Parteienlandschaft

Ich bin ja, was Journalistinnen betrifft, eher ein optischer Typ. Ich schaue gerne, erfreue mich an Schönheit, wenn die Autorin auf einem Bildchen zu sehen ist, und wenn sie mir von ihrem Aussehen samt der Schreibe gefällt, lese ich ihre Artikel wohlwollend und lieber als einen Text von männlichen Zeitgenossen – das kann man nun in die eine, wie in die andere Richtung hin diskriminierend lesen. Aber da, wie alle wissen, mir solche Vorwürfe gleichgültig sind, werde ich mich in dieser Richtung nicht ändern.

Egal wie: was diese Kombination von Schreibe und Schönheit betrifft, so ist das vor allem bei Sabine Rennefanz der Fall, sie schreibt für die Berliner Zeitung, und ich lese sie gerne, obwohl sie mir die letzten Monate bei der BLZ leider nur noch als Mutti-Autorin aufgefallen ist, was mir weniger behagte. Ich mag es nicht, wenn Frauen nur einem Themenbereich zugeordnet sind, trotz ihrer zwei Kinder und einer, wie es scheint – leider – glücklichen Ehe. Egal wie: heute also kam auf der Seite eins ein guter Artikel von Sabine Rennefanz in besagter Zeitung. Und zwar zur Parteienlandschaft, speziell in Berlin, und dieser Text war hinsichtlich der Situation endlich einmal unaufgeregt im Ton verfaßt und nicht die übliche Hysterie- und Kreischlage sowie der langweilige Alarmismus, wenn es um die AfD geht.

Eigentlich ist dies ein ästhetisch, literarisch, philosophisch konzipierter Blog und die Tagespolitik streife ich nur gelegentlich und allenfalls im Rückblick, wie jetzt gerade meine Serie zu den 68ern, die ich dann am Donnerstag fortzusetzen gedenke. Aber diese Überlegungen von Rennefanz zur veränderten Parteienlandschaft halte ich für interessant, denn diese Veränderung wird auch das künftige politische Klima der BRD bestimmen und ist nicht nur für Berlin relevant. Erinnert sich noch jemand, als unter Eberhard Diepgen die CDU in Berlin 40 Prozent der Stimmen einfuhr? („Der blasse Ebi“ wurde er mit Spitznamen in Parteikreisen gekost, so Rennefanz.) Das war 1999.

Ist das nun unendlich lange her oder eine eigentlich doch kurze Spanne von Zeit? Wie man das auch deuten mag: Was war inzwischen geschehen – politisch und gesellschaftlich? Es setzte 1998 das Projekt rot/grün ein – böse Zungen behaupten, ein letztes Aufbäumen der 68er, die arriviert genug waren und den langen Marsch durch die Institutionen bewältigten. Es gab den Aufstand der Anständigen gegen Nazis und in diesem Schatten sowie dem (fadenscheinigen) Nein zum Irakkrieg konnte man die Agenda 2010 in voller Härte durchfahren, ohne mit viel Protest zu rechnen. CDU und FDP ging sie übrigens noch nicht weit genug, das muß man mit dazu sagen. (Aber ist Wolfgang Clement nicht eigentlich auch FDP gewesen? Es läßt sich da manche Verschwörungstheorie bilden.) Eine Regierung Kohl oder Schäuble zumindest hätte dieses Projekt Pauperismus in dieser Weise nicht durchziehen können. Die Gewerkschaften und Linke wären Sturm gelaufen. Aber so existierte immerhin noch die schöne Illusion: SPD und Grüne sind doch irgendwie noch Fleisch von unserem Fleisch und sozial ist, was Arbeit schafft. Man muß einen Slogan nur oft genug wiederholen, auch mithilfe des „Qualitätsjournalismus“, der ihn oft genug nachbetete, statt kritisch mal nachzuhaken, dann wird die Polit-Parole irgendwann von vielen geglaubt.

