Clash of Civilisation oder was sind Nafris?

Mag sein, jene Idee vom Clash of Civilisation wurde nach dem Zusammenbruch des Ostblocks von konservativen US-Thinktanks erfunden, um ein neues Freund/Feind-Schema zu installieren. Auf diese Weise sollte nach der Ausschaltung des ehemaligen Gegners eine neue Politik ins Spiel gebracht werden. Doch keineswegs ist diese Idee vom Kampf der Kulturen neu. Dieser Kampf herrschte zu archaischen Zeiten, und er ist uns schriftlich übermittelt, spätestens mit dem Beginn der Geschichtsschreibung unter Herodot und Thukydides. Perser und Helenen. Zwei Welten, die sich dennoch durchdrangen. Orient und Okzident. Geschichte denkt immer auch im Schema der Gegnerschaft, wenn die Völker aufeinander einschlagen.

Richtig sind solche Befunde, wenn sie die unterschiedlichen Regionen, die Differenz, die Dissonanzen der Kulturen und die unterschiedlichen kulturellen Gepflogenheiten kennzeichnen. Solche Markierungen und Differenzieren fallen uns in der BRD inzwischen vermehrt auf. Lebten wir in der alten BRD noch unser beschauliches Inseldasein, von den „Eingeborenen von Trizonesien“ bis hin zum Wirtschaftswunder, „hier kommt das Wirtschaftswunder“,  mit einigen „Gastarbeitern“ aus anderen Ländern, die wir lediglich deshalb beachteten, weil sie für uns meist Personal waren, das putzte, kochte, servierte oder andere wenig geschätzte Tätigkeiten verrichtete, so hat sich die Situation inzwischen geändert. Die, von denen wir dachten, sie seien Gäste, blieben. Sie brachten ihre Kultur mit, und wie es bei Kulturen so ist, traten nicht nur die schönsten Seiten zutage. Die Gesellschaft – und das sind mithin wir – hat es schleifen lassen. In mehrfacher Hinsicht. In Berlin und auch in anderen Städten, z.B. im Ruhrgebiet, haben wir arabische Clans, die Kieze kontrollieren. Die Polizei rückt dort nicht mit Streifenwagen, sondern in Mannschaftsstärke an.

Wir finden in bestimmten Stadtteilen einen Islam vor, den wir in dieser Weise nicht haben wollen. Der Kampf gegen Kirche, Religion und Einschränkung durch Religion wurde von der Europäischen Aufklärung nicht deshalb geführt, damit solche Religion durch die Hintertür wieder hineinschlüpft. Und da gibt es eben Menschen, die das stört und die nicht in einer solchen Gesellschaft leben wollen. Wer kein Geld hat, muß in diesen Vierteln wohnen bleiben. Das erzeugt Unmut. Oft wird er heruntergeschluckt. Und er äußert sich auf unterschiedliche Arten. Das reicht hin bis tief in die sogenannten bürgerliche Mitte.

Ebenso gibt es den anderen Fall: Menschen lassen ihrem Haß auf solche, die anders aussehen, freien Lauf, stecken Menschen in Brand, schlagen den Schwarzen tot, obwohl sie eigentlich ganz gut biodeutsch unter sich leben und die Probleme in Kreuzberg, Neukölln, Marxloh oder Veddel nur am Rande und meist aus den Medien kennen. Nein, Clash of Civilisation als Begrifflichkeit trifft solche und andere Probleme nicht korrekt. Hier handelt es sich lediglich um Fragen des Zusammenlebens, um Fragen des wehrhaften Rechtsstaates und nach einer Justiz, die ggf. migrantische Straftäter konsequent in ihre Heimat zurückschickt, sofern sie nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben. (Aus diesem Grunde war ich übrigens immer für den Doppelpaß.) Abschiebung, das klingt nicht schön. Jedoch, Meister Hegel formuliert es in seiner „Logik“ so:

„Die gewöhnliche Zärtlichkeit für die Dinge aber, die nur dafür sorgt, daß diese sich nicht widersprechen, vergißt hier wie sonst, daß damit der Widerspruch nicht aufgelöst, sondern nur anderswohin, in die Subjektive oder äußere Reflexion überhaupt geschoben wird, und daß diese in der That die beiden Momente, welche durch diese Entfernung und Versetzung als bloßes Gesetztseyn ausgesprochen werden, als aufgehobene und auf einander bezogene in Einer Einheit enthält.“

Und genau das geschieht in solchen unendlichen Disputen ohne Handeln. Die Widersprüche gehen nicht zu Grunde, sondern werden in die unendlichen Diskurse, in die sogenannte Kommunikationsgemeinschaft, ins Twitter- und Facebookgemenge vertagt, mithin in die äußere Reflexion verschoben. Andererseits bleibt, geschichtsphilosophisch gedacht, die antagonistische Gesellschaft antagonistisch, da kann ein Staat – korrekterweise – abschieben wie er mag. Nach Hegels Logik ist womöglich seine Rechtsphilosophie der bessere Stil. Nicht Moralität, sondern die Sittlichkeit einer Gemeinschaft dient als Vorlage, eine Variante kommunitaristischer Vergesellschaftung. Obgleich reiner Kommunitarismus mit Hegel gerade nicht machbar ist. Sondern zentral steht ein starker und wehrhafter Staat. In Hegels Falle der Preußens. Zu Silvester 2015 war von diesem Staat, von seiner Exekutive nichts zu spüren. Unter den Augen der Polizei fanden hunderte von Sexübergriffen statt und ein arabischer Mob tobte sich über Stunden vor dem Kölner Dom und dem Hauptbahnhof aus – da helfen auch die Ausnahmen einzelner Syrier nichts, die beschützend eingriffen. Wahrlich ein geschichtsträchtiger Ort und symbolisch zudem hoch aufgeladen.

Diese Diskursgemeinschaft als eine des Widerstreits samt ihrer unseligen Dispute – sie wird uns auch 2017 in Atem halten. Das Jahr ist noch jung und bereits jetzt bringen uns die jüngsten Ereignisse zu Silvester auf Trab: der gelungene Polizeieinsatz am Kölner Hauptbahnhof und die völlig unverhältnismäßige Kritik daran. In Köln wurde diesmal gehandelt, und zwar in diesem Falle richtig. Es gab, anders als im letzten Jahr, keine massenhaften Sexübergriffe, die in rund 450 Anzeigen zu Sexualdelikten und in knapp 700 angezeigten Diebstählen kulminierten. Statt aber sich darüber zu freuen, daß es diesmal besser lief und an diesem öffentlichen Ort verhältnismäßig wenige Frauen Opfer von sexueller Gewalt wurden, traten Simone Peter (Grüne) und Christoph Lauer (SPD), um nur zwei Namen programmatisch zu nennen, eine absurde Sprachdebatte los, stießen sich an dem Begriff Nafri und an vermeintlichem racial profiling; diesen Begriff undifferenziert einfach lancierend.

Da reisen hunderte Nafris und Araber nach Köln und wollen das fortsetzen, was sie Silvester 2015 begannen, und es regen sich Dauerempörte nicht über die Täter, über die Sexgewalt jener Araber auf, sondern über Begriffe und Polizeimaßnahmen. Eine absurde Szenerie. Postfaktisch at its best. Maßnahmen übrigens, die letztlich zum Erfolg führten, eine hochaggressive Gruppe junger Nordafrikaner und Araber einzudämmen. Nicht die Taten wildgewordener jugendlicher Migranten auf der Domplatte sind inzwischen das Thema, sondern ein Begriff aus der Polizeisprache für 140 Zeichen. Und angebliches racial profiling. (Das es in vielen Zusammenhängen durchaus geben mag, nur eben nicht in der Causa Köln, wenn man sie in ihrer Gesamtheit betrachtet.) In Hamburg und auch in Köln hat es zu Silvester 2016 hochexplosive Lagen gegeben, im wahrsten Sinne des Wortes, und nun kommen Polizei-Dilettanten wie Simone Peter, Christoph Lauer oder Julia Schramm, klauben in Worten und wollen der Polizei erzählen, wie sie zu arbeiten hat.

Anlaßbezogene Personenkontrollen sind natürlich kein Rassismus, wenn von diesen kontrollierten Gruppen – in diesem Falle Nordafrikaner (Nafri) und Araber – eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht und diese sich bereits bei der Anreise und in Kontrollsituationen aggressiv verhalten. (Was als solches schon eine Eselei ist.) Es haben in Köln keine grauhaarigen, heterosexuellen, alten, weißen Männer gewütet, die ansonsten gerne als Pauschalbild herhalten müssen, und auch keine Vietnamesen. Insofern werden sowohl diese wie auch jene eben nicht vermehrt kontrolliert.

Ein paar gute Fragen an jene reisefreudigen Nafris, die es auch dieses Jahr wieder nach Köln zog, sogar von Frankreich und der Schweiz her, stellte Don Alphonso:

„Herzlich willkommen in meinem Heimatland. Warum bist Du dieses Jahr ausgerechnet nach Köln gefahren?

Gefällt es Dir in Dortmund, Bonn und Düsseldorf nicht?

Habt Ihr Euch etwa hier verabredet? Es sind so viele. Irgendwie glaube ich nicht ganz an einen Zufall.

Bist Du Dir ganz sicher, dass der Kölner Hauptbahnhof der ideale Ort ist, um an diesem Tag mit dieser Vorgeschichte dort aufzulaufen?

Warum geht von Dir und Deinen Freunden ‚Grundaggressivität‘ aus?

Warum habe ich als Begründung bislang nicht gehört, dass Du mit Deinen jugendlichen Freunden dort für ein paar Minuten eine spontanes Zeichen gegen Gewalt an Frauen und gegen Kriminalität setzen willst, obwohl das doch sicher eine gute Gelegenheit zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen Einheimischen und Zuwanderern wäre?

Habt Ihr nicht auch ein wenig den Eindruck, dass Euer diesjähriges Kommen den Einheimischen, wie soll ich sagen, in gewisser Weise etwas renitent und unbelehrbar erscheint?

Wunderst Du Dich ernsthaft, dass die Polizei dann mit Personenkontrollen überprüfen will, wer da in Köln feiern möchte?

Was würde eigentlich die Polizei in Deiner Heimat bei so einer Gelegenheit tun, und würde sie Deine Rechte ähnlich wahren wie die Polizei bei uns?“

Fragen an jene Nordafrikaner, auf die viele gerne eine Antwort hätten. Populismus ist manchmal eine gute Sache, denn er bringt drängende Fragen auf den Punkt und spitzt die Widersprüche zu.

Simone Peter empfindet die Debatte um ihre Person inzwischen als „diffamierend und verletzend“ (SpON). Nun ja, erst denken, dann schreiben, möchte ich raten, wenn man zu Silvester mit seinem Hintern auf dem Sofa im Warmen hockt, statt als Politikerin vor Ort sich aufzuhalten und mal zu schauen, was in Köln sich zuträgt. Ein wenig die aggressive Grundstimmung dieser jungen Männer einfangen: Weshalb war Simone Peter Silvester nicht auf der Domplatte und am Hauptbahnhof und hat mit jenen zu hunderten angereisten Nafris gesprochen, vor allem um die ungehemmte Aggression dieser Leute zu beruhigen?

Und nun kritisieren zudem jene den Umgang mit Peter, denen es ansonsten eiskalt egal war, als Rainer Brüderles politische Existenz vernichtet wurde – allerdings nicht sofort, sondern strategisch kalkuliert, ein Jahr nach seiner flapsigen Äußerung. Im Gegensatz zu den 454 Sexübergriffen in Köln, wo über Stunden hinweg Finger in alle möglichen Körperöffnungen gesteckt wurden, handelt es sich bei Brüderles Äußerung, das muß man immer wieder festhalten, um eine – zudem noch unter vier Augen gesagte – Flapsigkeit. So hoch die Wellen bei Brüderles Verbalsalat schlugen, so verhalten die Reaktionen der Brüderle-Hetzer nach Köln 2016. Abwiegeln, kleinreden, schönfärben heißt die neue Diskurssport der Postfaktischen.

Die richtigen Fragen an Simone Peter stellt im „stern“ Tilman Gerwien.

1. Finden Sie es richtig und angemessen, dass eine grüne Parteivorsitzende in ihrer ersten Reaktion nach einem solchen Mammut-Einsatz vor allem Sprachwächterin spielt – anstatt sich vielleicht mal ein Wort des Dankes abzuquetschen für die vielen Tausend beteiligten Polizistinnen und Polizisten, die Silvester sicher auch lieber zu Hause gewesen wären (wie Sie es vermutlich waren)?
(…)
3. Waren Sie schon einmal bei einem Bundesligaspiel? Haben Sie dort gesehen, dass Fans der beiden Mannschaften, soweit sie als solche an ihren bunten Trikots und Schals erkennbar sind, von der Polizei zum Stadion eskortiert werden, was eine erhebliche Einschränkung der individuellen Bewegungsfreiheit bedeutet, obwohl nicht jeder Fan ein gewaltbereiter Hooligan ist? Finden Sie diese Praxis auch diskriminierend? Wo kann ich eine entsprechende Meinungsäußerung von Ihnen nachlesen?
(…)
5. Finden Sie zumindest Zugang zu dem Gedanken, dass die Kölner Polizei am Hauptbahnhof und auf der Domplatte vor allem Werte verteidigt hat, für die Ihre grüne Partei eintritt? Zum Beispiel das Recht von Frauen, zu feiern, wann und wo sie es wollen, bekleidet, wie sie es für richtig halten, in einer (männlichen) Gesellschaft, die sie sich selber ausgesucht haben – und das alles auch noch ohne betatscht, begrapscht, vergewaltigt und beklaut zu werden?
6. Ist es nicht ein wenig albern, dass Ihre Partei immer noch reflexartig bei jedem, aber auch wirklich jedem Vorschlag zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit die „Bürgerrechte“ in Gefahr sieht – wo es doch das vornehmste aller Bürgerrechte ist, von seinem Staat vor Kriminalität und Terror geschützt zu werden? Ist es nicht auch ein Bürgerrecht, als junge Frau abends im Park joggen zu können, ohne Angst haben zu müssen? Ist es nicht auch ein Bürgerrecht, auf einem Weihnachtsmarkt nicht von einem durchgeknallten Islamisten mit schwerem Lkw wie ein Insekt plattgewalzt zu werden? Ist die Freiheit, keine Angst haben zu müssen, nicht die wahre Freiheit? Und wer sollte diese Freiheit garantieren – wenn es nicht ein starker Staat tut? Selbst ernannte „Bürgerwehren“ etwa?
(…)
11. Können Sie ungefähr den Zeitraum veranschlagen, den Sie brauchen, um sich zu der Erkenntnis durchzuringen, dass eine multikulturelle Gesellschaft (wie Ihre Partei sie will, genau wie ich), einen starken Staat zu Bedingung hat? Einen starken Staat, der es durchsetzt, dass Nazis keine Flüchtlinge attackieren? Aber auch einen Staat, der durchsetzt, dass Frauen Frauen küssen und lieben können, auch in Berlin-Neukölln, ohne von jungen Arabern angespuckt zu werden, einen Staat, der es durchsetzt, dass junge Mädchen aus Migrantenfamilien selber entscheiden können, wann und wen sie heiraten, einen Staat, der durchsetzt, dass es nur einen Ort gibt, an dem in unserem Land Recht gesprochen wird – an deutschen Gerichten. Halten Sie mich auf dem Laufenden, was diesen, ihren Erkenntnisfortschritt betrifft?“

Dieses Jahr wird ein hartes Jahr, weltweit, europaweit und auch in der BRD. In der sozialen Frage wird zudem von einer gespaltenen Gesellschaft gesprochen. Das muß nichts Schlechtes sein. Die Frage ist vielmehr, wie sich die Widersprüche entäußern. Der CSU wäre zu raten, bei der Wahl im Herbst bundesweit anzutreten.

Für Europa wird die größte Herausforderung sein, wie sich ein aufgeklärter europäischer Islam etablieren kann und wie wir mit dessen totalitären Tendenzen umgehen. Sie zeigen sich zudem nicht schlagartig, sondern sie sickern Stück für Stück ein. Der Holocaust-Überlebende Imre Kertész ist skeptisch und hegt Mißtrauen:

„Europa wird bald wegen seines bisherigen Liberalismus untergehen, der sich als kindlich und selbstmörderisch erwiesen hat. Europa hat Hitler hervorgebracht; und nach Hitler steht hier ein Kontinent ohne Argumente: die Türen weit offen für den Islam; er wagt es nicht länger über Rasse und Religion zu reden, während der Islam gleichzeitig einzig die Sprache des Hasses gegen alle ausländischen Rassen und Religionen kennt. Ich würde darüber reden, wie Muslime Europa überfluten, besetzen und unmissverständlich vernichten; darüber, wie Europa sich damit identifiziert, über den selbstmörderischen Liberalismus und die dumme Demokratie. Es endet immer auf dieselbe Weise: Die Zivilisation erreicht eine Reifestufe, auf der sie nicht nur unfähig ist sich zu verteidigen, sondern auf der sie in scheinbar unverständlicher Weise seinen eigenen Feind anbetet.“ (Imre Kertész, The last Refugee)

Clash of Civilisation, in einen harten Dualismus gepreßt. Nur wird dieser nötige Kampf von Europa inzwischen gemieden. Eher wird gegenüber dem Feind an die eigene Integrationskraft geglaubt, an die einhegende Wirksamkeit der Demokratie, der Grundrechte, der Menschenrechte. Das, was  Kertész formuliert, liest sich extrem und ohne Ausweg. Aber zugleich sollten wir die Propheterien des Untergangs, jenes geschichtsphilosophische Menetekel, das Kertész uns mahnend an die Wand zeichnet, nicht im Modus eins-zu-eins lesen, sondern als ein Bild, das uns warnt, als eine Metapher für das, was noch nicht ist, was aber droht. Nicht anders als Walter Benjamins letztes Werk, das er kurz vor seinem Tode notierte, seine Geschichtsphilosophische Thesen, die angesichts des nicht mehr nur heraufziehenden Faschismus Zeichen setzten.

Wieweit sich geschichtsphilosophischer Pessimismus freilich in den Optimismus überführen läßt, bleibt weiterhin fragwürdig. Wieweit auf die sich auskristallisierenden neuen Totalitarismen eine „Dialektik der Aufklärung“ noch zutrifft, stellt sich jedoch als Frage weiterhin und perennierend: ein umfassender, entfesselter transnationaler Kapitalismus, das Erstarken nationaler Bewegungen und ein totalitärer, rückständiger Islam, der Jahrhunderte vor der sexuellen und geistigen Aufklärung Position bezieht und im Archaischen verharrt. Immerhin aber vermag er den Menschen das Gefühl von Gemeinschaft zu bieten und den Männern das von Stärke. Das Jahr 2017 wird zugegeben spannend. Wie jedes neue Jahr.

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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157 Antworten zu Clash of Civilisation oder was sind Nafris?

  1. che2001 schreibt:

    @“Unter den Augen der Polizei fanden hunderte von Sexübergriffen statt und ein arabischer Mob tobte sich über Stunden vor dem Kölner Dom und dem Hauptbahnhof aus – da helfen auch die Ausnahmen einzelner Syrier nichts, die beschützend eingriffen“ —- Nein, es fanden nicht hunderte von Sexübergriffen statt, sondern diese wurden überwiegend herbeifantasiert. In erster Linie wurde angetanzt und beklaut, dies schlimm genug, aber eine andere Liga. Dass die meisten Schilderungen sexueller Übergriffe offensichtlich falsch waren und teils auch von interessierten Kreisen – Pro Köln, AfD, Pegida – gepusht wurden, das hatten diverse Recherchen im Verlauf des Jahres 2016 sukzessive ergeben. Bei Karneval und beim Oktoberfest gibt es regelmäßig mindestens so viele, eher mehr sexuelle Übergriffe.
    Als im Vorfeld der letzten Sylvesterparty die Mär von den massenhaften Übergriffen wieder aufgewärmt wurde um die aktuelle Polizeipräsenz zu begründen und racial profiling zu rechtfertigen war ich basserstaunt, dass die Korrekturen, die die Anfangsberichterstattung schon erfahren hatten so gar nicht aufgegriffen wurden als hätten sie nie stattgefunden. Postfaktische Berichterstattung, der auch Du aufgesessen bist.

  2. Bersarin schreibt:

    Che, es geht in der Sache Köln um einen Zeitraum von ca. 8 bis 10 Stunden, wo es rund 1050 Anzeigen wegen diverser Delikte gab. Ich gehe hier von den Zahlen der Polizei sowie von den Zeitungsberichten aus. Eine gute und ausgewogene Dokumentation zur Causa Köln 2015 findet sich im „Zeit“-Magazin.

    http://www.zeit.de/zeit-magazin/2016/27/silvesternacht-koeln-fluechtlingsdebatte-aufklaerung

    In Köln gab es rund 450 Anzeigen wegen Sexualdelikten. Kannst Du mir das Oktoberfest oder einen Karneval nennen, wo eine derart hohe Zahl von Anzeigen in einem Zeitraum von 10 Stunden einging? Die Zahlen würden mich interessieren. Bereits zu Neujahr haben wir, laut Rudolf Egg, dem Gutachter des Untersuchungsausschusses, rund 200 Anzeigen zu Sexualdelikten. Da war noch nichts mit Pegida und Pro Köln, denn die Berichterstattung der Medien ging erst ein paar Tage später los

    Zur Gegenlektüre übrigens der Polizeibericht fürs Oktoberfest 2016:

    „Sexualdelikte wurden insgesamt 31 (21) Mal zur Anzeige gebracht. (…)
    18 (9) Tatverdächte wurden festgenommen. (…) Bei den festgenommenen Beschuldigten handelt es sich um 2 deutsche Staatsangehörige und 16 ausländische Staatsbürger (darunter 6 Asylbewerber).“

    Und ehrlich gesagt, che: mir geht es am Arsch vorbei, ob das in Köln nun racial profiling war, wenn in krimineller Absicht anreisende Araber und Nafris in dieser Masse nach Köln pilgern oder ob es eine berechtigte Maßnahme war. Diese ansonsten absurden Debatten von bizarlinks interessieren nebenbei die meisten Menschen in der BRD rein gar nicht.

    Postfaktisch ist es Zahlen und Ereignisse schlicht zu leugnen, weil sie nicht in die ideologische Brille zu passen scheinen. Diese Polizeiaktion mag durchaus auch ein Test für Kommendes gewesen sein. Den Frauen in Köln zumindest hat sie am Dom eine sichere Nacht beschwert. Auch wenn die Feierstimmung wohl nicht so recht aufkommen kann.

  3. Bersarin schreibt:

    Ansonsten halte ich es, was Köln betrifft, mit der Kölner Botschaft vom 21.1.2016.

    http://www.ksta.de/koeln/koelner-botschaft-sote-wir-fordern-nach-silvester-uebergriffen-23469130

    Nach einem solchen Tag wie dem 31.12.15/1.1.16 ist eine derartige Polizeimaßnahme mehr als geboten.

  4. Dieter Kief schreibt:

    @ bersarin – interessant! Der Hegel-Schlenker in die Logik ist ein wenig apart. Muss ich nochmal angucken.
    Ich verfolge einwenig den Lauf des Kertez-Zitats. An den meisten Orten – insbesondre altlinks geprägten (glanz & elend, Spiegel, Freitag, kontext usw. faustkultur – kommt Kertez schlicht nicht vor.

    @ che2001 – huch, ehrlich – letztes Jahr in Köln außer Diebstahl nix passiert, kein massenhafter Raub (!?) und die Strafanzeigen wg. sexueller Nötigung und soweiter – – – keine Tatsache, mit Protokoll und Durchschlag und Aktenzeichen usw. ? Und was war in Rotherham – – – Zufall?

  5. Fabs schreibt:

    Puuuh. Eigentlich schätze ich deine Beiträge immer sehr. Und auch in diesem Fall habe ich auf eine besonnene Analyse und Kommentierung gehofft. Leider wurde ich bitter enttäuscht. Ich finde das Bild, welches du von Migranten, Arabern und all den Anderen, die am Silvesterabend von der Polizei in das auf dem Domplatz eingerichtete Freiluftgefängnis gesteckt wurden, zeichnest, ist geprägt von Angst, Vorurteilen und Falschmeldungen. Deinem Kommentar fehlt es an dem Feingefühl und Differenzierungsvermögen, welches der Gegenstand so bitterlich nötig hat. Gerade in einer so komplexen Situation, wie sie der Umgang mit den Ereignissen der Silvesternacht 2015/2016 darstellt, ist ein kritischer, hellwacher Geist gefragt, welcher in der hochexplosiven Gemengelage aus Projektionen, Emotionen und Widersprüchen das Ganze, d.h. den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang, den Diskurs, die Verblendung und die Ideologie, im Blick behält. Es braucht „die Ruhe der Wissenschaft“. Freilich kann auch ich dies nicht bieten (und wer könnte es schon gänzlich??). Dennoch will ich meinen Beitrag zur Debatte leisten.
    Ich denke es ist falsch, ein unrealistisches Bild von „dem Feind“, hier ist es das Bild vom grundaggressiven, Frauen vergewaltigenden, kriminellen Araber, zu zeichnen, um polizeiliche Verstöße gegen das Grundgesetz zu rechtfertigen. Genauso falsch ist es, diesem Feind Grund- und Menschenrechte zu enthalten. Ebenso falsch ist es, eine Kritik, eine Feststellung, einen Beitrag zu einer möglicherweise daran anknüpfenden Debatte, mundtot machen zu wollen, nur weil sie einem nicht passt. Das es mittlerweile eher der (radikalen) Linken überlassen wird, Mindeststandards in Bezug auf Grundgesetz und Menschenrecht zu fordern, ist eine Schande für die bürgerliche Mitte (so es diese überhaupt noch gibt?!) und zeigt, welches gesellschaftliche Klima momentan herrscht. Das die Kritik von Frau Peters keine Debatte um den Gegenstand eröffnet, sondern das diese (in meinen Augen berechtigte) Kritik den Gegenstand bildet, ist wirklich ein Armutszeugnis. Und das wirklich(fast) alle von links bis recht, von grün bis schwarz, dass polizeiliche Handeln unhinterfragt gutheißen, ist ebenso gruselig.
    Noch kurz zur Silvesternacht 2017: Ich habe verschiedene Augenzeugenberichte gelesen, welche beschreiben, dass es keine „aggressive Grundstimmung“ unter denjenigen, welche allein aufgrund ihres Phänotyps ihrer Freiheit beraubt wurden, gab. Und das selbst dann nicht, als diese im Kessel festgehalten wurden und ihre Aussicht auf eine Silvesterfeier am Kölner Dom, durch das racial profiling der Polizei zunichte gemacht wurden. Wer diese Polizeipraxis gutheißt und allen ernstes Fußballtrikots mit Haut- und Haarfarbe gleichsetzt, sollte nochmal das Grundgesetz studieren gehen.

  6. hf99 schreibt:

    Ich gebe noch einmal zu bedenken:

    https://www.welt.de/vermischtes/article151450485/Deshalb-zeigen-Frauen-Sexualstraftaten-so-selten-an.html

    Wir sehen hier ein völlig atypisches Anzeigeverhalten. Zumindest bei den später entrudelnden sind durchaus auch Fragen erlaubt.

    Niemand will Köln klein reden, aber realistisch sollten wir schon sein. Es hat eben gerade keinen geschlossenen Sexmob gegeben, keine 1000köpfige Masse. Sondern eine Gruppe angesoffener oder unter Drogen stehender, frustrierter junger Männer. Keine Frage: Eine hochexplsive Sache, und für die Frauen widerwärtig. Aber eher ein typisches Verhalten einer angesoffenen Jungmann-Meute als ein choreographiertes, ideologisch gestütztes Vorgehen.

    Zum Oktoberfest: Man muss einfach wissen, wie die Mädels da arbeiten müssen. Die Mädels sind Subunternehmer. Sie kaufen dem Wirt das Bier ab und verkaufen es weiter. Die Hälfte ihrer Einnahmen (es arbeitet immer ein Team zusammen, das Team verdient insgesamt) sind die Trinkgelder. Die Mädels sollen – auf die nette Tour – regelrecht auch ein bisschen um Trinkgelder „betteln“. Da ist – und das wird den Mädels vorher knallhart so gesagt!!! – dann auch mal n Klaps auf den Dirndlhintern mit drin, ist mit eingepreist. Die besoffenen blauäugigen Jungbänker, Jungingenieure in ihren Trachten bezahlen dafür ja schließlich auch. Im Prinzip darfste nach KlapsaufnPo oder Dirndlanheben die Security rufen (kurz grabschen zählt nicht!), aber selbst das tun die Mädels meistens nicht. Niemals, wirklich niemals wird ne Anzeige geschrieben -. geschäftsschädigend! Wer bei Grabschen/leichtem Klaps aufn Po und dergl ständig nörgelt/ „keinen Humor hat“, ist schnell draußen, wird zumindest nächstes Jahr nicht mehr gebucht. Alle wissen, dass es so abläuft! Und am Ende lesen wir dann „bloß 31 Anzeigen auf dem Oktoberfest wg Sexualstraftaten – seht mal, wie friedlich das fest ist“. Dass ich nicht lache. Es ist widerlich.

  7. Bersarin schreibt:

    @ Che, ich habe das bei Harmut alles tausendfach debattiert. Es stoßen die Zahlen anscheinend auf taube Ohren. 454 Anzeigen für einen Zeitraum von rund 10 Stunden sprechen eine deutliche Sprache. Es geht mir hier auch nicht um die sich an den Kölner Sexmob anknüpfenden Relativierungen und zugleich das Hochschaukeln des Diskurses, sondern um genau das, was in Köln geschah, nämlich jene 454 Anzeigen und diverse Grabschereien, bis hinein in die Körperöffnungen. Was juristisch genommen eine Vergewaltigung ist.

    Niemand sagt, daß Köln Kairo sei, dennoch ist auch das massenhafte Umringen von Frauen, im Arabischen gibt es dafür den Ausdruck Taharrusch dschama’i, eine Sache, die in Köln massiv stattfand. Und das ereignet sich nicht unbedingt bei Sexualdelikten wie es sie auch auf dem Oktoberfest oder beim Karneval gibt. Allein der Vergleich dieser beiden Veranstaltungen mit der Causa Köln grenzt ans Absurde. Daß es zum Karneval und zu anderen Anlässen diverse Sexdelikte gibt, leugnet keiner. Nur sehen die anders aus. Auch die Zahlen. Wie die Statistik zum Oktoberfest zeigt.

  8. Bersarin schreibt:

    h’f: Das sind Deine Vermutungen zum Oktoberfest. Kannst Du sie belegen? Daß alle wissen,wie es so abläuft, ist kein Beleg. Ich weiß es nicht.

    Mir geht es um das massenhafte Umringen von Frauen in Köln, für das der Begriff Taharrusch dschama’i steht. Und das läßt sich auch nicht durch möglicherweise nicht angezeigte Übergriffe auf dem Oktoberfest relativieren.Für das Fest 2015 hat übrigens Don Alphonso mustergültig die Zahlen beigebracht.

  9. Dieter Kief schreibt:

    @ hf99,Fabs u ch2001

    Kuckt mal wg. Nafris und Polizei und Gefängnisse da:

    http://michael-klonovsky.de/artikel/item/363-fluechtlinge-sind-nicht-krimineller-als-deutsche

    Aufklärerisch im besten Sinne, würde ich meinen. Übrigens sogar eine linke Tradition hochhaltend – nicht vergessen: Klonovsky wuchs in der DDR auf – und rettet emt ooch juutet von da – der Text über die aktuelle deutsche Kriminalstatistik ist so eine Art Kollektivwerk von Klonovsky und seinen LeserInnen.

  10. Bersarin schreibt:

    @ Fabs: Du magst die Arbeit der Polizei als falsch ansehen, ich sehe sie als richtig an. Wie es dann tatsächlich ist, das müssen womöglich Gerichte entscheiden. Aber es scheint eben Tätergruppen zu geben, die nicht so recht ins Bild passen und dann wird eben nach allen Kräften relativiert. Es ging in diesem Einsatz in Köln um eine polizeiliche Präventionsmaßnahme, an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit. Und es wurden nicht sämtliche arabisch aussehenden Männer der BRD selektiert. Wer sich zu Silvester am Bahnhof aufhält und dazu noch auf der Domplatte, muß mit solchen Kontrollen rechnen. So wie eine Gruppe von 1000 Männern mit Bomberjacken in einer Fußgängerzone in Freiberg oder Heidenau und nahe des Flüchtlingsheims mit anlaßbezogenen Kontrollen rechnen muß. Und nun mal unter uns: Wie bescheuert und naiv muß man denn im Kopf sein, um das nicht im Vorfeld zu realisieren, wenn man nach Köln fährt. Wer sich übrigens kooperativ gegenüber der Polizei verhält und nicht auf dicke Hose macht, hat eigentlich nichts zu befürchten. Auch das kann ich Dir aus eigener Erfahrung bestätigen.

    Im übrigen geht es in der Sache Köln nicht um alle Araber und um alle Nafris, sondern um die, die zu Silvester 2015 und 2016 nach Köln reisten. Und da finde ich die Fragen von Don Alphonso ganz zielführend. Was wollten die alle in Köln? Die Omma besuchen ganz sicher nicht.

    Die Berichte der Polizei sprechen sehr wohl von einer aggressiven Grundstimmung. Ich war nicht in Köln, ich habe aber in Berlin genug Araber und auch Polizeieinsätze erlebt, um es mir ungefähr vorzustellen. Und sollte die Stimmung nicht aggressiv gewesen sein: Umso besser, dann hat die Anwesenheit der Polizei ja guten Erfolg gezeitigt.

    „Das es mittlerweile eher der (radikalen) Linken überlassen wird, Mindeststandards in Bezug auf Grundgesetz und Menschenrecht zu fordern, …“ Woran machst Du das fest? An den Brandanschlägen auf Autos hier in Berlin? Oder an unsinnigen Hatespeechkampagnen, die natürlich nur die Äußerungen des Gegners, nie aber die eigenen Verbalradikalismen unter Strafe stellen?

    „um polizeiliche Verstöße gegen das Grundgesetz zu rechtfertigen.“ Ich würde dann Dir oder Frau Peter dringend raten, Klage einzureichen. Ansonsten halte ich es mit jenem Satz: Lieber die Polizei kontrolliert die Nafris, als daß die Nafris kontrollieren, was die Frauen zwischen den Beinen haben.

