Die Tonspur zum Sonntag – North by Northwest mit Wintersound

 
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Ich habe heute beim Spazieren die ersten Kastanienfrüchte fallen sehen. Im Regen. Es geht in den Herbst über. Ich träumte vor einigen Tagen, daß dies die letzte EM sei, die der Kontinent austrägt. Ich ziehe mich und mein kaltes Herz wieder in den Norden zurück. Tromsø. Da wo der Schnee fällt. In der Zeitlupe. Du und ich: Schneekönigin, nordisch, teutonisch, zackig. Es wird Winter, es wird der Winter dieses Jahr früh kommen, das bemerkte ich an den Kastanien, und ich genieße den Gedanken, bald meinen schwarzen Mantel aus Schurwolle zu tragen und den dunklen Schal aus Kashmir um den Hals mir zu schlingen. Pelzfutter. Wintersonne. Während die Hunde neben mir laufen. Während die Hunde neben uns laufen.
 
 

 

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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6 Antworten zu Die Tonspur zum Sonntag – North by Northwest mit Wintersound

  1. Bersarin schreibt:

    Schöne Lektüre der Bilder, Uwe. Danke! „Wild“ von Krebitz hatte ich mir fest zu sehen vorgenommen. Aber wie es mit dem Kino so ist – immer was anderes kommt dazwischen. Es ist das Licht im Dezember, im Norden. Etwas Schöneres gibt es nicht, als an diesem Tag allein zu spazieren, um später dann im Kreis der Familie den Heiligabend zu begehen.

    Allerdings fehlt mir das radikal Innovative im photographischen Blick. Es sind Dokumente der Augenblicke. Immerhin aber besitzen sie in der Anordnung so etwas wie eine Geschichte. Oder ein Narrativ wie wir heute sagen. Tagebuch in Bildern.

    Feines Max Goldt-Zitat, übrigens.

    @ Dieter Kief. Ja, das stimmt, wobei ich eigentlich alle Bilder dieser Serie, die an einem Tag aufgenommen wurde, am 24.12.2013, mag. Und dazu dieses schnittige Lied hören, das ebenfalls beim schnellen Fahren im Auto gut kommt.

  2. Uwe schreibt:

    Für „Wild“ ist es nie zu spät. Ein duch und durch gelungener Film über das Andere, das anders bleibt, uneinholbar fremd und verführerisch zugleich. Kaum zu glauben: Das ist auch deutsches Kino!

    Das „radikal Innovative“: Dazu müssten wir von den Schultern derjenigen Riesen steigen, auf denen wir sitzen. Können wir das?

    Das Zitat geht noch weiter: Aber was ich ohne Fahrrad täte, steht in den Sternen. (Auch diesen Zu-Satz mag ich gerne, zumal als Pedal-Peripatetiker.)

    Gruß, Uwe

  3. ziggev schreibt:

    … es sind nicht immer nur die Kastanien. Ich rief eben meinen Geologen-Botaniker-Freund an, denn schließlich, bevor ich bei summacumlaude aka Vers für Vers kommentieren würde, hätte ich gerne gewusst, welche Pilze dort genau, bei Tell, abgebildet sind. Jener Botaniker-Geologie-Freund, wie sich versteht in völliger Smartphone-privatio, hatte also mit seiner Freundin bereits mindestens eine (ich weiß jetzt nicht, wie es Arno Schmidt schreiben würde) Pilz-Mahlzeit absolviert. Wir lernen: der Herbst ist da !

  4. FrauWunder schreibt:

    ach Gott ziggev es gibt auch Mai- Pilze.

  5. Bersarin schreibt:

    @ Uwe: Den Gedanken mit den Riesen – Bernhard von Chartres äußerte ihn meines Wissens als erster – stimmt. Unser Tun, unsere Arbeit ruht auf der Tradition.

  6. Bersarin schreibt:

    Also Frau Wunder ich kenne nur Mai-Bock. Und Mai-Bowle. Das wäre doch mal was.

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