Deutsches Herz der Finsternis. Zur Befreiung von Auschwitz

„Der Faschismus war nichts als Menschenwerk, dies offenbar sich noch in der jeglicher Dämonie spottenden „Banalität des Bösen“. Er kann sich real auf keine höhere Gewalt berufen. Damit aber schlägt jede gesellschaftstheoretische Kritik des Faschismus, die […] ohne die Konstruktion einer höheren Gewalt nicht existieren kann, in Affirmation um, in reine Rechtfertigung dessen, was um keinen Preis zu rechtfertigen ist. Die Theorie sucht nach Gründen. Für die planmäßige Vernichtung von 6 Millionen Menschen, die noch nicht einmal zum Vorteil irgendeines anderen ausgebeutet, sondern einfach nur vernichtet werden, gibt es aber keine Gründe. Und jeder Versuch, sie dennoch zu konstruieren, muß zurückgewiesen werden.“ (Wolfgang Pohrt)

„Aus der Richtung Kattowitz sah man das Feuer von Auschwitz noch 20 km weit.“
(Raul Hilberg, Die Vernichtung der europäischen Juden)

Ein Höllenschlund und doch nur ein grobes Ahnen. Hilberg beschreibt in seinem Standardwerk „Die Vernichtung der Juden“ wie die Nazis alles taten, um ihr Morden zu verbergen, um diese Orte der Vernichtungslager, die zugleich Nicht-Orte waren, in einen Schleier zu legen: Sobibor, Auschwitz-Birkenau, Maydanek, Belzek, Treblinka, Kulmhof. Nicht einmal der Vorzeige-Nazi und des Führers Jurist Hans Frank, immerhin Generalgouverneur des von der Wehrmacht besetzten Polens, wurde in Auschwitz vorgelassen. Man wies ihn mit einer läppischen Erklärung ab, man schickte ihn und seine Entourage zurück: Seuchengefahr! Bis 1944 kamen rund 2,7 Millionen Menschen in diesen Lagern ums Leben. Sie wurden ermordet.

„Ich meine jetzt die Judenevakuierung, die Ausrottung des jüdischen Volkes. Es gehört zu den Dingen, die man leicht ausspricht. – ‚Das jüdische Volk wird ausgerottet‘, sagt ein jeder Parteigenosse, ‚ganz klar, steht in unserem Programm, Ausschaltung der Juden, Ausrottung, machen wir.‘ Und dann kommen sie alle an, die braven 80 Millionen Deutschen, und jeder hat seinen anständigen Juden. Es ist ja klar, die anderen sind Schweine, aber dieser eine ist ein prima Jude. Von allen, die so reden, hat keiner zugesehen, keiner hat es durchgestanden. Von Euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei –abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Dies ist ein niemals geschriebenes und niemals zuschreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte, denn wir wissen, wie schwer wir uns täten, wenn wir heute noch in jeder Stadt – bei den Bombenangriffen, bei den Lasten und bei den Entbehrungen des Krieges – noch die Juden als Geheimsaboteure, Agitatoren und Hetzer hätten. Wir würden wahrscheinlich jetzt in das Stadium des Jahres 1916/17 gekommen sein, wenn die Juden noch im deutschen Volkskörper säßen.“ (Reichsführer SS Heinrich Himmler, Posener Rede, am 4. und 6. Oktober 1943 gehalten im Rathaus von Posen)

Diese Sätze stehen für sich, man muß sie sich auf der Zunge zergehen lassen und muß sie mit den Ohren lesen. Wie überhaupt diese Posener Rede insgesamt ein Dokument ist, das Einsicht nicht nur in die Denkmuster dieser Menschen gibt, sondern auch zeigt, was sie taten. Es ging nicht einfach um Vernichtung, sondern darum, eine Ideologie nicht nur zu leben, sondern auch aktiv zu praktizieren. Die Vernichtung der Juden. Gründlich und genau. Und doch eben eine Geheimrede, damit es nicht herauskommt, was anständig gebliebene Deutsche taten. Und nach dem Mai 1945, dem Tag der Befreiung, wie es dann ab 1985 immerhin offiziell hieß, mochten auch die übrigen, die vielleicht nicht mittaten oder auch nichts dagegen taten – wie auch, wer hätte heute den Mut, es ist immer leicht, mit eines anderen Arsch durchs Feuer zu reiten und Widerstand zu simulieren: oder wie es eine Jüdin in einem Interview sagte, als ihr Interviewpartner, ein junger Mensch, entgegnete: man hätte Widerstand leisten müssen: „Kindchen, du hättest genauso mitgetan, spiel nicht den Widerständler!“ –  mochten also auch die übrigen hinterher nicht groß daran erinnert werden.

„Die Ereignisse schienen in den Köpfen ein Versteck gefunden zu haben, keiner vermisst sie. Keiner will sie haben.“ (Gisela von Wysocki, Wiesengrund)

Der Gang durch Buchenwald von Weimar aus reicht. Doch nun kommt The Wirtschaftswunder:

„Einst waren wir mal frei
Nun sind wir besetzt
Das Land ist entzwei
Was machen wir jetzt?
Jetzt kommt das Wirtschaftswunder
Jetzt kommt das Wirtschaftswunder
Jetzt gibt’s im Laden Karbonaden schon und Räucherflunder
Jetzt kommt das Wirtschaftswunder
Jetzt kommt das Wirtschaftswunder
Der deutsche Bauch erholt sich auch und ist schon sehr viel runder
Jetzt schmeckt das Eisbein wieder in Aspik
Ist ja kein Wunder nach dem verlorenen Krieg

Und aus der Ferne leuchtet der Schein der Feuer, aber es sind nicht die Raffinerien von Auschwitz-Monowitz, sondern die Verbrennungsöfen die Brandgruben schimmern: heute, nach dem Film „Herr der Ringe“, würde man an das Land Mordor denken. Nur ist all das schlimmer. Es ist keine Fantasy. Aber sehr wohl  ist dieses Tun dort der menschlichen Phantasie und vor allem deutscher Gründlichkeit und Schaffenskraft entsprungen.

Wie nähert man sich diesem Ort? Eigentlich gar nicht. Theorie reicht an dieses Szenario nicht heran und müßte es doch zugleich, um nicht sprachlos zu blieben und damit da so etwas wie ein Denken, eine Denkbestimmung ist, die das, was da war, einholt.

Mit Hegel kann man nicht durch Auschwitz reiten, sagte einmal Anfang der 1990er ein Germanistikprofessor in Hamburg. Es war Klaus Briegleb. Er mag einerseits recht haben. Aber ich halte diese Sicht für falsch. Hegel befreit nicht von Auschwitz und holt alles irgendwie in die holistische Theorie ein, damit wir im Denken kompensieren. Aber man kann mit Hegel das, was sich in seiner Perversität und Widerlogik jeglichem Denken qua einer überbordenden Rationalität entzieht, zumindest versuchen in Begriffe zu fassen, und schon das Nennen einer Aporie oder einer Schwierigkeit ist ein erster Weg und Ansatz, sich anzunähern.