    Wie gesagt: Verstöße gegen das Grundgesetz müssen geahndet werden. Dazu steht jedem der Rechtsweg offen.

  11. Bersarin schreibt:

    Im übrigen, h’f, kann man mit Deinem Argument dann auch behaupten, daß ganz sicher auch die Zahl der nie angezeigten Sexübergriffe und Vergewaltigungen in der arabischen Community noch viel höher sei. Denn das trauen sich die Frauen ja nicht anzuzeigen, weil es heftige Sanktionen nach sich zieht. Wg Ehrenmord undso. Und aus diesem Grunde halte ich es für unklug, Situationen,die nicht zu vergleichen sind, zu vergleichen. Die Sexübergriffe in Köln sind von anderer Struktur als die beim Karneval oder auf dem Oktoberfest und es hat auch eine andere Qualität. Hier können wir den klassischen Umschlag von Quantität in eine neue Qualität bemerken. Auf 454 Anzeigen in 10 Stunden kommt übrigens kein einziges Oktoberfest. das möchte ich ebenfalls nochmal festhalten.

    Richtig ist allerdings, eine teils hetzerische und schlimme Berichterstattung der Medien zu kritisieren: Es war nicht ein Sexmob von DEN Arabern, sondern es waren ganz bestimmte junge Männer. Im übrigen klagte das auch die marokkanische Communitiy in Köln an, daß die Polizei sich schon seit Monaten denen gegenüber zu lasch verhielt. Aus was für Gründen auch immer. Meine Devise seit Jahren:Wehret den Anfängen. Womit wir auch beim Anschlag in Berlin wieder sind.

  12. hf99 schreibt:

    ich gehe davon aus, dass Sexualdelikte in den arabischen Communitys – so, wie im nahumfeld (Dorffest etc) bei uns auch – so gut wie nie angezeigt werden. Richtig. In Köln gab es ein auch von Experten so benanntes, völlig atypisches sog. Anzeigeverhalten. Da ist – was ich im Prinzip ja richtig finde! -. quasi jedes Hinterherpfeifen angezeigt worden. Das Mitglied des Untersuchungsausschusse, Frau Scharrenbach, CDU, MdL NRW, war ganz fassungslos, als man ihr verklickern musste, dass es so gut wie keine schwere Sexualstraftat und keine einzige Vergewaltigung in Köln gab. Sie konnte das – subjektiv ehrlich – gar nicht glauben.

    Noch schnell zwei Erfahrungsberichte wg Oktoberfest, eines zu Anmache, eines zu Gewalt:

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/jugend-schreibt/jugend-schreibt/oktoberfest-schoene-frau-noch-drei-mass-11227614.html
    zitat: “ Vor allem die männlichen Gäste belästigten die Bedienungen, die sich oft nur schwer wehren könnten und Hilfe vom Sicherheitspersonal benötigten.“ (wenn die Security denn gerufen wird, ist wie gesagt schlecht fürs Geschäft)

    http://www.focus.de/regional/muenchen/oktoberfest/oktoberfest-eine-wiesn-bedienung-packt-aus-so-geht-es-auf-dem-oktoberfest-wirklich-zu_id_4967646.html
    zitat: „Ich habe schon wirklich heftige Schlägereien im Bierzelt miterlebt – teilweise mit sehr viel Blut. Einmal ist sogar einer gestorben, dem man einen Maßkrug an den Kopf geworfen hatte. Vielleicht hätte er gerettet werden können, wenn die Sanitäter schneller durch die Massen gekommen wären, aber das Zelt war gnadenlos überfüllt. In solchen Momenten kommt man schon ins Grübeln, was man sich da antut…“

    Soviel mal zum schiedlichen, friedlichen Oktoberfest mit lediglich 31 Sexualdelikten in 16 Tagen. Haha.

    Zur Klarstellung: Wenn Bedienung „Meike“ den Klaps durch den besoffenen, blauäugigen Jungbänker in Krachledernen „Torsten“ nicht so schlimm findet, dann darf sie das natürlich nicht so schlimm finden. bedeutet noch lange nicht, dass „Ahmed“ in Köln sie auch so klapsen darf. Richtig!

    Hier aber geht es um die These von den „Nafris“ – sie und nur sie täten so etwas…nur „Ahmed“ täte so etwas, und nicht „Torsten“ – und das ist eben schlicht objektiv unwahr.

  13. Ich finde das immer wieder verblüffend, wie sich Linke für den Islam einsetzen; offenbar klingt da noch ein wenig vom Anti-Imperialismus der 70er Jahre nach. Und schließlich sind ja auch die Rechten gegen den Islam, und der Feind meines Feindes ist mein Freund.

    Mir ist das völlig unverständlich, man braucht sich wirklich nur ein ganz klein wenig mit der Geschichte des Islam beschäftigen, um zu sehen, dass Islam eine Form von religiösem Faschismus ist und von jedem Linken bekämpft werden müsste. S. etwa auch hier:

    http://www.bz-berlin.de/artikel-archiv/npd-mahler-bei-den-islam-fanatikern

  14. hf99 schreibt:

    ergänzend Oktoberfest: ich werde inzwischen belehrt, dass es in den letzten Jahren besser geworden ist, dass die Security, wenns zu offenbar und zu heftig wird, schon auch eingreift, zT von sich aus.

    Nur: Die Security greift ein, nicht die Polizei = Vorkommnis geht nicht in die Statistik ein.

    Man kann jetzt ganz generell darüber reden, ob man „leichte“ Fälle sexueller Belästigung nicht wirklich besser außerjuristisch klärt: Per „Verpiss Dich, Wixer“, per Ohrfeige, ggfls per Pfefferspray oder per Ordner im Club. Okay, kann man so machen. Vielleicht wirklich besser (ich habe das nicht zu entscheiden, das muss jede Frau für sich entscheiden). Und es wird – jeden Freitag, jeden Sonnabend – auch so gemacht, aufm Kiez in Hamburg zB. Nur muss das dann in die Bewertung von Köln eingehen.

    Es waren die Anzeigen in Köln nun mal ganz überwiegend – und völlig atypisch, weil so etwas ansonsten fast nie angezeigt wird – Bagatelldelikte. Sorry. Aber für die Daten kann ich ja nun nix.

  15. Bersarin schreibt:

    Sexdelikte = Bagetelldelikte. Sehr gut.

  16. hf99 schreibt:

    Bersarin, das ist kriminologisch/kriminalistisch nun mal der terminus technicus. Ja, antatschen (wie im Film neulich zu sehen) ist ein Bagatelldelikt, sorry. 50 Euro klauen ist auch ein Bagatelldelikt – und kann einer Studentin gegen Monatsende dennoch ganz schön weh tun. Das ist jetzt so ein bisschen unter Deinem Niveau, oder?

  17. Bersarin schreibt:

    Ich fürchte, Hartmut, Du willst nicht verstehen, was in jener Silvesternacht geschah, sondern Du möchtest Dir Dein vorgefaßtes Weltbild bestätigen. Dagegen kann man dann eigentlich nichts mehr sagen.

    Und ich denke ansonsten, es ist relativ sinnlos eine Debatte zu führen, wenn auf der Faktenebene die Zahlen nicht wahrgenommen werden wollen und man Kamelfladen mit Stecknadeln vergleicht und Felsbrocken mit Fichtennadeln. Klar, es gibt jedes Wochenende auf der Reeperbahn rund 454 nicht angezeigte Sexübergriffe. Und in den Clubs umringen auch regelmäßig Menschenmobs von zehn oder mehr Männern eine einzelne Frau, um ihre Finger in sämtliche Körperöffnungen zu stecken. Und natürlich zeigt das keine Frau an. Wer das glauben mag, kann das gerne glauben. Ich tue es nicht, die meisten Menschen tun es nicht, und ich tippe sogar darauf, daß sie sich von den Oktoberfestrelativierungen nicht wirklich beeindrucken lassen.

    Eine Frau in Köln, die von zehn Männer umringt wird und minutenlang an den Brüsten angefaßt wird und die nicht wegkann und Panik bekommt, das ist für mich und auch im juristischen Sinnenach wie vor kein Bagatelldelikt. Aber ich will Dich in Deinem Glauben eigentlich nicht weiter abbringen. Es ist seit nun einem Jahr eine sinnlose Diskussion mit Dir. Du möchtest die acht Stunden Köln am liebsten in eine Dorfdisko oder auf den Kiez verlegen. Aber diese Dekonstruktion von Fakten funktioniert nicht wirklich.

    Wenn Du übrigens mal tatsächlich einen dann auch ausgebildeten Kriminologen lesen willst und keinen Hobbydetektiv, dann gibt es diesen Artikel über den Gutachter zu jener Silvesternacht, nämlich Rudolf Egg.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article159043360/Ich-kann-euch-nicht-helfen-sagte-der-Polizist.html

  18. Fabs schreibt:

    @Bersarin: Das was du mal eben so als „polizeiliche Präventionsmaßnahme“ abtust, ist in meinen Augen dann doch etwas gehaltvoller. In einer Situation in der das gesellschaftliche Klima immer weiter nach Rechts rückt und der autoritäre Charakter der deutschen Volksgemeinschaft immer heftiger zutage tritt, ist so eine massenhafte Freiheitsberaubung bar jeder rechtlichen Grundlage , doch wohl etwas mehr als „nur“ Präventionsmaßnahme. Wie gesagt, es braucht hier eine besonnene Analyse, welche verfassungsmäßige und menschenrechtliche Mindeststandards anlegt. Immerhin wurde hier der rechtsstaatliche Rahmen in einer weise ausgeweitet, wie man es sonst eher aus Staaten wie der Türkei kennt. Und das im Nachklang dann jedwede Kritik an diesem Einsatz und racial profiling vom einem Volkszorn niedergebrüllt wird, der „den Nafri“ am liebsten heute als morgen zurück in die Barbarei schicken will, setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf. Allein dein Satz „Lieber die Polizei kontrolliert die Nafris, als daß die Nafris kontrollieren, was die Frauen zwischen den Beinen haben.“ lässt nix gutes für die Zukunft ahnen. Zumal du ja eigentlich zu den aufgeklärteren Geistern zählst.
    Bleibt zu hoffen, dass bei zukünftigen Anlässen wieder rechtstaatliches Normalmaß angewandt wird. Das sich in Bezug auf die Silvesternacht 2017 noch irgendein Parlamentarier in die Schusslinie der aufgebrachten Massen stellen wird und möglicherweise so etwas wie einen Untersuchungsausschuss oder anderweitige verfassungsschützende, rechtliche Maßnahmen fordert, ist jedenfalls zu bezweifeln.
    @Mocho: Deine Deutung, den Einsatz für grundrechtliche Mindeststandards und gegen den um sich greifenden rassistischen Wahn, sowie die Solidarität mit Betroffenen (so leid es mir tut, aber es sind nun mal nur die wenigsten „Nafris“ kriminelle Sexmonster), als Kampf für den Islam anzusehen, musst du mir nochmal genauer erklären.

  19. Bersarin schreibt:

    @ Fabs, ich weiß nicht recht, ob Deine Äußerungen wirklich ernst gemeint sind. Sie lesen sich ein wenig wie eine Satire auf Argumentationsmuster in bestimmten linken Kreisen. Ggf. rate ich Dir, gegen den Polizeieinsatz eine Klage einzureichen oder Dich mit Leuten zusammmenzuschließen, um zu klagen.

  20. Fabs schreibt:

    @Bersarin: Das mit der Klage ist ein durchaus pragmatischer Vorschlag. Viel zu pragmatisch für einen Melancholiker wie mich. Das müssten andere tun. Menschen in Amt und Würde, die mit beiden Beinen auf dem festen Boden des Grundgesetzes stehen. Aber wie gesagt, ich bezweifele das sich jemand dem Volkszorn entgegenstellen wird. Und warum auch. Das Volk wird ohnehin bekommen wonach es verlangt. Köln 2017 ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das Kommende. Da ist es fast egal ob der Wille des Volkes innerhalb oder ausserhalb des rechtstaatlichen Rahmens vollstreckt wurde. Gesetzte lassen sich ändern. Und das werden sie auch. Es ist schließlich Bundstagswahljahr.

  21. Bersarin schreibt:

    Melancholiker in der Politik zu sein, ist eine denkbar schlechte Eigenschaft. Das zeigte bereits Hamlet. Der wahre Melancholiker ist übrigens apolitisch. Er betrachtet die Welt als ästhetisches Schauspiel. In politischen und gesellschaftlichen Fragen hilft keine Melancholie. Besser ist es Aporetiker zu sein.

  22. Bersarin schreibt:

    @ El Mocho, was Du zum Islam schreibst, würde ich dieser Drastik so nicht sehen. Wir sollten da differenzieren. Allerdings muß im Blick behalten werden, daß wir insbesondere mit jungen Männern aus der arabischen Region ein besonderes Problem haben.

    Darauf wies auch das ansonsten linke Conne Island in Leipzig in einer Erklärung hin. Manchen fällt es leider immer noch schwer, diese strukturellen Probleme arabischer Männer zu sehen, insbesondere, was ihren Umgang mit Frauen betrifft, die sie als Freiwild betrachten, wenn diese unbegleitet in der Öffentlichkeit sich bewegen. Und erwartbar aus der Pistole geschossen kommt dann: Aber deutsche Männer sind auch so. Nein, das sind sie in dieser Weise nicht. Es liegen hier ganz andere kulturelle Sozialisierungen vor. Ansonsten hätte es diesen Aufruf von Conne Island schon viel früher gegeben. Gab es aber nicht, gab es erst mit den Flüchtlingen. Das heißt nicht, daß alle Flüchtlingen so sind, es heißt aber sehr wohl, daß wir mit bestimmten Männern ein Problem haben. Und das sollten gerade Linke endlich mal benennen, statt sich aus falsch verstandenem Antirassismus wegzuducken. Für solche Fälle, wie in Köln und in den vom Conne island geschilderten Fällen ist eine klare Ansage nötig. Die hat es diesmal in Köln gegeben.

    https://www.conne-island.de/news/191.html

  23. Ich sehe den Islam ungefähr da, wo das Christentum im 15. Jahrhundert stand, vor der Reformation und vor der Aufklärung. Ungeheuer mächtig, tief ins Alltagsleben der Menschen eingreifend, intolerant, machthungrig und immer bestrebt, die eigene Macht weiter auszubreiten.

    Nun hat sich das bekanntlich geändert, warum? Zunächst waren die kritischen Stimmen nur wenige, und ihre Kritik konnte sie das Leben kosten, z.B. Jan Hus. Aber nach und nach änderte sich das, und die Menschen begannen, sich gegen die Macht der Kirchen zu wehren. Hinzu kam die Erfindung und schnelle Ausbreitung des Buchdruckes, die die Verbreitung nneuer Ideen begünstigte. Das ganze führte schließlich zu Aufklärung, Revolution, industrieller Revolution und Demokratie (und natürlich auch zu Kriegen, Kolonialismus usw, ich weiß). Und vor allem zur weitehenden Trennung von Religion und Politik.

    Im Islam ist diese Entwicklung ausgeblieben, warum? Ich würde sagen, weil man zu mächtig war. Im 15. Jahrhundert eroberten die Türken Konstantinopel, und bis ins 17. Jahrhundert drangen sie weiter nach Europa vor, erst später ging es rapide mit dem osmanischen Reich bergab, bis es im 19. Jahrhundert zum Spielball der europäischen Politik wurde.

    Den Buchdruck verboten die türkischen Sultane über lange Zeit, erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurd die erste Druckerei in Istanbul eingerichtet. Religionskritik konnte es im Islam nie geben, oder wenn es sie gab, dann im Hochmittelalter, zur „Blütezeit“ des Islam, und nur in kleinen Kreisen am Hof des Kalifen, als ihre politische Macht ungefährdet war, ohne weitere Auswirkungen auf die Gesellschaft.

    Und heute erklären sich Muslime ihre Schwächung durch eine Verschwörung des Westens, die schon zur zeit der Kreuzzüge begann. Dazu gibt es ein lesenswertes Buch von Bassam Tibi:
    https://www.amazon.de/Die-Verschw%C3%B6rung-Bassam-Tibi/dp/3455084877

    Und nun trifft dieser Islam durch die Massenmigration auf den Westen, in einer ganz anderen Weise als früher, als man entweder eroberte oder erobert wurde. Man will in den westlichen Ländern leben, unter unreligiösen, westlichen Menschen, aber nur nach den eigenen Vorstellungen, von denen abzurücken genauso unvorstellbar ist, wie es für Christen des 15. Jahrhunderts gewesen wäre.

    Das kann natürlich nicht ohne Konflikte abgehen (in sofern hat Huntington nicht unrecht), und ich weiß jedenfalls, auf welcher Seite ich dabei stehe.

  24. che2001 schreibt:

    @“in sofern hat Huntington nicht unrecht“ —- Huntington stand mal auf der Gehaltsliste der Kommission für eine integrierte Langzeitstrategie der US-Streitkräfte und war mit Kissinger, Lederberg, Claytor jr., Goodpaster und Brzezinsky einer der Autoren der Studie „Differenzierte Abschreckung. Mit anderen Worten, der gehörte zu den Leuten die das neue Feindbild zu definieren hatten für die Zeit wenn der Russe nicht mehr böse ist.

  25. Bersarin schreibt:

    Ich denke auch, die Theorie der Kulturräume ist nicht uninteressant, egal auf welcher Gehaltsliste Huntington steht. Und man muß das Buch ja nicht unkritisch lesen.

    Die Situation zu Silvester in Köln samt den Nafrisexübergriffe haben sicherlich nicht primär etwas mit dem Islam zu tun, der in seinen Ausprägungen verschieden ist (es gibt nicht DEN Islam), sehr wohl aber etwas mit einer bestimmten religiösen Sozialisation. Und insofern ist durchaus zu fragen, ob eine religiöse Erziehung, sofern es sie denn stattfand, Einfluß hat. Nicht anders als man auch bei einem deutschen Straftäter nach seiner Sozialisation fragt – was ja zu recht immer ein wichtiges Anliegen der Linken war – so muß man dies auch in dem Falle machen, wenn Täter aus ganz anderen Kulturräumen hierher einreisen. Nicht um die Tat zu entschuldigen, sondern um ein Bild von den Hintergründen zu erhalten.

    Die Sicht auf den Islam würde ich allerdings komplexer als El Mocho fassen wollen. Man könnte etwa das hochaufgeklärte Al-andalus anführen. Ein Gebiet übrigens, wo die Juden keine Angst um ihr Leben haben mußten. Anders als im sogenannten christlichen Europa. Auch hat es immer wieder Strömungen islamischer Aufklärung gegeben. Verhängnisvoll wurde es immer dann, wie auch im Christentum, wenn eine Religion, etwa der Islam, als Staatsraison diente.

    Den letzten beiden Absätzen El Mochos allerdings stimme ich zu. Das Problem bekämpfen wird man allerdings nur, wenn man die hier lebenden gutwilligen liberalen Muslime auf irgendeine Weise mit ins Boot kriegt. Langfristig scheint mir hier das Projekt eines europäischen aufgeklärten Islam wichtig.

    Wenn Ihr Euch ein wenig für den Islam interessierst, empfehle ich von Boualem Sansal „Allahs Narren“.

    http://merlin-verlag.com/Shop/Sansal/9783875363098

  26. Dieter Kief schreibt:

    Männer – wir haben Wohngegenden, die sich dem normalen Polizeigeschäft entziehen in Deutschland – und noch viel mehr in Europa. Der ganz überwiegende Teil davon wird von Muslimen bewohnt. Und die anderen sozialen Schieflagen: Frauenunterdrückung, Massenmissbrauch von Kindern (Rotherham), krass überproportionale Gefangenenraten quer durch Europa – guckt ruhig mal bei Klonovsky rein wg. Kriminalitätstatistik. Wir haben Hassprediger, die dazu aufrufen, uns plattzumachen, aber wir haben kaum Moscheeschließungen. Der BND sagt, er käme nicht hinterher…
    Das ist die Lage, auf die auch Bersarin hinweist, bevor er sich mit Hegeln (mmm) den hiesigen aktuellen Vorfällen zuwendet.
    Er macht es nicht mit Blick auf den aktuellen Vorfall in Berlin – vielleicht aus Gründen, sondern er macht es mit Blick auf Kölle. Ooch juut.
    Ich könnte von Radolfzell erzählen – aus persönlicher Sicht – diese Woche – unweit der Innenstadt – ein nie erlebter Vorgang, und ganz aus der Nähe – nichts besonderes, bisschen Vandalismus – aber ich habe aus wenigen Metern Entfernung in das Gesicht des Vandalen gesehen und ich sage euch: Diese geballte schlechte Energie will ich nicht. Die ist schlecht, ganz schlecht. Und ich bin froh: Mit mir zusammen, ein paar Meter weg, stand ein Greis, der sich der Bürgerpflicht beugte, und in der anbrechenden Nacht eigenhändig seinen Gehweg fegte (es fiel Schnee) – – ich war sehr froh, als ich sah, dass der sich zurückzog, dass der mitbekam, wie der Vandale mit seinem Moniereisen ihm näherkam, während er auf Autos einschlug, und dass der Alte die direkte Konfrontation vermied, indem er sich in seine Einfahrt begab und dem Wütherich die Bahn frei machte. Hätte er andersherum gekehrt, wäre es womöglich zu dieser Konfrontation gekommen. Nicht auszudenken.

    Jaja klar: Ein solcher Abgrund schiene anderen Leuten nur zentimetertief. Aber ihr solltet verstehen: Diese Dinge werden sich intensivieren. Und kein Akkulturalisationsprogramm wird das aufhalten. Ich finde das schlecht. Ich stimme Bersarin ausdrücklich zu: Die Sache mit der Migration hat eine beunruhigende Wendung genommen. Oh ja – und ich unterstütze z. B. den liberalen muslimischen Theologen Abdel Oughri – aber ich kenne auch eine schweizerische Unterstützerin und weiß: Beide werden bedroht – – von wem wohl – AfD-Mitgliedern oder von SVP_Mitgliedern in CH oder gar von NPD-Mitgliedern? – Nicht die Bohne!
    Für die AfD ist die Sache tricky – die müssen diese Kröte schlucken, dass eine fremde aufgeklärte Religion hier besser ist als eine unaufgeklärte. Und die Linke sollte schleunigst in die Hufe kommen, und ihren stolzen Atheismus über Bord werfen – der ist in diesem Zusammenhang überhaupt nicht hilfreich. Den liberalen Muslimas und Muslimen muss geholfen werden, die müssen Unterstützung bekommen auf breiter bürgerlicher Front. Deshalb bin ich froh, wenn ich bei Klonovsky lese, dass der Islam sich modernisiert sei wichtig und wertvoll und unterstützenswert – in unserem ureigensten Interesse; aber ich bin auch froh, wenn ich das hier bei Bersarin lese: Wir brauchen einen aufgeklärten europäischen Islam.

    Die Akkulturalisation vieler – nicht aller – klar – – aber : Vielleicht der meisten – – Muslime hierzulande kann nur gelingen, wenn der Islam sich modernisiert. Und wenn wir ihm dabei helfen.

  27. Bersarin schreibt:

    Danke Dieter Kief! Ich hätte es nicht besser formulieren und auf den Punkt bringen können!

    Die Brisanz dessen, was in der Bundesrepublik gerade vorsichgeht, scheint bei vielen noch nicht angekommen zu sein. Linke Weinerlichkeit, Zahlen werden kleingeredet, Massenübergriffe mit Betriebsweihnachtsfeiern verglichen und während beim Oktoberfest mit Dunkelziffern „argumentiert“ wird, werden reale Zahlen umgemodelt in Eventualitäten und Pegida-Fake. Selbst wenn ich die Hälfte Fake rechne bleiben immer noch 225 Anzeigen. Und übrigens sind auch Bagatelldelikte Sexdelikte. Klingt natürlich besser, wenn man es sprachbereinigt dann nicht mehr Sexdelikt zu nennen braucht. Mehrfachstraftäter begehen hier mehrfach und weiterhin Straftaten, ohne daß etwas geschieht. Siehe in Berlin der Bulgare und die lieben sieben Syrer, die zum fröhlichen Weihnachtsfest besinnlich einen Menschen anzündeten. Undundund. Ich könnte hier seitenweise solche Dinge nennen. Und wer in Berlin lebt, der hat hier täglich mit diesen Dingen Umgang. Währenddessen lacht sich die AfD ins Fäustchen, weil die Linke außer Eiapopeia und Abwiegeln nichts, aber auch nichts gegen diesen Trend im Köcher hat. Probleme müssen benannt werden, dann erst kann man sie angehen. Da hilft auch kein schönfärbendes Gerede vom Miteinander der Kulturen. Viele derer, die damit gemeint sind, husten jenen was, die so denken und scheißen ihnen vor den Koffer.

    Es kommen hierher Menschen aus einem völlig unterschiedlichen Kulturraum, die nicht unsere Sprache sprechen, nichts von unserer Geschichte, unserer Kultur, unseren Traditionen wissen, es herrschen null Gemeinsamkeiten in den Erzählungen (weißt Du noch wie es früher war, erinnerst Du Dich noch als Helmut Schmidt …, weißt Du noch als Helmut Kohl …) Menschen, die wenig von den Gebräuchen hier kennen – was ich ihnen nicht vorhalte; denn die Syrer, die Araber haben ihre eigene Kultur und eigenen Traditionen. Vor den Flüchtlingsunterkünften hocken Horden von jungen Männern, wenig Familien. Werden diese jungen Männer alle bei Tinder eine Frau daten? Ich bin mir da nicht so sicher.

    DARAUF müssen wir reagieren und das müssen wir in irgendeiner Weise in den Griff bekommen! Man kann das natürlich alles kleinreden, verschweigen, beschwichtigen. Aber bitte: Wundert Euch dann nicht über die nächste Wahl mit 25 % AfD. Die SPD und die Grünen machen es gerade vor, wie man es vergeigt und auch die Linke ist kräftig mit dabei. Sollte die CSU diesen Jahr nicht bundesweit antreten, werde ich dieses Jahr definitiv nicht zur Wahl gehen.

    Für das, was sich in den Flüchtlingsunterkünften teils abzuspielen scheint, ist dieser Bericht aus der Berliner MoPo interessant:

    Flüchtlingsheime
    Undercover: „Wir züchten Terroristen selbst heran“
    Der Journalist Shams ul-Haq gab sich als Asylbewerber aus und lebte in 35 Heimen. Er nennt sie und sein Buch „Brutstätte des Terrors“.

    http://www.morgenpost.de/berlin/article209172233/Undercover-Wir-zuechten-Terroristen-selbst-heran.html

    Aber statt diese Probleme mal zu besprechen und anzugehen, werden vermutlich wieder Diskussionen begonnen, daß solche Texte doch eigentlich nur Propaganda seien.

  28. che2001 schreibt:

    Na ja, was den Begriff „Kulturraum“ angeht bewegst Du, lieber und wertgeschätzter Bersarin Dich aber auf ganz dünnem Eis, denn die Kulturraumforschung ist im Umfeld der rassenhygienischen, völkerpsychologischen Ostforschung entstanden und in der Politik-und Geschichtswissenschaft höchstumstritten. Aus dem gleichen Umfeld stammt übrigens das ganze „hydraulische“ Vokabular von „Asylantenflut“, „Flüchtlingsströmen“, „einsickernden Bevölkerungen“ usw. Das sind ideologisch besetzte Begriffe, die Kulturraumforschung steht in den Traditionen von RassentheoretikerInnen wie Ilse Schwideztky (die für den Landschaftsverband Westfalen eine Studie durchführte, inwieweit Westfalen eine ethnisch autochthone Region sei, mit dem Ziel, ein ethnisch begründetes Westfalen zu schaffen, um die rote Ruhr loszuwerden und ein rein christkonservatives Bundesland auf rassischer Grundlage zu schaffen) und solchen Leuten:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Aubin

  29. Bersarin schreibt:

    Nun, mir scheint, und das will auch die Empirie ganz gut bestätigen, daß wir nicht in einer one-culture-world leben.Ein Hindu und ein Russe haben deutlich weniger gemeinsam als ein Franzose und ein Pole oder ein Syrer und ein Iraker. Das fängt bereits mit der Religion an. Die Frage ist doch, wie und auf welche Weise man das Konzept der Kulturräume benutzt. Du verwechselst hier den rassistischen Diskurs, che, mit dem beschreibenden. Und es sprach hier auch niemand von Rassen. Es geht mir in diesem Kontext zudem nicht um eine Wertung der arabischen Kulturen, der persischen oder derer im Maghreb, sondern darum, zunächst einmal Differenzen festzustellen. Du hingegen korrelierst diese Differenzierungen sofort und leider in dem üblichen Reflex mit jenen unsäglichen und zudem dummen Rassediskursen. Es geht hier aber nicht um Rassen, sondern um Völker. Manche übersetzen das mit Ethnien. Das klingt netter, meint aber dasselbe. Insofern ist es ein hilfloser und eher beschwichtigender Akt, das Völkerkundemuseum in ein ethnologisches umzubenennen. Soviel zunächst zu den Differenzierungen. Man kann übrigens aus Begriffen und Differenzen immer das eine oder das andere ableiten. So wie die Befreiung der Völker in der Dritten Welt vom Kolonialismus leider nicht zur Befreiung und zum sozialistischen Kampf führte, sondern extreme Formen des Nationalismus und ethnischer Konflikte sich entspannten. Aufgrund unterschiedlicher Kulturen nämlich.

    Huntingtons Konzept ist an dieser Stelle interessant, und es ist auch nicht rassistisch konnotiert, weil es die Angelegenheit abstrakter faßt, nämlich nicht mehr bloß über den Begriff der Ethnien, sondern der Kulturräume. Man muß es nicht eins-zu-eins übernehmen, sondern man kann es kritisch begleitend (wie es heute so schön euphemistisch heißt) lesen.

    Wenn man übrigens will, kann man statt der Kulturräume auch von Gemeinschaften sprechen. Sozusagen die alte Frage von Ferdinand Tönnies „Gesellschaft und Gemeinschaft“. Wer sich damit oder auch mit dem Kommunitarismus beschäftigt, wird schnell sehen, daß dies rein nichts mit der von manchem im Unmittelbarkeitsreflex herbeiassoziierten Volksgemeinschaft zu tun hat. Die Frage ist ja, wie solche Gemeinschaftsbildungen entstehen und was deren Grundlage ist. Auf der unmittelbaren Ebene, und das wurde dann ja auch als Argument für die Nafris gebraucht, die alle gemeinsam nach Köln anreisten: Menschen, die in ähnlichen Kontexten leben und ähnliche Lebenswelten teilen, schließen sich nun einmal gerne zusammen. Was wir hier in der BRD auch an den in sich geschlossenen Araberclans sehen. Oder in manchen Kreisen von Türken, wo es nahezu ausgeschlossen ist, daß eine Türkin einen Deutschen heiratet. (Und oft auch umgekehrt. Erst bei hinreichender kultureller Öffnung bzw. wenn sich neue kulturelle Ähnlichkeiten konstituieren, wird das aufgehoben.)

  30. Bersarin schreibt:

    Wenn übrigens die Kulturraumforschung in dieser unsäglichen Tradition steht, so ist es höchste Zeit, sie dort wieder herauszuholen. Denn der Begriff der Kultur wie auch der des Raumes ist ja nun doch vielschichtiger als dieses Konzept und es wäre dumm, deren emphatischen Gehalte, die freilich in einem emanzipatorischen Sinne überhaupt erst einzulösen wären, gleichsam im Gesamtpaket über Bord zu werfen, nur weil ein paar Blödels diesen Begriff in ihrem Sinne besetzten.

  31. Mir ist das relativ egal, auf wessen gehaltsliste Huntington gestanden hat; ich finde er hat einfach in vielen Dingen recht und seine Auffassungen sind gut empirisch belegt. Er sagt z.B.

    „Cultural characteristics and differences are less mutable and hence less easily compromised and resolved than political and economic ones. In the former Soviet Union, communists can become democrats, the rich can become poor and the poor rich, but Russians cannot become Estonians and Azeris cannot become Armenians. In class and ideological conflicts, the key question was „Which side are you on?“ and people could and did choose sides and change sides. In conflicts between civilizations, the question is „What are you?“ That is a given that cannot be changed. And as we know, from Bosnia to the Caucasus to the Sudan, the wrong answer to that question can mean a bullet in the head. Even more than ethnicity, religion discriminates sharply and exclusively among people. A person can be half-French and half-Arab and simultaneously even a citizen of two countries. It is more difficult to be half-Catholic and half-Muslim.“ (Aus dem „Clash of Civilizations“-Aufsatz von 1993)

    Seine These ist (so wie ich sie verstehe), dass heute durch Globalisierung und Entwicklung von Kommunikationstechnologien immer mehr Menschen immer intensiver mit anderen Kulturen konfrontiert werden (vor 100 Jahren wusste in Deutschland kaum jemand genaueres über den Islam, geschweige denn wie es ist, mit Muslimen im Alltag zusammenzuleben). Die daraus sich ergebenden Spannungen führen dazu, dass man ein Bedürfnis entwickelt, sich der eigenen Identität zu vergewissern, dass man sich fragt: Wer bin ich eigentlich? Und genau das geschieht ständig und immer intensiver.

  32. Dieter Kief schreibt:

    @ el Mocho
    Ok. Wir haben vielleicht ein paar grundbegriffliche Differenzen – aber ok. Ich mach mal Lagerbildung: Sie und Bersarin und Enzensberger (Versuche über den Unfrieden – unverzichtbar), und Fukuyama und Putnam (der Sozialpsychologe P) und (Achtung: Krötenalarm) Klonovsky, Don Alphonso (lt. titanic: Stammtisch-Aufwiegler, AfD-Propagandist), Sieferle, Barberowski, (Achtung: Zumutung) Sarrazin und – jetzt noch: ich – versus – – Che und fe und Fabs. und Augsteinle (= der kleine augstein: Jakob A), Walser ( Merkel, Merkel, Merkel!!!(hehe – ich meine Augsteinle u n d Walser – bissele off topic…)), Prantl, ARD, ZDF, SPIEGEL, Habermas (cf. blätter 11/ 16) , Seel (s. NZZ-Artikel wg. Rechtsfragen), Menke (Merkur – glaubich 5 oder 6 / 16) …

    Es ist interessant!

