Zum Tod Claire Bretéchers und jene seltsam-wunderbaren 1980er Jahre

Ich hatte Claire Bretécher Mitte der 1980er gelesen. Ich mochte ihre Comics. Eine frauenbewegte Freundin in lila Latzhosen, wie man es gerne damals in jenen Kreisen trug, schenkte mir, vermutlich auch aus Gründen, mich frauenbewegungsfreundlicher zu modeln, zum Geburtstag einen jener Claire Bretécher-Comics. Und siehe, niemand hätte es gedacht, auch ich nicht, denn ich nahm zunächst mit befremdlichem Blick das Geschenk entgegen: Comics von einer Frau gezeichnet, Lustigsein und Frausein, eine contradictio in adjecto, wie ich damals dachte: Aber ich fand diese Geschichten nicht nur gut, sondern sie entsprachen zudem meinem Humor. Auch wenn ich ansonsten nie wirklichen Zugang zu Comics als – wie es dann in den 1990ern hieß – graphischer Literatur besaß. Zumindest dann nicht, wenn sie dazu dienten, eine Literatur in Bilder umzusetzen. Solches Zeichnen wie Bretécher oder eben die Geschichten Gernhardts oder Ralf Königs und bedingt auch Seyfried, dessen unmittelbares Polit-Kreuzberg ich allerdings zugleich als eine Art Bewußtsseinsschärfung empfand, niemals in meinem Leben je in Kreuzberg wohnen zu wollen, gefiel mir insofern gut, als da eigene Geschichten erzählt wurden – mit graphischen Mitteln. Mir freilich Käferbilder anzusehen und das dann als Kafkas „Verwandlung“ zu lesen, mißfiel mir.

Aber ich bin in diesen Sachen einer Gattungsübertragung zunächst mal konservativ. Und ich schreibe bis heute in alter Rechtschreibung. (Und dann kann man sich gerne ausrechnen, ob ich wohl irgendwann mit einer heute geforderten gendergerechten Sprache anfangen werde.) Ebenso bin ich bei Literaturverfilmungen skeptisch: Es gelingt solches Übertragen von dem einem in ein anderes Medium wenigen Künstlern nur. Fassbinders „Effi Briest“ ist solch ein Fall, aber schon an Viscontis „Tod in Venedig“ streiten und scheiden sich die Geister der Cineasten. Ich halte solche Übertragungen für eine der großen ästhetischen Herausforderungen: die Struktur eines fremden Werkes in eine eigene Struktur zu übersetzen, dabei nicht zugleich alles von jenem fremden Werk über Bord zu werfen und doch genügend Eigenes beizuspielen und manches vom Anderen beizubehalten. Kreativitätssucht kann da vieles kaputtmachen. Es will also gut überlegt sein, was man macht und wie man Dichtung in Bilder bringt. Ich bin nicht prinzipiell dagegen, aber es hat diese Sache eine gewisse Fallhöhe und dicht ist man am scheitern.

Was ich an Claire Bretécher damals möchte? Vielleicht ihre französische Art im Zeichen und darum in den Bildern das Flair Frankreichs, jener kritische und doch witzige und gewitzte Blick auf eine Gesellschaft, aus der man ihren grotesken Züge mit Komik herauslas. Eine Gesellschaft, die es so und derart, in dieser Lebensform bei uns in der alten BRD nicht gab, jenen Kultur-Habitus, der in den Bildern durchschlug, wo ich mich als junger Mann nach Paris wünschte und den ganzen Zug der französischen Kultur, Literatur, Malerei, Film und Philosophie einsog.

Nicht eigentlich, weil ich es intellektuell mit 20 durchdrungen hätte, sondern eher weil in dieser Kultur solch ein Schein von einem anderen Denken durchschimmerte. Die deutsche Gegenwartsphilosophie der 1980er Jahre erschien mir uninspiriert und langweilig nachgerade. Mit Adorno und Heidegger hatte sie ihre letzten Heroen eingebüßt. Gadamer war gravitätisch, Habermas empfand ich nicht als die geeignete Lektüre für kreative Aufsteigerungen, allenfalls Sloterdijk brachte mit seiner „Kritik der zynischen Vernunft“ einen gewissen freien Witz, welcher ansonsten der Gegenwartstheorie marxscher Provenienz oder aber einer ökologischen Linken, deren Ästhetik ich bereits als verhängnisvoll empfand, vollständig abging, und die postmarxsche Debatten im Stil orthodoxer Linker betrachtete ich als völlig vergeblich. Hier in der gemütlichen Bonner Bundesrepublik wollte niemand mehr Klassenkampf.