Politisch folgte für die SPD der Absturz – phasenweise allerdings. Dieser Abstieg, manche sagen, es sei ein Sturzflug, hält bis heute an. Allerdings gibt es dafür mehrere Ursachen und den freien Fall auf den sozialen Umbruch zu schieben und auf den Stilwechsel der SPD-Politik, von der unteren Mitte der Gesellschaft hin zu oberen Mitte, reicht zum Erklären nicht aus. Den Grünen haben die Hartz-Gesetze seltsamerweise nicht viel geschadet, dieses Projekt Pauperismus perlte an ihnen ab und man brachte sie damit nur am Rande in Verbindung. Was ein großer Fehler war. (Auch der Alibi-Linke bei den Grünen, Herr Ströbele, stimmte für diese Gesetze.) Es gründeten sich die Piraten, die inzwischen so gut wie von der Bildfläche verschwundenen sind, deren übelsten Gestalten nisteten sich in Berlin inzwischen bei Die Linke ein. Und es gibt nun die AfD, eine Partei, die von einer haltlosen Flüchtlingspolitik profitiert. Daß es in diesen Fragen auch anders geht und daß man links sein kann und trotzdem sich kritisch dazu äußert, zeigt ein hörenswertes Interview vom 23.2.2018 mit Oskar Lafontaine bei Phoenix.

Daß eine bestimmte Linke Lafontaine in die Nähe von rechtsaußen rückt, zeigt ganz gut, wie weit in Teilen der Linken die Maßstäbe für Politik wie auch für Interpretation abhandengekommen sind – vom politischen Blick fürs Ganze einer Gesellschaft zu schweigen: Flüchtlinge sind keine Kuschelobjekte für berliner Wohlfühlmaterialismus und wenn man selber die Probleme nicht ausbaden muß, weil die Kinder wohlweißlich auf eine relativ migrantenfreie Schule gehen. Mit solchen Positionen mag man im Inner Circle von Berlin punkten, aber nicht auf Bundesebene. Wer Probleme deckelt und verschweigt –jüngst wieder bei der Essener Tafel –, löst diese Probleme nicht, sondern verschärft am Ende die Lage. Spätestens bei den nächsten Wahlen. Probleme zu benennen, heißt eben nicht, pauschal dem Islam oder den Migranten einen Vorwurf zu machen. Sehr wohl aber ist es geboten, über eine teils verfehlte Integrationspolitik zu sprechen. Vom hier zunehmend einziehenden Antisemitismus, nicht nur von rechts, sondern inzwischen vermehrt auch von muslimischer, arabischer, türkischer Seite mal ganz zu schweigen. Dazu lese man diese feine Interview mit Michael Wolffsohn in der NZZ: „Ich bin ein kosmopolitischer deutsch-jüdischer Patriot.“ Früher politisch eher ein Gegner, heute nicken wir teils zustimmend. Wie sich die Koordinaten verschoben, wie sich das Feld ändert. Prophezeite mir einer vor 20 oder 30 Jahren, ich würde Wolffsohn wohlwollend und mit Interesse zitieren: ich hätte gelacht und mürrisch mit meinem Kopf geschüttelt, daß nur so die Asche von der Zigarette stöbe und der Rotwein im vollen Glas schwappte. Heute ist es nur noch der Rotwein und meist auch eher Riesling.

Aber zurück zur Sache: Was schreibt Sabine Rennefanz in bezug auf Berlin?

„Die Linke profitiert von der Schwäche der SPD und gewann Stimmen von denen hinzu, denen die Grünen nicht sozial genug sind. Je stärker sich die Linke zur Großstadtpartei entwickelt, desto mehr verliert sie den Anschluss in den Großsiedlungen am Rande der Stadt. In Marzahn-Hellersdorf, der einstigen Linken-Hochburg, wurde die AfD stärkste Partei. Die AfD, das ist neben den Linken das andere erfolgreiche Joint-Venture aus Ost und West, bei dem die eine Seite die Strukturen und die Disziplin, die andere Seite das Wissen und die Kampagnenfähigkeit lieferten.

Wenn es künftig kaum noch Zweier-, sondern nur noch Dreierbündnisse gibt, wird das vor allem für die Berliner CDU ein Problem. Wie hält sie es mit der AfD? Das wird eine spannende Frage.“ (Der Artikel ist leider noch nicht online verfügbar.)