    Und jetzt gleich: Sonne – und Schnee – mit Blick auf die frisch verschneite Alpenkette von – – Schönholzerswilen aus – – i bin scho gscheit‘ narrisch vor lauter Vorfreude – – und das in meinem Alter.. großer Gott!

  33. Fabs schreibt:

    Ich frag mich allen Ernstes aus welchen Quellen sich die hier zum Ausdruck gebrachte Angst speist. Ich schätze, sie wird sowohl auf innerpsychische Spannungszustände, als auch auf die tendenziöse Berichterstattung bzw. einseitige Lektüre zurückzuführen sein.
    Ich kann beim besten Willen nicht sehen, was ihr seht. Ich mein, es wird doch schon fleißig an der Repressionsschraube gedreht!? Gesetzte werden verschärft und alles was nicht deutsch ist und was auch nur im geringsten straffällig wird, wird eingeknastet oder abgeschoben. (in Hamburg gehen Schwarzafrikaner, die mit ein bis zwei Gramm Gras erwischt werden regelmäßig für mehrere Monate ín U-Haft, ähnlich ergeht es vielen Sinti und Roma die beim Klauen erwischt werden und auch Köln 2017 war so eine „Sonderbehandlung“ aufgrund falscher Rassezugehörigkeit) Es wird hier schon seit langem mit zweierlei Maß gemessen. Nicht erst seit der AFD bilden Menschen mit ausländischem Phänotyp die klassischen Täterprofile und sind in erhöhtem Maße Opfer von (oft unverhältnismäßiger) polizeilicher Repression. Seit sich aber das Volk erhoben hat und der rassistische Mob bundestagswahlrelevante Dimensionen angenommen hat, kennt die Reformwut der Politik (von schwarz bis grün, von links bis rechts) kein halten mehr. Aufenthaltsbestimmungen werden regelmäßig verschärft und die Abschiebewelle rollt, dass sich die Balken biegen. Auf Grundgesetz und Menschenrecht wird dabei schon lange kein Wert mehr gelegt. Diese Dynamik macht mir sehr viel mehr Angst, als alle Nafris zusammen. Ich denke, von den paar hunderttausend arabischen Flüchtlingen die am Ende übrig bleiben, weil sie nicht abgeschoben werden, geht sehr viel weniger Gefahr aus, als von den zig Millionen autoritären Charakteren, denen Freiheit und Menschenrechte am Arsch vorbeigehen und die lieber heute als morgen irgendein rechts-konservatives Regime an der Macht hätten.
    Ich will hier nicht den naiven Antirassisten spielen und ich sehe auch viele Probleme, in Bezug auf islamisch sozialisierte Männer. Da ist viel Aufklärung und Integrationswille von Nöten, um die strukturellen (ökonomischen, kulturellen und psychologischen) Barrieren des Miteinanders zu überwinden. Hier braucht es vernunftgeleitetes politisches Handeln auf Grundlage einer freiheitlich-demokratischen Ordnung (so diese denn nicht nur noch eine Phrase ist). Das dies nicht geschieht, sondern dass lieber auf Repression (oder sollte ich lieber sagen Regression?) gesetzt wird, ist Ausdruck der momentanen gesellschaftlichen Verhältnisse und lässt nichts gutes ahnen. Und das sogar kluge, aufgeklärte Köpfe wie Bersarin mittlerweile CSU wählen wollen, macht mir ernsthaft Sorge. Wo bleibt das Licht der Vernunft? Wo die humanistische Grundhaltung? Es ist alles ein einziges, großes Menetekel…

  34. mark793 schreibt:

    Ich denke, die ganze Meta-Diskussion, ob Kulturraumforschung bäh ist und wie es um Huntingdons Glaubwürdigkeit mit Blick auf seinen Gehaltszettel steht, ist ein hilfloses Herumlavieren um die viel entscheidendere Frage, ob uns unsere Gesellschaft aufgrund der Masseneinwanderung kulturfremder Mitmenschen (überwiegend jung, ledig, männlich und schlecht ausgebildet) demnächst um die Ohren fliegt.

    Ich habe mich lange dagegen gesträubt, das auch nur als Möglichkeit in Betracht zu ziehen, aber diese Zuversicht kommt mir zunehmend abhanden. Wenn ich also tatsächlich Farbe bekennen müsste, wäre ich mittlerweile im Lager von Don Alphonso und Bersarin. Das heißt nicht, dass ich grundsätzlich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen bin, aber so wie es gelaufen ist und gemanagt wird, war die Grenzöffnung ein schwerer Fehler, und ich sehe keinerlei Anzeichen für eine grundsätzliche Kurskorrektur. Im Übrigen denke ich nicht, dass Notenzettel kopieren und Blockflöte spielen ausreicht, um das Bewahrenswerte unserer freiheitlichen und säkularen Gesellschaft dauerhaft zu retten.

    Dass diese Gedankengänge irgendwo anschlussfähig sind an politische Kreise, mit denen ich sonst nichts zu tun haben will, ist mir selbstredend peinlich, aber ich kann mir auch nicht länger in die Tasche lügen und hoffen, dass sich das alles irgendwie doch von selber und ohne unbequeme Maßnahmen regelt.

  35. Bersarin schreibt:

    @ Fabs: Ich denke immer, wenn ich das lese, das ist eine Satire. Aber Du meinst das glaube ich wirklich erst. Na gut – ich will Dir das nicht ausreden und Deine Harmonien nicht dissoziieren. Es ist das Vorrecht der jungen Menschen. Für Köln und die Nafris rate ich nur: Wenn Euch das so wichtig ist, strebt eine Klage an.

    @ El_Mocho: Richtig. Mich interessiert der Inhalt des Buches von Huntington. Daß manches davon auch in einem politischen Kalkül steht und in der Absicht geschrieben wurde, von administrativer Seite öffentliche Diskurse für eine bestimmte Art der Politik einzunehmen oder zu unterwandern, spricht noch nicht gegen die Inhalte des Buches, die man ja durchaus kritisch lesen kann und soll.

    @ Dieter Kief: Eine interessante Oppositionsbildung. Aber ganz so starr würde ich sie doch nicht sehen. Es beziehen sich ja auch Enzensberger, Sloterdijk und Safranski, die beiden fehlen hier, auf die Verfassung, wie auch Seel und Habermas, und die meisten anderen genauso; nur kommen die ersten drei etwa in der Frage der Burka zu einem anderen Ergebnis als Martin Seel. Ich sage immer, die Burkabefürworter sind Liberale, die noch nie in den französischen Banlieus waren. Mein Satz ist: Wehret den Anfängen. Und auch in der Sache Köln sind sich ja die meisten einig. Keiner, der die Zahlen zu lesen versteht, kämen auf die Idee massenhafte Sexübergriffe und Vergewaltigungen zu leugnen. Die Frage ist nur, wie diese Übergriffe bewertet werden. Da liegt die Differenz. Und auch innerhalb der Gruppen gibt es erhebliche Unterschiede. So würde ich Sarazzin denn doch massiv widersprechen, insbesondere in seinen Intelligenzbehauptungen, wenngleich die Beobachtung andererseits richtig ist, daß hier in Berlin die meisten Vietnamesenfamilien mit Kindern völlig anderes Verhalten an den Tag legen, um irgendwie in der Gesellschaft anzukommen – angefangen bei der Sprache – als Türken und Araber. Was vielleicht auch an den Familienstrukturen und an den sozialen Prägungen liegen mag. Und man kann das zudem nie pauschal sagen, sondern muß sich die Zahlen ansehen.

    Na ja, Walser und Augstein. Da fällt der Apfel nicht weit vom Stamm kann man nun witzeln.

    Enzensbergers Buch – es steht immer noch auf der Liste und wurde nun endlich bei der Buchhandlung meines Vertrauens bestellt. Ich hoffe, ich habe es nicht schon gekauft und irgendwo in meinen nicht sortierten Bücherstapeln mit dem Buchbestellungen der letzten sechs Monate vergraben. Aber ich glaube nicht, für meine Bücher habe ich ein phänomenales Gedächtnis.

  36. Dieter Kief schreibt:

    @ Fabs – Sie meinen es gut, das verstehe ich. Bersarin lässt durchblicken Sie seien noch jung. Sancta juventa.

    @ Bersarin – das vorausgeschickt – Ihr Blog macht Laune.
    Dann – Seel und Menke halten sich was darauf zugute, eben nicht CSU zu wählen – Sie sind da auf der anderen Seite, nicht wahr.

    Komisch, gegen Klonovsky haben Sie nichts gesagt, aber gegen Sarrazin.
    Wenn Sie wüssten – heute mittag dachte ich noch: Rost, Rindermann, Anatolyn Karlin, Martin E. Seligmann, Dieter E. Zimmer, Henry Harpending, Steve Sailer, Ron Unz usw. – hätte ich alle noch dazufügen können. Paul Collier, Ruud Koopmans.
    Jetzt thematisieren Sie den Kasus Knacksus ausdrücklich. Intelligenz. Seufz. Was die Intelligenz angeht, ist der Sarrazin sowas von middle of the road, dass künftige Zeiten nur unter größten Verrenkungen noch verstehen werden, um was es bei der Sarrazin-Bekriegung überhaupt ging (es wird so sein wie heute, wenn einer die Angelologie zu rekonstruieren versucht, und zu ein wenig unflexiblen Methoden wie z. B. der historistischen neigt – oder der positivistischen oder selbst der phänomenologischen oder – das ist glaub ich der perfekteste Irrgarten – theologiehistorisch-genealogischen…Da gibt es Leute, die ein Forscherleben in ihrer Sackgasse verbringen, mit irgendeinem Lehrauftrag in mittelalterlicher christlicher Theologie, und die nie ankommen, nie Land sehen, nie Leser finden (dafür aber ganz gut entlohnt werden, – ist auch nicht zu verachten…könnte ich aber nicht aushalten, z. B.).

    Ein paar Bemerkungen: Sarrazin formuliert vorsichtig (!) ca. 50% der Intelligenz seien genetisch bedingt (vulgo = erblich).
    Betrachtet man nun die seriöse, anerkannte Forschung, so tendiert die zwischen 50 und 80% als sicher biologisch erblich (=genetisch).
    Dieter E. Zimmer, weiß Gott kein Fanatiker oder sowas, aber doch ein gestandener Wissenschaftsjournalist, hat 2012 seine Summe sozusagen einer ein ganzes Erwachsenenleben bis hoch hinein ins Rentenalter währenden Beschäftigung mit dem Thema vorgelegt – bei Rowohlt, das Buch – Intelligenz – eine Klarstellung, mit glaubich 312 Seiten. Aus irgendeinen Grund, vielleicht erweiterte Wiederauflage, war es unlängst wieder ein wenig im Gespräch, u. a. im Perlentaucher, und seelenruhig wurde referiert, Zimmer halte dafür, es seien 75 % der Intelligenz erblich.
    Bei Zimmer – aber auch bei Martin E. Seligmann, der immerhin jahrelang der Vorsitzende der Amerikanischen Psychologischen Gesellschaft war – geht das ohne Probleme durch – bei Sarrazin kommt es zu einem Brouahaha – Deutschlandweit. Ich steh‘ da irgendwie staunend daneben – und halte argumentativ dagegen wo ich geh‘ und steh‘ – und bisher kam noch keiner, der, was die harten Forschungsfakten betrifft, irgendwas Gegenteiliges gefunden hätte.
    Was man freilich zunehmend sieht, ist, dass die PC-Polizei auf den Plan tritt, und diese argumentative Auseinandersetzung selber zur A g g r e s s i o n erklärt.
    Das ist dann so eine Art Foucault für Sensible…
    Oder man kann auch sagen: Derrida für Aufgeregte…
    An dem Punkt der Debatte angekommen, treten in den USA und GB dann Figuren wie Milo Yiannopoulos auf den Plan, und – drehen den Diskurs sozusagen gegen sich selbst, und machen die PC-Ankläger lächerlich. Wenn die Auseinandersetzung dieses Stadium erreicht hat, lehne ich mich zurück und sage: Das haben die PCler sich redlich verdient.

    Bevor es auch hier soweit kommt, empfehle ich die Bücher und web-Artikel von Sarrazin, Seligmann, Sailer, Karlin, Rindermann**, Zimmer et. al. Da sind einige der weltweit anerkannten Koryphäen dabei. Steve Sailer ist der deutlichste. Er ist kein Psychologe, jaja, aber er blickt durch – und er wird mit seinem Durchblick anerkannt – u.a. gibt es ein Ranking jener Wissenschaftsjournalisten, die über Intelligenzforschung schreiben, wo er regelmäßig unter die besten zehn gewählt wird – weltweit. That should do.
    It does for me.

    ** Ganz kurz u knackig Rindermann, Focus-Online, Ein Weckruf

  37. Fabs schreibt:

    Das meine Kommentare entweder als jugendlich oder satirisch verstanden werden, scheint mir wie eine (sicherlich unbewusste) Abwehrreaktion, um sich deren Inhalt nicht zu nahe kommen zu lassen. Aber nun denn, ich will nicht weiter den politisch korrekten Miesepeter spielen, gemahne aber ein letztes Mal an die Fliehkräfte der aktuellen gesellschaftlichen Lage. Die ganze Chose wird uns bald um die Ohren fliegen, wenn nicht ein wenig mehr Besonnenheit und Vernunft in Analyse und politischer Forderung zur Geltung kommen. Wo ist „der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht“, wenn man ihn mal braucht?!?

  38. Bersarin schreibt:

    Ich versuche mal, kurz gefaßt, auf die vielen Aspekte einzugehen. Ich selbst würde mich in einer Zwischenstellung zu rechts und/oder links verorten, nicht in der Mitte, aber Aspekte vermitteln. So Wellmermäßig. Ich neige eher zu Analysen und die lassen sich auf keine Partei festlegen. Ich würde natürlich nicht die CSU wählen, am Ende, weil ich deren Wirtschaftsprogramm vermutlich nur bedingt mittragen kann, eigentlich bin ich eher ein Nationalbolschewik. Nein, das war ein Scherz. Aber es gibt durchaus Aspekte, wo ich mich im Identitätsdenken verorten würde, ohne jedoch Nationalist dabei zu sein. Im Grunde gefiel mir das Deutschland des frühen 19. Jhds. Heimat ist etwas für kleine Gemeinschaften. Was nicht gegen die Zureise von Fremden sprechen muß. Vermittlung von Eigenem und Fremden. In halbwegs geordneten Bahnen, denn Kultur lebt nun einmal vom Austausch.

    Natürlich muß man Sarrazins Thesen thematisieren dürfen. Allein schon deshalb, weil man sie ansonsten schlichtweg nicht widerlegen kann. Bereits aus diesem Grunde sind die linken Sprechverbote, die einige gegen bestimmte Positionen erteilen, Blödsinn. Und was Aggression ist, definiert sicherlich nicht eine einzelne Minderheit. Sie kann sich gerne angepisst fühlen, und das vielleicht sogar aus guten Gründen. Aber ein öffentlicher Diskurs muß dennoch geführt werden. (Das ist aber auch wieder ein komplexes Thema. Rassismus nicht salonfähig zu machen, bedeutet eben auch: Rassistischen Thesen zu widersprechen.)

    Interessant ist der Hinweis auf Zimmer und Sarrazin, den Sie bringen. Weil sich nämlich daran der Unterschied zwischen beiden gut festmachen läßt, der einer ums ganze ist. Während Zimmer Daten und Zahlen präsentiert, präpariert Sarrazin diese mit gefährlichen und unguten Tönen und Bewertungen. Beispiel nur: die Kopftuchfrauen oder: lieber x viele Judenkinder aus Rußland als 10 Türkenkinder etc. Auch habe ich nichts gegen den türkischen Gemüsehändler einzuwenden, wenn seine Waren gut sind. Gerade deren Geschäftstüchtigkeit beweist eigentlich gut, daß da eine hinreichende ökonomische Intelligenz vorhanden ist. Und mir ist auch egal, was der Mann glaubt. Er hat sich hier jedoch an die Gesetze zu halten. Sarrazin weist auf Probleme hin, was richtig ist. Dieses Warnen kann heuristisch zumindest interessant sein. Aber er macht es in einer Art, die nicht mehr nur grenzwertig, sondern in vielen seiner Äußerungen problematisch ist. Ich sehe bei ihm keine abgewogene Analyse, sondern eine Bewertung, die zudem von Ressentiments geladen ist. Insofern ist das Label Rassist, das man ihm anheftet, nicht ganz von der Hand zu weisen.

    Was nun die konkreten Zahlen betrifft, so kann ich das nicht nachlesen und nachprüfen. Dazu fehlt mir die Zeit; und das haben wohl auch schon Experten gemacht und Unstimmigkeiten im Setting festgestellt. Klonovsky habe ich überflogen. Auch hier muß man ins Detail gehen, was mühsam ist. Allerdings muß man feststellen, daß es genauso Thesen gibt, die andere Korrelationen festmachen und vermutlich gibt es für jede These eine gute Statistik. Ich selber neige auch in den Fragen von Kultur und Natur zu einer vermittelnden Vorstellung. Der intelligenteste Bengel oder das intelligenteste Mädchen können ihre Intelligenz nicht ausfalten, wenn sie in einem dieser Intelligenz nicht entgegenkommenden, fördernden Umfeld aufwachsen. Und die dümmsten Tröten kommen immer noch ein Stück weiter als ein Intelligenter, wenn da eine Portion Stallgeruch mitgeliefert wird. Das ist bei Türken, Juden, Arabern und Polen so. Intelligenz bindet sich zudem nicht an Ethnien. Sie daran festzumachen, wie Sarrazin das insinuiert, ist schlichter Blödsinn und dafür gibt es auch keine belastbaren Zahlen.

    Am Ende ist das, was einem das Elternhaus mitgibt, an Liebe, an Leidenschaft an Soft Skills mindestens genauso wichtig, wie die gute alte Erbmasse. Zumal man vor jeder Forschung erst einmal schauen muß, was Intelligenz überhaupt ist. Das ist ja nichts, was in der Natur als konstante Größe vorkommt, sondern ein durch und durch kulturell konnotierter Begriff. Und das bestimmt dann auch die Testsettings.

    Aufgrund von Sarrazins Ableitungen fielen also die Reaktionen anders aus als bei anderen Forschern, etwa bei Zimmer. Und diese unterschiedliche Bewertung von äußerlich ähnlich scheinenden Postionen gilt ja auch für den Umgang mit Straftätern, mal davon ab, daß Sarrazin in Berlin Finanzsenator war und also wesentlich an dem Plan beteiligt, so zu sparen, daß es quitscht. Z.B. in der Jugendarbeit, bei Sozialarbeitern, bei der Polizei und und und. Der ehemalige Neuköllner Bürgermeister, Heinz z.B. Buschkowsky, fährt bei Straftätern und bei solchen, die keine Lust haben, in dieser Gesellschaft irgendwie anzukommen, ebenfalls eine sehr harte Linie. Aber Buschkowsky bedient keine rassistischen Stereotypen, wie ich sie bei Sarrazin lese. Verorten Sie mich also am besten sehr nahe bei Buschkowky und bei der Jugendrichterin Heisig (leider tot) oder dem (linke) Jugendrichter Andreas Müller, was den Umgang mit Problemvierteln betrifft. Meine Devise ist immer: Strenge und Liebe. Wenn ich den Menschen zunächst mal mit einem gewissen Respekt gegenübertrete und die sich von mir ernstgenommen fühlen, dann ist das schon mal eine gute Basis. Wenn diese ausgestreckte Hand nicht genommen wird, sollte allerdings in der anderen die Hamburger Acht bereitliegen. So frei nach Foucault bei möglichen Delinquenten und Problemmachern: Lächeln und Strafen.

    Nachtrag: ich würde mich gerne mit diesem Thema Intelligenz/Statistik genauer befassen: allein mir fehlt dazu im Augenblick die Zeit.

  39. Bersarin schreibt:

    Fabs, Du hast Dich so pauschal und in Stereotypen ausgedrückt, daß die Abwehrreaktion eher darin lag, daß ich solche Naivität scheue. Du sprichst vom Grundgesetz. Das ist schön, das klingt schön. Aber wenn es hier Verstöße dagegen gibt, dann wird sich schnell jemand finden, der klagt. Und die Verfassungsrichter sind da in ihren Urteilen – zum Glück – in der Regel auch nicht zimperlich, wenn es gegen die Verfassung geht. Meist zumindest. Nun ist es aber gerade beim Grundgesetz das Problem, daß wir dort zum einen häufig unbestimmte Rechtsbegriffe finden. Denn was konkret ist z.B. die Würde des Menschen? Nach dem GG müßte die Burka bereits verboten sein, weil sie massiv die Würde der Frau beeinträchtigt. Zum anderen gibt es kollidierende Rechtsnormen. So z.B. in der Sache Köln. Die körperliche Unversehrtheit von 1000 von Frauen und auch von anderen Menschen in Köln am Hauptbahnhof dürfte wesentlich höher wiegen als das Recht auf freie Bewegung. Zumal es sich hier ja um eine anlaßbezogene Kontrolle handelte. Du siehst also: mit solchen Pauschalurteilen, wie Du sie fälltest, kommt man nicht so weit. Und weil das von Dir sehr allgemein und in einem naiven Ton geschrieben war, hielt ich Dich für einen sehr jungen Menschen.

    Übrigens haben die von Dir genannten Verschärfungen leider nicht dazu geführt, daß Straffällige oder mögliche Gefährder wie Anis Amri, die zudem durch Kriminalität auffielen, abgeschoben werden. Siehe auch die lieben sieben Syrer, die mal eben einen Menschen anzünden. Schön auch der Fall hier in Berlin, der eine Frau totfuhr. 200 Anzeigen wegen Delikten. Akte wurde in der Abendschau gezeigt. Das Durchscrollen war nur so eine Freunde. Intensivtäter seit er 12 Jahre alt war. Und frag mal die Polizei bei den Dealern, die sie festnehmen und die am nächsten Tag an genau dieser Stelle wieder stehen. Klar, kann man sagen, das hat was damit zu tun, daß die nicht arbeiten dürfen. Nur bleibt Gesetzesverstoß eben Gesetzesverstoß. Sowieso bin ich da für ein revidiertes Einwanderungsrecht. (Unabhängig vom Recht auf Asyl.) Aber das alles sind sehr komplexe Fragen die sich kaum in einem Blog werden klären lassen.

  40. che2001 schreibt:

    Mal zwischendurch was ganz Anderes gefragt: Wie viele der hier Kommentierenden waren mal in einem arabischen Land und haben die Mentalität der dort Lebenden konkret kennengelernt? Meine Nahost-Aufenthalte haben mir da zumindest ein hochdifferenziertes Bild vermittelt, ebenso wie meine Asylarbeit und meine journalistischen Recherchen in Deutschland.

  41. Dieter Kief schreibt:

    Das da ist nochmal eine Vertiefung in Sachen Intelligenz.
    Es entstammt dem DA-Blog von vor einer Woche. Universitätsdulderin sagt ungefähr in der Mitte ein paar interessante Worte über sich selber. Sie ist Mittelbauerin bei den Pädagogen, irgendwo in den Tiefen einer Deutschen Uni von PC-Chefinnen u kolloginnen umzingelt, sodass sie manchmal schon ungern zur Arbeit geht… und wie’s grad passt: Sie kennt sich aus mit der Intelligenz-Diskussion und mit Fragen der Migration – zu einem nicht unerheblichen Teil – Che2001 – aus eigener Anschauung – ladies ’n‘ gentlemen – fasten your seatbelts, please – –

    IQ Tests sind nützlich – von Universitätsdulderin
    Das wirklich Nützliche an IQ-Tests ist der hohe Zusammenhang mit dem Erfolg im späteren Leben.
    Würden IQ-Tests NUR die Fähigkeiten beim Lösen von IQ-Tests abbilden und sonst nichts, dann würde man nicht so einen deutlichen Zusammenhang mit so vielen Lebensfaktoren finden: Lebenserwartung, späterer Bildungserfolg, Straffälligkeit, Schwangerschaft im minderjährigen Alter, unterschiedliche Studiengänge und Berufe, Unfallwahrscheinlichkeit, teilweise auch Einkommen.
    Wenn man das nicht fände, könnte man die IQ-Tests wegwerfen. Aber man findet es.
    Und da macht bei großen Gruppen ein durchschnittlicher IQ-Unterschied von einigen wenigen Pünktchen schon einen großen Unterschied. Statistisch gesehen.
    Eine Gruppe mit einem Durchschnitts-IQ von 102 unterscheidet sich von einer mit 93 signifikant in Verhalten, Kriminalität usw.
    Bei größeren Unterschieden wird es noch deutlicher.
    Klar, mit besseren Bildungschancen in Afrika, besserer Iod-Versorgung und Bekämpfung von Parasiten könnte man den Abstand zumindest verringern (ob man ihn komplett beseitigen kann, ist momentan wissenschaftlich noch umstritten).
    Aber unsere Strategie momentan geht komplett am Problem vorbei.
    Sie sieht so aus: Nichtstun für die Herkunftsländer und die Überbevölkerung dieser Länder dann bei uns einwandern lassen.
    Das ist Irrsinn.
    Exportieren müssten wir v.a. die Pille!
    Und Bildungsmöglichkeiten für Mädchen.
    Stattdessen importieren wir die, die in Ermangelung der Pille entstanden sind.

    tommy sagt:
    29. Dezember 2016 um 03:06 Uhr
    @Universitätserdulderin
    Zustimmung, sehe ich ähnlich…aber diese Themen sind komplett tabuisiert, da kann man nicht drüber reden, und ich fürchte, das bleibt auch so.

    Martin Venator sagt:
    29. Dezember 2016 um 11:31 Uhr
    Natur und Organisation
    @tommy:
    Wie Sie schon sagen: „landläufig“. Das westliche Denken, das sich selbst Begriffe wie „rational“ oder „wissenschaftlich“ gibt – obwohl auch das natürlich Konstrukte sind – existiert lediglich im Westen, in Afrika ist es weitgehend unbekannt.
    Diesen Leuten also einen im Westen entwickelten Intelligenztest in die Hand zu drücken, worin Fähigkeiten abgefragt werden, von denen sie noch nie gehört haben und die sie und auch unzählige Generationen vor ihnen niemals gebraucht haben, und ihnen dann genüsslich beim Scheitern zuzusehen, die einem die eigene Überlegenheit demonstriert, ist schon ziemlich ekelhaft und darüberhinaus auch dumm.

    @Universitätserdulderin:
    Erstens sind Korrelationen nicht automatisch Kausalitäten. Zweitens, was die von Ihnen angesprochenen signifikanten Unterschiede betrifft: innerhalb eines nationalen Rahmens lassen sich solche Korrelationen womöglich zeigen, das glaube ich durchaus. International sieht es dann wohl schon schwieriger aus, und darum geht es ja eigentlich. Wobei dieser Nachweis wiederum nichts über das eigentliche Thema der Diskussion, nämlich eine angeblich angeborene Minderintelligenz von Afrikanern aussagt, da Sie zur Begründung dieser (von Ihnen genannten) Werte genausogut Erziehung, Bildung, soziale Prägung, etc. heranziehen können.

    Universitätserdulderin sagt:
    29. Dezember 2016 um 17:34 Uhr
    Titel eingeben
    @Martin Venator
    Ich kann Ihnen empfehlen, dazu Ian Deary zu lesen. Der erklärt eigentlich sehr schön, wie bei den Untersuchungen und Vergleichen von IQ-Tests Korrelationen ausgeschlossen werden.
    Nicht unbedingt Lynn&Vanhanen lesen; bei denen ist nicht klar, woher sie ihre Datensätze haben, weswegen sie auch hoch umstritten sind. Das ist teilweise nicht sehr wissenschaftlich.
    Rindermann dagegen ist auch sehr seriös und interessant.
    Und natürlich haben Sie formal recht, dass dabei immer Daten innerhalb (!) eines Landes betrachtet werden und nicht zwischen verschiedenen Ländern verglichen werden kann, weil die Umwelt zu unterschiedlich ist.
    Nichtsdestotrotz hat man ja mittlerweile keine komplett von einander isolierten Länder mehr, sondern viel Migration weltweit.
    Und die Migrantengruppen, und v.a. ihre Kinder, kann man schon teilweise mit der Mehrheitsgesellschaft vergleichen. Und die Ergebnisse dabei sind eben verheerend. Es gelingt auch in der x-ten Generation des Lebens im gleichen Land nicht, die Differenz verschwinden zu lassen. Die Differenzen sind teilweise richtig erschreckend.
    Natürlich erwidern viele, dass eben auch im selben Land noch Unterschiede zwischen den Milieus, in denen Migranten leben, und der Mehrheitsgesellschaft bestehen.
    Aber nachdenklich sollten einen die Ergebnisse mindestens stimmen.
    Zumal wenn ähnlich niedrige Einkommensgruppen und ähnlich niedrige soziale Schichten verglichen werden, aber Migrantenkinder dennoch viel schlechter abschneiden als HarzIV-Kinder aus der Mehrheitsgesellschaft. Und das immer wieder und wieder und wieder. In allen westlichen Ländern. Und die Gruppen, die gut oder schlecht abschneiden, immer gleich sind (Asiaten z.B. tendenziell überall gut).
    Ich behauptete oben auch gar nicht, dass Umwelt und kulturelle Prägung keine Rolle spielen. Nur ist eben momentan wissenschaftlich umstritten, ob sie die einzige Variable sind.
    Wir wissen es schlicht nicht!
    Und solange wir es nicht wissen, können wir nur sagen: Wir sollten ein wenig Demut haben und nicht glauben, wir könnten einfach so jeden zu allem umerziehen. Selbst wenn es „nur“ kulturelle Prägungen sind, so sind sie sehr, sehr tiefsitzend, und die Leute lassen sich nicht in drei, vier Generationen „umpolen“.
    Demut vor der menschlichen Natur. Zurückhaltung im Machbarkeitswahn.
    Das sind wichtige Dinge.
    Viele glauben, sie könnten mit Migration in den Westen und Bildung an westlichen Schulen den „neuen Menschen“ erschaffen.
    Das ist Hybris.
    Es gibt dagegen Dinge, die machbar wären: Die Bildungschancen von Frauen und Mädchen in Afrika und dem Nahen Osten verbessern. Ihnen Zugang zu Verhütungsmitteln geben.
    Diese Dinge will aber niemand von uns machen, obwohl sie machbar wären.
    Statt der Pille und Schulen ist bei uns die Devise: erst diese Länder rohstoffmäßig ausplündern, dann die Überbevölkerung bei uns einwandern lassen.

    Universitätserdulderin sagt:
    29. Dezember 2016 um 17:45 Uhr
    PS
    @Martin Venator
    PS: Ich sollte evtl. noch dazu sagen, dass ich eine Frau bin und einen muslimischen Migrationshintergrund habe. Nur dass das jetzt nicht alles falsch rüberkommt.
    Ich weiß aus der eigenen Familie, wie schwer es ist, aus Ungleichem Gleiches zu machen, und weiß, wie tief die Unterschiede in faktisch allen Lebensbereichen sitzen.
    Die Wissenschaft wird sich wahrscheinlich noch Jahrzehnte die Köpfe einschlagen, warum es die IQ-Unterschiede gibt.
    Aber Fakt ist, sie sitzen tief und sie haben große, echte Auswirkungen auf das Leben von Menschen. Und sie lassen sich nicht einfach in ein paar Generationen „wegerziehen“. Alle westlichen Länder scheitern momentan daran.
    Und da sollte man mit Fragen wie der millionenfachen Einwanderung aus fremden Kulturkreisen sehr, sehr vorsichtig sein.

    Goodnight sagt:
    29. Dezember 2016 um 20:49 Uhr
    Nothing’s that simple, not even things that are simply awful.
    Jesus, jeder mit nem Studienabschluss meint er wäre Akademiker.
    Leute, die wirklich wichtige Frage beim Intelligenztest ist:
    Wer bestimmt, was der Test testet?
    D.h. wer definiert Intelligenz?
    Seltsamerweise sind gerade Großverdiener oft nicht die, die bei einen Intelligenztest erfolgreich abschneiden würden:
    Popsänger, Fussballer, Filmstars, Modells, reiche Ehefrauen, etc.
    Erfolg und Intelligenz korreliert immer nur in den Bereichen, in denen die Def. von Intelligenz entscheidend für die Karriere ist.
    D.h. in Unternehmenshierarchien.
    Also da, wo man nicht wirklich erfolgreich sein kann.

    Dieter Kief sagt:
    29. Dezember 2016 um 22:05 Uhr
    @ goodnight – „(…) wer definiert Intelligenz?“
    Fachleute?
    Würde auch nur eine Fachperson Ihrer Aussage widersprechen, man brauche nicht besonders gut beim IQ-Test abzuschneiden, um im Fußball, oder beim Modeln, beim Schauspielern usw. erfolgreich zu sein? Da ich meine, man könne diese Frage mit nein beantworten, und da ich nicht glaube, dass Sie diese Frage ernsthaft mit ja beantworten würden, erscheint es mir schleierhaft, weshalb Sie sie überhaupt stellen.
    Ich glaube auch nicht, dass Sie ernsthaft erwarten, dass aus der Tatsache, dass mancher Unternehmer keine besondere Leuchte ist, abzuleiten wäre, dass viele eher Durchblicksschwache Immigranten auf einen hohen Anteil an zukünftigen Unternehmern hoffen lassen.

    tommy sagt:
    30. Dezember 2016 um 00:33 Uhr
    @Goodnight
    Verstehe nicht, was Sie aussagen wollen…Popsänger, Fußballspieler und ähnliche Gestalten sind für Aufrechterhaltung und Fortentwicklung der Zivilisation vollkommen irrelevant…dass diese Leute trotz ihrer Dummheit viel Geld bekommen, bedeutet doch nicht, dass sie zivilisatorisch wertvolle Leistungen erbringen.
    Und gestatten Sie die Frage, warum verwenden Sie in den Überschriften Ihrer Beiträge immer Englisch…hat das einen tieferen Sinn?

