Postfaktisch? Postkoital!

Dummes Zeug – solch ein Begriff wie „postfaktisch“. Und dumm auch das Nachplappern, wenn Journalisten und Kolumnisten uns Jahrhunderte alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Nun aber, mit Trump, ist es amtlich und auch beim letzten Ärmelschoner angekommen: das postfaktische Zeitalter. Gerne wird das Alte in neuem Gewand hochgejazzt und à la mode aufgepeppt.

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Die Konstruktion von Wirklichkeit mittels Sprache ist jedoch keine neue Erfindung, und wir haben all das nicht erst seit Donald Trump. Der mittlerweile für jeden Scheiß als Reiztuch herhalten muß und als Katalysator dient. Aber immerhin, einen Effekt hat Trump: Der Spiegel, den man bei kritischer Berichterstattung zu Clinton und zur Ukraine zum Jagen tragen mußte, beginnt mit einem Male wieder skeptisch über die USA zu berichten. Aber ist das nicht böser Anti-Amerikanismus, lieber Spiegel, den ihr da verbreitet? So ging doch die Parole immer, wenn man Clinton, Obama oder Bush kritisierte und eine differenzierte Berichterstattung forderte.

Ich würde ansonsten behaupten, daß „Spiegel Online“ und andere Medien seit einigen Jahrzehnten bereits postfaktischen Journalismus betreiben. Auch insofern ist all das im Westen nichts Neues.  André Mielke schrieb gestern in seiner Kolumne in der Berliner Zeitung: heute ist im Journalismus die Haltung wichtiger als die Recherche. Statt der aufwendigen und teuren Nachforschung leisten sich viele Journalisten und Zeitungen lieber eine politisch korrekte Gesinnung, die dann als Bericht sich ergießt. Bloß nicht nach Sachsen reisen und mal recherchieren, stattdessen von Berlin aus über Bautzen schwadronieren. Immerhin lieferte die Zeit im Dossier eine gute Reportage zu Bautzen und schickte eine Reporterin vor Ort.

Am Ende halte ich es  jedoch mit der Kunst, in diesem Falle mit Durs Grünbein und seinem Rondo „Après l’amour“, ein Gleiten zwischen Körper, Haut und Geist, darin die postkoitale Erfahrung zum Stoff der Dichtung wird.

APRÈS L’AMOUR

Gleich nach dem Vögeln ist Liebe der bessere Stil.
Die Tierhaut entspannt sich, das Herz fängt sich ein.
Flacher Atem bläst Schweiß aus den Schlüsselbeinmulden.
Auf der Zunge zergangen, löschen Spermien den Durst
Auf den Nachwuchs. Die Achselhöhlen, den müden Bauch,
Alles holt sich der Schlaf. Wie nach zuviel Theologie
Kehren die Laken sich um. Altes Dunkel am Rand,
Neue Ränder im Dunkel. Die Kniekehlen zwitschern
Zweistimmig stimmlos ihr Post-Coital, ein Rondeau.
Eben noch naß, richten die Härchen wie Fühler sich auf.
Betäubt, summa summarum gestillt, hört dieser Schmerz
Des Lebendigsein bis zur Erschöpfung auf weh zu tun.
Zurück in der Zeit, sind die Körper an keinem Ziel.
Gleich nach der Liebe ist Vögeln der bessere Stil

 

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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18 Antworten zu Postfaktisch? Postkoital!

  1. Herwig Finkeldey schreibt:

    Wie genau lief noch ein mal die Vergewaltigung durch einen Asylbewerber im sächsischen Maxim-Gorki-Park ab? Die Lösung steht im rückwärts gelesenen Nachtasyl.

  2. Herwig Finkeldey schreibt:

    Im übrigen „fordere ich das völlige Fehlen feststehender Fakten“(Monty Python)
    Als ob dieses Denken ans Netz gebunden wäre. Vor 7-8 Jahren hieß es noch genau umgekehrt: Liquid democracy installiere die wahre Demokratie, nun ermögliche das Netz die Verbreitung postfaktischer Faktizität. Beides war und ist falsch. Postfaktisch war bereits der Kinderkreuzzug.

