11 Gedanken zu „Daily Diary (119)

  1. „Der taube Goya schreit in mein Ohr – flüstert: Es ist verboten, schön zu malen!“
    (Boris Lurie)

  2. Das „also“ wäre dann allerdings eine Satzkonstruktion, die in die Richtung Kafkas ginge. Und in diesem Kafka-Sinne passend. Oder als Einsicht in die Weisheit des Silen formuliert.

  3. Ja. Aber ich mag diesen Gegensinn. Gerade der macht es interessant. Weshalb also füttert das schreibende Ich die Katze?

  4. Für den Blick des distanzierten Bewohners des Grandhotel Abgrund würde ich hinzufügen: Meine Sympathie ist mit dem, was geschehen wird, sie bewegt sich diesseits und jenseits der Grenze, sie switcht. Aus reiner Neugier und Lust am Betrachten. Was geschieht, geschieht überhaupt etwas? Das ist die Frage.

  5. Weshalb füttert das schreibende Ich die Katze? Das ist eine mögliche Frage. Eine andere wäre: Womit füttert das schreibende Ich die Katze? Direkt oder indirekt.

  6. Schrödingers Katze maust,
    ich steh‘ im schwarzen Regen.
    Das Isotopenbeil saust
    durch weichen Katzenbregen.

    Wer hat jetzt den Mut, die Kiste zu öffnen?

  7. Sehr schöne Assoziation in Reim. Wozu mir dann freilich zum Inneren der Box eine Passage aus Hegels Phänomenologie des Geistes einfällt:

    „Es zeigt sich, daß hinter dem sogenannten Vorhange, welcher das Innere verdecken soll, nichts zu sehen ist, wenn wir nicht selbst dahintergehen, ebensosehr damit gesehen werde, als daß etwas dahinter sei, das gesehen werden kann. Aber es ergibt sich zugleich, daß nicht ohne alle Umstände geradezu dahintergegangen werden könne; denn dies Wissen, was die Wahrheit der Vorstellung der Erscheinung und ihres Innern ist, ist selbst nur Resultat einer umständlichen Bewegung, wodurch die Weisen des Bewußtseins, [das] Meinen, Wahrnehmen und der Verstand verschwinden; und es wird sich ebenso ergeben, daß das Erkennen dessen, was das Bewußtsein weiß, indem es sich selbst weiß, noch weiterer Umstände bedarf, deren Auseinanderlegung das Folgende ist.“

    Diese Zeilen kann man den Raunern und Auguren des Wisperns nicht oft genug ins schuldige Stammbuch schreiben, damit gesehen werden wie sehr Hegel der Philosoph der sich vollendenden Aufklärung ist.

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