Was macht Auschwitz, was macht die Shoah derart spezifisch? Vielleicht das, was Hannah Arendt so treffend und in vier Worten bezeichnete: „Die Banalität des Bösen“. Daß da mit akribischer Logik Herren- und Paragraphenreiter, die Hunde, ihren Garten, ihre Katze und ihre Frau lieben, eine Tötungsmaschinerie in Gang setzten, und zwar bis in die Protokollierungen und die Fahrplan-Verzeichnisse hinein.

„Wir Deutsche, die wir als einzige auf der Welt eine anständige Einstellung zum Tier haben, werden ja auch zu diesen Menschentieren eine anständige Einstellung einnehmen, aber es ist ein Verbrechen gegen unser eigenes Blut, uns um sie Sorge zu machen und ihnen Ideale zu bringen, damit unsere Söhne und Enkel es noch schwerer haben mit ihnen.“ (Himmler, Posener Rede)

Menschen gelten als Dinge und jeder an seinem Platz nach Stufen geordnet und Menschen auf dem Rang von Tieren. Ohne jeden ökonomischen Sinn: Rassedenken, Antisemitismus und eine Klassifizierung von Menschen, die im Vergleich zum Kolonialregime der Engländer und Franzosen eine völlig andere Qualität entwickelte und damit einen qualitativen Sprung tat, hin zu einer neuen Form von Gewalt und dies eben macht die Singularität der Shoah aus.

Nicht mehr die Ökonomisierung von Menschen, sondern deren bedingungslose Auslöschung stand im Vordergrund. Nicht weil sie schlecht arbeiteten, sondern schlicht, weil sie nicht mehr als Menschen gesehen wurden und weil sie vor allem Juden waren. Als Volksschädlinge, als Auszurottendes. Auch Neger ließ man die Straße putzen und man schlug ihnen den Rücken blutig. Aber wenige Weiße nur kamen auf die Idee, sie auszurotten: im Gegenteil, es war bequemer, sie auf Plantagen oder in Fabriken zu halten und die drakonischen Strafen galten nicht ihrer Vernichtung, sondern der Disziplinierung der übrigen Sklaven. Sofern sie sich fügten und ihren Platz sahen. Darin liegt der Unterschied zwischen Sklaverei, Kolonialismus und dem Vernichtungs-Antisemitismus der 1940er Jahre. Der Jude wurde nicht als dienende „Rasse“ gehalten, sondern er war, dem Ungeziefer gleich, von dieser Welt zu vertilgen.

„Der Umstand, daß man die Vernunft in der Geschichte stets unterstellen muß, wenn man die unterstellte Vernunft mit der Realität verwechselt. So kommt es, daß ausgerechnet Vulgärmarxisten, welche die Unterscheidung von Begriff und Sache und also den Unterschied zwischen der wirklichen Idiotie der wirklichen Geschichte und der Vernunft, mit der Marx diese idiotische wirkliche Geschichte begreift, nicht gelernt haben – daß ausgerechnet Marxisten dem deutschen Faschismus die weltgeschichtliche Absolution erteilen, und zwar gerade dort, wo sie ihn als besonders ausgekochten, besonders teuflischen Trick des Kapitals verdammen.“ (Wolfgang Pohrt)

Was im Zeitalter der ersten Kolonialisierungen als minderwertige oder einfach zu erobernde oder aber christlich zu bekehrende niedere Kultur gesehen wurde, die zu dienen hatte oder was einfach ein ökonomischer Absatzmarkt für Waren war und was dann im 19. Jahrhundert als Rassediskurs biologistisch sich fortsetzte, gewann im deutschen Faschismus eine völlig andere Dimension. Ein qualitativer Sprung. „Der Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden“, so schrieb Adorno in den „Minimal Moralia“. Aber das ist nur die halbe Wahrheit und erklärt jenen Haß auf die Juden und diesen unbändigen Willen zur Vernichtung, diese Zwangsläufigkeit, bei der alle mittaten, nicht. Das Subjekt dieses Satzes läßt sich durch beliebige andere Zugehörigkeiten substituieren – ob Muslim, Christ oder Hindu. Die Logik des Vorurteils ist damit zwar bezeichnet, aber eben nicht die spezifische Differenz hin zur restlosen Vernichtung. Für den Juden reichte es nicht einmal, daß er dem Arier dient. Das eben, was eine Sklavengesellschaft oder Zwangsarbeit in Rüstungsbetrieben auszeichnet. Die wenigsten Juden waren dafür vorgesehen. Sondern er war zu vertilgen. Ihre Orte war Birkenau, Majdanek, Sobibor. Und dieses Vertilgen, dieses Morden der Juden, gerade weil sie Juden waren und aus keinem anderen Grund, machte Hitler bereits in „Mein Kampf“ unmißverständlich deutlich und er machte dies auch am 30.1.1939, zu seiner Rede zum Tag der Machtergreifung unmißverständlich deutlich:

„Und eines möchte ich an diesem vielleicht nicht nur für uns Deutsche denkwürdigen Tag nun aussprechen. Ich bin in meinem Leben sehr oft Prophet gewesen und wurde meistens ausgelacht […] Ich will heute wieder ein Prophet sein: Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa.“

Heraus sprang nur eins: das Problem, wie man effizient hunderttausende von Menschen effizient verbrennt. Man denkt, das geht leicht: aber dem ist nicht so. Es bleiben im normalen Feuer die Knochenrückstände und aus den Hochöfen mußten die Sonderkommandos zuweilen an die 40 cm dicke Fettschichten herauskratzen. Wie darüber sprechen?

Einen zentralen Aufsatz zu diesen Fragen nach dem Begreifen und am Ende auch nach den Dimensionen von Sinn, unpolemisch, analytisch und begrifflich scharf und nicht in seinem zuweilen störenden Politfuchteln, schrieb Wolfgang Pohrt in dem lesenswerten Text „Nationalsozialismus und KZ-System“:

„Die Verdrängung selbst der Geschichte des deutschen Faschismus aus dem allgemeinen Bewußtsein behindert nachhaltig die Möglichkeit, einen Begriff davon zu erarbeiten. Denn jede Diskussion setzt voraus, daß die Beteiligten viel mehr über den Gegenstand wissen, als jeweils zur Sprache kommt. Die Diskussion verschiedener Faschismustheorien setzt z.B. immer die Kenntnis nicht nur dieser Theorien, sondern auch der von diesen Theorien noch einmal verschiedene Realität voraus. Nur im Verhältnis von Sache und Begriff läßt sich dessen Wahrheit vernünftig beurteilen.

