Eine anhaltend manifeste Latenz im Denkstrom. Über Philipp Felschs „Der lange Sommer der Theorie“ (1)

„Chaque époque rêve la suivante“
(Michelet, Avenir! Avenir!, zitiert nach:
Walter Benjamin: Passagenwerk

 Es gibt Buchtitel, die sind in ihrer Formulierung derart pointiert geraten, daß man sich wünscht, sie selber entdeckt zu haben; oder aber sie prägten sich auf eine solche Weise ins Bewußtsein, daß sie im Gedächtnis unweigerlich haftenbleiben und zum geflügelten Wort sich aufschwingen. Hans Magnus Enzensbergers Buch über den spanischen Bürgerkrieg „Der kurze Sommer der Anarchie“ führt einen solchen Titel, der verheißend klingt – wie ein Versprechen, das sich im Gang der Geschichte freilich nicht einlöste. Wie so oft in den Träumen und Taten der linken Bewegungen. Solche Titel laden dazu ein, sie abzuwandeln. Dies tat der an der Humboldt Universität Berlin lehrende Historiker und Kulturwissenschaftler Philipp Felsch und nannte sein Buch schwungvoll „Der lange Sommer der Theorie. Geschichte einer Revolte. 1960-1990“.

9783406668531_coverDer Titel macht neugierig, und er verführt zu Spekulationen, die zunächst freilich, beim ersten Lesen dieses Titels in eine falsche Richtung sich versteigen mögen. Natürlich geht es in diesem Buch auch um die unterschiedlichen Theorien, die in dieser Epoche rezipiert oder neu konzipiert wurden. Aber es dient der entfaltete Stoff nicht bloß dazu, die Theoriegebäude sowie den Wandel im Theoriebau ideengeschichtlich zu exemplifizieren. Sondern vielmehr wird anhand des Merve Verlegers Peter Gente und seiner ersten Gefährtin Merve Lowien, nach der, wie man unschwer erkennt, der Verlag benannt wurde, und später dann Heidi Paris, die 1974 Lowien als Geliebte ablöste, der Geist jener Zeit eingefangen. Eher also schildert Felsch die kulturgeschichtlichen Ausprägungen auf einer individuellen Ebene: wie nämlich Menschen auf Theorien reagieren, wie sie diese Theorien sich aneignen, in ihr Leben betten, wie Denken die Praxis formt. Felsch versucht, dem Geist dieser Zeit von 1960 bis 1990 mit all seinen Brüchen und Widersprüchen in Texten und Kontexten von Lebenswelt näherzukommen, indem er das Spezifische aufgreift und von konkreten Menschen und von Details ausgeht, anhand derer Theorie-Geschichte rekonstruiert und ein bestimmter Klang des Textes, der als kollektiver Strom wirkte und sich zugleich verzweigte, dargestellt werden kann. Dieses Schreibweise erfreut sich momentan in den Reflexionen auf Theoriebildung methodisch einer gewissen Beliebtheit, scheint zeitgeisthaft Konjunktur zu besitzen – man denke an das letztes Jahr mit dem Leipziger Buchpreis ausgezeichnete Werk von Helmut Lethen „Der Schatten des Fotografen“.

„Der lange Sommer der Theorie“ erzählt von „Peter Gentes Bildungserlebnissen, von den Irrfahrten des Merve-Kollektivs und von den Entdeckungen des Verlegerehepaars.“ Theorie als Lebensform. Sie formiert sich in den Lektüregruppen der 60er Jahre, nimmt Gestalt an in der Exegese und Intensität der klassischen kanonischen Texte der Philosophie, wenn sich, wie der Berliner Religionsphilosoph Jakob Taubes bemerkte, junge Menschen über die Texte Herbert Marcuses beugten und sie studierten wie einst die „‚Talmud-Jünger den Text der Thora auslegten‘“, so Felsch, Taubes zitierend.

Aber der homo theoreticus blieb nicht bloß im Denken und in der Reflexivität stecken, sondern es verbanden sich diese Lektüreszenen mit verlegerischer, politischer, aber ebenso auch mit bohèmehafter Praxis: Ausgehen in Bars und diskutieren nicht mehr nur im WG-Wohnzimmer, sondern in Clubs und Kneipen hinein verlagerte sich das Theorieseminar. Teils sicherlich bierselig und im Bier- oder Weindunst berauschend, wilde Thesen heraushauend, bei denen es eher auf die rhetorische Eleganz und Brillanz ankam denn auf den Sachgehalt oder in den Diskussionen statt auf den „zwanglosen Zwang des besseren Arguments“ (Habermas) auf die geniale Idee und die wildeste abgefahrenste These. Theorie als eine Art von Pop-Musik, so schildert uns Felsch diese wundersamen Szenarien der Kneipenphilosophie. Am nächsten Morgen jedoch wieder einmal alles im Rausch und im Treiben der Nacht vergessen und alles auf Anfang und neu: Eine neue undogmatische Linke trat Ende der 70er auf den Plan, die sich auch gegenüber Strömungen öffnete, die dem klassisch linken Theoriekanon zunächst gleichgültig oder sogar skeptisch gegenüberstanden. So etwa der hyperkritische Foucault, dem die dialektisch-politischen Widerstands- und Denkformen der 68er-Revolten und auch die Methoden der RAF schlicht in den Macht- und Denksystemen des 17. Jahrhunderts verhaftet blieben, weil dieses aufbegehrende Denken die Subversion und Umtriebigkeit des Machtbegriffes nicht realisierte.

Daß sich Hegel im Schlaglicht und als Schock des Augenblicks mit Nietzsche paarte, und das ergab, in Absatzbewegung zum Diskurs der 68er, dem Gente zunächst entstammte, eine völlig neue Konstellation an Theorie. Gente ging diesen Weg zunächst mit, verharrte jedoch letztendlich nicht im Dogma der K-Gruppen, sondern versuchte, das Unvereinbare nicht zusammen-, aber doch nebeneinander oder gleichzeitig zu denken. Allenfalls die hartgesottenen Adorniten, die nicht kommunikationstheoretisch den Drift paddelten, hatten jenen neuen Denktypus französischer Provenienz halbwegs auf dem Schirm und begriffen flink.

In den Philosophieseminaren der 80er und 90er Jahre, so die Beobachtung des Rezensenten schlug sich diese Verquickung darin nieder, daß die eifrigsten Adorniten sowie die kritischsten Theoretiker zugleich als die innigsten Leser Derridas, Lacans und Foucault sich erwiesen. (Von Nietzsche und dem doch subtil en vogue und unterströmig wirkenden Heidegger ganz zu schweigen.) Hier wuchs ein neues Potential heran, und es entwickelten sich produktive Korrespondenzen, die die alten Frontlinien und die überkommenen Verläufe aufbrachen. Die „größten Kritiker der Elche“ waren früher durchaus selber welche, sind es womöglich immer noch, doch sie wollten gleichzeitig aus der Immanenz sich herausspielen, mit literarisch-romantischer, potenzierender, aber ebenso postmoderner Ironie sich herausdenken – vielleicht auch im Sinne des Rortyschen Ironikers, der ohne Gewißheiten denkt – oder postmodernes Katapultieren, Verwinden, Drehen und die Eindeutigkeiten beseitigen.

