tddl (2)

Hm, schon wieder ein Haar beim Bachmann-Lesen, diesmal bei Julia Wolf. Diesmal leider nicht in der Poritze wie bei Sargnagel, sondern in einer Wanne. Die Lage des Frauenhaares gestern fand ich erotischer.

Was mich beim Bachmannlesen ärgert, ist, daß die meisten Autoren nicht gut laut vorlesen können. Der Schreihals gestern war so schlimm, daß ich ausgeschaltet habe, und Posershirts mit Politposse sind auch nicht so meins. Besser als im Fernsehen gucken und schlecht lesende Autoren hören: sich die Texte ausgedruckt durchlesen. Immerhin ist die Jury sehens- bzw. hörenswert, wenn man von Meike Feßmann einmal absieht. Hubert Winkels höre ich gerne zu, weil er komprimiert zu analysieren versteht und meist Kluges sagen kann. (Sehr zu empfehlen sind seine Essaybände.) Mir sind ja ‚Klugscheißer‘ und Wissende immer noch lieber als solche, die über Klugscheißer flau klugscheißen. Eigentlich schaue ich mir die Lesung (sporadisch) nur an, weil ich Sandra Kegel sexy finde und ihre Mimik und Gestik mag.

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Nachtrag 11:55: Zu Meike Feßmann muß ich mich korrigieren, ihre Analyse des Snela-Textes war gut. Komplexe Texte wie die von Macht oder Snela scheinen nicht gut wegzukommen.

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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6 Antworten zu tddl (2)

  1. holio schreibt:

    Trotz der Warzen?

  2. Bersarin schreibt:

    Ja trotzdem. Schön und klug. Aber sie soll wohl in festen Händen sein. Also beschränke ich mich aufs Bachmanngucken. Während der Lesungen schreibe ich oder lese etwas in der Zeitung.

  3. Herwig Finkeldey schreibt:

    Toller Beitrag! Weiter so!

  4. Jochen schreibt:

    Dass viele AutorInnen (ich kürz mal ab mit Binnen-i) schlecht bis katastrophal vorlesen und ihre Texte so verhunzen, fiel mir bereits im vergangenen Jahr negativ auf. Ich lese auch nur noch die PDFs der Texte… und schaue (beiläufig bis sporadisch) bei den Diskussionen der Jury zu. Man hat ja noch ein paar andere Dinge zu erledigen ….
    lg_jochen

  5. Bersarin schreibt:

    Herwig, Herwig!

  6. Bersarin schreibt:

    Ja, manchmal ist es besser bei den PDFs zu bleiben. Jedoch bei Toma Gardi fand ich den Vortrag wichtig. Hatte von der Betonung fast etwas von Paul Celan wie er die Engführung seinerzeit las. Bei solchen Intonationen kann das Gesprochene helfen. Bei Marko Dinić gestern mußte ich ausschalten, weil mich dieses Geschreie anstrengte.

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