Botanischer Garten/Dahlem

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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3 Antworten zu Botanischer Garten/Dahlem

  1. UWE schreibt:

    Wie heißt es noch bei Wilhelm Genazino: „Schnee ist nicht nur die leichteste und schnellste, sondern auch die hinfälligste Weltveränderung.“
    Und für Fotografen ein dankbares Motiv, da sich mit diesem verhüllenden und zugleich sichtbar machenden Element interessante und gerade in ihrem Minimalismus überzeugende Bilder machen lassen: Reduktion auf grafische Strukturen, Abstrahierung des Gegenständlichen, Helldunkel-Kontrast und vor allem das unendlich reiche Formenspiel, das sich aus der simplen Gegenüberstellung von Figur und Grund, Linie und Fläche ergibt. Besonders reizvoll ist zudem das gedanklich anregende Wechselverhältnis zwischen Zeigen und Verhüllen, wodurch die gewohnte Sicht auf die Dinge unterlaufen und eine andere inauguriert wird: Einübung in den Perspektivismus.
    Es sind stille Bilder, in denen die durch den Schnee herbeigeführte, flüchtige Veränderung des Gewohnten und die damit einhergehende ästhetische Verwandlung eingefangen wurde. Dadurch kommt zur Anschauung und zur Geltung, was sonst übersehen wird.
    Schöne, dass der Winter noch einmal Einzug gehalten hat.

    Gruß, Uwe

  2. Bersarin schreibt:

    Ich mochte es, als gegen Ende des Jahres dieser Schnee viel. Schnee zu photographieren, seine Valeurs, seine Spuren, Schattierungen und vor allem die Farben, die er annehmen kann, sind eine ganz eigene Herausforderung. Hier aber ging es mir in der Tat eher um die graphischen Strukturen. Fast dem Zen gemäßes Japan, wenn wie kalligraphischen Zeichen aus dem Schnee abgestorbene Sträucher oder Gräser ragen.

    Viele Grüße in die vermutlich regennasse Hansestadt. (Schnee liegt hier in Berlin leider schon lange nicht mehr.)

  3. UWE schreibt:

    Das Zeichenhafte der Pflanzen wirkt ja nur durch den indifferenten weißen Grund, vor dem sie sich bisweilen geradezu expressiv abheben. Insofern ist Dein Hinweis auf die reduktionistische Ästhetik der japanischer Linienkunst zutreffend, und nicht nur im formalen Sinn: Denn auch die Versenkung ins unscheinbare Detail eignet sowohl deinen Schnee-Fotografien als auch japanischen Zeichnungen. So können sich etwa bei der mit einer Schneehaube bedeckten Hagebutte zahlreiche Assoziationen anstellen, die um die Flüchtigkeit und Fragilität irdischer Dinge kreisen.

    Grüße aus dem wahrlich nassen und sturmtiefbewegten Haha,
    Uwe

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