Der Ton des Diskurses wandelte sich ästhetisch. Theorie wurde zu einem ästhetischen Ereignis – Felsch beschreibt diesen Wandel in der Theorie im letzten Teil seines Buches – und baute die Versatzstücke als Aporien und Widersprüche. Darin waren wir in den Seminaren und Arbeitsgruppen in einer Art dichotomischem Pointilismus (fast wieder) Kant näher als Hegel. Unentscheidbare Antinomien und unauflösbare Paralogismen – nun freilich innerweltlich gewendet –, da genügt es nicht, diese Antinomien formalistisch und technokratisch einfach als Probleme der Sprache zu handhaben, als ließen sich jene Antinomien durch die Klarheit des Definierens und in der Reflexion auf ihren Gebrauch beseitigen: ein wenig Sprache waschen, bürsten, putzen, schneiden, fönen, legen und lenorsauber und porentief rein-schlackenlos strahlen wieder im Glanz der Systeme die Begriffe widerspruchsfrei. Objektive Aporien lassen sich nicht durch subjektive Veranstaltungen wegoperationalisieren, sondern Begriffe entwickeln und entfalten sich in (dialektischen oder aporetischen) Kontexten und im Rahmen von Text. (Adornos Der Essay als Form bleibt in diesem Sinne maßgeblich, inwiefern Sprache nicht in trivialen Analysen zerfaselt wird, sondern an ihrem Gegenstand, mithin an der Sache selber sich erweist und sich also zur Sprache bringt.) Die objektiven Widersprüche haben sich auch in der Theorie niederzuschlagen, siedeln und wirken dort. Es ist der Finger auf diese Widersprüche zu legen. Sie nicht zu tilgen. Diese unhintergehbare Differenz warfen wir in den Raum und beharrten. Nicht einzelne Begriffe geben das Maß, sondern wie und in welcher Weise sie sich in den Zusammenhängen entfalten. Dies freilich bleibt sowohl ein ästhetisches wie auch ein rhetorisches Phänomen.

Nichtidentisches und différance, Hegelsche Dialektik und die Kritik an dem, was ist, versammelten sich zu einem Denken, das die Vermittlung nicht mehr absolut setzte, sondern sich in die Extreme schoß. Out oft the limit. Das galt auch für Abends bei Tränken an Tresen mit jungen blonden Damen nach dem Seminar: Wenn die Existenz im Fragment pathetisch überschäumte. In Kußmund, Mai oder Enttäuschung. (Worin immer das Täuschen steckt: das Spiel mit den herrlichen Masken, wie hinterm Vorhang.) Für uns waren seinerzeit in den 80er Jahren die Phasen des reinen Politisierens und des Engagements passé. Gesellschaftskritik fand sich genauso in der Kunst selber wieder. Viel besser sogar. Wir praktizierten eine ausufernde Weise Flaubertscher l’art pour l’art. Beugten uns über die Texte und versuchten zu entziffern, wie bereits die Talmudschüler über der Thora und die Marcuse-Leser über dessen Texten. Marxʼ „Kapital“ ließ sich ebenso als Literatur lesen. Was nicht bedeuten muß, die Kritik der politischen Ökonomie zu exstirpieren. Soviel als knapper Ausflug in die Theoriezeiten des Blogbetreibers.

Diesen Klang der Zeit, genauer geschrieben: diese so verschiedenen Töne des Zeitgeistes, die durch die Jahrzehnte mäanderten und sich variierten, teilten, vervielfältigten, greift das Buch von Felsch auf. Text und Theorie werden von ihm als Phänomen des Zeitgeistes gedeutet. Ob Hegel, Marx, Adorno, Marcuse, Benjamin oder Lyotard, Baudrillard, Foucault und Deleuze – um die für Peter Gente zentralen Namen zu nennen. Oft „wog die Suggestivkraft gewisser Texte sogar schwerer als ihr systematischer Zusammenhang. Ausgehend von dieser Einstiegsintuition, die auch eine methodische Entscheidung bedeutet, soll den Darstellungen der Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts im Folgenden keine weitere hinzugefügt werden.“ Das Buch steht insofern unter der subjektiven Optik, trifft eine Auswahl und Vorentscheidung – gewissermaßen ein rezeptionsästhetischer Dezisionismus; von Leseeindrücken und der Intensität von Lektüren geprägt, wofür sehr gut Roland Barthes Buchtitel „Die Lust am Text“ stehen kann, denn Gente war ein Vielleser. Er gehörte zu jenen, die, wie auch der in diesem Buch häufig genannte Jakob Taubes, viel Textmasse in sich aufsogen, aber wenig wieder abgaben und schrieben. Gente taugte nicht gut dazu, selber Texte zu verfassen, eher war er ein Medium, das aufnahm und Ideen samt dem Geist einer Zeit witterte; einer, der es verstand, Verbindungen  zu knüpfen und – zu einer bestimmten Zeit zumindest – für ein Verlagsprogramm fruchtbar zu machen. Neben dem großen Suhrkamp bot Merve eine Nische für Texte auf Abwegen, von der am Ende beide Verlage profitierten. Heute hat sich dieses Moment des Subversiven verzweigt. Es existieren viele solcher Verlage wie Merve: ob nun Turia + Kant, diaphanes, Fink, transcript, Aisthesis und viele andere. Doch Merve war der erste, der in dieser Art eine neue Weise von Theorie in Büchern brachte.

Subjektivismus ist das Stichwort dieses Buches, doch diese von Felsch erzählte Geschichte von Theorie bildet nur einen Teil der intellektuellen Biographie der BRD bzw. jener Jahre in Westberlin ab. Genauso ließen sich diese Theorie- und Lebensszenarien von ganz anderen Positionen oder Personen her vortragen: von der Hermeneutik, vom Geist der Heidelberger oder Tübinger universitären Szenen und ganz zu schweigen von der langsam in die akademischen Diskurse einziehenden analytischen Sprachwissenschaft aus dem angloamerikanischen Raum. Das alles, als Kompaktpaket, will Felsch nicht. Und es würde zudem mißlingen, handelte einer diese Vielfalt auf rund 300 Seiten ab. Insofern ist es sinnvoll, den Geist jener Zeit auf die zentralen Theorieszenarien zu fokussieren, am Detail das Exemplarische zu entwickeln. An Foucault anknüpfend versteht Felsch sein Buch als „Ideenreportage“, indem „‚die Analyse des Gedachten stets mit der Analyse des Geschehens‘ zu verknüpfen“ ist. Theorien spiegeln sich in der Praxis und wirken auf sie, was bis in die Lebensweisen hineingreift, während wiederum die Praxis neue Formen von Theorien und Herangehensweisen im Denken erfordert.