Neues, anderes Denken mußte her. Alles, was Marx dem Arbeiter an unmittelbarem Wohlsein und materieller Sicherheit wünschte, war inzwischen gegeben, und alle wußten das eigentlich, man verschloß nur gerne die Augen, weil es in alten Mustern bequemer sich denkt und lebt. Vor allem aber: Deutscher Arbeiter! Mehr kannst Du hier nicht erreichen! Eigenheim statt Mietskaserne im Wedding. In den Hochhaussiedlungen der 1980er blieben das Lumpenproletariat und Türken aus dem Niedriglohnbereich übrig. In diesem Sinne war die politische Veranstaltung als Frage der Verteilungsgerechtigkeit mehr eine für die linke Sozialdemokratie.

Sofern man diese Frage nach gesellschaftlichem Wandel unter eine neue Optik stellt, die nicht mehr im Theorie-Kontext alter Klassenkampfbegriffe operierte, aber dennoch Marx nicht über Bord warf und auch Begriffe wie Arbeit und Kapital nicht vollständig preisgeben wollte, und sofern man diese Frage in einen sinnvollen Bezug zu den gegebenen Verhältnissen setzen wollte, mußte man philosophisch anders denken, mußte zunächst, wie auch Adorno dies im Anfang seiner „Negativen Dialektik“ als Theorie lancierte, Gesellschaft und ihrer Mechanismen überhaupt erstmal in ihrer Komplexität verstehen, um zu den Möglichkeiten einer sinnvollen eingreifenden, verändernden gesellschaftlichen Praxis unter Verhältnissen zu gelangen, die nur noch bedingt der Situation entsprachen, in der Marx schrieb. Ein klassisches Proletariat mit klassenkämpferischem Impetus gab es in den meisten westlichen Ländern nicht mehr. Italien mag da eine Ausnahme gewesen sein, Frankreich bedingt, aber selbst die großen Streiks von 1968 wurden nicht von der Masse der Franzosen getragen. Die an den Pariser Mai anschließenden Gegendemonstrationen der De Gaulle-Anhänger übertraf in der Anzahl bei weitem die Straßendemos jener Arbeiter. Post 68 und eine Postindustriegesellschaft dazu. In diesem Sinne hieß eine von Claire Bretéchers Comicserie dann auch „Die Frustrierten“ – der erste Band erschien 1975.

Ob also diese eingreifende Praxis dann noch die klassische Revolution nach sich zöge, stand dabei im Rahmen theoretischer Besinnung auf einem ganz anderen Blatt. Für Foucault etwa war solches Subjektdenken und sei es auch ein historisches Subjekt, ein Diskurs, der immer noch in den Termini des 19. Jahrhunderts dachte und insofern auf der Stelle trat. Es begannen sich also in dieser Zeit bereits Potentiale für neue soziale Bewegungen herauszubilden, die nicht mehr nur mit den klassischen Theoriekonzepten umgingen, sondern Denkfiguren mit aufnahmen, die bisher Anathema waren – was freilich, so kann man im Blick vom Heute her sagen, auch nicht nur zum guten gereichte, wenn da Poststrukturalistisches in naiver Weise als Parole deklamiert wurde und wenn man meinte, mit den komplexen Denkmodellen eines Foucault oder Derrida unmittelbar Minderheitenpolitik machen zu können: der Foucault-Biograph Didier Eribon schildert in seinem wunderbaren Buch „Rückkehr nach Reims“ treffend die Folgen solcher Identitätspolitik, die in Partikularisierung mündet. (Meine Rezension findet sich hier.)

Die Frage allerdings, wie vernetzt zu denken sei und wie man die Kämpfe in anderen Teilen der Welt mit den Fragen und der Kritik eines westlich-rheinischen Kapitalismus samt den darin sich abspielenden Lebensformen zusammenschließen könnte, waren freilich bis Ende der 1980er Jahre ohne Internet und Globalvernetzung noch in weiter Ferne. Das nichteuropäische Ausland kam in den Köpfen der meisten Menschen zu dieser Zeit entweder als Nachrichtenmeldung von Katastrophen vor, weil in Bhopal eine Giftfabrik explodierte, weil in Grenada die US-Army einfiel oder im Kongo oder im Libanon Bürgerkrieg tobt (die Band FSK brachte das gut in einen Song), oder aber es reizte allenfalls das Ausland als Exotik durch die noch seltenen Fernreisen, weil es in die Dom Rep ging.