In der Tat, es wird sich die Parteienlandschaft ändern! Und so wie die Regierungsbeteiligung der Grünen diese einhegte und zähmte, so wird dies vermutlich auch bei der AfD geschehen. Böse könnte man sagen: Posten machen zahm. Oder eben: Wer mit dabei ist, wird pragmatischer und weniger radikal agieren als wenn er draußen vor der Tür steht. Diese konservativen Positionen, die früher von CDU/CSU abgedeckt wurden, aber auch konservative Linke, die sich in der SPD nicht mehr heimisch fühlen, haben inzwischen also eine neue Heimat gefunden und es tat sich ein neuer politischer Rahmen auf. Das sollte man mal ganz pragmatisch in dieser Weise anerkennen und da nützt kein Klagen und Zähneklappern. Die Leute werden deshalb nicht einen Deut weniger AfD wählen, und erst recht nicht, wenn man Wähler als Nazis beschimpft. Es gilt also, diese Kräfte einzubinden. Und auch dagegen helfen keine Nazi-Rufe – selbst wenn die AfD eine hochproblematische Partei mit teils absurden Positionen ist. Das aber, wie auch die vielfachen argumentativen Widersprüche der AfD, man höre sich nur die Debatte im Bundestag zu Deniz Yücel an, vor allem die kluge Rede von Kubicki, scheint viele ihrer Wähler bisher nicht zu stören und sie wird nicht wegen dieser Aspekte gewählt, sondern weil in der Programmatik und im Auftreten der AfD eine Position liegt, die bei anderen Parteien nicht zu finden ist: hinzu kommt die Protesthaltung des „Es-reicht-uns!“ Die Pluralität der Parteienlandschaft wird in den nächsten Jahren vermutlich nicht aufzubrechen sein.

 

18 Gedanken zu „Parteienlandschaft

  1. Der zitierte Artikel ist tatsächlich sehr interessant. Er erinnert mich an einen von mir verfassten Artikel in der „Zeit“ aus dem Jahr 1989. In gekürzter Fassung ist er bei Zeitonline unter dem Titel „Die gute Stube und ihr Abort“. Ausgelöst wurde dieser Artikel durch die Wahl zum Europa-Parlament, bei der die Republikaner sehr erfolgreich abschnitten. Als Beispiel habe ich mir einen ehedem roten Bezirk der Stadt Augsburg herausgesucht, wo die Republikaner plötzlich mit 25% überraschend erfolgreich abschnitten. Die Gründe waren die selben, warum die AFD so erfolgreich Wähler von der SPD abzieht. Man muss also feststellen, in fast dreißig Jahren haben sich die führenden Köpfe der SPD nicht aus ihrer Wahrnehmungsblase befreien können.

  2. Danke für diesen Hinweis bzw. diese Ergänzung. Es scheint also, daß das Problem doch etwas älter ist. Wobei damals eben die Parteienlandschaft noch homogener war und es zwei Volksparteien gab und seit 1990 drei kleinere Parteien – nämlich Bündnis 90/Die Grünen, FDP, PDS.

  3. Und doch darf man bei aller Interpretationslust die spröde und so beiläufige SINUS-Studie aus dem Jahr 1981 nie aus den Augen verlieren. Die damals schon von einem festen Kern rechter Einstellungen im Querschnitt der Bevölkerung sprach, fast genau dem prozentualen Anteil entsprechend, der im September AfD wählte. Wichtig hierbei: Es wurde damals der westdeutsche Bevölkerungsanteil untersucht. Spätere Studien reproduzierten in schöner Verlässlichkeit die Ergebnisse. Damit ist zu rechnen. Wenn irgendwer versuchen sollte, die Verhältnisse „zum Tanzen zu bringen“, so muss er/sie wisen, dass die Schrittfolge unweigerlich nach rechts geht.

    Mithin also. Die Menschen, die so denken, waren immer da. Nun gibt es eben auch die dazugehörige Partei. Überdies ist die Beißhemmung weg, die noch einen Durchmarsch der Republikaner verhindert hatte. Das muss man prosaisch so sehen.

    Wie Du weißt, war Albrecht Glaser mal ein wenig unfreiwillig mein Interviewpartner. Seitdem weiß ich, wie ideologisch verbohrt der Kern ist. Die glauben wirklich daran, „bessere“ Gene zu besitzen. Da ist wenig zu holen. Bearbeiten kann man nur die Ränder, die Verführbaren. Der Kern wird nicht so schnell wegschmelzen. Wenn ich Redakteur in Berlins Mitte wäre, so könnte ichauch frohlocken und sagen: Für meine Lebenszeit ist ein Empörungsthema gesichert.