    Gast sagt:
    30. Dezember 2016 um 10:39 Uhr
    @Universitätserdulderin:
    Da gebe ich Ihnen grundlegend ja durchaus recht. Aber, wie gesagt, die hier geäußerte These, daß sich durch IQ-Tests zeigen würde, daß Afrikaner dümmer wären, hält keiner ernsthaften Prüfung stand.
    Wobei unsere westliche Multi-Kulti-Naivität natürlich auf der anderen Seite auf einer entgegengesetzten Form von eurozentrischer Gleichmacherei beruht, und annimmt, daß man die Leute einfach umerziehen kann. Daß der kulturell Fremde eigentlich nur von sich selbst entfremdet wäre, und würde man ihm seine irritierende Hülle durch geduldige Umerziehung abnehmen, käme darunter selbstredend ein Mitteleuropäer zum Vorschein, der nun auch sehr viel glücklicher wäre als vorher.

    Universitätserdulderin sagt:
    30. Dezember 2016 um 17:29 Uhr
    Titel eingeben
    @Gast
    Ihre Beobachtung trifft es genau. Diese Gleichmacherei, bei der immer angenommen wird, man müsse nur tief genug bohren, dann käme unter jeder ostafrikanischen, arabischen oder zentralasiatischen Sozialisation der Europäer zum Vorschein, ist schon eine besondere Form der Verblendung.
    Der Glaube, geduldige Umerziehung und Belehren (wie bei kleinen Kindern) brächten in jedem Menschen weltweit nach einer Weile den Westler zum Vorschein, ist ungefähr so menschenverachtend wie die Vorstellung des Kolonialismus, der „Wilde“ müsse vom Westen zivilisiert werden.
    Damals versuchte man, den „Barbaren“ die Zivilisation zu bringen, was nur ein Vorwand für wirtschaftliche Interessen war (Plünderung der Ressourcen dort).
    Heute versucht man umgekehrt, die „Barbaren“ in die Zivilisation zu bringen. Und auch das ist wieder nur vorgeschoben; in Wirklichkeit geht es wieder um wirtschaftliche Interessen (billige Konsumenten, die der Steuerzahler alimentieren soll, und um billige Arbeitskräfte).

    Goodnight sagt:
    30. Dezember 2016 um 19:49 Uhr
    You’re familiar with the phrase „man’s reach exceeds his grasp“
    Schon mal überlegt, dass es in Zentralafrika vielleicht intelligenter ist, nicht intelligent, sondern brutal zu sein?
    Hier zeigt sich die gleiche Problematik wie bei den Gendertröten:
    Wiss. Studium aber null Reflexion. Tunnelkarrieren, reine Input/Output Modelle. Intelligenz = gute Noten.

    Dieter Kief sagt:
    30. Dezember 2016 um 23:04 Uhr
    @ gast u Universitätsdulderin 30. 12. 17:30 – Was heißt hierher passen und was Menschenwürde?
    Die AfrikanerInnen umzumodeln in Europäer sei nicht so einfach sagen Sie beide, und auch ich stimme zu.
    Die Frage, wer soundso abschneidet beim IQ-Test ist k e i n e Frage der Menschenwürde – auch da sind wir uns – vielleicht auch mit Goodnight, tommy, und Martin Venator – – einig.
    Universitätsdulderin hat weiter oben darauf hingewiesen, das der IQ etwas darüber aussagt, wie wahrscheinlich es ist, dass jemand – und auch seine Nachfahren über Generationen hinweg – hier zurecht kommt. Mehr sagt der IQ nicht. Er sagt nicht, dass solchen Leuten keine Würde zukomme.
    Aufdröseln tut das sehr seriös im Focus online Heiner Rindermann. – Dass ein erstrangiger Experte wie Rindermann öffentlich fast nur noch im Focus vorkommt, ist ein Luxus, den wir uns auf keinen Fall länger leisten sollten.
    Lohnende kurze (!) Lektüre über ein komplexes Thema: Heiner Rindermann: „Weckruf“ – Focus-online
    http://www.focus.de/finanzen/news/wir-verteidigen-europas-werte-ingenieure-auf-realschulniveau_id_5016680.html

    tommy sagt:
    31. Dezember 2016 um 01:55 Uhr
    @Goodnight
    „Schon mal überlegt, dass es in Zentralafrika vielleicht intelligenter ist, nicht intelligent, sondern brutal zu sein?“
    Ja schon, aber wollen Sie Zustände wie in Zentralafrika? Mir liegt am menschlichen Fortschritt, und dafür brauchen Sie viele Leute mit hohen IQs, deshalb finde ich Gedanken über mögliche dysgenische Trends durchaus nicht abwegig, auch wenn man natürlich Exzesse wie bei der eugenischen Bewegung im 20. Jahrhundert nicht wiederholen darf.
    Was das mit „Gendertröten“ zu tun hat, ist mir unklar.

    Dieter Kief sagt:
    31. Dezember 2016 um 15:56 Uhr
    @ tommy 31. 12. 1:55 Uhr wg. Genminderung durch ungesteuerten Zuzug
    Sie berühren mit Ihrer Frage nach den genmindernden (=dysgenischen) Eigenschaften des ungeregelten Zuzugs den einen Punkt, wo ich es vorziehe, ein wenig anders (anders auch als Thilo Sarrazin) zu argumentieren.
    Ihr Punkt (und Sarrazins Punkt) ist sicherlich fachlich richtig, insofern habe ich keine Einwände – er wurde vor ein paar Tagen wieder von Antonyn Karlin auf unzreview diskutiert http://www.unz.com/akarlin/the-flynn-effect-to-2100/, und Karlin arbeitet an einem der Top-US-Forschungsinstitute.
    Ich meine aber, man könne da auch ein wenig defensiver argumentieren, wie ich es weiter oben in meiner Antwort u. a. auf Sie und „Gast“ und „Universitätsdulderin“ gemacht habe unter „30. 12. 17:30“ – : Ich meine es genüge, darauf hinzuweisen, dass geistig schwächere Immigranten hier schlechte Sozialprognosen haben. Die Frage wäre dann – warum massenhaft Migranten hierher lassen, die schlechte Sozialprognosen haben?
    Diese Feststellung zu treffen – und ich treffe sie ungescheut und häufig dieser Tage – fördert bereits einige Argumentationslasten zutage. Die wichtigste: Der nach unten abweichende, im Genom verankerte geringere IQ etlicher Migrantengruppen (natürlich nicht aller).
    Vielen deucht bereits diese Kenntnis als irgendwie alienartig (=hitleresk). Man will wegen Alienfurcht und/oder wegen Hitler nicht wahrhaben, dass Menschen sich in messbaren Eigenschaften unterscheiden – und dass die Intelligenz eben zu mindestens 50% zu diesen (erblichen = genetischen) messbaren Eigenschaften zählt. In diesem Punkt stimmt die gesamte Forschung überein. (s. u. PS)
    Manche fühlen sich vielleicht persönlich unwohl bei dem Gedanken, messbare psychische Eigenschaften zu haben.
    Am besten ist es deshalb, es bei der einfachen Feststellung zu belassen: Doch, doch, man kann Intelligenz messen. Und die Messresultate ermöglichen genauere Sozialprognosen als andere bekannte Verfahren. – Mehr nicht.
    Die Menschenwürde bleibt von der IQ-Messung unberührt. Sie kommt allen gleichmäßig zu, aber die Sozialverträglichkeit bestimmter Migratengruppen ist im Gegensatz dazu nicht gleichmässig verteilt, sondern weicht in manchen Fällen deutlich negativ ab.
    Manchmal erprobe ich an dieser Stelle der Auseinandersetzung auch diesen Gedankengang an meinen Diskussionspartnerinnen: Die Intelligenzmessung ist zweifellos nicht erschöpfend. Sie misst nicht alles, was in einem Probanden/ einer Probandin an geistigen Fähigkeiten steckt. Es ist das gleiche wie bei der Körpergröße – der gemessene Wert erfasst einen Teilaspekt eines Menschen. Und der IQ funktioniert auch genau wie die Köpergröße in Bezug auf deren Prognosekraft oder sozialdiagnostische Eignung. So sind Menschen unter 1,50 m und solche über 2,00 m Menschen, die sich statistisch eindeutig schlechter als Fußballer z. B. eignen, als Menschen, die über 1,50 m und unter 2,00 Meter groß sind. Allzukleine Leute eignen sich nicht so gut als Fußballer, und allzugroße auch nicht: Wir wissen das alle.
    Ich weiß noch nicht, wann welcher Weg besser funktioniert in der Auseinandersetzung – aber gut – man lernt auch 2016 nicht wirklich aus
    PS:
    ** Gerade hat sich der Hamburger Journalist Dieter E. Zimmer (früher Kultur u Wissenschaft bei der ZEIT, jetzt in Rente) – wieder einmal – mit einem neu aufgelegten Buch von 2012 zum Thema IQ zu Wort gemeldet – er ist einer der besten Kenner der Materie, die es gibt. – Es gibt ein Ranking über die Qualität der Wissenschaftjournalisten auf dem Gebiet Intelligenzforschung weltweit, bei dem Zimmer unter den zehn besten gelistet wird. Gut – Zimmer hat nun eine Summe seiner Kenntnisse vorgelegt und kommt wie ich in einer Rezension gelesen habe zu dem Schluss, 75% der menschlichen Intelligenz seien biologisch vererbt (=genetisch bedingt). Ich habe das Buch freilich noch nicht gelesen. Aber es gibt immer wieder solche Stimmen. Auch aus der Zwillingsforschung hört man sowas.
    Die Bandbreite der seriösen Thesen liegt für die biologische Erblichkeit der menschlichen Intelligenz zwischen 50 % und – sagen wir 80% (auch das lese ich ab und zu von Leuten, die man nicht zu den Spinnern rechnen würde).

    Bolzenfest ist also derzeit: Mindestens 50% erblich.

    Der Rest der Faktoren, die die Intelligenz beeinflussen, verteilt sich auf Dinge wie Ernährung, soziales Umfeld, medizinische Versorgung, Erziehung, Umweltverschutzung usw. – zu den restlichen höchstens 50 oder mindestens 20 Prozent, die nicht genetisch bedingt sind, zählen aber auch aus methodischen Gründen allerlei Messfehler, statistische Rechenprobleme usw. – Ab diesem Punkt wird die Materie so undurchsichtig, dass selbst Fachleute manchmal nicht recht weiterwissen. Wenn es jemand interessiert, ich habe ein Beispiel aus der amerikanischen Zwillingsforschung, das ich gern schicken kann, wo aus methodischen Gründen so große Meßfehler bzw. Fehlsortierungen von Einflussfaktoren entstehen, dass aus komplett genetisch bedingten Ursachen komplett umweltbedingte werden – wie gesagt, einfach aufgrund benennbarer methodischer Probleme/Fehler entstehen vollkommen unsinnige Ergebnisse…Die Materie ist ab einem bestimmten Punkt echt knifflich.
    Mann soll aber nicht das Kind mit dem Bad ausschütten: Erst jenseits dieses Punktes wird die Materie sehr undurchsichtig. Diesseits dieses Punktes ist die IQ-Messerei simpel, klar und deutlich. Es ist so wie beim Autorennen: Einen Rennwagen zu bauen, der ca. 90% der Leistung des schnellsten Autos einer bestimmten Kategorie hat, gelingt an jeder beliebigen deutschen FH für Maschinenbau. Erst ab da aufwärts wird die Aufgabe schwierig – bis hin zu extrem schwierig. Deswegen hat es bisher noch keinen einzigen konkurrenzfähigen Formel-1 oder Formel-2 Rennwagen von einer deutschen (und auch von sonst keiner…) FH gegeben.

    Dieter E. Zimmer – Ist Intelligenz erblich? – Eine Klarstellung, Rowohlt Verlag http://www.rowohlt.de/hardcover/dieter-e-zimmer-ist-intelligenz-erblich.html
    Der oben empfohlene Focus-Weckruf von Heiner Rindermann findet sich hier:ttp://www.focus.de/finanzen/news/wir-verteidigen-europas-werte-ingenieure-auf-realschulniveau_id_5016680.html

  42. Fabs schreibt:

    @Bersarin: Schön, dass du mir nochmal die Headlines der letzten Zeit vor Augen führst und meinst damit irgendetwas zu untermauern. Hab ich alles ebenfalls mitbekommen, auch ohne viel Recherche. Das waren allerdings doch eher Einzelfälle. Medial spektakulär aufgearbeitet und in Bezug auf ihre Grausamkeit sicher keine Lappalien. Dennoch sehe ich da noch keine Massenbewegung, keine Tendenz zum Mob, kein politisches Gewicht. Anders schätze ich die Lage bei den politisch motivierten Straftaten aus dem rechten Lager ein. Das waren in den ersten 8 Monaten des letzten Jahres bereits 1800 Stück, davon 7 Tötungsdelikte. Und es ist wohl zu befürchten, dass diese Straftaten, im Gegensatz zu den von dir vorgebrachten Vergehen, die ja auch bei den meisten Flüchtlingen für Empörung sorgen (ist zumindest meine Vermutung), von einem nicht unerheblichen Teil der deutschen Bevölkerung gut geheißen werden. Konsequenzen von Seiten der Politik sind deshalb aber bisher kaum gezogen worden. Stattdessen versuchen die etablierten Parteien, mit Blick auf die Bundestagswahl, die AFD rechts zu überholen, um ein paar der „Protestwähler“ da abzuholen wo sie nun mal stehen. Repression und Populismus sind, nicht nur hierzulande, hoch im Kurs. Ich mein, ich erzähl dir da ja sicher nix Neues, oder? Ich frag mich halt, warum du auf diesen Zug mit aufspringst? Klar, du bist ein gesetzestreuer Deutscher und hast (erstmal!!) nichts zu verlieren. Und dennoch frag ich mich, was für schlechte Erfahrungen du machen musstest, um Positionen zu vertreten, die genau in das selbe Horn blasen wie der rechts-konservative Mob? Die Angst und Sorge vor „den Nafris“ bzw. den „kriminellen Ausländern“ muss ja irgendwo her kommen und als klassischen Bild-Leser hatte ich dich eigentlich nicht eingeschätzt. Es ist mir ein beunruhigendes Rätsel…

  43. Bersarin schreibt:

    Es geht nicht darum, ob jemand in einem arabischen Land war, sondern wie sich Araber hier verhalten. Daß Syrer, Ägypter, Tunesier, etc. sehr unterschiedlich in ihren Charakteren sind, bezweifelt niemand. Trotzdem halte ich das einigende Band dieser Religion und die Konsequenzen, die sich daraus für die Sozialisation ergeben, im Gesamt für problematisch, auch wenn es in den Ländern säkulare Kräfte geben mag. Aber von binnenarabischen Fragen handelt dieser Debatte nicht. Und die Debatte hier geht auch nicht um all die freundlichen Nafris und Araber, sondern um die kriminellen. Wie z.B. in Köln. Damit wir mal die Ebenen differenzieren und wir nicht wieder mit der unvermeidlichen Frau Schlehheck kommen, die mittlerweile ein running gag ist.

    Fabs, es geht hier nicht um meine oder Deine Erfahrungen, sondern um Zahlen. Und vor allem geht es darum, daß Gesetze konsequent umgesetzt werden, damit hier niemand 200 Straftaten hintereinander begeht. Und erst wenn es zu einer Todesfolge kommt, passiert etwas. Dafür ist es übrigens egal, ob es Einzelfälle sind oder nicht. Wenn Du diese Fälle alle kennst und speziell auch diesen einen Fall, was ich Dir nicht ganz glaube, denn der von mir geschilderte Fall ist rein berlinspezifisch und Du bist nicht aus Berlin, dann wundert mich Deine abwiegelnde Reaktion doch sehr. Wie gesagt: Fahr mal durch den Soldiner Kiez und auch in anderen Kiezen. Da siehst Du Parallelwelten. Die Polizei rückt bei Einsätzen in Mannschaftsstärke an. Willst Du oder kannst Du diese Probleme nicht sehen, weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf? Und noch einmal: Niemand hat hier gesagt, alle Türken/Arabe/Nafries seien kriminell.

    Und auch das sei wiederholt: 1100 Anzeigen in Köln, in einer einzigen Nacht: diese Qualität hat es bisher nicht gegeben, hier schlug Quantität in eine neue Qualität um. Mach Dir mal ansonsten den Spaß und lies die Polizeibereichte. Dann kommst Du nicht mehr mit dieser dümmlichen Bildzeitungsscheiße.

    Und für Dich Fabs auch noch der Polizeibericht vom diesjährigen Oktoberfest. Bitte mit Berücksichtigung der Ethnien, damit Du nicht denkst, es sei wieder nur so ausgedacht von mir. Das schließt nicht aus, daß eine Vielzahl der Flüchtlinge nicht kriminell wird, sondern sich an die Gesetze hält. Nichtsdestotrotz bricht hier eine ganz andere Kultur ein. Schleichend. Wir erinnern uns.

    „Sexualdelikte wurden insgesamt 31 (21) Mal zur Anzeige gebracht. (…)
    18 (9) Tatverdächte wurden festgenommen. (…) Bei den festgenommenen Beschuldigten handelt es sich um 2 deutsche Staatsangehörige und 16 ausländische Staatsbürger (darunter 6 Asylbewerber).“

    Ich fürchte aber, Fabs, Du willst diese Probleme gar nicht sehen. Ein zentraler Begriff übrigens, damit die, die nun einmal hier sind, in dieser Gesellschaft ankommen, ist der der Integration und daß sich an Gesetze gehalten wird. Wer es nicht tut, ist draußen. Darum geht es, um nichts sonst. Ich halte es da mit solchen wie dem alten Nazi Buschkowsky und dem Fascho Müller: Two strikes and you are out. Das ist allemal besser als abwiegeln und kleinreden.

  44. Bersarin schreibt:

    Und was den Fall Anis Amri betrifft, so kann mit einem alten Spiegeltitel schreiben: „Bedingt abwehrbereit“. Der neue Spiegel greift diese Headline ganz gut auf: „Bedingt wehrhaft“. Dieser Eindruck entsteht in der Tat, wenn ich die täglichen Berichte von Gefährdern und Islamisten lese. Statt aber zu fragen, wie man diese Sache in den Griff bekommt, werden von bestimmten Kreisen die Debatten umgelabelt. Und es wird gestritten, ob es Einzelfälle sind und daß ja nie alle so sind. Die Antwort: Klar sind das Einzelfälle, Terror ist meist ein Einzelfall, wenn man nicht gerade in Bagdad lebt, und natürlich sind nicht alle so und auch Kriminalität ist meist ein Einzelfall. Dennoch haben wir ein Problem mit dem Islam. Schön dazu zu lesen übrigens Hamed Abdel-Samad. Und auch den oben von mir verlinken MoPo-Bericht des pakistanischen Journalisten über die Situation in den Flüchlingsunterkünften solltest du Dir mal zu Gemüt führen,Fabs. Damit Du nicht allzusehr in die naiven Träume stürzt. Übrigens kann man auch mal Bassam Tibi lese: alle drei Autoren stammen übrigens aus dem muslimischen Kulturkreis: Ägypten, Syrien, Pakistan.

    http://cicero.de/berliner-republik/zu-den-ereignissen-koeln-religion-ist-mitverantwortlich/60341

  45. Bersarin schreibt:

    Es sind von Mark und auch ein Kommentar von Dieter Kief im Spamordner gelandet. Ich habe die nun rausgeholt und freigeschaltet. Bitte oben unter dem 6.1. lesen! Sorry.

  46. Bersarin schreibt:

    Ich kopiere den Kommenar von Mark 793 hier nochmal hinein, zumal er Dinge auf den Punkt bringt, die ich ähnlich sehe und in dieser Weise bisher nicht formulierte:

    „Ich denke, die ganze Meta-Diskussion, ob Kulturraumforschung bäh ist und wie es um Huntingdons Glaubwürdigkeit mit Blick auf seinen Gehaltszettel steht, ist ein hilfloses Herumlavieren um die viel entscheidendere Frage, ob uns unsere Gesellschaft aufgrund der Masseneinwanderung kulturfremder Mitmenschen (überwiegend jung, ledig, männlich und schlecht ausgebildet) demnächst um die Ohren fliegt.

    Ich habe mich lange dagegen gesträubt, das auch nur als Möglichkeit in Betracht zu ziehen, aber diese Zuversicht kommt mir zunehmend abhanden. Wenn ich also tatsächlich Farbe bekennen müsste, wäre ich mittlerweile im Lager von Don Alphonso und Bersarin. Das heißt nicht, dass ich grundsätzlich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen bin, aber so wie es gelaufen ist und gemanagt wird, war die Grenzöffnung ein schwerer Fehler, und ich sehe keinerlei Anzeichen für eine grundsätzliche Kurskorrektur. Im Übrigen denke ich nicht, dass Notenzettel kopieren und Blockflöte spielen ausreicht, um das Bewahrenswerte unserer freiheitlichen und säkularen Gesellschaft dauerhaft zu retten.

    Dass diese Gedankengänge irgendwo anschlussfähig sind an politische Kreise, mit denen ich sonst nichts zu tun haben will, ist mir selbstredend peinlich, aber ich kann mir auch nicht länger in die Tasche lügen und hoffen, dass sich das alles irgendwie doch von selber und ohne unbequeme Maßnahmen regelt.“

  47. Partyschreck schreibt:

    @Bersarin
    Aber wenn der Islam ansich schuld sein sollte an den Taten der einzelnen islamistischen Extremisten hierzulande, welche Religion oder Nichtreligion hat dann dazu beigetragen, dass vor einem Wimpernschlag der geschichtlichen Zeitrechnung die Generation unserer Großväter so umfänglich ihren Anteil daran hatte, dass unter Hitlers Führung 6 Millionen Juden umgebracht wurden, nachdem wir in unseren Breiten schon so lange „a u f g e k l ä r t“ waren? Wie konnte sich hier der Hass gegen Andersgläubige ganz ohne Islam hierzulande so rasant und in nicht vergleichbarem Ausmaß entfachen? Wo hatte da die Gefahr gelauert und besteht sie jetzt nicht mehr?
    Und wenn sich Hass und die Vorurteile auch ganz ohne Islam in solch schockierendem Ausmaß verbreiten kann, wie gefährlich ist dieser dann wirklich?
    Welche Religion hat deutsche Neonazis hierzulande bereits vor Jahren dazu veranlasst, ihren Opfern die Köpfe in Kantsteine zu treten, Obdachlose zu quälen und ermorden oder Migrantern zu Tode zu hetzen?
    Was ist harmloser, aufgeklärter und weniger alarmierend an solchen von serbischen Jugendlichen mit vermutlich christlichem Hintergrund begannenen Taten (von biodeutschen „Freundinnen“ gefilmt) als die der muslimischen Fingerpenetrierer vom Kölner Hauptbahnhof?
    http://www.zeit.de/hamburg/2016-10/hamburg-vergewaltigung-prozess
    Ich vermute, die weltweit zunehmende Verrohung hat ihren Ursprung in keiner Religion sondern in der Art, wie der Wohlstand sich zunehmend fokussiert und in dem menschlichen Elend, welches die vielen Kriege der letzten Jahre hinterlassen haben!

  48. Dieter Kief schreibt:

    @ Partyschrek –

    „Ich vermute, die weltweit zunehmende Verrohung hat ihren Ursprung in keiner Religion sondern in der Art, wie der Wohlstand sich zunehmend fokussiert und in dem menschlichen Elend, welches die vielen Kriege der letzten Jahre hinterlassen haben!“

    – Sie sind für das Gute, und gegen das Schlechte. Das ist ok, aber sie fliegen mit solchen Aussagen sehr hoch droben herum, wo sonst sich allenfalls die Theologen tummeln, oder die Priester oder sie Sinnsucherinnen usw.
    Das ist wie gesagt sehr zu achten, aber Bersarins Ausgangsfragen waren hiesige: Schmutzig, bedrängend, hart, ungemütlich, und – eben nicht allgemein, wie Ihre hochanständigen Betrachtungen, sondern – sehr sehr um Einzelheiten besorgt.

    Eine dieser Einzelheiten, jetzt mit meinen Worten: Muslime sitzen im Durchscnitt (!) häufiger im Job-Center, häufiger auf der Polizeiwache, häufiger vor Gericht, häufiger im Gefängnis. – sie haben, wie von allen damit befassten Sozialwissenschaftlerinnen „wieder und wieder“ (Universitätsdulderin -weiter oben, in meinem langen Post – – schlechtere sozialwissenschaftliche Werte (= Prognosen) als vergleichbare andere Gruppen, was ein gedeihliches Miteinander angeht. Das ist einer der ganz unangenehmen Punkte. Und in dieser Lage reagiert unsere Regierung mit Verleugnung – und mit der Aussicht, m e h r – – erheblich mehr von diesen Leuten hierher zu holen.

    @ Bersarin – danke für Befreiung aus spam-Ordner.

    @ Che und Bersarin wg. Arabische Länder und der relativen Friedlichkeit da: Könnte es sein, dass dieses ja allgemein anerknnte Phänomen etwas mit der überaus brutalen internen Verfassung dieser Gesellschaften zu tun hat? Ganz schwarzer Gedanke! – Das hieße, dass die dortigen überaus brutalen Polizeien, Gesetze und Gerichte eine f u n k t i o n a l e (=zielführende) Antwort auf die dortigen Sitten, Gebräuche und Mentalitäten darstellten?

    Wenn dies stimmt – was folgt daraus für den hiesigen Umgang mit solchen Leuten wie den nordafrikanischen Intensivtätern? – Und nein: Sprachkurse werden diese kulturelle Lücke, sag ich mal etwas niedlich, n i c h t überbrücken. Schauen Sie dazu bitte oben – Universitätsdulderin über die Versuche, Muslime mal eben hier zu akkulturalisieren. Ich finde, Sie hat Ahnung- und sie benennt die resultierenden Probleme sehr treffend. – Hut ab!

    Oder schauen sie halt mit Bersarin auf diejnigen Straßen in Berlin, die die Polizei nur noch in Mannschaftsstärke aufsucht – und schauen Sie, wer da wohnt.

    Oder folgen Sie dem französischen Minister für Städtebau kanner, der sagt, es gäbe in Frankreich hundert Molenbeeks – also Gegenden, die vom Gesetz der Scharia geprägt sind, von einer fundamentalen Abkehr von den Normen und Gebräuchen der französichen – hmm – Mehrheitsgesellschaft.
    Man könnte auch einfach sagen: Von einer in Frankreich statthabenden abkehr von- hmmm – Frankreich…

  49. Partyschreck schreibt:

    @Dieter Kief
    Ich zweifle Ihre Behördenzahlen bezüglich der hier lebenden Muslime keinesfalls an, werte sie aber ähnlich, wie die hohe Zahl an schwarzen Gefängnissinsassen innerhalb der USA. Der Punkt ist, dass sich innerhalb beider Bevölkerungsgruppen prozentual viel mehr Armut manifestiert hat als bei den übrigen Bevölkerungsgruppen. Wenn einer der hier eingereisten jungen Ägypter daheim in heimeligen Hamburg-Volksdorf-ähnlichen Verhältnissen groß geworden wäre und sich zwecks einer Studienreise in Köln aufgehalten hätte, würde ich vermuten, dass die Gefahr, dass er hier wildfremde Frauen befingert hätte, weitaus geringer wäre – auch wenn er Moslem wäre!
    Das entschuldigt selbstverständlich nicht im Geringsten seine Tat und dass sich aus unbedingt zu untersuchenden Umständen eine große Gruppe an ultragefährlichen Islamisten gebildet hat, ist unbestritten! Es geht natürlich kein Weg daran vorbei, dass diese bekannten Extremisten aufs Schärfste kontrolliert und ggf. bestraft gehören – Auch war es ein riesiges Versäumniss, einreisende Flüchtlinge nicht auf dieselbe Art zu erfassen, wie jeder Bundesbürger hier erfasst wird, welcher gehalten ist sich regelmäßig bei seinem Orstamt zu melden… Aber das dieses Versäumniss legitimieren soll, sich hierzulande nahezu ausschließlich dunkelhäutige Passanten herauszupicken und diese durch andere Eingänge als hellhäutige Mitmenschen zu leiten oder ihnen gar keinen Zugang zum Kölner Hauptbahnhof zu gewähren, solche Zustände müssen vor allem vor dem Hintergrund unserer Geschichte diskutiert werden dürfen!
    Frau Merkels eklatante Fehlentscheidung kann doch nicht solche Zustande rechtfertigen! Erst lobt sie sich selbst vollmundig in höchsten Tönen für ihre Menschlichkeit (dabei würde ich die damalige Haltung viel mehr als eine unverantwortliche „Lassez-faire“ Gleichgültigkeit werten, nach dem Motto „Wird sich schon irgendwie von selbst regeln, Hauptsache Herr Schäuble kann mit schwarzen Nullen glänzen“) die vor allem wenig kosten durfte, und bei der daraus resultierenden, chaotischen Unüberschaubarkeit duckt sie sich dann wie gewohnt weg.

    Können wir Frau Merkels Fehlentscheidung denn wirklich nur durch anschließende Diskriminierung unserer dunkelhäutigen Mitmenschen wieder wettmachen?

  50. Bersarin schreibt:

    @ Partyschreck: Die Kritik an Merkel und auch an ihrem politischen Kalkül teile ich.

    Was Köln betrifft, handelt es sich bei dieser Maßnahme der Polizei um eine solche zur Gefahrenabwehr. Da im letzten Jahr in Köln keine grauhaarigen weißen alten Männer und keine Chinesen beteiligt waren, hat es die Polizei aus Zeitökonomie vorgezogen die in Frage kommende Tätergruppe genauer zu kontrollieren. Sie tat es mit äußerster Härte. Wer dagegen Bedenken hegt, hat die Möglichkeit, das vor Gericht zu bringen. Ansonsten verweise ich zu den anreisenden Nafris auf die Fragen von Don Alphonso. Eine richtig gute Antwort hat mir auf die Fragen bisher noch keiner geben können. Übrigens würde ich mich, als Nafri, der 2016 kontrolliert wurde, zunächst einmal lautstark bei meinen Landsleuten beschweren, die letztes Jahr für diesen widerlichen Dreck verantwortlich waren. Und ich würde ihnen ebenso lautstark diesen Einsatz zurechnen und mich dafür bedanken, daß aufgrund von Einzelnen nun die große Gruppe leiden muß. Das wären auch kluge Worte von Frau Peter gewesen. Statt dessen aber: Schnellschüsse.

    Causa Islam: Es wäre schön, wenn es nur die soziale Ungleichheit wäre. So einfach ist das leider nicht. Armut und Reichtum sind eine sekundäre Sache – auch was den Islam betrifft. Und es ist ja nicht so, daß aus den reichen Elternhäusern keine Bagaluten kämen. Die Frage ist, wie Jugendliche sozialisiert werden. Dazu gehören viele Faktoren. Daß Religion, in diesem Falle der Islam, die einzige Ursache des Übels sei, schrieb ich nirgendwo, und wenn man meinen Ursprungstext und meine Kommentare richtig liest, wird man bemerken, daß ich mich relativ differenziert zum Islam äußerte. Und sowieso sind Erklärungen für Phänomene wie Kriminalität nie monokausal. Insofern halte ich diese Entweder/Oder-Debatten für wenig zielführend. Der Islam ist ein Faktor unter vielen, aber beileibe nicht der einzige. Die Frage ist, wie er gelehrt wird und in welcher Weise er Einfluß auf die Erziehung hat. Ebenso spielen ja auch Familienstrukturen eine Rolle und auch das Bild, was von Frauen vermittelt wird – wobei man für die freundlichen Kulturrelativierer mit ihrem „Wir aber auch, wir aber auch“ hinzufügen muß, daß auch bei uns Frauen noch nicht allzu lange gleichberechtigt sind und auch heute noch gibt es Probleme. Andererseits könnte man böse hinzufügen, daß die Struktur und die Art der Kriminalität in den 50er, 60er und 70er Jahren denn doch eine andere war und Gangkriminalität eigentlich erst in dieser Massivität mit den Türkenghettos ins Spiel kam, als die Kids der hier Geborenen erwachsen wurden. Versäumnisse auch in der Politk und in der Integration. Zu der allerdings immer zwei gehören. Unangenehme Tatsache. Aber durchs Verschweigen wird hier nichts besser. In Hamburg gab es Anfang bis Mitte der 70er eher ein Rockerproblem. Dann betraten andere Akteure wie die Champs die Bühne.

    Allerdings teile ich die These, daß der Islam eben nicht primär zur BRD gehört. Er sickerte langsam ein – insofern gehört er nun sekundär mit hinzu – und wenn wir uns nicht in acht nehmen, dann verbreiten sich ebenso seine schlechten Ausprägungen, die hier bereits eingesickert sind. Man kann übrigens mal die jüdischen Gemeinden, die sich hier in Deutschland zum Glück langsam wieder etablieren, mal fragen, wie sie eigentlich den Strom der Araber sehen, die nach Deutschland streben. Und dann noch dazu: Immer mal wieder nach Frankreich schauen, worauf Dieter Kief ganz zu recht hinwies. Da sehen wir dann als Vorspiel, was uns blühen kann, wenn wir Probleme nicht zeitig benennen.

    An diesen Satz erinnere ich dann noch einmal nach der Bundestagswahl im Herbst: Diese Probleme gilt es auch von einer linken Position her zu benennen, zu kritisieren und sich davor nicht wegzuducken oder sich in die unsäglichen Abwiegelungen zu ergehen. Ansonsten überlassen wir das Feld nämlich der AfD. Diesen Fehler hat die Linke schon einmal mit dem Begriff der Heimat gemacht.

    Zum Islam nenne ich auch noch mal auf die Texte von dem islamischen Religionswissenschaftler Bassam Tibi, der nicht gerade gute Prognosen hinsichtlich seiner Religion macht und auch auf den oben verlinkten Hamed Abdel-Samad verweise ich.

    Dem Neonazi mit seiner religiösen Erziehung zu kommen, ist in der säkularen BRD und erst recht für die DDR eine gewagte These. Ich weiß nicht, ob Uwe und Uwe sowie die Beate in einem Haushalt aufwuchsen, der das Primat der Religion und das des Vaters in dieser Form lehrte.

