Die Zeit, die war – Ursula Arnold, Arno Fischer, Evelyn Richter

Der Oktober zieht ein und in Berlin beginnt damit der Monat der Photographie. Zahlreiche Ausstellungen finden an verstreuten Orten statt. Besonders empfehlenswert scheinen mir die Bilder von Gordon Parks, die das c/o Berlin noch bis Anfang Dezember zeigt. Photographien, die die Ausgrenzung der Schwarzen aus dem gesellschaftlichen Leben der USA und die Diskriminierung anschaulich machen. Parks ist Schwarzer, er begleitete Martin Luther Kings Marsch nach Washington. Er war nicht nur nahe dran, sondern mitten im Geschehen und am Puls der Zeit. Parks zeigte das, was der Fall ist. Solche Art einer sozialkritischen Photographie, die unaufgeregt ihre Bilder darbietet, ist in den heutigen Zeiten selten, wo es darum geht, in Sekundenbruchteilen mit einem Photo Aufmerksamkeit zu erzielen, damit das Bild dann im nächsten Moment wieder vergessen wird. Vielleicht aber liegt es gar nicht so sehr an den Bildern selbst und dem Medium, sondern an unserer Aufmerksamkeitsspanne. Insofern sind Museen, auch wenn man ihnen gerne Staubiges und Altbackenes nachsagt, genau der richtige Ort, um die Zeit für einen Moment anzuhalten und sich Bilder genauer zu betrachten.

16_09_24_p_5_9033Ein solch ruhiges Erzählen mittels Photographie, ein genaues Schauen auf die Welt, ohne in der Komposition aufdringlich zu wirken oder (ästhetisch) nach dem besonderen Effekt zu haschen, finden wir insbesondere bei vielen Photographen aus der DDR. Und doch liegt gerade in dieser Art der Photographie, mit dem geübten Blick den Sinn für das Spezifische einer Szene zu erfassen, ihr Wesentliches. Nicht die Kunst des Spektakels und der grellen Inszenierung, sondern das, was sich zunächst als Nebensache ausnimmt, in den Fokus zu rücken. In Leipzig gab es eine Ausstellung der Photographien von Ursula Arnold, Evelyn Richter und Arno Fischer, nämlich im Museum der Bildenden Künste – leider ist diese Ausstellung bereits vorüber. Doch man kann sich, was ich sehr empfehle, den Katalog kaufen. Freilich ersetzt er angesichts der Aura eines photographischen Abzugs nicht das Original, insbesondere wenn es ein Abzug ist, den der Photograph selber erstellte.

16_09_24_p_5_9030Der Katalog liefert einen guten Blick auf das Werk dieser einerseits unterschiedlich arbeitenden Photographen, die dennoch als gemeinsames Moment in ihrer Bildästhetik alle drei eine ruhige Linie auszeichnet. Er zeigt Stadt- und Portraitphotographie, die zwischen den 50er und 80er Jahren aufgenommen wurden, von Evelyn Richter können wir Künstlerportraits von Paul Dessau, Otto Dix oder dem Geiger David Oistrach sehen, wir betrachten uns als Fremde dieser eigentümlichen sozialistischen Welt Szenen des Alltags in Berlin, Leipzig und Dresden, Reisebilder – nicht nur in der DDR –, sondern ebenso aus dem sozialistischen Ausland, nach Moskau und Leningrad führt der Weg und von Arno Fischer 1984 seine wunderbaren Photographien einer Reise in die USA. Alles das in schwarz/weiß.

