Gedicht zum Sonntag, das man auf die Melodie von IDEALS „Schwein“ absingen kann

Mein Weg oder: Ich hab so unbändige Lust

Du denkst ich bin der woke Typ,
Der mit dem linken Lesetrieb,
Der nachts in seiner Kammer bleibt
Und sich die Zeit mit Marx vertreibt.

Du denkst, ich lese linke Sachen.
Meinst mit mir Kuschel-Kommune machen.
Doch weißt du nicht, was das so heißt,
Wenn man politisch dich bescheißt.

Du denkst, ich lese nachts Adorno.
In Deinem Kopf ein linker Porno.
Doch kriegst du heute reinen Wein.
Ich lese Zeugs, da packste ein.

Alain Benoist und Jean Raspail,
Mich machen diese Bücher geil.
Ernst Jünger, Dávila, Carl Schmitt:
Ein herrlich harter Herrenritt.

In seinem Tagebuch Schmitt schreibt,
wie er an seinem Glied sich reibt.
[Ungelogen: das tut er: Hinweis von Günter Maschke]
Du glaubst es nicht und wirst kaum lachen:
da stehn noch deutschlich schärfre Sachen.

Am morgen wachst Du bei mir auf.
Du siehst, ich bin verdammt gut drauf.
Du lächelst freundlich in mein Gesicht,
Doch das hat für mich kaum Gewicht.

Ich denk an Curzio Malaparte,
An Ayn Rand, die geile Zarte,
An Elisabeth Förster-Nietzsche
und wie vor Lust ich dabei quietsche.

Jean Baudrillard und Evola,
Die waren schon lange vor dir da.
José Ortega y Gasset,
Du faßt mich an, ich sage: Lasset!

Denn Du bist‘s nicht, an die ich denke,
An die ich mein Gefühl verschenke.
Ich denk an Mohler und Kositza.
An Schnellroda im letzten Jahr.

Beim Linkskongreß in Leipzig ich sei,
Du wärest gerne auch dabei.
So log ich, daß sich Balken bogen:
Die Genossen wärʼn dir nicht gewogen.

Da bliebst Du traurig-still im Heim:
Ich setz hier einen Verlegenheitsreim.
Während ich nach Schnellroda reiste
Und dort mir wildes Sommerfeld leiste.

Ellens salzig Brot verzehrte.
Naturverwandte, Hochverehrte!
Slawisches Germania:
Herrlich deutscher Kurvenstar!

Im Stall, im Lagerhaus, im Heu,
In unserer Lust war’n wir nicht scheu.
Doch machten wir flugs die Biege,
als Götz kam mit der Käseziege.

Die er vor Journalisten führte
Und damit ihre Herzen rührte.
So schrieben sie halb bös-versonnen.
Von Schnellroda und Käsewonnen.

Ich setze diese Gedichtnotize
Für eine herrliche Süßnovize.
Aus dem Interreg I* num:
Schlußnotiz: darauf nen Rum!

7 Gedanken zu „Gedicht zum Sonntag, das man auf die Melodie von IDEALS „Schwein“ absingen kann

  1. Wer Gedichte unter Nützlichkeitserwägungen summiert, sollte sich die Frage stellen, ob er oder in diesem Falle sie in der Kunst gut aufgehoben ist. Wenn Du Dich nützlich machen willst, geh in ein Krankenhaus und hilf dort den Leuten, geh zur Tafel und hilf dort Leuten oder sammle auf der Straße den Müll, der in der Natur liegt! Hier im Blog bist Du dann grundsätzlich falsch – auf Wiedersehen!

  2. Wobei ja einige der Autoren durchaus lesenswert sind. Malapartes Prosa auf alle Fälle: eine große Reflexion auf die Gewalt in dem letzten Jahrhundert und besonders in jenen 1940er Jahren. Und ebenso der von mir geschätzte Ernst Jünger. Aber auch Carl Schmitt und Baudrillard.

  3. Das erinnert mich an die „unheimlichen Nachbarschaften“, die in manchen Ehen auftreten können: „Denn für dieses Leben sind wir nicht schlau genug“ 😉

  4. @El Mocho: Man nimmt die Reime wie sie kommen.

    @Uweheck: in der Tat ein schöner Verweis. Hast Du das Buch schon gelesen? Bei mir steht es ganz oben auf der Liste und ein wenig dachte ich beim Dichten auch daran. An den von mir geschätzten Helmut Lethen.

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