Auch die Sache aber stellt sich für das Bewußtsein stets nur in Begriffen dar. Wo die Sache an sich selbst unbegreiflich ist, weil ihre eigene Struktur die Voraussetzung aller Erkenntnis; die „adaequatio rei et intellectus“, die Übereinstimmung von Gegenstand und Einsicht prinzipiell ausschließt, dort tendiert sie dahin, sich der Darstellung und dem Bewußtsein überhaupt zu entziehen. Das Unbegreifliche ist am deutschen Faschismus aber gerade das Wesentliche. Ihn zeichnet aus, daß er von keiner Theorie mehr wirklich erreicht werden kann.“

Dies scheint mir der zentrale Punkt, die Crux dieser Angelegenheit. Wir können die Shoah in alle möglichen Theorien einholen, als Historiker, als Soziologen, als Ökonomen, aber es bleibt immer ein unbegreiflicher Rest, woher diese unendliche Bosheit kommen mag

„Nicht einmal die Konstruktion eines strafenden Gottes – das erste Tasten wie der letzte Ausweg der Vernunft – vermag die planmäßige, fabrikmäßige Vernichtung von mindestens 6 Millionen Menschen in jenen sinnvollen Zusammenhang zu stellen, in dem der Gegenstand allein erkannt werden kann. Die Theorie setzt einerseits stets ein die Sache unter seinen eigenen, subjektiven Bestimmungen setzendes Subjekt voraus. Sie beginnt also erst jenseits der Konzentrationslager, in denen das Subjekt planmäßig vernichtet wird. Die Theorie setzt andererseits eine Sache voraus, die von den Denkbestimmungen eines auf sie reflektierenden menschlichen Subjekts nicht völlig verschieden ist: was real keiner menschlichen Logik gehorcht, kann auch kein Mensch begreifen. Vor einer Institution, in welcher die Unmenschlichkeit zum Prinzip erhoben ist, muß die Theorie daher kapitulieren.

Das Zurückweichen der Theorie vor dem deutschen Faschismus ist auch Darstellungen anzumerken, die nicht vorrangig theoretische Ambitionen haben. Z.B. Kogon, dessen Thema Beschreibung systematischer Menschenvernichtung ist, spricht eigentlich immer von etwas anderem: von der Organisation des Lagers, von der komplizierten Hierarchie unter den Henkern, von der ähnlich komplizierten Hierarchie unter den Opfern, von Kompetenzstreitigkeiten, Kommunikationsproblemen usw. Die Beschreibung erreicht gewissermaßen nicht den Gegenstand selbst, sondern sie hält bei der minutiösen Protokollierung der Organisation und Technik inne, die ihn hervorgebracht haben. […]  Am Ende weiß man über die KZ vor allem eins: wie man sie macht. Der deutsche Faschismus zwingt offenbar das Denken zur funktionalistischen Regression: statt zu fragen, was er ist und wie er zu beurteilen sei, fragt man, wie er funktioniert. Die Anpassung der Theorie an ihren unbegreiflichen Gegenstand und damit ihre Kapitulation ist vermittelt durch einen besonderen Mechanismus der Angstbewältigung: zum organisatorischen und technischen Problem neutralisiert und reduziert, verliert die planmäßige Menschenvernichtung ihre Schrecken. Das Unbegreifliche wird scheinbar nicht begreiflich, es wird sogar gewöhnlich, und das beruhigt.“

Es sind diese Passagen ganz unmittelbar von Adornos Diktum beeinflußt, daß nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben barbarisch sei und – nun kommt der zweite Teil des Satzes, der gerne übergangen wird: „das frißt auch die Erkenntnis an, die ausspricht, warum es unmöglich ward, heute Gedichte zu schreiben. Der absoluten Verdinglichung, die den Fortschritt des Geistes als eines ihrer Elemente voraussetzte und die ihn heute gänzlich aufzusaugen sich anschickt, ist der kritische Geist nicht gewachsen, solange er bei sich bleibt in selbstgenügsamer Kontemplation.“ (Adorno, Kulturkritik und Gesellschaft)

Man könnte dieser Passage, mit Hölderlin gesprochen, deutschen Gesang folgen lassen, oder wie Paul Celan es in dem Gedichtband „Atemwende“ von 1967 als Gedichttitel schrieb, den „Singbaren Rest“ folgen lassen oder jenen „Cello-Einsatz“, der einem oder einer zuweilen bei der Ankunft aufspielt. „Alles ist weniger, als// es ist,// alles ist mehr.“ Punctum. Kein Bild reicht da heran. Aber man kann es dichten, wie Celan es in seiner „Engführung“ tat. In einer zunächst hermetisch erscheinenden Sprache, die es aber gar nicht ist. Suggestiv zwar einerseits, im Sinne von eindringlich, aber dann im Bild doch wieder revozierend, bis hin zum Partikelgestöber und einem demokritschen Atomismus, in den sich ein Körper in der „Engführung“ – ein musikalischer Terminus übrigens – aufzulösen vermag:

„VERBRACHT ins
Gelände
mit der untrüglichen Spur:

Gras, auseinandergeschrieben. Die Steine, weiß,
mit den Schatten der Halme:
Lies nicht mehr – schau!
Schau nicht mehr – geh!

Geh, deine Stunde
hat keine Schwestern, du bist –
bist zuhause. Ein Rad, langsam,
rollt aus sich selber, die Speichen
klettern,
klettern auf schwärzlichem Feld, die Nacht
braucht keine Sterne, nirgends
fragt es nach dir.“

Gras, das man auseinander schreibt, kann Gas bedeuten, indem man das „r“ wegläßt, oder rückwärts gelesen Sarg. Solche Dichtung wie die von Celan sperrt sich gegen jegliche Eindeutigkeit und Vereinnahmung, sie macht sich spröde. Auch das gehört zu dem, mit Hölderlin vielleicht gesprochen, dem Andenken.

„Dann wurden die Opfer gezwungen, nackt mit erhobenen Händen durch den Schlauch zu gehen oder zu laufen. Im Winter 1942/43 konnte es aber auch vorkommen, daß die entkleideten Menschen stundenlang barfuß im Freien stehen mußten, bis sie an die Reihe kamen. Dort konnten sie dann die Schreie derer hören, die vor ihnen in die Gaskammern gegangen waren.“ (Hilberg, Die Vernichtung der europäischen Juden)

Man kann mit Auschwitz nicht durch die Hölle reiten, und schon gar nicht kommt man mit Auschwitz in den Himmel der Theoriegerechten. Die Singularität von Auschwitz ist unhintergehbar. Aber sie ist zugleich keine Mystik und auch keine negative Theologie, aus der sich irgendwie doch ein positiver Gehalt pressen oder gewinnen ließe. Besser als alle Spekulation wäre es gewesen,  wenn man all die Täter dort in den Lagern juristisch und zeitig vor allem nach 1945 zur Rechenschaft gezogen hätte. Gegen solche Mystifizierung des Unaussprechlichen richtet sich auch  Giorgio Agambens Kritik in seinem Buch „Was von Auschwitz bleibt“.