Von Arno Fischer gibt es zudem die Straßenszenen aus Ostberlin, quirlig im Leben, während Evelyn Richter uns aus Berlin eher stille und manchmal poetische, fast traurige Momente einfängt. Ein Lastkahn namens „Traumland“ der über die Spree tuckert, an der Museumsinsel entlang, diesig die Luft, im Hintergrund verschwimmt in blassen Grautönen der Kuppelbau des Bode-Museums. Aber es geht auch heiterer: Eine marschierende Betriebskampfgruppe im Jahre 1968, daneben mit, im Gleichschritt ein Junge und die Arbeiter lachen und lächeln: ob über den Jungen oder die Photographin, die diese schöne Szene für uns festhält, wissen wir nicht. Auf dem Moment ausgelöst und genau beobachtet. Faszinierend immer wieder zu sehen, wie solche Bilder entstehen können. Dokumente des sozialistischen Alltags: Die beiden Jungen mit den Fahnen über der Schulter im grauen Leipzig, die Richter  von hinten aufnahm. 1976, Abmarsch von irgendeiner Kundgebung. Und traurig hängen die Fahnen im Wind. Photographien aus der Berliner S-Bahn, die den Vergleich mit Walker Evans nicht zu scheuen brauchen. Bilder aus der Arbeitswelt, im Kombinat, in Leipzig in der Kammspinnerei, da wo heute der Kunsthotspot Alte Baumwollspinnerei ist, in Plagwitz. (Ja, in Leipzig könnte ich mir zu leben vorstellen. Aber wir werden die Zeit nicht anhalten können. Alles das ändert sich. Immerzu.) So viel grau und das mag einerseits die Tristesse des Alltags unterstreichen, besitzt aber ebenfalls Charme. Zumal es in vielen Teilen des Westens, in der Eifel, im Hunsrück, im Ruhrpott oder auch in Hamburg-Altona nicht viel anders aussah.

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Bei solchen Bildern, besonders wenn man sie in dieser Häufung sich betrachtet, erweist sich doch die Kraft, die in Schwarz/Weiß liegt, weil diese Art zu photographieren, aufs Wesentliche und auf die Formen und Strukturen reduziert und damit die Szene sehr viel deutlicher hervortreten läßt. Gerade bei den Portraits, den Bauernkindern Mitte der 50er Jahre von Evelyn Richter, aber genauso Arno Fischers Straßenphotographie in New York funktioniert das Schwarz/weiß.

Schön vor allem, und das kennen wir heute gar nicht mehr auf Photos, das oft Unperfekte der Bilder, grobes Korn, manchmal nicht scharf genug gezeichnet oder zu hart im Kontrast, etwa in den Photographien von Ursula Arnold aus den 50er Jahren. Aber wie es so ist, macht der Zufall – den beschränkten Möglichkeiten des Materials geschuldet – oft die besten Bilder und läßt das versehrte Detail hervorstechen, darin sich ein ästhetisch Besonderes haftet. Gerade darin aber, daß eine Person im Schwarz der S-Bahn versinkt, während das Gegenlicht die Szene überblendet, liegt das Besondere dieser Photographien. Wie überhaupt das Besondere vieler Photos der analogen Epoche – anders als die grauenhafte Hochglanzperfektion von Photoshop und Filtern in unseren Tagen des Digitalen. Heute würde man aufhellen, abwedeln und mittels HDR schauen wir auf perfekt austarierte Grauwerte. Wobei es allerdings auch in den 40er Jahren von Ansel Adams das Zonensystem gab, das jedem Detail im Bild seinen auskomponierten Wert zuwies. Hier aber, in diesem Katalog liegt der Charme auf dem Zufall. Etwas im Sekundenbruchteil einzufangen.

Zu untersuchen wäre in dieser Hinsicht und insbesondere im Blick auf all die großen Photographen der DDR, von Sybille Bergemann, bis zu den Mahlers, Roger Melis und Gundula Schulze Eldowy, sicherlich die Frage, wieweit Photographie in der DDR als eine eigenständige Form der Kunst angesehen wurde oder ob sie, wie für die staatsoffizielle Lesart zu vermuten, nur eine dienende Funktion besaßen, um zu dokumentieren und um sozialistische Menschen in ihrer Arbeitswelt zu zeigen. Photographien als Weltwiderspiegelung und Ideologie. Doch können solche Dokumente schnell kippen und heikel kann es werden, wenn eine Photographie zu sehr das spiegelt, was in der DDR der Fall ist, und es beim Betrachten von Straßenszenen und von sozialistischer Arbeitsleistung der Obrigkeit in den Blick schießt, daß hier eine marode DDR in den Blick gerät und so kommen vermeintlich harmlose Photographien plötzlich in die Logik des Verdachts und der Denunziation. In den 50er Jahren zumindest und noch bis in die späten 70er hinein konnte das in der DDR für einen Photographen unvorhersehbare Konsequenzen nachsichziehen. Dokumentarphotos stehen immer auf der Kippe. Und so wirken auch manche der Photographien dieser Ausstellung auf mich wie heimlich geschossenes Material – insbesondere die Bilder von Ursula Arnold.

