Daily Diary (109) – Deutschland

 
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Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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5 Antworten zu Daily Diary (109) – Deutschland

  1. Uwe schreibt:

    Nach dem Spiel oder vor dem Spiel? Egal: Dürfte die Kleine wählen, sie würde sich sicher immer für den Lolly und gegen die Fahne entscheiden! Wer nicht?!

  2. Bersarin schreibt:

    Aufgenommen wurde diese Szene vor dem Spiel. Wofür sich das Kind am Ende entscheidet? Schwierig zu sagen. Für die Flagge, für die Süßigkeit? Vermutlich für irgendwas, das ihrer Unmittelbarkeit Genüge tun wird, wie auch fünfzehn Jahre später: Anlaß beliebig: für eine Katze, für einen Hund, für einen Ehemann, für eine Ehefrau, für ein Kind, für Arbeit und Kind, für die Einzimmerwohnung in Farmsen, für ein Reihenhaus in der Vorstadtsiedlung. Für einen Platz an der Kasse bei Lidl, wenn ich mir ihre Eltern ansehe, sofern es in elf oder zwölf Jahren noch Kassen gibt.

    Aus dem Gesicht des Kindes spricht die Gleichgültigkeit des Moments wie auch der Zukunft.

  3. summacumlaudeblog schreibt:

    Ich bin ja selbst fußballaffin (wie man lesen kann), es ist halt meine Trivialleidenschaft wie bei Dir die Pferdewetten, aber dieses wunderbare Bild müsste man „Deutschland triumphiert“ oder „Deutschland nach dem Sieg“ nennen, das würde all dieses public viewing, diese „Begeisterung“, dieses „Wir-Gefühl“ so wunderbar konterkarieren.
    Das Bild erinnert mich an Mattheuers Bild „Die Ausgezeichnete“, auf dem eine vereinsamte, ausgemergelte und völlig desinteressierte Aktivistin des sozialistischen Wettbewerbes vor einem Strauß Nelken sitzt und sich zu freuen hat. Diese Aufforderung sich zu freuen ist in beiden Bildern nur konnotativ zu erfassen, nicht direkt und genau das macht Dein Bild (und das Bild Mattheuers) so stark.

  4. Bersarin schreibt:

    Stimmt, die Assoziation zu Mattheuer liegt in gewissem Sinne nahe. Mich reizte an diesem Kinderbild einerseits das Versunkene, Träumende, der Blick, die Flagge und zugleich das, was die Zukunft bringen mag: die Szenen eines kommenden Lebens, das ich assoziierte: was wird sie in 15 Jahren machen, wie leben? Fast kann man es voraussehen: Das Orakel in der S-Bahn.

  5. summacumlaudeblog schreibt:

    Stimmt! Bei Mattheuer fehlt die Zukunft.

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