  3. Herwig Finkeldey schreibt:

    oder war das doch Douglas Adams?

  4. Herwig Finkeldey schreibt:

    „Fakten, Fakten, Fakten“ (Helmut Markwort) doch auch: „immer an den Leser denken.“
    Ach so.

  5. hANNES wURST schreibt:

    Was sind das neuerdings für schlimme, politische Pamphlete hier im Blog für die gute Seele der schönen Künste, Sie Polit-Ferkel? Postfaktisch ist doch wohl einzig die Gesinnung des Trump-Wählers, der, obwohl die Faktenlage eindeutig ist und sogar die eigene Präferenz gegen das Ungerechte und Schmierige sich richtet, dennoch Trump wählt. Was ist Demokratie noch wert, wenn der Wähler nicht mehr das wählt, was ihm stets als das Wählbare präsentiert wird?

  6. Bersarin schreibt:

    Auf alle Fälle: Postfaktisch ist immer der böse Andere. Niemals aber die eigene Seifenblasenwelt. Wirklich niemals. Und schon gar nicht sind der „Spiegel“ und der GRÜNEN-Wähler postfaktisch. (Ich selber ärgere mich, wenn man die Grünen als linksversifft bezeichnet. Denn die Grünen sind nicht links.)

    Meine These ist ja, daß die erste Partei für Postfaktizismus die Grünen sind. Bzw. deren Wähler.

    Douglas Adams und Monty Python sind in diesem Zusammenhang gute Gewährsleute.

  7. Bersarin schreibt:

    Den Gorki Park hat die AfD wohl mit dem gleichnamigen Politthriller verwechselt. (Der wirklich gut und spannend ist. Anders als dieses krude-krause AfD-Zeug.)

  8. hANNES wURST schreibt:

    Wenn Petri, der Storch und Höcke nicht so unappetitlich wären, hätte ich mich längst einmal mit dem kruden AfD Zeug befasst, und zwar einzig und allein deshalb, weil mir die mediale Trump-Hysterie so unglaublich auf den Sack geht. Es juckt mich, laut Lügen- (oder Lücken-)presse schreiend durch die Stadt zu ziehen und weitere politische Unkorrektheiten von mir zu geben. Inzwischen bin ich sogar bereit, etwas gegen Flüchtlinge zu sagen, zum Beispiel, dass eine Mauer gebaut werden soll und Österreich muss dafür zahlen. Mit anderen Worten: ich könnte glatt mit Pegida aufmarschieren, wenn es nur einen Menschen an der Spitze dieser nationalistischen Vollpfosten gäbe, der halbwegs klar in der Birne wäre (und wenn vielleicht noch ein paar hübsche Frauen mitmarschieren würden, aber bitte nicht so primitive, ranzige Frustschnallen). Und wer hat mich dazu gebracht? Die verkackte Lückenpresse und die verkackten, komatösen Parlamente Deutschlands und der EU.

    Natürlich liegt das auch daran, dass ich selber nicht jünger werde, aber es zeigt auch, wie gefährlich die AfD tatsächlich ist: da würde schon einer vom Schlage Haiders (nicht dass ich meine, der wäre klar im Kopf gewesen, aber für viele wäre so einer schon klar genug) reichen, und Deutschland kann sich neben Frankreich in die Riege der Nationen gesellen, die möglicherweise nach der nächsten Wahl zu Familienunternehmen mutieren.

  9. Uwe schreibt:

    Mir hat der Schluss Deines Textes gefallen, die Aufhebung des Schreibanlasses (der Begriff „postfaktisch“) in den Kunstkontext, hier der (Liebes-)Lyrik, die exemplarisch und für den Leser beglückend zeigt, wie das Schreiben seinen Gegenstand ver-dichtend hervorbringt.

    Nach dem Vögeln ist vor der Liebe, nach der Liebe ist vor dem Vögeln – eine Endlosschleife, wie mir scheint. Aber ein Aussetzen der Zeit, das ist es wohl, was uns in die Laken treibt. Und nach dem petite mort kann es auch mal nur ums Ruhen gehen, wie es in einem anderen, von mir sehr geschätzten Gedicht empfohlen wird:

    Rehspuren
    Schön, schluchzend, mit großer Übersetzung bumsen
    und dann stll daliegen wie Rehspuren
    im Neuschnee neben dem, den
    du liebst. Das ist alles.

