Die Tonspur zum Sonntag – „Auseinandergehen ist schwer“

Nicht wahr?

Die_Frauenseele(Karl Kraus)

 
 

„Und wannʼst besoffen wirst
Redʼst immer nur von ihr“

Eine schöne Konzertversion gibt es zudem aus dem Süden der BRD zu schauen.

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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9 Antworten zu Die Tonspur zum Sonntag – „Auseinandergehen ist schwer“

  1. holio schreibt:

    Mist! Da hab ich mir Interpretationen von x und y überlegt, z.B. x = Ich seh gut aus, und y = Er liebt mich, und wollte mir in einer Tabellenkalkulation die Funktionswerte mal ausrechnen lassen für Zehnerprozentschritte von x und y, und … immer Null.

    Nachvollziehbar, denn schon 0,53 + 0,47 = 1, verdächtig glatt. Im Zähler steht unter der Wurzel 31,4 – 20 + 4,6 = 16, daraus die Wurzel ist 4. Weiter ist 4 – 4*2 = 4 – 8 = -4. Und x^2 + 2xy + y^2 ist nach der ersten binomischen Formel (x + y)^2. Damit steht im Zähler (x + y)^2 – 4. Im Nenner ist auch -3.8 + 6 – 6.2 = -4. Also stehen in Zähler und Nenner dasselbe, ergo ist der Bruch 1, minus 1 macht das 0, für egal welche x und y.

    Danke für die kleine sportliche Rechenhürde früh am Sonntagmorgen!

  2. Bersarin schreibt:

    Gut und schnell gelöst. Aber – und das macht bei Kraus ja das Subtile aus – es mag im Ergebnis null herauskommen, die Komplexität der Gleichung bleibt, vor allem, wenn wir uns auf die bloße Sinnlichkeit verlassen und uns die Therme der Gleichung überwältigen, sofern wir keine Mathematiker sind. (Ich bin keiner, aber über das 0,53 + 0,47 = 1 kam ich im Analogieschluß darauf, daß auf der linken Seite der Gleichung ebenfalls eins stehen wird. In Mathematik war ich immer saumäßig, lediglich als wir in der 7. Klasse formale Logik, Aussagenlogik bekamen, glänzte ich.)

  3. holio schreibt:

    Wir Möchtegernrechner sprechen von Termen, Sie denken an warme Bäder. Au ned schlecht ;-)

    Was den meisten, auch mir, schwerfiel, war (A => B) (¬B => ¬A) einzusehen. Oder in Worten: Aus „Wer eine Frau ist, denkt auch.“ folgt nicht „Wer auch denkt, ist eine Frau.“, sondern „Wer nicht denkt, kann keine Frau sein.“

  4. holio schreibt:

    PS: Da fehlt das Äquivalenzzeichen zwischen den beiden Folgerungen, wurde wegen der geöffneten spitzen Klammer vermutlich gekillt.

  5. Bersarin schreibt:

    Ich grübelte noch und dachte: Term und nicht Therm? So ganz kurz für den Bruchteil einer Sekunde flimmerte der Gedanke im Hinterkopf, daß Therm von thermos sich ableitet. Das kommt also vom Drauflosschreiben. Wahrscheinlich kam mir Herbert Wehners Satz über Willy Brandt in den Sinn: der Herr badet gerne lau. Ich hingegen bin ein Heißduscher.

    Das fehlende Äquivalenzzeichen habe ich nicht bemerkt. Wieder einmal zeigt sich: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Kritisch prüfen. (Geist der Aufklärung.)

  6. neumondschein schreibt:

    Soll das heißen, nur mathematisch Geübte hätten keine Angst vor Frauen oder heißt das sie machten sich nichts aus ihnen, weil 0 herauskommt? Was will Karl Kraus uns mitteilen? Verachtet er Weiber? Weil sie Männern mit Rätseln beschäftigen, wo doch in Wahrheit Weiber nichts weiter darstellen als blöde Nullen.

  7. Bersarin schreibt:

    Du hast zwar nicht das literarische Moment des Ausdrucks und der Geste im Begriff erfaßt, worauf dieser Satz von Kraus abzielt, aber Deine verschiedenen Fragen und Ansätze weisen auf genau diesen Punkt des Rätsels hin. Nur wenigen gelingt es übrigens, diese Gleichung so elegant aufzulösen, wie Holio dies tat. Übrigens: Auch wenn Karl Kraus eine Formel verwendete: dieses Bild, es ist in der Tat ein Bild, ist alles andere als formal.

  8. neumondschein schreibt:

    Feministen würden einwenden, daß Männer aus einer Nichtigkeit, also einer 0, ein komplexes Problem machten, z.B. eines mit zwei abhängigen Variablen $x$ und $y$, deren Sinn sie nicht verstünden, aber dennoch für bedeutsam hielten. Männern messen solchen Problemen Bedeutung zu. Sie geben Leben von Männern einen Sinn.

    Möglicherweise verachtet Kraus die Weiber also überhaupt nicht. Vielleicht meint Kraus einfach nur sich selbst?

  9. Bersarin schreibt:

    Wenn Karl Kraus eine Frau war und sein Geschlecht gender trötete, dann mag es so sein, daß er sich selber meinte.

    Was bestimmte Varianten des Feminismus denken, interessiert mich nicht. Die klugen, die geistreichen und die, die Philosophie nicht nur zum Anlaß nehmen, dumme Thesen herauszuposaunen, werden Kraus schon richtig zu lesen wissen. Am Ende werden die Lektüre und der Text es zeigen. Nicht die Mutmaßungen.

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