Auschwitz ist kein Unaussprechliches, kein Adyton, keine negative Theologie:  Daß man, wie ein Leserbriefschreiber Agamben vorwarf, den unsagbaren und einzigartigen Charakter von Auschwitz durch dessen konkrete und faßbare Darstellung des Schreckens zerstörte, ist ein Trugschluß. „Doch warum unsagbar? Warum die Vernichtung mit dem Ansehen der Mystik schmücken? Im Jahre 386 unserer Zeitrechnung verfaßte Johannes Chrysostomos in Antiochien seine Abhandlung Über die Unbegreiflichkeit Gottes. Er setzte sich mit Gegner auseinander, die behaupteten, daß das Wesen Gottes begriffen werden könne, …“ Indem Johannes die Unbegreiflichkeit vertrat, daß Gott „unsagbar“, „unaussprechlich“, „unaufschreiblich“ sei, „weiß er genau, daß eben dies die beste Weise ist, ihn zu verherrlichen […] und anzubeten […].“

Ob Agamben den Johannes Chrysostomos richtig wiedergibt, vermag ich nicht zu sagen. Aber der von Agamben dargestellte Gedanke ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Und zugleich bleibt in all dem Feuer und der Asche ein Unbegreifliches. Etwas, das sich noch der Ökonomie der verstreuten Asche im Wind als Erinnerung oder als Dichtung entzieht. Kein Bild reicht heran.

***

„Auschwitz“ als Kollektivsingular bedeutet zunächst: Der organisierte Massenmord von Deutschen an Juden (und auch an Sinti und Roma), deren Gefangennahme in deutschen Städten, in griechischen, polnischen, dänischen, französischen Dörfern und Städten, der europaweite Abtransport dieser Menschen weit und tief in den Osten, hin zu den deutschen Vernichtungslagern in Polen und Weißrußland. Es bedeutete dies die Selektion, die industrielle und effiziente Tötung von Menschen, es bedeutete medizinische Experimente an Menschen und daß Menschen an den Rampen selektiert wurden. Zugleich bedeutete es aber auch, daß nichts, rein gar nichts davon nach außen dringen durfte.

Aber das ist es nicht alles. Es bedeutet auch, daß es eine hinreichende Zahl an Menschen gab, die dabei zusahen, als Menschen aus ihren Häusern geholt wurden, die dabei zusahen, als jüdische Geschäfte boykottiert wurden, die dabei zusahen als Synagogen brannten und Scheiben von jüdischen Geschäften zerschmissen wurden. All das. Und all das ist kein Fliegenschiß, wie Alexander Gauland dies insinuiert, und selbst wenn er diesen Satz hinterher relativierte, so ist solches Denken ganz und gar unangemessen in bezug auf die Sache.

Man kann Gedenken nicht verordnen und man kann es nicht erzwingen. Dennoch haben auch symbolische Tage eine Bedeutung und vor allem eine Aufgabe. Der 27. Januar hätte schon viel früher ein solcher Gedenktag sein müssen. Mit der Gründung der BRD.

Gedenken an Auschwitz bedeutet nicht nur Musealisierung, sondern ebenso einen Blick nach vorne, es bedeutet gelebtes Judentum und jüdische Gemeinden in Deutschland. Jedem, der in Berlin wohnt oder der dorthin reist, empfehle ich  einen Besuch im wunderbaren Jüdischem Museum in der Lindenstraße. Gedenken an Auschwitz heißt auch: Solidarität mit Israel! Keine unbedingte, unkritische. Aber wer diesem Staat sein Existenzrecht abspricht oder zum Boykott von Judenprodukten, genauer gesagt von Waren aus Israel auffordert, der muß es sich eben gefallen lassen, als Antisemit bezeichnet zu werden. Daß es rechts Antisemiten gibt, wissen wir. Daß sie ebenso links existieren, davor wird gerne das Auge verschlossen. Wer heute beschwört: „Nie wieder Faschismus!“, der sollte ebenso daran denken, aus welchen Gründen sich der Staat Israel gründete. Ansonsten läuft das linke „Nie wieder“ leer und gerinnt zur Parole.

18 Gedanken zu „Deutsches Herz der Finsternis. Zur Befreiung von Auschwitz

  1. Sparen Sie sich die Zeit, und kommen Sie runter von Ihrem moralischen Olymp. Haben Sie das Reich III. erlebt? Meine 96 jaehrige Mutter schon, und spielte uebrigens eine erhebliche Rolle im Frankfurter Auschwitz Prozess. Behalten Sie Ihre selbsherrlichen Reue-und Demutsphantasien und lernen erst einmal konzeptuelles Denken. Wenn alles so geheim war, wie sollte dann der Durchschnittsbuerger davon gewusst haben, geschweige denn eingegriffen. Die Alliierten haben jedoch zu Beginn von den Lagern gewusst aber den Krieg ersteinmal laufen lassen… Bei den Luftangriffen der Alliierten wurde dann mit chirurgischer Praezission an den Lagern vorbeigebombt! Es sollte ja nur Deutsche Zivilisten, Frauen und Kinder treffen! Geschichte ist wohl nicht Ihre Staerke, lernen Sie die Tatsachen kennen, bevor Sie politisch korrekte absurde Propaganda verbreiten.

  2. Zunächst einmal entscheidest Du kaum, wer worüber zu reden oder nicht zu reden hat. Und es geht, wie Du unschwer lesen kannst, wenn Du denn zum Lesen fähig bist, nicht um die moralische Dimension oder um Demutsgesten, sondern um eine Frage der Betrachtung und wie dieses singuläre Ereignis zu fassen ist. Es kann nämlich danach nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden, schon gar nicht, wenn es inzwischen wieder eine Partei gibt, die diese Zeit gerne entsorgen möchte und das zu einem Fliegenschiß erklärt.

    Und wenn Du, alphachamber, den Agambenpart gelesen und wenn Du vollständig und gründlich diesen Text gelesen hättest, dann kämst Du auf die Idee, daß es hier nicht um Mystifizierung oder um eine negative Theologie geht und schon gar nicht um irgendwelchen moralischen Mehrwert, der sich herauspressen läßt. (Wofür auch? Ich gehöre nicht zur Generation der Täter, nicht einmal meine Eltern gehörten dazu.)

    Die Überlegung, daß man Auschwitz und Bahnstrecken bombardieren kann – die übrigens dann ebenso leicht wieder zu reparieren, aber von der Präzision her schwierig zu treffen sind – setzt zunächst als Annahme voraus, daß man bereits im Frühjahr, Sommer 1944, auf dem Höhepunkt der Vernichtung, gewußt hat, was in Auschwitz passiert und an welchen Orten also die Judenmorde genau geschahen. Das war aber zu diesem Zeitpunkt kaum bekannt. Die Alliierten wußten, daß es Lager gab, sie wußten aber nicht, was in diesen Lagern geschah, das Ausmaß des Grauens war erst ab Mitte 1944 weitgehend bekannt.

    Die Lager lassen sich nicht präzise Bombardieren. Das weißt Du ganz genau. Aus 9000 Metern Höhe und mit rund 500 km/h Geschwindigkeit trifft niemand präzise die Todesfabriken, die etwa die Größe eines Tennisfeldes haben, und verschont die Lagerinsassen.Und es setzt militärtaktisch zudem voraus, daß man präzise hätte operieren müssen, um exakt die Todesfabriken von den Lagerkomplexen zu unterscheiden.

