„Tocotronics“ rotes, neues Album

Der 1. Mai ist als Tag insofern bedeutsam, als ich nicht mehr in Konzerte gehe. Es sei denn, es werden dort Mahler, Beethoven oder Schönberg gespielt, und ich kann, während ich höre, gepflegt im Konzertstuhl sitzen. Gefesselter Konzertbesucher, der ich nun einmal im restbürgerlichen Habitus residual oder fragmentiert noch bin oder gerne gewesen wäre, sofern das überhaupt noch in diesem outrierten Zeitenfeld und in der verwalteten Welten möglich ist. Eine der besten Passagen Adornos aus der „Dialektik der Aufklärung“ weist auf diesen arbeitsteiligen Zustand der Deformation, der beide Parteien gleichermaßen betrifft. Kein Ort, nirgends und so bleiben einzig die den Wellen und dem Meer preisgegebene „Flaschenpost“ und die „Gesten aus Begriffen“ als Philosophie und ästhetische Theorie:

„Der Gesang der Sirenen aber ist noch nicht zur Kunst entmächtigt. Sie wissen ‚alles, was irgend geschah auf der viel ernährenden Erde‘ … Der Gedanke des Odysseus, gleich feind dem eigenen Tod und eigenen Glück, weiß darum. Er kennt nur zwei Möglichkeiten des Entrinnens. Die eine schreibt er den Gefährten vor. Er verstopft ihnen die Ohren mit Wachs, und sie müssen nach Leibeskräften rudern. Wer bestehen will, darf nicht auf die Lockung des Unwiederbringlichen hören, und er vermag es nur, indem er sie nicht zu hören vermag. Dafür hat die Gesellschaft stets gesorgt. Frisch und konzentriert müssen die Arbeitenden nach vorwärts blicken und liegenlassen, was zur Seite liegt. Den Trieb, der zur Ablenkung drängt, müssen sie verbissen in zusätzliche Anstrengung sublimieren. So werden sie praktisch. – Die andere Möglichkeit wählt Odysseus selber, der Grundherr, der die anderen für sich arbeiten läßt. Er hört, aber ohnmächtig an den Mast gebunden, und je größer die Lockung wird, um so stärker läßt er sich fesseln, so wie nachmals die Bürger auch sich selber das Glück um so hartnäckiger verweigerten, je näher es ihnen mit dem Anwachsen der eigenen Macht rückte. Das Gehörte bleibt für ihn folgenlos, nur mit dem Haupt vermag er zu winken, ihn loszubinden, aber es ist zu spät, die Gefährten, die selbst nicht hören, wissen nur von der Gefahr des Lieds, nicht von seiner Schönheit, und lassen ihn am Mast, um ihn und sich zu retten. Sie reproduzieren das Leben des Unterdrückers in eins mit dem eigenen, und jener vermag nicht mehr aus seiner gesellschaftlichen Rolle herauszutreten. Die Bande, mit denen er sich unwiderruflich an die Praxis gefesselt hat, halten zugleich die Sirenen aus der Praxis fern: ihre Lockung wird zum bloßen Gegenstand der Kontemplation neutralisiert, zur Kunst. Der Gefesselte wohnt einem Konzert bei, reglos lauschend wie später die Konzertbesucher, und sein begeisterter Ruf nach Befreiung verhallt schon als Applaus. So treten Kunstgenuß und Handarbeit im Abschied von der Vorwelt auseinander. Das Epos enthält bereits die richtige Theorie. Das Kulturgut steht zur kommandierten Arbeit in genauer Korrelation, …“ (Th. W. Adorno, Dialektik der Aufklärung)