Bruch und Übergang zeigen sich in Felschs Buch insbesondere, wenn Gentes und Parisʼ Verlagsprojekt sich langsam aber sicher von den Ideen und Idealen der studentischen Bewegung der 60er Jahre – sei es das Kollektiv oder die Aufhebung der Arbeitsteilung: daß jeder für jedes zuständig ist – sowie im Rahmen der Theorie vom dialektischen Denken Hegels verabschiedet und sich mehr und mehr zu einem aus Frankreich einströmenden Denken der Intensitäten und der rhizomhaften Vernetzungen ohne Fundament und ohne Zentrum hin gewichtet. Das Buch ist angefüllt mit Anekdoten, Geschichten und Episoden, ohne daß es allzu schwadronierend, bescheidwisserisch und für den inneren Zirkel verschwörerisch-augenzwinkernd aufträte. Im zweiten Teil mehr zu den Details. Wer gerne vor Abschluß des Essays eine abschließende Leseempfehlung mag: Es lohnt sich der Kauf, vor allem aufgrund des umfangreichen Literaturteils, der zum Stöbern einlädt, um die verschiedenen im Buch entfalteten Aspekte weiterzulesen und zu vertiefen: sei das nun die Zeit des Politischen, die Kunstdiskurse, die Welt des 70er-Jahre-Punk, Foucault in Berlin oder aber bestimmte inhaltliche Aspekte der von Felsch angespielten Theorien. Das ist profund und anregend gemacht. Auch Leser:innen, die die Bücher des Merve Verlags nicht kennen, können das Buch mit Erkenntnisgewinn und Freude lesen. Felsch versteht es zu erzählen. Wenngleich es im zweiten Teil ebenso Kritik geben wird.

Weiter geht es im Teil 2 der Besprechung.

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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16 Antworten zu Eine anhaltend manifeste Latenz im Denkstrom. Über Philipp Felschs „Der lange Sommer der Theorie“ (1)

  1. che2001 schreibt:

    Großartiger Beitrag! Danke dafür, schreibe ich selbst noch etwas dazu.

  2. Bersarin schreibt:

    Ich hatte, als ich das Buch las und diese Kritik schrieb, an Dich und auch an den Alten Bolschewiken gedacht, da ihr insbesondere in der Einschätzung der politischen Aspekte und im Hinblick auf die sozialen Bewegungen sicherlich besser informiert seid und Fundierteres beitragen könnt als ich. Mein Bezirk bleibt eher Theorie und Ästhetik. Insofern bin ich gespannt auf Deinen Text.

  3. modestio schreibt:

    Ich schätze das Buch sehr, auch wenn es am Ende in einem gewissen theoretischen Horizont stehen bleibt. Das collagenhafte Sammeln hat hier einen unglaublichen Wert, insofern es die lebensweltliche Verquickung der Theorien so pointiert nachzeichnet, dass philosophische Positionen einleuchten, ohne begrifflich vollkommen klar zu werden. Das ist ästhetisches Spiel, postmodernes ’schillern-lassen‘, wissenschaftliche Asketik – das Literaturverzeichnis nimmt ca 1/4 der Seiten ein – und ein Hauch des ‚als-ob‘. Insofern bleibt es stehen, evaluiert nicht, kritisiert nicht, sondern trägt zusammen, bastelt, erstellt Konstellationen. Postmoderne ‚Wahrheits‘-suche und politische Irrelevanz ergeben ein unvollendetes Buch, das mit dem Ausklang ‚After Theory‘ nur andeutet eine Geschichte der Theorie erzählen zu können. Sehr freue ich mich auf den zweiten Teil Ihres Essays, und die mögliche Fortsetzung von Philipp; die (politische) Positionierung in einem Sinn der Kritischen Theorie als anderes Moment der Praxis vielleicht.

  4. ziggev schreibt:

    bersarin, wie sehr ich es ja schätze, solche Texte zu lesen, lesen zu dürfen, ums so mehr schätze ich die reine Melancholie. Denn wenn ich mich ihr hingebe, umso klarer erscheinen mir solche Texte als Notate derselben. Bitte verstehe mich nicht falsch. Ich sehe all dies bloß als äonenalte Verwirrungen nichtgestellter philosophischen Fragen. Wenn doch nur wenigstens diese Praxis des ekstatischen Lesens irgendwohin, zeitlich, hinübergerettet hätte werden können ! Eine dumme – ich würde sogar sagen: billige – Idee, dass Lesen selbst Philosophie sei. Zum Beispiel völlig uninspirierte Texte: Montiagne, und, immer eine Spur daneben: Nietzsche. Ich verstehe nicht, wie man sich an noch Uninspirierterem hat abarbeiten können. die Lesehaltung, die unbedingte Haltung, sich in irgendwelche – heute nur noch historisch interessante – Texte hineinzustürzen, verdient natürlich allen Respekt. Auf Foucauldt usw. wird aber heute, oder auch Nietzsche, nur noch als vorausgesetzte Leseerfahrung eines jeden, der oder die, anstatt sich mit Philosophie zu beschäftigen, das 80er-Jahre-Programm absolvierte, also in einer bestimmten Zeit las, und wie sehr bewundere ich diese Entschlossenheit zu dieser Leseerfahrung, rekurriert.

    Ja, ich bemerke eine gewisse Renaissance Deiner Lektüre-Kollegen. Mindestens einmal wurde Adorno in der FAZ als notwendige Lektüre beigespielt. Aber eben nur als Leseerfahrung ,die man mal gemacht haben sollte. Bleiben wir bei der „Erfahrung“, bin ich ja noch dabei. Ich will aber eine philosophische Aussage ! Definitionen, was ist eine Aussage bei Aristoteles, was verstehen wir unter Bedeutung?

  5. Bersarin schreibt:

    @ modestio
    Das Buch von Felsch trägt vieles zusammen und dies meist auf eine ansprechende, gekonnte Weise. Zumindest langweilt sich der Leser nicht. Gerade das Literaturverzeichnis greift da weit aus: Von Kritischer Theorie bis zu Carl Schmitt (qua Taubes). In der Tat – ein interessantes Buch. Es funktioniert insofern als es über die subjektive Ebene arbeitet und vermittels der Verlegers Peter Gente Merve Lowien/Heidi Paris eine Epoche exemplifiziert.

    @ziggev
    Was die Philosophie sei, läßt sich in einem Satz kaum beantworten. Allenfalls kann man sagen: Philosophie handelt von bestimmten Problemen und Fragen, die zu bestimmten Zeiten so und auf diese Weise gestellt werden und zudem reflektiert die Philosophie auf genau diesen Bedingungen und auf ihre ihr eigenen Konstitutionsmöglichkeiten. Gehört zur Philosophie ebenso das reine bloße Lesen, ohne zu schreiben? Es gibt in bestimmter Weise sicherlich auch ein rein rezeptives Philosophieren. Wenn es sich derart in Büchern, Projekten und Ideen fruchtbar macht wie Gente dies betrieb, so kann aus dieser rezeptiven Haltung etwas Interessantes entstehen.

    Adorno und Hegel, wie auch Kant oder Foucault und Derrida bleiben in ihren Fragen und in ihrer Reflexion auf bestimmte Probleme unhintergehbar. Das gibt selbstverständlich ebenso für andere Philosophen.