    Ex-post-facto-Deutungen sind zwar bequem, aber auch nichtig, weil sie nämlich mit dem Wissen von heute operieren. Bis Mai 1944 war kaum etwas von Auschwitz bekannt, schon gar nicht die industrielle Tötung von Menschen. Lager waren nicht von Todesfabriken zu unterscheiden. Und es gab bei den Alliieren nicht einmal dieses Wissen um solche Todesfabriken und was dort konkret geschah. Die Deportation der ungarischen Juden begann ab Mai 1944 und kam im Juli 1944 zu ihrem Höhepunkt. Auch in dieser Phase hatten die westlichen Alliierten nicht im Ansatz eine Ahnung, was in Auschwitz passierte und die wenigen Infos, die durch geflüchtete Juden aus dem Vernichtungslager nach außen drangen, kamen erst im Sommer, Herbst 1944 bei den Alliierten an. Einen Plan, wie man diese Vernichtung von Juden präzise hätte stoppen können, gab es nicht. Auf solche Einsätze waren die Militärs nicht vorbereitet. Es war im Juni 1944 bereits die Landung in der Normandie und der Krieg im Pazifik kräfteaufreibend. Auch das sollte man mit dazu wissen, wenn man ex post facto aus dem Sessel heraus fabuliert.

    Und es ist zudem völlig unsinnig, Eisenbahnstrecken oder auch bestimmte Teile eines Lagers auf solche Distanz und aus 9000 oder 5000 Metern Höhe präzise bombardieren zu wollen, weil nämlich die Treffsicherheit aus dieser Höhe gering ist und für einen solchen Einsatz zudem hunderte von Bombern mit tausenden von Bomben erforderlich wären – militärlogistisch eine Wunderleistung – und zudem die Züge am Ende über andere Strecken umgeleitet werden können und weiterhin Eisenbahnschienen relativ leicht zu reparieren sind. Der Einsatz von kostbarem Material, das an allen Stellen der Front benötigt wurde, steht in keinem Verhältnis zum Erfolg.

    Wer aus solcher Höhe ein Lager angreifen will, konnte nicht präzise bombardieren, sondern nur großflächig mit breiter Streuung. Drohnenangriffe gab es nämlich noch nicht. Es hätte also bei diesem Einsatz schlicht und ergreifend die Gefahr bestanden, daß die Alliierten bei der Bombardierung von Auschwitz den Nazis das Geschäft einfach abnähmen. Und später kämen dann irgendwelche Typen und verbreiteten die Mär, daß Alliierte in Wahrheit die Juden umgebracht hätten und nicht die Deutschen, denn die Lager dienten ja nur zum Schutz der Juden, schließlich hieß es ja Schutzhaft: Har, har, har. Und man kann vermuten, daß auch manch linker Antisemit diesen Scheiß mitgemacht hätte, denn es geht ja gegen den Imperialisten USA.

    „Es sollte ja nur Deutsche Zivilisten, Frauen und Kinder treffen!“ Natürlich. Und die Städte und die Rüstungsproduktionen. Übrigens: diesen Krieg fingen die Nazis an. Die Rolle Deiner Mutter im Auschwitzprozeß ist hier nicht das Thema, wie Du unschwer lesen kannst. Es steht Dir aber frei, darüber einen eigenen Text zu schreiben.

  3. Und zur Bombardierung von Auschwitz gab es auf Arte kürzlich eine sehr gelungene Doku. Sie wird heute abend wiederholt.

    https://www.arte.tv/de/videos/087404-000-A/1944-bomben-auf-auschwitz/

    Und ansonsten dazu auch einen Artikel in der „Welt“, wo man einen kurzen und guten Überblick jenseits von ideologischen Positionen erhält.

    „Warum die Alliierten Auschwitz nicht bombardierten
    Hätten Luftangriffe auf die Vernichtungslager den Völkermord der Nazis stoppen können? Und warum unterblieben sie? Der Historiker Peter Hayes gibt Antworten auf diese und andere Fragen zum Holocaust.“

    https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article167948937/Warum-die-Alliierten-Auschwitz-nicht-bombardierten.html

    Und schon von der Argument-Logik her ist es eine Verschiebung des Problems, hier plötzlich von den Tätern auf die Alliierten umzuswitchen. Primär verantwortlich waren die, die in den Lagern mordeten und die in den Befehlsketten saßen. Und das waren in der Regel Deutsche.

  4. Und das Wissen der Deutschen bezog sich nicht auf die Todesfabriken, sondern darauf, was mit Juden in der Gesellschaft geschah. DAS wußte jeder, der es sehen wollte. Schon 1933, schon 1938. Und man wählte damals die Nazis eben nicht nur trotz, sondern teils auch wegen ihres Engagements gegen „die“ Juden. Das, was dann daraus erwuchs, konnte freilich niemand wissen.

    Wer also in dümmlichem Ton konzeptuelles Denken einfordert und dann selber als Flachmatte in der Analyse aufschlägt, sollte bereits vorher den Ball flach halten. Angefangen bei dem Blödsinn von der Bombardierung von Auschwitz.

  5. „wenn Du denn zum Lesen fähig bist…“ Sehr sachlich!
    Aber, wenn wir das mal zurückgeben dürfen:
    „Die Lager lassen sich nicht präzise Bombardieren. Das weißt Du ganz genau…“ Deswegen schrieben wir, dass man „weit darum herumbombardierte“; weil man die Lager für das schon in den USA geplanten Kriegstribunal als Beweis deutscher Bestialität erhalten musste.
    „Die Alliierten wußten, daß es Lager gab, sie wußten aber nicht, was in diesen Lagern geschah,“ Ja, sicher, wir kennen die Version der Alliierten.
    „…nicht um die moralische Dimension oder um Demutsgesten, sondern um eine Frage der Betrachtung und wie dieses singuläre Ereignis zu fassen ist…“
    Wenn es bei diesem Text NICHT um ewige Reue und Selbstbezichtigung geht, müssen wir wohl einen Hermeneutikkurs belegen. Und am Ende geht es auch um das ewig offene Buffet der Wiedergutmachung als „singuläres Ereignis“ – das ist schon gut zu fassen.
    Und was das „singuläre Ereignis angeht – sagen Sie das mal den Überlebenden der Khmer Rouge, die 2/3 der gesamten Bevölkerung brutal mordeten (Neugeborene wurden gegen Baumstämme geknallt. Da der Schreiberling sich zu dieser Zeit in Kambodscha befand, kann er es auch bezeugen! Hier würden unsere jüdischen Freunde protestieren, dass sei ja „Relativierung“ – auch eine „singuläre“ Begriffsbesetzung.
    Leider ist Ihr Artikel ist einseitig und ungelehrt was die Geschichte betrifft. Wir könnten uns ja gerne über die wahren Umstande und Daten austauschen, aber dann käme einer von uns ins Gefängnis; das ist der liberale Faschismus.
    Und noch etwas, ein Toter ist ein Toter. Für ein Opfer ist es egal, wie viele noch um ihn herum sterben. Die Trauer gilt dem Einzelnen, es gibt keine bevorzugten Opfer. Das ist ein Konzept moralischen Betrugs. Es ist uns egal, ob Sie mit einem jüdischen Felsen auf Ihrer Schulter herumlaufen, versuchen Sie nicht Ihre Leser was aufzuladen. Keiner will auch etwas unter den Teppich kehren (das überlassen wir den Stalinisten) aber die wirkliche Geschichte ist weder nur die der Nazi, noch exklusiv der Juden. Haben Sie auch mal das Niederwalddenkmal besucht?