fee_786_587_pngIch schätze die Band „Tocotronic“ sehr, wenngleich ich mit den Stücken ihres neuen Albums, welches „das rote Album“ genannt wird, weil es von der Grundfarbe rot ist, allerdings optisch-drucktechnisch retrogradig mit einigen künstlichen Spuren des Abblätterns oder Abriebs versehen, wenig anfangen kann. Aus diesem Album gefallen mir – zumindest nach dem ersten Hören, vielleicht ändert sich das noch – nur drei Lieder wirklich gut. Von den Texten reicht es lange nicht an das letzte Album „Wie wir leben wollen“ heran. Das Subtitele, fast schon Lyrische oder zumindest doch Dichterische bleibt in „Wie wir leben wollen“ ohnegleichen, ebenfalls das Musikalische, das zwar einerseits an die letzten Alben anknüpfte, aber dennoch einen Sprung machte, und das gab es in dieser Reife bei Tocotronic bisher nicht. Ich halte „Wie wir leben wollen“ für ihre beste und am klügsten auskomponierte Platte. (Ästhetische Form ist immer ein Phänomen des Gesamtzusammenhangs, isoliert nicht die Momente.) Die frühen Alben aus den 90ern freilich – „ K.O.O.K.“  mit dem legendären Song Let there be rock bildet bei „Tocotronic“  allerdings einen Wendepunkt und in einem bestimmten Sinne knüpft das rote Album daran wieder an – sind von einem anderen Kaliber: Wie bei jeder Band, die neu kommt, herrscht der Sturm-und-Drang vor. Wilder, aufbegehrender Rock von jungen Menschen, Zwanzigjährige, die Teil einer Jugendbewegung sein möchten und doch bereits abgeklärt in ihren so jungen Jahren, wissen, daß diese epochemachende Musik und Phase längst vorüber ist.

Das Moment des Pophaften überwiegt auf dem roten Album. Es ist, so heißt es, eine Platte, die von den Teenagern handelt. Sophie Hungers (nach einem Interview aus dem „tip“ mit Dirk von Loewtzow zitierte) Bemerkung jedoch über „Die Erwachsenen“, „das Stück sei dreimal um die Ecke gedacht und trotzdem mitten ins Gesicht“, kann ich nicht nachvollziehen, die subtile Drehung dieses Stückes entging mir. Im Gegenteil, viele der Texte scheinen mir eher unidirektional aus dem Hallraum des Jugendzimmers zu stammen. Vielleicht muß man sich beim Hören dieses „roten Albums“ die Welt des Teenager-Seins wieder vergegenwärtigen. Das ist für einen mittlerweile älteren Menschen nicht unbedingt mehr leicht, es bedarf dazu der Übung, sich in den ästhetisch-literarischen Imaginationen, von den Flügeln des Phantasie getragen, in diesen Zustand zwischen Euphorie und (Hormon)Verwirrung, Umbrüchen, Zeitenwende des Privaten, Wildheit, ungestümer Emotionen und Verhaltenheit zurückzuversetzen: in jene Zeit des Liebens und Lebens, als alles an Welt noch vor einem lag und fast alles an Zielen und Wünschen möglich erschien. Omnipotenz, Schönheit des Körpers, Narzißmus und hemmungsloser Kleinmut sowie radikaler Selbstzweifel gingen die im Leben wohl einmalige Konstellation ein. Wie es nie mehr wiederkehren wird. Auf eine interessante und witzig-trickreiche Weise unternimmt diesen Versuch, diese Jahre einzuholen, übrigens der Schriftsteller Navid Kermani in seinem 2014 erschienenen Buch „Große Liebe“: Sich in die Perspektive des 15-Jährigen zu begeben, darin er den Gefühlshaushalt dieses jungen Mannes, dieses alten Kindes in den 80er Jahren, inmitten der politischen Auseinandersetzungen um Atomkraft und Nato-Doppelbeschluß, mit den Texten arabischer Mystik kontrastiert. Die erste Liebe zu einer Frau, die drei Jahre älter ist, die er in der Oberstufenecke bei den Rauchern betrachtet. Solche Liebe der Jugend ist Erleuchtung und Verblendung in einem. „Gedauert hat diese große Liebe, um die mein Gedächtnis so viel Aufhebens macht, keine Woche, gerechnet vom ersten Kuß bis zur Trennung, der Trennungsschmerz natürlich länger, in gewisser Weise bis heute, sonst würde ich nicht unsere Geschichte erzählen.“ (Navid Kermani, Große Liebe“) Das Schöne, die Melancholie und die Tücken dieser Zeit fängt Kermani wunderbar ein, und es ist ein kluger Schachzug, der von der Unmittelbarkeit des Erlebten wiederum distanziert und eine Reflexionsstufe dazwischenschaltet, wenn er die Überlegungen der arabischen und persischen Mystiker da einfließen läßt, wo der Schmerz immer noch zu treiben vermag.

