Von den Daten

und mit nicht ohne volle Pulle Sentiment und mit dem Rausch des Sinnes und der Sinne. Riesling-Sekt. Schäumend, Geisterreich und Kelch. Ohne Zeilensprung satzwärts. Burgblick ins Land. Ulysseische Fahrten. Parkpicknick vor Sonnenuntergang und durch Pergolen gleitet der Blick gegen Wasser. Enigmatische Daten.
 
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4 Gedanken zu „Von den Daten

  1. Mit einer Kette aus Worten die Zeit binden, sistieren. Die Freude am Schreiben: „Möglichkeit des Erhaltens. Vergeltung der sterblichen Hand.“ (Wislawa Szymborska)
    Schade, dass man Fotos (das Dargestellte auf ihnen) nicht riechen kann: hier wäre die Betörung durch Düfte komplett. Und wahrscheinlich löst beides, sowohl die Lilien als auch die Kaffeemühle, beim Autor eine Erinnerung aus, die der Betrachter nicht kennt, aber auf seine Weise teilen kann.

  2. „Ein Rätsel ist Reinentsprungenes“ (Hölderlin)

    Ja, wenn man festhalten könnte! Aber ich will nichts fixieren. Es gibt diese immer wieder neuen und anderen Momente, den Fluß, die Zeit. Prozeßhaftes. Für die Schrift, im Rahmen der Texte gibt es diese zwei Ebenen: der, der es schreibt, der um den Sinn und um die Zusammenhänge weiß. Das geht in den Text ein. (Auch ein Bild ist in einem bestimmten Sinne ein Text.) Jeder Text ist datiert. Aber das Datum löscht sich aus. Wird in der Lektüre für die Leser unlesbar, gerät ins Schwirren, hermeneutisch nicht beherrschbar, höchstens als Unsichtbares lesbar.

  3. Die Hermeneutik des Bildes kommt hier in der Tat nicht weit. Ein Stillleben im häuslichen Ambiente. Die Lilie als Reinheitssymbol, aus der christlichen Symbolik bekannt; die Kaffeemühle könnte für die arbeitsmäßige Verwandlung der (naturgegebenen) Stoffe stehen, für den Prozess ihrer Dienstbarmachung. Tertium comparationis wäre dann die Betörung durch Düfte … Aber wohin führt uns das? Der Zusammenhang bleibt dunkel, mehrdeutig, anschlussfähig. Die Stärke und die Herausforderung der Bilder: die Stummheit dessen, was auf ihnen hypothetisch verstehbar ist.
    Bei Deinem Text ergeht es mir nicht anders – ein immerzu fliehender Sinn beherrscht die kurzen Wortfolgen in ihrer parataktischen Reihung. Ist das nun einer bewussten Strategie der Verrätselung geschuldet oder dem Umstand, dass sich der Sinn nicht oder nur fragmentarisch fassen lässt? Kalkül oder Unvermögen oder beides im Zusammenspiel von Annäherung und Distanzierung? Ein spannendes Feld, wie ich finde, und auf dem Du Dich ja meist bewegst, wenn Du uns Deine „Fetzen des Alltags“ zur Lektüre anbietest – einem „Text-Genre“ übrigens, das ich auf diesem Blog ganz besonders schätze.

  4. Das, was sich entzieht, reizt. Daphne und Apollon. Und es treibt die Verwandlungen hervor.

    Ja, ich schätze die Parataxen, wenngleich ich eigentlich her zu den Hypotaxen neige: sich zu verzweigen und zu verschachteln in den Bezügen und den Verweisen. Doch sind beide Schreibweisen immer an die Sache gebunden.

    Man muß beim Verrätseln und bei all den Aspekten des Entzuges von Sinn – was aber zugleich bedeutet, wieder neuen Sinn samt Zusammenhang zu produzieren – aufpassen, in der Sprache nicht zu heideggern oder es als bloßen Selbstzweck zu betreiben. Erkenntnisse und aufblitzende Einsichten zu stiften oder durch das Schreiben selber erst zu erhalten, sollte das Ziel blieben.

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