  51. Bersarin schreibt:

    Und noch etwas zum Reichtum: die 9/11-Attentäter z.B stammen aus dem gehobenen arabischen Mittelstand, sie konnten teils im Westen studieren und Osama bin Laden kommt aus einer äußerst wohlhabenden Familie. Auch kann man die Kids der kriminellen Araberclans hier in Berlin nicht wirklich arm nennen, auch wenn diese Familien aus bestimmten Gründen in den Hartz IV-Statistiken auftauchen. Aber das hat nichts mit Armut zu tun, sondern dahinter steckt ein anderes Phänomen. Das fängt mit dem Buchstaben „S“ an und es hört mit „ozialleistungsbetrug“ auf. Ich weiß, das ist rassistisch. Aber dann ist leider auch die Realität eine rassistische. Immerhin haben wir dann die von Hegel geforderte Übereinstimmung des Begriffes mit der Realität. Nur leider in einer dystopischen Weise.

  52. Partyschreck schreibt:

    @Bersarin
    Was haben denn die Champs kerbholzmäßig vorzuweisen gegen das, was Opi nur 40 Jahre vorher hierzulande verbrochen hat?
    Das arme,saubere Vorzeige-Deutschland mit seiner seit Jahrhunderten manifestierten Aufklärung musste in Gewaltdingen ganz sicher nicht durch ein paar dunkelhäutige Billstedter Bomberjackenträger „zum Jagen getragen werden“. Die wissen hier sehr gut, wie das funktioniert und dieses „Wissen“ hat sich ja offenbar auch ganz uneingerostet und stringent an die von dir genannten Personen weitervererbt und ist mitnichten aus unserer heilen Vorzeigewelt verschwunden – auch ganz ohne Islam!
    Kein Grund also für irgendeine Form von Hochmut!

    Und wenn man sein Augenmerk auf die Geschichte der Fortschritlichkeit bei der Behandlung von Frauen hierzulande lenkt, dann sollte man unbedingt hierzu auch weibliche, jüdische Holocaust-Überlebende interviewen um zu erfahren, dass man von gut behandelten Frauen nennenswert wirklich erst seit 1945 hierzulande sprechen kann, denn schlechter als hierzulande vor 1945 wurde auf diesem Globus wohl noch nie eine Frau behandelt!

    Fassen wir also Zusammen: Unsere viel gepriesene „christlich, jüdische“ Tradition ist eine putzige 72 Jahre junge Kinderschuh-T r a d i t i o n (die Zeit davor im positiven Sinne bezeichnen zu wollen wäre jawohl einfach undenkbar!). Und 15 Jahre nach deren Entstehen kamen auch schon die ersten Muslime hinzu…. Und deren Religion soll nicht zu uns gehören, weil sie lächerliche 15 Jahre zu spät kam?!?

  53. Bersarin schreibt:

    @ Partyschreck: Leider ist das keine Antwort auf meinen Kommentar, sondern ein netter Versuch, das Feld auf ein anderes Thema zu lenken. Das ist schade. Ich wollte hier auch nicht die Kriminalität der Champs besprechen, das liegt zu weit zurück. Wir debattieren hier über die Bedeutung des Islam für die Gewaltstruktur in der Gegenwart. Was die Geschichte des Christentums für Europa betrifft, so wußte ich gar nicht, daß dieses erst 72 Jahre alt ist. Interessant. Bitte sofort einen Leserbrief schreiben, daß das Lutherjahr ein Irrtum ist. Keine 500, sondern nur 72 Jahre!

  54. che2001 schreibt:

    Mehr und mehr merke ich, wie wenig ich mit den Voraussetzungen der ganzen Debatte zu tun habe. Der deutsche Rechtsstaat geht mit am Arsch vorbei, ich betrachte mich grundsätzlich als Staatsfeind (und finde, dass, wer die Negative Dialektik gelesen hat das zwangsläufig werden müsse) und wenn von der deutschen Mehrheitsgesellschaft die Rede ist gebrauche ich bestimmt nicht die Begriffe „wir“ oder „uns“. Diskurse, die die Frage nach der Angeborenheit von Intelligenz (was ist das überhaupt? IQ-Tests jedenfalls halte ich für grundsätzlich unhaltbar, ebenso wie Persönlichkeitsinventare. Das ist der Müll einer nicht-empathischen, nicht therapeutisch sondern gutachterlich ausgerichteten Psychologie, die vor allem eins will: Für möglichst viele Gutachten abkassieren, ohne die Zeit aufzuwenden, sich individuell mit dem Probanden auseinanderzusetzen) mit ethnischer Herkunft verbinden haben aus meiner Sicht die Schwelle zum Rassismus bereits überschritten.

  55. Bersarin schreibt:

    Adorno schrieb die „Negative Dialektik“ und er plädierte keineswegs dafür, den Rechtsstaat abzuschaffen. Im Gegenteil, er berief sich auf ihn, als Studenten das Institut für Sozialforschung besetzten, und Adorno trug einiges zur Gründung einer offeneren BRD bei, gegen die restaurative Adenauerregierung, und prägte das intellektuelle Klima. Zudem halte ich es für problematisch, nach dem starken Rechtsstaat zu rufen, wenn Nazis im Spiel sind, ihn aber in anderen Kontexten wiederum abzulehnen. Ich selber bin da manchmal auch ambivalent und ich gehöre auch nicht zu den Verteidigern dieses Systems. Aber es gab mittlerweile zu viele Situationen, wo ich eigentlich ganz froh war, daß die Polizei und nicht die Antifa oder der muslimische Friedensrichter zugegen waren.

    Was wichtig ist in diesem System: Immanente Kritik, dazu gehört auch die an den eigenen Kräften, die etwas für fortschrittlich halten, was zutiefst reaktionär ist und einen Rückfall hinter die Moderne bedeutet. Nämlich bestimmte Ausprägungen des Islam. Insofern mein Plädoyer, wenn denn Religion schon sein muß, für einen europäischen Islam. Aber das wird rund 200 Jahre dauern. Das erleben wir nicht mehr.

    Übrigens unterliegen alle Menschen einem Wir und Die anderen, verwenden Freund/Feind-Schemata. Ansonsten könntest Du gar nicht die von Dir genannte Differenzierung vornehmen und es könnte Dir dann auch nicht der deutsche Rechtsstaat am Arsch vorbeigehen.

    Was die genannten Tests betrifft, meine ich, daß man sich argumentativ mit den Ergebnissen, den Zahlen und der Methode auseinandersetzen muß. Ich selber schrieb dazu ja weiter oben ebenso etwas und problematisierte das methodische Vorgehen und überhaupt den Begriff der Intelligenz, der einer kulturellen Konnotation unterliegt und mir nur in bestimmten Variablen meßbar zu sein scheint. Allerdings habe ich mich nicht mit den Details beschäftigt und bin kein Psychologe oder Intelligenzforscher. Insofern bin ich auf unterschiedliche Meinungen von Experten angewiesen. Dazu sind öffentliche Diskurse schließlich da.

    Natürlich ist es ebenso richtig, bestimmte Settings anzuzweifeln. Persönlichkeitsanalysen gibt es durchaus und sie können auch für eine therapeutische Behandlung wichtig sein. Dabei darf es jedoch nicht darum gehen, bloß zu katalogisieren.

  56. mark793 schreibt:

    Der deutsche Rechtsstaat kann einem so lange am Arsch vorbeigehen, wie man netto unter dem Strich von ihm profitiert, lieber che2001. Ich weiß, im Geiste fühlst Du Dich immer noch wie der autonome Kämpfer der 90er, aber Du bist heute letztlich auch nur ein Honorar-Hansel wie die meisten von uns hier, die froh sein können, wenn sie ihre Außenstände nicht mit Hilfe russischer Fachkräfte eintreiben müssen. Wie Du Deinen Broterwerb mit grundsätzlicher Kapitalismus-Kritik unter einen Hut bringst, ohne Dein gefühltes Streetfighter-Ding Lügen zu strafen, das wirst Du selbst am besten wissen, ich habe aus der Distanz jedenfalls so meine kleinen Schwierigkeiten, das in Übereinstimmung zu kriegen. Womit ich es jetzt nicht zu sehr auf die persönliche Kritik-Ebene ziehen möchte, wir alle leben irgendwo im Widerspruch zwischen dem, was ist und dem, was sein sollte, da nehme ich mich selber gar nicht aus. Ich selber kommentiere auch oft radikaler als ich tatsächlich lebe. ;-)

    Ich mache mir aber keine Illusionen darüber, dass ich vom dem Staat, an dem mir so vieles nicht passt, letztlich doch sehr profitiere, und unsere Mehrheitsgesellschaft ist mit allen Macken und Fehlern doch nicht so schlecht, dass ich sie leichtfertig tauschen wollte gegen Zustände wie im wilden Kurdistan (was nichts schlechtes über die dortigen Menschen ausdrücken soll).

  57. che2001 schreibt:

    Die absoluten Anworten und die immer richtigen Verhaltensweisen gibt es ja nicht, nur Annäherungen. Schritte in Bezug auf einen europäischen Islam gibt es ebenso wie gemäßigte oder liberale Richtungen innerhalb des Islam, ich sehe das ganze Thema vielleicht auch etwas optimistischer als Du, weil ich einen Teil der migrantischen „Parallelgesellschaft“ von innen kennengelernt habe und diese daher hoch differenziert sehe. Zu dem Thema IQ-Tests, Persönlichkeitsinventare etc. schreibe ich, glaube ich, besser bei mir mal einen eigenen Beitrag, es würde den Rahmen eines Kommentars bei weitem sprengen. Ich hatte mich mit diesem Thema in meiner Dissertation, die ja die Wissenschaftsgeschichte der Anthropologie zum Gegenstand hat umfangreich auseinandergesetzt.

  58. Dieter Kief schreibt:

    @ Partyschreck
    Ok – wir sind uns in vielem einig – u. U. vielleicht sogar hinreichend einig; ein paar Differenzen machen ja nichts.
    Ich meine damit praktisch alles,was Sie gegen die Migration und die Merkel-Politik vorbringen.
    Die Polzeiarbeit ist in anderes kapitel – hier schließe ich mich Bersarin an.

    @ Bersarin – Sie sagen „ein paar Parameter kann man mit IQ-Tests messen“ – das ist richtig – und das genügt.

    Kein verständiger Mensch unter den Experten (und es gibt da etliche verständige Menschen unter den Expertinnen (cf. Universitätsdulderin weiter oben!)) – kein verständiger Mensch wird Ihnen da widersprechen. Um diesen Punkt mit einem kleinen Büchlein zu belegen – suhrkamp taschenbuch – „Im Irrgarten der Intelligenz“ – luzider Untertitel „Ein Idiotenführer“ – da wird haargenau und auf sehr lässige Weise beschrieben, wie beschränkt IQ-Tests notwendigerweise sind. Damit auch der Dööfste kapiert, in welche Richtung das Buch zielt, lautet sein Untertitel ganz lakonisch: „Ein Idiotenführer“.

    Jede Silbe in dieser Titelei – vom Irrgarten über die Intelligenz bis zum Idioten und – hehe, zum Führer… – – quillt über vor lauter Tiefstapelei und Bosheit und Hintersinn, List und Witz.

    Falls Sie nicht ohnehin bereits wissen (oder ahnen) auf was ich jetzt zusteuere – wird Sie vielleicht überraschen, wen ich als den Verfasser dieses nützlichen kleinen Idiotenführers nenne: Es ist Enzensberger, – Hans Magnus, um die Benamsung nun endgültig und in der Tat vollständig zu machen.
    Wer sich mit Argumenten verorgen will gegen die Sozialtechniker in den Unilabors, der kann sich bei Enzensberger, von dem Adorno – eh stop, das Verhältnis Enzensberger-Adorno ist im Adorno-Museum ja längst in einer separaten Vitrine ausgestellt – der kann sich also bei Enzensberger, sagte, ich, einwandfrei bedienen.

    Man sollte allerding gleichzeitig den Gedanken zulassen, dass das leider nicht die ganze Geschichte ist. Die ganze Geschichte in Sachen IQ geht mit einem Satz weiter, der auch oben bei Universitätsdulderin treu und brav verzeichnet ist – und der lautet: Man kann mit dem IQ-Instrument Voraussagen über durchschnittliche (= gruppenbezogene) Verhaltenswahrscheinlichkeiten machen.

    Noch eine nicht ganz unwichtige Qualifikation, dann bin ich mit dem Punkt durch: Und die Voraussagen, die der IQ über das Verhalten in unserer sozialen Umgebung erlaubt, sind keineswegs perfekt (= völlig zutreffend) – sie sind aber besser als die aller anderen bekannten sozialwissenschaftlichen Methoden, wie Universitätsdulderin – ok, ok, nicht dass ich mich noch einer Hagiographie oder einer Migrantinnenidolatrie schuldig mache, breche ich hier ab und sage nur nochmal: Lest die weiter oben in meinem Post von gestern, 6. 1., 23:58 Uhr – oder halt irgendeinen anderen, der das Zeug drauf hat (Rindermann, Martin E. Seligmann) – oder seid zurückhaltend mit Urteilen über diesen Gegenstand: Das is‘ auch ok. (Man muss nicht überall mitreden (seufz)).

    Das ist die fachliche Basis vonnet janze. Alle, die mehr versprechen, sind Scharlatane (= „Idioten“ (HM Enzensberger)); – und alle, die weniger wissen wollen, dürfen für sich die heilige Einfalt in Anspruch nehmen, gerne auch in der säkularisierten Fassung des reinen Gemüts – oder des „Bienveillants“ (Jonathan Littell) – zu deutsch: Des – oder der – – Wohlmeinenden. Ehre sei den Wohlmeinenden – und ehre sei Gott in der Höhe….
    …Amen!

  59. Bersarin schreibt:

    Tja, che und mark793, die Aporie vom richtigen Leben und vom falschen hat Adorno ganz gut auf den Begriff gebracht. Das Tückische an diesem System – „mit Danone kriegen wir euch alle“ – ist ja, daß wir alle drinnen sind und eben nicht von außen kritisieren können. Und sofern man nicht das ungeheure Privileg hat, reich zu sein oder sein Auskommen zu haben, ohne sich zu sehr krumm machen zu müssen, wird es mit dem Externsein noch viel komplizierter. Insofern sind „Dialektik der Aufklärung“, „Negative Dialektik“ samt dem Schuß „Ästhetische Theorie“ eigentlich eine gute Kombination, um diese Immanenz zu begreifen und die objektiven Widersprüche nicht als solche ins Subjekt hineinzuverlagern.

    @ Dieter Kief: Witze über den Führer und über die Korrektheit der Überkorrekten mag ich immer gerne. Bei manchen Linken ist es so schön, sie zu schockieren. Und diesen Humor schätze ich auch bei che, der eben nicht zu den Korrekten gehört, sondern der, trotz mancher Differenz, eine angenehme Form des Linksautonomseins praktiziert.

    Adorno ist zwar einerseits im Museum, aber zum Glück sind seine Ideen in der Welt. Und allein darauf kommt es ja an. Und ich sorge hier in meinem Grandhotel Abgrund weiter für ihre Verbreitung. (Bei meiner Islamkritik kann ich mich freuen, daß mir die Adornofreundlichen Antideutschen da zur Seite stehen. Beiseite gesprochen.)

    Was solche IQ-Test-Voraussagen betrifft, bin ich allerdings skeptisch, wie überhaupt gegen quantitative Methoden, deren Ergebnisse ohne Bezug im Raum stehen bleiben. Ich selber komme aus der Qualitativen Sozialforschung, aus der Soziologie. Bin auch ein ausgebildeter Soziologe mit Statistik, Methoden der Empirischen Sozialforschung, dann geswitcht zur Philosophie. Aber gut. Ich müßte bei diesen IQ-Tests ins Detail gehen, muß die Settings sehen, wie das aufgebaut ist. Ansonsten kann ich dazu seriös nichts sagen. Bin aber wie gesagt, bei solchen Methoden skeptisch. Vor allem: was nützen solche deterministischen Voraussagen, deren Wahrscheinlichkeit eben nicht 100 % liegt? Ich konnte Ihnen übrigens mit meinem gesunden Menschenverstand ganz ohne Zahlen voraussagen, was aus den Kindern wird, die aus armen Verhältnissen kommen und die null gefördert werden. Nichts. Ich war mal Jugendbetreuer. Ist traurig zu sehen, wie man bei hochbegabten Kindern sieht, wie alles den Bach heruntergeht, weil nichts gefördert wird. Wir brauchen eine ganz andere Begabtenförderung als das, was uns hier gegenwärtig geboten wird. Doch dies ist wieder ein anderes Thema.

  60. che2001 schreibt:

    @“Ich mach mal Lagerbildung: Sie und Bersarin und Enzensberger (Versuche über den Unfrieden – unverzichtbar), und Fukuyama und Putnam (der Sozialpsychologe P) und (Achtung: Krötenalarm) Klonovsky, Don Alphonso (lt. titanic: Stammtisch-Aufwiegler, AfD-Propagandist), Sieferle, Barberowski, (Achtung: Zumutung) Sarrazin und – jetzt noch: ich – versus – – Che und fe und Fabs. und Augsteinle (= der kleine augstein: Jakob A), Walser ( Merkel, Merkel, Merkel!!!(hehe – ich meine Augsteinle u n d Walser – bissele off topic…)), Prantl, ARD, ZDF, SPIEGEL, Habermas (cf. blätter 11/ 16) , Seel (s. NZZ-Artikel wg. Rechtsfragen), Menke (Merkur – glaubich 5 oder 6 / 16) … “ —— Eines haben Bersarin, Don Alphonso und ich gemein: Wir bewegen uns in einem rationalen politischen Diskurs. Bestimmten Sektoren der Bloggosphäre ist hingegen hochemotionale moralische Dauerempörung scheinbar einzige Möglichkeit politisch zu diskutieren, die Drama Queen als 24-Stunden-Programm.

  61. Ich kenn nun Sarrazins buch nur aus der Presse, aber wenn ich recht sehe, bringt er einiges durcheinander. Natürlich ist Intelligenz zum großen teil vererblich, aber Vererbung ist etwas individuelles, nicht kollektives. Intelligente Eltern haben intelligente Kinder, aber es gibt keine intelligenteren oder weniger intelligenten Völker. Türken oder Arabern pauschal mindere Intelligenz zu unterstellen als Mitteleuropäern ist natürlich quatsch.

  62. Ich bin noch nicht in muslimischen Ländern gewesen, aber häufig in Südamerika, in Bolivien, Brasilien, Paraguay, Venezuela und mehr als zehnmal in Kolumbien. Bin jetzt zehn Jahre mit einer farbigen Kolumbianerin verheiratet und weiß ganz gut, was da so abläuft. Die Grundprobleme sind wohl die gleichen in allen Ländern der III. Welt: Als erstes die unglaubliche Korruption auf allen Ebenen der Gesellschaft, der weitgehende Mangel an Gemeinsinn und das extreme Misstrauen untereinander (bei gleichzeitig größtem familiären Zusammenhalt), und die Schwäche der staatlichen Institutionen. Die Polizei ist nie da wenn man sie braucht, und wenn doch, will sie Geld sehen. Politiker und Verwaltung stecken öffentliche Gelder in die Tasche, wo immer es geht. Krankenschwestern klauen im Krankenhaus Verbandmaterial und Medikamente, um sie schwarz zu verkaufen, usw.

    Auch eine Machtübername durch Linke bewirkt wenig, wie das Beispiel Venezuela zeigt. Eine ziemlich radikale Linke, eng verbunden mit Cuba, hat dort 1998 die Wahlen gewonnen mit satter Mehrheit. Zunächst hat man dann die hohen Öleinnahmen genutzt, um Sozialprogramme für die breite Bevölkerung aufzulegen, die bis dahin nicht gab, und die Regierung von Hugo Chavez war sehr beliebt, aber dann sackte der Ölpreis ab und die Programme konnten nicht mehr finanziert werden. Und nicht nur das, inzwischen herrscht Hunger in Venezuela, denn die Regierung hat sich einfach auf die Öleinnahmen verlassen und sich über die Entwicklung der Wirtschaft keine Gedanken gemacht. Sie haben noch nicht mal in die Erhaltung der Förderanlagen investiert, die sind inzwischen marode und die Förderung geht zurück. Die Linken dachten halt, wenn wir erstmal an der Macht sind, ändert sich alles; welche Naivität!

    Das sind aus meiner Sicht die Fluchtursachen, und egal ob die EU oder die Amerikaner ihre Märkte öffnen für deren Produkte oder die Entwicklungshilfe verdoppeln, das ändert daran erstmal nichts. Hinzu kommt natürlich noch der Islam in den anderen Ländern, der entwicklungshemmende Kraft in Südamerika nicht existiert.

    Ich habe da auch keine Lösung zu bieten, wie man das effektiv verändern könnte, es sind ja alles souveräne Staaten, die sich jede Einmischung verbieten werden. Eines ist jedenfalls klar: Durch die Massenabwanderung von Menschen wird sich die Situation in den Ländern nicht verbessern, im Gegenteil. Zwar schicken die Migranten Geld in die Heimat, aber das entspricht (nach den Untersuchungen von Paul Collier) in etwa dem, was sie erwirtschaftet hätten, wenn sie im Land geblieben wären. Und natürlich sind es grade junge Leute die abwandern, und es sind nicht die ganz Armen (die am meisten Anspruch auf Solidarität hätten), sondern Leute, deren Familien die tausende von Euro aufbringen könne, die sie der Schleppermafia für die Reise bezahlen müssen. Hinzu kommt, dass durch die Abwanderung „Druck aus dem Kessel“ entweicht; potentielle politische Gegner der Regierungen verschwinden und stabilisieren somit die schlechten Verhältnisse. Collier sagt irgendwo: Die Alternative ist protestieren oder auswandern. Die dort fehlenden Ärzte und Techniker schicken wir dann in Form von Entwicklungshelfern.

    Und auch für unsere Gesellschaften sind die Folgen natürlich überwiegend negativ. Stärkere Nachfrage nach Arbeit setzt die Löhne unter Druck (was ich auch als Grund für die grundsätzlich positive Haltung der Unternehmerverbände zur Zuwanderung sehe), es entstehen Einwandererghettos, in denen eher Verhältnisse wie in den Herkunftsländern herrschen (wodurch wiederum die Eingliederung in unsere Gesellschaft erschwert wird), und sie bringen natürlich ihre Mentalität mit: die Orientierung am Wohl der eigenen Familie anstatt der Gesellschaft als ganzer, das (daheim ja auch gerechtfertigte) Misstrauen gegen den Staat usw.

    Es gibt eine Studie des amerikanischen Politologen Robert Putnam über den Einfluss steigender „Diversität“ in Gesellschaften, hier: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1467-9477.2007.00176.x/abstract;jsessionid=8772DCC337D96501327DB006225C1AF8.f04t03?systemMessage=Wiley+Online+Library+Journal+subscribe+and+renew+pages+for+some+journals+will+be+unavailable+on+Wednesday+11th+January+2017+from+06%3A00-12%3A00+GMT+%2F+01%3A00-07%3A00+EST+%2F+14%3A00-20%3A00+SGT+for+essential+maintenance.+Apologies+for+the+inconvenience

    Resultat: „His conclusion based on over 40 cases and 30,000 people within the United States is that, other things being equal, more diversity in a community is associated with less trust both between and within ethnic groups.“

    https://en.wikipedia.org/wiki/Robert_D._Putnam#Diversity_and_trust_within_communities

    Und das ist genau das, was wir im Augenblick beobachten, eine Schwächung des sozialen Zusammenhaltes, eine Zunahme gesellschaftlicher Konflikte und sozialer Angst, besonders bei Frauen.
    Aus meiner Sicht keineswegs eine positive Entwicklung.

  63. Bersarin schreibt:

    Danke, El Mocho, für Deinen Hinweis auf Sarrazin und auch dafür, daß Du hier Deine Erfahrungen aus Lateinamerika schriebst. Zu den Interna in diesem Ländern kann ich nicht viel schreiben. Ich kenne diese Regionen lediglich aus der Lektüre von Zeitungen.

    Auf die Probleme, die durch Einwanderung entstehen, insbesondere in der spätmodernen Gesellschaft hinzuweisen, halte ich für wichtig. Anstatt die immergleichen Abwiegelungen und Relativierungen zu lesen. So heute wieder in einer Überschrift: Einwanderung nach Deutschland gab es schon im 16. Jhd. Klar gab es die. Allerdings zu völlig anderen Konditionen und in Landstriche, wo keine Sau wohnte. Oder aber es waren Menschen, die wie die Holländer Nutzen in der Landgewinnung brachten. Wer hier Preußen als Beispiel anführt, sollte sich dann auch an den anderen Aspekten Preußens orientieren.

    Ich denke, Einwanderung ist dann gut und kann Kulturen erweitern, wenn sie überschaubar sich gestaltet. Die Türkenghettos in der BRD geben eher ein Bild dafür ab, wie man es nicht machen sollte. Zudem dauern Prozesse der Integration und der Assimilation lange. Das zeigt ja auch das Beispiel Italien und Spanien. Die Flüchtlingsströme aus dem arabischen Großraum werden uns arge Probleme bereiten und diese Gesellschaft vor große Herausforderungen stellen. Das zumindest ist meine Prognose für die nächsten Jahre.

  64. che2001 schreibt:

    @“Krankenschwestern klauen im Krankenhaus Verbandmaterial und Medikamente, um sie schwarz zu verkaufen, usw. „—- kenne ich so auch aus deutschen Universitätskliniken, da werden EKG-Geräte geklaut. Kenne ich auch von VW, da werden in der Nachtschicht Auspuffanlagen aus dem Betrieb geschafft. Werksabotage und Werkdiebstahl sind in allen industriell organisierten Betrieben normal, Leute wie Hartmann oder Roth ordnen das sogar in die moralische Ökonomie ein: Man rächt sich dadurch für entfremdete Arbeit. Wird in bestimmten linken Zusammenhängen sogar als angemessenes Verhalten empfohlen.

    @“Natürlich ist Intelligenz zum großen teil vererblich, aber Vererbung ist etwas individuelles, nicht kollektives. Intelligente Eltern haben intelligente Kinder, aber es gibt keine intelligenteren oder weniger intelligenten Völker. “ —- Es gibt kein nachweisbares Gen für Musikalität, Mathematik oder Kreativität. Die genetischen Potenziale sind viel zu unterkomplex, um diese Arten von Intelligenz nachweisen zu können. Alle Elemente von dem, was wir Intelligenz nennen, sind multifokal zusammengesetzt aus vermutetem Erbgut und ebenso vermuteter Prägung, erlerntem Wissen und Eigeninitiative. Ob intelligente Eltern intelligente Kinder haben ist sehr fraglich, wenn diese Kinder in sehr bildungsfernen Umfeldern aufwachsen. Ich wurde als hochbegabt eingestuft, mein Vater hat Hauptschulabschluss, meine Mutter Realschulabschluss, beruflich nutzte mir meine Hochbegabung nichts,eher im Gegenteil: Ein Bewerber mit Dr.magna cum laude ist eine Gefahr für den Betriebsfrieden.

  65. Dieter Kief schreibt:

    @ Che2001 – Was el Mocho erzählt über lateinamerikanische Krankehäuser und was Sie erzählen von deutschen Kranknhäusern hängt wie mir scheint, nur strukturell zusammen, unterscheidet sich aber qualitativ erheblich.
    Was Sie über Ihre eigene Karriere erzählen ist bekannt. Intellektuelle Überlegenheit münzt sich nur bedingt aus. Kucken Sie nochmal oben bei Universitätdulderin – die wird Mittelbauerin bleiben, höchstwahrscheinlich. Und nur wenn sie die Nerven behält. Und wenn Sie im Internet aufpasst, und nicht zu viel von sich verrät, sonst ist auch dieser subalterne Status gefährdet.

    @ El Mocho, Bersarin, Partyschreck und…

    Zur Illustration von „Universitätsdulderins“ (weiter oben im Kommentarbereich) Satz, dass die Forschung Unterschiede hinsichtlich der Anpassungs- und Erfolgsaussichten in verschiedenen Migrantengruppen findet – und dass diese Unterschiede groß sind: Ein Artikel aus der australischen Zeitung The Age von Montag dieser Woche, es geht hier um Sudanesen.
    Die beiden Pole, zwischen denen dieser Artikel aufgespannt ist, sind: Rassistische Polizeiarbeit – (cf. Simone Peter et. al. wg. Nafris), das ist der eine Pol. Der andere Pol ist das das tatsächliche Verhalten der kleinen sudanesischen Minderheit an einem konkreten Beispiel.

    http://www.theage.com.au/victoria/apex-fears-spark-concerns-about-racial-profiling-20161122-gsvete.html

    Noch einmal die entscheidende Info in Zahlen:
    0, 11 % der Bevölkerung verursachen rund 14 % der unter Raub (nicht: Diebstahl -Raub) gelisteten Verbrechen. – wir sind hier im Bereich vom doppelten Zehnfachen… – – –

    Ganz kühl betrachtet: Die unproblematischen australischen Sudanesen leiden natürlich unter den Konsequenzen einer solchen Konstellation, wegen verschärfter Kontrollen usw. – Aber die Frage ist doch, wie sinnvoll es ist, hier von solchen Fällen auszugehen, und die problematische Grundkonstellation solange mal beiseite zu lassen.

    Ich meine, eine solche – u. a. von Simone Peter intendierte Einstellung der Öffentlichkeit und der Polizei gegenüber verwechselt – mit Schiller zu seufzen, das Ideal und das Leben.

    Wenn dieses Phänomen anderswo etwas grobschlächtiger ausgedrückt wird, hält sich mein Mitleid mit der Peter-Fraktion sehr in Grenzen.

    Ich würde aus dem Befund,dass Peter nicht hinlänglich zwischen dem Ideal und dem Leben unterscheidet, immerhin den Schluß ziehen, sie sei eine ganz schlechte Ratgeberin im Hinblick auf konkrete Problemlagen.

    Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen: Sie ist ein Irrlicht. Sie vertritt – in dieser Hinsicht – schlechte Politik.

    Ich meine weiter, die Bürgerpflicht gebiete, solche Daten wie oben aufgelistet a) zur Kenntnis und b) keineswegs leicht zu nehmen.

  66. Bersarin schreibt:

    @ Dieter Kief, ich kann Ihnen da nur zustimmen: Die Universitätsdulderin wird es an ihrem Fachbereich schwer haben. Und ich denke auch, sie wird von ihren tugendhaften und auch ansonsten sich immer auf das Soziale und die Solidarität berufenden Kolleginnen ganz einfach weggemobbt. Differenzen werden heute nicht mehr ausgehalten und auch nicht mehr mit dem Kommentar versehen, „We agree to disagree“. Schön in solchen Fällen auch, daß solche, die die Macht mit den Mitteln der Moral kritisieren, ohne Bedenken bereit sind, Macht auszuüben, sobald sie dazu in der Lage sind. Rechts oder links: es sind immer dieselben Schweine. Oder aber mit Ödipus, der vor der Sphinx das Rätsel löste: Es ist der Mensch. Das Schein, die Krone der Schöpfung.

    Natürlich ist der Polizei nach den Kriterien polizeilicher und ermittlungsrelevanter Rationalität rechtzugeben: Wenn für ein Delikt X an einem Ort Y eine Tätergruppe wesentlich und überwiegend die markante Eigenschaft hat, wird man natürlich verstärkt die Tätergruppe mit der Eigenschaft  kontrollieren und nicht die mit der Eigenschaft . An allen anderen mit der Eigenschaft die nichts mit solcher Tat zu schaffen haben, wäre es dann, sich bei jenen kriminellen Elementen der eigenen Gruppe lautstark zu beschweren. Zumal es sich in Köln um eine anlaßbezogene Kontrolle handelt, die nichts generalisiert. Auch das wird ja gerne übersehen. Insofern kann man nur froh sein, daß solche wie Simone Peter in keiner Weise mit Polizeiarbeit betraut sind. Wahrscheinlich würde sie die Polizei in einer solchen Situation wie in Köln anweisen, vermehrt Geschwindigkeitsübertretungen zu kontrollieren.

  67. che2001 schreibt:

    Ich würde nicht sagen dass die arabischen Gesellschaften insgesamt besonders brutal seien. In Ägypten ist man insgesamt sozialer, freundlicher, hilfsbereiter und gastfreundlicher als das in Deutschland überhaupt vorstellbar wäre. Von besonderer Brutalität bedroht sind vor allem Frauen der Unter- und unteren Mittelschicht und Angehörige religiöser Minderheiten, ich würde aber besondere Brutalität nicht als ein allgemeines Merkmal der ägyptischen Gesellschaft ansehen. Die Polizei ist dort vor allem eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme: Junge Männer aus den ärmsten und bildungsfernsten Schichten werden in den Polizeidienst eingestellt damit sie von der Straße sind. Ein Wachtposten mit Kalaschnikow und 30-Schuss-Magazin verließ für eine Packung Filter-Tipped-Cleopatra (beliebteste Zigarettensorte) seinen Posten und machte mir den Fremdenführer. Polizei versuchte uns Haschisch unterzuschieben um am Freikaufgeschäft zu verdienen. Der Schwager meines Freundes Mohamed ließ uns bei anderer Gelegenheit festnehmen, was unter die Rubrik „raue Scherze unter Verwandten“ fällt. Derselbe Staatsanwalt war nur während der Verhandlungen im Gericht und betrieb ansonsten ein Reisebüro.