Politisch waren diese Dinge in Deutschland damals für mich nicht wirklich anregend. Ein anderer Geist dagegen aus Frankreich: eine an Husserl, Heidegger und Nietzsche orientierte und teils ästhetisch ausgerichtete Philosophie, die das Subjekt und das Denken in einen anderen Bezug setzte. Zumindest aber eine Fremdheitserfahrung als anregendes Irritationspotenial. Vielleicht gehörte auch Claire Bretécher in diese Schiene: übers ästhetische Denken und durchs Affiziertsein samt der Reflexion darauf, warum diese Dinge so affizierten. Claire Bretécher stand für den Alltag in Frankreich, und in diesem Sinne waren ihre Comics Soziologie.

Heute kann ich mich kaum noch an ihre Comics erinnern. Ich weiß nicht einmal mehr, wo jener eine Band liegt, den ich einst von der schönen Frau geschenkt bekam, vermutlich auf dem elterlichen Dachboden in einer der Kisten, wo freundliche Stofftiere, Kinderbücher, Eisenbahn von Minitrix, Schienen und Plastikpanzer von Roco und mindestens eine Division Airfix-Soldaten lagern, um irgendwann hier die Macht zu übernehmen, ich sehe diese Dinge metapolitisch.

Nachtrag: Eine Kommentatorin wies hier noch auf die Comics von Jean Marc Reiser hin: Sie würden heute vermutlich unters Verdikt der politisch Korrekten fallen und die Wut bzw. das Wüten derer erregen, die nach Verdächtigem fahnden.

Photographie: Claire Bretécher, 1973, cc-Lizenz, wikipedia entnommen.

22 Gedanken zu „Zum Tod Claire Bretéchers und jene seltsam-wunderbaren 1980er Jahre

  1. Als jemand, der zwar nicht in Kreuzberg wohnte, in anderer Weise aber selber zu den Bewohnern der Seyfried (bei uns Seifreak genannt) – Welt gehörte, die Schriftreihen Autonomie und Materialien für einen neuenn Antiimperialismus zu den wegweisendsten theoretischen Werken des 20. Jahrhunderts zählt und demzufolge der Meinung ist dass in den 1980ern und 90ern in Deutschland einige der wichtigsten Werke nach der Dialektik der Aufklärung entstanden sind und für den schließlich Erwachsenencomics in dieser Zeit 50% der gelesenen Literatur darstellten ist mein Zugang zum Thema ein fundamental anderer, dennoch oder gerade deswegen: Chapeau für diesen Beitrag!

  2. Vielen Dank fürs Lob. Ich denke auch, daß wir da andere Herangehens- und Sichtweisen haben. Wobei ich unter Philosophie eine grundsätzliche Möglichkeit zur Reflexion nicht nur auf Gesellschaft, sondern überhaupt auf Denksysteme, Ideengeschichte, Argumente sowie Begriffs- und Metaphernbildungen verstehe, davon die politische Philosophie eher einen Spezialbereich bildet. In diesem Sinne also Philosophie als eine Instanz, die z.B. nach der Wohlbegründetheit des Anselmschen Gottesbeweises und der Kritik Gaunilos daran fragt und damit also vor allem Begriffsanalyse macht und insofern von einer völlig anderen Seite einen Blick auf die Bedingungen der Möglichkeit von Gesellschaft wirft, weil es hier um grundsätzliche Operationen und Möglichkeiten unseres Denkens und Handelns geht.

  3. Ja gut, für mich stellt politische Philosophie/Theorie immer eine Erklärung der sozioökonomischen Verhältnisse und eine Theorie des politischen Handelns („wie werde ich Kalif anstelle des Kalifen“) dar, Philosophie im allgenein erkenntnistheoretischen Sinne interessiert mich nur im Entstehungs- und Begründungszusammenhang politischer Philosophie. Geht es um Welterklärung schaue ich auf die Physik.