  6. ziggev schreibt:

    „… und zudem reflektiert die Philosophie auf genau diesen Bedingungen und auf ihre ihr eigenen Konstitutionsmöglichkeiten.“

    Die Bedingungen für Philosophie würde ich zunächst versuchen anders zu fassen. Nehmen wir „Probleme und Fragen“, die zu der und der Zeit gestellt wurden, so setzen jenes Problembewusstsein und jenes Fragen bereits eine philosophische Haltung voraus. Bei „Problemen“, wenn ich nur diese Idee für sich nehme, und was solche für Philosophen darstellen oder darstellen können, so kann es sich ja nur um Probleme innerhalb der Philosophie handeln. Irgendwann haben halt Philosophen Kriterien dafür versucht zu entwickeln, wie Philosophie betrieben werden bzw. wie ein philosophischer Text aussehen sollte. So würde ich vorschlagen, hierzu mal die Nikomachische Ethik des Aristoteles sich vorzunehmen, trotz vieler an diesen Text zu stellenden Fragen ein paradigmatischer Text, an dem wir lernen können, wie Philosophieren aussehen kann, imho.

    Parmenides und Heraklit, die Vorsokratier also, aber auch der Aristoteles der Nikomachischen Ethik gaben Antworten – ohne methodenkritische Einleitung. Wir müssen die Kriterien, nach denen sie sich beim Verfassen ihrer Schriften richteten, aus ihren Ergebnissen, ihren Antworten, herausdestilieren. Nun, wie beginnen wir damit? Natürlich mit der logischen Analyse. Die Vorsokratiker, so würde ich in erster Annäherung es formulieren, bemühten sich um Lückenlosigkeit. (Die schlichte Neugier der ersten Naturwissenschaftler aus Milet – Materialisten und Exportweltmeister von Dildos in der Antike, was wir von Aristophanes erfahren – einmal ausgeklammert.) Welterklärungen, so lückenlos wie möglich, unter Zurhilfenahme recht schwammiger „Prinzipien“, jener „Elemente“, Feuer, Wasser, Luft, Erde und verschiedenes mehr. Und so finden wir auch bei Aristoteles´ Ethik implizite Kriterien, nach denen offenbar dieser Text verfasst wurde.

    Die Griechen haben ganz einfach die Logik, und wie bezwingend sie sein kann, entdeckt und dann versucht zu sehen, wie weit sie damit kommen. Dann haben sie Texte verfasst, die sich nach den Kriterien der Kohärenz und Konsistenz richteten (selbst Platon, würde ich behaupten). Das ist das antike griechische Erbe. Bei allen metatheoretischen Überlegungen, ein neumodisches Phänomen, handelt es sich um Kritiken der Vorgänger (Aristoteles´ Metaphyisik), inwiefern sie kohärent oder konsistent sind. Es handelt sich also um rein logische Kriterien. Nicht minder neumodisch ist es, eine Philosophie als Zeitphänomen zu begreifen. Kein Wunder, nach der sog. deutschen Wiedervereinigung wurde wieder vermehrt an deutschen Unis Geschichtsphilosophie betrieben. In HH: R. Rorty wurde wieder nach Hause geschickt, und es stand wieder Fichte auf dem Programm. Die Rückkehr zu reaktionärer Geschichtsphilosophie war in der Tat politisch zu interpretieren, und mithin als geschichtliches – wenn auch nicht Ereignis und Thema für die Geschitsphilosophie – zu interpretieren.

    Die einzige Möglichkeit, Geschichtsphilosophie zu betreiben, es sei denn man wollte sich wieder mythischer Muster bedienen, also zurück zu Anaximander und Kollegen, wäre es, Geschichte teleologisch aufzufassen, wie es Hegel betrieb. Eine solche Denke widerspricht allen GEsetzen der Logik. Warum nicht Geschichte als das auffassen, was wir immer erst hinterher besser wissen? Wie es ja bereits im Begriff der Geschichte angelegt ist. Hier wollte jemand (Hegel) wehr wissen, als ihm vernünftigerweise zu wissen zusteht.

    Dann stellt sich in der Tat die Frage nach den „Konstitutionsmöglichkeiten“ von Philosophie. So lässt sich, weil lediglich wild in die Welt hinausgeschreiene Theorie, dieselbe nicht „hintergehen“. Die guten alten Kriterien der Konsistenz und Kohärenz gelten plötzlich seltsam wenig.

    Die alten Vorsokratiker aus Milet wussten schon, was sie taten. Konkrete Fragen mussten nach konkreten Antworten verlangen. „Unhintergehbares“ zu behaupten, ruft in der Tat die Frage nach den „Konstitutionsmöglichkeiten“ von Philosophie auf den Plan. Immer wenn „Unhintergehbares“ behauptet wird, muss das jeweilige System, denn nur Systemphilosophie würde sich zu derartigem erdreisten, radikal infrage gestellt werden. Oder: „Unhintergehbarkeit“ ist keine Auszeichnung einer Philosophie – sondern genau dort ist ihr Schwachpunkt zu vermuten. Und hier möchte vielleicht „Geschichtsphilosophie“ einsetzten: Wie hat es zu diesem drastischen Irregeleitetsein kommen können?

    Die kantischen drei Fragen. Das ist auch eine Antwort.

  7. Bersarin schreibt:

    Kurz nur eine Entgegnung, was die Frage nach der Methodenkritik und den propädeutischen Überlegungen betrifft. Ich habe das damals – es ist bereits etwa länger her, dies bitte ich zu verzeihen, aber doch bleibt diese Schrift nach wie vor gültig – in meiner „Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaft“ niedergeschrieben, möchte das insofern nicht in Vergessenheit geraten lassen:

    Dieses Denken der philosophischen Erkenntnisweise bedarf es selbst, sowohl seiner Notwendigkeit nach gefaßt wie auch seiner Fähigkeit nach, die absoluten Gegenstände zu erkennen, gerechtfertigt zu werden. Eine solche Einsicht ist aber selbst philosophisches Erkennen, das daher nur innerhalb der Philosophie fällt. Eine vorläufige Explikation würde hiermit eine unphilosophische sein sollen und könnte nicht mehr sein als ein Gewebe von Voraussetzungen, Versicherungen und Räsonnements, – d. i. von zufälligen Behauptungen, denen mit demselben Rechte die entgegengesetzten gegenüber versichert werden könnten.

    Ein Hauptgesichtspunkt der kritischen Philosophie ist, daß, ehe daran gegangen werde, Gott, das Wesen der Dinge usf. zu erkennen, das Erkenntnisvermögen selbst vorher zu untersuchen sei, ob es solches zu leisten fähig sei; man müsse das Instrument vorher kennenlernen, ehe man die Arbeit unternehme, die vermittels desselben zustande kommen soll; wenn es unzureichend sei, würde sonst alle Mühe vergebens verschwendet sein. – Dieser Gedanke hat so plausibel geschienen, daß er die größte Bewunderung und Zustimmung erweckt und das Erkennen aus seinem Interesse für die Gegenstände und dem Geschäfte mit denselben auf sich selbst, auf das Formelle, zurückgeführt hat. Will man sich jedoch nicht mit Worten täuschen, so ist leicht zu sehen, daß wohl andere Instrumente sich auf sonstige Weise etwa untersuchen und beurteilen lassen als durch das Vornehmen der eigentümlichen Arbeit, der sie bestimmt sind. Aber die Untersuchung des Erkennens kann nicht anders als erkennend geschehen; bei diesem sogenannten Werkzeuge heißt dasselbe untersuchen nichts anderes, als es erkennen. Erkennen wollen aber, ehe man erkenne, ist ebenso ungereimt als der weise Vorsatz jenes Scholastikus, schwimmen zu lernen, ehe er sich ins Wasser wage.

