Hamburg (2)

Hamburger Hafen, die andere Seite des Flusses – Hafenmuseum.

 

8 Gedanken zu „Hamburg (2)

  1. Die Motive sind, bis auf wenige Ausnahmen, auf Abstand gehalten. So kommen ihre Volumina zur Geltung, ihr Miteinander im Raum. Die Arbeitsrealität bleibt aus der Ferne daher nur zu erahnen. Stattdessen Flächen, Farben, Zeichen vor diffusem Himmel. Gerade die Kräne mutieren dann leicht in der (meiner) Phantasie zu urtümlichen Wesen. Durch den niedrigen Horizont wird, wie in den niederländischen Gemälden des 17. Jahrhunderts, der Himmel zum Akteur des Bildgeschehens. Allein: hier herrscht keine Aktion, nur stilles, graues Einerlei, kein Wolkentheater nirgends. So wird man wieder auf die Formen der Gegenstandswelt verwiesen, Kräne, Schuppen, Schiffe, Container, und zuletzt entlässt Du uns mit einem satten Grün hinter Gittern und dem Warnhinweis: Kran arbeitet. Das könnte man leicht vergessen beim Betrachten Deiner Fotos aus der ästhetischen Distanz des Flaneurs.

  2. Diese Kräne am Kai dort, besonders in der Reihung, haben schon etwas von Riesen oder von irgendwelchen übergroßen Phantasiewesen. Besonders anzusehen, wenn dann auf der gegenüberliegenden Seite eines der kleineren Containerschiffe entladen wird. Der Hamburger Hafen hat schon eine besondere Atmosphäre. Leider kommt man zum Photographieren nicht überall hin, weil die meisten Plätze Privatgelände sind und man dort ohne Erlaubnis des Betriebes nicht photographieren darf.

    Bei solchen Photographien und um genau diese Stimmung zu erzeugen, ist es besonders wichtig aufs Wetter zu achten. Bei strahlender Sonne wären diese Photos nicht möglich gewesen. Insofern bin ich für dieses spezielle Licht an diesem Tag dankbar. Meist hat man solche Stimmung beim Licht im Frühjahr oder im Herbst.

  3. Die Fotos haben wirklich eine Farbtiefe die eine Qualität mit der Motivwahl heftig sind. Kaum mehr nur die Kräne als die Unterhaltsame Note an den sehr guten Fotos gefallen mir. Mein Favorisiertes Foto ist: Vorsicht Kran Arbeitet; Güterbahnhof und Konzerthaus

  4. Ich hab vor wenigen Jahren ein rhythmisches Einfinden in der Stadt Hamburg einpendeln können, um vieles mitunter auch den Hafen mit meiner autodidaktischen Motivwahl, die erst unbehände dann langsam sicherer auf eben auch selbe Kräne, selbes Konzerthaus und auch der den Hafen kennt ein Bahnhof gesehen. Die motive gingen nicht aber die Zeit mit Hamburg.

  5. Ja, die Zeit geht und ganze Viertel verändern sich. Wer noch den Fischmarkt aus den 1980er Jahren und das Schanzenviertel der frühen 1990er kennt, weiß in etwa, was ich meine.

  6. Bersarin ist hier der Fotograf der „reellen Subsumption“ (Marx); was abzubilden ihm gelingt, ist das nicht Abbildbare. Das ist, wie Günther Mensching es nennen würde, die metaphysische Pointe. Und das erhebt es in den Rang der Kunst, sofern der subjektive Visus der Fotografie Kunst zu sein vermag.
    Menschen installiert der Fotograf in der als „subjektiver Faktor“ (Marx) ihnen gemäßen Art: diminuiert präsent als unverzichtbare quantité négligeable.

  7. Man sieht das an der Fangemeinde von St. Pauli: Damals wie heute laufen die in schwarz rum und sehen wie Autonome aus. Aber heute arbeiten viele von denen in der Werbebranche und sind gefühlt links aber eigentlich unpolitisch, während in den Neunzigern die Fankurve noch „Wir kriegen Sozi und Ihr nicht“ skandierte und es die Kutte „Ich bin stolz, ein Arbeitsloser zu sein“ gab.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.