„Ich bin kein Mensch in der Revolte. Die Revolte ist in mir“ – Shumona Sinha „Erschlagt die Armen!“

„Das Leben ist ein öffentliches Schwimmbad.
Schmutzig und voller Eindringlinge. Man stößt sich
an denen, die man nicht begehrt.“
(Shumona Sinha)

geb_SUVerdichtet, verdammt, verdreckt tritt diese Prosa schon in ihrem ersten Satz auf: und vor allem ohne jedes Sentiment, das sich zuweilen einstellt, wenn von Flüchtlingen die Rede ist, als kämen Verheißungen aus fernen Ländern geflogen und „Real Life“ spielte an irgendeinem Hauptbahnhof „Send me an Angel“. Jene dunklen Wesen zu schildern, „die wie ungeliebte Quallen die Meere befallen und sich ans fremde Ufer geworfen haben.“ Dabei treffen hier und ebenso in Frankreich Menschen ein, die – mehr als verständlich – nur eines wollen: weg von ihrem Ort des Elends, aus Trostlosigkeit oder aus den Gewalten heraus. Sie fliehen vor Folter, sei es realer, sei es ausgedachter, mit allen menschlich möglichen Lügen, mit Tricks oder aber der nackten, in den Leib gebrannten Wahrheit, um in Europa leben zu dürfen.

Aber Shumona Sinha schildert nicht die Strapazen der Flucht oder das karge Leben in den Ghettos der Community. All das bleibt am Rande und abstrakt als Folie, wird überdeckt von dem, was man das Einerlei eines Alltags bezeichnen kann, der sich aus dem subjektiven Blick speist, aus den inneren Monologen der Protagonistin heraus abspielt. Die eingedampfte Außenwelt dringt gleichsam durch die Sehschlitze eines Schleiers an die Leser heran. Der harte Ton sitzt wie ein Schlag und kontrastiert. Dieser harte Ton von Quallen und Auswurf an Ufern benennt das, was die meisten insgeheim denken. Darüber sollten wir uns nicht täuschen und Figurenrede von der Rede des Realen scheiden und doch in Bezug setzen. Identität ist das, was uns nahe und ähnlich ist. Zugleich aber produziert sie eine binäre Logik, die sich ubiquitär spreizt und als Politik auftritt. Wer A sagt, kann B draußen halten. Dennoch schimmert in dieser Prosa das Elend der Geflüchteten immer einmal wieder durch oder zuckt auf wie unter einem zu grellen Licht.

Die Erzählerin, ein Ich, das in der gesamten Prosa ohne Namen auskommt, ist Dolmetscherin und übersetzt am Gericht all die Geschichten der Flüchtlinge in die Amtssprache Französisch. Es ist in der Diktion jener Frau dieses Changieren und Spiel der Wörter, das einen letzten sinnlichen Reiz in der Existenz von Scheitern ausmacht, eine Sprachgymnastik, ein Gleiten, so etwas wie eine Übung zwischen den Welten. Jene Frau lebt auf beiden Seiten der Schranke, weil sie einerseits die Hautfarbe derer hat, die sie dolmetscht, weil sie deren Sprache spricht, weil sie aus derselben armen Region stammt wie die Emigranten, aber gewechselt hat jene Frau „auf die andere Seite der Dinge“, in die Zone der Privilegierten, auf die Seite der Macht. Eine Fremde unter Fremden, abgezirkelt. Irgendwo (vermutlich in Paris), alles in allem eine seltsam namenlose und konturlose Szenerie, die lediglich durch den Innenraum ihrer Monologe bestimmt wird, sitzt sie den Maskenexistenzen der Geflüchteten gegenüber. Es sind „so viele und sich untereinander so ähnlich, dass ich den Eindruck hatte, immer demselben Mann zu begegnen.“ Routinen laufen von Amts wegen ab, in denen für ein Schicksal kaum Zeit bleibt. Das Asylrecht ist eine (freilich notwendige) Farce. Aussichtslos. Menschen sind Antragsteller. Selten nur dringt eine Regung durch, ansonsten treibt und arbeitet jene Frau in einer abgestumpften Welt aus Pflicht und Pflicht und Verdruß, die das erzählende Ich meist gleichgültig läßt.