  8. Bersarin schreibt:

    Unhintergehbarkeiten gibt es in der Tat und philosophiegemäß nicht. Philosophie ist gerade die Kunst, das Unhintergehbare und Unmittelbare sowie das vermeintlich Authentische aufzubrechen, um zu zeigen, daß es sich denn doch anders verhält als es der gesunde Menschenverstand vermeinte.

  9. ziggev schreibt:

    in Deiner „Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaft” ? google, das, den, oder die? Fabs mit Schlachtbänken in Assoziation bringt (welch gruseliges Deutsch: ‚in Assoziation bringen‘ – aber sowas lasse ich mir durchgehen, gewissermaßen in Anähnelung an den Stil des „Langen Sommers der Theorie“, wie ich ihn – zugegebenermaßen erst viel später und sehr bruchstückhaft, was ein Euphemismus ist, wie ich eingestehe -, bisher lediglich vorsichtig rezipierend, z.z. auf dem Schirm habe.), wirft mir Hegel aus.

    Logisch habe ich kein Problem damit, wenn jemand sich mit Hegel (alternativ wären Nietzsche, Heidegger oder Montaigne zu nennen (Arno Schmidtsche Doppelklammer: meine wenigkeit würde gar Osho der Liste hinzufügen)) verwechselt.

    Hegel (es ist nicht Dein Stil, es handelt sich um Hegel Himself, wovon ich ausgehe …) spricht hier – dies ist meine vorläufige, flüchtige Lektüre – von der Erkenntnis des Erkenntnisvermögens, welches letztere die erstere voraussetze. Wir haben offenbar einen Zirkel (und zum 1. Mal finde ich Hegel interessant!). Ich sehe ein, das ist eine originär philosophische Frage. Mir geht es hier aber nicht darum, wie sie analytisch reformuliert werden könnte. Erste – ich gebe zu: recht polulärwissenschaftlich gedacht – Idee wäre, mal Goedel zu befragen, ob es bei dem hier nicht was zu holen gibt …

    Aber dennoch: wir haben eine ganz ähnliche Diskussion in der mehr angelsächsisch/analytisch geprägten Diskussion: Worum handelt es sich eigentlich bei den „logischen Gesetzen“? Um etwas, vergleichbar mit den Naturgesetzen? – Oder sogar darüber hinaus (welchen Status können wir wirklich der Logik zumessen, sollte uns nicht vielleicht die reine Empirie völlig ausreichen?)? Irgendwie mit der Evolutionstheorie zu erklären? Der deduktiv sich so herausstellende „rationale Rest“?

    … Wie steht es hier mit der „Unhintergehbarkeit“?

    Hegel im Wortlaut: Das „Denken der philosophischen Erkenntnisweise bedarf es selbst, sowohl seiner Notwendigkeit nach gefaßt wie auch seiner Fähigkeit nach, die absoluten Gegenstände zu erkennen, gerechtfertigt zu werden.“

    D.h., wenn ich „die absoluten Gegenstände“ erkenne, dann handelt es sich um die „philosophische Erkenntnisweise“. Wer aber hat je interessanterweise nach „absoluten Gegenständen“ gefragt? Der Empiriker zuckt allerhöchstens mit den Schultern, es sei denn, die Gesetze der Logik gelten als solche.

    Absolute Gegenstände sind eben keine Gegenstände. Dass es solche nicht gibt, dass alles relativ ist – kein Grund, sich irgendwie aufzuregen. Das wussten alle gestandenen Empiriker aller Schulen bereits von Anfang an. Kein Grund, sich an „postmodernem Relativismus“, und was dergleichen Zuschreibungen, polemisch oder emphatisch gemeint, anzuführen wären, weiter zu berauschen.

    ich freue mich selbstverständlich sehr über diese Reihe (1. & 2.), sehr instruktiv, um den Kontext Deines Blogs umso besser zu verstehen. Für heute aber genug. Auf ausgiebigstes Lob, das noch kommen wird, wirst Du noch ein wenig warten müssen, yrs, zigg.

  10. ziggev schreibt:

    um meinem Lob (‚Lob‘ klingt immer etwas“von oben herab“) schon mal etwas vorauszuschicken;

    „Daß sich Hegel im Schlaglicht und als Schock des Augenblicks mit Nietzsche paarte, und das ergab, in Absatzbewegung zum Diskurs der 68er, dem Gente zunächst entstammte, eine völlig neue Konstellation an Theorie.“

    – Ist einfach wunderbar. Es handelt sich um einen – und ach, wie ich es liebe, meine Sprache, die der Musiktheorie, zu gebrauchen – syntaktisch/grammatischen Querstand. Diese Experimentierfreudigkeit gefällt mir über alle Maßen!

  11. Bersarin schreibt:

    Dieses Zirkelhafte wird man – zumindest von einer bestimmten philosophischen Sicht aus – bei Hegel häufig finden. Böse Zungen brandmarken dies als Circulus vitiosus bzw. als Petitio principii. Hegel selber behandelt dieses Problem in seiner Einleitung zur „Wissenschaft der Logik“ unter dem Titel „Womit muß der Anfang in der Wissenschaft gemacht werden.“ Der Hinweis auf Kurt Gödel scheint mir interessant und es zeigt sich hier, wie tief die Philosophie Hegels eben auch in die Logik und die Mathematik hineinragt. (Freilich bin ich kein Mathematiker, um das sachgerecht beurteilen zu können.)

    Dieses Zirkelhafte hat unser gesellschaftliches Sein, unser Verhältnis zur Welt nun einmal als Bedingung: wir nehmen etwas in Anspruch, das unhinterfragt zunächst einmal da und vorhanden ist. In genau dieser Frage setzt die Philosophie Hegels ein. Wer über die Bedingungen der Erkenntnis nachdenkt, befindet sich bereits in diesen Bedingungen, nimmt sie in Anspruch. Hier problematisiert sich bei Hegel diese – wie Foucault es in der „Ordnung der Dinge“ nennt – transzendental-empirische Doublette. Diese Differenz der Ebenen läßt sich nicht einfach auflösen. Schon gar nicht, wenn man es auf die bloße Empirie herunterbricht, indem man anfängt, das Lebensweltliche nun zum Maßstab zu machen und Konzepte von Lebensform unterjubelt, was auf eine Trivialisierung komplexer Probleme hinausläuft. Erkenntniskritische Fragen lassen sich ja auch nicht durch den guten Rat „Trink erst mal ein schönes Bierchen, dann sieht die Welt schon anders aus!“ beseitigen.

