Urbane Räume (4)

 
 
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Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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8 Antworten zu Urbane Räume (4)

  1. Uwe schreibt:

    Gliedermänner mit Muskeln, aber ohne Kopf – ein Schaufenster mit Symbolkraft.
    Aus weiter Ferne erinnert das Arrangement den ge- oder verbildeten Betrachter an die diversen surrealistischen Ausstellungen, in denen Mannequins eine Hauptrolle im Zeichen-Theater der Begierden und Obsessionen spielten. Hier allerdings führte der Zufall Regie und der Foto-Flaneur hält die unwillkürliche Komplexität einer alltäglichen Szenerie im urbanen Raum fest und öffnet sie damit für eine assoziativ-schweifende Lesart.

  2. Bersarin schreibt:

    Von der Aufnahme-Situation her interessant vielleicht noch der Umständ, daß ich dieser Szene, dieser Anordnung (von der ich natürlich nicht verrate, wo sie entstand, geschah und dann aufgenommen wurde) zunächst nur vage wahrnahm und sie nicht für weiter betrachtenswürdig hielt. Ich wollte bereits weitergehen, schaute noch einmal und dachte dann: „Halt, hier geschieht gerade etwas Interessantes, etwas, wo sich verschiedene Bilder und Ebenen überlagern und ineinander fließen.“ So war es dann auch.

    Sicherlich spielen auch die von Hans Bellmer photographierten Puppen und ebenso die von Wols für mich eine große Rolle. Menschen, die keine Menschen sind, die aber als eine Art von Zeichen solche darstellen sollen. Entmenschlichtes. Stellvertreter.

  3. holio schreibt:

    Hans Bellmer, ja. Seine Puppe im November 2013 im Max-Ernst-Museum Brühl gesehen. Aber mehr noch Wolfgang Paalen. La résurrection des mannequins, 1938. Die Ausstellung ging über Man Ray damals.

  4. Bersarin schreibt:

    Sehr schönes Bild, ganz im Geiste vom Grandhotel Abgrund.

    Danke auch für den Hinweis auf Paalen. Zumal interessanterweise die große Surrealismus-Ausstellung, wo auch Paalen und Bellmer gezeigt wurde, ein Jahr nachdem Wols seine Puppenphotographien vom Pavillon de l’Elegance fertigte, stattfand. Schade daß Wols Bilder auf dieser Ausstellung fehlten. Es hätte vermutlich seinem Wirken einen großen Schub gegeben.

  5. holio schreibt:

    Brühl stellt wieder Fotos aus. Unter dem Titel RealSurreal. U.a. Hans Bellmer. Soll ich hinfahren?

  6. Uwe schreibt:

    @holio: unbedingt hinfahren. Ich habe sie in Wolfburg gesehen. Eine grandiose Schau vom Neuen Sehen über die Bauhaus-Fotografie bis hin zur französischen und tschechischen Avantgarde. Vor allem letztere eine Entdeckung für mich. Konzept und Auswahl vom Feinsten, nicht zuletzt deshalb, weil hier die über Jahrzehnte mit Sinn und Verstand zusammengetragene Privatsammlung von Dietmar Siegert ausgestellt wird, mit dem auch ein interessantes Intervieuw im Katalog abgedruckt ist. Also: hinfahren und staunen.

  7. Bersarin schreibt:

    Tja, wieder etwas verpaßt. Dabei ist Wolfsburg nicht weit von Berlin entfernt, sofern der ICE dort auch hält und nicht weiterfährt.

    Brühl ist mir schlicht zu weit entfernt.

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