Die Tonspur zum Samstag, für Lars von Trier

Für einen der bildgewaltigen Regisseure des 20. Jahrhunderts, nachträglich zum Geburtstag gereicht. Freilich nicht für ihn selbst und also für Lars von Trier dargebracht, denn er kennt schließlich seine eigenen Filme und die Bildszenen besser als jeder und er wird sich kaum für diesen Blog interessieren, aber doch als Referenz auf das gedacht, was ich liebe und ästhetisch schätze.

Daß Lars von Trier, wie auch Jean Paul, zu den großen Humoristen gehört, entgeht vermutlich den meisten Betrachtern seiner Filme. Pathos und Witz sind meist durch einen Faden aus zarter Zahnseide geschieden. Zum 30. April nachträglich mein Wunsch nach vielen weiteren Filmen: Schieß sie in Bildern nieder! Es sind die Sterne, die kalt und stumm auf uns herabschauen. Es sind solche von den wenigen, die zurückzublicken vermögen. Wohin gehst Du mit dem Teleskop? Mit der Linsenwaffe. Die Schläge ins Geschlecht und nichtrasierte Frauen. Gewalt, die an die Grenze des erträglichen geht. Kunst, die schmerzt. Bei Lars von Trier wird nicht korrekt gegendert oder das Soziale in ein nettes Problemchenfilmchen geparkt, sondern der Regisseur setzt sich dem Extrem aus. Dies kann bis zur rasenden Besessenheit gehen und so gebiert die Kamera wunderbare Bilder von Kraft und Ausdruck.

(Man muß sich für dieses YouTube-Video mit einer Altersangabe anmelden. Ich kann aber versichern: Es lohnt sich. Nicht nur wegen des Songs, dieser guten Cover-Version von „Hey Joe“ aus dem Film wunderbaren Film Nymphomaniac mit der großartigen, großen und wundervollen Schauspielerin und Sängerin Charlotte Gainsbourg. Solches gibt es nur in Frankreich, und nur ein Nordlicht weiß, wie man solch wilde Rosen weckt.)