  4. Das ist richtig, dieses Klientel hat es schon immer gegeben. Man müßte das dann nochmal differenzieren zwischen den Hardcore-Nazis, denen du durch nichts mehr beikommst, also Typ Horst Mahler etc., dann eben solche wie Höcke und Gauland, also nochmal ein anderes Kaliber, die ich eher als Rechtsaußen bezeichnen würde, dann solche, bei denen es gärt, die aber prinzipiell noch erreichbar sind und eher ihrer Unzufriedenheit zum Ausdruck verhelfen wollen.

    In einer stark individualisierten Gesellschaft ist es freilich schwierig, Meinungen aufzubrechen. Und selbst dort, wo sich Gemeinschaften bilden, sind diese meist, wie es die Natur der Sache ist, relativ homogen.

  5. Ich hab‘ heute mit ein paar Normalos geredet auf der Baar, zwischen Schwäbischer Alb und Schwarzwald, süddeutsche Kernlande. Erhard Eppler sagt, hier sei er geerdet worden, in den frühen sechziger Jahren, und habe richtige Arbeiter kennen- und schätzen gelernt.
    No, und über was haben die Leute geredet: Über Essen und die Tafeln. Ja, auch Wählerinnen der Linkspartei waren darunter.
    Alle sprachen so, wie Guido Reil das in einem glänzenden knappen Artikel in der Jungen Freiheit schildert (ist online). Nicht so auf den Punkt wie Reil, aber alle mit denen ich sprach, hätten wohl den Reil-Artikel über Essen und die Tafeln unterschrieben. Ganz richtig, Bersarin, da da hilft kein Jammern und kein Klagen. Der steinalte Erhard Eppler hat sich übrigens auch für eine Begrenzung des unregulierten Zuzugs ausgesprochen. Kann sein, dass Lafontaine es unterdessen bereut, dass er aus der SPD raus ist. Zu spät.
    Solche Damen wie die Frau Barley mit ihren Genderbeauftragtinnen im Staatssekretärsrang begreifen diese Dinge nicht. Stattdessen fangen sie eine Diskussion inklusive Regierungsstbsstelle an zu der Frage, warum Männerhaarschnitte weniger kosten als Frauenhaarschnitte. – Ich meine, ich hätte schon auch Duldungsqualitäten, aber in solchen Fällen wie dem der regierungsamtlichen geschlechtsorientierten Haarschnittspreisregulierung im Namen des Fortschritts sinkt mir wirklich das Herz. – – – Irgendeiner sollten den Lokomotivführerinnen im Fürerstand des Fortschritts mal den Tipp geben, umzudrehen. Loks können auch rückwärts!

  6. Das mit den Haarschnitten habe ich noch nicht gehört. Ich hielt es erst für einen netten Witz, aber es scheint zu stimmen. Tja Katarina Barley, Bildung und die SPD. Es erinnert mich diese ES PE DE an einen Witz von Wolfgang Neuss, aus dem Jahr 1964: „In Wiesbaden ist verboten eine Straße nach Kurt Tucholsky zu nennen, wohl wegen der Autofahrer, könnten alle Linksabbieger werden. Und da hat man ganz schnell eine Straße Heine-Straße genannt. Und da hat die dortige SPD gefragt: Ist es nicht schädlich eine so junge Sportlerin so früh zu ehren?“ (Gemeint war die Läuferin Jutta Heine.)

    Ja, es war der Lafontaine-Austritt damals zwar folgerichtig und gut, aber im Fortgang der Zeit wohl doch ein Fehler – auch so eine List oder Tücke der Vernunft. Der lange Atem und die Ausdauer wären manchmal besser. Solche wie Lafontaine fehlen der SPD, damit sie wieder eine Volkspartei wird. Über 30 %. Mit der Linken in dieser Art ist kein Start zu machen. Die einzigen dort, die ich schätze: Wagenknecht und Lafontaine. Und ein wenig den guten alten Gysi. Tja, ich bin wohl inzwischen auch ein Fossil, obwohl eigentlich Jahrgang 64.

    Und genau das, was Sie sagen, hört man, wenn ich frage, allüberall im Privaten. Die Leute sind fassungslos. Wenn in dieser Weise der „Kampf gegen Rechts“ geführt wird, dann könnte man fast annehmen, daß dieser „Antirassismus“ der AfD zugute kommt als der politischen Linken.