„Um politisches Asyl zu bekommen, mussten sie lügen und uns eine Geschichte erzählen, die nicht die ihre war. Sie mußten die Last eines Lebens auf sich nehmen, das ihnen fremd war. Sie versuchten, in die Haut der Charaktere zu schlüpfen, die die Menschenhändler, die ihre Landsleute für sie erfunden hatten.“

Ausgerechnet eine Frau also, eine aus einem ähnlichen Kulturkreis, die sich erdreistet, muslimische Männer auszufragen. Affront gegen ihre männliche Religion, Männer aus Regionen mit strengen Ritualen und Regeln, eine Frau, die arbeitet, ist eine Sache der Unmöglichkeit, eine Frau stellt keine Fragen. Nicht in dem kulturellen Kontext, aus dem diese Männer stammen, die nun im Okzident leben wollen. All diese Widersprüche, die Widerstände, teils auch das Abstoßende dieser Menschen, die Tücken, das Traurige, wie das Schale, wenn die Richter die Männer befragen und die Dolmetscherin in beide Richtungen hin übersetzt, Grenzgängerin der Sprache, die Rede des einen in die der anderen zu überführen. Zwar keine Torwächterin, aber das Gewicht der Worte liegt am Ende in ihrer Hand. Daß Sprache immer auch mit Identitätspolitik zu tun hat, wissen wir seit den biblischen Zeiten der Ephraimiter und der Gileaditer, die im Gegensatz zu jenen das Schibboleth regelkonform auszusprechen vermochten.

„Der Entscheider sprach seine Sprache, die Sprache der verglasten Büros. Der Antragsteller sprach seine flehende Sprache, die Illegalen-Sprache, die Ghetto-Sprache. Und ich nahm seine Sätze, übersetzte und servierte heiß.“

Für jene Dolmetscherin ist diese Art des Lebens nichts als ein Monolog, den jeder in seiner Sprache und für sich hält, von den anderen unverstanden und am Ende unübersetzbar. Diese Unmöglichkeit, irgend etwas zu übersetzen, Erinnerungen und Leiden in eine andere Sprache, in die des Gerichts zu überführen, wie auch die völlige Unberührbarkeit der Geflüchteten samt all den Lügen und Wahrheiten, die sich im Ton irgendwann zu einem trüben Gemenge vermischen, treiben die Protagonistin zu jener wirren, notwehrhaften und zugleich überzogenen Tat. In der Metro zieht sie einem jener Migranten, dem sie vielleicht einmal (oder auch nicht) in einer Befragung gegenübersaß und der sie nun drangsaliert und am Pelzkragen faßt, eine Rotweinflasche über den Kopf, was dazu führt, daß sie in Polizeigewahrsam und ins Verhör genommen wird. Ihren Job als Dolmetscherin wird sie nach dieser Tat vermutlich los sein. Eine Grenze ist überschritten.

Der Ton in Shumona Sinhas Buch ist rauh, und hart klingt diese Prosa, wenn sie die Realitätsfragmente beschreibt; illusionslos, was die Situation der Migranten anbelangt, die von Bengalen und anderswo nach Europa fliehen und vor dem Gericht ihre Geschichten auftischen, die sie jener Dolmetscherin erzählen, der sie gegenübersitzen, und die diese Geschichten den Vernehmern rückübersetzt. Erfundene Diplome, erfundene Biographien, erfundene Geschwister: „Die Lüge drang in die Sätze ein …“

Meist geriert sich der Blick dieser Frau mitleidlos, aber in manchen Passagen, insbesondere in denen der Introspektion, fällt er zuweilen lyrisch aus. Das verleiht dem Text einen eigenen Reiz, weil durch dieses Mittel des Stils zwei unterschiedliche Ebenen gegeneinander gebrochen werden. Dialektisches Verfahren fast, aber nicht ungeübt, denn Sinha schrieb zuvor Lyrik, weiß also, wie sich Bilder in Sprache erzeugen lassen – wenngleich nicht jedes dieser Bilder im Ton des Poetisierens mir gut geglückt erscheint. Stellenweise ist dieses Zuviel an Lyrik zu wenig in der Geschichte und strapaziert den ansonsten straffen Text über Gebühr. Doch im Gesamt genommen, stimmt der Sound dieses Textes und funktioniert in Lyrik wie Drastik.