Ich mag stundenlang in diesem Katalog blättern, und mir gefällt es, zwischen den so unterschiedlichen und doch in ihrer Ästhetik wiederum ähnlich arbeitenden Photographen hin und her zu switchen. Mich in die Details der Bilder verlieren. Vor allem das Unprätentiöse und doch so ungemein Genaue im Blick der drei Photographen fasziniert. Und diese Muße, im Grunde eine gesteigerte Art des Kontemplativen wiederum samt Rieslingfreude, habe ich kaum im Museum, sondern das leistet besser ein Katalog. Schade ist es freilich – und dies ist der einzige Aspekt, den ich an diesem Werk bemängele, daß die beeindruckende Landschaftsserie von Ursula Arnold, die sie Ende der 80er und in den 90ern in Barnim von Wäldern und Gewässern schoß, nicht komplett enthalten ist. Denn gerade diese Stilleben mit Natur, meist in den harten Kontrasten gehalten und dennoch einen Ort ohne Menschen und in völliger Stille uns zeigend, bieten einen feinen Gegensatz zu all den Straßenszenen mit Menschen und den Portraits.

Zum Schluß des Photo-Bandes gibt es einen Blick auf Diplomarbeiten von Schülern, die bei Arno Fischer und Evelyn Richter an der HGB in Leipzig lernten. Eine Kompilation, für die man sich gerne einen eigenständigen Bildband wünschte. Aber gut dennoch, daß wir diese Sicht im Katalog finden. Sie zeigt uns doch, daß Fischer und Richter nicht bloß Photographen, sondern ebenso Lehrer waren, die in den unterschiedlichen Stilen der Schüler ihre Spuren hinterließen. Es existiert im Reigen deutscher Photographie nicht nur die große Becher-Schule aus Düsseldorf.

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Ursula Arnold, Arno Fischer, Evelyn Richter: Gehaltene Zeit, Verlag Kettler, 29,80 EUR,319 Seiten

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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8 Antworten zu Die Zeit, die war – Ursula Arnold, Arno Fischer, Evelyn Richter

  1. Uwe schreibt:

    Vielen Dank für die Hinführung, was ja eine Rezension im besten Sinne leisten sollte: Augen und Sinn öffnen. Ich kannte die Fotografen/innen nicht oder nur dem Namen nach, werde sie jetzt aber auf dem Schirm behalten. Auch gut, dass Du mal eine andere fotohistorische Traditionslinie als die bekannte und eingefahrene der Becher-Schule ins Spiel bringst.
    Eine Randnotiz noch: Beim Lesen musste ich an Durs Grünbeins wunderbares Erinnerungsbuch „Die Jahre im Zoo“ denken. Dort spielen ja die in den Text eingestreuten, historischen Fotos und Ansichtskarten von Dresden eine nicht unwesentliche Rolle, mit denen sich der Autor seiner Herkunft und seines Herkunfsortes vergewissert. Er spricht sogar von einer „Lehre der Photographie“, womit er wohl ihre Fähigkeit umschreiben will, Zeit zu konservieren, Ansichten und Geschichte(n) im Moment stillzustellen und sie über die Zeiten für die Nachgeborenen zur Betrachtung bereitzustellen, damit der Blick hin und her springen kann: „Momente verschwundenen Lebens“, das Geschichtetsein des Augenblicks, die historische Dichte des „öffentlichen Raums mit dem stets gegegnwärtigen, immer anders kostümierten, lebendigen Personal“, und nicht zuletzt: der Schwindel angesichts der vergehenden Zeit und wie sich in ihr Ausgeslöschtes an Ausgelöschtes reiht, und nur die Bilder bleiben.
    Daran musste ich denken, gerade auch, weil Du den Dokumentcharakter der Fotos so herausstellst.
    Nochmal Danke für den Hinweis, und die Landschaftsfotos von Ursula Arnold werde ich mir ganz bestimmt einmal genauer ansehen. Dort scheint mir der Kunstanteil besonders hoch zu sein, da das Natur-Sujet, befreit von der Inhaltsschwere großer „Themen“, eher den formenden Zugriff verlangt und so die Gestaltung alles ist.