  68. ziggev schreibt:

    zu El_Mochos Bemerkungen oben: kenne da auch ne Frau, die ist letztlich wegen der instabilen Situation Mitt-End-80er in Brasilien (die Verlage zahlten einfach nicht) mit zwei Kindern ohne Väter (die sich gekümmert=gezahlt hätten) über USA (Oregon/Osho-„Sekte“) hier gelandet.

    wenn ich seine Ausführungen zu Latein/Mittelamerika als zu verallgemeindernde verstehe, d.h. grob verallgemeinert, dann lassen sie sich sicher auf die Lage der nun Geflüchteten anwenden. Die Feststellung, dass es weltweit solche instabilen Verhältnisse gibt – nun ja. Wir machen uns das hier nur nicht immer so klar. (ich hoffe, es ist klargeworden, dass ich weit davon entfernt bin, ihm zu unterstellen, dass er nun (Fluchtursachen) relativieren, Motive als unredlich darstellen o.Ä. will.)

    ich möchte an dieser Stelle es aber nicht unterlassen, auf den notwendigen Umkehrschluss aufmerksam machen, dass wir, die wir uns die für uns nur schwer vorstellbaren „instabilen Verhältnisse“ z.B. in Lateinamerika – Mocho, warst Du mal in Venezuela? Kenne da Leute mit elterlicherseits teilweise Diplomatenhintergrund, die seit 7 Jahren ganz Südamerika bereisen, denen aber vom Auswärtigen Amt dringendst davon abgeraten wurde, nach Venezuela zu reisen (oder Visum verweigert bzw. „erwartet nicht, dass wir euch da ´rausholen“) – am besten erst gar nicht zumuten, sodass „instabile Verhältnisse“ wahrscheinlich euphemistisch formuliert ist, dass uns also gar vielleicht gar nicht klar ist, wie stabil es doch hier im Vergleich zugeht.

    will sagen, dass ein ziggev, der die meiste Zeit (jedenfalls die wichtigere, in Sachen Abschlüsse), als er hätte studieren sollen/wollen/hatte dürfen und noch c.a. 4 Jahre danach unterhalb des Existenzminimums so irgenwie jedenfalls überlebte, jetzt und seitdem am unteren Rand er Einkommensskala, das aber auf wunderbare Weise (Sozialstaat) minimal gesichert, es sich leisten kann, als ehrenamtlicher Deutschlehrer für Flüchtlinge sich zu betätigen.

    ich kann jetzt nicht für die Mittel- und Südamerikanische Community in Deutschland sprechen. Ich weiß nur (weil ich dabei war), dass es in Hamburg auf dem Kiez nur so brummte wegen der brasilianischen Musikszene, auch Leute die, zum Spielen, aus Afrika ´rüberkamen – i.d. 80ern. Da gibt es jemanden (nicht ich), in ´nem wohlhabenden Vorort in HH, der da seinerzeit seine Schulungen erhielt und jetzt sehr gutes Geld als Lehrer verdient, wenn z.B. die Kinder einer persischen Familie Klavier lernen sollen (… das ist in der Tat ein Thema für sich, ich meine Perser und das Klavier …).

    sind aber alle, fast alle, weg. Der Kiez (das ist in HH die Reeperbahn), ist heute entweder Mafia oder Immobilienspekulation (da hängen dann wieder die Leute aus selbigem Vorort, wo auch Ole herkommt, mit drin).

    Mein Eindruck ist aber, dass die Mittel- Südamerika-Connection – sofern noch vorhanden (!)- ganz gut in meiner Stadt zusammenhält. Auch höre ich aus vertrauenswürdiger Quelle (dieser Ex-US-Diplomat andauernd auf Phönix), dass die muslimischen Communities in USA ganz gut – und neben anderen – funktionieren.

    Und ich möchte darauf hinweisen, dass die Leute, die aus muslimischen Ländern zu uns kommen, nicht unser Land destabilisieren. Nein, – denn die Leute aus Armenien, Aserbeidschan, Tscheschenien, mit denen ich mich auf Russisch so einigermaßen verständigen kann, sind meine Musterschüler. Heute hatte eich einen armenischen Offizier.

    Die Leute aus Syrien sind selber destabilisiert: Wir haben es mit vehementen Lernhinderungen zu tun, seelisch bedingt. Daraus eine Destabilisierung für Deutschland abzuleiten ist einfach antihuman.

  69. che2001 schreibt:

    Um daran anzuknüpfen: Meine kurdischen Kumpels saufen sich jeden Abend zu. Wenn sie das nicht tun sehen sie jede Nacht in ihren Träumen die Hubschrauber kommen, MBB BK117, von Deutschland geliefert, die mit 30mm Mauser MK in Außenstation eingebaut ihre Freunde erschossen haben. Hubschrauber kam, alles haute ab, verkroch sich in Felshöhlen, wer noch zu sehen war wurde zu Brei geschossen, der dann von den Überlebenden beigesetzt wurde. 1988 wurden in Halabya Tausende Menschen vergast mit aus Deutschland geliefertem Tabun oder Sarin. Die Überlebenden der „Großen heroischen Anfal-Kampagne“ wurden mit Bulldozern in den Boden gepflügt. Eine der Shoah durchaus vergleichbare Aktion wird bis heute einfach nicht zur Kenntnis genommen. Das ist der Hintergrund, vor dem die KurdInnen heute kämpfen. Die meisten meiner kurdischen Bekannten haben sich im Knast kennengelernt und Dinge erlebt wie Elektroschocks in die Hoden oder Flaschen in den After (Standardfrage: Coca oder Pepsi?) und unter 40 Peitschenhieben ist eigentlich keiner weggekommen, auf die Herdplatte wurden auch Viele gesetzt. Ich rechne es mir als die beste Tat meines Lebens zu, zumindest eine da rausgeholt zu haben. Die inzwischen bei der PKK ist und zur Kommission zur Ausarbeitung einer Verfassung für einen kurdischen Staat gehört. If I had a rocket launcher…

  70. Bersarin schreibt:

    Ich habe in meinem Leben eigentlich schon keine Lust, nach Kreuzberg SO36 zu reisen, weil ich diese Gegend als ein Drecksloch empfinde. Um soviel weniger noch reizt es mich, je nach Ägypten oder nach Lateinamerika zu fliegen. (Und in die USA ebensowenig.)

    @ ziggev: Warten wir doch einfach die nächsten Wahlen ab und schauen, wie das die Menschen sehen mögen und auf wieviel arabische Kultur und auf wieviel Islam die Bevölkerung Lust hat. Wie gesagt: Primäres Ziel sollte es sein, die Regionen, aus denen die Menschen fliehen, wieder zu stabilisieren. Denn schließlich verlassen nur wenige ihre Heimat freiwillig. Insofern sollte die politische Perspektive global sein, und Europa sollte aufhören, den USA beim Destabilisieren einer ganzen Region in den Arsch zu kriechen.

    @ che. Was die Türkei und die Kurden betrifft, wie überhaupt die Waffenlieferungen, so ist das nochmal eine gesonderte Debatte. Daß die Türkei auch in absehbarer Zeit keinen Kurdenstaat zuläßt, dürfte offensichtlich sein. Übrigens sind auch die Irak-Kurden nicht so gut auf die PKK bzw. auf den Freiheitskampf der türkischen Kurden zu sprechen. Und so zeigt sich: wenn es an die eigene Haut und Existenz geht, ist es mit der Solidarität nicht weit her. Altes Spiel, altes Pech. All of old. Der Mensch, Krone der Schöpfung …

  71. che2001 schreibt:

    @Bersarin: Es geht hier um Irak-Kurden.

  72. @che Ich stimme vielem zu was du schreibst. Südamerikaner sind auch wesentlich angenehmere und liebenswertere Menschen als durchschnittliche Deutsche, aber das ist nur oberflächlich. Wenn du mit ihnen zusammenarbeiten oder Geschäfte machen willst, sind sie höchst unzuverlässig und versuchen, dich über den Tisch zu ziehen (bin mir im klaren dass ich da jetzt ziemlich verallgemeinere, aber sei´s drum). Die Polizei ist auch in Südamerika mit Vorsicht zu genießen; es wird empfohlen, immer einen Geldschein im Pass liegen zu haben, der bei einer Kontrolle dann unauffällig verschwindet. Allerdings verdienen die Pilzisten auch sehr schlecht, so dass es nahe liegt, Geld für kleine Gefallen anzunehmen. Ökonomische Ungliechheit begünstigt eben Gesetzesverstöße.

    ZU Saddam Husseins Anfal-Massenmord an den Kurden (100.000 Tote) gibt es ein sehr interessantes Buch von 1993:

    https://kyleorton1991.wordpress.com/2014/04/07/book-review-cruelty-and-silence-1993-by-kanan-makiya/

    @ziggev: Ich war mal in Venezuela, meine erste Reise in den 90er Jahren. Damals war das noch ein gutes Land, für südamerikanische Verhältnisse. Kolumbianer wanderten über die Grenze um dort zu arbeiten, heute ist es umgekehrt. Im Augenblick ist es sicher nicht zu empfehlen, da hin zu fahren, Kolumbien ist sicherer, und wenn der Friedensprozess wirklich greift, hat das Land auch eine Zukunft.

    Ich wollte nicht zum Ausdruck bringen, dass Zuwanderung grundsätzlich destabilisierend wirkt. Zuwanderung in Maßen ist höchst positiv, du führst ja selber die Musiker usw. an. Problematisch sehe ich die unkontrollierte Zuwanderung, besonders von Menschen aus dem islamischen Kulturbereich. Das ein Südamerikaner sich weigert, einer Frau die Hand zu geben, wirst du nicht erleben, oder das er besondere Nahrung fordert oder spezielle Feiertage für sich oder seine Kinder. Meine Frau war z.B. zu Zeiten ihres Integrationskurses ziemlich sauer, wenn die muslimischen Teilnehmer während des Ramadan frei bekamen und die Katholiken an Fronleichnam oder Maria Empfängnis nicht. Integration ist ein gegenseitiger Prozess, beide Seiten müssen kooperativ sein. Wenn eine Seite nur fordert und die andere nur gibt, wird das nichts.

    Ich denke das eine Gesellschaft nur ein bestimmtes Maß an „Diversity“ verkraften kann, wenn sie keinen Schaden nehmen soll, so wie es Putnam (s.o.) beschreibt.

  73. che2001 schreibt:

    @El Mocho: Den Film zum Buch „Welcome back to Hell“ hatten wir 1991 zum ersten Mal in Deutschland gezeigt, in einem besetzten Haus.

  74. che2001 schreibt:

    @“Um soviel weniger noch reizt es mich, je nach Ägypten oder nach Lateinamerika zu fliegen. (Und in die USA ebensowenig.)“ —- Da entgeht Dir aber etwas. Solche Länder mit dem Rucksack zu bereisen und sie im Kontakt mit den einfachen Leuten kennenzulernen ist eine wesentliche Quelle von Welterfahrung, sozialer Kompetenz und politischem Durchblick. Für mich waren diese Erlebnisse wesentlicher Teil meines Lebensinhalts. Gilt auch für die bucklige Verwandtschaft: Mein Neffe macht Safaris, z.B. durch Namibia und Botswana, meine Nichte Treckingreisen und Arbeit in sozialen Projekten in Tansania, Indonesien und Bolivien. Ansonsten segelt die Sippschaft in für den normalen Tourismus gesperrten Gewässern in Gegenden, wo Kokosnüsse Zahlungsmittel sind.

  75. che2001 schreibt:

    @mark793: „Ich weiß, im Geiste fühlst Du Dich immer noch wie der autonome Kämpfer der 90er, aber Du bist heute letztlich auch nur ein Honorar-Hansel wie die meisten von uns hier, die froh sein können, wenn sie ihre Außenstände nicht mit Hilfe russischer Fachkräfte eintreiben müssen. Wie Du Deinen Broterwerb mit grundsätzlicher Kapitalismus-Kritik unter einen Hut bringst, ohne Dein gefühltes Streetfighter-Ding Lügen zu strafen, das wirst Du selbst am besten wissen, ich habe aus der Distanz jedenfalls so meine kleinen Schwierigkeiten, das in Übereinstimmung zu kriegen. Womit ich es jetzt nicht zu sehr auf die persönliche Kritik-Ebene ziehen möchte, wir alle leben irgendwo im Widerspruch zwischen dem, was ist und dem, was sein sollte,“ —– Ich bin nichtmal ein Honorar-Hansel, ich bin Kleinunternehmer in einer Haibranche, die Honorarjobs als Dozent, Reporter und Mediengestalter sind Nebenerwerb. Die Frage stellt sich mir seit Jahrzehnten, und ich habe sie zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich beantwortet. Ein früherer Genosse hatte mir sogar die Freundschaft aufgekündigt, weil mein damaliger Job als Angestellter in einer Softwareschmiede für ihn „Verrat an der guten Sache“ darstellte. Ich stelle inzwischen gar nicht mehr den Anspruch an mich, dass meine berufliche Tätigkeit irgendwie kongruent zur Gesinnung sein sollte, in der Beziehung bin ich ein völlig und bekennend unmoralischer Mensch. Name ich mir ein Vorbild an einem historischen Revolutionär, so wäre dies nicht mein Namenspatron, erst recht nicht Bakunin, eher vielleicht schon Engels, am Ehesten aber jemand wie Parvus.

  76. Bersarin schreibt:

    Das mag alles sein, che, aber ich sitze lieber im Café Prückel oder im Griensteindl in Wien und sammele meine Erfahrungen im Louvre, im Centre Pompidou, im Prado oder im Kunsthistorischen Museum zu Wien. Außerdem hasse ich lange Anreisezeiten. Und solange ich es nicht muß, weil ich auf der Flucht bin, trage ich Gepäck nicht auf dem Rücken. Nein, nein, das war nie meine Welt. Ich habe in der Jugend nicht einmal Interrail gemacht, weil es mir zu unbequem war. Auch wenn da die rattenscharfen Frauen fuhren. Mein erster Zelturlaub war auch mein letzter. Meine Welt ist eine komplett andere. Sie spielt sich in meinem Kopf ab. Der einzige Grund für solche Reisen wäre die Photographie. Reportagen machen. Aber mittlerweile ist mir selbst die Reisezeit nach Kuba zu weit.

  77. holio schreibt:

    Framed

  78. Ich bin da bei Che. Meine erste Reise naxch Venezuela mit zwei Freunden war genau so, wir haben einfach ein Flugticket gekauft (Flug nach Venezuela war der billigste) und sind dann los. Sind durch das ganze Land gereist mit dem Bus, haben in billigen Hotels am Busbahnhof geschlafen und in einfachen restaurants gegessen. Tolle Erfahrung, möchte ich nicht drauf verzichten. mein Traumprojekt war immer die Reise auf dem Amazonas oder einem Nebenfluss mit dem Schiff durch den Urwald. Wird schwierig jetzt wo ich verheiratet bin.

  79. ziggev schreibt:

    @holio (OFF TOPIC):

    Was macht Dein Blog? Habe ich immer sehr genossen, da mal rumzustöbern ! Für die Auswahl meiner Weihnachtsgeschenke – ohne „ad acta“ nicht denkbar. Ich kam einfach nicht mehr drauf, wurde aber dann fündig: „Auf schmalen Pfaden durchs Hinterland“.

    Falls Du es also nicht wieder aufleben lassen willst: Vielen Dank für die Inspiration!

  80. ziggev schreibt:

    ich habe natürlich überhaupt gar nichts gegen eine homegrown Philosophie des „bleibe im Lande und nähre Dich redlich“. Zumal dies beinhaltet, vielleicht erstmal die klassischen deutschen Philosophen zu kennen. Rein philosophisch gesprochen ist das aber eine Zusage zur eigenen Beschränkung. Die, in philosophischer Absicht, ja ihre Berechtigung haben wird. (Erst einmal die eigene Kultur verstehen, bevor es ans Schweifen in andere Gefilde geht.)

    Ich glaube jedoch, dass hieraus ein Fehlschluss enstehen kann, überhaupt eine übertriebene Skepsis gegenüber anderen Kulturen zu entwickeln. „Ick bin all doa “ – wir finden bei Schopenhauer brillante Übersetzungen der Upanischaden, alter indischer Texte.

    Die Tatsachen, die Erfahrungen mit tatsächlichen Flüchtlingen, lehren eine andere Sprache: Kommt die Sprache auf Religion, so meine bisherige Erfahrung, ist die Reaktion, insoders der Syrier: ach, so. Ja, stimmt, hast Recht, Religion gibt es ja auch noch.

    Wir zermartern uns unsere Köpfe, darum, wie es nun religiös bei den „unregulierten Zuwandern“ bestellt sein möchte. – Ich sage Dir, aus der Erfahrung: Das kümmert die einen Scheißdreck! Immer, wenn das Thema Religion aufkam, immer dieselbe Reaktion: Ach so, ja,stimmt, Religion gibt es auch noch (hat zwar nichts mit meiner Situation zu tun, aber wenn Du meinst ..).

    Man sollte die Ursprünge der eigenen Kultur kennen – nur dass für mich hier weniger Heidegger maßgeblich ist, sondern, in der Tat, die mittelalterliche Scholasik. Kant ist gar nicht so schwer, Hegel kann man allerdings nur verstehen, wenn man Zugeständnisse ans klare Denken macht.

    Angesichts solcher Borniertheit, fällt es mir in der Tat schwer, meine Position zu vermitteln. Vielleicht sind es die c.a: 6 Generationen, die mir familiär vorangingen und die allesamt pädagogisch-didaktisch tätig gewesen sind, die es mir erlauben, vorurteilsbefreit, so gut ich es kann, Deutsch zu unterrichten, die es mir schwer machen, mich nicht auf ein humanistisches Bild zu verpflichten. Dieser familiär-geschichtliche Hintergrund ist nicht jeden gegeben. Die Humanisten legten immer einen großen Wert auf Sprachvermittlung. Nun, in meiner Vamilie so seit c.a. 250 Jahren.

    Im Ergebnis sind es diese Flüchtlinge selbst, die mich auf mein humanistischen Weltbild verweisen; die allesamt nur mit einer Anti-Kotz-Reaktion aufwarten, sprichst Du nur über Religion.

  81. Bersarin schreibt:

    Wenn die Religion angeblich so wenig eine Rolle spielt, frage ich mich, weshalb sie dennoch solche Probleme macht und weshalb wir immer einmal wieder davon lesen, wie Christen aus den arabischen Ländern in Flüchtlingsheimen drangsaliert werden. Gut möglich übrigens, ziggev, daß Du einfach nur auf Schutzbehauptungen der Syrer hereinfällst. Andererseits gibt es immer solche und solche..

    Anderer Kulturen sind ganz sicher interessant – man lese nur fleißig, allein da zeigt sich bereits die Vielfalt, von Lévi-Strauss bis hin zu Goethes West-östlichem Divan oder Narivd Kermanni – und ebenso sind Begegnungen wichtig. DAS allerdings ist KEINE Einbahnstraße.

    Was nun die Kultur der Philosophie betrifft, so kann man das nicht in irgendwelchen These und am Mittelalter oder an der Renaissance oder der Antike festmachen. Hier sind einerseits die Bezüge zur Tradition entscheidend, die bis zu den Vorsokratikern reichen, und ebenso sind Fragestellungen zentral. Die Frage „Was ist der Mensch?“ wird je nach Epoche, Zeit und sogar bis in die multipolare Gegenwart hinein nie in eine Richtung hin zu beantworten sein. Sprache allerdings ist zentral, um sich in einer fremden Kultur zu orientieren und sich ihr ein wenig auch anzugleichen.

  82. ziggev schreibt:

    oh, bersarin; ein echtes Philosophiestuduim es hätte es Dir doch ja sehr vehement einleuchten lassen müssen, wie schwach Deine, na, er Höflichkeit halber nenne ich es mal, „Argumentation“ sich doch über alle Maßen verarmt darstellt.

    ich habe da mit den Leuten direkt vor Ort zu tun. Die Syrier haben zumeist Mundgeruch (-eindeutiges Stresssympom). Was Du als locker zu konstatierendes voraussetzt, ist, bei genauer Betrachtung, eine, vielleicht sogar nur Deine, Fiktion.

    Egal, was kommt: Es muss immer „der andere“, mit seinen religiös unterfärbten Überzeugungen konstruiert werden, sonst wäre die Konstruktion der eigenen Selbstgefälligkeit nicht möglich … Wirklich, das liest sich für mich wie Postmoderne für ganz blöde: Wenn isch sage, erfahrungsgesichert, dass „die Syrier“ weit entfernt davon sind, sich oder andere mit religiösen Dogmen zu terrorisieren, dann ist Dein Gegenargument, dass ich „auf Schutzbehauptungen“ der Syrier hereinfallen würde.

    Die Vorverurteilung als valides Argument. Also 2500 Jahre abendländische Philosophiegeschichte in den Orkus geblasen? Na gut. Ich bin schon immer der Meinung gewesen, dass Hegel sich immer nur zu gut geeignet hat, die antilogische Denkweise der Voraufklärung zu perpetuieren.

    Es ist wirklich erschütternd. Eine willkürlich und ohne jede Evidenz vorausgesetzte Meinung wird vorausgesetzt, solcherweise, dass jede widersprechende Evidenz obsolet erscheint, und durch solche Antilogik soll eine völlig willkürliche Position, besser in Anführungszeichen: „Position“, dem Anscheine nach untermauert werden. Nein, hier wird einfach nur nach einer rhetorischen Strategie gesucht, verbal dem eigenen Ressentiment möglichst straflos freien Lauf zu lassen.

  83. Dieter Kief schreibt:

    ziggev, 1 Frage – kann es sein, dass Sie dabei sind, die Geduld zu verlieren?

  84. Bersarin schreibt:

    Man kann das übrigens auch schön umdrehen: Antirassismus des naiven Bewußtseins. ziggev, komm doch einfach mal von Deiner Unmittelbarkeit weg.(Genau das bedeutet übrigens Hegelianismus: Es sich nicht in seiner beschränkten Einzelwahrnehmung gemütlich zu machen.) Es geht hier nicht um den guten ziggev von Sezuan, der sich in seinem Gutsein so gutfühlt, sondern um die politische Dimension dieser Flüchtlingsmengen. Wenn Du hier mit Deinen Einzelfällen kommst, dann können wir auch gerne andere „Einzelfälle“ bringen, die leider aber eine etwas allgemeinere Dimension aufzuweisen scheinen. Dann erzählen wir mal die Geschichte von Ali Baba und den 40 Sex-Syrern aus Freiburg, wo eine Disko inzwischen bestimmte Personengruppen nicht mehr einläßt. Ich hoffe, die Syrer hatten nicht alle bei Dir Sprachunterricht.

    http://www.badische-zeitung.de/freiburg/kein-zutritt-mehr-fuer-fluechtlinge-in-freiburgs-clubs-und-diskotheken–116454714.html

    Oder etwa das Statement des Conne Island, das sehr konkrete Probleme mit Flüchtlingen hat. Ein bemerkenswerter Aufruf, den auch Du lesen solltest ziggev, und ein Statement zudem, das eben nicht rassistisch argumentiert. Aber auch die Probleme nicht leugnet, wie unser Freund der Wegduckerziggev.

    https://www.conne-island.de/news/191.html

  85. ziggev schreibt:

    Ach, wie gut lebt es sich doch mit einer ausländerfeindlichen Voreingenommenheit. Immer auf sicher. Zur Not Hegel.

  86. Bersarin schreibt:

    Man sollte übrigens nicht jeden, der Vorbehalte gegen diese große Anzahl an Flüchtlingen hat, in die Ressentiment- und Rassismus-Ecke stellen. Das ist von der Argumentationsstruktur in etwa so, als würde man jeden Flüchtlingsfreund unterschiedslos als Begrapscherversteher oder als Islamist bezeichnen. Kritiker wie Sloterdijk, Seehofer oder Safranski (und auch ich, Mark793, Dieter Kief und El Mocho) argumentieren ein wenig anders als die Kaliber Petry, Festerling.

    Merkwürdig jedoch, daß gerade die, die so sehr auf die plurale Gesellschaft pochen, Probleme damit haben und zur Radikalintoleranz mutieren, wenn es zur Flüchtlingsfrage Meinungen gibt, die von der eigenen Gesinnung abweichen und die diese Angelegenheit deutlich kritischer sehen. Auch diese Kritik, ziggev, ist eine legitime Haltung. Und damit wirst Du leben müssen. Hoffe mal für die nächste Wahl, ziggev, daß die CSU bundesweit auftritt, ansonsten dürften Dir nämlich die Augen übergehen! Und der übliche Reflex darauf: die Rufe „Alles Rassisten“ ist keine Analyse, sondern die hilflose Kapitulation vor einer komplexen Sache. Laß es Dir gesagt sein. Als jemand, der Philosophie studiert hat, solltest Du eigentlich um den Komplexitätsgrad solcher Probleme und Fragen wissen und hier nicht den naiven August spielen. Etwas mehr Differenzierungen im Blicken und Betrachten täten Dir gut, ziggev. DAS erst heißt, in seinem Beruf als Profi zu arbeiten und nichts als Sozialromantiker. (Wobei solche Begriffe immer gemein gegenüber der guten alten deutschen Romantik sind.)

  87. che2001 schreibt:

    @“Und solange ich es nicht muß, weil ich auf der Flucht bin, trage ich Gepäck nicht auf dem Rücken. Nein, nein, das war nie meine Welt. Ich habe in der Jugend nicht einmal Interrail gemacht, weil es mir zu unbequem war. Auch wenn da die rattenscharfen Frauen fuhren. Mein erster Zelturlaub war auch mein letzter. Meine Welt ist eine komplett andere.“ —– Nun, jedem Tierchen sein Plaisirchen. Ich habe den Louvre genossen und mehr noch die komplette Barnes-Connection im Musée d ´Orsay, aber die Nacht unterm Sternenhimmel des Sinai, nur im Schlafsack, ohne Zelt, und in der Ferne heulten die Schakale, das war das entschieden großartigere, erhebendere Erlebnis. Oder ein Biwak auf 3500 m Höhe, wo die Kameraden vom Nanga Parbat erzählen. Was ich brauche, was für mich Lebensqualität entscheidend ausmacht ist Abenteuer, und das ist nicht ohne Entbehrungen, Strapazen bis zur Erschöpfung und Lebensgefahr zu haben. Das ist die Würzmischung die mir schmeckt. Zum Anderen vertrete ich die Auffassung, wer über Menschen aus anderen Kulturkreisen zu urteilen glaubt sollte zumindest mal empathisch in diese hineingeschnuppert haben um überhaupt urteilen zu können. So wie über Dritte-Welt-Elend am ehesten derjenige etwas sagen kann der dieses schon einmal life gesehen hat. Das ist wie mit Georg Forster und Immanuel Kant: Als Forster Kant in Königsberg besuchte sagte er diesem, auf seinen Weltumseglungen mit James Cook hätte er niemanden getroffen, der Kants Rassenbeschreibungen entsprochen hätte. Daraufhin erwiderte Kant, es reiche eben nicht aus, empirisch in der Welt umherzusegeln, man müsste den Plan und Maßstab im Kopf haben. Forster entgegnete, jemand der nie aus Königsberg hinausgekommen sei habe überhaupt nicht die Kompetenz, so etwas zu sagen. Ich bin da ganz bei Forster.

    ——-Es mag nun auch bar jeder Vernunft sein, aber mein nächstes Ziel ist eine Klettertour größer und schwieriger als alles, was ich jemals gemacht habe, dann kommt eine Reise nach Marokko, auch New York und Indien stehen noch auf dem Plan, und bevor ich das Rentenalter erreiche will ich das alles immer noch steigern, auch wenn das ein immer härteres Training erfordern wird, dem ich mich zum Beispiel morgen wieder aussetzen werde. Das ist das was für mich Erfüllung bedeutet.

  88. Bersarin schreibt:

    Was soll ich an diesen Orten? Die Schakale habe ich im Zoo. Fahrtzeit: 10 Minuten mit dem Auto. Kleiner Scherz. Nein, das ist nicht meine Welt. Meine ist eine andere.

    Was Forster schreibt ist undifferenziert bzw. es handelt sich hier um zweierlei Paar Schuhe. Kant hat sehr genau Berichte studiert, hat gelesen, hat sich Zeitungen kommen lassen und dann über London einen Essay verfaßt. Das kann man auch heute noch machen, solange man es nicht mit Erfahrungen ausschmückt oder vorgibt, eine Expedition zu starten, die man nie machte. Obwohl: auch das geht eigentlich. Hauptsache ist doch, die Sache ist gut geschrieben. Das eine ist der Text, das andere ist das Leben. (Was nützen am Ende schlecht geschriebene Texte von real erlebten? Wobei ich damit nicht Forster meinte – der schrieb brillant.) Andererseits fehlt bei solchen Texten natürlich der Gehalt der eigenen Beobachtung. Aber der ist eigentlich auch gar nicht immer nötig. Es kommt am Ende beim Schreiben auf die Kraft der Imagination an. Dazu läßt sich ganz prima lesen von Pierre Bayard „Wie man über Orte spricht, an denen man nicht gewesen ist“. Ich habe das Buch hier besprochen:

    https://bersarin.wordpress.com/2016/08/10/phantasierte-orte-oder-die-beste-art-des-reisens/

    Da wird gut ersichtlich, was ich damit meine.

    Ich urteile nicht über die Menschen im Irak oder in Syrien, che, sondern ich schreibe über die, die hierher kommen und was das für Probleme mit sich bringt.Und DAS ist ein gewaltiger Unterschied. Ansonsten: Es ist auch Deine Beobachtung in anderen Kulturen eine eingeschränkte – was bereits bei Deinen eigenen kulturellen Präformationen anfängt. Denn Du lebst nicht in dem Land und Du bewegst Dich dort nicht ein oder zwei Jahre, sondern Du bist dort am Ende Tourist. Und ein anderer Tourist beobachtet eben etwas ganz anderes als Du. Problem der Empirie: welche Beobachtung ist nun die richtige?

    Übrigens hat Marx nicht „Das Kapital“ geschrieben, weil er Fabriken besucht hat, sondern weil er über die Funktion von Fabriken nachgedacht hat.

    Wie aber jeder reist und wohin er fährt, ist sicherlich eine Sache des Ermessens. Für die Natur reicht mir der Nahbereich oder ein netter Berggang in Sils Maria auf Nietzsches oder im Engadin auf Adornos Spuren. Nur bitte ohne Herzkasper.

  89. fabsefab schreibt:

    Für all Jene die es heute noch interessiert:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/silvester-in-koeln-polizei-korrigiert-eigene-angaben-ueber-kontrollierte-a-1129870.html

    Ob die Kritik am Polizeieinsatz anders aufgefasst worden wäre, wenn die Polizei von Anfang an mit offenen Karten gespielt hätte? Wäre sie nicht vom empörten Volk im Keim erstickt worden? Hätte es eine ernsthafte Debatte um Grundrechte und die Zulässigkeit von „Präventivmaßnahmen“ gegeben? Wer weiß, wer weiß… Aber eigentlich auch egal, denn es ging ohnehin nicht um Nafris oder Intensivstraftäter. Es ging um ein Exempel und wo gehobelt wird, da fallen Späne. Islamist, Intensivstraftäter, Nafri, Moslem, Kanake, Ausländer. Wer will da schon ernsthaft differenzieren?! Fremd und verroht und lüstern und gefährlich. Wem die innere Sicherheit und die Rettung des Abendlandes eine Herzensangelegenheit ist, den stört der eine oder andere Kollateralschaden nicht. Zumal es ja augenscheinlich gar kein Kollateralschaden war, sondern die Richtigen getroffen hat. Präventiv wirksam, Entschlossen und nicht zimperlich, so gehört sich das 2017! Ein Hoch auf Unsere Polizei! Ein Hoch auf Unsere Justiz! Ein Hoch auf Unsere Journalisten! Ein Hoch auf Unser Land! Und ein Hoch auf Unsere Werte! Rechtsruck, Rassismus, Repression?!? Alles Worthülsen der Jugend.

  90. che2001 schreibt:

    @“Ich urteile nicht über die Menschen im Irak oder in Syrien, che, sondern ich schreibe über die, die hierher kommen und was das für Probleme mit sich bringt.Und DAS ist ein gewaltiger Unterschied.“ ——- Das habe ich auch nicht behauptet. Ich habe nur Deiner Selbstverortung die meinige gegenübergestellt in eher beschreibend-illustrativer Absicht.

  91. Bersarin schreibt:

    @ Fabs: Wo ist das Problem? Im Rahmen der gerechten Quotierung sind nun wenigsten auch 46 Deutsche mit dabei. Dafür ist statt der Nordafrikaner nun mehr Araber im Kessel drinnen. (Wo ist eigentlich der Unterschied?) Machen wir am besten Anafri draus: Arabisch-nordafrikanisch. Ändert nur leider nichts an der Sache, daß die Polizei richtig gehandelt hat und massiv kontrollierte, um ein Desaster wie 2015 zu verhindern. Und wer klug war, sprach eh immer von Arabern und Nafris. Man achte auch auf die Formulierung „nur wenige Menschen mit Dokumenten aus nordafrikanischen Staaten“. Das bedeutet eben noch lange nicht, daß sie deshalb NICHT aus nordafrikanischen Staaten kommen müssen.

    Ansonsten schlägst Du mal wieder alles über einen Leisten, ohne die Probleme und die Ebenen zu differenzieren. Weil es Rechtsradikale und Nazis gibt, kann das wohl kaum heißen, daß es die Polizei nun Sexübergriffe auf Frauen zuläßt und sich aus dem öffentlichen Raum an einem markanten Platz zurückzieht. Hätte die Polizei übrigens sich nach Silvester überhaupt nicht zu diesem Einsatz geäußert, wäre der Protest noch sehr viel heftiger ausgefallen. Wenn übrigens Grundrechte verletzt wurden, wie Du hier im Dauerstakkato behauptest, frage ich mich, weshalb es bisher noch nicht zu einer Klagewelle geführt hat.

  92. Bersarin schreibt:

    @ che: Wir haben da halt einen unterschiedlichen Blick, che. Zusammen verreisen werden wir vermutlich nicht.

  93. fabsefab schreibt:

    Die Polizei hätte auch anders handeln können. Sie hätte keinen Präventivkessel einrichten und keine Selektierung nach Phänotyp vornehmen müssen. Mit 1700 Beamten vor Ort wäre es sicherlich nicht zu einem Desaster gekommen. Das von dir und so gut wie allen Personen der Öffentlichkeit, Parlamentariern, etc. eine Kritik an der Polizei als unverhältnismäßig abgetan wird, hat sicher etwas damit zu tun, wer die Betroffenen dieses Einsatzes waren. Und das hat nun mal etwas mit Rassismus zu tun. Da brauche ich nicht groß differenzieren. Und nochmal zur Polizei: Warum gibt die Exekutive falsche Informationen an die Öffentlichkeit? Das kann doch nicht sein. Warum wird sowas nicht skandalisiert? Warum ist statt dessen die Kritik an der Polizei der Skandal? Da läuft doch irgendwas falsch. Ein Institution wie die Polizei muss sich Fragen gefallen lassen, insbesondere wenn Grundrechtsverletzungen im Raum stehen. Und dies auch (vielleicht in dieser gesellschaftlichen Situation sogar gerade dann) wenn die die Betroffenen keine Biodeutschen sind.

