„Kein ding sei wo das wort gebricht“

Das Bild vom Bauhauslappen
(Die Photographie dieses Küchenlappens:
Beim Facebooklesen bei einer Facebookfreundin gesehen)

Damit man mich fürs Putzen nicht entdeckt, habe ich mich schnell hinter dem Male-Gaze versteckt, wo sich auch meine Dichterklause befindet, in die ich schnell entschwinde:

Die Frau, die putzt, die Frau, die kocht
Egal mit welchem Lappen.
Die Hauptsache ist, bis heute noch:
Es muß im Haushalt klappen.

Gar zarte gute Frauenhände
gelangen zwischen Tisch und Wände,
Ob Lappen rot, ob Lappen blau:
Es putz und putz und putzt die Frau.

Gar gründlich und gar gern gesehen
Klug nickend der Mann, danebenstehen
Er hat gar manchen Rat parat,
Ist beim Erklären ganz auf Draht.

Entdeckt noch manch schmutzge Ecke.
„Entferne bitte diese Flecke!“
Raunzt er dem Mäusezähnchen zu.
„Und beeile dich! Nur zu, nur du!“

Der Bauhauslappen schmiert und scheuert
Und ungeniert die Frau beteuert:
„Ich putz für Dich, für Dich allein.
In unserm schönen Bauhausheim“.

Der Mann gerührt sich zu ihr wendet.
Die Frau sich wegdreht, ganz behendet.
Ob Lappen rot, ob Lappen blau:
Es putz und putz und putzt die treue Frau.

 

6 Gedanken zu „„Kein ding sei wo das wort gebricht“

  1. Ob Viereck, Kreis ob Pyramide,
    dein Lappentrick ist zwar perfide,
    doch putzt dir, denk ich, keine Frau,
    dir damit gleich den Bloggerbau!

    Da müsstest du schon mehr berappen,
    als popelige Bauhauslappen.
    Wir präferiern Familienwappen
    drum komm uns nich mit Kunstatrappen!

  2. Bevor ich einen Putzlappen für den Preis eines Taschenbuches erstehe engagiere ich einen Putzmenschen.
    Jetzt habe ich Glück: Regen hindert mich am Fenster putzen. Da muss ich weiter lesen.

  3. Eine andere Variante des Lappens lautet: LESS dirt IS MORE fun.
    Es lebe die Merchandising-Rhetorik.
    Ich persönlich ziehe ja den dirty fun vor. Und Gropius & Co. sähen ( Jubiläum hin oder her) die Vernutzung einiger ihrer Kernaussagen bzw. -prinzipien zu dekorativen Sprüchen bzw. Layouts auf Gebrauchsgütern auch eher skeptisch, oder?

  4. @Kaethemargarete: Lesen statt putzen ist immer gut. Wobei eben zuweilen auch mal geputzt werden muß, denn sonst macht das Lesen keine Freude mehr.

    @Uwe Heck: Leider leben solche Museen inzwischen wesentlich auch von solchen Marketing-Gag-Artikeln und eben damit auch vom Museums-Shop. (Wobei ich die darin ausliegenden Bücher schon sehr gut finde und die Buchhandlung König hier in Berlin hat hervorragende Filialen in den Museen.)

  5. Meine Frau putzt besser als ich und ist auch ein besserer Leser. Sie ist eigentlich in allem besser als ich -nur ihr Geschmack setzte sie einst in Stich.
    Manchmal beneide ich sie und frage mich, warum nicht auch ich eine Frau wurde.
    Doch dann wird mir klar: Aus einem schlechten Mann wird dann eine noch schlechtere Frau.
    Jedenfalls: In Zukunft wirs sie,meine Holde, mir die Zeilen dieses Blogges zärtlich intonieren (hoffe ich).

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