    Gruß, Uwe

  2. Dieter Kief schreibt:

    Evelyn Richters Leipziger Buben – Ihre No. 3 von oben gezählt, poppt immer wieder vor meinem inneren Auge auf – auch wenn ich unterwegs bin. Lustig ist anders. Harte Szene. Unmenschlich vielleicht sogar.
    Der Abzug ist sehr hell – Absicht? Keine Ahnung.
    Das Objektiv verzerrt in alle Richtungen und gibt der Szene zusammen mit der leichten Froschperspektive etlichen windschiefen Drall.
    Die „Kundgebung“ und auch der „Wind“ sind nirgends zu sehen.

  3. Bersarin schreibt:

    @ Uwe: Schöner Hinweis auf Durs Grünbeins Buch. Es steht bzw. liegt hier, will gelesen werden. Immer diese Vorsätze und dann kommt doch wieder etwas anderes dazwischen. Fein auch, daß es darin Passagen zur Photographie gibt.

    Wichtig ist es mir insbesondere auf diese andere Tradition dokumentarischen Photographierens hinzuweisen. In Berlin gibt es z.B. im Willy-Brandt-Haus Photographien aus dem alten Prenzlauer Berg von Bernd Heyden.

    Ja, die Verbindung von Photographie und der Reflexion auf die Zeit ist interessant. Erst heute hatte ich das Gespräch darüber mit einer Freundin, weil ich Photos von mir brauchte und sie ihr Archiv durchstöberte. Und wir sahen an unseren Gesichtern wie die Zeit immer ein Stückchen mehr Einzug hält, mit ihren Minuten, Tagen, Wochen und Jahren. Nein, 30 oder 40 ist man nimmer mehr. Photographie und Melancholie, Photographie und die verlorene Zeit. Unerschöpfliches Thema und ich denke, deshalb lichten wir uns so gerne selber ab. Auch wenn viele es bei der heutigen Selfie-Manie gar nicht wissen. 20 Jahre später werden diese Photos noch einmal mit einer ganz anderen Begeisterung betrachtet werden. (Sofern sich Menschen überhaupt noch ihre alten Bilder ansehen und nicht unablässig dabei sind, immerzu und immerweiter neue zu schießen. Ad infinitum.

  4. Bersarin schreibt:

    @ Dieter Kief: Die Photos sind aus dem Katalog abphotographiert – das hat die Qualität gemindert, aber das wollte ich so, wegen des Urheberrechts. Ich hätte gute Scans machen können, aber dann flottiert wieder etwas frei im Netz, das dort ohne Genehmigung des Verlages im Grunde nicht hingehört.

