häufig zur Anwendung kommt. Es gibt sogar Zeitungen, die haben einen eigenen Reiseteil in ihrer Wochenendbeilage. Dies nur zur ergänzenden Information über Textgenres.

    „Dass der Ort jetzt einen anachronistischen (positiven) Reiz hat, schreiben Sie übrigens selbst: …“

    Genau, das hat er. Allerdings: vergleichen kann man nur Dinge, die vergleichbar sind. Es ist relativ sinnlos, den Böhmischen Prater mit der Hofburg oder dem nun auch nicht mehr so neuen Wien in der Donaustadt zu vergleichen – allein deshalb, weil es ganz unterschiedliche Ort mit unterschiedlichen Funktionen sind. Und auf diesen Umstand zielte meine Kritik an ihren Assoziationen. Eine solche Beobachtung, daß da etwas von einer alten Zeit aufscheint, bedeutet nicht, andere Sache, die in der Zeit liegen, als negativ zu setzen oder zu affirmieren.

    Das Wort „larmoyant“ ist ein mit wertendes Wort mit negativem Unterton – schauen Sie bei der Wortbedeutung nach. Vielleicht haben Sie das nicht gesehen. Reflexiv ungünstig ist es im übrigen, in einem larmoyanten Ton dann etwas als larmoyant zu bezeichnen. Übrigens kann man für diese von mir konstatierten Sachverhalte auch das Wort elegisch benutzen, falls Ihnen das eingefallen wäre. Einen Ort als schön und aus der Zeit gefallen zu beurteilen und konservativ solchen Ort bewahren zu wollen, bedeutet übrigens im Umkehrschluß nicht, sich zu wünschen, daß nun alle anderen Ort auch so aussehen müßten. Zudem lassen sich, nicht nur in Wien, zahlreiche Orte finden, die solche Beschreibung zulassen, ohne daß man sich jene alte Zeit nun zurückwünscht. Und dennoch kann es sinnvoll und gut sein, solche Orte solange es geht zu bewahren. Allerdings ist es nun auch so: Wenn sie von niemandem mehr genutzt werden, verschwinden sie eben.

    Worauf dann solche eher nachsinnenden Betrachtung beruht und daß manche diese Orte als schön bezeichnen, erfordert eine gesonderte Betrachtung – die ich aber in meiner Reisebeobachtung nicht anstellen wollte, weil sie keine soziologische oder philosophische Untersuchung über einen Ästhetik des Schönen oder des Untergehenden ist.

  9. Den Begriff „Weltbürgertum“ habe ich mehr als polemisches Gegenüber zu sehr Lokal geprägten Gebieten gesehen. Als Abgrenzung zum Milieu von Bildungsbürgern (Studiert hier, WG da Auslandssemester dort, Praktikum wieder da, Auslandsjahr dort (…) zumeist Wohnhaft in den Innenbezirke. Das trifft auf den typischen Simmeringer einfach nicht zu. Zumeist leben das Milieu (der „Bobo“) der Innenstadt aber eben auch in ihren abgegrenzten Milieus, man könnte auch sagen Biotopen.

    Aufladen kann man (oder ist) anscheinend vieles, da fehlt mir einfach der tiefere Einblick.

    Meine Kritik hat sich weniger auf Assoziationen sondern auf die Sicht von Wien aus auf den Böhmischen Prater bezogen, beides kenne ich im Original relativ gut, nur eben aus einer andern Perspektive und das steht unweigerlich im Vergleich zu einem Text darüber. (Im Gegensatz zu jemanden der den Prater nicht persönlich kennt und tatsächlich nur zum Text assoziieren kann.).

    Meine Kritik hat sich weniger auf Assoziationen, sondern auf die (vorgestellte) Sicht von Wien aus auf den Böhmischen Prater bezogen, nur eben aus einer andern Perspektive, und das steht unweigerlich im Verglich zu einem Text darüber.

    „Elegisch“ ist mir in der Tat zuerst auch eingefallen, ohne dass ich es in der Verkürzung des Kommentars verwendet habe. Ich kann mich insofern selbst korrigierend zurückziehen: Ein elegisches Ende hat der Text zum Böhmischen Prater, dass aber bei langjährigen Kennern des Ortes beim lesen eine larmoyante Empfindung hervorrufen kann.

  10. Was Begriffe und Milieus betrifft, ist es sinnvoll, möglichst präzise zu zeigen, wen oder was man meint. Es gibt derart unterschiedliche (Wien)Urlauber bzw. Stadtreisende, daß mir da keine sinnvolle Kategorie einfällt – außer die der Reisenden. Sogenannte „Weltbürger“ (ich weiß immer noch nicht, was Sie mit diesem Begriff nun genau meinen) und Bildungsbürger haben, sofern sie viel reisen, sicherlich ebenfalls einige Überschneidungen.

    Wenn Sie Wien und den Böhmischen Prater kennen, dann wundert mich ihre Einschätzung noch viel mehr. Diese ganze Gegend dort ist eine normale Gegend, an der bisher das, was manche Gentrifizierung nennen, relativ vorbeigegangen ist. Insofern fügt sich der Böhmische Prater dort eigentlich gut hinein. Kein Schicki-Micki, kein erlesenes Wien, kein Opernball.

    „Meine Kritik hat sich weniger auf Assoziationen, sondern auf die (vorgestellte) Sicht von Wien aus auf den Böhmischen Prater bezogen, nur eben aus einer andern Perspektive, und das steht unweigerlich im Verglich zu einem Text darüber.“

    Das Problem besteht darin, daß Sie mit meinem Text etwas assoziieren, was darin nicht vorkommt. Sie ergänzen also etwas, was nichts mit dem zu tun hat, was ich schrieb. Hier geht es insofern und in diesem Falle um genaue Formulierungen. Hätten Sie z.B. geschrieben: „Ergänzend zu ihrem Text würde ich noch folgende eigene Beobachtungen hinzufügen …“, wäre die Sache schon wieder eine andere gewesen. Wenn es sich jedoch um eine Interpretation meines Textes handelt, muß ich Ihnen leider dagegenhalten, daß diese Ihre Interpretation falsch ist. Und weshalb das so ist, habe ich relativ detailliert in meinem ersten Kommentar an Sie gezeigt. Unbenommen bleibt es Ihnen freilich, meinen Text um Ihre eigenen Aspekte zu ergänzen. Das kann interessant sein, nur sollte das dann auch als solche Ergänzung gekennzeichnet sein und sich nicht im Modus einer Auslegung bewegen.

  11. Ergänzend: Den vorgestellten Begriff „Weltbürger“ habe ich von Stefan Zweig ausgehend assoziiert (soweit ich mich erinnern kann) und zuletzt tatsächlich unklar eingesetzt. Gemeint war natürlich eine Art „bildungsbürgerliches kosmopolitisches Milieu“; Ev. dem „Kosmopolitismus, auch Weltbürgertum“ folgend.

  12. Danke für diese Ergänzung. Nur noch als Hinweis und Hilfe vielleicht: es ist immer gut, solche Dinge sogleich zu referenzieren und möglichst deutlich zu machen. Dann kann es ein Leser besser verstehen und einordnen. Gleiches gilt für die Modi Interpretation oder Ergänzung von Aspekten.

    Nebenbei richtete sich meine Kritik auch gar nicht so sehr gegen den Weltbürger, sondern gegen das freie Assoziieren, indem man eine Sache aus einem Kontext nimmt und sie um einen anderen Kontext dann ergänzt. Und anhand des Weltbürgers habe ich veranschaulicht, wozu solche Dekontextualisierungen dann führen können.

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