Im Übermaß an Leid wie auch Lüge erstickt jene Erzählerin irgendwann unter dem sich türmenden Berg harter Fakten in der Gleichgültigkeit und in den unüberbrückbaren kulturellen Differenzen, die Sinha böse zuspitzend, aber am Ende zugleich treffend nennt. „Jeder ist eine Welt für sich. Jeder trägt eine ganze Welt in sich, eine chaotische Welt. Hinter dem Anschein von Ähnlichkeit sind die Bewohner des globalen Dorfs unendlich weit voneinander entfernt, vereint und gleichzeitig so allein.“ Einen Namen in diesem scénario tristes hat einzig eine Person: die Vernehmungsbeamtin Lucia (nomen est omen), auf deren Körper das erzählende Ich einen liebenden, begehrenden Blick warf, wenn sie die enge Jeans mit ihren Augen abfährt und dabei Nan Goldins Zeichnungen weiblicher Geschlechtsteile imaginiert, „die sie wie unzählige, unbeschreibliche Blüten gezeichnet hat.“ Einer der wenigen zarten Momente in dieser Prosa. Doch auch diese Lucia erreicht das Ich nicht, weil sie auf der Fahrt zu ihr in jene unsinnig-irre Szene gerät, die der Erzählerin einen Abend in Haft und Verhöre bescheren wird. Ein kafkasches Namensrudiment kommt ihrem Vernehmungsbeamten zu: ein schlichtes, aufragendes K. Trauer, Wut, Erinnerungen, die am Ende nur noch in Fetzen daliegen, werden vor jenem undurchsichtigen Mann ausgebreitet, der völlig ungezeichnet, ungeschildert und als Initial die anonyme Instanz einer Macht verkörpert, der wir als Individuen schneller gegenübersitzen als uns lieb ist.

Angesichts der Leere und Tristesse der Szenerie sowie dieser sinnlosen Tat, die die Dolmetscherin begeht, fühlt man sich an Camus „Der Fremde“ erinnert: eine Tat aus dem Nichts heraus, als Gegenwehr zwar auf einen Angriff, aber doch völlig überzogen, den Lauf der eigenen Welt ändernd. Nein, die Frau hat, wie in jenes gleichnamige Gedicht von Baudelaire, auf das diese Prosa Bezug nimmt, den Armen nicht erschlagen. Nur eine Flasche Rotwein über den Kopf gezogen. Eine Flasche, die sie als Gastgeschenk für jene Frau mit dem Namen Lucia mitbrachte. Einfach sind die Perspektiven in dieser Prosa nicht und mit den Mitteln des moralisch korrekten und ethisch einwandfrei auftrumpfenden Blick kommt man in dieser Lektüre bei diesem aktuellen Thema – zum Glück – nicht viel weiter.

Was sich in diesem Buch steigert und aufspeichert, ist die Härte der Realität: nicht mehr der Logik des Mitleids zu folgen, sondern das, was ist, kalt zu betrachten. Problematisch übersetzt ist leider der Titel des Buches und führt auch vom Plot her in die falsche Richtung: Nicht „Erschlagt die Armen“, sondern „Verprügelt die Armen“ oder „Schlagt die Armen“ müßte es heißen. Im Original steht: „Assommons les pauvres!“ Im Prosa-Gedicht von Baudelaire kommt der Arme bei diesem Faustschlag zu Bewußtsein und wehrt sich gegen seinen Angreifer. Aber auch das reiht sich am Ende nur in die individuellen Tathandlungen. Revolution wie auch Revolte sind vertagt. Unabsehbar. Es bleibt die Macht des Faktischen und eine unheilvolle Melancholie des Blickes, die das, was ist, weiter zementiert. Du mußt nur die Laufrichtung ändern!: Bestechend klar ist in diesem Buch das Eingangszitat des französischen Schriftstellers Pascal Quignard über die etymologische Herleitung des Begriffes Freiheit aus dem Altgriechischen, die der erzählten Story eine ganz andere Wendung verleiht, als man es beim ersten Lesen der Prosa erwartet.

