Weltpinguin-Tag

Is auch wichtig und Zeit für den Zoo in Bildern, denke ich mir, heute am Weltpinguin-Tag. Und da die lustigen Pinguine (besonders die Brillenpinguine), zusammen mit den freundlichen Eseln, meine Lieblingstiere sind, muß das gewürdigt werden. Was mich daran erinnert, bald einmal wieder in den Berliner Zoo zu gehen – und auch in den Zoo meines geliebten Leipzigs. Derweil stelle ich hier ein paar ältere Photographien aus dem Jahr 2014 ein.

4 Gedanken zu „Weltpinguin-Tag

  1. Der Zoo ist ein Unterhaltungsbetrieb mit unfreiwilligen, zur Schau gestellten Akteuren, die der Sichtbarkeit und dem Beobachtet-werden ausgeliefert sind. Die ersehnte Nähe schlägt dabei um in eine unaufhebbare Ferne, weshalb die schlagendsten Fotos Deiner Serie jene sind, die die Grenze markieren zwischen Mensch und Tier: Zäune, Gräben, Gitter, Scheiben, und auf beiden Seiten ein animal triste.

    Sabine Scho hat dazu ein erhellendes Buch geschrieben. In dem einleitenden Essay zu „Tiere in Architektur“ (2013) heißt es:
    „Der Zoo bleibt ein gerissenes Gelände, gleichermaßen zerrissen wie raffiniert reißerisch. Kulisse einer Menschensehnsucht, eingebettet in eine Urbanität, die er vergessen machen soll, obgleich sie ihn erst ermöglicht.“ Sehr schön arbeitet sie auch den Zoo als „theatralischen Ort“ heraus.

    Unberührt sind von all dem zum Glück unsere Kindheitserinnerungen an Zoobesuche. Aus diesem Paradies können wir nicht vertrieben werden. Aber beim Erwachsenen bleibt doch immer ein deprimierender Eindruck von solchen verhinderten Begegnungen mit Tieren zurück, obgleich es auch viel Komik und Slapstick in den Gehegen zu entdecken gibt. Aber das verdankt sich der Projektion des menschlichen Beobachters.

    Der Zoo ist ein Rahmen für Tiere. Insofern ist jedes Foto davon eine weitere Rahmung und die Inszenierung einer (sicheren und abgesicherten) Distanz, so nah das Motiv auch qua Zoom ans Auge des Betrachters geführt wird. Besonders anschaulich ist das bei Deinen Fotos von dem einzelnen Tiger: Was vermag uns dieser leere Blick zu sagen, von dem wir nur durch eine Scheibe getrennt sind?

    Gruß Uwe

  2. Danke auf alle Fälle für den Tip zu Schos Buch. Es liegt hier schon, wie auch Grünbeins Buch zum Zoo in Dresden – nur eben leider noch ungelesen.

    Diese Mischung aus Leere, Langeweile und gleichzeitiger Anspannung im Blick der Zootiere ist ein interessantes Phänomen – man denkt da unwillkürlich sicherlich auch Rilkes Gedicht vom Panther. Und es zeigt sich im Zoo zugleich die Dialektik der Unterhaltung. (Andererseits ist jegliches Leben mit Vor- und mit Nachteilen behaftet. In der politischen und gesellschaftlichen Bewertung solcher Phänomene sollten wir vielleicht lernen, eine gewisse Ambivalenz- und Ambiguitätstoleranz auszubilden.) Wenn das Ausplündern der Erde durch Wilderer so weitergeht, dann werden wohl die Zoos die einzigen Orte sein, wo bestimmte Tierarten überhaupt noch anzutreffen sein werden.

  3. Richtig, und insofern wäre der Gang in den Zoo u.a. eine Möglichkeit, uns im Sinne von Thomas Bauer (Die Vereindeutigung der Welt) eine „ambiguitätshaltige Begegnung“ zu verschaffen, die dazu beiträgt, Widersprüche, Mehrdeutigkeit, Vagheit, Ungewissheit differenzierter in unserer Gefühlskultur und unserem Denken auszubilden. Von dieser Ambiguität, die es auszuhalten gilt, spricht übrigens auch Scho, die gerne in den Zoo geht, aber nichtsdestotrotz dessen Konzept für zumindest anzweifelbar hält. Ihr Augenmerk richtet sich daher sowohl aufs Detail und den theatralischen Aspekt der Zooarchitektur als auch auf die Perspektivität unseres Blicks auf die Tiere und wie man sich -etwa im Gedicht – davon lösen kann.

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