    Dieses Zirkelhafte setzt sich in den Interpretationstheorien bis zum hermeneutischen Zirkel fort. Um etwas zu verstehen, setzen wir bereits das Verstehen und das Verstehenwollen voraus. Das ist von Gadamers Hermeneutik her vollkommen hegelianisch gedacht.

    Die analytische Philosophie greift in der Tat Aspekte von Theorien auf, die bereits in der Tradition angelegt sind oder dort bereits komplex entfaltet wurden. Nur bleibt dieses analytische Theoretisieren leider beim bloßen Faktum der Sprache und der direkten Begrifflichkeiten stehen, verbeißt sich in Wörter und stößt dann mit dem Kopf an die Wand. Ohne es freilich zu bemerken. Das kommt davon, wenn man die Metaphysik vollmundig verabschiedete und in Triumphgeheul ausbricht. Da sitzt man dann plötzlich wieder in seiner dunklen Höhle, in der empirischen Buchte in Plattenbauweise, betrachtet die Schattenbilder und kämpft sich mit der Dialektik der Begriffe ab, die immerzu rufen: „Ick bün all dor!“

    Was die „absoluten Gegenstände“ betrifft, so sollten wir zunächst sehen, wie Hegel diesen Begriff meint und was er darunter befaßt sieht und nicht wie wir ihn heute oder im Kontext mit irgendwelchen anderen Theorien betrachten mögen oder wie es ein philosophischer Empiriker (im Grunde eine contradictio in adiecto), sozusagen das schwächste und gedanklich flachste Glied in der Kette, betrachten mag. Lektüre muß zunächst immanent erfolgen, ansonsten begibt man sich in die Situation, daß man Begriffe lediglich im System der eigenen Referenzen sistiert. Zunächst aber, vor aller Kritik, geht es darum, die Begriffe im Sinne Hegels zu nehmen. Wenn Hegel den Begriff „Gott“ oder „Idee“ gebraucht, dann nützt es wenig, mit vorwitziger Sprachanalyse, wie es in bestimmten Richtungen der Sprachanalyse beliebt ist, diese Begriffe als leere Entitäten zu fassen. Womit jene Analytiker, mit Hegel gedacht, sogar recht hätten, wenn sich ein Begriff im Gang des Philosophierens nicht mit Inhalten füllt.

    _____________

    Das Musikalische der Sprache und wie sich ästhetischer Geist und theoretische Philosophie aufs schönste paaren, kann man wunderbar von Adorno lernen. Die „Minima Moralia“ sind da eines seiner besten Werke Adornos. Aber nicht minder durchkomponiert ist die „Negative Dialektik“, die jedem ans Herz gelegt sei.

  12. ziggev schreibt:

    wie gesagt, ausnahmsweise ist Hegel hier interessant. Seine Phänomenologie des Geistes, die Wissenschaft der Logik – beginnen bereits in den Einleitungen mich so durchgründig zu langweilen, dass erst ein bersarin mindestens 2 Jahre brauchte, damit ich wenigstens einmal einen Satz Hegels mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln der Logik (=Erkenntnis) abzuklopfen mich bemüßigte. (meine Hegelferne schließt natürlich das nachmittägliche Schmökern in den Ästhetischen Vorlesungen nicht aus.)

    Aber mindestens zweimal hast Du mich nicht gekriegt: Es handelt sich um eine unzureichend gerechtfertigte Identischsetzung: Die Zirkelhafigkeit, die darin besteht, dass bereits das einfache Räsonnieren auf den Gedanken kommen muss, dass die Erkenntnis des Erkennens, es selbst ja schon voraussetzt, sodann eins-zu-eins gleich darauf zu übertragen, dass ich ein gesellschaftliches Säugetier bin, welches ohne diesen gesellschaftlichen Kontext nicht überleben kann, ist schon sehr gewagt.

    Wusstest Du nicht, dass es „philosophische Pinguine“ gibt? Es gibt Pinguine, die nichts mehr aufhalten lässt, und die einfach eine andere Richtung einschlagen. Sie gehen nur noch immer geradeaus. Das sind natürlich Einzelfälle, aber mehrfach beobachtet und glaubhaft dokumentiert. Sie gehen einfach los, sie gehen schnurstracks in die Eiswüste los, wo sie nie mehr irgendwelche Nahrung oder die Wärme ihrer Artgenossen erwarten wird. Sie gehen in den Tod, immer einfach nur immer weiter in die Eiswüste hinein. Man hat sie umzudrehen versucht, auf einen anderen Weg zu bringen, – alles vergebens. Jenen Forschern blieb nichts anderes übrig, als ihnen hinterherzuschauen, diesen einsamen und wildentschlossenen Pinguinen, die in den sicheren Tod gingen, Einzeltiere, allein …

    Das hat schon Heraklit so (wenn ich mich nicht täusche) gehalten, selbst im vorbuddhistischen China eine altbekannte Praxis : der einzige Wunsch, möglichst weit weg von der Masse zu sein – und ab in den Himalaja, in die Einsidelei! (Heraklit+Daoismus=Heidegger)

    Dass wir gesellschaftliche Wesen sind, ist keine notwendige Voraussetzung jenes „Zirkels“, von dem wir sprachen. D.h., es sind keine Schlüsse von diesem „Zirkel“, wie ich ihn ja selbst genannt habe, auf diese Abhängigkeit des homo von der Gemeinschaft erlaubt. Hier müsste der Beweis anders laufen, vorstellbar; wir müssten wir uns hier aber zuerst von der Psychologie abgrenzen, oder aber, was durchaus interessant sein kann, eben z.B. Entwicklungspsychologie betreiben.

    Empirie bedeutet nicht, alles Lebensweltliche zum Maß-Stab zu machen, wer hat denn das je gesagt? Hegel ist ein Träumer. Ich weiß nur nicht, ob ich ihn zu den mir sympathischen Tagträumern zählen will. Wer die gesellschaftliche Verfasstheit der menschlichen Existenz zur notwendigen Bedingung jenes Zirkels, der, wie es aussieht, uns als Menschen mitausmacht, erklärt, sollte sich mal unter jene Pinguine mischen! Es weiß kein Mensch, warum diese Pinguine jenen Weg antreten. Die einzige uns menschenmögliche Erklärung ist: sie hatten philosophische Gründe.

    Der Empirist zuckt einfach mit den Schultern: Der Pinguin beweist, dass es überhaupt keinen Grund gibt, auf irgendwelche „Zirkel“ zu verweisen, um dann irgendwelche Monsterwesen,“Gesellschaft“ und dergleichen, aus dem Hut zu zaubern. Logik-Grundkurs I: Aus einer irrigen Annahme lässt sich immer alles schließen.

    Und jenes „Triumpfgeheul“ war nur, wenn wir davon überhaupt sprechen können oder wollen, eine ganz kurze Phase zum Beginn des 20. Jhs.