  6. „wenn Du denn zum Lesen fähig bist…“ Sehr sachlich!“

    Es ist lustig: Da platzt jemand in unsachlichem und in einem zudem dummpolemischen Ton in die Debatte, um sich dann, erwartbar allerdings, über Unsachlichkeit zu beschweren. Schon ein wenig seltsam.

    „Deswegen schrieben wir, dass man „weit darum herumbombardierte“; …“

    Ja, das hat man auch getan: Hamburg, Dresden, Essen, Duisburg, Köln, Schweinfurt, München, Lübeck. Und ansonsten zeigt Dein Satz, daß Du von militärischen Dingen und von militärischer Einsatzführung und Taktik geschweige denn von Strategien weniger als nichts begreifst.

    „„Die Alliierten wußten, daß es Lager gab, sie wußten aber nicht, was in diesen Lagern geschah,“ Ja, sicher, wir kennen die Version der Alliierten.“

    Anscheinend sind Dir die in der Forschung genannten Fakten nicht bekannt, sonst würdest Du solchen Blödsinn, der nahe an Verschwörungstheorien dran ist, nicht schreiben. Übrigens: selbst wenn es so wäre, nur mal für Dich, von der Logik der Sache her genommen, dann waren die Täter und die Mörder immer noch jene, die diese Verbrechen begingen und nicht die Alliierten. Hier wird also sophistisch durchschaubar Ursache und Wirkung vertauscht, um in der Debatte dann mal eben schnell die Torpfosten hin zu den Alliierten und weg von deutschen Massenmördern zu verschieben. Und um sich zu immunisieren, wird dann irgendein Geheimgeschwurbel angesetzt. All das ist ein durchschaubares Manöver.

    „Wenn es bei diesem Text NICHT um ewige Reue und Selbstbezichtigung geht, müssen wir wohl einen Hermeneutikkurs belegen. Und am Ende geht es auch um das ewig offene Buffet der Wiedergutmachung als „singuläres Ereignis“ – das ist schon gut zu fassen.“

    Das sind Deine privaten Voraussetzungen, die Du in den Text trägst. Hermeneutik bedeutet, einen Text richtig und in seinen Hinsichten auszulegen und nichts dort hineinzupacken, was da nicht steht. Dazu scheinst Du leider nicht in der Lage zu sein. Wenn Du etwas nachweisen willst, dann mußt Du das mit konkreten Zitaten machen und nicht, indem Du Strohmänner hier aufbaust und etwas paraphrasierst, was in Deinen privaten Referenzrahmen paßt und Deinen privaten Film, den du hier fährst, widerspiegelt, jedoch nichts mit meinem Essay zu tun hat. Zu einer solchen inhaltlichen Analyse scheinst Du bisher nicht in der Lage zu sein. Du hast aber jederzeit die Chance, zu zeigen, daß Du es doch kannst. Weiterhin zu Deiner Inkonsistenz in den Aussagen: Selbstbezichtigung setzt voraus, daß ich für diese Taten verantwortlich wäre. Das bin ich aber nicht und das steht bei mir auch nirgends. Reue setzt voraus, daß ich etwas zu bereuen hätte. Da ich aber nicht für die Taten verantwortlich bin, gibt es auch nichts zu bereuen. Und den Unterschied zwischen einem Gedenken und einer Kollektivschuld, die hier ebenfalls nicht Thema war, muß ich Dir nun auch noch erklären.

    „Und was das „singuläre Ereignis angeht – sagen Sie das mal den Überlebenden der Khmer Rouge, die 2/3 der gesamten Bevölkerung brutal mordeten …“

    Das Singuläre besteht im Wie des Mordes an den Juden und nicht darin sophistisch und mit dem Griff in die rhetorische Trickkiste ein Verbrechen gegen das andere auszuspielen, so wie Du es hier betreibst. Wo Du wann gewesen bist, ist für diese Fragen nicht erheblich. Du augmentierst Dich damit nicht um irgendeine zusätzliche Autorität, die Du hier simulieren möchtest qua Dabeigewesensein – was hier zudem keiner nachprüfen kann und was auch nicht die Frage ist, weil es hier auf Argumentstrukturen und Darstellungsweisen ankommt. Hier geht es um eine konsistente Darstellung. Man kann in diesem Kontext von Völkermord auch den Genozid an den Armeniern nehmen oder die Ausrottung der indigenen Völker in Amerika oder die Opfer des Kolonialismus. Aber auch hier gilt es, die spezifischen Differenzen im Blick zu behalten und Hinsichten zu unterscheiden. Dies ist die intellektuelle Herausforderung, vor die Du nun einmal gestellt bist und die Du hier nicht einlösen kannst, weil Du alles zu einer allgemeinen Suppe verrührst. Und es geht in diesen Fragen zu dem um eine Gesamtbetrachtung und nicht um den Einzelfall, der in anderem Kontext, als biographische Erzählung und als Veranschaulichung eines Verbrechens wesentlich sein kann. Auch diese Differenz muß Du ziehen können. Ansonsten wird es eben mit der Analyse nichts und Du verrührst die Dinge zum trüben Gedankenbrei.

    „Wir könnten uns ja gerne über die wahren Umstande und Daten austauschen, aber dann käme einer von uns ins Gefängnis; das ist der liberale Faschismus.“

    Diese Zeilen zeigen dann am Ende auch, woher die Musik spielt. Und wie es bei den Verschwörungstheoretikern Brauch ist, wird dann eine geheime Wahrheit aus dem Zauberhut gezogen, die aber doch irgendwie tief verborgen daliegt, die man natürlich nicht so einfach sagen darf und die doch en Alphachamberschen Dogmatismus legitimieren soll. Das Läppische dieser „Logik“ wird hier aber zumindest für die Leser gut ersichtlich. Wer es literarisch will, lese dazu von Thomas Mann „Mario und der Zauberer“

    Dein Lese-Problem besteht darin, daß Du irgendeine Privatpraktik von Lektüre als absolut setzt und daß Du die Kontexte nicht auseinanderhalten kannst und zudem Dich dann in Trivialitäten ergehst:

    „Und noch etwas, ein Toter ist ein Toter. Für ein Opfer ist es egal, wie viele noch um ihn herum sterben.“

    Dieser Satz gilt auch für einen Verkehrstoten oder für das Opfer einer Geiselnahme. Um diese Dimension geht es hier aber gar nicht. Und wenn man Besonderes und Allgemeines nicht vermitteln und zugleich auseinanderhalten kann, dann sind einem eben in der Nacht des Sinnierens alle Kühe grau, wie es Hegel so schön im Hinblick auf abstraktes Denken formulierte.