  4. Die politische Philosophie ist eingebettet in die Philosophie und zwar nicht einfach, weil sie ein Teilgebiet ist, sondern aus logischen Gründen. Jene erklärt, wie auch die Wirtschaftswissenschaften, ökonomisches und politisches Handeln und wenn sie sich praktisch geriert, will sie nicht nur erklären, sondern auch Modelle für Revolten und Revolutionen liefern; sie ist also, wie Physik, Chemie, Soziologie, Medizin, Biologie, Jurisprudenz ein Teilgebiet des Wissens, um bestimmte Bereiche zu erklären, und darüber hinaus wird es schwierig. Politische Ökonomie jedoch kann nicht die Physik erklären und vice versa. Sie, wie auch die anderen Wissenschaften, kann nicht aus sich heraus erklären, was ihr eigenes Tun gründet, was also ihr eigenes Handeln ist, was ihre Begriffsbildungen und Ideen sind und in welchem Horizont sie überhaupt erst denkmöglich sind. Diese Denkmöglichkeit wird bereits von all diesen Wissenschaften vorausgesetzt und in Anspruch genommen – und das ist kein Fehler dieser Wissenschaften, sondern es ist ihre Notwendigkeit: sonst wären sie nämlich nicht, was sie sind. Insofern ist Dein Einsatz falsch, weil er Ursache und Wirkung vertauscht. Marx immerhin wußte diese Abhängigkeit Politischer Ökonomie von der Philosophie noch und er wußte, daß sein Konzept auf Hegelscher Dialektik samt Aristotelischen und Kantischen Denkbestimmungen und einem platonischen Logos beruht. Ohne diesen Logos ist auch die politische Philosophie und die Ökonomie nichtig. Und in dieser Vergessenheit liegt ein wesentliches Problem der gesellschaftlichen Praxis. Es ist blindes Machen oder politischer Aktionismus, der mit Glück von kurzem Erfolg auf einer beschränkten pragmatischen Ebene gekrönt ist und in der Regel wird die eine Macht von der andren irgendwann abgelöst, um es mal vergröbert zu sagen, ansonsten aber in den meisten Fällen läuft es ins Leere oder eben es frißt die politische Praxis ihre Kinder auf dem Weg zum Futtertrog. Das „Wie werde ich Kalif anstelle des Kalifen“ ist das eigentliche Problem und in diesem Denken liegt eben der falsche Ansatz und der Grund auch, weshalb sich Verhängnis nur immer weiter perpetuiert und durch die Geschichte zieht.

    Als Walter Benjamin in seiner letzten Schrift vor seinem Tod, in „Über den Begriff der Geschichte“, sein Bild vom Engel der Geschichte brachte, meinte er nicht nur einfach das sich auftürmende aufeinanderfolgende Verhängnis der menschlichen Geschichte, sondern dieses Bild beschreibt ebenso jene Gewalt der Revolutionäre, die Geschichte als eine der Klassenkämpfe begreifen, um eine vorgeblich bessere Welt zu schaffen. Sozusagen ein mythischer Grund von Gewalt noch in der Revolution, den es in Benjamins (und auch Adornos Augen) zu brechen gilt.

    Oder mit Reinhart Koselleck:

    „Der Utopismus entsprang einem geschichtlich bedingten, dann aber geschichtsphilosophisch festgelegten Mißverhältnis zur Politik. Im Kreuzfeuer der Kritik wurde nicht nur die damals aktuelle Politik zermürbt, sondern im gleichen Prozeß löste sich auch die Politik selbst als ständige Aufgabe des menschlichen Daseins in utopische Zukunftskonstruktion auf. Die politische Struktur des absolutistischen Staates und die Entfaltung des Utopismus sind ein komplexer Vorgang, mit dem die politische Krise der Gegenwart anhebt.“ (Kosellek, Kritik und Krise) Darin eben beschreibt Koselleck die Pathogenese der bürgerlichen Welt und zu dieser gehört ebenso die antibürgerliche Revolution oder heute eben: die Revolte.

    Und ganz zentral und pointiert in einem Brief an Carl Schmitt:

    „Es ist eben die utopische Grundstruktur aller geschichtlichen Emanzipationsfiguren- und modelle, dass die Autorität, die zur Vordertür herausgeworfen wird, zur Hintertür sich wieder einschleicht.“

    Und ich denke, dieser Satz trifft das Bild von den Kalifen ganz gut. Insofern kommt es darauf an, die Welt nicht blind zu ändern.

  5. Das ist alles völlig zutreffend und klar habe ich meinen Koselleck gelesen. Ich sage es mal so herum: Aus meinen Interessen heraus beschäftige ich mich nicht mit Ontologie oder Semantik. Dass dort die Voraussetzungen meines Denkens liegen weiß ich dennoch.