  94. Bersarin schreibt:

    Hast Du schon gegen die Grundrechtsverletzung geklagt? Bevor Du hier weiter jammerst und deklamierst, solltest Du mal Deinen Hintern bewegen. Aber Du hast recht – es ist ausgesprochen ungerecht, daß die Polizei keine Chinese und auch die Klingonen nicht kontrolliert hat. Sie wird nächstes Mal auf den gut ausgebildeten und kenntnisreichen Einsatzleiter fabsefab hören.

  95. che2001 schreibt:

    Zum Thema Conne Island übrigens: Das sind Hardcore-Antideutsche der Pro-Broder-Fraktion.

  96. fabsefab schreibt:

    Mir ist halt ziemlich nach Jammern zumute, wenn bisher hochgeschätzte Autoren plötzlich anfangen rassistisch vom Leder zu ziehen und mehr Abschiebung, mehr Kontrolle, mehr CSU fordern. Traurig, enttäuschend, beunruhigend. Aber ich bin hart im nehmen und blicke freudig neuen Beiträgen zu Literatur, Kunst und Ästhetik entgegen. Politik gehört ja zum Glück nicht zu deinen Lieblingsthemen. Allerdings bleibt zu befürchten, dass 2017 dein Jahr werden könnte…

  97. Dieter Kief schreibt:

    @ fabsefab – wir hatten das schonmal – Wie rassistisch sind polizeiliche, kesselartige Bundesliga-Selektionsmaßnahmen, ausgerichtet auf verschiedene Fangruppen (= diversen „Phänotypen“) **?
    Welcher Rasse sind Nordafrikaner u n d Syrer u n d Afghanen (usw.)?

    ** irgendwie gefällt mir der Kalauer jetzt – – obwohl – oder weil? – unbeabsichtigt, (zunächst…).

  98. Bersarin schreibt:

    Ändert das etwas an den Fakten, che? Doch wohl nicht. Klar, das Conne Island paßt vielen nicht ins ideologische Konzept. Es ist jedoch ein ziemlich cooler und guter linker Veranstaltungsort. Und sie sagen, wie es ist, anstatt so zu tun, als herrsche Friede, Freude, Eierkuchen, wie wir es bei der Gesinnungslinken gerade erleben. Und mit Broder haben die vom Conne Island nun überhaupt nichts am Hut – das ist schlicht Unsinn. Allerdings erschüttern diese Berichte auch aus linken Kreisen, die dann tatsächlich mit einer VIELZAHL an Flüchtlingen zu tun haben, die nette Idee vom guten Flüchtling.

    @ fabs: Das sind genau dieselben undifferenzierten Äußerungen, wie ich sie bereits bei ziggev feststellte. Allein: Die gute Gesinnung macht noch nicht den guten Menschen. Du solltest ein wenig Deine Augen öffnen und nicht durch die rosarote Brille in die Welt blicken. Ich sag ja immer so: Ein Liberaler ist ein Konservativer, der noch nicht überfallen wurde. Viele Kölner und vor allem viele Frauen sind froh über diesen Polizeieinsatz. Es gab übrigens in diesem Jahr am Hauptbahnhof „lediglich“ zwei sexuelle Belästigungen. Im Gegensatz zum letzten Jahr mit rund 500 Anzeigen zu Sex-Delikten. Merkst Du nun etwas fabs? Aber irgendwie scheint Dir das egal zu sein. Hauptsache Antirassismus und sei es auch nur einer, der sich im eigenen Kopf abspielt. Und wenn man dazu noch vollmundig ein paar Slogans wie Alerta Antifascista ab- und aufrufen kann, dann schmeckt hinterher das Bier umso besser.

  99. Bersarin schreibt:

    Ach, und zu den Nationalitätsangaben der in Köln Überprüften noch eine Schnurre aus der „Berliner Zeitung“: „Selbst die vier ‚Sprachermittler‘, die die Polizei in der Silvesternacht unterstützten – Sozialarbeiter, von denen manche selbst nordafrikanische Wurzeln haben – hätten die Männer zunächst überwiegend als Nordafrikaner beschrieben.“ Aber warten wir mal ab, was die genauere Überprüfung der Papiere ergibt und was das für „Dokumente“ sein mögen, die die Männer vorzeigten, die zur Party nach Köln reisten.

  100. che2001 schreibt:

    Zu der Frage wie ich Conne Island einordne hier ein Link:

    https://che2001.blogger.de/stories/415434/

  101. fabsefab schreibt:

    Es geht mir nicht um stumpfen Antirassismus. Ich sehe auch sehr viele Probleme in Bezug auf islamisch Sozialisierte. Das Leben in arabischen Gesellschaften macht kaum jemandem zum besseren Menschen. Vermutlich läuft es einem aufgeklärten, freiheitsliebenden Duktus sogar zuwider. Das Menschen- und insbesondere das Frauenbild sehr vieler Araber ist absolut unterirdisch. Und der dauerprekäre Status (sowohl ökonomisch, als auch aufenthaltsrechtlich) macht das alles nicht besser und es wird in Zukunft noch viele Probleme geben (als Paradebeispiel scheint mir hier das Connie Island auch gut gewählt, Bersarin), allerdings bezweifele ich dass das Abendland untergehen oder sich sowas wie Köln 2016 wiederholen wird. Ich denke es gibt Mittel und Wege diesen kulturellen, sozialisationsbedingten Unterschieden und den daran anknüpfenden Problemen zu begegnen. Sozialpolitische Lösungen fruchten ´hier vermutlich eher, als stumpfe Repression. Aber ich bin kein Politiker. Und darum ging es mir in meinen Kommentaren auch nicht. Mir ging es darum dein Lob an dem Polizeieinsatz und den darin latent zum Ausdruck kommenden Rassismus zu kritisieren. Das war für mich sehr viel erschütternder, da dies von jenen autoritären Charakterzügen zeugt, wie sie momentan das gesamtgesellschaftlichen Klima vergiften. Wo wird dieser Wunsch nach mehr Repression, Abschiebung, Spaltung hinführen? Wohin sollen die Menschen abgeschoben werden und welche „Werte“ sollen/können dies rechtfertigen? Ist das auch schon zu naiv und rosarot? Vermutlich schon. Es werden momentan fleißig Gesetzte geändert und der Wille des Volkes in Bezug auf „die Anderen“ bricht sich überall bahn. Es vollzieht sich ein Rechtsruck, nicht nur in Deutschland. In den USA Trump, in Frankreich Le Pen. Und für Deutschland fordert Bersarin eine bundesweit antretende CSU. Vielleicht bin ich auch noch nicht oft genug von „den Anderen“ Überfallen worden und hab in meiner kleinen Blase bisher eher schlechte Erfahrungen mit Nazis und Polizisten gemacht, aber mich beunruhigt diese Tendenz.
    Und @ Dieter Kief: Zwischen Fanotypen und Phänotypen (Ha, ha) herrscht ein entscheidender Unterschied. Dazu steht glaub ich auch was im Grundgesetz, nur um das an dieser Stelle nochmal anzuführen…

  102. Dieter Kief schreibt:

    @ fabsefab – Ok, Grundgesetz, wichtig, stimme zu.
    Gebe zu bedenken: Es steht nichts im Grundgesetz bezüglich des polizeilichen Umgangs mit Gruppen von Verdächtigen. Deshalb können in allen deutschen Städten jederzeit Fußballfans nach gruppenrelevanten Merkmalen (Fan-Artikel, Trikots, Schlachtgesänge usw.) getrennt, herumkommandiert, eingekesselt, kontrolliert, untersucht, usw. werden. Müssen öfter mal, getrennt, herumkommandiert, … usw. werden, wie ich finde.
    Wenn Sie das Vorgehen der Kölner Polizei über den Rassismus-Leisten scheren, sieht’s natürlich sehr viel relevanter aus, und wirft sehr viele der grundsätzlichen Fragen auf, die Sie diskutieren. Allein, ich meine, Sie greifen hier zu hoch. – Die sich tatsächlich stellenden Fragen sind vom undramatischen Typ. So wie die aus meinem Fußball-Beispiel.

  103. che2001 schreibt:

    Die Betreiberinnen von Conne Island haben ein affirmatives Verhältnis zu den israelischen Streitkräften (die stellen sich schon mal vor eine Moschee oder ein islamisches Kulturzentrum und skandieren im Rhythmus von „Nie, nie, nie wieder Deutschland!“ „Hub- Hub- Hubschrauberangriff“) und sehen „Die Araber“ bzw. „Die Muslime“ (Was ja überhaupt nicht deckungsgleich ist) als generalisiertes Feindbild an. Was aus der Quelle kommt ist so vertrauenswürdig wie das Thule-Seminar.

  104. fabsefab schreibt:

    Ist es wirklich undramatisch, wenn Menschen nach ihren Rassemerkmalen selektiert und behandelt werden? Ich finde nicht, auch wenn ich mir über den sehr moralischen Impetus meiner Position im klaren bin und ich mir eine gewisse Bauchgefühlargumentation nicht absprechen würde.

  105. Bersarin schreibt:

    @ che: Kannst Du das, was Du da behauptest, bitte mit Textquellen belegen? Dein Blog-Text ist übrigens von 2006; zudem sehe ich darin nicht den bezug zum Conne island. Ich verstehe natürlich gut, daß Dir das Statement vom Conne Island nicht so gut in den Kram paßt. Aber das ist nun kein Grund die Glaubwürdigkeit dieses Berichts mit Allgemeinplätzen anzuzweifeln.Zumal diesen Text ja nicht einer alleine geschrieben hat und es für diese vom Conne Island geschilderten Szenen Zeugen gibt.

  106. Bersarin schreibt:

    fabs, Wachsam zu sein, ist ohne Frage wichtig und wenn die Praktik in Köln sich in dieser Weise jeden Tag abspielte, dann wäre es ein Grund, Alarm zu schlagen, das sehe ich ebenso.

  107. Bersarin schreibt:

    Ansonsten, fabs, haben wir hier nun alle Ansichten zu Köln ausgetauscht. Deine sind deutlich anders als meine, und ich halte das, was Du schreibst, für alarmistisch, aber ich will Dir Dein Bauchgefühl natürlich nicht absprechen, kann Dir aber beruhigend versichern, daß es Dich trügt. Ob es sich tatsächlich um einen unrechtmäßigen Einsatz handelt, werden dann die Gerichte entscheiden.

  108. Bersarin schreibt:

    Ach und noch etwas fabs: daß die CSU bundesweit antreten sollte, müßte eigentlich auch in Deinem Sinne sein, weil das nämlich für ein „lediglich“ konservatives Klima in der BRD sorgen wird. Eine AfD mit rund 30 % bei der Bundestagswahl würde eine Abkühlung weit weit rechts von konservativ bedeuten. Bete also für die CSU, daß sie sich besinnt. (In diesem Sinne entfaltet des seligen FJS Satz, daß es rechts von der CSU keine Partei geben dürfe, sein Ingenium.)

  109. fabsefab, verstehe ich dich richtig, dass die Polizei erst einschreiten sollte, wenn was passiert ist? Wirklich?

  110. Wenn bestimmte Menschen, die anhand ihrer äußeren Erscheinung erkennbar sind, sich in bestimmter, unerwünschter Weise verhalten, dann muss man die natürlich auch anhand ihrer Erscheinung identifizieren. Was ist daran rassistisch? Schließlich werden die wegen des Verhaltens sanktioniert, nicht wegen des Aussehens. Der Schluss vom Aussehen auf das Verhalten ist in diesem Fall Ergebnis empirischer Erfahrung. Natürlich haben nicht alle Nordafrikaner oder Muslime ein Frauenbelästiger-Gen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie in dieser Richtung tätig werden, ist offenbar groß. Ich würde das vor allem auf ihre Erziehung zurückführen, aber das ist ein anderes Thema.

  111. fabsefab schreibt:

    Bei einer so sensiblen Angelegenheit wie dem „Schluss vom Aussehen aufs Verhalten“ (Ab wann gilt so ein Schluss denn als empirisch belegt? Wer entscheidet das, nach welchen Maßstäben? Feiert nicht die Mehrheit der Araber, Nafris, Flüchtlinge, Menschen mit Migrationshintergrund, etc. friedlich bzw. nach deutschem Normalstandard? Woher nimmst du die Behauptung, dass die Wahrscheinlichkeit das Muslime/Nordafrikaner Frauen belästigen groß ist?) hätte es m.E. eine andere Polizeitaktik geben müssen. Es ist nun mal etwas ganz anderes verfeindete Fußballhools oder Antifas und Nazis polizeilich voneinander zu trennen, als alle arabisch aussehenden Menschen von den Nicht-Arabern. Da muss sich die Polizei ne andere Taktik überlegen und das sollte auch von ihr verlangt werden dürfen. So ne Idee von Einsatzleiter Fabs: Mit 1700 Beamten hätte es vermutlich gereicht massiv Präsenz zu zeigen, jederzeit Ansprechbar zu sein, eine klare Ansage am Bahnhofsausgang zu machen und bei auffälligen Männergruppen auch mal nach dem Ausweis zu fragen, um mögliche Straftäter davon abzuhalten freizudrehen. Ich denke, dass wäre im Rahmen des Möglichen gewesen. War aber nicht gewollt. Statt dessen wurde ein Freiluftknast errichtet, ein Exempel statuiert und damit die Spaltung der Gesellschaft weiter vorangetrieben. Das wütende/verängstigte Volk freut sowas natürlich. Doch das ist der falsche Weg und mit Sicherheit keine Präventivmaßnahme die ein friedlicheres Miteinander fördert.

  112. ziggev schreibt:

    (habe ja eignetlich noch vor, meiner letztigen Provokation noch „Butter bei die Fische“ folgen zu lassen. Ja, wäre mir sogar wichtig. Im Moment müssen wir jedoch entscheiden, wie wir mit der Situation sehr unterschiedlicher Sprachniveaus im Deutschen bei Armeniern, Kurden, Syriern (…) umgehen werden …) –

    Aber, ehrlich, das Schlimmste an den Flüchtlingen ist deren manchmal desolater Gesundheitszustand. Nicht nur dass die oft schlechte Zähne haben, dazu noch die Mittelohrentzündungen (Kopftuch statt Mütze), diese echt entnervenden Ungewissheiten, ob die Kinder gerade wo von ner Bombe zerfetzt wurden, die Gewissheiten, die Lernunfähigkeiten bewirken oder depressive Flucht ins Dauer-Schlafen.

    Und dann der Mundgeruch, offensichtlich stressbedingt. Es ist einfach eine Zumutung! Wie kann jemand erwarten, bei ner Integration unterstützt zu werden, beim Spracherwerb, wenn er stressbedingt aus dem Mund riecht ?!

  113. Dieter Kief schreibt:

    @ ziggev

    „Wie kann jemand erwarten, bei ner Integration unterstützt zu werden, beim Spracherwerb, wenn er stressbedingt aus dem Mund riecht ?!“

    Das ist eine Herausforderung.
    Anhalten zum Zähneputzen.
    Mundgeruch ist häufig Folge von Zungenbelag – Zungenreiniger (Schaber) kaufen, aushändigen – zeigen, wies geht. – Nachfragen.
    Alternativ – Zanhbürste mit rückseitigen (!) Noppen – damit geht die Zungenreinigung auch.
    Schaber u/oder Zahnbürste können erhebliche Unterschiede machen.
    (Männer u Frauen wg Intimscham trennen bei der Demonstration).
    Gutes Gelingen!

  114. Bersarin schreibt:

    Dieter Kiefs Vorschlag hat etwas für sich, um die aufgeheizte Emotion auf die richtige Pflegebasis zu bringen. Vielleicht könnten diesen Einsatz ja sogar Firmen noch zum werbemäßigen Sponsoring nutzen: Diese Zahnbürste wurde gestellt von Procter und Gamble.

  115. Bersarin schreibt:

    Und ansonsten, ziggev, muß man die Bereiche differenzieren. Das eine sind sinnvolle private und staatliche Hilfen für Menschen in Not, das andere sind die politischen Aspekte. Ganz wesentlich ist es, die Ursachen von Flucht und Vertreibung zu beseitigen. Und das heißt: Endlich Frieden in Syrien und im Irak zu schaffen. Das aber bedeutet einen radikalen Kurswechsel der westlichen Politik, insbesondere der der USA. Und es bedeutet auch, daß die BRD und überhaupt Europa ihren Gefolgskurs gegenüber der USA endlich aufgeben. Insofern hat die Wahl Trumps dann doch auch etwas Gutes, um es mal zynisch zu formulieren. Und plötzlich ist auch wieder Kritik an den USA en vogue, wo es früher noch uniso als PR-Maßnahme hieß: Das ist aber Antiamerikanismus.

  116. che2001 schreibt:

    Da stimme ich nun wieder völlig zu. Was Deine Frage nach Textquellen zu Conne Island angeht: Zu dem geschilderten Ereignis gibt es keinen Link – war halt real life – aber folgende Quellen belegen das von mir Geschriebene m.E. schon:

    http://rhizom.blogsport.eu/2011/05/02/uber-die-ideologische-verstrickungen-rechter-und-linker-islamkritik-teil-1/

    http://rhizom.blogsport.eu/2010/05/24/quo-vadis-leipzig-oder-nie-wieder-antira/

    http://www.conne-island.de/nf/221/17.html

  117. ziggev schreibt:

    ja. Und Merkel hat einer buntschillernden Diskussion, wie wir sie jetzt in Sachen Trump erleben, mit ihrem „welcome“ weise vorgegriffen. Sonst würden wir heute über DDR-Grenze erprobte Selbstschussanlagen an der deutschen Grenze diskutieren. Aufrufe für Freiwillige, wer will und kann die Deutschen (wenn schon nicht die europäischen) Grenzen verteidige, Waffe kann mitgebracht werden.

    hege da keine Zweifel. Sehen wir uns nur an, wie die Diskussion wegen des Berlin-Attentats verläuft. Ganz anders in Amerika, im guten alten Amerika der ehemalig europäischen Eliten. Wir müssen wirklich erst nach New York schauen, um Sätze (Gemeinplätze, meines Erachtens) zu lesen, wie:

    „Germany, on the other hand, increasingly appears to be the strongest remaining bastion of liberal democracy.“

    Exakt das sagte Merkel vor einem Jahr: Irgendwer muss die europäischen Werte hochhalten.

    http://www.newyorker.com/culture/cultural-comment/the-frankfurt-school-knew-trump-was-coming

  118. Bersarin schreibt:

    Irgendwie scheint Dir Frieden in Syrien scheißegal zu sein, habe ich den Eindruck. Es geht aber nicht primär darum, daß der ziggev den Flüchtlingen helfen darf, damit er eine Bescäftigung hat, sondern Ziel der Politik muß es sein, daß Menschen in Frieden, in ihrer Heimat ihr Leben führen können. Angela Merkel hätte übrigens in ihrem Leben genügend Zeit gehabt, die europäischen Werte hochzuhalten. In der Griechenlandfrage, wenn Menschen nicht mehr medizinisch versorgt werden, weil das Geld fehlt, bei Hartz IV oder als Merkel 2003 ellentief in Bushs Arschloch kroch, um sich für den Irakkrieg starkzumachen. Meintest Du diese europäischen Werte?

  119. Bersarin schreibt:

    Sorry che, aber Rhizom ist nun ein ausgesprochener Muslimarschkriecherblog. Da könnten der IS oder die Muslimbrüder ganze Dörfer ausradieren und es würde der Klassenkasper Klauda noch einige verständnisvolle Worte von wegen Mehrfachdiskriminierung finden.

    __________

    Da lobe ich mir dann doch die Zahal.

  120. Bersarin schreibt:

    Der Link zu Conne Island, che, belegt gar nichts. Das ist von der Struktur her so, als behauptetest Du, die Romane von Günter Grass seien mißraten, weil Grass in der Waffen-SS war. Guilty by Assoociation ist kein Argument für irgendetwas, sondern das Gegenteil eines Arguments.

    In Conne Island mögen Antideutsche sein. Aber ob die Linke nun zu den Kurden oder zu den Israelis reist: Who cares? Jeder nach seiner Facon.

  121. Bersarin schreibt:

    Ansonsten denke ich, che, daß das Benennen auch von Kriminalität und Sexübergriffen bei Flüchtlingen – die nebenbei gesagt genauso bei Biodeutschen vorkommen – nun gerade kein „Wegdefinieren von Rassismus“ ist. Was ist das für ein dumme und sinnfreie Logik, derer sich rhizom da bedient? (Mal abgesehen von dieser entsetzlichen und dummen Sprache linker Labertexte aus dem Politbüro der Rechtschaffenen.) Wenn ich benenne, daß auf dem Al Quds-Tag der Antisemitismus sein wahres Gesicht spazierenträgt, ist dies nicht Rassismus, wenn eine linke Institution wie das Conne Island anspricht, daß sie mit bestimmten Personengruppen vermehrt ein Problem hat, ist das ebensowenig Rassismus, sondern es werden berechtigte Probleme zum Thema gemacht. Oder hältst Du das Verschwiegen von Problemen und das Wegducken für den richtigen Weg, che? Ich halte das für die denkbar dümmste und zudem für eine verlogene Strategie.

    Im übrigen, che, weiß ich nicht, was an solchen Sätzen vom Conne Island aus besagtem Statement rassistisch ist:

    „Während im Sommer 2015 am Münchner Hauptbahnhof Bürger_innen Kuchen und Kuscheltiere an ankommende Geflüchtete verteilten, besann sich der sächsische Mob der neunziger Jahre und machte verbale und körperliche Übergriffe auf Migrant_innen und deren Unterkünfte wieder zur Normalität. Als Konsequenz dieser Entwicklungen beschloss das Conne Island-Plenum, sich der „Welle der Willkommenskultur“ anzuschließen und den Laden aktiv für Geflüchtete zu öffnen, für deren Teilhabe zu werben und ihnen das kulturelle Angebot für den Spendenbeitrag von 50 Cent zur Verfügung zu stellen. Außerdem fassten integrative Projekte im Conne Island Fuß, wie zum Beispiel Skateboard- und Fahrradselbsthilfeworkshops oder Deutschkurse. Das fühlte sich gut an – schließlich wollten wir nicht hinter der sich vor Hilfsbereitschaft überschlagenden Zivilgesellschaft zurückstehen. In dem Gefühl, das Richtige zu tun und den Legidist_innen und ähnlichem Volk irgendwie etwas entgegenzusetzen, bestand kurzweilig eine große Sorge des Plenums darin, nicht schnell genug möglichst vielen Geflüchteten das Angebot publik machen zu können.“

  122. fabsefab schreibt:

    Ich stimme Bersarin in Bezug auf das „Wegdefinieren von Rassismus“ zu. Das Gerede vom sogenannten antimuslimischen Rassismus oder eurozentristischer Ideologie, ist meist nicht mehr als ein antiaufklärerischer Reflex.
    In Bezug auf die Conne Island-Debatte, will ich noch anmerken: Hätte das Conne Island sich dazu entschlossen, der umliegenden, deutschen Dorfjugend Eintritt für 50 Cent zu gewähren (und würde die Dorfjugend fast ausschließlich aus Männern bestehen), hätten sie vermutlich ziemlich bald (vielleicht sogar noch schneller??) vor ähnlichen Problemen gestanden.

  123. che2001 schreibt:

    Rassistisch ist daran gar nix. Ich weiß nur aus meinen Erfahrungen in der Flüchtlings- und Antirassismusarbeit dass aus der Conne-Island-Ecke sehr regelmäßig Aktivitäten der Richtung „Die israelischen Streitkräfte sind großartig und der Palis der Feind“ kommen, Bahamas-Leute hofiert werden (und in der Tat, das sind für mich Kulturrassisten) und das alles nun mindestens 15 Jahre Kontinuität hat. Und insofern bin ich bei Conne Island als Quelle skeptisch.

    Verschweigen von Problemen und Wegducken halte ich nicht für sinnvoll. Dass allerdings das Skandalisieren von sexualisierter Gewalt die von Flüchtlingen ausgeht sich von der Entstehung araberfeindlicher Hetze im öffentlichen Diskurs schon nicht mehr trennen lässt ist evident. Es ist dann fallweise abzuwägen wie damit umzugehen ist.

    Btw. was Rhizom angeht halte ich das für ein sehr verdienstvolles Blog das sich mit Rassismus und Homophobie beschäftigt, auch wenn ich mit dem Autor hinsichtlich seiner Beurteilung der Antideutschen (die ich für eher irrelevant halte) überhaupt nicht übereinstimme.

    Und bezüglich der Bewertung von Köln bin ich ganz bei Hartmut.

  124. ziggev schreibt:

    es wird langsam peinlich. völlig aus der Luft gegriffene Angriffe gegen mich plus Lächerlichmachung, bloß weil der Typ aus Afghanistan z.T. meiner zum Dank jetzt das Perfekt beherrscht. ich suche und suche und suche und suche … aber nirgends irgendwelche argumentative Struktur zu erkennen.

    es geht darum, zu differenzieren, ja. Nämlich darum, ob man in bestimmten Fragen differenziert oder nicht. Wollen wir die Frage der Einwanderung AFD, Trump und Consorten überlassen, ja oder nein?

    Deine Argumentation stützt sich alleinig darauf, mich, weil ich mich engagiere, als lächerlich darzustellen. Wie albern! Ich unterrichte manchmal kriminelle wie alle anderen auch, das ist mein humanistisches Erbe, welches seit 6 Generationen in mir steckt. Ein bisschen Zeitraffer, auf den Moment fokussiert, ja, das war z.T mein Milieu.

    Glaubst Du wirklich, ich würde Deutsch unterrichten, um für mich mein „Gutmeschentum“ zu streicheln? Wenn ja, was für ein mangelndes Verständnis der Funktion der Sprache, seit Herder, muss dann beklagen! Wie gesagt, nur peinlich.

    Für Leute wie Dich, denen offenbar jegliche Entwicklung der Gesellschaft vollkommen am Arsch vorbeigeht, diesem lächerlichen Einkommen von XX zum Grunde, muss es vollkommen unwahrscheinlich erscheinen: Ich würde auch IS-Terroristen in Deutsch unterrichte, solange sie daraus kein Bohei machen.

    Nein, welche Unbildung ! Ist es denn wirklich so schwer zu verstehen, dass die Sprachvermittlung eine kulturübergreifende „Aufgabe „ist ?

    Bersarin, ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich ein treuer „follower“ bin. Und manchmal hatten wir Auseinanderstzungen, die mir näher gingen, als nur an die Nieren. Vergessen!

    Aber diese jede philosophische Sorgfalt vergessende „Argumentation!“ werde ich nicht weiter tolerieren

  125. ziggev schreibt:

    ach, und ich finde,anstatt des krokodiltränen-gesättigten Herumgejammeres ob der ach so erhobenen „Leitkultur“ sollten wir erneut nach New York schauen

    http://www.newyorker.com/magazine/2014/09/15/naysayers

  126. bersarin schreibt:

    ziggev, Du solltest einfach mal genau lesen. Wirklich! Und mit der von Dir eingeforderten philosophischen Sorgfalt die Ebenen auseinanderhalten. Also bitte exakt lesen und immer mal biblisch sehen, so von wegen Splitter, Auge, Balken. Ich schrieb es bereits mehrfach: Das eine ist das private Engagement, das andere sind politische Aspekte. Und die heheren Werte, die angeblich Frau Merkel plötzlich vertritt, die habe nicht ich ins Spiel gebracht, sondern Du. Ich habe Dir darauf entgegnet, was es mit diesen Werten auf sich hat. Was Dein privates Engagement angeht, so ist das Deine private Sache. Fein, daß Du es tust. An dieser Stelle aber, hier im Blog benutzt Du es als Argument für etwas, verallgemeinest es, hebst Dein Privates zum Universalprinzip und willst daraus einen Mehrwert bzw. ein Argument für eine bestimmte Politik ableiten. Das funktioniert aber so nicht. Und aus diesem Grunde plädierte ich polemisch dafür, die Ebenen zu trennen. Im übrigen bleibt es dabei, daß es das beste Argument gegen Flucht und Vertreibung ist, Fluchtursachen zu bekämpfen. In Syrien ist es der Krieg. Und diese Ursachenbekämpfung gilt auch für die Maghrebstaaten, wenn die EU (oder China) durch billige Importe die Landwirtschaft dort zerstören und den Menschen die Arbeitsgrundlage genommen wird.
    ________

    che: An dem Statement vom Conne Island ist nichs, aber rein nichts rassistisch. Sondern ganz im Gegenteil wird ja sogar der Beifall von der falschen Seite – völlig zu recht – thematisiert. Und natürlich darf eine Kritik an bestimmten Dingen nicht zum Generalverdacht gegen Araber führen. Das sehe ich wie Du.

    In der Sache Köln sehen wir die Sache anders. Wir werden das nicht klären können, weil jeder die Zahlen anders interpretiert. Ich denke auch, daß wir darüber genug debattiert haben und der Diskussion nun eigentlich keine neuen Aspekte und Argumente hinzugefügt werden. Insofern kann man nur mit Marcel Reich-Ranicki und Goethe sagen: Wie immer sehen wir betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen. Oder aber: We agree to disagree.

    ___________
    Fabs, ins Conne Island kommt nur bedingt Dorfjugend. Leipzig ist wie Berlin eine Großstadt mit vielen Menschen. Ansonsten hast Du natürlich recht. Sexübergriffe gibt es genauso von sogenannten Biodeutschen. Und hier nun aufzuwägen oder abzuzählen, ätschibätschi, die einen haben aber mehr gegrabscht als die anderen, ist bei einem solchen Thema nicht wirklich zielführend, sondern Kindergarten.

  127. Na gut, dann will ich auch noch mal ein persönliches Erlebnis berichten. Ich hatte kürzlich Gelegenheit, eine Berufsschule zu besichtigen, an der 150 Flüchtlinge aufgenommen wurden, bei 1400 Schülern insgesamt. Das war in einer Kleinstadt (ländliche Berufsschulen haben i.d.R einen großen Einzugsbereich und viele Schüler). Es läuft anscheinend ganz gut, ohne größere Konflikte. Die meisten sind in Familien untergebracht und man kümmert sich um sie, sie sind in Sportvereinen aktiv und in Kirchengemeinden (teilweise auch die Muslime). In Niedersachen gibt es ein Programm namens SPRINT

    (http://www.mk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/foerderung_von_fluechtlingskindern_niedersaechsischen_schulen/sprint/sprint-projekt–138199.html)

    D.h. sie lernen ein halbes Jahr lang nur Deutsch, erst danach wird an Berufsausbildung gedacht. Erscheint bei der Altersgruppe auch sinnvoller, als wenn sie erst einen Schulabschluss nachholen müssten.

    Ich hatte den Eindruck, dass die es schaffen könnten und eine Zukunft in Deutschland haben werden. Aber das sind natürlich ideale Voraussetzungen, die für eine oder anderthalb Millionen Flüchtlinge nicht gewährleistet werden können. Und natürlich wäre auch dann nichts geschafft, denn etliche Millionen warten nur darauf, nach Deutschland zu kommen.

    Und noch was ist zu bedenken: Unter den 150 Flüchtlingen waren drei (!) Mädchen, alle anderen waren junge Männer zwischen 16 und 21 Jahren. Scheint mir keine günstige Entwicklung zu sein, wenn man diese Verhältnisse auf mehr als eine Million hochrechnet. Bekanntlich herrscht in Deutschland Frauenmangel (bei unter 40jährigen); Übergriffe sind da vorprogrammiert. Und noch was fiel mir auf: Man hatte Afrikaner und Araber in unterschiedlichen Klassen untergebracht, offenbar mögen sie sich nicht besonders (das dürfte auch für viele der gewalttätigen Vorfälle in Flüchtlingsunterkünften verantwortlich sein).

    Ich könnte auch noch über die Erfahrungen meiner Frau (Kindergärtnerin) mit muslimischen Kindern sprechen, höchst problematisch, aber das ist eine andere Baustelle.

    Jedenfalls bin ich fest überzeugt, dass das nicht so weiter gehen kann, es muss Schluss sein mit der Massenzuwanderung. Wer anderer Meinung ist, soll bitte sagen, wie er sich die weitere Entwicklung vorstellt. In Afrika leben 700 Millionen Menschen, Muslime gibt es über eine Milliarde. Die meisten davon könnten ihre Lebensbedingungen durch Auswanderung nach Deutschland umgehend erheblich verbessern und würden kommen, wenn man sie ließe. Wie viele sollen wir aufnehmen und wie soll das finanziert werden?

    Ich denke das ist keine realistischen Perspektive. Notwendig ist aus meiner Sicht ein Signal dahingehend, dass Deutschland niemand oder nur sehr wenige aufnimmt. Gleichzeitig muss man natürlich auch auf die Politik in den Herkunftsländern einwirken, aber da sind die Möglichkeiten beschränkt. Wir gehen unruhigen Zeiten entgegen, in jedem Fall.

  128. fabsefab schreibt:

    „Wessen Identität wesentlich davon geprägt ist, dass er sich als Opfer äußerer Umstände begreift; wer, statt sorgsam die eigene Verwicklung in Geschlechterverhältnisse zu begreifen, ihre Ambivalenz im dazu stigmatisierten »Nafri« bekämpft, der entspricht dem psychologischen Profil desjenigen, der dazu neigt, Frauen sexuell anzugreifen.“

    http://jungle-world.com/artikel/2017/03/55583.html

  129. Bersarin schreibt:

    Das ist allerdings keine besonders freundliche Charakterisierung von Flüchtlingen. Natürlich müssen im Islam Sozialisierte ihre Verwicklungen begreifen, aber sie pauschal als Sexgangster abzutun, ist schlicht dumm und zudem ein Fehlschluß in der „Argumentation“. Vom Einzelnen läßt sich nicht auf alle schließen.

  130. h.z. schreibt:

    Bersarin, Sie haben dieses Zitat nicht im Ansatz verstanden.

  131. Bersarin schreibt:

    Ich kann Deinen Kopf vom schütteren Haaransatz bis zum Rumpf beruhigen: Ich habe die Struktur dieses Zitates genau so wiedergegeben, wie es gemeint war. Nicht ein Stück anders. Und um den Fehlschluß nochmal an einem Beispiel zu verdeutlichen: Einige Männer sind blond. Sokrates ist ein Mann. Also ist Sokrates blond.