    „Keiner will auch etwas unter den Teppich kehren (das überlassen wir den Stalinisten) aber die wirkliche Geschichte ist weder nur die der Nazi, noch exklusiv der Juden.“

    Nach der Lektüre Deines Machwerkes sieht mir das anders aus. Und Leute wie Gauland oder Protofaschisten wie Höcke machen dieses Unter-den-Teppich-Kehren die ganze Zeit über. Als ob dieses Morden ein Fliegeschiß im Gang der Geschichte wäre. Ist es aber nicht.

    Das Niederwalddenkmal zeigt in der Tat gut das deutsche Verhängnis und vor allem das, was aus dummer Großmannssucht wird.

  7. „Wenn Du etwas nachweisen willst, dann mußt Du das mit konkreten Zitaten machen“. Das könnten wir, wäre aber zu viel Mühe für einen Dialog mit einer Person die die Regeln des Anstands nicht kennt: Ich bin nicht Ihr „Genosse“!.
    Ausserdem, ‚arbeiten‘ Sie selbst nur mit Quellen die Ihnen ideologisch passen. Die Wahrheit ist auch jedem selbst zugänglich, wenn man sie wirklich will.

    „…daß Du von militärischen Dingen und von militärischer Einsatzführung und Taktik geschweige denn von Strategien weniger als nichts begreifst.“ Köstlich, Sie haben ja keine Ahnung! Lol, Sie haben es immer nicht nicht begriffen…stolpern über die eigene Rhetorik.

    „…was aus dummer Großmannssucht wird“
    Seltsam, warum fällt uns dabei immer nur England ein…geschenkt.

    „Diese Zeilen zeigen dann am Ende auch, woher die Musik spielt.“
    Das hat aber lange gedauert. Uns war Ihre musikalische Quelle sofort klar – aber ein Versuch schadet nicht. :-)
    Vielleicht noch ein Gedanke: Adolf Hitler wurde unter dem Konferenztisch von Versailles geboren und mit den Armeniern, Hiroshima, Bosnia und Ruanda haben Sie recht – wenn man die wahre Geschichte kennt und holistisch betrachtet, lassen sich Einzelereignisse nicht isolieren. Entweder sind ALLE geschichtlichen Ereignisse „singulär“, oder keines, oder haben Sie von einem zweiten Massaker von Nanking gehört?
    Es ist Ihr Blog, haben Sie das letzte Wort.

  8. „Wenn Du etwas nachweisen willst, dann mußt Du das mit konkreten Zitaten machen“. Das könnten wir, wäre aber zu viel Mühe für einen Dialog mit einer Person die die Regeln des Anstands nicht kennt: Ich bin nicht Ihr „Genosse“!.

    Noch einmal Freundchen: Du bist hier in einem Ton aufgeschlagen, dem es nicht um die Auseinandersetzung, sondern ums Trollen geht, und zwar aus einer Ecke heraus, die ich für dümmlich halte. Auch das gehört zum Thema Auschwitz mit dazu.

    Die Engländer immerhin konnten Großmannssucht. Die Deutschen nicht. In Verbrechen beim Kolonisieren standen sie sich allerdings in nichts nach. Da wehte ein ähnlicher Geist. Nur eben war dies ein anderer als der des Antisemitismus mit seiner daraus resultierenden systematischen Vernichtung.

    Und was nun die konkreten Beispiele betrifft: da helfen keine Whataboutismen, sondern der Blick aufs Detail.

    „Vielleicht noch ein Gedanke: Adolf Hitler wurde unter dem Konferenztisch von Versailles geboren“

    Auch wieder eines dieser Vereinseitigungen. Für das Dritte Reich war nicht der Vertrag von Versaille verantwortlich und monokausals Ableitungen sind lediglich simpel. Richtig ist allerdings, daß die SPD und daß Ebert Wichte wie Hindenburg und Ludendorff an den Konferenztisch hätten zwingen und diese Verträge unterschreiben lassen müssen. Und richtig ist, daß die SPD sich 1918 unbedingt auf die Seite der Revolutionäre der USPD hätten stellen müssen, und nicht auf die Seite rechtsradikaler Freikorps.

    „Diese Zeilen zeigen dann am Ende auch, woher die Musik spielt.“
    Das hat aber lange gedauert.

    Da ich Deinen Blog nicht lese, nehme ich nur das, was Du hier von Dir gibst und messe es am Inhalt.

    „Entweder sind ALLE geschichtlichen Ereignisse „singulär“, …“

    Auch hier hast Du die Logik und den Stand der Dinge nicht gut begriffen. Jedes Ereignis steht für sich und jedes Ereignis ist anders. Und die Shoah zeigt einen qualitativen Sprung, was die Effizienz und damit verbunden die saubere und umfassende Durchführung und das Mitmachen eines ganzen Volkes betrifft. Und darin ist diese Art von Auslöschung singulär. Es war zudem nichts Eruptives, was da herausbrach und auch nicht nur, wie in Nanking, Resultat eines Eroberungskrieges. Darin liegt der Unterschied. Das soll und kann nicht das Leid der im heutigen Namibia ermordeten Herero und Namas durch die Deutschen aufwiegen. Aber das Vorgehen ist ein anderes. Diese Differenz und die Begründungen, die hinter den jeweiligen Morden stecken, muß man mitdenken. Ob man das will oder aus ideologischen Gründen eben nicht will.

    Und singulär ist auch der Tote, der von einem rechten Mob erschlagen wurde. Nur eben: auch hier haben wir eine völlig andere Dimension vorliegen als bei einem Genozid oder gesteigert noch bei der Shoah. Auch wenn das Denken dieser Rechtsextremisten vermutlich dem Denken ähnelt, was auch in den Tätern von damals vorging. Man muß also auch bei dem Begriff „singulär“ die Aspekte unterschieden und den Anwendungsfall mitdenken. Gebraucht man diesen Begriff ubiquitär, dann ist alles singulär, sogar der Gang zum Friseur, denn so wie damals wird es nie wieder sein, und damit eben ist zugleich nichts mehr singulär, weil alles mit Ähnlichkeit geschlagen ist, nämlich die Singularität, die damit zur Abstraktion gerinnt. Diese Reflexionsbestimmung muß man mit in den Blick bekommen, wenn man begreifen will, was mit dem Singulären der Shoah gemeint ist.

  9. @“Besser als alle Spekulation wäre es gewesen, wenn man all die Täter dort in den Lagern juristisch und zeitig vor allem nach 1945 zur Rechenschaft gezogen hätte.“ Da sprichst Du ein großes Wort gelassen aus.