    (Richard Brautigan, übers. von Günter Ohnemus))

    Und die dämmerungsaktive Eule wurde von Dir sicherlich mit Bedacht als Illustration gewählt, oder?

    Gruß, Uwe

  10. Bersarin schreibt:

    @ Hanneswurst: Ich habe lange überlegt, ob ich diese Rolle in der BRD übernehmen soll, verwarf diesen Gedanken dann aber.

  11. Dieter Kief schreibt:

    Post – kolonial – –

    wg. Trump (oh -) und AfD

    Jonathan Franzen hat der Welt erzählt, dass er nicht findet, dass Frauke Petri und Trump vergleichbar wären. Er redet so positiv über Frauke Petri, dass ich wähne, er würde sie beim Vergleich mit Trump sozuagen noch über G W Bush zu stellen (das ist ein wenig kontrafaktisch, aber nicht postfaktisch, weil nicht kontraintuitiv). Noch ein wenig weiter hatte ich gar den Eindruck, Franzen sagte unausgesprochen so etwas wie: Mit Frauke Petri könnte er leben bis ans Ende seiner Tage, mit einem Wahlverlierer Trump würde es aber extrem hart werden, in den USA.
    Nun ja. Diese Angst ist ihm nun genommen – und womöglich durch eine noch größere ersetzt, denn Wahlverlierer, wie Franzen sich sicher wähnte, ist Trump de facto gerade nicht geworden.

    Zurechnungsfähige Leute in der AfD – eine, die ich sozusagen vor der Nase habe und die als Lesbe nun die Ba-Wü Landesliste für den Bundestag anführt: Alice Weidel. Dann Jongen und Meuthen, sowie Guido Reil, Michael Klonovsky.

    subject for further investigation: Christina Baum, Tauberbischofsheim. Ihre Ost-Herkunft bei solidem West-Mittelstandsleben als erfolreiche Doppelzaharztpraxisbetreiberin macht sie zu einem etwas wunderlichen Geschöpf. Doof ist sie nicht, aber vielleicht zu weit entfernt vom westlichen Mindset. Ausserdem ist sie umtriebig. Sie lässt keinen Diskussionstermin in „Peter’s Trinquelle“ usw., keine Diskussion um Radwegenetzerweiterung usw. usw. aus.

  12. Bersarin schreibt:

    Die Eule (der Minvera oder überhaupt als nachtaktives Wesen) ist freilich bewußt gewählt. Zumindest fand ich spontan, daß dieses Bild zu diesem Text der Fakten und der perspektivischen, perspektivierten Wahrheiten gut paßt.

    Grünbeins Gedicht läßt sich gut interpretieren. Als Rondo unterliegt es der Schleifenstruktur – das Ende knüpft sich an den Anfang. Allerdings könnte man mit Hegel ebenso von der schlechten Unendlichkeit (des Liebens, der Liebe) sprechen. Ja, in der Tat ist dies ein schönes und subtiles Gedicht, das auch in sich selbst in seinen Bezügen noch verschleift ist. Theologie und Laken ist eine feine Verbindung Kreuzabnahme fast.

    Meine Brautigan-Lektüre ist leider lange her. Diese Verse sind sinnlich, allerdings auch weniger subtil und aufgeladen als das Grünbein-Gedicht. Mehr auf den Augenblick als Augenblick bedacht. Als Faktum („Das ist alles“), geradezu apodiktisch.

  13. Bersarin schreibt:

    @ Dieter Kief: ich denke eben auch, man unterschätzt die AfD und wird dieser Partei nicht gerecht, wenn man das einfach als Dummköpfigkeit oder als bloß rassistisch labelt. Davon ab, da es durchaus dumm und rassistisch ist. Aber mit solchen Zuschreibungen entlarvt man eben nichts. Sondern man muß diese Partei und diese Leute an ihrer eigenen Nase und am entsprechenden Ring vorführen. So Karl-Kraus-mäßig. Was viel Geschick erfordert. Aber auch keine Gewähr dafür liefert, daß weniger Menschen diese Partei wählen.