    Das Bild der Betriebskampfgruppe hat insofern etwas Heiteres, wenn man aus der Nähe schaut bzw. das Photo etwas größer sieht. Lachende Arbeiter und das eben macht den schönen Kontrast aus. Einerseits der Zwang zum Wehrhaften und doch darin eine gewisse Lässigkeit, wenn nicht Nachlässigkeit. Hätte es in der BRD beim BGS nicht gegeben – da lachte niemand. (Und jeder Junge hat etwas übrig fürs Militär, in Ost, in West, das macht es in diesem Sinne des Spiels zugleich ungeschwert. Obschon eben auch wieder eine Schwere darin liegt, wenn wir das Bild und die Zeit weiterspinnen. Insofern aber durchs Spiel motiviert, die Faszination des Kindes, das mitmarschiert. Ein Spiel, das ebenso schnell zum Ernstfall werden kann. Und sicherlich haben Militärs überall etwas Trauriges. In Ost wie in West. Es gibt interessante Photos auch aus den USA, von Diane Arbus glaube ich, wo sie irgendwelche verrückten Patrioten ablichtet, die Schilder bzw. Bouttons für den Krieg in Vietnam tragen. Es sind ausgerechnet die Ärmsten der Armen, die sowieso nur das dumme Schlachvieh zum Verheizen sind. Gut, im Osten war es eben der Zwang, mit bei einer Parade dabeizustehen. Hinterher wurde dann getrunken und gefeiert. Sozusagen die andere Art der Betriebskampfgruppe – die Betriebstrinkkampfgruppe.)

    Kundgebung und Wind sind hinzugedichtet und basieren auf Vermutung. Aber welches Kind geht schon freiweillig mit einer Fahne? So vermute ich, daß meine Vermutung richtig ist. Und traurig im Wind wehende, leider keine klirrenden Fahnen – dafür scheint mir das Wetter auf dem Bild nur naßwinterlich oder im kalten Frühjahr, wenn ich mir die Kleidung der Jungs betrachte und die Bäume – sind doch indirekt eine schöne Hölderlin-Referenz. Wobei die jungen Burschen im Bild ja damals ihr Leben noch vor sich hatten.

  5. Uwe schreibt:

    @ Bersarin: Ja, Grünbeins Buch solltest Du lesen, vor allem solange Dein Leseeindruck von Didier Eribons grandioser Autobiographie noch frisch ist, denn in beiden geht es – in je unterschiedlicher historischer, sozialer und individueller Ausprägung – um die Macht der Herkunft und das Imago der (Klassen-)Flucht. Insofern könnten sich bei Dir interessante Synergieeffekte herstellen.
    Bei Grünbein findet sich auch der Vermerk, dass die Schuljungen bei solchen Umzügen wie etwa zum 1. Mai (Richters Foto zeigt vielleicht das Danach einer solchen Veranstaltung?!) zum „Mitmarschieren verpflichtet“ waren und sie mit Nelken , Luftballons und eben Fahnen ausgestattet wurden. Trotz spaßiger Momente bleibt bei Grünbein ein resignativer Tenor in der rückblickenden Beurteilung solcher Massenveranstaltungen unter ideologischen Vorzeichen: „Erstaunlich, wie alles immerfort funktionierte. Was war der Mensch doch für ein robustes, geschichtsresistentes Wesen.“

  6. Bersarin schreibt:

    Ich merke schon, und das freut mich, Du insistierst auf Grünbein. So wie Du es schilderst, scheint es da in der Tat interessante Koppelungen zu geben.

  7. holio schreibt:

    Klirrende Fahnen einst als Flaggen missverstanden, warum dann nicht knatternd? Hälfte des Lebens Schullektüre gewesen. Erst vor fast 1 Jahr in Kölner Ortheil-Vorlesung, wo er Genese erörterte, aufgegangen, dass es metallene Wetterfahnen sind. Insofern verwandt mit dem Eis, von dem Franz (nicht Frantz!) spricht.

  8. Bersarin schreibt:

    Ha, diesen Gedanken hatte auch ich schon lange. Das Klirren irritierte mich immer und ich habe darüber nachgedacht. Waren die Fahnen naß und es legte sich eine leichte Schicht von Eis darüber, so daß der Überzug wie Glas klirrend bricht, wenn der Wind daranrührt? Oder aber etwas aus Metall – und ja dachte, ich mir, es sind natürlich Wetterfahnen.

    Ich ändere den Satz in „und traurig hängen die Fahnen im Wind“. Das scheint mir der treffendere Ausdruck. (Selbst wenn kein Wind weht, es gibt ja den Gegenwind beim Gehen.)

    Fein, bei Ortheil in der Vorlesung gewesen zu sein. Da wäre ich auch gerne dabei.

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