„Das Nichts ist ein sinnliches Fest“ heißt es an einer Stelle des Romans. Das aber bleibt dem Ton der Zynikerin geschuldet, angesichts von Ohnmacht und der Übermacht einer unaufhebbaren Realität. Mit dem Text Baudelaires freilich teilt diese Prosa einiges. Sogar den Rausch: „Ich stehle ihre Geschichten. Ich überzeichne das Elend und die Hässlichkeit. Ich bin eine Rauschpiratin. Ich möchte mich berauschen.“ Von Shumona Sinha möchte ich mehr lesen! Ja, auch diese Prosa ist ein Rausch und sie steht in bester baudelairescher Tradition, schaut aufs Aas am Wegesrand, aufs Grobe. Im Unsentimentalen liegt das Politische dieses Textes.

 [Das Zitat im Titel stammt von der Band Tocotronic auf ihrer Platte „Wie wir leben wollen“.]
Shumona Sinha, Erschlagt die Armen!, Edition Nautilus, 18,- EUR

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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3 Antworten zu „Ich bin kein Mensch in der Revolte. Die Revolte ist in mir“ – Shumona Sinha „Erschlagt die Armen!“

  1. holio schreibt:

    18 Euro für 128 Seiten erschienen mir zu teuer. Daher wollte ich auf die Lesung gehen, am 26. November im Institut français. Vorgestern eigens Urlaub eingereicht für den Freitag drauf. Heute früh, als ich aus einem Grunde (Uhrzeit?) noch mal nachschaun wollte, in deren Kalender „ABGESAGT“ gefunden, och! Arschließend die Leseprobe von der Edition Nautilus verführte mich dann doch zum Kauf, ihr Temperament, die kräftige Sprache, die konkreten Türen, die – Sie werden es nicht hören wollen – mich an Herta Müller erinnern, und, Notarbeine, auf einem Niveau vielleicht niederschwelligster Literaturempfehlung ihr menschliches „Ich bin kein Morgenmensch, ich zwang mich zu einem Lächeln.“ Nun ja, also auf zum Buchkauf. Baudelaires poème en prose längst gelesen nach Ihrer Rezension. Aber auf deutsch nicht gefunden im Netz. Also erstes Ziel die Stadtbücherei, zweite Etage, unter „Werkausgaben“ Bände Baudelaires nicht schwer zu finden. Spleen de Paris aussi, die Übersetzung Friedhelm Kemps (ebenderselbe der zweisprachigen Blumen-des-Bösen-Ausgabe bei dtv klassik, über der ich sommers in der Straßenbahn schwitzte), klick, klick, klick, das war ja easy! Zweites Ziel die Mayersche, größte Buchhandlung am Platze, aber Kette mit viel Schnickschnack, daher nach Möglichkeit zu meiden. Jedoch so zentral! Ein Urinal hatte’s da, das hatte ich noch nicht gewusst, hat mir einen Gang nach Karstadt in die alleroberste Etage erspart ;-) Sinha lag schweißtuchlos auf einem Neuerscheinungstisch, darunter ein dicker Stapel, das wollte ich schon bemerkenswert finden, war aber ein anderer Titel, auf dem sie irrtümlich lag. (Von Herbsts Traumschiff auch noch immer vier Exemplare dort, kann ich belegen, wenn verlangt, das oberste offen mit flatterndem Lesebändchen.) Zurück zu Sinha. Die wollte ich hier eben gerade nicht kaufen, sondern in der Buchhandlung ein paar Blocks weiter vom die Lesung mitveranstaltenden Klaus Bittner. Aber nach der zweisprachigen Reclamausgabe von Spleen de Paris könnte ich mal gucken, rein informativ. Tatsächlich hatten sie die da in Orange. Erwog kurz, ob sich die Anschaffung nicht trotz gelungenen Kemp-Coups dennnoch lohne (ob der vielen anderen Prosapassagen), da sah ich, dass Neuübersetzung durch Kay Borowsky. Und zugegriffen. Zugegriffen schon, aber dann angestanden, ellenlang. Eine wenig umfanghafte Dame vor mir ließ sich jedes Buch ihres umfänglicheren Kaufs einzeln in Geschenkpapier einschlagen. Mann wurde ungeduldig und begann, den Beginn von XLIX Schlagt die Armen! zu lesen, aber ohne große Lust. Endlich gelang der Kauf. Dann nach Bittner. Gleich draußen die großen Aushänge von Sinhas Lesung mit „fällt aus“ in Edding drübergeschrieben. Ich machte ein paar Fotos zwecks Dokumentation und ging rein. Schnell fand ich das Buch auf einem Tisch liegen. Ein offenes Exemplar auf einem eingeschweißten. Ich nahm das eingeschweißte und ging zur Kasse, hinter der Klaus Bittner stand. „Sie wissen, dass die Lesung ausfällt?“, wies er mich hin. Ich bejahte und fragte nach dem Grund. Er meinte, dass sie derzeit als Aushilfslehrerin arbeite und vom Arbeitgeber, dem französischen Staat, keinen unbezahlten Urlaub für ihre Lesungen in D bekomme. „Vom Staat“, betonte Bittner mit hocherhobenen Augenbrauen. Ein weiterer, bärtiger Kunde stand daneben und zeigte sich erstaunt, fast empört. Der besorgte Bittner wollte mich noch mehr oder weniger beiläufig auf den brisanten Inhalt hinweisen, aber den kannte ich ja schon. Dann rutschte mir die Frage raus, ob er vielleicht auch das Original da habe. Mich überraschend bejahte er sie. Im Regal fand er es nicht, aber holte zwei Exemplare aus dem Keller herauf. Erst hatte ich nur erst mal reinschauen wollen, aber schneller Blick aufs Preisschild bewog mich zum Spontankauf. So zahlte ich ein zweites Mal. Beim ersten waren es achtzehn Euro gewesen für Nautilus, beim zweiten acht für Le Cercle Points. Zumm Buch selbst kann ich noch nichts sagen, klar, nur die Erwerbshistorie will ich hier weitererzählen für wen’s interessieren könnte. Sorry für den langen Text, aber als Zeitdokument mag er vielleicht Wert haben: Das Netz ist geduldig.