Vielleicht muß ich diese Platte von „Tocotronic“ mehrmals hören, vielleicht beim Autofahren über die Weite der Landstraßen Brandenburgs, bis nach Sachsen hin, wenn ich die Felder und die Wälder beobachte, wenn ich an einem Waldweg das Auto stoppe und ich halte an, und es spielt die Musik. Vielleicht klingen dann Erinnerungsfetzen nach, als Bilder materialisiert, im Kopf des älteren Mannes. Und wie verweht ziehen die Brüche durch den Kopf. Zeichenhaften Elemente und das bildet dann ein Muster, in dem wir uns erinnern, wiederholen und durcharbeiten. „Jungfernfahrt“

„Tocotronic“ spielte am 1. Mai im SO 36 ihr sogenanntes Club-Konzert, um ihr Album vorzustellen. Mir war in der schlauchartigen Halle die Akustik zu schlecht, es taten die Ohren weh, auch gefiel mir die Auswahl der gespielten Stücke nur mäßig. Es war ein nettes, freundliches Konzert, von einer netten, freundlichen plüschophilen Band eben, die ich sehr schätze. Als ich dann wieder zu Hause und gemütlich in meinem Sessel saß, um in den Gedanken den Abend ausklingen zu lassen, war ich froh, in meiner stillen, weitläufigen, friedlichen Wohnung mich zu befinden, im komfortablen Grandhotel Abgrund. Das schöne an Kreuzberg ist, wenn man dann wieder fort ist. Nichts Schlimmeres als das Maifest. Was jedoch das Heruntergeranzte dieses Viertels betrifft: da sieht es auch zu den Zeiten, wo kein Maifest befriedet, nicht viel anders aus. Insofern paßt dann wiederum der Görlitzer Park nach Kreuzberg. Jeder Stadtteil hat, so will es mir scheinen, die Parks, die ihm gemäß sind.

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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8 Antworten zu „Tocotronics“ rotes, neues Album

  1. summacumlaudeblog schreibt:

    IMPROVISIERTES (nach Dienst)

    „La liberté“ singt Carmen am Ende des zweiten Aktes aber Don José bekommt die Fesseln nicht gelöst, die ihn an den Mast binden. Der Appellruf weckt in ihm die geordnete Vergangenheit der kleinen Gefühle. Alternativ wäre noch Oropax stabilisierend gewesen. Ohne jeweils eine der beiden Krücken kann er, können wir nicht voran gehen – gefesselt oder taub!!! Bezeichnenderweise entfesselte er ja Carmen – und zugleich mußte sein Leutnant gefesselt werden, damit er frei bleibt. Die odysseusche Fessel als Metapher in der Oper Carmen.

    Erst wenn wir ohne die Fessel des Vergessens und ohne Wahrnehmungsverlust voran gehen könnten, wäre Utopia frei vor uns, weil die Vergangenheit dann zwar vergangen, doch nicht vergessen ist. Aber wer traute sich das schon zu: Mit blanken Nerven, ohne Helm und doppelten Boden der Welt begegnen? Utopia bleibt Utopia und wir sitzen im GrandHotel und schauen den Berg und den Abgrund. Die Tiefe zieht halt an, so bleibt man besser sitzen wie Odysseus am Mast.