    Die Aussage: „Nur bleibt dieses analytische Theoretisieren leider beim bloßen Faktum der Sprache und der direkten Begrifflichkeiten stehen, verbeißt sich in Wörter und stößt dann mit dem Kopf an die Wand“ – bleibt bloß leider ein bloßes Faktum der Sprache und bleibt in direkter Begrifflichkeit stehen. Als hätte die Analytische Philosophie je Wörter interessiert! Wir standardisieren, formalisieren, „rechnen“ – und Ende der Durchsage.

    Die Analytische Philosophie hat ihre „kritische Phase“ durchlaufen. Dass wir aber nun ausgerechnet zu Hegel zurückkehren sollten, habe ich in den letzten ca. 15 Jahren aus noch keinem Winkel dieses Planeten gehört.

    Die Analytische Philosophie macht wenigstens ein Angebot, damit ein Diskurs überhaupt zustande kommen kann. Sich in irgendwelche hermetischen Zirkel zu verrennen, ist da überhaupt gar nicht das erste oder letzte Ziel und wird überhaupt gar nicht angestrebt! Die Empirie ist die Philosophie des Und-und-und-und-und-und-und-und- … was ist daran so schwierig?

    das schwächste und flachste Glied in der Kette : Das sind eben die Leute, die es darauf anlegen, dann, wenn es drauf ankommt, ihre Versprechen auch einhalten zu können.

    Wie lange wächst (oder wuchert sogar?!) eigentlich jener lange Bart des „Lektüre müsse zunächst immanent“ erfolgen? Wir wissen es doch bereits seit dem späten Wittgenstein und schon lange, dass die Bedeutung eines Wortes sein Gebrauch in der Sprache ist. Ich finde sein „Du“ in seinen späten Schriften auch gar nicht mal so eklig-lebensweltlich-paternalistisch. Es ist eben ein wortanfallmäßiges Selbstgespräch in bester wortanfallmanier.

    Hast Du mal ´n Buch gelesen? Seltsam, das ist immer zuallererst „immanent“ vonstattengegangen. Selbst beim Lesenlernen geht es nicht anders. Noch nie von anderem gehört. Wieder wird ein Zirkel, wie ihn Goedel – und das ist ja gerade der Witz: es ist so leicht zu verstehen, kippt wieder, ist dann wieder ganz leicht – scheinbar so leichthin formulierte, der ohne Notwendigkeit, hier auf das System der Sprache übertragen wird.

    Niemand hat behauptet, dass Begriffe wie „Gott“ oder „Idee“ leer sind. Es stellt sich nur die Frage, wie jemand auf die Idee kommen könnte, dass Begriffe einen Gehalt haben könnten, das ist, dass wir Begriffen eine Existenz in einem wie auch immer verstandenen Sinne zusprechen können. Wir wissen nichteinmal was ein Haufen ist.

    Die “Negative Dialektik” hat groove, keine Frage. Möglicherweise sogar komplexer als das komplexeste Werk Bachs. Und, es stellt sich nicht die Frage, welchen sie hat. Sie hat. Und nur danach fragt der (Jazz)Musiker.

  13. ziggev schreibt:

    ich verstehe nicht, wie Nieztsche-Verehrer so sehr abgeneigt dem Empirismus und der analytischen Philosophie gegenüber sein können: es gibt keine Absicherung, wir sind Drahtseiltänzer, Seiltänzer, entweder gehen wir los oder nicht, ein Auffangnetz – eine Philosophie alike Hegel -, „mit System“ – dafür haben wir nur Verachtung übrig.

  14. Bersarin schreibt:

    Jene Pinguine sind sicherlich interessant. Dieses Phänomen kannte ich nicht. Es gefällt mir. Die Pinguine sind jedoch nur für uns interessant und geben uns Anlaß zum Denken, nicht aber an sich, weil jene Pinguine kein Bewußtsein von sich oder von ihrem Tun haben. So steht zumindest zu vermuten. Insofern liefern diese Pinguine traurige, melancholische oder für manche auch lustvolle Bilder des Thanatischen und des Schicksalhaften. Das wiederum macht die Angelegenheit traurig.

    Einsamkeit, ohne zum reinen An sich zu metamorphieren. Weit ab, und doch dabei. Actio in distans. Das ist die Zauberformel. Oder wie es bei Camus in seinen Romanen begrifflich sich paart, fast homophon, nur der eine mittlere Konsonant härter, der andere weicher betont: Solitaire und solidaire.

    Auf eigenwillige Weise berühren diese Pinguine.

    „Das Naturschöne ist der in die Imagination transponierte, dadurch vielleicht abgegoltene Mythos. Schön gilt allen der Gesang der Vögel; kein Fühlender, in dem etwas von europäischer Tradition überlebt, der nicht vom Laut einer Amsel nach dem Regen gerührt würde. Dennoch lauert im Gesang der Vögel das Schreckliche, weil er kein Gesang ist, sondern dem Bann gehorcht, der sie befängt. Der Schrecken erscheint noch in der Drohung der Vogelzüge, denen die alte Wahrsagerei anzusehen ist, allemal die von Unheil.“ Adorno rehabilitiert das Naturschöne – in Deinem Beispiel ist es freilich eher das Naturtragische – und weist zugleich auf seine Verknüpfung mit dem Mythos hin: Mythos als Gewaltverhältnis verstanden, das zu brechen ist. Als Utopie des Denkens: Versöhnte Natur. Dazu sei auf den Schluß seines Hölderlin-Essays verwiesen.

    Es will mir scheinen, daß es doch einen Unterschied ums Ganze ausmacht, ob man dem Empirismus abgeneigt ist oder der Empirie. Letzterer bin ich sinnlich zugetan, weil Sinneswesen, wie Nietzsche oder andere; erstere ist eine unterkomplexe Weise des Denkens, für die ich den vornehmen Ausdruck der Philosophie nicht benutzen möchte. Nebenbei: ich komme ebenso von der Soziologie her und weiß selber, was es bedeutet, mit Daten und bzw. mit jenen aus Beobachtungen und Befragungen gewonnenen Eindrücken zu arbeiten.

    Hegel geht es nicht um das Empirische des Dieses-da, um dort zu fixieren. Er zeigt in seiner „Phänomenologie“, weshalb dort nicht stehenzubleiben ist, er zeigt die Unwahrheit der vermeintlichen Wahrheit der Unmittelbarkeit und des Hier und Jetzt. (Er zeigt zudem das unglückliche Bewußtsein eines universalen Skeptizismus, der von Hier zu Hier und von Jetzt zu Jetzt blind hasten muß. Ziellos und von einem zum anderen.) Hegel leugnet das Empirische nicht (was ja auch schlicht absurd wäre) und redet dieses Empirische nicht klein, jedoch zeigt er seine begrenzte Reichweite auf, wenn man sich darauf versteift und im Gang des Denkens nicht gewillt ist, sich weiter zu bewegen.