  10. Bei Mussolini ebenso und ich hätte mir gewünscht, daß man 1918 auch den deutschen Kaiser samt seiner Generalssoldateska Hindenburg und Ludendorff an einer Laterne sähe. Aber andererseits denke ich, daß auch hier eigentlich die Justiz ihre Arbeit erledigen sollte. Sofern irgend möglich. Dennoch ist diese Wut der Menschen in solchen Fällen wie bei Frank mehr als verständlich. In diesem Sinne ist für mich aus Nürnberg her dies immer noch der treffendste Satz: „Death by hanging!“ Leider waren es zu wenige. Doch andererseits bin ich kein Freund der Todesstrafe, denn das lebenslange Sitzen in einer engen Zelle ist allemal mehr Strafe.

  11. Tja, „FREUNDCHEN“, sorry, wir wollten das wirklich nicht in die Länge ziehen, aber Ihr Ball flog uns direkt auf die Hände:

    „Da ich Deinen Blog nicht lese,…“ Da haben wir schon einen Hinweis zu Ihrem Problem: Hang zur Bestätigung der eigenen Meinung, kein geeigneter Weg zur Wahrheitsfindung!

    „Diese Differenz und die Begründungen, die hinter den jeweiligen Morden stecken, muß man mitdenken.“
    Genau: Was man am Ende dieses gesamten Singularitätmythos akzeptieren „muss“ (!) ist einzig diese Differenz: nämlich zwischen jüdischen Opfern und der Gojim. Hätten Sie das doch nur gleich gesagt.

    Kennen Sie den ultimativen Ursprung des Völkermordes? – Es fängt an mit Respektlosigkeit gegenüber dem Anderen. Und egal wie Sie unseren Text bewerten, Sie boten uns kein höheres Niveau. Das macht Sie zur Kehrseite der gleichen Münze, auf deren anderen sich Herr Höcke befindet. Darüber sollten Sie mal nachdenken.
    Das war es dann von uns – versprochen!

  12. „Da ich Deinen Blog nicht lese,…“ Da haben wir schon einen Hinweis zu Ihrem Problem: Hang zur Bestätigung der eigenen Meinung, kein geeigneter Weg zur Wahrheitsfindung!

    Falsche Festlegung. Du setzt voraus, daß Dein Blog zur Wahrheitsfindung dient. Um Deine Behauptungen zu beurteilen, benötige ich nicht Deinen Blog, sondern das, was Du hier schreibst. Eigentlich ein Zusammenhang, der nicht allzu schwierig zu realisieren ist.

    Genau: Was man am Ende dieses gesamten Singularitätmythos akzeptieren „muss“ (!) ist einzig diese Differenz: nämlich zwischen jüdischen Opfern und der Gojim. Hätten Sie das doch nur gleich gesagt

    Am Thema vorbei: Sogenannte „Goijm“ sind hier keine Opfer. Und der Aspekt der Singularität wird im Hinblick auf die Dimension und die Durchführung der Shoah aufgemacht und nicht in dem Sinne, Morde zur Kolonialzeit, Morde unter Stalin und Morde im Dritten Reich an Juden gegeneinander auszuspielen. Die jeweiligen totalitären Systeme sind je für sich zu betrachten. Schrieb ich alles oben.

    Kennen Sie den ultimativen Ursprung des Völkermordes? – Es fängt an mit Respektlosigkeit gegenüber dem Anderen.

    Falsche dogmatische Festlegung. Dann finge wohl der Völkermord schon mit der Frechheit des Kindes vor den Eltern an. Ich begegne Dir hier übrigens nicht respektlos, sondern ich setze Deine Form des Umgangs hier im Blog fort und begegne Dir so, wie Du Dich hier aufführst. Wer hier unverschämt auftritt und mit Autoritätssimulation, der wird sich dann halt nicht beklagen dürfen, wenn man ihn in dieser Weise auch empfängt und von vornherein eine harte Tonart anschlägt.

    Sie boten uns kein höheres Niveau.

    Wenn ein Affe in den Spiegel guckt, alphachamber, dann schaut kein Apostel heraus. Da nützt dann auch das hochtrabende Alpha nichts im Namen. Von Deiner Schmalspurauslegung meines Textes mal ganz abgesehen. Versuche es doch erst einmal, indem Du einen Text in seiner Struktur intellektuell durchdringst und seine Gehalte herausarbeitest. Und wenn Du das geschafft hast, und das ohne Sockenpuppen zu basteln, können wir auf gleichem Niveau uns unterhalten. Vorher ist das leider nicht möglich,

  13. Bei dem Bahngleise bombardieren fällt mir zunächst ein dass die zunächst mal schwer zu treffen waren – bei den Dämmen der Möhne-Eder- und Sorpetalsperre hat man das allerdings auch hingekriegt – bei so etwas massivem wie Eisenbahnschienen auf einem Damm dürfte allerdings das Kaputtkriegen gar nicht so einfach gewesen sein. Was die Bekanntheit des Geschehens angeht – selbst Hans Frank der sich anschauen wollte was denn in Auschwitz vor sich gehe wurde mit dem Hinweis auf „Seuchengefahr“ der Zugang zum Lager verweigert. Das Geschehen in den Vernichtungslagern, im Unterschied zu allgemeinen KZs, blieb einem sehr kleinen Kreis vorbehalten.

    Ansonsten lohnt es nicht mit Ayn-Rand-Anhängern zu diskutieren.

  14. Richtig, che, auch in den Punkten zum Bombardement und den KZs. Das schlimme an alphachamber ist, daß diese Leute vermutlich nicht einmal einen klugen und intelligenten Zugang zu Ayn Rand haben, sondern einfach diesen dummen Kram nachplappern. Äffisches Wesen halt, die sich da ideologisch immunisieren. Zumindest wenn ich das nehme, was ich hier von alphachamber zu lesen kriege, scheint mir da keine Substanz zu sein.

  15. In Anbetracht des Geschehenen scheinen mir „ewige Reue und Selbstbezichtigung“ durchaus nicht verkehrt.

  16. Das ist treffend formuliert.

    Wer ansonsten einen sehr guten Überblick über all diese Fragen zur NS- und Holocaustforschung haben will, von der Frage nach den Totalitarismus- und Faschismustheorien über den Zusammenhang von NS und Kapitalismus, der Rolle der Shoah und deren „Anordnung“ (die es in dieser Form als Führerbefehl nie gab), bis hin zur Goldhagen-Debatte, dem empfehle ich von Ian Kershaw das Buch „Der NS-Staat“. Unbedingt zu lesen. Darin wird auch zahlreiche Primärliteratur und der Stand der Forschung bis in 1990er Jahre genannt.

    Lesenswert, weil einen schnellen Überblick liefernd, und auch, weil darin der Mord an den Sinti und Roma thematisiert wird: Wolfgang Benz: Der Holocaust.

    Einen guten Überblick zur Forschung findet sich auch bei Frank Bajohr/Andrea Löw (Hg.): Der Holocaust. Ergebnisse und neue Fragen der Forschung.

    Ein weiteres Standardwerk, neben Raul Hilbergs Standardwerk natürlich, ist Christian Gerlach: Der Mord an den europäischen Juden. Ursachen, Ereignisse, Dimensionen

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