  2. Bersarin schreibt:

    Ich glaube nicht an Utopien oder stehe den ausgepinselten zumindest skeptisch gegenüber. Aus diesem Grunde war mir die Philosophie von Ernst Bloch immer suspekt. Das Prinzip Hoffnung halte ich für grenzenlos naiv und affirmativ. Wir leben unabdingbar in der verwalteten Welt. Allenfalls als Aufblitzendes mag sich der Schein knapp zeigen. Ich halte es mit dem Abschlußaphorismus von Adornos „Minima Moralia“:

    „Zum Ende. – Philosophie, wie sie im Angesicht der Verzweiflung einzig noch zu verantworten ist, wäre der Versuch, alle Dinge so zu betrachten, wie sie vom Standpunkt der Erlösung aus sich darstellten. Erkenntnis hat kein Licht, als das von der Erlösung her auf die Welt scheint: alles andere erschöpft sich in der Nachkonstruktion und bleibt ein Stück Technik. Perspektiven müßten hergestellt werden, in denen die Welt ähnlich sich versetzt, verfremdet, ihre Risse und Schründe offenbart, wie sie einmal als bedürftig und entstellt im Messianischen Lichte daliegen wird. Ohne Willkür und Gewalt, ganz aus der Fühlung mit den Gegenständen heraus solche Perspektiven zu gewinnen, darauf allein kommt es dem Denken an. Es ist das Allereinfachste, weil der Zustand unabweisbar nach solcher Erkenntnis ruft, ja weil die vollendete Negativität, einmal ganz ins Auge gefaßt, zur Spiegelschrift ihres Gegenteils zusammenschießt. Aber es ist auch das ganz Unmögliche, weil es einen Standort voraussetzt, der dem Bannkreis des Daseins, wäre es auch nur um ein Winziges, entrückt ist, während doch jede mögliche Erkenntnis nicht bloß dem was ist erst abgetrotzt werden muß, um verbindlich zu geraten, sondern eben darum selber auch mit der gleichen Entstelltheit und Bedürftigkeit geschlagen ist, der sie zu entrinnen vorhat. Je leidenschaftlicher der Gedanke gegen sein Bedingtsein sich abdichtet um des Unbedingten willen, um so bewußtloser, und damit verhängnisvoller, fällt er der Welt zu. Selbst seine eigene Unmöglichkeit muß er noch begreifen um der Möglichkeit willen. Gegenüber der Forderung, die damit an ihn ergeht, ist aber die Frage nach der Wirklichkeit oder Unwirklichkeit der Erlösung selber fast gleichgültig.“

  3. summacumlaudeblog schreibt:

    „Ich glaube nicht an Utopien oder stehe den ausgepinselten zumindest skeptisch gegenüber. Aus diesem Grunde war mir die Philosophie von Ernst Bloch immer suspekt. Das Prinzip Hoffnung halte ich für grenzenlos naiv und affirmativ. Wir leben unabdingbar in der verwalteten Welt. Allenfalls als Aufblitzendes mag sich der Schein knapp zeigen.“

    Schade, ich dachte, wir könnten zusammen nach Installation der grenzenlos freien Gerechtigkeit am Fuße des Weinbergs gemeinsam auf die Ewigkeit warten. Mit Bacchus als Spießgesellen….(smile)
    An solche naiven Utopien glaube ich natürlich auch nicht. Man muß aber wissen, dass die behaupteten offiziösen Freiheiten der Gesellschaft mit der Carmenschen liberté nichts zu schaffen haben. Carmen und mit ihr Odysseus, Parzival, Bloom, Hans Castorp, Hamlet, Josef K. und Faust (Liste unvollständig) suchen ja das „Andere“, das Leben jenseits der etablierten Angebote. Sie sind jeweils auf ihre Art „Gralssucher“ (Th. Mann über Hans Castorp) und kommen nicht selten nach der Odysse wieder dort an, wo sie hergekommen – im Flachland. Welches sich freilich verändert hat wie sie selbst.
    Utopia ist ja das andere Land, es ist noch nicht, wird erst. Und bleibt so ausmalbar. Freilich waren die letzten Utopien eher ein Malen nach Zahlen als große Kunst. Somit bleibt als Position nur die ständig sich erneuernde Kritik. In Anlehnung an Karl Kraus: Wir wissen nicht, wie Utopia aussieht (wie man Eier legt), aber wir wissen, wann das Gemälde ein Werbeplakat ist (wann ein Ei faul ist).