  2. Bersarin schreibt:

    Gute Käufe taten Sie! Danke dafür, daß Sie ausführlich die Umstände schilderten. Solches Verfahren kann manchmal etwas ungemein Berückendes haben. Wie wir in Th. Bernhards legendärer Beschreibung lasen, als er die Umstände und die Kaufversuche einer NZZ schilderte. Ich konnte mich leider nicht dazu durchringen, auch die französische Ausgabe zu erstehen. Nun bin ich jedoch gespannt, wie Sie die Qualität der Übersetzung einschätzen: Der Titel ist mir zu reißerisch und auch falsch übersetzt. Wie sehen Sie das?

    Ich bin natürlich als ewigalter Benjaminleser und Freund der Moderne wie der Kunst samt der kalten Aphoristen im Besitz der Baudelaire-Gesamtausgabe. Als die irgendwann in den 90er Jahren bei 2001 günstig zu erstehen war, schlug ich zu. Ich weiß gar nicht, ob es diese Ausgabe von Hanser überhaupt noch gibt. Vermutlich nicht. Andererseits hält Hanser seine Klassiker lange vorrätig.

    Herbsts „Traumschiff“ wird hier im Blog demnächst besprochen.

  3. holio schreibt:

    Wie Sie, meine ich, das schon ausgeführt hatten, ist das _Er_ vom _Er_schlagen überflüssig. _Er_schlagen heißt _Tot_schlagen, aber so ist es nicht. Bei Baudelaire schlägt _er_, nachdem er keinen Zivilbullen erblickt, auf den Bettler ein, ihm ein Auge ein und zwei Zähne aus. Der Bettler setzt sich dann zur Wehr und schlägt Baudelaire zwei Augen blau und vier Zähne ein, gibt ihm also das Doppelte zurück. Insofern lässt sich das _Er_ des Schlagens in einen Sumpf des Missverstehens versenken.

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