    Franzens Äußerungen sind sehr eigenartig. Was hat er an der Petry gefressen? Allerdings hat er recht, sich gegen Vergleiche zu sperren – zumindest wenn sie eindimensional ausfallen. (Andererseits kann man prinzipiell alles miteinander vergleichen und manchmal ist das als Heuristik sogar wertvoll und anregend.)

  14. Partyschreck schreibt:

    Sehr gut beschrieben, deine Ausführung, dass man den Spiegel in Bezug auf Frau Clinton und Herrn Bush zum Jagen tragen musste!
    Mich stören ja ehrlich gesagt momentan immer noch am meisten die Unmengen an faktisch nicht ausreichend begründeten Kriegen, weil ich den Eindruck nicht loswerde, dass immer sofort drauflosgeschlagen und „rote Linie überschritten“ geschrien wird, bevor Kriegsgründe gründlich analysiert werden und Diplomatie ausgeschöpft wurde – Ich hätte da ehrlich gesagt noch sehr viele Fragen bei sehr vielen „Konflikten“.
    Da ich ganz pragmatisch in Menschenleben und zerstörten Lebensräumen aufrechne, bin ich immer wieder fassungslos wie fanatisch sich der Spiegel und Co auf den – was dieses Leid anbelangt noch „unbefleckten“- Trump wegen seines rechtem Geschwurbels und Muschiblahblahs stürzt. Wo waren die alle, als es galt sich über Kriege zu empören die mit Lügen begonnen wurden? Vergleicht bitte mal die mediale Aufgeregtheit! .

  15. Dieter Kief schreibt:

    @ Partyschreck – also beim Irak-krieg war der Spiegel zur Stelle. In Lybien schon weniger. Da haben sich Sarkozy, BH Lévy und Hillary Clinton ausweislich der mails offenbar gegen Obama durchgesetzt.
    Anmerkung: Wie die clinton in den mails über Sarkozy und Lévy herzieht, das ist schon extrem genau und faktenreich. Da kreist einem der Hut. Und niemand weit und breit, der sich darüberbeugt. Was machen die transatlantischen Politologie-Fachleute eigentlich so den lieben langen Tag? Wahrscheinlich sich langweilen… Und wieviele davon gibt es allein in Berlin? – Fragen über Fragen.
    Im Trup-support-bereich in den USA hat übrigens dei Hoffnung, dass Trump die auslandseinsätze reduzieren könnte, eine erhebliche Rolle gespielt.
    In deisem Zusammenhang habe ich nur eine Bitte: Nämlich den amerikanern nicht vorzuwerfen, dass sie solche gedanken doch nur hegten, weil ihnen das Geld ausgehe. -Was soll an so einer Begründung eigentlich verkehrt sein?

    @ Bersarin wg. Frauke Petry, Jonathan Franzen und der AfD

    Franzen findet Petry glaub ich differenziert und kultiviert. Man muss mal schauen, auf wen und was (Goethe, Marx, Liebig, Einstein) die sich bezieht, und auf wen Trump sich bezieht. Ich hatte den Eindruck, Franzen zog zur milden Verwunderung der Welt-Interviewer diesen simplen Vergleich – und der fällt ganz ohne Zweifel zugunsten Petrys aus.

    Oh – die Petri-Schale und die Chemikerin = Frauke „Petri“, – mein halbbewusstes schriebt munter mit!

    So, und jetzt machen Sie bitte den Karl Kraus und verwandeln von mir aus den Michael Klonovsky in einen Rassisten. Aber Vorsicht: Bissiger Hund mit durchaus scharfem – u. a. im Menschengroßversuchsgehege DDR (WB) – via erzwungener Bauhilfsarbeit – geschärften Verstand.
    – Undenkbar, dass Kraus so einen v e r t e i d i g t hätte – gegen den geistfernen Eifer der Klonovsky so uninformiert attackierenden Pressbengel (JP) ?!