    (Hier noch der Link zum tollen Neuss)

  7. Über den vielzitierten „Kampf gegen Rechts“ bin ich allerdings schon lange fassungslos; zwischen Veggie Day und Gender Suffixen passt immer noch eine Klotür. Tja, dann viel Erfolg, liebe Linke…

  8. Ich glaube mittlerweile auch eher, daß das ein Kampf um Eigeninteressen ist. Und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird auch auf der Leipziger Buchmesse vor dem Antaios-Stand ein kleiner Mob toben, „Nazis raus!“ rufen, dabei ein gutes Gefühl haben und das dann als „Kampf gegen rechts“ ausgeben, und Sibylle Berg schreibt wieder eine ihre Klatschkolumnen wie wichtig sowas für eine Demokratie sei. Ach, wie würde sich Frau Berg wundern, wenn ähnliches mal bei einer ihrer Lesungen passierte. Sie würde laut rufen, daß das ein Angriff auf die Meinungsfreihheit sei. Na ja, es sind die immer gleichen und mit schöner Regelmäßigkeit vorhersagbaren Spiele eines Kindergartens.

    Der Witz bei der ganzen Sache: am meisten nützen solche Aktionen dem Verlag selbst. Es ist Gratiswerbung.

  9. @Bersarin: Du postulierst in deinem, gar nicht mehr so sonderbaren, Sonderbeitrag einen Zusammenhang zwischen AFD-Erfolg und Flüchtlingshilfe. Den will ich auch nicht abstreiten, aber hast du da vielleicht noch mehr zu zu sagen, als einfach nur eine quantitative Betrachtungsweise, so als würde es sich bei dem Sachverhalt um ein Naturphänomen handeln?
    Und was verbirgt sich hinter dieser „einen Position“ der AFD, zu der sich dann noch die Protesthaltung gesellt? Das klingt recht mystisch und verschwurbelt und mir kommt Lacans ‚Object klein a‘ in den Sinn. Aber das kann natürlich auch nur daran liegen, dass Lacan, ähnlich wie du, Heidegger-Fan war.

    @Dieter Kief: Zu Essen und der Tafel sein ihnen folgender Artikel ans Herz gelegt: http://nichtidentisches.de/2018/02/tafelneid/

  10. @fabsefab: Bitte meinen Beitrag richtig lesen und dann bitte zur Sache kommentieren. Lacan und Heidegger haben in diesen Dingen eher wenig verloren.

    Was den Link und die Tafel betrifft: es ist jedem freigestellt, selber eine solche Tafel zu betreiben. Daß es solche Tafeln geben muß, ist sicher traurig. Gäbe es sie nicht, wäre es jedoch nicht besser. Insofern ist diese Form von Wohlfahrt innerhalb dieser Gesellschaft unerläßlich. Auch wenn sie nicht schön ist.

    Der Cicero hat sich zu dieser Sache ein paar gute Gedanken gemacht.

    https://www.cicero.de/innenpolitik/essener-tafel-armut-auslaender-joerg-sartor-sawsan-chebli-sahra-Wagenknecht

  11. Ich hatte eine Nachfrage bezüglich einer deiner Äußerungen, da sie mir ohne die dazugehörigen Erläuterungen recht unklar ist, ja fast schon mystisch daher kommt, und ich sie mir nur unter Zuhilfenahme meiner Phantasie (die ja durchaus vom Object klein a affiziert wird) verständlich machen könnte. Das müsstest du doch eigentlich sehr wohl verstehen. Deshalb hier nochmal die Textstelle auf die sich die Nachfrage bezieht: „[…] sondern weil in der Programmatik und im Auftreten der AfD eine Position liegt, die bei anderen Parteien nicht zu finden ist: hinzu kommt die Protesthaltung des „Es-reicht-uns!“ Nun meine Bitte, mir diese „eine Position“, die ja nicht unwichtig für deine Aussage und den gesamten Text scheint, zu erläutern.
    Den oberflächlich angerissenen Zusammenhang Flüchtlingshilfe/Rechtsruck lasse ich mal unter den Tisch fallen, wobei mir auch hier die ihm zugrunde liegenden Dynamiken recht relevant erscheinen.

  12. Zunächst einmal: Wenn Du eine Nachfrage zu Sätzen hast, dann solltest Du das auch als Nachfrage zu dem konkreten Satz stellen und es nicht in irgendwelche Thesen oder Hinzufügungen einkleiden, die da nicht stehen. Ich habe Dir das schon einmal geschrieben.