    Ob Hegel ein Träumer war, bleibt empirisch gleichgültig, da nicht eruierbar. Seine Texte zumindest sind nicht traumbehaftet. Ihr Extrem ist das Aufklärerische und die Vermittlung. Daß nichts draußen bleibt, daß alles, auch das Mindere und Kleine, mitgenommen, aufgehoben und aufbewahrt wird. Das macht – einerseits – die Humanität der Hegelschen Philosophie aus. Worin ich Hegel widersprechen würde und wo ich kein Hegelianer bin: in der Positivität: daß der Geist zu sich selber kommen kann und in einem Absoluten terminiert. es ist ein Irrtum zu glauben, daß Odysseus wohlbehalten nach Hause und Heim kommt. Es hat sich, bis hin zum bestialischen Mord an den Freiern, für das bürgerliche Subjekt, das Odysseus für sich selber und für seine Umgebung verkörpert, derart viel Grauen ereignet, daß sich von einer glücklichen Heimkunft kaum sprechen läßt.

    Ja, es ist – welche Erkenntnis! – alles ein Faktum der Sprache. Das mutmaßte allerdings bereits Heraklit, den man aus gutem Grunde den Dunklen nannte, weil er um die Vielschichtigkeiten wußte – erster überlieferter Dialektiker, gleichnishaft und in Bildern schreibend. Und wir werden den Gott nicht los, weil wir die Grammatik nicht loswerden, so wußte Nietzsche, und das Subjekt siedelt omnipräsent in der Sprache, weil wir immer von Tätern und nicht vom Tun ausgehen müssen. Ob ich mich freilich in der Philosophie wirklich dabei aufhalten möchte, ob der gegenwärtige König von Frankreich glatzköpfig sei, ohne daß dabei mehr herausspringt, als eine Zerfaserung der Begriffe eher um des Kaisers Bart denn um den Gewinn von Erkenntnis, wage ich zu bezweifeln. Und für die Wittgensteinschen Trivalitäten danke ich bestens. In der Tat, was für eine ungeheure Erkenntnis innerhalb von 2500 Jahren abendländischer Philosophie: Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache. Und was kommt dann? Fliegenfischen mit Wittgenstein? Und Wittgenstein dann so: „Du stellst abends den Wecker auf sieben Uhr, schläfst ein, wachst auf und bemerkst morgens, daß der Wecker auf sieben Uhr steht und klingelt.“ Mich erinnern Wittgensteins Texte zu großen Teilen eher an Douglas Adams oder an Monty Python denn an Philosophie. (Soweit ich weiß, hielt Wittgenstein sich lange Zeit seines Lebens in England auf – das mochte geprägt haben.) Man kann das sicherlich so machen, wie er es tat. Aber man muß es nicht. Historisch als Phase der Philosophie sicherlich interessant. Mehr aber nicht. Das leere Kreisen in den Begriffen kommt halt davon, wenn man nicht Hegel liest. Das Beste an Wittgenstein ist die Prosa Thomas Bernhards.

    „dass wir Begriffen eine Existenz in einem wie auch immer verstandenen Sinne zusprechen können.“ Gewiß: Wenn ich einen Begriff bilde, existiert er zunächst. So einfach ist das. Ob einem Begriff freilich eine Anschauung korrespondieren muß, ist eine andere Frage. Kant schlug sich damit herum. Die Bedingungen des Denkens finden wir weder in der Empirie noch im Gebrauch in der Sprache. (Wenngleich sich Erkenntnisse unter anderem in der gesprochenen oder geschriebenen Sprache manifestieren können.) Ebenso hat jeder Begriff einen Gehalt. In diesen Fragen befinden wir uns dann mitten im sogenannten Universalienstreit, den ich nach wie vor und allemal von den verschiedenen Texten und Positionen her für unabgegolten halte.

    Leider ist die Selbstverständlichkeit, daß Lektüre immanent zu erfolgen habe, nicht so selbstverständlich, wie es zunächst scheint. Diese Immanenz muß man freilich auch dem Text Wittgensteins zubilligen und ihn dann beim Wort nehmen. Ich fürchte nur, dies geht nicht gut für ihn aus.

    Daß manche Drahtseiltänzer sind und der Mensch aus krummen Holze geschnitzt, wußten sowohl Kant wie auch Hegel. Hegels Artistik ist jedoch eine andere als die des Zirkus. Erst Adorno rehabilitierte das Spiel dieses fahrenden Volkes samt den Vielheiten und problematisierte die sich stillstellende Vermittlung. (Wobei immer noch fraglich bleibt, ob nicht bereits dies in Hegels Text – zumindest implizit und unausgesprochen – mitgedacht wurde. Dennoch und mit Adorno: „Der Artist als Statthalter“. Heute leider: Die Artisten über der Zirkuskuppel: ratlos.

  15. ziggev schreibt:

    ich weiß nicht … aber vielleicht ist die wittgensteinische Metapher der Landkarte aus der Einleitung der PU so unzutreffend auch wieder nicht: Wir entwerfen nicht eine Landkarte für einen Schlachtplan (Bruno Latour), nein, wir identifizieren nur noch Richtungsschilder. Da oder dort könnte es (wohin?) hingehen. Durchstreifen ein Gebiet, und stellen, wenn wir meinen, einen neue Richtung ausgemacht zu haben, entsprechende Schilder auf. (Natürlich können immer Leute vorbeikommen, und sie umdrehen, – eine alte Partisanen-Methode.) Deshalb ist mir jener „Lange Sommer der Theorie“ so sympathisch: es ging nicht darum, eine Landkarte für zu führende Kriege zu erstellen, sondern darum, eine terra incognita, sie durchsteifend, zuersteinmal zu erschließen.

  16. Bersarin schreibt:

    Ich habe mir, nach langer Zeit einmal wieder, es ist bald 20 Jahre her, erlaubt die „Philosophischen Untersuchungen“ zu nehmen und die ersten acht Paragraphen zu lesen. Und habe das Buch dann zur Seite gelegt. Ich lese für diesen Fall lieber Paul Valéry, der bereits vor Wittgenstein schrieb, daß die Bedeutung eines Wortes nur in seinem jeweiligen besonderen Gebrauch existiere.Der durchaus metaphysikkritische Valéry steht mir in seinen vielschichtigen Bezüge und in seinen Ausschweifungen in den Cahiers deutlich näher. Wenngleich ich vemute, daß beide von einer ähnlichen Unruhe des Denkens angetrieben wurden und beide es versuchten, Skizzen des Denkens und Entwürfe zu Papier zu bringen.

    Die Wittgensteinsche Metapher von der Landkarte ist sicherlich interessant. (Und es gibt ganz bestimmt manches im Text Wittgensteins zu entdecken, wenn man ihn rhapsodisch und fragmentarisch nimmt.) Philosophie ist ebenso ein Erkundungsgang, und es ist keinesfalls falsch, auf die Begrifflichkeiten zu achten und die Sprache zu reflektieren. Aber zugleich verhält es sich hier am Ende, wenn man zu dicht davor steht, wie mit dem Hegelschen Scholastikus. Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht und vor lauter Studium der Gebrauchsanweisungen kommt man kein Stückchen voran. Der Schrank baut sich nur auf, indem man ihn aufbaut. Oder wie schrieb es Karl Kraus: „Je näher man ein Wort ansieht, desto ferner sieht es zurück.“

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