  4. Bersarin schreibt:

    Ich bin ja immer so Adorno, sagen und behaupten manche. Und das stimmt wohl. Deshalb zu Deinem Kommentar noch ein Zitat aus seinen „Meditationen zur Metaphysik“ nachgeschickt:

    „Die metaphysischen Interessen der Menschen bedürften der ungeschmälerten Wahrnehmung ihrer materiellen. Solange diese ihnen verschleiert sind, leben sie unterm Schleier der Maja. Nur wenn, was ist, sich ändern läßt, ist das, was ist, nicht alles.“

    Man kann diesen Satz nicht häufig genug nennen, um genau diese beiden Aspekte in der Philosophie Adornos herauszustellen. Das ungeschminkt materialistische Motiv sowie eine Metaphysik, die nicht sich nicht im theologisch- rechtfertigenden Salbader und in der ewigen Litanei des Eiapopeia ergeht. In diesem Sinne ist die Metaphysik Adornos eminent ästhetisch.

    Was Du in bezug auf diese Freiheit und diese Suche der Literaturhelden und einer Heldin ansprichst, weist sicherlich auf einen besonderen Rahmen der Literatur: „Kunst als menschliche Praxis“ wie ein kürzlich von Georg W. Bertram erschienenes Buch heißt. (Wobei ich auch gegenüber diesen Bezügen einer ästhetischen Praxis sehr skeptisch bin. Ich bin sozusagen ein dezidierter Anti-Schillerianer: Das Spiel muß grausam sein, wenn es sich denn aus dem Bestehenden herausschleudern oder herausdrehen will. Aus den Gründen eben, weshalb Adorno jene hermetische Kunst, die sich nicht an das, was ist, anschmiegt, die Treue hält.)

  5. summacumlaudeblog schreibt:

    Na, Kunst als Lebensberatung ist natürlich auch nicht mein Konzept – wenn ich denn überhaupt eines habe.
    Kunst hingegen als Darlegung des anderen Lebens mit Hilfe der Form, das geht schon eher in meine Richtung. Eine solche Richtung könnte man dann utopisch nennen, ohne dass es sich um eine konkrete Utopie etwa im Sinne einer Gelehrtenrepublik oder gar Künstlerrepublik handelt.
    Schließlich bleibe ich bei meinem Schlußwort: Nichts geht ohne die kritische Grundausrichtung, die ständig sich erneuernde Kritik, die ja letztlich sowohl das Hohle des utopischen Holismus, als auch das Hohle des offiziösen Gesellschaftsangebotes demaskiert. Kritik sowohl der Ästhetik als auch der materiellen Grundlagen steht über jeder Utopie – da sind wir wohl kaum auseinander.
    (Wenn ich Dich recht verstanden habe, geht die neue, mir noch nicht bekannte Tocotronic-CD diesen Weg gerade nicht. Bleibt sie im Gefälligen stecken?)

  6. Bersarin schreibt:

    Ich dachte mir, daß Kunst als Lebensberatung und als Handlungsanweisung, wie zu leben sei, nicht Dein Ansatz ist. Und wollte Dir dies keinesfalls unterstellen. Wir liegen, denke ich, in vielen Aspekten, grosso modo, doch recht dicht beieinander.

    Ich bin, was das neue Album von Tocotronic betrifft, noch nicht sicher. Muß das noch genauer hören, mehrmals, und wirken lassen. Eines zumindest kann ich sagen: beim letzten fiel es mir von den Argumenten her leichter, zu begründen, weshalb es gut ist. Hier jedoch zögere ich noch.

  7. M_on_A schreibt:

    Interessant, dass Tocotronic überhaupt noch existieren. Mehr Berlin, mehr Papier, mehr Krach, aber spürbar weniger Pop gibt es dagegen hier:

    http://laputa-verlag.blogspot.de/2015/03/dieses-buch-ist-besser-als-pop.html

    Harald Rutzen: „Es gibt immer mal wieder Leute…“ / Kurzprosa /Laputa Verlag
    ISBN 978-3000409134

  8. Bersarin schreibt:

    Weniger Berlin ist manchmal besser. Da frag mal den geschätzten Don Alphonso.

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