    Ansonsten: Was ist an diesem Satz so schwer zu verstehen? Die AfD besetzt Themen, die andere Parteien nicht besetzen, sie besetzt eine Position, die früher vom konservativen Teil der CDU übernommen wurde. Etwa die Kritik an der Politik der Grenzöffnung. Und wie Du vielleicht an den letzten Wahlergebnissen bemerkt haben wirst, ist diese Position relativ erfolgreich, in einigen Umfragen liegt die AfD inzwischen auf dem 2. Platz, vor der SPD. Darüber könnte man sich Gedanken machen, weshalb sich AfD-Wähler nicht mehr in ihren alten Milieus von SPD und CDU vertreten fühlen.

  13. „Etwa die Kritik an der Politik der Grenzöffnung“. Klingt niedlich, reicht aber für die Erklärung deines Mystizismus nicht aus. Denn diese „Kritik“ wird auch in allen anderen Parteien laut, selbst im Wagenknecht-Flügel der Linken. Die von dir postulierte Einzigartigkeit ist also nicht gegeben und ein quantitativer Blick auf gesellschaftliche Verhältnisse wird dir da auch nicht weiterhelfen.

  14. Du liest schon wieder nicht richtig: ich habe keine Einzigartigkeit postuliert, sondern eine Position genannt, die in der AfD vertreten wird, in anderen Parteien in dieser Form aber nicht und ich habe es nicht im Singular formuliert, sondern ich nannte eine von vielen Positionen, was sich durch das beigefügte „etwa“ zeigt. Das „eine“ ist zudem nicht numerisch, sondern als unbestimmter Artikel zu lesen. Auch das hätte man durch aufmerksame Lektüre herausbekommen können. Du hast es nicht vermocht.

    Um Dir ein wenig aufzuhelfen, was die AfD in etwa will, kannst Du diesen Artikel in der Welt lesen. Er faßt es knapp zusammen.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article167573608/Das-ist-das-AfD-Wahlprogramm-im-Ueberblick.html

  15. Nun denn, vermutlich sollte ich meinen Anspruch an deinen Blog ein wenig zurückschrauben, wenn mir als Argument und Erläuterung nun ein Welt-Artikel zum AFD-Wahlprogramm angeboten wird. Ich dachte deine Analyse und Kenntnis des Gegenstandes wären etwas fundierter und würden möglicherweise sogar den Ansprüchen kritischer Theorie gerecht. Aber weit gefehlt, wie mir scheint. Nun bleibt mir nicht viel mehr, als mich höflich aus diesem Austausch zu verabschieden und dir noch folgenden Rat mit auf den Weg zu geben: Schuster bleib bei deinen Leisten.

  16. Du kannst Dich gerne verabschieden, das steht Dir frei. Ansonsten bekommst Du auf Deine Fragen genau die Antwort, die zur Frage paßt. Sofern Dir das nicht behagt, mußt Du lernen, Deine Frage präziser und genauer zu stellen und ich rate Dir auch, Fragen nicht mit persönlichen Assoziationen anzureichern, die erstens mich nicht interessieren, weil sie mich langweilen und ich sie vor allem für floskelhaft halte, und zum zweiten von der Frage wegführen. Fragen zum Text sind in etwa von der Struktur: Was meinst Du mit dem Satz XY? Und diese Positionen der AfD habe ich Dir dann auch genannt und Dir zum Vertiefen des Wissens einen übersichtlichen Artikel angeboten.

  17. Danke, für den Hinweis. Hab ich doch noch was gelernt. Und einmal mehr zeigt sich: Logos:Top, Politik:Flop. Schade nur, dass zwischen beiden Feldern eine Verbindung besteht… Aber nix für Ungut, ich bleib dir trotzdem treu. ;)

  18. Du hast es anscheinend immer noch nicht verstanden: Es geht nicht darum, die Politik mit griffigen und wohlfeilen Parolen zu bewerten, die zudem nichts kosten und eher der Denkfaulheit geschuldet sind, sondern darum, diese neue Parteienlandschaft zu verstehen und zu begreifen, was sich da tut. Das ist Aufgabe von Journalismus wie von Theorie. Schließlich sind wir hier im Blog nicht beim taz-Belehrungsjournalismus.

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