    Ich habe mir jetzt mal seinen autobiografischen DDR-Roman „Land der Wunder“ kommen lassen – schön im linken Buchhandel, übrigens.

  16. Herwig Finkeldey schreibt:

    Zu den richtigen Anmerkungen Partyschrecks nur zwei Fragen, denn „warum in die Ferne schweifen, wenn das Schlechte doch so nah“:

    Ist die Behauptung einer „alternativlosen Politik“ vor 10-15 Jahren nicht auch postfaktisch?

    Und hat diese damalige Postfaktizität die heutige irgendwie mit verursacht?

  17. Bersarin schreibt:

    @ Partyschreck: Das sind sehr zutreffende Hinweise. Vor allem sollte sehr genau abgewogen werden, aus welchen Gründen man Kriege führt, denn die Leidtragenden sind in der Regel nicht die Kriegs(be)treiber, die damit sich die goldenen Nasen verdienen.

    @Dieter Kief: Das beste ist eigentlich, solche wie Petry, Klonovsky, Stokowski oder die sprechende Burka bei Anne Will einfach über längere Strecken nur reden und schreiben zu lassen. Und dann entlarvt sich dieses krause Zeug meist von selbst. Ggf noch ein paar Argumente dagegen schieben. Die Kraus-Variante funktioniert ja leider nur bei wenigen Lesern, weil solcher Ton meist nicht verstanden wird und vielen das Denken um Ecken nicht gegeben ist.

    @ Herwig: Ein richtiger Einwand, das sehe ich ebenso. Schlimm vor allem das dumme Propaganda-Wort „alternativlos“ – Auswuchs des eindimensionalen Denkens. Wer tatsächlich glaubt, etwas sei alternativlos, vor dem sollte uns grauen und der hat in der Politik nichts verloren. In diesem Sinne müßte man die Sprecher solcher Sätze damit konfrontieren, ob sie auch die DDR-Mauer samt Sperranlagen als „alternativlos“ bezeichnen würden. Denn in einem strengen Sinne war die DDR mit allen Auswüchsen ja ebenfalls „alternativlos“.

  18. Partyschreck schreibt:

    @Herwig
    Was Frau Merkel anbelangt kann ich dir nur Recht geben.
    Mann muss sich auch mal vorstellen, dass den Wählern in unserer Demokratie beim letzten Wahlkampf die Themen TTIP und CETA quasi komplett unterschlagen wurden – Auch seitens der Medien. Dann wurde lange so getan, als ob Beides ganz plötzlich vor ca. 2 Jahren vom Himmel gefallen sei und jetzt auf einmal tun alle so, als ob die bösen Querulanten-Wallonen ein Abkommen in Frage gestellt hätten, welches doch schon „seit s i e b e n Jahren auf dem Tisch läge“ und bei dem schon ewig so ne Art Konsens hierzu bestünde…!
    Wenn offenbar schon so lange über ein Thema debattiert wurde, welches so gravierende Auswirkungen auf die Verbraucher Europas hat, dann frage ich mich wie kann es in einer Demokratie passieren, dass man dies den Wählern hierzulande komplett verschweigen kann?

    Was soll das für eine Demokratie sein, in der der Wähler offenbar nur Freibriefe verteilen darf aber nicht darüber informiert wird, was hinter seinem Rücken offenbar alle schon lange wissen? So nach dem Motto: Bei dem einen Wahlkampf, als der Wähler noch hätte reagieren können, war es kein Thema und beim nächsten ist Ceta dann schon komplett durchgewunken, oder wie? Kann man sich da einfach mit der „repräsentative Demokratie“ herausreden?
    Und ist es nicht schon fast eine Unverschämtheit, von oben herab vom quasi „verblödeten Wähler“ bzw. (White Trash) zu schwadronieren, wenn man diesen vorsätzlich dumm hält?
    Ein Lichtblick ist in diesen Tagen ist übrigens die Rede von Sahra Wagenknecht zu Frau Merkel von vor drei Tagen:

    …und dass sie innerhalb dieser Zeit bereits 134.937 mal geklickt wurde;)

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