  132. h.z. schreibt:

    Im Zitat sind deutsche Männer angesprochen – aus der Menge aller deutschen Männer jene Untermenge nämlich, deren Identität von einer Opfermentalität geprägt ist. Die Untermenge wird aber weiter eingegrenzt auf den Teil, der die eigene Verwicklung in Geschlechterverhältnisse nicht zu begreifen sucht und stattdessen ihre Ambivalenz im dazu stigmatisierten »Nafri« bekämpft. Dieser eingegrenzten Untermenge der Gesamtmenge deutscher Männer wird eine Neigung attestiert, Frauen sexuell anzugreifen.

    Der im Zitat spezifizierten Untermenge gehören keine Flüchtlinge an, das zum einen. Zum anderen wird auch im gesamten Artikel, dem das Zitat entnommen ist, ein religiöser Bezug eben nicht hergestellt. Ihrer Aussage also, werter Bersarin, im Islam sozialisierte Flüchtlinge seien nicht pauschal als Sexgangster abzutun, ist vernünftigerweise zwar zuzustimmen, sie hat aber rein gar nichts mit dem Zitat zu tun. Dass Sie die Prädikatenlogik im Grundsatz verstanden haben, wird Ihnen niemand ernsthaft streitig machen können. In der Anwendung derselben liegen Sie aber weit daneben.

    Genauso daneben ist übrigens die Tendenz, rassistische Übergriffe der Staatsgewalt zu verharmlosen. Was kann wohl, @El_Mocho, daran rassistisch sein, jemanden allein wegen seines Aussehens – wie es die Kölner Polizei tat – als Intensivtäter zu bezeichnen und ihn deshalb vorübergehend festzusetzen? Das „I“ in Nafri bildet mitnichten einen Diminutiv. Es steht auch nicht, wie von Dieter Nuhr in seiner Sendung vom 12. Januar verbrochen, für Immigrant.

    Die polizeilich begangenen Grundrechtsverletzungen sind zweifellos klagbar. Und Ihre Frage, werter Bersarin, weshalb diese Grundrechtsverletzungen noch nicht zu einer Klagewelle geführt haben, kann leicht beantwortet werden: Solche Grundrechtsbeschwerde ist ein höchstpersönliches Recht. Wenn Sie also Fabs und Frau Peter anraten, wegen der polizeilichen Verstöße gegen das Grundgesetz Klage einzureichen, offenbaren Sie ausgesprochen befremdlich wirkende Unkenntnis.

    Aber zurück zum Zitat: Es benennt treffend den blinden Fleck sowohl im öffentlichen Diskurs, als auch in der Diskussion hier. Man lese den verlinkten Artikel sehr aufmerksam. Sexuelle Gewalt gegen Frauen in Deutschland ist zunächst ein ausschließlich deutsches Problem. Vor einem Jahr hatte ich die Silvesterereignisse ebenso analysiert wie Sie, werter Bersarin. Dazu hatte ich mich der Gaußschen Glocke bedient und war im Scheitel der Vorfallsverteilung auf bis zu drei angezeigte Vorfälle pro Minute gekommen – und das über eine ganze Stunde lang. Dass es damals, plakativ und überspitzt formuliert, zu keinen Schlägereien zwischen »Nafri« und biodeutschen Männern gekommen war, ist nicht mit dem Umstand zu erklären, dass sich neben »Nafri« ausschließlich Frauen dort aufgehalten hätten. So war es natürlich nicht.

    Köln hat eine tief reichende kulturelle Schwäche der deutschen Gesellschaft offengelegt. Jene Schwäche, aus der sich Pegida und AfD nähren – welche wiederum durchaus als Probleme erkannt werden, interessanterweise. Die naive Empörung über das Auftreten von sogenannten nordafrikanischen Intensivtätern wird ebenso wie die staatlichen (exekutive wie legislative) Überreaktionen am zugrundeliegenden Problem nichts ändern. Die Beschäftigung z.B. mit Lacan zum Verständnis der offengelegten Schwäche wäre dagegen sinnvoller und hilfreicher. Dem sich hier beteiligenden Publikum z.B. wäre das ohne jeden Zweifel zuzutrauen.

  133. Bersarin schreibt:

    Du hast nicht richtig im Blick, h.z., daß es mir um die verquaste Argumentationsstruktur diese Jungle-World-Artikels bzw. dieses Auszugs ging. Ich habe ansonsten darauf verzichtet, mir dieses Elaborat durchzulesen. Wenn ich bereits solche in der Sprache verhunzten Sätze lese, mag ich auch den Rest mir nicht ansehen.

    Zu den politischen Aspekten zu Köln sind hier alle wesentliche Argumente genannt, und auch Deine Einwendungen, h.z., fügen dem nichts wirklich Neues hinzu. Insofern belasse ich es dabei, auf die obige Diskussion zu verweisen. Da bisher niemand der Betroffenen oder im Namen der Betroffenen gegen die Maßnahmen der Polizei geklagt hat, müssen wir davon ausgehen, daß die Maßnahmen der Polizei als rechtmäßig anzusehen sind, solange ein Gericht nichts Gegenteiliges entscheidet. (Siehe etwa zum Hamburger Kessel 1986, der rechtswidrig war. Und viel mehr als Köln empört mich z.B. der Einsatz der Polizei im Hamburger Schanzenviertel und auf St. Pauli, wo ein ganzes Viertel über Wochen zum Gefahrengebiet erklärt wurde. Es war, glaube ich im Winter 2015. Aber auch hier steht eine Entscheidung noch aus.) Zu behaupten, ein Polizeieinsatz sei unrechtmäßig, ohne daß es ein Gericht auch so entschieden hätte, scheint mir hochgradig problematisch. Denn über die Rechtmäßigkeit der Polizeiarbeit urteilt mitnichten Frau Peter. Allenfalls kann sie sagen, daß ihr die Art dieses Einsatzes nicht in den Kram paßt. Das ist das gute Recht eines jeden. Auch darüber haben wir uns hier reichlich ausgetauscht und sind zu dem Ergebnis gekommen. We agree to disagree.

    Dein Hinweis auf Lacan ist gut und interessant. Man kann sich auf alle Fälle mit Lacan über die Unterdrückung des Sexuellen und über die Struktur des Begehrens mit dieser Sache befassen. Ebenso kann man über den Begriff der Gemeinschaft nachdenken, wie wir leben wollen. Hierzu ist bereits ein Text in Arbeit.

  134. h.z. schreibt:

    „Zu behaupten, ein Polizeieinsatz sei unrechtmäßig, ohne daß es ein Gericht auch so entschieden hätte, scheint mir hochgradig problematisch.“ — Ihre spontane Regung verstehe ich wohl. Dass sie keinen Bestand hat, wird sich Ihnen indes sogleich erhellen, wenn Sie sich des Sprichworts „Wo kein Kläger, da kein Richter“ entsinnen.
    Ein Richterspruch setzt, verkürzt gesprochen, eine – gleichwohl hinrechend zu substantiierende – Unrechtmäßigkeitsbehauptung des Klägers notwendig voraus, ohne die eine Klage nicht in Verhandlung genommen werden darf. Das ist im Rechtssystem, EU-weit gesehen, tatsächlich undenkbar. Dies gilt sowohl für den Zivil-, als auch für den Strafprozess.
    Als nicht unwesentliches Detail am Rande sei zum Verständnis noch erwähnt, dass in beiden Prozessarten nur verhandelt wird, was an Behauptungen vorgetragen wurde. Alles andere „Nichtbehauptete“ unterliegt der Präklusion, dem Ausschluss von der Verhandlung.

    Was die politische Seite der Vorgänge in Köln betrifft, stimme ich mit Ihnen überein: We agree to disagree. Wirklich kein Problem. „Solange wir persönlich nicht davon betroffen sind“, wollen wir dabei der Redlichkeit halber nicht unterschlagen.

    Die „autochton-kulturelle“ Seite Kölns aber wird von Menschen mit intellektuellem Tiefgang nicht völlig ignoriert. Deshalb überrascht nicht, dass Sie im Anschluss an das Beitragsthema bereits, wie Sie wissen lassen, einen Text zum Begriff Gemeinschaft in Arbeit haben.

  135. Bersarin schreibt:

    Mit weniger verklausulierten Worten gesagt: der Begriff „unrechtmäßig“ ist eine rhetorische Floskel, der nicht die juristische Dimension der Angelegenheit bezeichnet, sondern eine persönliche Befindlichkeit, ein wenig aufgepoppt durch das Wort „Recht“, was sowas wie den Anschein der Beweiskraft erbringen soll. Einsätze der Polizei jedoch sind solange vom Recht gedeckt, bis ein Gericht entscheidet, daß sie unrechtmäßig sind. Hier handelte die Polizei nach den §§ 22, 23 BPolG. Und wie Du ganz richtig schreibst: Wo kein Kläger, da kein Richter.

    In der Tat: Wir schreiben als Nichtbetroffene, das sollten wir der Redlichkeit halber hinzufügen. Die Frauen auf der Domplatte zu Silvester 2015 werden recht dankbar über die Polizeipräsenz gewesen sein. Dankbar auch dafür, daß sie sich dieses Jahr zu Silvester unbehelligt am Kölner Hauptbahnhof bewegen konnten, um zu feiern und sicher zu ihren Partys anzureisen.

    Daß Du beim Thema Gemeinschaft sofort auf den Begriff autochton stößt, ist allerdings interessant. Rufen denn der Deutsche und der Österreicher, sobald sie nur diesen Begriff hören, mit glänzenden Augen immer noch Volksgemeinschaft aus?

  136. h.z, mach dich mal schlau, bevor du auftrumpfst.

    https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_I/I.1/PUA/PUA_IV_16._WP/MMD16-10798_Einsetzungsantrag.pdf

    Das ist der Text der entsprechenden Anfrage der Grünen (die Grünen benutzen also den Begriff Nafri selber), darin wird „Nafri“ einfach mit Nordafrikaner überstzt (S.11), von Intensivtätern ist da nicht die Rede.

  137. h.z. schreibt:

    Für Sie, @El_Mocho, als freundlich gemeinter Service:
    http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Diskussion-um-Nafri-Das-bedeuten-die-Abkuerzungen-der-Polizei-id40121657.html
    […]
    Abkürzungen für den Polizei-Funk

    Nach Worten des Vorsitzenden der Deutschen Bundespolizeigewerkschaft, Ernst Walter, handelt es sich dabei um Arbeitsbegriffe. „Es gibt Abkürzungen, die zum Beispiel im Funkverkehr genutzt werden.“ Walter zufolge nutzen Polizisten Hunderte solcher Abkürzungen, die sich teilweise regional unterscheiden. Hier eine kleine Auswahl:

    Nafri: Nordafrikanischer Intensivtäter
    Limo: Linksmotivierter Straftäter
    Remo: Rechtsmotivierter Straftäter
    Rubu: Person aus Rumänien oder Bulgarien
    Bap: Besonders auffällige Person
    Hilope: Hilflose Person, Betrunkener
    Ladi: Ladendieb
    […]
    Ich denke doch, mein Beleg sticht den Ihren.

    Bersarin, die Paraphrasierung betreffend Unrechtmäßigkeit trifft nicht zu. Und hinsichtlich der Volksgemeinschaft ist das „immer noch“ falsch. Richtig muss es „schon wieder“ heißen.

    Zur Betroffenheit noch ein Hinweis zur Erweiterung des Imaginationsspektrums: Sind Sie schon mal auf der Straße an eine Frau mit der Frage „Alles ok?“ herangetreten, die sich in einer für Sie unklaren Situation mit einem oder mehreren Männer befunden hat? Aus meiner Erfahrung kann ich Ihnen berichten, dass in einem von zehn Fällen die Antwort „Nein!“ lautet und die darauf beginnende Intervention – freundlich, aber bestimmt – zur ruhigen Auflösung der Situation führt. In allen übrigen Fällen würden Sie, vielleicht nach einer Schrecksekunde, ein sicheres „Ja“ hören oder zumindest würde es signalisiert. Und ein Lächeln würden Sie bekommen, jedes mal. Mit dem Lächeln drehen Sie augenblicklich wieder ab. Man stelle sich nun vor, das machte jeder, überall und jederzeit. Es könnte gut sein, dass solch wahrnehmbare allgemeine Beistandsbereitschaft eine Wirkung auf übergriffige Zeitgenossen hat. Eine wesentlich höhere Wirkung, meine ich, als zehn Hundertschaften an Polizeikräften entfalten können. Oder irgendwelche dubiosen „Bürgerwehren“.
    Dass es nicht passiert, darin liegt mE der Kern des kuturellen Problems, auf dessen Existenz ich bereits hingewiesen habe.

  138. Bersarin schreibt:

    h.z., ich habe eigentlich keine weitere Lust mehr, Dir Logik zur Kenntnis zu bringen. Hier nochmal die Paragraphen, auf deren Grundlage in Köln der Polizeieinsatz stattfand: §§ 22, 23 BPolG. Wer den Einsatz für nicht rechtmäßig hält, muß dagegen etwas vorbringen. Solange das nicht getan wurde, ist davon auszugehen, daß der Einsatz rechtmäßig ist. Bis das Gegenteil bewiesen ist. Behauptungen reichen hier nicht aus.

  139. h.z. schreibt:

    Mit solch unbeirrbar beharrender Haltung ebnen Sie Faschismus die Bahn. Und wenn Sie denken, mich in Logik belehren zu müssen, tun Sie dies doch bitte in einer wissenschaftlich vertretbaren Weise. Ich zöge daraufhin, das sage ich Ihnen zu, eine Korrektur meines Standpunktes ernsthaft in Erwägung. Ihre subjektive Logik aber hat für gesellschaftliche Belange und für mich persönlich keine Relevanz.

  140. Bersarin schreibt:

    Ach so, die Durchsetzung bestehender Gesetze ebnet also dem Faschismus die Bahn. Interessante Auffassung vom Recht vertrittst Du da.

    Ansonsen zur Logik: Wenn A eine Behauptung verneint, h.z., dann ist A auch in der Schuld der Begründung, weshalb zu verneinen ist. Wenn ich behaupte, die Wahl Angela Merkels zur Kanzlerin 2013 ist nicht rechtmäßig gewesen, dann muß ich es beweisen. Ansonsten bleibt es eine ungedeckte Behauptung.

  141. h.z. schreibt:

    Dem angeführten Beispiel ist uneingeschränkt zuzustimmen.

    Sie werden mir aber zugestehen, dass ich eben dieses Prinzip weiter oben („wo kein Kläger, da kein Richter“) in allgemein verständlicher Form bereits dargelegt habe. Und zwar als Einwand gegen Ihren formulierten Vorbehalt, dass es Ihnen hochgradig problematisch erschiene, die Unrechtmäßigkeit eines Polizeieinsatzes zu behaupten, ohne dass es ein Gericht auch so entschieden hätte. Ich habe zudem ausgeführt, dass ein Gericht nur darüber zu entscheiden hat, was die Prozessparteien an Behauptungen vortragen. Sie nehmen dabei auch von meiner Präzisierung „- gleichwohl hinreichend zu substantiierende -“ Notiz. Eine Behauptung ist also unter Beweis zu stellen. Ihr Beispiel ist somit eine Wiederholung dessen, was ich bereits geschrieben habe und deshalb ohne zusätzlichen Wert.

    Dann ist aber noch zu vermerken, dass Ihr Beispiel nichts mit Logik an sich zu schaffen hat, sondern mit einem unverzichtbaren Grundprinzip des geordneten und auf Erkenntnisgewinn gerichteten Diskurses. Danach ist eine unbegründete Behauptung erst gar nicht zu erörtern, sondern als unerheblich zu verwerfen. Sie nennen es, auch dem stimme ich zu, eine ungedeckte Behauptung. Logik indes setzt bei der Begründung und deren innerer Konstruktion an.

    Die Bahnbereitung für Faschismus will ich ebenfalls begründen, schicke aber einen wichtigen Punkt voraus. Im Beitrag selbst, wie auch in der Kommentarabfolge ist Gegenstand das Vorgehen der Polizei in Köln, welches im Prinzip durch die Ermächtigung im BPolG, wie Sie zutreffend angeführt haben, bzw. dem entsprechenden Landesgesetz zur allgemeinen Gefahrenabwehr gedeckt ist. Ein bestehendes Gesetz wird damit allerdings mitnichten durchgesetzt. Ihrer nicht zur Sache gehörenden Erweiterung „[…] die Durchsetzung bestehender Gesetze […]“ stimme ich daher nicht zu und gehe auch nicht darauf ein.

    Als unbestreitbar hat zu gelten, dass die Polizei aufgrund gesetzlicher Bestimmungen zu grundrechtsbeschränkenden Maßnahmen, wie das in Rede stehende Festsetzen von Menschen in Köln, ermächtigt ist. Sie hat dabei allerdings jede Diskriminierung zu unterlassen und ausschließlich auf der Basis einer begründeten Gefährdungslage zu handeln. Dies ist in Köln mit den „Nafri“ gerade nicht der Fall.

    Hier entfaltet nun Logik ihre Wirkung: Um jemanden als „Intensivtäter“ bezeichnen zu können, muss diese Person bereits [amts]bekannt sein. Der Begriff „Intensivtäter“ wird meinen Recherchen zufolge in derselben Bedeutung gebraucht, wie hierzulande der Begriff „Wiederholungstäter“. Einer noch unbekannten Person werden, wie in Köln geschehen, mit der Bezeichnung „Intensivtäter“ – wegen der Wiederholung – mindestens zwei bereits begangene gleichartige und gerichtlich geahndete Straftaten unterstellt. Das ist ein starkes Stück und mit logischen Denkgesetzen nicht in Einklang zu bringen. Dieser Tatbestand sprengt den allenthalben aufgeflammten Vorwurf des verbotenen „racial profiling“ bei weitem. Jemanden einer bevorstehenden Straftat zu verdächtigen ist schon kritisch genug. Bei tatsächlich amtsbekannten „Intensivtätern“ mag man darüber eine sicherheitspolitische Auseinandersetzung führen können. Die Unterstellung tatsächlich erst gar nicht begangener (mehrerer!) Straftaten in der Vergangenheit ist jedoch keiner wie immer gearteten vernünftigen Diskussion zugänglich. Genau darin findet der erhobene Rassismusvorwurf gegen die Kölner Polizei seine begründete Berechtigung.

    „Du kannst ja dagegen klagen“ führen Sie, werter Bersarin, gegen den – wie eben gezeigt – begründeten Unrechtmäßgkeitsvorwurf ins Feld und setzen fort, dass der Polizeieinsatz als rechtmäßig zu gelten hat, bis das Gegenteil von einem Gericht entschieden ist. Sie nehmen damit eine pronon­ciert affirmative Haltung gegenüber der Staatsgewalt ein. Dabei vernachlässigen Sie, dass die Rechtsverfolgung im allgemeinen ein Schweinegeld kostet. Noch dazu muss jemand, dessen Grundrechte verletzt werden, über seine Grundrechte überhaupt einmal informiert sein. Dies trifft schon für die Mehrheit der Deutschen nicht zu. Da eine Grundrechtsbeschwerde ein – wie ebenfalls schon erwähnt – höchstpersönliches Recht ist, werden von den in Köln betroffenen Ausländern Grundrechtsbeschwerden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten sein.

    Faschisten ziehen das Ausbleiben von Grundrechtsbeschwerden als Beweis dafür heran, dass alles rechtmäßig, gut und die Polizeiarbeit „echt super“ ist. Obwohl jeder vernunftbegabte Mensch erkennen muss, dass dem nicht so ist. Faschisten rücken schrittweise vor bei der Beschränkung von Grundrechten. Welches wird als nächstes geschleift? Faschisten bedienen sich Ihrer Argumentation, werter Bersarin, weil sie eine Agenda verfolgen. Die nächste Stufe wäre „Du kannst ja auswandern“. „Geh doch nach drüben“ wurde in der Vergangenheit ja tatsächlich schon gesagt. Im letzten Schritt gibt’s wieder politische Gefangene.

    Daraus zu schließen, dass auch Sie ein Faschist sein müssen, wäre natürlich gröblichst sträflicher Unfug. Über Ihre Beweggründe für Ihre Haltung, der Polizei in dieser Angelegenheit den Rücken zu stärken, habe ich nicht zu spekulieren. Das tut für mich auch nichts zur Sache. Mir reicht der Nachweis, dass Ihre Haltung nicht ohne weiteres vernünftig zu begründen ist.

  142. H.z: Sticht nicht. Selbst wenn „Nafri“ im Sprachgebrauch der Polizei den Intesivtäter meint, heißt das nocht, dass er im allgemienen Sprachgebrauch die gleiche Bedeutung haben muss. Warum sonst verwenden die Grünen den Begriff im Sinne von Nordafrikaner?

    Im übrigen sind deine Spekulationen über Faschismus hanebüchen und an den Haaren herbeigezogen.

  143. Bersarin schreibt:

    h.z. es bleibt Dir unbenommen, den Einsatz für mißlungen oder falsch zu halten. Daran störe ich mich nicht. Nur mit den unrechtmäßig funktioniert es nicht. Der Rechtsstaats ist nicht „Wünsch Dir was“, sondern beruht, wie der Name sagt, auf dem Recht. Zumindest sollte er das idealiter, manche meinen, er hieße Rechtsstaat, weil er rechts sei. Diesen Eindruck kann man leider beim NSU-Komplex bekommen. In der Causa Köln jedoch wurde aufgrund jener o.g. §§ gehandelt. Hart sicherlich, aber in diesem Falle wirkungsvoll. Ich lebe in Berlin und ich bin es leid, mich durch soziale Brennpunkte wie durch Gaza (Kottbuser Tor) mich bewegen zu müssen.

  144. h.z. schreibt:

    El_Mocho, ich hab‘ da noch einen anderen Beleg.
    http://orf.at/stories/2373425/2373427/
    […]
    Die Polizei benutze den Begriff „Nafri“ wie in der Kölner Silvesternacht keineswegs, um Menschen aus Nordafrika pauschal abzuwerten, so der Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft, Ernst Walter: „Das ist lediglich eine Abkürzung für nordafrikanische Intensivtäter und ist keinesfalls rassistisch oder als Schimpfwort gemeint“, sagte Walter am Montag der dpa. „Wenn eine nordafrikanische Person in Verdacht steht, eine Straftat zu begehen, ist sie ein ,Nafri‘.“
    […]

    Man beachte die Schlussfolgerung im letzten Satz: Wenn eine nordafrikanische Person in Verdacht steht, eine Straftat zu begehen, ist sie ein ,Nafri‘. „In Verdacht stehen, eine Straftat zu begehen“ bedeutet nach Auffassung des höchsten Polizeigewerkschafters, Intensivtäter zu sein. Oben habe ich gezeigt, welche Bedeutung dem Begriff „Intensivtäter“ innewohnt, nämliche dieselbe, die der Begriff „Wiederholungstäter“ trägt.

    Ich buchstabier‘ mal aus: Diese Schlussfolgerung ist auch für den mäßig Gebildeten als falsch, ja geradezu als verrückt zu erkennen. Diese Schlussfolgerung gibt nicht nur Anlass, wie ich es getan habe, die Rechtmäßigkeit des konkreten polizeilichen Handelns in Frage zu stellen. Sie gibt darüberhinaus auch Anlass, über einen psychologischen Bias bei der Polizei nachzudenken. Wenn ich jemanden als Intensivtäter bezeichne, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass ich ihn auch dafür halte und entsprechend mit ihm umgehe. Und der Gewerkschaftsvorsitzende kommt mit seiner irrationalen Zusicherung unbeanstandet durch, man beabsichtige mit „Nafri“ keineswegs eine pauschale Abwertung von Menschen aus Nordafrika. Nicht nur bei den Grünen, auch bei den Sozen. Und natürlich bei der Allgemeinheit.

    Vor dem Hintergrund dieser Klarstellung ist die Frage zu beantworten „Warum sonst verwenden die Grünen den Begriff im Sinne von Nordafrikaner?“ – weil sie vielleicht einen an der Waffel haben? Wie alle, die eine derart grandiose Blödheit nicht zu erkennen vermögen, aber dennoch großspurig Sprüche klopfen? Damit meine ich beispielsweise Gabriel, der die Denkrichtung vorgeben will „Die Polizei hat mit ihrem Profil ,Nafris/Nordafrikaner‘ nichts anderes getan, als die Realität zu beschreiben.“ Sind denn bei Euch alle durchgeknallt?

    Dann noch was: Der allgemeine Sprachgebrauch trägt weder Schusswaffen, noch Reizgaskanister, noch Schlagstöcke. Er ist auch nicht mit unmittelbarer Befehls- und Zwangsgewalt ausgestattet. Sprache wird gerade von den ihrer prinzipell Mächtigen, das ist mein Befund, gerne zu Ipsationszwecken missbraucht. Hat etwas von Drogenmissbrauch. Schaltet zuverlässig die grundsätzliche Denkpflicht aus.

    Nun, El_Mocho, Ihr haltloses Geschwätz trete ich in die Tonne. Nicht zuletzt deshalb, weil Sie sich im Gegensatz zu Bersarin nicht die geringste Mühe geben, einen nachvollziehbaren geradlinigen Gedanken zu formulieren.

    Bersarin, was Sie da mit den sozialen Brennpunkten andeuten, kann ich selbstverständlich verstehen. Ich lebe hier neben einem solchen und weiß daher, welche Belastungen der geschätzten Ruhe und des gewohnten Erscheinunsgbildes einer Gegend damit verbunden sind. Ist aufwändig, das auszuhalten, keine Frage. Allerdings bin ich hier noch nie unmittelbar belästigt worden (das meine ich nicht pars pro toto). Im Gegensatz zu autochtonen Vollpfosten, von denen mich erst vorgestern einer körperlich angegriffen hat, weil ich ihn mit seinem Roller von „meinem“ Gehsteig auf die Straße gebeten hatte – in einer Wohnstraße.

    Wir sind hier mit einem H.C.Strache geschlagen, der die Gefahr eines Bürgerkrieges heraufdräuen sieht. Was realitätsverweigernde und wirklichkeitsmodifizierende Sprachlangstrümpfe nicht kapieren ist der Umstand, dass tatsächlich ein Art von Bürgerkrieg drohen könnte: allerdings zwischen autochtonen Vollpfosten und jenen, die deren Sprachmissbrauch aufdecken und deren mit diesem Missbrauch begründete rassistische Handlungen konsequent bekämpfen.

  145. Bersarin schreibt:

    Ich würde es, was die möglichen Bürgerkriege betrifft, im Augenblick noch nicht so dramatisch sehen. Mit Strache geschlagen zu sein, ist in der Tat schlimm und hüten muß man sich vor solcher Kampfrhetorik bzw. ihr entgegentreten. Mir geht es in der Sache Köln auch nicht um Verallgemeinerungen, sondern immer um konkrete Situationen, die man sich genau ansehen muß. Wir sind, was die Bewertung anbelangt, unterschiedlicher Meinung und ich fürchte, diese Differenz wird sich so schnel auch nicht beilegen lassen.

    Zu meinem Lebensraum: Ich wohne zum Glück nicht am Kottbusser Tor und ich meide diese Gegend, soviel es geht. Wichtig scheint mir in solchen Dingen, wenn ein Viertel immer mehr umzukippen droht, auf der kommunalen Ebene schnell zu reagieren. Das haben übrigens auch die Marokkanischen Händler in Köln gefordert, und zwar nicht erst seit Silvester 2015, sondern lange vorher, weil sie sich durch Kriminelle – unter anderem auch von Landsleuten – bedroht fühlten. Wenn die Politik nicht schnell Geld für kommunale Projekte und für Polizeiarbeit bereitstellt, sehe ich für die Entwicklung schwarz. Besonders zynisch freilich sind solche wie Sarrazin, der in Berlin Finanzsenator war, an allen Ecken und Ende sparte, bis es quitscht (so verkündete es Klaus Wowereit fröhlich-lässig), z.B. an Streetworkern und Jugendhäusern, um sich dann hinterher über „Ausländerkriminalität“ zu beklagen. Das sind Dinge, die man immer mitnennen muß.

  146. h.z. schreibt:

    D’accord. Völlig.
    Insbesondere, was das entwicklungsbezogene Handlungsgebot für die kommunale Politik betrifft.
    Wien ist [noch] anders.

  147. Ich muss auch keine ausgefeilten Begründungen liefern. Man muss sich halt überlegen was man will; Vorgänge wie in Köln in Zukunft verhindern, oder irgendwelchen abstrakten Konzepten Nichtdiskriminierung Genüge leisten.

  148. che2001 schreibt:

    @H.Z: „Wenn eine nordafrikanische Person in Verdacht steht, eine Straftat zu begehen, ist sie ein ,Nafri‘. „In Verdacht stehen, eine Straftat zu begehen“ bedeutet nach Auffassung des höchsten Polizeigewerkschafters, Intensivtäter zu sein. Oben habe ich gezeigt, welche Bedeutung dem Begriff „Intensivtäter“ innewohnt, nämliche dieselbe, die der Begriff „Wiederholungstäter“ trägt.

    Ich buchstabier‘ mal aus: Diese Schlussfolgerung ist auch für den mäßig Gebildeten als falsch, ja geradezu als verrückt zu erkennen. Diese Schlussfolgerung gibt nicht nur Anlass, wie ich es getan habe, die Rechtmäßigkeit des konkreten polizeilichen Handelns in Frage zu stellen. Sie gibt darüberhinaus auch Anlass, über einen psychologischen Bias bei der Polizei nachzudenken.“ ——

    Der Begriff „Intensivtäter“ bedeutet sogar mehr als „Wiederholungstäter“, er ist nämlich dessen Steigerungsform: Wiederholungstäter ist jemand ab dem zweiten Begehen einer Straftat derselben Kategorie, Intensivtäter ab der zweiten Wiederholung bzw. ein Wiederholungstäter, der noch in anderen Kategorien straftätig wurde (z.B. ein dealender Einbrecher oder ein Schlägertyp mit Vergewaltigung). Über einen Bias bei der Polizei muss nicht nachgedacht, der kann ganz offensichtlich konstatiert werden. In Bremen wurden in den Neunzigern Schwarzafrikaner mit dem elektrischen Viehstock traktiert und ihre Zellen mit Tränengas geflutet, die Wache heißt dort bis heute im Volksmund „Die Folterwache“. Einem Freund von mir wurde bei einem antirassistischen Stadtrundgang von einem sich provoziert fühlenden Polizisten die entsicherte und durchgeladene Pistole an den Kopf gehalten, nachdem dieser vor größerem Publikum erzählt hatte dass von der Polizeiwache vor der wir standen aus Abschiebungen durchgeführt wurden. Das führte dann dazu, dass wir mit mehreren Leuten den Beamten an der Jacke festhielten, der die Pistole meinem Freund weiterhin an den Kopf hielt und wir so etwa eine dreiviertel Stunde dastanden, bis ein Deeskalationsteam auftauchte. Der Ermittlungsrichter ermittelte später dann erstmal gegen die Zeugen. Als ich selbst in jungen Jahren bei einer Sprühaktion erwischt wurde hörte ich „Bei einem Fluchtversuch machen wir von der Schusswaffe Gebrauch!“. Mein Vater (harmloser Opa) hatte sofort einen Widerstand gegen die Staatsgewalt an der Backe, als er bei einer gewalttätigen Festnahme eines Nicht-Gewalttäters (kleiner Dieb) dazwischenging und die Unverhältnismäßigkeit kritisierte. Solche Dinge sind in meiner Wahrnehmung polizeilichen Handelns die Normalität. Auch, dass Migranten als „Kanaken“ und Linke als „Zecken“ bezeichnet werden oder Beamte sich über Funk verabreden, jemanden „plattzumachen“.

  149. che2001 schreibt:

    Und die verbale Besetzung solcher Topoi hat natürlich Auswirkungen über das polizeiliche Umfeld hinaus. Als ich eine Ausstellung zur Situation von Asylsuchenden in Deutschland organisierte gehörte dazu ein Bild, das einen Schwarzen zeigte, der von Zivilbeamten im Polizeigriff zu Boden gedrückt wurde, und eine Mitorganisatorin fragte was denn das Foto eines mutmaßlichen Dealers in einer solchen Ausstellung zu suchen habe. Schwarze, die Ärger mit der Polizei haben sind Dealer, so lautet die Gleichung.

  150. Bersarin schreibt:

    Bei der Polizei gibt es leider ein ungutes Potential. Dennoch will ich auf Polizei nicht verzichten, und ich glaube, viele möchten das auch nicht, wenn z.B. 500 Faschos vor einer Asylunterkunft „demonstrieren“. Um so wichtiger ist die „Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten“. Zudem muß es eine völlig von der Polizei unabhängige Instanz geben, die auch die Polizei ggf. kontrolliert. Solche wie von che beschriebenen Exzesse müssen um einer funktionierenden Polizei willen unbedingt juristisch angegangen werden.
    _________

    @ h.z. Wien kenne ich (leider!) nur als Gast. Wenn ich die Wahl hätte, ich würde für mein Leben lieber dort als in Berlin wohnen.

  151. che2001 schreibt:

    Und deswegen ist es auch gut, dass es zivilgesellschaftliche Initiativen wie „Bürger beobachten die Polizei“ gibt. Damals, als die Flüchtlingswohnheime brannten und die Polizei sich nicht vor Ort zeigte waren die Interventionen antifaschistischer Linker nichts anderes als alternative Polizeiarbeit, weil die Polizei ihren Job nicht machte. Wir traten im Ernst mit der Parole „Wir sind der Verfassungsschutz von links“ auf, und ein Genosse der mit Antifaaufnäher bei einer Tankstelle Bier kaufte wurde gefragt ob er im Dienst sei.

  152. Bersarin schreibt:

    Sowas ist in solchen Fällen der Notwehr auch richtig.

  153. h.z. schreibt:

    @Bersarin, ich möchte keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass ich Polizeipräsenz ebenfalls für unverzichtbar halte. (für den ausgesucht gepflegten Absturz in die Wien-Erinnerung sei als musikalische Rahmung anempfohlen: Neuwirth, Roland / Extremschrammeln)

    @Che
    „Und die verbale Besetzung solcher Topoi hat natürlich Auswirkungen über das polizeiliche Umfeld hinaus.“ — das sehe ich genau so. Die öffentliche Verwaltung schlechthin ist davon betroffen, wie auch der mittlerweile abgeschlossene Fall Magsud ( https://che2001.blogger.de/stories/2625130 ) wieder einmal beispielhaft und eindrücklich zeigt.
    Merci für die Begriffsklärung.

  154. che2001 schreibt:

    @h.z.:Immer gern gegeben!

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