  6. Das ist richtig: es ist dies sicherlich eine Frage, von welcher Position aus man sich eine Sache betrachtet und ob die Präferenz eher in Fragen der Praxis gegründet ist oder aber, ob man auf andere Aspekte sein Denken richtet. Und es ist dies zugleich auch die Frage nach dem Verhältnis von Theorie und Praxis. Hegels „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ sind kein praktisches Kompendium zur Anwendung des Rechts, so daß man im Sinne einer bestimmenden Urteilskraft ein Besonderes unter ein Allgemeines subsumiert, aber sie können mittelbar durchaus praktische Auswirkungen für die Einrichtung einer Gesellschaft haben. Ähnliches mit Marxens „Kapital“. Es ist keine Anweisung zum praktischen Handeln, wie man sich am besten des Kapitalismus annimmt. Und trotzdem inhärieren dieser scharfen Analyse praktische Aspekte und Fragen der Praxis.

  7. Könnte gar nicht mehr sagen, wo und wie ich mit den Comics und Cartoons von Claire Bretécher in Berührung gekommen bin, aber ihren Stil und ihre Sujets habe ich noch vor Augen. Ganz klar eine 80er-Jahre-Reminiszenz – wie auch Marie Marcks, die in Heidelberg-Handschuhsheim lebte, wo auch ich meine Studibutze hatte.

  8. Marie Marcks erinnnere ich gut von der Titanic her, aus jenen 1980er Jahren, als das Magazin witzig war und gute Satire machte, die nach allen Seiten austeilte, statt die eigene Gemeinde zum Gottesdienst anzuhalten, wie gegenwärtig. Bretécher stammte ebenfalls aus jener Zeit, eben die 1970er und 1980er und sehr französisch vom Stil. So zumindest empfand ich es.

  9. Das ist ziemlich prima, Netbitch: denn den wollte ich eigentlich hier auch erwähnen, weil ich Reiser damals in jenen Jahren ziemlich lustig fand. Seine erschreckend-grotesk-witzige und geniale Comic-Figur, die ich deshalb gerne hatte, weil sie mich auch an den Roi Ubu von Alfred Jarry erinnerte und weil sie Dinge sagte, die keineswegs korrekt waren. Was passierte, wenn man diese Comics heute in einem Seminar zur graphischen Literatur vorstellte, ist nicht auszudenken.

  10. Zu der graphischen Literatur die ich damals las gehörten die Romane von Milo Manara und die Morbus-Gravis-Serie von Paolo Eleuteri Serpieri, wegen der ein Kommilitone Ärger mit seiner Freundin bekam weil er sie als Onaniervorlage benutzte. Den Ärger bekam er nicht etwa aus Gründen der politischen Korrektheit oder des Antisexismus, sondern weil sie auf die vollbusige Comicheldin Druuna eifersüchtig war. Na, was würden unsere heutigen Moralaposten wohl dazuu sagen;-)

    https://www.bing.com/images/search?q=morbus+gravis&id=90028B266748F2DA0EACD0BF4791E3A366E83D02&FORM=IQFRBA

  11. Übrigens hatte ich in den verschiedenen Rollen in den ich auf Dotcomtod apokalyptische Gestalten einsetzte eine Figur von Reiser zitiert: Den Schweinepriester.

  12. Ich weiß noch was für lustige Sachen Ihr dort in Euren Profilen angegeben hattet.

    Netbitch: Sex and Drugs an RocknRoll, solidarisch sein

    Che: B2B, ITK, VC und son Gedöns, Intrigen, Machenschaften, Anjas und Tanjas

    lanu: Die Wahrheit ist irgendwo da draußen

  13. Der Bezug wird einzig durch den von Che eingeführten Schweinepriester hergestellt, der Kommentar sagt aber über die beteiligten Personen und deren Stil und Humor etwas aus.

  14. Ich halte den Humor von che und netbitch eigentlich für ziemlich gut und gelungen. Auf alle Fälle unorthodox. Übrigens müssen Hinweise in Profilen nicht unbedingt lustig sein, sie können auch eine bestimmte Haltung und Sicht skizzieren. Solche Denkfehler wie Du ihn tätigst, vermeidet man, indem man ganz einfach nicht die eigenen Privatvoraussetzungen auf eine Sache projiziert.

  15. >Kennt jemand noch Jean Marc Reiser?

    Freilich. Neben Edika einer der Besten und fast in jeder U-Comix/Alpha-Comic Ausgabe vertreten, die ich kiloweise noch immer hier liegen habe.

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